Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ameland:
Eine Leiche zwischen Seehunden
Mordseeparty von Emmi Johannsen
Caros vierzigster Geburtstag steht vor der Tür und sie hat noch genug zu organisieren. Aber als eine nackte Leiche auf der Seehundbank gefunden wird, kann sie es natürlich nicht lassen und begibt sich mit Jan sehr zum Verdruss von Kommissar Bachmann wieder selbst auf Spurensuche.
Ich liebe diese Reihe und es ist für mich als häufiger Borkumurlauber immer wie ein Kurzurlaub auf meiner Insel.
Inzwischen treiben mich Caro und Jan auch in den Wahnsinn. Nicht weil sie auf eigene Faust ermitteln, sondern wegen ihrem „Rumgeeiere“. Es wird Zeit, dass die zwei sich endlich gegenseitig ihre Gefühle gestehen.
Der tote Insulaner scheint zwei Gesichter gehabt zu haben. Auf der einen Seite wird er als widerlicher und übergriffiger Kerl beschrieben, während andere ihn eigentlich ganz okay oder sogar hilfsbereit fanden. Es gibt also genügend Verdächtige mit entsprechendem Motiv. Ich hatte dieses Mal relativ früh den richtigen Riecher, was dem Krimi etwas die Spannung nahm. So richtig überzeugend fand ich den Plot auch nicht. Für mich leider der bisher schwächste Band.
Bei den Borkum-Krimis ist für mich das Borkum-Flair und das Nordsee-Feeling mindestens genauso wichtig wie der Fall. Da für mich sowohl Flair als auch Feeling in ausreichendem Maße vorhanden waren, gibt es trotz obiger Kritik vier wohlwollende Sterne.
Amsterdam ist immer eine Reise wert
DUMONT direkt Reiseführer Amsterdam von Susanne Völler
Zur Einführung gibt es einige allgemeinen Infos, Fakten und Zahlen zu der niederländischen Metropole bevor wir auf 15 unterschiedlichen Wegen ins Innere vordringen. So verschieden wie die Bevölkerung mit 180 unterschiedlichen Nationen, so unterschiedliche sind die Orte an die uns Susanne Völler führt.
Die Diversität der Bevölkerung macht sich überall bemerkbar.
Eine Grachten-Rundfahrt darf da ebenso wenig fehlen wie der Besuch des Museumsplein. Es geht aber auch in die grüne Lunge Amsterdams, das Rotlichtviertel, die Shopping-Area und noch vieles mehr. Bei jedem Ausflug gibt es interessante Informationen zu allen möglichen Themen neben Öffnungszeiten und Einkehrmöglichkeiten. So erfahre ich warum bei Bauten der Amsterdamer School die kleinen Fenster so weit oben angebracht wurden und die Küchen so klein waren. Ich höre und lese zum ersten Mal von Probierstuben, in denen der Rest aus einer Flasche, der kein ganzes Glas mehr ergibt, nicht berechnet wird.
Zusätzlich werden am Ende noch Restaurants mit Anschrift, Öffnungszeiten, Preisniveau und Angebot aufgeführt, ebenso weitere Shopping-Möglichkeiten. Nicht unwichtig sind die genannten Übernachtungsmöglichkeiten, denn nach einem langen Tag möchte man gerne die müden Füße hochlegen. Für diejenigen, die immer noch fit sind und sich in das Nachtleben stürzen möchten, finden sich auch einige Vorschläge.
Sehr hilfreich sind neben dem enthaltenen Cityplan auch die diversen Internetadressen sowie allgemeine Hinweise z. B. zur Anreise, Parksituation oder dem Öffentlichen Nahverkehr.
Da eine Tante von mir im Randgebiet von Amsterdam wohnt, waren wir schon öfter in der Stadt und ich war neugierig, ob mir der Dumont-Reiseführer etwas Neues bieten kann. Er konnte, denn ich habe neue Informationen zu bekannten Orten bekommen und von einigen für mich neue Ecken erfahren. Das Büchlein wird bei unserem nächsten Verwandtenbesuch auf jeden Fall im Reisegepäck einen Platz haben.
Nicht unbedingt für jeden Tag
Easy Morning - Frühstück & Brunch von Christina Schierlinger-Brandmayr
Das Cover hat mich sofort angesprochen. Alles sieht appetitlich aus und ist so hübsch angerichtet. Ich sitze sehr gerne etwas länger am Frühstückstisch, am liebsten in Gesellschaft und habe eine mehr oder minder große Auswahl.
Gegliedert ist das Buch nach der Einführung in folgende sechs Bereiche: Basics, Getränke, Brot & Gebäck, für jeden Tag, Sharing Plates / Brunch und Frühstücksrezepte aus aller Welt.
