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Rezensionen von clematis:

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Tod der Sorben

Das Camp von Linus Geschke

Spannend setzt sich die Trilogie fort, was im Trailer begonnen hat, nimmt im Camp seinen Lauf. Figuren, welche man nicht unbedingt sympathisch nennen kann, begegnen uns wieder und wecken trotz aller Vorbehalte unsere Neugierde, wie es mit ihnen weitergeht. Ein verruchter Barbesitzer in Köln, ein türkischer Campingplatzverwalter in Belgien, dazwischen eine quirlige Kommissarin aus Hamburg und eine junge IT-Expertin, welche bereits im ersten Band aufeinandergetroffen sind.

Schräge Szenen, brutale Sequenzen und viele komplizierte Zusammenhänge, welche sich am Ende als gut durchdacht und logisch herausstellen, beherrschen die Handlung. Fesselnd und mitreißend führt Geschke durch die Herausforderungen, die nun gemeistert werden müssen. Der Autor erschafft mit seinen Worten spielerisch eine großartige Atmosphäre, welche sich quer von der Lausitz nach Köln zieht und von Hamburg nach Belgien. Egal, an welchem Schauplatz wir uns gerade befinden, die Spannung ist greifbar, die Luft vibriert. Am Ende schockiert mich ein Ereignis sehr, wird es doch auch den folgenden dritten Band beeinflussen, aber so spielt das Leben eben, nicht nur das wahre, auch das fiktive im Camp. Nichtsdestotrotz fiebere ich aufgeregt der abschließenden Schlucht entgegen.
Auch Das Camp ist eine uneingeschränkte Empfehlung wert, den Ohrwurm Vienna von Ultravox nehme ich gerne mit.

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Tod der Sorben
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Von A (und O) bis Z wie Zwickmühle

Wer hat den Teufel an die Wand gemalt? von Rolf-Bernhard Essig

Heute kann ich aus dem Nähkästchen plaudern, denn ich habe ein großartiges Werk aus dem Verlag Duden in Händen, ein ebenso informatives wie spannendes und unterhaltsames Buch über Redensarten, deren Bedeutung und Herkunft – Wer hat den Teufel an die Wand gemalt?

In wunderschönen Farben - Schwarz, Weiß, Grün - gehalten, präsentiert sich dieser 288 Seiten starke Ratgeber, welcher über 700 Einzelnachweise liefert.

Wie es sich für einen Duden gehört, erfolgt die Reihung der Redensarten alphabetisch, wobei jedem Buchstaben ein eigenes toll illustriertes Deckblatt vorangestellt ist. Auch sonst weisen grüne Lettern und ein passender Seitenrand dem Leser den Weg, um bei einer gezielten Suche rasch fündig zu werden. Zwischen den einzelnen überaus informativen Artikeln sind außerdem noch Anekdoten eingestreut, die etwa biblische oder mittelalterliche Wendungen erläutern, nicht zuletzt geht es um den Einfluss des Englischen oder um Tierisches. Die Gesamtgestaltung besticht durch Übersichtlichkeit und präzise Darstellung, sodass man das Buch sehr gerne von A bis Z durchkostet, ebenso gut eignet sich der grüne Teufel an der Wand aber auch als Nachschlagewerk, wenn einem einmal eine Wendung nicht geläufig ist. Ab sofort kann hier jederzeit Abhilfe geschaffen werden.

Egal, ob man sich einfach gerne mit Sprache beschäftigt oder ob man schlagfertig mit passenden Redensarten punkten will, hier entdeckt wohl jeder Leser Altbekanntes aus einem vielleicht anderen Blickwinkel oder völlig Neues, das einen überraschen kann. Jedenfalls muss sich dieses Buch nicht mit fremden Federn schmücken, sondern ist sehr gelungen, so, wie es ist!

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Von A (und O) bis Z wie Zwickmühle
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Malia Gold

Moorland. Die Zwillinge von Andreas Winkelmann

Kommissarin Malia Gold kehrt nach 15 Jahren in ihre Heimat in der Marsch zurück und wird sofort mit einem kniffligen Fall konfrontiert. Im Moor sind die 18-jährigen Zwillingsmädchen Nike und Jana verschwunden. Es ist nicht klar, ob sie davongelaufen sind, sich im Nebel verirrt haben oder einem Verbrechen anheimgefallen sind.

Neben der polizeilichen Arbeit muss Malia auch noch familiäre Probleme klären.

