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Rezensionen von clematis:

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Luft und Liebe

Kurbad Hiddensee - Meeresleuchten von Annette Weber

Hiddensee, die kleine Schwester der Insel Rügen, ist bekannt für sein Kurbad „Zur Sommerfrische“. Im Jahre 1921 treffen hier drei ganz unterschiedliche junge Damen aufeinander und sorgen für lebhafte Unterhaltung.

Da wäre einmal die Tochter aus ehrenwertem Hause, Edith von Ulmenau, erkrankt an hartnäckigem Husten, der ausheilen soll, bevor sie in den Stand der Ehe tritt, dann das untertänigste Dienstmädchen Wally, welches sich als ihre Dienstherrin ausgeben muss und schließlich die fürsorgliche Krankenschwester Mette, die sich nebenbei auch um ihre jüngeren Geschwister kümmert.

Durch verschiedene Umstände werden die drei Frauen zu Freundinnen und erleben aufregende sechs Wochen rund um den Kurbetrieb, Verwechslungen, Missverständnisse und die wahre Liebe kommen dabei nicht zu kurz. Die Zeit der 1920er-Jahre fängt Annette Weber mit Leichtigkeit ein, ihre bildhaften Beschreibungen von Kleidung, Gehabe und Lebensrealitäten der einzelnen Figuren sind bestens formuliert. So fühlt man sich schnell heimisch auf dem idyllischen Eiland, wo genug Luft zum Atmen bleibt und die Liebe so manches Herz erfasst.

Diese lockere, warmherzige Geschichte lässt ihre Leser dem Alltag entkommen und entspannte Stunden genießen. Ich hatte viel Freude mit diesem Buch und hoffe, dass es noch etlichen anderen ebenso ergeht.

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Luft und Liebe
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Gewalt

Halt niemals an von Chevy Stevens

Mit ihrem neuen Campermobil wollen Alice und Tom durch Kanada reisen. Aber schon bald lernen sie das scheinbare Hippiepärchen Jenny und Simon kennen, das nach wenigen Tagen die Richtung vorgibt, aber ganz anders als erwartet.

Aus verschiedenen Perspektiven (jeweils am Kapitelanfang ausgewiesen) erzählt Chevy Stevens diese durchaus brutale und blutige Fahrt quer durchs Land.

Warum alles so kommt, erschließt sich dem Leser – und auch Alice und Tom – erst im Laufe der Zeit, das Ende wartet dann noch mit einer gelungenen Überraschung auf. Die Figuren beschränken sich im Wesentlich auf die vier bereits genannten, die gut vorstellbar beschrieben werden, die raue Kulisse Kanadas hätte vielleicht noch eindringlicher zur Atmosphäre beitragen können. Nach dem gelungenen Beginn reihen sich etliche Gewaltszenen aneinander, wodurch ein recht düsterer Eindruck entsteht, kleine Hoffnungsschimmer werden rasch wieder zunichtegemacht. Da wäre mir der Schwerpunkt mehr auf der Gedanken- und Gefühlswelt der einzelnen Personen lieber gewesen. Der Schreibstil wiederum passt gut zum Geschehen und besticht durch seine Lebendigkeit und Bildhaftigkeit.

Die wilde Fahrt im nagelneuen Campingbus könnte wohl ein wenig kürzer sein, mitreißende Lesestunden sind aber jedenfalls garantiert. Die abschließende Erklärung zum Auslöser der Gewaltspirale gelingt überzeugend. Wer belastbare Nerven hat, darf einsteigen.

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Depression und Heiratsschwindler

Wer blind vertraut von Tessa Duncan

Lily Brown, erfahrene Psychotherapeutin, nimmt als neue Klientinnen eine depressive Mutter an, deren Tochter spurlos verschwunden ist und eine entschlossene Witwe, welche auf einen Heiratsschwindler hereingefallen ist. Zwei herausfordernde Fälle und ein überaus turbulentes Privatleben rauben Lily so manches Mal den Schlaf.

