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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

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Eindrücklich

Die Träume, die wir hatten von Christiane Hoffmann


Ich finds so spannend, wie die Autorin über eine Zeit schreibt, die ich selbst nicht erlebt habe und nur aus Geschichtsbüchern kenne. Und natürlich liegt ihr Fokus ganz anders als der meines Schulunterrichts. Sie ist nicht nur live dabei, die Ereignisse in Russland und der Ukraine betreffen ihr Leben und das ihrer Bekannten unmittelbar.

Ich fands sehr gelungen wie Gegenwart und Vergangenheit hier verknüpft werden. Nicht nur durch ihre Freundin, sondern auch die eigenen Lebenserfahrungen und die Menschen, die sie trifft und das weltpolitische Geschehen an sich. Man sagt, Geschichte wiederholt sich. Liest man dieses Buch, scheint sich diese Aussage zu bewahrheiten. Dabei schreibt die Autorin sehr plastisch und nahbar, sodass ich einen guten Eindruck von Erlebten gewinnen konnte.

Ich mochte auch die kleinen, persönlichen Anekdoten, die zwischendrin immer wieder eingestreut waren.

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Eindrücklich
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Bitte mehr solcher Geschichten

Dabei waren wir uns immer so nah von Jette Kötschau

Ich finde es so angenehm und erfrischend, dass auch Reue, Bereuen und das Sehnen nach leichteren, unbeschwerteren Zeiten hier seine Legitimität hat. Aber auch ein ehrlicher Blick auf Beziehungen und die unterschiedlichen Erwartungen an Beziehungen stehen im Fokus

Das Buch beleuchtet auf offene Art die Themen Freundschaft, Partnerschaft und Mutterschaft.

Und dass es eine Legitimität hat in der aktuellen Rolle und Situation eben auch mal keine vollständige Erfüllung zu finden. Hier wird nichts verklärend geschönt, es werden auch schwere, unangenehme Seiten gezeigt und Fragen nach dem Rollenbild aufheworfen

Mir gefällt der Gedanke, dass Freundschaft alles aushalten und überwinden kann, solange man nicht aufhört, aufeinander zuzugehen. Ich habe das Buch sehr genossen und irgendwie hat es auch was in mir geheilt. Man muss nicht den selben Zielen nachjagen, solange man Verständnis füreinander aufbringen kann.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und fand die Sprecherin absolut großartig. Sie hat so eine angenehme, ruhige Stimme und hat die Figuren gut erfasst. Ich hätte ihr noch ewig zuhören können. Für mich ein authentisches, ergreifendes Buch, das mir sehr nahegegangen ist. Bitte gerne mehr davon

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Bitte mehr solcher Geschichten
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Perspektiven

All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer

Diese Geschichte nagt an der Substanz, ist auf feinfühlige Art schmerzlich und gleichzeitig wirklich schön in ihrer Entwicklung. Es ist eine Geschichte von Familie, Schwesternschaft, Zusammenhalt und Freundschaft. Aber auch eine Art Entwicklungsroman, über Selbstfindung, Selbstakzeptanz und Selbstliebe.

Ich fand die Beziehung von Juna und Martha sehr lebendig ausgestaltet, die Reibungspunkte und Spannungen sind nachvollziehbar gewählt und beide Mädchen sind sehr plastisch und authentisch wiedergegeben. Diese verrückte Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein wird hier sehr atmosphärisch eingefangen und ich hab mich in ihren Streitigkeiten und den kleinen Kämpfen, die sie ausfechten durchaus wiedergefunden. Die wechselnden Perspektiven fand ich angeht zu lesen und ich fand sogar Marthas Sicht auf Jonas Krankheit fast spannender, als die von Juna selbst. Hier wird sehr gekonnt ein Bogen geschlagen.

Ich habe mit beiden Mädchen auf unterschiedliche Art mitgefühlt, den Schmerz und die Angst der beiden fand ich sehr nachvollziehbar dargestellt. Juni war in meinen Augen zwar etwas unnahbarer, aber ihre Erkrankung gibt der Geschichte eine interessante Facette, die mich total gepackt hat. Auch der Bezug zur Kunst war für mich etwas, was dem Gesamten Konstrukt einen schönen Rahmen gegeben hat, Relationen geschafften hat und letztlich auch die beiden Mädchen ein Stück weit wieder zusammenführt.