Spannende Szenen vor der atmosphärischen Kulisse einer nebeligen, düsteren Moorlandschaft ziehen den Leser schnell in ihren Bann, die flotte Schreibweise von Andreas Winkelmann tut ihr Übriges, um die Seiten nur so dahinfliegen zu lassen. In der kleinen Gemeinde Riedberg gibt es gefühlt mehr Geheimnisse als Einwohner, wodurch die Ermittlungen nicht gerade einfach verlaufen, Malia mit ihrer recht direkten Art steht immer wieder vor neuen Rätseln. Junge Menschen und Tiktok-Posts, eine sektenähnliche Kirchengemeinde sowie persönliche Zerwürfnisse in Malias Familie beherrschen das Geschehen, das durchgehende Spannung hält und lange ebenso undurchsichtig ist wie der dichte Nebel über dem Land. Die logisch durchdachte Handlung führt nach einigen aufregenden Momenten schlussendlich zu einer gut nachvollziehbaren Auflösung und weckt Neugierde auf die weitere persönliche Entwicklung der sympathischen Kommissarin Gold.

Ein überaus gelungener Start einer neuen Thrillerserie, welche ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Für Band 1 gibt es schon einmal eine Leseempfehlung.

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Malia Gold
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4 in 1

Splitterschreie von Roman Klementovic

Vier spannende Kurzthriller – Versagt, Wenn die Nacht ertrinkt, Wenn der Nebel brennt, Wenn die Stille schreit – vereint dieses Buch zu einem lesenswerten und pointierten Quartett. Ein Serienkiller in Wien Donaustadt, ein ungeklärter Altfall und zwei etwas ähnlich gestrickte Geschichten im normalerweise gewohnten heimischen Umfeld sorgen für beste Unterhaltung auf gewohntem „Klemetovic-Niveau“.

Ein strukturierter Aufbau charakterisiert alle vier Episoden, kurz und prägnant im Schreibstil präsentiert sich auch diesmal jede einzelne Handlungslinie, sodass man rasch gefesselt ist vom Geschehen. An den Hauptfiguren ist man durch die knappe, aber dennoch gut vorstellbare Charakteristik nahe dran, deren Gedanken und Gefühle transportiert Klementovic perfekt. Die sprachlich geschaffene klamme Atmosphäre untermalt auf gelungene Weise die jeweiligen Ereignisse und lässt den Leser Momente von Gänsehaut spüren. Die Auflösungen kommen anschaulich und treffend daher und vermögen durchaus zu verblüffen – genau so soll es sein!

Spannendes und Überraschendes in aller Kürze, vier Mal pures Lesevergnügen. Mit einem Thriller von Klementovic liegt man immer richtig, mit vier auf einen Streich nun auch.

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Leichtfüßige Schwere

Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher

Britta, Pia und Martin erleben in ihrer Jugend einen unvergleichlichen Sommer – bis eines Tages Pia spurlos verschwindet. Ab da ist nichts mehr, wie es war und alle drei gehen ihrer eigenen Wege. Zwanzig Jahre danach treffen die ehemaligen Freunde in ihrer kleinen Heimatstadt wieder aufeinander – können sie nahtlos anknüpfen an alte Zeiten oder besteht ein tiefer Riss zwischen den Erwachsenen?

Greta Herrlicher legt ein wunderbares Romandebut vor, das auf leichtfüßige Art sehr schwere Themen behandelt: Die offen stehende Welt, welche durch das Schicksal rasch ganz anders aussehen kann, die unbeschwerten Jugendtage, welche sich zum mühlsteinartigen Alltag wandeln.

Trotz der teils bedrückenden Bilder gelingt es der Autorin, eine beschwingte und hoffnungsvolle Stimmung zu erzeugen, eine authentische und glaubhafte Geschichte zu erzählen, wie sie das wahre Leben tatsächlich spielen könnte. Eine bildhafte Sprache sorgt für Lebendigkeit, die überschaubare Zahl an Personen für klare Einblicke. Krankheiten, Generationenkonflikte, ja selbst die beginnende Corona-Pandemie tun dem fesselnden Lesevergnügen keinen Abbruch, das Begleiten der drei Hauptfiguren ist spannend bis zur letzten Seite.

Der Sommer, der uns blieb (einst veröffentlicht unter „Der Sommer unseres Lebens“!) ist ein ruhiger Roman, welcher die Schwere unterschiedlicher Themenfelder auf locker-leichte Weise dem Leser näherbringt. Empfehlung!

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Die Gouvernante

Der Wille der Gräfin von Ada Caine

Für die adelige Hanna bleibt kein Erbe über. Möchte sie nicht bei ihrer Tante Unterschlupf suchen, so muss sie wohl selber als Gouvernante für ihr Auskommen sorgen. Nur knapp schrammt sie in Karlsbad an einem Unglück vorbei und lernt kurz darauf Gräfin Valeria kennen, welche für ihre verwaiste Enkelin eine Erzieherin sucht.

Allerdings stellt sie Hanna nicht ohne Hintergedanken ein.