Düstere Szenen auf einem Friedhof in Canterbury eröffnen den bereits dritten Band dieser aufregenden Serie rund um Lily Brown und versetzen den Leser sogleich in eine angespannte Stimmung. Die Atmosphäre ist aber nicht nur hier am Gottesacker perfekt eingefangen, nein, auch die einzelnen Therapiesitzungen und die anderen, stets wechselnden Schauplätze sind so realistisch dargestellt, dass man schnell das Gefühl hat, mitten in diesem lebendigen Geschehen zu sein. Dass das Ganze auf wahren Verbrechen beruht, lässt einem mitunter Gänsehaut über den Rücken laufen.

Autorin Tessa Duncan, selber promovierte Psychologin und ausgebildete Therapeutin, beschreibt verschiedenste Varianten von emotionaler Abhängigkeit sehr deutlich und baut viele interessante Details zum Thema auf lockere Weise in die Handlung ein, sodass man im Rahmen der fiktiven Handlung noch einiges Wissenswertes mitnehmen kann. Wird Lily mit ihrem Lebensgefährten und Profiler Dan einem Heiratsschwindler das Handwerk legen und gelingt es Lily, Mary-Ann aus ihrer Depression zu helfen? Die Spannung ist von Anfang an hoch und spitzt sich auf den letzten Seiten noch deutlich zu, bevor sich herausstellt, wer Täter und wer Opfer ist.

Fesselnde Lesestunden sind bei Tessa Duncan garantiert, Lilys private Situation ist ebenso spannend wie ihre Aufträge aus der Praxis. Ausgewogene Schwerpunkte und abwechslungsreiche Blickwinkel haben mich auch diesmal wieder restlos begeistert. Ich empfehle die komplette Canterbury-Reihe uneingeschränkt weiter!

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Depression und Heiratsschwindler
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Zu Hause

Strandblickküsse von Karin Wimmer

Seit dem tragischen Unfalltod ihrer Eltern leitet Romy das Hotel Strandblick in Sterenholm an der Ostsee. Hier ist sie zu Hause, das Hotel gleichsam ihre Familie. Ganz anders verbringt Benito Mancuso sein Leben, er reist kreuz und quer über den Erdball, um ausgezeichnetes Personal abzuwerben und ist zurzeit im Strandblick abgestiegen, um einerseits seine Schwester zu besuchen und andererseits Romys Barkeeper nach Nizza zu locken.

Mit dem energischen und dennoch charmanten Auftreten der Hotelbesitzerin hat der temperamentvolle Italiener aber nicht gerechnet.

Dieser ausgezeichnete Roman wechselt in regelmäßiger Abfolge zwischen den Blickwinkeln von Romy und Ben hin und her. Das malerische Urlaubsflair an der Ostsee, die sprühenden Funken und der wohldosiert eingestreute Humor versetzen den Leser in beste Stimmung und lassen alle Sorgen für ein paar Stunden verschwinden. Ein flotter Schreibstil führt uns durch bildreiche Szenen, Charaktere wie aus dem echten Leben mit Stärken und Schwächen verzaubern uns durch ihr gut nachvollziehbares Verhalten. Was alle rundherum bald zu wissen glauben, bleibt für Romy und Ben lange ein Geheimnis. Die große Frage ist, was und wo ist „zu Hause“.

Obwohl es sich bereits um Teil 9 einer Reihe handelt, kann man auch als Neueinsteiger gut der Handlung folgen, neugierig bin ich aber nun doch auf weitere Bände der Sterenholmserie. Strandblickküsse vereinen Urlaubsflair, Romantik und Humor zum perfekten Lesevergnügen. Ich empfehle das Buch von Herzen gerne weiter.