Anschließend gibt es neben dem alphabetischen Register noch eine Sortierung der 70 Rezepte nach Jahreszeit oder einem Motto-Brunch.
Zu fast jedem Rezept findet sich neben der Zutatenliste und der Anleitung ein ansprechendes Foto und manchmal ein Extra-Tipp. Zu meiner Überraschung gibt es nur vegetarische und vegane Rezepte in diesem Buch. Bei den Hauptmahlzeiten verzichte ich zwar meistens auf Fleisch, aber beim Frühstück oder gerade beim Brunch nehmen wir doch gerne mal etwas Frühstücksspeck, Wurst oder ein kleines Würstchen dazu.
Ich habe für mich einige Anregungen aus den Vorschlägen mitnehmen können. Da das Buch insgesamt sehr modern aufgemacht ist, mag es auch an meinem Alter liegen, dass für mich persönlich die Rezepte aus diesem Buch überwiegend eher etwas für einen Brunch mit Freunden sind als etwas für jeden Tag.
Museumsbesuch mit Folgen
Henriette Huckepack - Hokus Pokus Fidibus, was ist da im Museum los? von Andrea Lienesch
Im Gegensatz zu ihrer Großtante Martha findet Henriette es im Museum total spannend. Martha nörgelt nur rum bis sie eine geheimnisvolle Steintafel entdeckt. Das Entziffern der Runen hat für Martha unerwartete Folgen und stellt Henriette vor ein Problem.
Wir mögen diese Reihe von Andrea Lienesch mit Henriette sehr.
Sie ist eine tolle Junghexe. Ihr gelingt zwar nicht jeder Zauberspruch, was wir ziemlich witzig finden, aber dafür kann sie exzellent mit ihrem Werkzeug umgehen. Auch die tierischen Begleiter haben wir in unser Herz geschlossen.
In diesem Band lernen wir Barbara, eine Junghexe aus lang vergangenen Zeiten kennen. An der Interaktion zwischen Henriette und Barbara gefällt mir, dass sie gegenseitig von einander profitieren. Barbara ist offen für Erfindungen der Neuzeit und Henriette erkennt den Nutzen von altem Wissen. Die eine Hexe kann Zaubersprüche, die andere hat den Zauberstab und gemeinsam finden sie Lösungen.
Die Geschichte ist spannend, manchmal ein bisschen gruselig, aber auch witzig. Zusammen mit den tollen Illustrationen von Sabine Sauter ein toller Lesespaß für Kinder ab ca. 7 Jahre zum Selberlesen. Ein tolles Extra ist wie immer die Bastelanleitung am Ende der Geschichte.
Perfektion ist nicht alles
Der beste Garten der Welt von Alice Courtley
Das Stadthörnchen Steve möchte raus in die Natur. Der Wunsch erfüllt sich als er den perfekten Platz für den besten Garten der Welt findet. Beim Herrichten und Gestalten helfen ihm alle Tiere fleißig mit und alle freuen sich schon auf das fertige Werk.
Sehr warmherzig erzählt Alice Courtley die Geschichte von Steve, der lernt, dass Perfektion nicht alles ist.
Wichtiger ist Freundschaft, Empathie und sich gemeinsam an Dingen zu erfreuen. Mich erinnert Steve an eine Nachbarin. Bei ihr darf im Garten kein Blatt auf der Erde liegen und ich habe den Verdacht, dass sie auch mit einem Lineal die Grashalme misst, ob alle gleich kurz sind.
Die vielen farbigen und in verschiedenen Techniken erstellten Illustrationen brauchen wenige bis keine Worte, um die Geschichte widerzugeben. Die ausdrucksstarke Mimik der Tiere gibt die Gefühle der Tiere sehr gut wieder.
Ein unterhaltsames und wundervolles Buch für Kinder ab ca. 3 Jahre, das Werte wie Miteinander, Teilen und sich für Neues offen zeigen in den Mittelpunkt stellt.
Die Zornnatter richtet sich auf
Die geheime Grotte von Garda von Isabella Archan
Die geheime Grotte von Garda ist der zweite Band mit der Chefinspektorin in Auszeit Edwina Teufel aus Wien. Mit dem entspannten Ausflug nach Garda wird es nichts für Edwina. Zuerst stellt sich ihr ein Hund in den Weg, dann trifft sie auf einen kleinen Jungen in Bedrängnis und vermutet einen Zusammenhang mit einem Weingut.
Dort ermittelt Commissario Alceste zu einem Verbrechen.
