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Rezensionen von peedee:

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Wem kann man trauen?

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1) von Richard Osman

Wir finden Mörder, Band 1: Amy Wheeler ist Bodyguard und daher brenzlige Situationen gewohnt. Aber dass sie nun selbst zur Zielscheibe wird, ist neu. Ihr aktueller Job ist, in South Carolina auf die erfolgreiche Thrillerautorin Rosie D’Antonio aufzupassen. Da Amy nun schleunigst verschwinden muss, Rosie aber nicht alleine lassen will, nimmt sie sie einfach mit.

Zu Hause in England schiebt Steve Wheeler, Amys pensionierter Schwiegervater und seines Zeichens Ex-Polizist, eine ruhige Kugel – bis Amy ihn anruft und um Hilfe bittet…

Erster Eindruck: Mir gefällt das Cover im Retro-Stil sehr gut.

Dies ist Band 1 einer neuen Reihe. Da mir die Reihe um den Donnerstagsmordclub so gut gefallen hat, war ich gespannt auf diese neue Truppe.

Es sind interessante Ermittler: Amy, die taffe Personenschützerin, die täglich mit ihrem Schwiegervater telefoniert. Ihr Mann Adam reist selbst beruflich viel umher, so dass sich die beiden nicht allzu viel sehen. Adams Vater Steve freut sich auf die regelmässigen Telefongespräche mit Amy und berichtet ihr von „Trouble“, seinem Kater, und seinem gemächlichen Alltag. Rosie, die Thrillerautorin, deren Alter sich gemäss Wikipedia immer wieder nach unten korrigiert, sieht das Ganze wohl als Vorlage für eines ihrer nächsten Bücher. Und da gibt es noch etliche weitere, rätselhafte Figuren, die hier mitmischen. Aber über die möchte ich nicht zu viel verraten. Bemerkenswert ist jedoch ein gewisser François Loubet, der seine Drohbriefe mithilfe von ChatGPT verfasst – wow, da ist aber jemand wirklich up to date, oder? François ist natürlich nicht sein richtiger Name, das versteht sich von selbst. Einige der Protagonisten, die kurzum zu Leichen werden, sind allesamt aufstrebende Influencer. Klar, welche Jobs gibt es heute auch sonst noch?
Wie kann es sein, dass Amy plötzlich zur Gejagten geworden ist? Wer will ihr etwas unterschieben?

Das Buch hat sich wohl flüssig lesen lassen, hat aber meines Erachtens zu viele Seiten. Der Wechsel der unterschiedlichen Protagonisten, die nicht einfach zu den „Guten“ oder „Bösen“ sortiert werden können, war zuweilen herausfordernd. Der Humor hat mir wie immer sehr gut gefallen – ich mag den britisch-schwarzen Humor! Die Spannung ging bei dieser Schnitzeljagd im Privatjet leider ein wenig unter. Von mir gibt es 3 Sterne, aber beim Folgeband bin ich sicher wieder mit am Start!

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Wem kann man trauen?
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Sehr unterhaltsam

Hug me, Mr. Grinch von Allyson Snow; Amelia Lemon

Connor Bennett, der taffe Anwalt in Manhattan, hasst es zu warten, ebenso wie lahme Entschuldigungen. Und er hasst die Weihnachtszeit. Als sein Auto mit einer Radfahrerin kollidiert, versichert er sich kurz, dass sie wohlauf ist, drückt ihr seine Visitenkarte in die Hand und fährt weiter. Er konnte nicht ahnen, dass er diese Frau, Rachel, kurzum wiedersehen würde: sie ist Kuscheltherapeutin und seine Mutter hat ihm einen Entspannungstermin gebucht.

Diese unfreiwillige Begegnung will Connor nur so schnell als möglich hinter sich bringen…

Erster Eindruck: Das Cover ist auffällig, entspricht aber nicht so meinem Geschmack. Ich mag es nicht, wenn anhand des englischen Titels nicht ersichtlich ist, dass es sich um ein deutsches Buch handelt.