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Sei du selbst

Under the Vineyard Sky - Wenn wir endlich echt sind von Lea Zander

June ist enttäuscht, beim Kunstwettbewerb nicht weitergekommen zu sein und sucht Zuflucht bei ihrer Freundin Liv. Deren Bruder Felix wiederum kämpft mit der Last, das väterliche Weingut übernehmen zu müssen, einer generationenlangen Tradition, welcher er sich nicht gewachsen fühlt. Zwei junge Menschen, ein Sommer und der Weg zu sich selbst.

Josephine, lieber June genannt, und Felix sind die gut gezeichneten Hauptfiguren, um die es in dieser liebevoll erzählten Geschichte geht, denn beide haben mit Problemen zu kämpfen, sollen sie doch den Erwartungen ihrer Eltern folgen und einen jeweils vorgezeichneten Weg gehen. Vor der malerischen Kulisse eines Weingutes erwartet und ein Sommer voller Schmerz, aber auch voller Hoffnung, seine eigenen Wünsche und Ziele zu definieren und diesen schrittweise näherzukommen. Während der Anfang eher nüchtern und distanziert anmutet, so entwickelt sich die Handlung in der zweiten Hälfte spürbar emotionaler und lebendiger, sodass man June und Felix, aber auch einige andere Figuren durchaus ins Herz schließen kann. Schöne Erkenntnisse und ein hoffnungsfroher Ausblick runden das Ganze schlussendlich schön ab.

Mit ihrem sehr einfühlsamen und vom Thema her überzeugenden Schreibstil punktet Lea Zander jedenfalls und bekommt daher eine Leseempfehlung!

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Unter Strom

Der Fotograf der Kaiserin - Funke einer neuen Zeit von Tom Sacher

Erst zerstört ein Flammenmeer das Wiener Ringtheater und damit auch hunderte Menschenleben, dann stirbt eine Tänzerin. Kurz darauf erteilt Kaiserin Sisi ihrer Kammerdienerin Liesel und dem Hoffotografen Angerer eigennützige Aufträge, um im Hintergrund die Fäden zu ziehen. Während der hawaiianische König David Kalākaua und seine Schwester Lili auf ihrer Weltreise Wien besuchen, geht es also turbulent zu, alles steht förmlich unter Strom.

Kann es sein, dass es hier Zusammenhänge gibt, welche nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind?

Auch der zweite Band rund um Liesel und Angerer führt uns ins kaiserliche Wien in den 1880er-Jahren, wo gerade ein Streit darüber entbrennt, ob man an den bewährten Gaslampen festhalten oder doch Edisons neuartige Glühbirnen installieren solle. Selbstverständlich stehen Kaiser Franz Joseph und Sisi – wieder einmal – auf unterschiedlichen Seiten, wenn das Wort Strom fällt. Mit vielen Details zum Thema Elektrizität, zu hawaiianischen Traditionen und natürlich zu den unterschiedlichsten Gefolgsleuten am Wiener Hofe unterhält uns Schriftsteller Tom Sacher in diesem Krimi, denn Leichen gibt es ebenfalls. Eine Prise Humor darf nicht fehlen, genauso wie tierische Verstärkung, diesmal in Form eines Elefanten, um welchen sich Lieserl mit ihrer Erfahrung als einstige Ziegenhirtin und naturgegebenem Menschenverstand kümmern muss. Obwohl sie nie lesen und schreiben gelernt hat, kombiniert sie blitzschnell, nur der gewitzten Kaiserin hinkt sie gedanklich immer einen Schritt hinterher. Dennoch gelingt die Lösung nach einiger Aufregung und wir statten noch kurz einen Gegenbesuch in Hawaii ab.

Auf bemerkenswerte Weise lässt Sacher reale Ereignisse nahtlos in seine fiktive Geschichte einfließen, erzählt viel Interessantes ohne belehrend zu wirken. Historisch verbürgte Personen erleben spannende Auftritte im Geschehen und geben dem Ganzen dadurch seine spürbare Lebendigkeit.

