Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Mitreißend, abgründig, schmerzlich
Sunshine Man von Emma Stonex
Wow, dieses Buch hat mich echt völlig fertig gemacht. Ich hatte nicht mit derartig viel Ab- unf Tiefgründigkeit gerechnet und die Geschichte hat mich mit all ihrer Tragik völlig kalt erwischt. Aber ein besonderes Leseerlebnis, das nachhallt.
Ich finde schon, dass meine Erwartungshaltung nach den ersten Seiten in eine völlig andere Richtung ging, als sich der Plot entwickelt hat.
Dadurch fand ich die Geschichte recht unvorhersehbar. Aber der Plot war durchweg logisch aufgebaut, emotional geladen und sehr nervenaufreibend.
Nicht nur durch die Perspektivwechsel, sondern auch die Rückblenden in die Vergangenheit bekommt die Geschichte eine tolle Tiefe und beleuchtet die moralischen Grauzonen, die sich hinter den Entscheidungen der Figuren verbergen. Es gibt hier kein klassisches Schwarz und Weiß und genau das hat mich eigentlich auch so fertig gemacht. Ich wollte auf Birdies Seite sein, bins auch. Aber gleichzeitig habe ich auch mit James mitgefiebert.
Ich fand die Themen Schuld und Gerechtigkeit hier sehr spannende aufgegriffen. Beide Protagonisten sind auf ihre jeweilige Art Getriebene; Gefangene eines Schicksals, dass sie auf brutalste Art miteinander verbunden hat. Besonders eindrücklich fand ich James Tagebucheinträge und Briefe an seine Tochter.
Ich hab dieses Buch wirklich verschlungen und fand auch das Ende geradezu genial aufgelöst.
Gesellschaft am Abgrund
Insel der Ratten von Jo Nesbø
Bei Jo Nesbo weiß man nie was man kriegt aber seine Standalones lese ich eigentlich immer richtig gerne und dieses hier hat mich auch thematisch total abgeholt. Für mich eines der besten Bücher des Autors- schockierend, aber grandios geplottet mit gestochen scharfer Pointe.
Die Nacht des Angriffs auf Wills Familie war absolut erschreckend und ein echter Knackpunkt innerhalb der Handlung.
Von hier geht eigentlich alles weitere aus und hätte es diesen Schlüsselmoment nicht gegeben, wäre auch der Rest der Handlung hinfällig. Ich fands stark wie mit wenig Worten und ohne explizite Schilderungen trotzdem das ganze Ausmaß des Grauens klar wurde.
Will ist ein absolut beeindruckender Protagonist. ich fand es bemerkenswert, wie unerschütterlich Wills Glaube an das Rechtssystem ist und mit welcher Rationalität er weiterhin seinem ehemaligen Geschäftspartner und Freund Colin begegnet und versucht zu einer gerechten Lösung zu gelangen in dem Wissen, dass es diese nie geben kann.
Die vielfältigen Perspektiven haben mir gefallen, auch wenn Wills eigentlich die einzige war, bei der ich wirklich mitgefiebert habe.
Das Ende war ein absoluter Paukenschlag. Grandios gelöst.
Auf Anfang
Sommerhaus von Rachel Joyce
Habe ich dieses Buch hauptsächlich angefangen, weil Bonnie Garmus es empfiehlt? vielleicht. Bin ich aber drangeblieben, weil es eine schräge, beinahe voyeuristische Sogwirkung entfaltet? Absolut. Spannende Story zwischen Familienroman, Drama und Thrill.
Die zwischenmenschlichen Konflikte zwischen den Geschwistern selbst, aber auch zwischen ihnen und dem exzentrischen, hedonistischen Vic sind absolut herrlich herausgearbeitet.
Die Geschwister scheitern alle auf ihre Weise kläglich an der Realität des Erwachsen Werdens zwischen Erwartungshaltung und Gesellschaftsdruck im Schatten des berühmten Vaters.
