Kunden em pfehlungen
Rezensionen von TheSinsh:
Schnelle und anfängerfreundliche Rezepte
Koch! Mich! Jetzt! von Leon Schreiber
Das Kochbuch von Leon Schreiber hat mich durch die enthaltenen schnellen und unkomplizierten Rezepte direkt neugierig gemacht. Der Autor hat sich durch Social Media bereits einen Namen gemacht, was für mich jedoch kein Lese- oder Kaufanreiz war, da ich ihn zuvor nicht kannte.
Zu Beginn des Buches werden einige Grundvorräte vorgestellt – Lebensmittel und Gewürzmischungen, die man für die meisten Gerichte braucht und gut auf Vorrat halten kann.
Mir gefällt sehr, dass die meisten Zutaten wirklich einfach zu beschaffen sind. Vieles bekommt man problemlos im Supermarkt oder Discounter, anderes eher im Asia-Markt. Da viele Rezepte einen asiatischen Einschlag haben, sollte man jedoch auch kein Problem damit haben, die nicht für jedermann ganz alltäglichen asiatischen Zutaten aufzubrauchen.
Die insgesamt sieben Kapitel sind in 15-Minuten-Gerichte, Ofengerichte, One-Pots, Bowls, Snacks/Soulfood, Meal Prep und Süßes unterteilt. Schön fände ich, wenn auf der jeweiligen Rezeptseite direkt vermerkt wäre, ob es sich um ein Fleisch-, Fisch- oder ein vegetarisches/veganes Gericht handelt. Man erkennt das zwar oft schon anhand der Fotos, für mich gehört ein solcher Hinweis aber zu einem professionellen Kochbuch dazu. Auch Nährwertangaben habe ich leider vermisst.
Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich zudem die Aufmachung des Buches, die auf mich etwas lieblos wirkt. Die Fotos selbst sind dagegen wirklich ansprechend und machen Lust auf’s Nachkochen.
Insgesamt sind die Gerichte einfach gehalten und absolut anfängerfreundlich. Gerade jungen Erwachsenen mit wenig Kocherfahrung kann ich das Buch wärmstens empfehlen. Die Gerichte sind unkompliziert, bieten kaum Spielraum für Fehler und sind bewusst simpel gehalten – sodass man nach Lust und Laune kreativ werden und eigene Zutaten ergänzen kann.
Black Female Rage
Honey von Imani Thompson
In ihrem Debütroman "Honey" erzählt Imani Thompson die Geschichte von Yrsa, einer Doktorandin der Soziologie in Cambridge, die nach einem folgenschweren Vorfall beginnt, ihre eigene Vorstellung von Gerechtigkeit durchzusetzen.
Honey ist ein ungewöhnlicher Roman, der sich nicht eindeutig einordnen lässt und Elemente aus Campus Novel, Satire und Thriller vereint.
Im Mittelpunkt steht Yrsa, die sich in einer akademischen Welt behaupten muss, die von weißen Männern und verfestigten Machtstrukturen geprägt ist. Rassismus, Misogynie, Intersektionalität und Female Rage sind zentrale Themen, die geschickt in die Handlung eingeflochten sind.
Besonders gefallen haben mir der bissige Humor und die scharfe Gesellschaftskritik. Die Autorin zeigt eindringlich, wie sich alltägliche Diskriminierung und strukturelle Ungleichheit aufstauen. Yrsa ist keine einfache Protagonistin – intelligent, teilweise widersprüchlich und nicht immer leicht zu greifen. Gerade das macht sie interessant und authentisch.
Im Verlauf wird die Geschichte immer düsterer und bewegt sich souverän zwischen schwarzem Humor, moralischen Grauzonen und spannenden Thriller-Elementen. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, ähnliche Themen und Ansätze bereits in anderen Büchern gelesen zu haben, weshalb die Grundidee für mich nicht völlig neu wirkte.
Alles in allem überzeugt Honey durch seinen starken Schreibstil, die kluge Kritik an gesellschaftlichen und akademischen Machtstrukturen und die mutige Auseinandersetzung mit komplexen Themen.
Transgenerationales Trauma
Über vier Leben von Pauline Hatscher
Pauline Hatscher widmet sich in ihrem Debütroman „Über vier Leben“ dem Thema transgenerationales Trauma und der Frage, wie wichtig es ist, sich nicht nur mit den eigenen Erfahrungen auseinanderzusetzen, sondern auch die Auswirkungen auf nachfolgende Generationen zu erkennen und aufzuarbeiten.