Was bleibt am Ende? Ein genialer Kriminalroman, entstanden aus genauer Recherche und blühender Phantasie, welcher uns Leser für einige Stunden eintauchen lässt in die funkensprühende Zeit von Kaiserin Sisi. Lesenswert!

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Elbmädchen

Stromlinien von Rebekka Frank

Die Zwillinge Enna und Jale wachsen bei ihrer Großmutter Ehmi in den Elbmarschen auf, beobachten Kormorane und Austernfischer, während sie die Jahre zählen, bis ihre Mutter Alea endlich aus dem Gefängnis entlassen wird. Aber nichts wird an diesem Tag so sein, wie die beiden mittlerweile siebzehnjährigen Elbmädchen es erwarten, denn plötzlich sind Alea und Jale spurlos verschwunden.

Von 2025 bis zurück ins Jahr 1923 erstreckt sich diese ebenso ruhige wie aufwühlende Geschichte, welche Rebekka Frank auf drei großen Zeitebenen erzählt. Während man anfangs kaum ahnt, wie die einzelnen Handlungsstränge denn zusammenhängen, so erschließt sich dem Leser nach und nach die Details, welche das große Puzzle schlussendlich zusammenfügen. Mit ihrer angenehmen Sprachmelodie spiegelt die Autorin das Wesen der Marschlande ausgezeichnet wider, beschreibt sie die geheimnisvolle Atmosphäre der weiten Ebenen und der tückischen Flussläufe auf bestens vorstellbare Art und Weise. So erleben wir die etwa hundert Jahre hautnah, tauchen tief ein in die Gefühlswelt der überaus realistisch dargestellten Figuren und erfahren zudem noch von einigen historisch belegten Ereignissen, welche geschickt in den Handlungsverlauf eingewoben sind.

Mehrere Generationen, Schuld und Strafe, Verantwortung und Liebe – das und noch viel mehr wird auf 500 Seiten thematisiert. Ein Rösselsprung durch Land und Zeit hat mich an jedes einzelne Kapitel gefesselt und mich ebenso fasziniert wie der zuvor erschienene Roman „Spiegelland“. Eine klare Empfehlung für jene Leser, die sich gerne in Naturbeschreibungen und Familiengeheimnissen verlieren.

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Rache

Sunshine Man von Emma Stonex

Nach 18 Jahren wird Jimmy Maguire aus dem Gefängnis entlassen. Auf diesen Moment hat Birdie Keller die ganze Zeit gewartet, denn endlich kann sie ihre Pläne nach Rache umsetzen, den Mord an ihrer Schwester sühnen.

Birdie erzählt aus ihrer Sicht in der Ich-Form, auch Jimmys Blickwinkel wird in etlichen Kapiteln eingenommen.

Da der Lebensweg mancher Figuren recht ähnlich verläuft und zudem immer wieder in die Vergangenheit geschwenkt wird, wirkt der Handlungsverlauf zuweilen etwas verwirrend, nicht immer ist zu Beginn einer Szene klar, um wen es gerade geht. Den durchaus interessanten Einblicken in die Persönlichkeitsentwicklung stehen düstere Schauplätze im Gefängnis entgegen, ebenso wie verstörende Ereignisse im Laufe so mancher skizzierter Kindheit. Hat nicht jedes Kind ein Recht auf Liebe, steckt nicht in jedem Verbrecher ein guter Kern? Wodurch wird ein Mensch zum Mörder? Warum wachsen auch Kinder ohne leibliche Eltern meist zu friedvollen Erwachsenen heran? Viele Fragen werden aufgeworfen, einige davon auch beantwortet, das unerwartete Ende wirkt dann durchaus stimmig.