Dieser unterhaltsame Roman, welcher im Jahre 1896 spielt, erzählt die Geschichte einer tatkräftigen jungen Frau, die auf eigenen Füßen stehen möchte und viel mehr mitbringt, als von einer Gouvernante erwartet wird. Keinesfalls möchte sie das Geheimnis um ihre adelige Abstammung preisgeben und muss daher genau darauf achten, wie sie sich gibt und was sie sagt. Das angestammte Personal beäugt die Neue skeptisch und auch die störrische Enkelin Antonia, Hannas Zögling, ist eine Herausforderung.

Aus dem bereits aus früheren Romanen bekannten Karlsbad geht es diesmal Richtung Ungarn. Mit lebendigen Bildern vor Augen und entsprechender Atmosphäre quartieren wir uns auf einem weitläufigen Anwesen ein, sitzen auf der Terrasse und beobachten das bunte Treiben zwischen Gutshof und Pferdestallungen. Natürlich bleiben Eifersucht und Intrigen nicht aus, sodass es nach der etwas lang andauernden Reise doch wieder spannend wird. Wie gewohnt, ist die Geschichte auf der letzten Seite nicht zu Ende, eine Fortsetzung in Heiligendamm mit frischer Ostseeluft wartet hoffentlich bald auf die neugierigen Leser.

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Esja-Frauen

Moosland von Katrin Zipse

Ein Aufruf der isländischen Bauernpartei im Jahre 1949 bewegt etwa 300 Frauen aus Deutschland, ihre Heimat hinter sich zu lassen und als Landarbeiter auf die Insel zu kommen. Der Lohn ist hoch und im Verliererland scheint ohnehin keine Zukunft zu liegen. So brechen auch Elsa und ihre Freundin Gerda auf in eine fremde Welt, besteigen voller Aufregung den Passagierdampfer Esja (daher die Bezeichnung Esja-Frauen).

Auf großartige Weise fängt Katrin Zirpse die Situation von Elsa ein, beginnt mit der Ankunft am Hof, dem die junge Frau zugeteilt ist. Das Land ist völlig anders, die Menschen arm, die Sprache unvertraut. So schweigt Elsa, verliert sich ihrer Trauer um Familie und Freunde. Auf ihre eigene Art findet sie sich schließlich in den Alltag der Eheleute und der beiden Söhne ein, passt sich zwangsläufig an, weil ihr gar nichts anderes übrigbleibt. Der leicht melancholisch nüchterne Schreibstil der Autorin spiegelt die Atmosphäre auf Island und Elsas Gedanken perfekt wider, es handelt sich um eine bewegende Erzählung, welche ohne wortreiche Dialoge auskommt und dennoch ein klares Bild auf die Geschehnisse wirft. Der wechselseitige Einfluss der Personen wird bald deutlich, die kleine Gruppe an Figuren ist schnell kennengelernt, so unterschiedlich sie auch mit der Fremden am Hof umgehen. Trotz der vielen alltäglichen Situationen bleibt der Spannungsbogen durchgehend hoch, einige unklare Tatsachen suchen sich nur allmählich ihren Weg ans Licht. Das Ende bleibt in gewisser Weise offen und beschreibt dennoch recht deutlich, wie es Elsa, stellvertretend für die realen Esja-Frauen, ergangen ist, als sie ihre Wurzeln und ihre Identität in der Heimat zurückgelassen haben.

Ein wunderbares, wenngleich mitunter trauriges Abbild der historischen Gegebenheiten. Den Neubeginn in Island stellt Katrin Zipse ausgezeichnet dar mit einem gelungenen Mix aus detaillierter Recherchearbeit und entsprechenden fiktiven Elementen. Klare Leseempfehlung!

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Die Lotsennummer

Der Gesang der See von Trude Teige

Am Lotsenhof auf einer kleinen norwegischen Fischerinsel lebt Kristiane gemeinsam mit ihrer Mutter, ihrer Schwester und ihrem Ehemann Anders. Als dieser auf hoher See den Tod findet, ist Kristiane gezwungen, die Lotsennummer ihrer Familie abzugeben oder sich einen neuen Ehemann zu suchen, der bereits als Lotse zugelassen ist oder die notwendige Prüfung ablegt.