Die Erzählung ist sehr dicht, es passiert wahnsinnig viel gleichzeitig und doch gar nicht mal so viel auf Handlungsebene, sondern eher zwischenmenschlich. Ich fand die feinen Risse, die immer größer wurden und eine Schlucht auftaten absolut fesselnd. Die Erzählung ist sehr atmosphärisch angelegt, Zwistigkeiten gefühlt mit Händen greifbar und die Charaktere mit ihren Eigenheiten und Gedanken sehr differenziert herausgearbeitet.
Der letzte Part, das Ende, hat mir besonders gut gefallen. Wie alle ihre ganz eigenen Wege einschlagen, sich loslösen von dem, worüber sie sich definierten und neu beginnen. Tatsächlich mochte ich dieses leicht verklärte Ende, das fast schon zu versöhnlich wirkt und trotzdem war es wie ein Aufatmen, das dringend nötig war.
Starker Roman, hat mir richtig gut gefallen
Eine kalte Welt
Maja & Natascha von Elyse Durham
Russisches Ballett ist eine Kunst für sich, die nicht nur Prestige, sondern auch Härte ausstrahlt. Und genauso ist diese Geschichte. Es ist eine Familiengeschichte, eine Geschichte von Schwesternschaft und Rivalität, von Flucht und Fügung. Hier werden starke Bilder geschaffen, die den Leser in die ungewisse Welt des Russischen Balletts entführen.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, war bildhaft, aber emotional aufgeladen. Und dadurch, dass beide Schwestern zu Wort kommen, werden Kränkungen, Unsicherheiten, Schmerz und Liebe immer von beiden Seiten beleuchtet, was die Geschichte sehr plastisch macht.
Die sozialen und weltpolitischen Umstände, die das Leben der beiden jungen Frauen maßgeblich beeinflussen werden beleuchtet, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Hatte erst Angst es könnte trocken werden, aber die Geschichte ist durchweg sehr kurzweilig angelegt.
Manchmal ging es mir sogar fast zu schnell und ich hätte mir etwas mehr Tiefe für die Hintergrundgeschichte gewünscht, Beweggründe werden oft eher nur kurz und oberflächlich beleuchtet, wodurch alle Charaktere außer den Schwestern eher blass blieben.
Ein Haus voller Lügen und Geheimnisse
Eine zu viel von Samantha Hayes
Samantha Hayes schreibt einfach richtig coole, vielschichtige Thriller, die meist auch eine starke psychologische Komponente haben. Das gefällt mir immer richtig gut und war auch wieder hier der Grund, warum ich das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen wollte. Die Geschichte ist spannend geplottet, findet in sehr komprimierten Rahmen statt, was Reibungen zwischen den Charakteren quasi vorprogrammiert und mit all den Geheimnissen, die die Charaktere jeder für sich oder gemeinsam verbergen, entsteht eine tolle, angespannte Stimmung.
Vor allem am Anfang baut sich die Atmosphäre darauf auf, dass innerhalb der Familie viel ungesagt bleibt und einige ein paar echt suspekte Geheimnisse im Gepäck haben. Die gesamte Familiendynamik wirkt nicht unbedingt harmonisch und da der Prolog den Fund einer Leiche bereits andeutet, stand ich schon zu Beginn den Figuren eher misstrauisch gegenüber. So richtig sympathisch fand ich eigentlich auch keinen von ihnen, was ich in diesem Kontext aber passend finde.
Die Rückblenden in die Ehe von Ray und Connie fand ich stark gewählt, um den Rahmen der Handlung zu stecken. Ray hat mich richtig aggressiv gemacht, wie kann man nur so ein derartiger Hinterwäldler sein? Wie er mit Connie umgesprungen ist, hat mich richtig wütend gemacht.
Muss aber sagen, dass ich es durchaus stark fand, wie die Konflikte hier angelegt und platziert wurden. Es gibt eigentlich durchgehend neue Enthüllungen, wodurch die Geschichte durchaus einen Nerv trifft und spannend zu verfolgen ist. Insgesamt ist es eher ein unterschwelliges Brodeln als offen ausgetragene Streitigkeiten, aber man merkt als Leser einfach, dass die Geschichte nur in einer Katastrophe enden kann.