Connor ist ein Workaholic, wie er im Buche steht. Er ist fachlich wohl topp, aber zwischenmenschlich ziemlich eingerostet. Seit seine Freundin ihm vor vier Monaten den Laufpass gegeben hat, steht er – so die Aussage seiner Mutter, die zugleich Chefin der Familienkanzlei ist – neben sich. Interessant, dass seine Mutter eine Kuscheltherapeutin bucht. Als ich las, dass jemand gegen Geld mit fremden Menschen kuschelt, hat es mich schier geschüttelt. Ich war da ganz bei Connor, der es nicht so mit übermässigem Körperkontakt mit Fremden hat. Es war sehr witzig, als er von seiner Mutter zum Termin gebracht wurde und sie sich in die Küche setzte, um sicherzustellen, dass er die Stunde da bleibt. Rachel hat bisher nicht viele Kunden, daher ist sie für jede Empfehlung dankbar. Wenn sie sagt, welchen Job sie ausübt, muss sie diesen jedes Mal genauer erläutern, um sich zum horizontalen Gewerbe abzugrenzen. Schon allein aus diesem Grund würde ich so etwas niemals-nie-unter-keinen-Umständen machen wollen. Die Bezeichnung „Aktivierung von Rezeptoren durch Umarmungen“ macht es nicht viel besser.
Connor muss zugeben, dass an dieser Entstressungssache wohl doch etwas dran ist. Aber zugleich fühlt er eine gewisse Spannung. Oder ist es Anziehung? Von Rachel? Als er beginnt, sich etwas zu entspannen, platzt eine Bombe: sein verstorbener Vater hatte eine Zweitfamilie!

Die Geschichte war sehr unterhaltsam und ich sah diese vor meinem inneren Auge wie einen Film ablaufen. Ein bisschen kitschig, etwas übertrieben, ein wenig märchenhaft, aber das darf es bei mir zur Weihnachtszeit auch mal sein. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Sehr unterhaltsam
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Eine nahrhafte Geschichte

Zürcher Verrat von Gabriela Kasperski

Schnyder & Meier, Band 9: Zürich, Mittsommer. Von der Opernhausbühne werden live Arien übertragen. Das Schauspiel wird abrupt beendet, als ein Mann tot im Orchestergraben aufgefunden wird. Erste Zeugenaussagen weisen darauf hin, dass die Chorleiterin Lou Müller die Täterin sei. Sie ist flüchtig.

Warum ist Müller geflüchtet? Wer ist der Mann? Wie kam er hinter die Bühne? Die Ermittlungen von Werner Meier, der im Publikum sass, und seiner Partnerin Zita Schnyder führen weit in die Vergangenheit…

Erster Eindruck: Auf dem Cover das schön beleuchtete Opernhaus Zürich – gefällt mir.

Dies ist Band 9 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Ich habe mich sehr gefreut, wieder von Zita, Werner und Co. zu lesen – man wird doch mit jedem weiteren Band ein bisschen mehr „Familie“.

Nach dem Prolog fängt schon das Rätselraten an. Bei der Opernvorstellung, bei der Werner und seine Tochter Lily anwesend waren, kommt ein Mann zu Tode. Für die Besucher scheint dies im ersten Moment Teil der Inszenierung zu sein, jedoch weit gefehlt! Der Mann, der nun tot ist, hat Lou Müller hinter der Bühne aufgelauert und bedroht. Aber das wissen vorerst nur die Leser:innen. Wer war er? Warum bedrohte er Lou? Warum und wohin ist sie geflüchtet? Eine volle Eventlocation für die Spurensicherung und Zeugenbefragung zu sperren, stelle ich mir grauenhaft vor. Wo anfangen? Wer kann sagen, was wichtig oder unwichtig ist? Wo ist Requisiteur Bolli? Was weiss die „Oberhexe“ Roncalli? Was sagt Opernleiterin Han Ly?
Die Ermittlungen führen weit in die Vergangenheit zurück, genauer gesagt bis ins Jahr 1940. Es geht somit um etwas, was im Zweiten Weltkrieg geschehen ist. Wie hängen die damaligen Ereignisse mit den aktuellen zusammen?

Es ist nicht einfach, etwas über das Buch zu schreiben, aber dabei nicht zu viel zu verraten. Daher lasse ich es lieber gleich bleiben. Nur so viel: die Geschichte ist sehr nahrhaft und bewegend. Wie von der Autorin gewohnt, sind die Anzahl der Protagonisten und deren Verflechtungen stets eine Herausforderung für mich. Sehr unterhaltsam ist auch immer die Kommunikation von Werner und Zita (oder sollte ich wohl besser sagen „Nicht-Kommunikation“?). Auch dieses Mal war es bis zum Schluss spannend, so dass ich erneut 5 Sterne vergebe – um George Clooney zu zitieren: „What else?“.