Mirabell fühlt sich zutiefst einsam.
Sie hat weder einen Partner noch Freund:innen und findet zudem keinen Job. Eine Zeit lang konnte sie ihre Situation noch auf die Pandemie schieben, doch inzwischen ist diese längst vorbei. Trotzdem verbringt Mirabell ihre Freizeit weiterhin allein zu Hause in ihrer neuen Wahlheimat Leipzig. Auch in den Gesprächen mit ihrer Therapeutin findet sie keine Antworten auf die Fragen, die sie beschäftigen. Um mehr Klarheit zu gewinnen, beginnt sie deshalb, ihre Familiengeschichte zu rekonstruieren und richtet dabei den Blick insbesondere auf die Frauen, die vor ihr gelebt haben.
Die Geschichte wird auf vier Zeitebenen und aus vier Perspektiven erzählt. Wir begleiten Mirabell, ihre Mutter Sabine, ihre Großmutter Lisa und ihre Urgroßmutter Hannchen jeweils durch einen bestimmten Lebensabschnitt, der prägend für ihren weiteren Lebensweg ist. Dabei ist die Lektüre stellenweise durchaus schwere Kost. So erfahren wir unter anderem, dass Hannchen vergewaltigt wurde, Lisa sich das Leben nimmt und Sabine von ihrem Ehemann misshandelt, manipuliert und unterdrückt wird.
Die Grundidee des Romans hat mich sofort angesprochen. Transgenerationales Trauma ist ein Thema, das mich sehr interessiert und dem meiner Meinung nach – auch im fiktionalen Rahmen – deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden könnte. Auch die Entscheidung, die Geschichte einer Familie über vier Generationen hinweg anhand der Frauen zu erzählen, hat mir gut gefallen und ist insgesamt gelungen.
Mit dem Schreib- und Erzählstil hatte ich allerdings zunächst einige Schwierigkeiten. Für meinen Geschmack begannen zu viele Sätze mit „Und also“, was den Lesefluss für mich teilweise etwas holprig machte. Außerdem waren die Kapitel häufig so kurz, dass es mir schwerfiel, eine Verbindung zu den jeweiligen Erzählerinnen aufzubauen oder die einzelnen Figuren klar voneinander zu unterscheiden. Zwar legten sich diese Startschwierigkeiten im weiteren Verlauf etwas, dennoch blieben mir insbesondere die vier Frauen insgesamt etwas zu blass. Gerade hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Persönlichkeiten hätte ich mir mehr Tiefe und eine stärkere individuelle Ausarbeitung gewünscht.
Gegen Ende fand ich schließlich besser in den Lesefluss und konnte mich auch zunehmend auf Hatschers Schreibstil einlassen. Was mich anfangs noch gestört hatte, fiel mir dadurch weniger ins Gewicht und insgesamt konnte mich die Autorin zum Ende hin doch noch von ihrer sprachlichen Umsetzung überzeugen.
Alles in allem ist „Über vier Leben“ ein solides Debüt mit einer spannenden und wichtigen Thematik, bei dem für mich allerdings noch etwas Luft nach oben bleibt. Einem weiteren Buch von Pauline Hatscher würde ich trotzdem auf jeden Fall eine Chance geben.
3,5 Sterne
Der Neuanfang nach dem Stillstand
Weiterleben von Patrick Charnley
„Weiterleben“ von Patrick Charnley hat mich zunächst optisch angesprochen - Cover und Bindung sind ein Hingucker und das Haus auf der Klippe vor dem dunklen Meer passt perfekt zur ruhigen Atmosphäre der Geschichte.
Die Ausgangslage klang vielversprechend. Gleich zu Beginn erfahren wir, dass Jago - wie der Autor selbst - 40 Minuten lang klinisch tot war.
Das sorgt sofort für ein beklemmendes Gefühl und wirft viele Fragen auf. Wer war Jago vor dem Herzstillstand? Wie sah sein Leben aus? Doch wirklich viele Antworten findet man im Laufe der Handlung nicht. Hier und da wird mal was angerissen aber zu einem ganzen Bild möchten sich die Stücke nicht zusammenfügen lassen.