Edwina Teufel ist ein sehr interessanter Charakter. Der Umgang mit ihr stellt ihre Mitmenschen vor einige Herausforderungen. Besonders Commissario Alceste kann ein Lied davon singen, denn sie mischt sich immer wieder in seine Ermittlungen ein, liefert ihm zwar Hinweise, bringt sich aber auch wiederholt in Gefahr. Aber wen sie einmal in ihr Herz geschlossen hat, dem ist ihre Loyalität und Hilfe sicher. So lässt sie auch nicht locker, bevor sie das Geheimnis um den Jungen Peppe aufgeklärt hat. Wenn sie dabei Alceste auf die Füße tritt, ist das ebenso.
Ich mag die Figur der Edwina Teufel, die ihren Spitznamen Zornnatter völlig zurecht trägt, sehr. Eine Ermittlerin ohne Befugnis am Gardasee mit Ecken und Kanten. Wie ein Terrier verbeißt sie sich in Fälle, die sie nichts angehen. Aber einmal Ermittler, immer Ermittler trifft bei ihr wohl zu hundert Prozent zu.
Es gibt einige Verdächtige und mindesten genauso viele falsche Fährten und Wendungen, so dass ich sehr lange rätseln durfte. Die Auflösung ist überraschend, aber logisch und es gibt keine offenen Fragen.
Mich hat der spannende Krimi gut unterhalten und die bildhaften landschaftlichen Beschreibungen ließen Bilder vom Gardasee vor meinem inneren Auge entstehen. Am liebsten hätte ich sofort meinen Koffer gepackt und wäre losgefahren. Im Moment sind alle Verbrecher ja auch aus dem Verkehr gezogen.
Turbulenter Kinderkrimi
Penny - Rettet den Ponyhof von Thomas Brezina
Als Penny mit dem Hengst Sturmwind vor einem Unwetter Schutz auf dem Ponyhof sucht, hat sie ein komisches Gefühl. Dieses bewahrheitet sich als kurz danach feststeht, dass die Ponys vergiftet wurden. Wer oder was steckt dahinter?
Penny ist ein engagiertes und mutiges Mädchen. Sie versucht nicht nur die Attentate auf die Ponys aufzuklären, sondern sich gleichzeitig noch um eine Hundemama mit fünf Welpen zu kümmern, die ihr unverhofft anvertraut werden.
Aber auch sonst ist bei Familie Mossburger im Moment viel los. Ein Junge, der nicht mehr spricht zieht vorübergehend bei ihnen ein und dann kommt noch Verwandtschaft auf einen Überraschungsbesuch. Alles sehr aufregend, aber die Rettung der Ponys steht an erster Stelle und davon lässt sich Penny auch nicht abbringen, selbst dann nicht als sie und ihre Lieben bedroht werden. Puuh, für mich war das schon beim Lesen etwas viel Aufregung.
Zum Glück hat Penny ihre Familie und Freunde an ihrer Seite. Zusammen decken sie nicht nur das Geheimnis um den Angriff auf die Ponys auf, sondern auch noch ein weiteres.
Der Schreibstil ist locker, kindgerecht und lässt sich sehr flüssig lesen. Aufgrund der vielen tierischen Protagonisten, dürften sich besonders Pferde- und Hundefans von dieser Geschichte angesprochen fühlen. Das Cover wird sicher eher Mädchen ansprechen, aber meiner Meinung nach kommen bei der Geschichte auch Jungs sowie Leser, die nicht ganz so begeisterte Hunde- oder Pferdefans sind auf ihre Kosten.
Thomas Brezina hat einen spannenden und turbulenten Kinderkrimi geschrieben, in dem Mut, Freundschaft und Tierwohl eine Rolle spielen.
Rätseln, staunen, lernen und ganz viel Spaß haben
DUMONTs Fantastische Rätselreise Auf Deutschlandtour von Stefan Heine
Bei dieser fantastischen Rätselreise durch ganz Deutschland kommt keine Langeweile auf. So vielfältig wie das Land mit seinen Städten, Bauten und berühmten Persönlichkeiten, so unterschiedlich sind auch die Rätsel. Bei Quizfragen, Sudokus, Bilderrätseln, Buchstabenwald, Labyrinthen, Rätselgeschichten, Schüttelworten, Zuordnung historischer Daten und noch vielem mehr kann man sein Wissen testen und erweitern.
Bei einigen Aufgaben müssen die grauen Zellen ordentlich angestrengt werden. Sollte man wider Erwarten nicht auf die Lösung kommen, darf man hinten im Lösungsteil nachschauen.
Ich war erschrocken darüber was ich alles nicht wusste. Nicht grinsen! Oder kennt ihr z. B. das Jahr, in dem im Bonner Stadtteil Friesdorf eine jahrhundertealte römische Fußbodenheizung entdeckt wurde oder warum die Nürnberger Würstchen so klein sind? Na also! Ist aber doch toll, wenn man hinterher schlauer ist.