So lauten die klaren Regeln, welche das karge und entbehrungsreiche Leben im rauen Norwegen begleiten, eine Frau selbst hat wenig zu sagen und schon gar nichts zu entscheiden. Die junge Witwe steht vor einer schwierigen Wahl und kämpft für ihre Zukunft.
Eine wunderbare Erzählung, beruhend auf genauer Recherche und inspiriert von der eigenen Familiengeschichte, erwartet die geneigten Leser bei Trude Teiges erstem Roman, der nun erstmals auch auf Deutsch erscheint. Bewegende Szenen, präzise Charakterstudien und die Kulisse einer wilden Landschaft prägen das Geschehen. Mit ruhigen, dennoch eindringlichen Worten schildert Trude Teige Kristianes Schicksal, stellt deren Zwiespalt zwischen Tradition und Aufbegehren gegen scheinbar unabänderliche Strukturen bildlich dar. Wie auch in ihrer „Großmutter-Trilogie“ steht eine starke, mutige Frau im Mittelpunkt der Handlung. Fischerei und Schifffahrt sind zwar Sache der Männer, aber Kristiane will das nicht unwidersprochen hinnehmen, immer wieder trifft sie eigene Entscheidungen, wodurch sie ihre Nachbarn vor den Kopf stößt und auch gegen kirchliche Bevormundungen weiß sie sich zu wehren. Geht sie kluge oder falsche Wege? Das ist natürlich eine Frage der Sichtweise.
Trotz der Kürze von etwa 250 Seiten hat dieses Buch eine enorme Aussagekraft, kann es mit der knappen Handlung und der großartigen, vorherrschenden Atmosphäre absolut überzeugen. Ich empfehle diese großartige Geschichte uneingeschränkt weiter.

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Mutige Sofia

Die Papierschöpferin von Anna Thaler

Corrado di Maderno, Besitzer einer Papiermühle am Gardasee, kehrt von seiner Reise nach Venedig nicht mehr zurück. Er sei an der Pest verstorben, heißt die Nachricht an seine Familie, wodurch Tochter Sofia mit ihren jüngeren Geschwistern auf sich allein gestellt ist, denn die Mutter lebt auch nicht mehr.

Am liebsten würde Sofia selbst die Geschicke der Papiermühle weiterführen, aber das ist im 15. Jahrhundert natürlich nicht denkbar. Frate Sebastiano als Vormund unterstützt sie daher, um einen geeigneten Heiratskandidaten zu finden und in der Zwischenzeit für die Kinder zu sorgen. Eine Reise nach Augsburg und ein junger Novize sorgen dabei für Aufregung.

Sehr überzeugend malt Anna Thaler ihr Bild der damaligen Zeit, beschreibt eindrücklich das Handwerk des Papierschöpfens und die Not der zurückbleibenden Geschwister nach dem Tod der Eltern. Aus freundlich gesinnten Nachbarn werden plötzlich Konkurrenten, welche die einst gut gehende Papiermühle als Trophäe vor Augen haben. Und auch Menschen, welche es gut meinen mit Sofia, legen oftmals nur ihre eigenen Weltvorstellungen als Maßstab an, während sie übersehen, was für die talentierte junge Dame das Beste ist. Denn auch wenn ihr keine besondere Bildung zuteil geworden ist, so spürt sie im Herzen, wie ihre Zukunft aussehen sollte. Umso schöner ist es, mitzuerleben, wie Sofia an den Herausforderungen wächst, sie mit Verstand und Mut nach Augsburg und Venedig reist, wo sie eine gefährliche Information erhält.

Ohne überbordende Emotionen fließt die Geschichte gleichmäßig dahin, bringt viel Interessantes über die Papierherstellung und den Buchdruck, eine leise Romanze ergibt sich wie nebenbei. Das Bild der damaligen Zeit fühlt sich stimmig an und bietet gute Unterhaltung.

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Mutige Sofia
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Varianten der Wahrheit

Die fremde Frau von Guillaume Musso

Die Millionenerbin Oriana Di Pietro wird auf ihrer Jacht vor der Côte d’Azur attackiert und erliegt wenige Tage später ihren schweren Verletzungen. Vom Täter fehlt jede Spur, die Rekonstruktion der letzten Tage aus Orianas Leben ergibt höchst unterschiedliche Bilder. Wer erzählt die Wahrheit? Oder ist die Wahrheit einfach eine Tochter der Sichtweise?

Dieser so nüchterne Bericht und gleichzeitig so fesselnde Roman zieht mich als Leserin sofort in seinen Bann.

Oriana selbst, ihr charmanter Ehemann Adrien, dessen junge Geliebte Adele und schließlich die eifrige Polizistin Justine kommen abwechselnd zu Wort und legen ihre Meinung dar. Die Puzzlesteine rücken nur langsam an ihren Platz, dennoch ist das Geschehen von Anfang bis zum bemerkenswerten Ende durchwegs spannend und hervorragend durchdacht. Die wenigen Figuren charakterisiert Guillaume Musso treffend, die Handlung wird zwar nicht chronologisch erzählt, die einzelnen Kapitel fügen sich aber übersichtlich und logisch aneinander. Die wesentliche Frage, welche sich hier stellt, ist, wer sagt die Wahrheit und wer lügt. Aber das herauszufinden ist vielleicht unmöglich?

Ein außergewöhnlicher Roman, eine beklemmende Atmosphäre, eine perfekte Auflösung! Leseempfehlung!

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Varianten der Wahrheit