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Eine nahrhafte Geschichte
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Gefühle, Gefühle, Gefühle…

Blackberry Island – Wo Wünsche den Weg weisen von Susan Mallery

Blackberry Island, Band 5: Daphne ist verheiratet und glückliche Stiefmutter von drei Kindern. Doch jetzt denkt ihr Mann, dass sie eine Affäre habe und der Haussegen hängt mehr als schief. Heather ist ohne Vater aufgewachsen, findet nun über Ancestry ihren leiblichen Vater und dessen Familie, was alles gerade sehr viel für sie ist.

Tori hat kein gutes Händchen mit Männern; zum Glück hat sie ihren besten Freund, mit dem sie das platonische Pärchen im Freundeskreis bildet. Doch plötzlich sind da Gefühle, die nicht mehr platonisch sind…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir sehr gut, fällt aber im wahrsten Sinne aus der Reihe – es sieht ganz anders als aus die der ersten vier Bände.

Dies ist Band 5 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Wie bei der Autorin gewohnt, werden die Geschichten häufig aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, was lebendig, aber auch zuweilen herausfordernd ist.

Daphne ist ein Workaholic mit einer 80-Stunden-Woche. Wie sie ihr Eheleben und alle zwei Wochen auch Familienleben meistert, bedingt viel Organisation. Nun möchte sie gerne ein Kind. Ihr Mann Brody meint, es sei nicht der richtige Zeitpunkt. Aber der Kinderwunsch rückt eh in weite Ferne, als ihr eine Affäre mit einem Geschäftspartner unterstellt wird. Heather hat Mühe, Nähe und Gefühle zuzulassen, was sicherlich auch zulasten ihrer Mutter geht. Oh, ihre Mutter ist so etwas von schwierig und sieht sich immer als Opfer. Schuld an ihrer Misere ist selbstverständlich Heather. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, mit über dreissig Jahren plötzlich seinen Vater und dessen Familie kennenzulernen. Tori und Grant sind beste Freunde und wohnen nebeneinander. Sie kümmern sich gegenseitig um ihre Hunde und hängen einfach viel zusammen ab. Als ein Wasserschaden ihre Wohnungen unbewohnbar macht, beziehen sie zusammen ein Mietshaus. Und da kommen plötzlich Gefühle auf, die Tori nicht brauchen kann…

Mir haben die drei Frauen sehr gut gefallen – es ist schön, wenn man solche Freundschaften hat. Das Buch war emotional, hat sich wie gewohnt flüssig lesen lassen und hat mich sehr gut unterhalten. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Gefühle, Gefühle, Gefühle…
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Eine sehr ruhige Geschichte

Winterzauber im kleinen Strandhaus am Meer von Annette Böhler

Herzklopfen am Meer, Band 1: Livias Vater ist verstorben. Nicht nur die Trauer, sondern auch die Verantwortung, die familieneigene Kanzlei weiterzuführen, scheinen Livia schier zu erdrücken. Sie flieht nach Fehrmarn, wo sie sich an schöne Familienurlaube erinnert. Doch der erste Tag auf der Insel lässt sie unüberlegt handeln und sie gerät in Seenot.

Sie wird von Birk gerettet und kann sich bei ihm im abgelegenen Strandhaus aufwärmen. Als sie am nächsten Tag eine Pension aufsuchen will, lädt er sie ein, zu bleiben. Eine ungewohnte Vertrautheit ist da und hilft beiden, positiver in den Tag zu starten…

Erster Eindruck: Das Cover entspricht gestalterisch leider nicht so meinem Geschmack.

Livia ist Juristin und hat mit ihrem Vater in der Kanzlei gearbeitet. Da er nun verstorben ist, musste sie weg von allem. Sie hat ihr Smartphone zu Hause gelassen und ist einfach losgefahren. Sie hat nicht einmal ihre Mutter über ihren Aufenthaltsort informiert. Das fand ich – bei allem Verständnis für ihre Ausnahmesituation – nicht in Ordnung, denn ihre Mutter trauert ebenfalls und muss sich nun auch noch um ihre Tochter sorgen. Auf der Insel „leiht“ sie sich ein Ruderboot aus und fährt aufs Meer hinaus. Sie hat das Gefühl, ihrem Vater dort näher zu sein. Keine gute Idee, wenn man ein Stadtmensch ist und sich mit dem Element Wasser und dem Wetter nicht auskennt. Zum Glück wird sie von Birk gerettet, dem Besitzer des Ruderbootes, der sich – wie sich herausstellt, zurecht – Sorgen gemacht hat, dass die Person, die mit seinem Boot unterwegs ist, Probleme kriegen könnte. Birk ist ein Einsiedler. Er lebt weit ab vom Schuss und mag es nicht, in Schubladen gesteckt zu werden. Hat er etwas zu verbergen?