Die Geschichte beruht und regt zum Nachdenken an. Mochte ich gerne.

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Perspektiven
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war wild

Alles Liebe von Ronja von Rönne

Ich fand die Erzählart dieses Buches irgendwie besonders, es ist kein klassischer Roman. Es sind eher mehrere Kurzgeschichten in einer großen, rahmengebenden Storyline, manche Geschichten berühren einander direkt, andere hängen nur lose, thematisch zusammen.

Die Geschichten sind geprägt von Trauer und Verlust, von Liebe und Herzschmerz und von dem sich flüchten in alternative Realitäten.

Es stehen verschiedene zwischenmenschliche Beziehungen im Fokus der Geschichten, aber alle sind geprägt von einem Sehnen nach etwas, dass den Figuren scheinbar fehlt, von Neid und Selbstsucht.

Ich mag einfach wie Ronja schreibt und fast noch mehr mag ich, wie sie liest. Könnte ihr wirklich stundenlang zuhören. Habe das Hörbuch sehr genossen, Ronja liest ruhig, gefasst. Die Schicksale der Figuren werden angenehm neutral vertont, was dem Zuhörer Raum lässt sich darauf einzulassen, sich selbst zu positionieren.

Die Geschichten haben teilweise schon einen unterschwellig bösen Ton, sind teilweise sehr ungnädig mit den Mitmenschen der jeweiligen Protagonisten und gehen teilweise schon hart mit uns als Gesellschaft ins Gericht. Und trotzdem ist da auch eine unnahbare Schönheit, ein Streben nach Anerkennung, an das Gesehen werden.

Mich haben Männer in diesen Geschichten einfach ultra genervt. Vor allem die Geschichte von Christina und Fedor hab ich sehr gefühlt und hatte zwischendrin so eine richtige Wut im Bauch. Auch die letzte Geschichte hat mich total fertig gemacht. Ich hatte das Gefühl die Art der Lügen und Realitätsfluchten wurde von Geschichte zu Geschichte drastischer. Das Ende des Buches war für mich wie in ein Loch fallen, ein bisschen wie ein Schlag ins Gesicht.

Teilweise echt keine leichte Lektüre, aber klingt nach.

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Für mehr Miteinander und weniger aneinander vorbeileben

Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska

Ich finde dieses Buch ist inhaltlich genau, was unsere Gesellschaft braucht: ein Plädoyer dafür nicht wegzuschauen, einander zu helfen, für mehr Menschlichkeit und Miteinander. Denn zusammen ist man stärker, mutiger, glücklicher.

Ich fand das Setting toll angelegt: diese Wohnsiedlung voller Anonymität, die es eigentlich überall gibt.

Man kennt die Nachbarn vielleicht vom Sehen, kennt vielleicht sogar von einigen die Namen, aber eigentlich hat man nichts miteinander zu tun, weiß nicht wer sind sind und was sie umtreibt. Und genau das wird hier beleuchtet: der Leser bekommt viele kleine Einblick in den Lebensalltag einiger Bewohner der Siedlung- und das auf eine sehr herzliche, sehr menschliche und nahbare Art.

Es gab viele süße Schmunzel-Momente, ein bisschen Augenverdrehen und ein paar Mal ist mir auch ein bisschen schwer ums Herz geworden. Aber alle Szenarien waren sehr greifbar, sehr authentisch und einfach charmant zusammengeführt. Ich fands so schön, wie hier viele der Figuren über ihren jeweiligen Schatten springen, sich inneren Dämonen stellen, füreinander einstehen und einfach eine Gemeinschaft bilden.

Habs super gern gelesen und wollte gar nicht, dass die Geschichte schon so schnell vorbei ist.