Nach dem Herzstillstand begleiten wir Jago durch seinen neuen Alltag auf der Farm bei seinem Onkel, geprägt von Müdigkeit, Erschöpfung, Vergesslichkeit und Apathie. Die Geschichte profitiert hier vom ruhigen, entschleunigten Erzählstil. Der Schreibstil war für meinen Geschmack jedoch zu zäh und schlicht. Trotz der Kürze der Geschichte fiel es mir schwer, in einen guten Lesefluss zu kommen.
Zu den Figuren konnte ich leider keinerlei Zugang finden. Mir hat hier die emotionale Tiefe gefehlt, um Jagos Schicksal wirklich mitfühlen zu können.
Dennoch hat mir die Dynamik zwischen den Figuren - besonders Jago und seinem Onkel - gut gefallen.
Was mir aber am meisten fehlte, war der rote Faden. Ich wusste einfach nicht, was das Buch eigentlich sein will. Es wurden teilweise Story-Elemente eingebaut, nur um kurz darauf wieder fallen gelassen zu werden und im Sande zu verlaufen. Auch die Mischung der Genres hat für mich keinen Sinn ergeben. Die Geschichte startet als leiser Roman über einen Neuanfang und entwickelt sich am Ende zu einem Krimi, der wirkt wie aus einem Kinderbuch.
Alles in allen für mich leider ein Flop, der meine Erwartungen nicht erfüllen konnte.
Tolles Sachbuch für (junge) Gamer:innen!
Kosmos SchlauFUX Gaming von Birk Grüling
Bei „Gaming“ aus der SchlauFUX Reihe des Kosmos Verlags handelt es sich um ein Kinder- und Jugendbuch ab 8 Jahren von Birk Grüling.
Ziel des Buches ist es, den Kindern und Jugendlichen interaktiv die Welt der Videospiele näher zu bringen, spannendes Wissen zu vermitteln und über mögliche Risiken aufzuklären.
Aufgeteilt in verschiedene Kategorien, sollen Lesende schnell einen Überblick darüber bekommen, welche Kategorien für sie am interessantesten sein könnten und sich so anhand von entsprechenden Symbolen leicht im Buch orientieren. Einem Thema ist stets eine Doppelseite gewidmet. Am Rand der linken Seite kann man nun sehen, von welchen Seiten man ursprünglich kommt und am Rand der rechten Seite werden neue Themen angeteasert, aus welchen man nun wählen kann und direkt auf die entsprechende Seite wechseln kann. Dieses Konzept sorgt für eine gute Übersicht und dafür, dass die jungen Leser:innen sich direkt mit den Themen beschäftigen können, die ihnen wirklich zusagen.
Die Bandbreite an Themen ist groß und vielfältig und mit Hinblick auf die Zielgruppe wirklich gut gewählt. Es werden verschiedene Berufe im Bereich der Spieleentwicklung vorgestellt, was für junge Leser:innen, welche ohnehin Begeisterung für das Gaming haben sehr interessant sein könnte. Zudem wird erklärt, wie beispielsweise Technologien wie KI Einfluss auf bestimmte Bereiche der Spieleentwicklung haben oder wie bestimmte Spiele unsere Kultur geprägt haben. Zwischendrin findet man auch Texte von Leuten, die in der Gaming-Branche tätig sind und über ihre Arbeit berichten. Bekannte und weniger bekannte YouTuber:innen und Streamen:innen werden vorgestellt und deren Arbeit auf entsprechenden Plattformen wird den Lesenden erklärt. Besonders gefallen hat mir auch, das die positiven Aspekte des Gaming hervorgebracht werden und erläutert wird, inwiefern sich das Zocken auf Koordinationsfähigkeiten oder Gedächtnis auswirken kann. Wichtig zu thematisieren ist natürlich auch das Suchtpotential, welches das Gaming aus verschiedenen Gründen mit sich bringen kann und darüber aufzuklären, was meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist.
Die Texte sind kurz und informativ, in einfacher und gut verständlicher Sprache formuliert. Auch die Farbgestaltung ist mit hauptsächlich gedeckten, unaufgeregten Farben gut gewählt. Die vielen Bilder, Illustrationen und Fotos veranschaulichen das Geschriebene und machen es besser greifbar.
Im Großen und Ganzen handelt es sich hierbei um ein tolles und informatives Buch für alle Gaming-Begeisterten. Ganz klare Empfehlung von mir!