„Du entscheidest ganz alleine, wer du bist und welche Regeln für dich gelten.“ (Birk)

Verlust, Trauer, Verantwortung und Neuorientierung sind einige der behandelten Stichworte. Dies war für mich das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen. Es war insgesamt sehr ruhig, fast still – das klingt jetzt etwas merkwürdig, entspricht jedoch meinem Gefühl –, denn es kommen eigentlich nur Livia und Birk sowie dessen Neufundländer Maple vor. Als Nicht-Hundehalterin konnte ich bei der wiederholten Schilderung des Abschleckens des Tellers durch Maple ein Schaudern nicht unterdrücken. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Eine sehr ruhige Geschichte
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Ziemlich brutal

The Killer Profile von Helen Fields

Midnight Jones hat einen gutbezahlten Job bei Necto, wo sie als Datenanalystin psychometrische Persönlichkeitstests auswertet. Dabei stösst sie auf das Profil „K“ – K steht für Killer! Da so etwas noch nie vorgekommen ist, überprüft Midnight alles zigfach, aber die Auswertung scheint einwandfrei.

Als in der Nachbarschaft eine Frau brutal ermordet wird, ist Midnight überzeugt, dass es sich hierbei um den anonymen Kandidaten handelt. Ihre Vorgesetzten wimmeln sie ab und verweisen auf ihre Verschwiegenheit. Als eine weitere Frau ermordet wird, befürchtet Midnight, dass er auch sie töten könnte, da er weiss, dass sie „Midnight J.“ ist, die sein Profil ausgewertet hat…

Erster Eindruck: Das Cover strahlt durch die Farbgebung und den Buchuntertitel schon etwas Unheimliches aus – passt sehr gut.

Kapitel 1 war für mich ein heftiger Einstieg: Eine Frau wird in ihrer Wohnung ermordet und währenddessen der Anrufbeantworter läuft, wo ihre Schwester und die dreijährige Nichte, die am nächsten Tag Geburtstag hat, sie noch an die Feier erinnern und munter aufs Band plappern. Da schauderte es mich schon gewaltig!
Midnight und ihre Zwillingsschwester Dawn – da waren die Eltern aber in der Namensfindung sehr kreativ, oder? Nun ja. Es hat mich sehr berührt, wie sich Midnight um ihre behinderte Schwester kümmert. Die Eltern haben sich einfach mal auf Nimmerwiedersehen abgesetzt – sie wollten schliesslich auch leben und sind deshalb auf Weltreise. Oh, und um die behinderte Tochter soll sich einfach Midnight kümmern? Sie meinen, ihre Schuldigkeit getan zu haben. So etwas regt mich auf! Als Midnight die Entdeckung von Profil „K“ macht, ist sie hin- und hergerissen. Sie weiss, dass sie die Vorschriften befolgen muss und nichts gegen aussen tragen darf, aber andererseits befürchtet sie, dass es noch zu weiteren Morden kommen könnte. Sie trägt Verantwortung für ihre Schwester und braucht diesen Job unbedingt. Ihre Freundin Amber will sie davon abhalten, sich weiter in diese Sache hineinzusteigern; die Polizei sei schliesslich an diesem Fall dran. Doch der Mörder ist näher an Midnight dran, als ihr lieb sein würde…

Die Beschreibung der Mordszenen war – leider – sehr bildhaft und für mich fast zu brutal. Ich konnte diese Stellen jedoch nicht einfach auslassen, denn dann hätte ich das Gefühl, eventuell Essenzielles verpasst zu haben und den Ausgang der Geschichte nicht zu verstehen. Die Spannung war vorhanden und ich fieberte mit, wem man eigentlich noch trauen konnte. Gehört er/sie zu den Guten? Traue besser niemandem? Aber wer kann Dir dann helfen? Am Ende spitzte sich nochmals alles dramatisch zu. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Ziemlich brutal
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Leider enttäuschend

Tee auf Windsor Castle von Claire Parker

Kate hat es nicht so mit den royalen Herrschaften oder deren Gepflogenheiten. Daher ist sie auch nur mässig interessiert, eine Freundin zu einer Führung auf Windsor Castle zu begleiten. Als sie sich kurzzeitig aus der Gruppe zurückzieht, verläuft sie sich im Schloss und landet in der Küche bei einer alten Dame namens Betty.