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Mitreißend, abgründig, schmerzlich

Sunshine Man von Emma Stonex

Wow, dieses Buch hat mich echt völlig fertig gemacht. Ich hatte nicht mit derartig viel Ab- unf Tiefgründigkeit gerechnet und die Geschichte hat mich mit all ihrer Tragik völlig kalt erwischt. Aber ein besonderes Leseerlebnis, das nachhallt.

Ich finde schon, dass meine Erwartungshaltung nach den ersten Seiten in eine völlig andere Richtung ging, als sich der Plot entwickelt hat.

Dadurch fand ich die Geschichte recht unvorhersehbar. Aber der Plot war durchweg logisch aufgebaut, emotional geladen und sehr nervenaufreibend.

Nicht nur durch die Perspektivwechsel, sondern auch die Rückblenden in die Vergangenheit bekommt die Geschichte eine tolle Tiefe und beleuchtet die moralischen Grauzonen, die sich hinter den Entscheidungen der Figuren verbergen. Es gibt hier kein klassisches Schwarz und Weiß und genau das hat mich eigentlich auch so fertig gemacht. Ich wollte auf Birdies Seite sein, bins auch. Aber gleichzeitig habe ich auch mit James mitgefiebert.

Ich fand die Themen Schuld und Gerechtigkeit hier sehr spannende aufgegriffen. Beide Protagonisten sind auf ihre jeweilige Art Getriebene; Gefangene eines Schicksals, dass sie auf brutalste Art miteinander verbunden hat. Besonders eindrücklich fand ich James Tagebucheinträge und Briefe an seine Tochter.

Ich hab dieses Buch wirklich verschlungen und fand auch das Ende geradezu genial aufgelöst.

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Gesellschaft am Abgrund

Insel der Ratten von Jo Nesbø

Bei Jo Nesbo weiß man nie was man kriegt aber seine Standalones lese ich eigentlich immer richtig gerne und dieses hier hat mich auch thematisch total abgeholt. Für mich eines der besten Bücher des Autors- schockierend, aber grandios geplottet mit gestochen scharfer Pointe.

Die Nacht des Angriffs auf Wills Familie war absolut erschreckend und ein echter Knackpunkt innerhalb der Handlung.

Von hier geht eigentlich alles weitere aus und hätte es diesen Schlüsselmoment nicht gegeben, wäre auch der Rest der Handlung hinfällig. Ich fands stark wie mit wenig Worten und ohne explizite Schilderungen trotzdem das ganze Ausmaß des Grauens klar wurde.

Will ist ein absolut beeindruckender Protagonist. ich fand es bemerkenswert, wie unerschütterlich Wills Glaube an das Rechtssystem ist und mit welcher Rationalität er weiterhin seinem ehemaligen Geschäftspartner und Freund Colin begegnet und versucht zu einer gerechten Lösung zu gelangen in dem Wissen, dass es diese nie geben kann.

Die vielfältigen Perspektiven haben mir gefallen, auch wenn Wills eigentlich die einzige war, bei der ich wirklich mitgefiebert habe.
Das Ende war ein absoluter Paukenschlag. Grandios gelöst.

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Auf Anfang

Sommerhaus von Rachel Joyce

Habe ich dieses Buch hauptsächlich angefangen, weil Bonnie Garmus es empfiehlt? vielleicht. Bin ich aber drangeblieben, weil es eine schräge, beinahe voyeuristische Sogwirkung entfaltet? Absolut. Spannende Story zwischen Familienroman, Drama und Thrill.

Die zwischenmenschlichen Konflikte zwischen den Geschwistern selbst, aber auch zwischen ihnen und dem exzentrischen, hedonistischen Vic sind absolut herrlich herausgearbeitet.

Die Geschwister scheitern alle auf ihre Weise kläglich an der Realität des Erwachsen Werdens zwischen Erwartungshaltung und Gesellschaftsdruck im Schatten des berühmten Vaters.

Die Erzählung ist sehr dicht, es passiert wahnsinnig viel gleichzeitig und doch gar nicht mal so viel auf Handlungsebene, sondern eher zwischenmenschlich. Ich fand die feinen Risse, die immer größer wurden und eine Schlucht auftaten absolut fesselnd. Die Erzählung ist sehr atmosphärisch angelegt, Zwistigkeiten gefühlt mit Händen greifbar und die Charaktere mit ihren Eigenheiten und Gedanken sehr differenziert herausgearbeitet.