Ich fand das Buch wirklich packend und habs gern gelesen. Hat mir wieder richtig gut gefallen.
Ein letztes Mal Harbour Bridge
A Girl Named Josie von Kristina Moninger
Ich bin großer Fan dieser Reihe, die für mich eine coole Mischung aus Romance und Suspense-Elementen war und dieser letzte Band hat für mich einen wehmütigen Touch an sich, weil es die letzte Rückkehr nach Habour Bridge ist.
Josid spielt ja bereits in den Bänden rund um die anderen jungen Frauen eine zentrale Rolle und nun bekommt sie ihren eigenen Band in dem die letzten Geheimnisse gelüftet werden.
Ich fand sie war durch alle Bände hinweg immer so die geheimnisvolle Komponente, die die Reihe verbindet und sie nun im Fokus zu haben hat mir gut gefallen
Ich bin mir so ein bisschen unschlüssig, ob ich dieses Buch wirklich gebraucht hätte. Denn ja, das Wiedersehen mit den Freundinnen war toll, aber rein inhaltlich war dieser der für mich vermutlich schwächste Band der Reihe. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass es ein paar Lückenfüller-Kapitel gab, die die Handlung künstlich in die Länge ziehen.
Kristina Moninger schreibt aber einfach toll, kann man nicht anders sagen- die Kulisse und derFlair waren wieder voll meins und die Interaktionen der Freundesclique sind genau das, warum mir diese Reihe so gefällt. Ich finds gut, dass mit diesem Buch insgesamt eine Runde Sache draus geworden ist und bin ein bisschen traurig, dass die Reihe nun vorbei ist.
Unfassbar packend
Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln von Florian Schwiecker
Rein thematisch ist dieses Buch absolut brisant, trifft den Nerv der Zeit und spiegelt Potential und Gefahr von und durch KI eindrucksvoll wider. Ein absolut grandioser Thriller, der an die Nieren geht, aber auch einfach höllisch Spaß macht. Florian Schwieger hat hier echt stark abgeliefert.
Wer auf Politthriller und Verschwörungen im großen Stil steht, der wird hier fündig.
Das Buch bringt eine schöne Bandbreite an Themen mit, bleibt aber allgemein genug, dass auch Fachfremde Leser gut mitkommen und verliert sich nicht in verklausulierten Details. Wer hier High-Level-IT sucht, wird enttäuscht werden. Das ist auch gar nicht der Fokus der Geschichte. Vielmehr wird die Thematik rund um KI auf sehr nahbare und verständliche Weise runtergebrochen und Szenarien kreiert, die nachvollziehbar und vor allem sehr gut vorstellbar sind. Und genau darin liegt in meinen Augen eigentlich auch der Schrecken der Handlung.
Charlie ist ein absoluter Rockstar. Sie ist schlau, gerissen, mutig und unfassbar cool. Allein für ihre Figur lohnt es sich, ins Buch reinzulesen. Sie vereint die Nerdigkeit von IT mit dem Selbstbewusstsein eines Hackers, biegt sich Regeln auch mal zurecht und schreckt nicht davor zurück, sich selbst in Gefahr zu bringen um das Richtige zu tun. Liebe es, dass wir hier eine zentrale Heldin haben.
Ich fand den Plot durchweg spannend und durch die verschiedenen Perspektiven bekommt man auch echt tiefe Einblicke in das Szenario. Dadurch, dass es mehrere Angriffe gibt, bei denen man nie weiß, wie sie ausfallen werden, fiebert man eigentlich konstant mit und die Geschichte legt ein gutes Tempo vor. Vor allem zum Ende hin spitzt es sich nochmal richtig nervenaufreibend zu. Der Schluss teasert mehr oder weniger einen weiteren Band an, den ich kaum erwarten kann. ich fands großartig. gerne mehr davon
Wow, anders als erwartet
People in Love von Claire Daverley
Ich hab ja gedacht, die Geschichte bedient gängige Klischees rund um verpasste Chancen und kalten Füßen vor der Hochzeit. Aber die Story war völlig anders als erwartet und ich hab glaube ich noch nie so oft meine Meinung geändert, für wen ich jetzt eigentlich mitfiebere.