Ein abwechslungsreicher Zeitvertreib auf langen Auto-, Flug- oder Zugreisen, für Regentage oder einfach mal so, weil man gerade Lust darauf hat. Besonders gut gefällt mir, dass es auch Rätsel gibt, die für Kinder geeignet sind.
Dieses Buch ist ganz nach meinem Geschmack, denn ich löse gerne Kreuzworträtsel und Sudokus oder brüte über kniffelige Fragen. Und hier kann ich sogar noch mein Wissen über deutsche Geschichte, Persönlichkeiten, Städte und Bauwerke erweitern. Daumen hoch für diese Idee aus dem DUMONT-Verlag.
Unheimlicher Lost Place
Möwen, Seegang, falsche Fährte - Anni Gade und die Fördemorde von Inga Schneider
Bewertet mit 4,5 Sterne
Nele sucht nach einem passenden Bild für einen Fotowettbewerb mit dem Thema Lost Places. Die alte verlassene Mühle am Stadtrand von Flensburg scheint ihr dafür der perfekte Ort. Statt Lost Place gibt es plötzlich eine Lost Person, denn Nele geht zwar in die Mühle, kommt aber nicht wieder heraus.
Sie ist wie vom Erdboden verschluckt. Ein Albtraum für ihre Freundin Anni.
Ich bin durch dieses interessante und detailreiche Cover auf das Buch aufmerksam geworden. Im Vordergrund der Flensburger Förde sieht man eine Mühle, einen Fotoapparat und einen Erpel. Allein diese Zusammenstellung macht neugierig, auch wenn man noch nicht weiß, wie das alles eine Rolle spielen wird.
Mir gefiel der locker-leichte und flüssige Schreibstil von Inga Schneider. Auch ihre Protagonisten konnten mich überzeugen. Sie wirken wie aus dem Leben gegriffen. Die ambitionierte Nele, die mit dem Gewinn des Fotowettbewerbs endlich eine Karriere als Fotografin starten möchte. Und natürlich ihre Freundin Anni, die sich selbst auf die Suche nach Nele begibt und dabei selbst in Gefahr gerät. Kommissar Jan Christiansen versucht gleichzeitig Nele zu finden und Anni von ihren Ermittlungen abzuhalten, ein schwieriges Unterfangen. Aber auch die Nebenfiguren sind interessant und gut gezeichnet. Meine Lieblingsfigur ist aber eindeutig der Erpel Hugo.
Obwohl ich sehr oft im Norden Urlaub mache, gehört die Flensburger Förde noch zu meinem weißen Fleck in der Karte. Mir gefiel, dass norddeutsches Flair durch Dialekt und Beschreibungen Einzug in die Geschichte gehalten hat und dadurch für noch mehr Authentizität sorgte.
Ein Küsten-Cosykrimi, der unblutig daherkommt, spannend und sehr unterhaltsam ist.
Auch Umwege können ans Ziel führen
Die Krabbenfischerin - Das Erbe der Küste von Danela Pietrek
Bewertet mit 4,5 Sternen
Runa Hansen stammt aus einer Krabbenfischerfamilie, die auf der Krummhörn ansässig ist. Sie lebt mit ihrem 17-jährigen Sohn in Hamburg und ist beruflich sehr erfolgreich. Dann erreicht sie die Nachricht, dass ihr ältester Bruder verunglückt ist. Nach dem Tod des Erben steht der Familienbetrieb vor dem Aus.
Es stehen schwerwiegende Entscheidungen innerhalb der Familie an.
Die Geschichte der Familie Hansen wird von Danela Pietrek sehr realistisch beschrieben. Es kommen nicht nur die interfamiliären Konflikte zur Sprache, sondern auch die Schwierigkeiten, mit denen die Krabbenfischer zu kämpfen haben. Schwierigkeiten wie gesetzliche Vorgaben, technischer Fortschritt und veränderte Klimabedingungen, die sich auch auf das Leben in der Nordsee auswirken. Ich fand den Einblick in das Leben und die Arbeit von Krabbenfischern sehr interessant.
Ihre Charaktere sind lebendig, tief und authentisch beschrieben und entwickeln sich im Verlauf der Geschichte weiter. Als absoluter Nordseefan haben mir die Beschreibungen der Landschaft, der Orte und des Klimas sehr gut gefallen, besonders da ich schon mehrmals an den Schauplätzen Urlaub gemacht habe. Meine Sehnsucht nach Norddeutschland und der Nordsee wurde beim Lesen immer schlimmer.
Ein wunderschöner Roman voller Emotionen rund um den langsam aussterbenden Beruf der Krabbenfischer.