Der letzte Part, das Ende, hat mir besonders gut gefallen. Wie alle ihre ganz eigenen Wege einschlagen, sich loslösen von dem, worüber sie sich definierten und neu beginnen. Tatsächlich mochte ich dieses leicht verklärte Ende, das fast schon zu versöhnlich wirkt und trotzdem war es wie ein Aufatmen, das dringend nötig war.

Starker Roman, hat mir richtig gut gefallen

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Eine kalte Welt

Maja & Natascha von Elyse Durham

Russisches Ballett ist eine Kunst für sich, die nicht nur Prestige, sondern auch Härte ausstrahlt. Und genauso ist diese Geschichte. Es ist eine Familiengeschichte, eine Geschichte von Schwesternschaft und Rivalität, von Flucht und Fügung. Hier werden starke Bilder geschaffen, die den Leser in die ungewisse Welt des Russischen Balletts entführen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, war bildhaft, aber emotional aufgeladen. Und dadurch, dass beide Schwestern zu Wort kommen, werden Kränkungen, Unsicherheiten, Schmerz und Liebe immer von beiden Seiten beleuchtet, was die Geschichte sehr plastisch macht.

Die sozialen und weltpolitischen Umstände, die das Leben der beiden jungen Frauen maßgeblich beeinflussen werden beleuchtet, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Hatte erst Angst es könnte trocken werden, aber die Geschichte ist durchweg sehr kurzweilig angelegt.

Manchmal ging es mir sogar fast zu schnell und ich hätte mir etwas mehr Tiefe für die Hintergrundgeschichte gewünscht, Beweggründe werden oft eher nur kurz und oberflächlich beleuchtet, wodurch alle Charaktere außer den Schwestern eher blass blieben.

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Ein Haus voller Lügen und Geheimnisse

Eine zu viel von Samantha Hayes

Samantha Hayes schreibt einfach richtig coole, vielschichtige Thriller, die meist auch eine starke psychologische Komponente haben. Das gefällt mir immer richtig gut und war auch wieder hier der Grund, warum ich das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen wollte. Die Geschichte ist spannend geplottet, findet in sehr komprimierten Rahmen statt, was Reibungen zwischen den Charakteren quasi vorprogrammiert und mit all den Geheimnissen, die die Charaktere jeder für sich oder gemeinsam verbergen, entsteht eine tolle, angespannte Stimmung.

Vor allem am Anfang baut sich die Atmosphäre darauf auf, dass innerhalb der Familie viel ungesagt bleibt und einige ein paar echt suspekte Geheimnisse im Gepäck haben. Die gesamte Familiendynamik wirkt nicht unbedingt harmonisch und da der Prolog den Fund einer Leiche bereits andeutet, stand ich schon zu Beginn den Figuren eher misstrauisch gegenüber. So richtig sympathisch fand ich eigentlich auch keinen von ihnen, was ich in diesem Kontext aber passend finde.

Die Rückblenden in die Ehe von Ray und Connie fand ich stark gewählt, um den Rahmen der Handlung zu stecken. Ray hat mich richtig aggressiv gemacht, wie kann man nur so ein derartiger Hinterwäldler sein? Wie er mit Connie umgesprungen ist, hat mich richtig wütend gemacht.
Muss aber sagen, dass ich es durchaus stark fand, wie die Konflikte hier angelegt und platziert wurden. Es gibt eigentlich durchgehend neue Enthüllungen, wodurch die Geschichte durchaus einen Nerv trifft und spannend zu verfolgen ist. Insgesamt ist es eher ein unterschwelliges Brodeln als offen ausgetragene Streitigkeiten, aber man merkt als Leser einfach, dass die Geschichte nur in einer Katastrophe enden kann.

Ich fand das Buch wirklich packend und habs gern gelesen. Hat mir wieder richtig gut gefallen.

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