Mir hat vor allem die Core-Message gefallen: es ist ok sich nach dem „was wäre wenn“ zu fragen und mal zu zweifeln, aber wir schlagen Lebenswege immer aus Gründen ein und es ist ok, wenn Träume und Pläne sich ändern.
Ich fand die Geschichte sehr dramatisch, die Figuren sind fast schon extrem angelegt in ihren Verhaltensmustern und Sichtweisen. Und gerade das erzeugt Reibungspunkte. Die Story ist unbequem, voller Konflikte und Menschen, die nicht ehrlich sagen, was sie denken. Das führt natürlich immer wieder zu Missverständnissen und Streit, trägt aber auch maßgeblich zum Unterhaltungswert bei.
Am Ende habe ich quasi den Atem angehalten, fand ich richtig gut gemacht.
Genialer Vibe
Komm spielen von Linwood Barclay
Ich liebe diese schauerlichen Kleinstadt-Geschichten wo hinter der Fassade von Behaglichkeit etwas schreckliches lauert. Diese Geschichte erinnert tatsächlich stark an ähnliche Bücher von Stephen King und ich habs richtig gern gelesen.
In Lucknow erschüttert eine Reihe seltsamer Ereignisse Polizei und Einwohner.
Doch was genau geht dort vor sich und was hat der neu eröffnete Modellbahnladen damit zu tun? Die Geschichte ist leicht horror-artig angehaucht, gewürzt mit einer Prise Übernatürlichkeit. Denn das Böse lauert hinter der Facette von Alltäglichkeit und Freundlichkeit. Und es ist hungrig.
Ich mags, dass die Geschichte quasi in zwei Handlungssträngen erzählt ist, die trotzdem miteinander verbunden scheinen. Ich liebe es wie absolut schaurig die Geschichte erzählt ist, abgründig und auch ein bisschen brutal. Die Erzählart hat fast schon etwas episodisches, weshalb ich mir das ganze auch gut verfilmt vorstellen könnte, hat mir auch so ein bisschen „Welcome to Derry“-Vibes gegeben.
Ich fands sehr kurzweilig und spannend zu verfolgen. Hat mir gut gefallen.
Richtig düster
Anathema von Keri Lake
Ich hab mit Dark Fantasy bisher wenig Erfahrung, finde die Altersempfehlung aber sehr angemessen, die Geschichte ist voller Gewalt und Brutalität und auch die mittelalterlich antiquierten Ansichten sind nicht ganz ohne. Ich lese ja auch gerne mal brutale Thriller oder Horror, aber das hier geht anders an die Substanz.
Dafür, dass das Buch verhältnismäßig dick ist, hat die Geschichte eher einen slow pace und kommt vor allem in der ersten Hälfte eher schwer in de Gänge. Dabei waren die ersten Seiten wirklich absolut stimmungsvoll und gruslig. Aber danach flacht es irgendwie erstmal sehr ab. Auch in Sachen Lovestory (und in meinen Augen ist das hie recht keine Lovestory) tut sich ewig nichts, bevor die beiden Protagonisten sich überhaupt das erste Mal live treffen.
Das Worldbuilding fand ich absolut gelungen, es ist schauerlich und düster, voller dunkler Magie und erschreckenden Wesen. Maevyth mausert sich zu einer ziemlich starken Protagonistin mit echt coolen Fähigkeiten. Nachdem ich die Charaktere aus der ersten Hälfte des Buches wenig bzw. nur negativ bemerkenswert fand, kommen in der zweiten Hälfte ein paar ziemlich coole Nebencharaktere hinzu.
Gegen Ende hin hat mir das Buch immer besser gefallen aber es gibt auf jeden fall noch Luft nach oben für den zweiten Band.