Eine durchwegs düstere Atmosphäre beherrscht diesen Roman, im Vergleich zu Stonex‘ „Die Leuchtturmwärter“ fehlt mir hier eine gewisse Lebendigkeit. Trotz allem ist die Themenwahl ausgesprochen interessant, ist die Bedeutung familiärer und freundschaftlicher Beziehungen sehr gut dargestellt.

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Hinter Masken

Das Glück beginnt in Istrien von Silvia Trippolt

Der Verlobte sitzt hinter Gittern, gleichzeitig hat Linda Wohnung und Job verloren. Kurzerhand setzt sie sich in Graz in ihren Fiat Panda und steigt aufs Gas. Irgendwo im Wald in Istrien ist dann plötzlich das Benzin aus und ein mürrischer Trüffelsucher hält sie für eine betrunkene Verrückte.

Humorvoll beginnt diese Geschichte, die Sachen zum Lachen ebenso für ihre Leser bereithält wie tiefgründigere Problemfelder, welche sich im Laufe des Geschehens offenbaren.

Klar ist jedenfalls, dass nicht alle so glücklich sind, wie es auf den ersten Blick scheint, ein „jeder Mensch trägt eine Maske“ [kindle, Pos. 3487], so die Pensionsbesitzerin Daria. Zwischen lustigen Szenen, etwa in Mateas Boutique, engen Gässchen in Rovinj und dem Rauschen des Meeres lernen wir die einzelnen Figuren besser kennen, mit liebevollen Details wird das typische Flair Istriens hervorgehoben. Dackel Pino ist ein weiterer Pluspunkt, löst er doch immer wieder unterhaltsame Ereignisse aus. Die Emotionen könnten vielleicht noch spürbarer sein, die Liebesgeschichte mehr knistern, die letzte Szene am Meer gleicht aber vieles wieder aus und auch das Ende kommt recht stimmig daher.

Ein Roman zum Wohlfühlen, eine Atmosphäre wie im Urlaub und einige tiefgreifende Gedanken – ein gelungener Mix für vergnügliche Lesestunden und Neugierde auf Mehr.

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Unter Verdacht

Weil sie lügt von Caroline Seibt

Juliane, meist nur Juli genannt, ist verschwunden, bald gehen Familie und Polizei von einem Verbrechen aus, unter Verdacht gerät ausgerechnet der eigene Vater. Während dieser also im Gefängnis auf die Anklage wartet und die Mutter in einer schweren Depression versinkt, bleibt es an Julis jüngerer Schwester Anna hängen, sich um den kleinen Bruder Leon zu kümmern.

Gleichzeitig begibt sie sich alleine auf die Suche nach der Wahrheit.

Kurze Kapitel und wechselnde Blickwinkel prägen die Geschichte rund um die verschollenen Juli, erzählt wird jeweils aus der Ich-Perspektive, wodurch man stets sehr subjektive Einschätzungen der jeweiligen Situationen bekommt. Die oft mit ungeklärten Fragen endenden Szenen steigern die Spannung, auch wenn diese keine Gänsehautmomente hervorruft, die Neugierde ist dennoch geweckt und ich möchte als Leserin unbedingt erfahren, was sich zuvor wirklich ereignet hat. Fährten gibt es viele, Motive ebenfalls, und dennoch kommen bis zum Schluss neue denkbare Varianten hinzu.

Sowohl Annas als auch Katharinas Handeln kann man aufgrund der detaillierten Beschreibungen gut nachvollziehen, manche Einzelheiten wiederum bleiben ein wenig im Nebel zurück und man kann sich nur selber zusammenreimen, was an dieser oder jener Stelle genau passiert sein mag. Nichtsdestotrotz wartet das Ende für mich mit einer gelungenen Lösung auf, der Epilog fasst wesentliche Entwicklungen gut zusammen.

Weil sie lügt bietet einen guten, wenn auch nicht extrem hohen, Spannungsbogen und steigert sich im letzten Drittel noch einmal deutlich, sodass ich gerne vier Sterne vergebe.

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Unter Verdacht