Auf ein gemeinsames Teetrinken folgt ein Pub-Besuch und sogar noch eine Übernachtung, bevor sich ihre Wege wieder trennen...

Erster Eindruck: Ein wahrhaft royales Coverbild – gefällt mir sehr gut.

Kate ist ein Underdog – so sagt sie zumindest selbst. Und ein Underdog wie sie hat in der Klassengesellschaft des Vereinigten Königreiches unten zu bleiben. Ein Schlossbesuch ist ihr deshalb zuwider. Aber der Freundin zuliebe sagt sie zu. Da sie ein dringliches Bedürfnis hat, will sie nur mal kurz austreten. Und findet den Weg zur Gruppe nicht mehr. Das ist unglaubwürdig, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man in diesem Schloss einfach mal so „ausscheren“ kann, ohne dass es Mitarbeitende hat, die einen daran hindern würden. Nun gut. Weiter. Der Weg führt zu Betty in die Teeküche, wo sie von der älteren Dame auch gleich einen gepflegten Beuteltee kredenzt erhält. Die beiden unterschiedlichen Frauen kommen ins Gespräch und verstehen sich – trotz aller Unterschiede – sehr gut.

„Manche Dinge erkennt man besser aus der Entfernung.“ (Betty)

Was will mir die Geschichte – bzw. die Autorin – eigentlich sagen? In der Original-Inhaltsbeschreibung steht „Vom Zauber des Zufalls – und den wahren Genüssen im Leben“. Das klingt in der Tat wunderbar, aber für mich war die Geschichte leider einfach nur unrealistisch und zu weit hergeholt. Auch nachdem ich mich von der Realität verabschiedet hatte, wurde die Erzählung für mich nicht besser und ich war dankbar, als die 160 Seiten zu Ende waren. Meinerseits leider keine Leseempfehlung; schade.

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Wie ein Film…

A very grumpy Christmas von Claire Kingsley

Elias Stoneheart ist ein Workaholic. Er hasst Weihnachten und alles, was dazu gehört. Und Tilikum, die Stadt, in der er aufgewachsen ist. Beruflich steht eine Beförderung an, sofern er noch einen letzten grossen Deal abschliesst: Er muss zurück nach Tilikum, um dort Familie Cook zu überzeugen, ihre Weihnachtsbaumfarm, die kurz vor dem Bankrott steht, an ihn zu verkaufen.

Keine grosse Sache, oder? Wenn da nur nicht die gemeinsame Vergangenheit mit Isabelle, der Tochter der Cooks, wäre…

Erster Eindruck: Ein für einen Weihnachtsroman ziemlich nüchternes Cover, aber dadurch auch speziell. Ich mag es nicht so, wenn der Titel eines deutschen Buches auf Englisch ist, insbesondere, wenn es nicht einmal der Original-Buchtitel ist.

Die Geschichte wird abwechselnd von Isabelle und Elias erzählt. Dazu gibt es Rückblicke in die Vergangenheit.

Elias Stoneheart – dieser Name ist ja prädestiniert für einen Grinch, oder? Elias ist sehr erfolgreich. Nebst der Arbeit hat er niemanden. Er braucht nichts und niemanden. Erst recht nicht Tilikum! Warum nur will sein Chef unbedingt das Grundstück der Familie Cook haben, um dort ein Rechenzentrum aufzustellen? Nun gut – Auftrag ist Auftrag. Als er in Tilikum eintrifft, wird er von unterschiedlichen Gefühlen überwältigt. Und das gefällt ihm gar nicht.
Die Cooks und ihr Weihnachtsdorf sind sehr beliebt. Nur leider läuft es finanziell nicht mehr so gut. Isabelle, ihre Eltern und Mitarbeiter sind unermüdlich am Arbeiten, aber es reicht einfach nicht. Aber verkaufen? Nein, das lässt Isabelle nicht zu. Das Wiedersehen mit Elias bringt sie aus der Fassung.

Elias versteckt seine Gefühle hinter seiner grummeligen Fassade. Er meint, was vergangen ist, ist vergangen. Isabelle arbeitet so viel auf der Farm, dass auch sie sich nicht mit ihrer Vergangenheit beschäftigt. Die Cooks sowie Elias‘ Tante und Onkel haben mir sehr gefallen. Alice, Elias‘ Assistentin, hat mich beeindruckt: Sie wagt es, ihrem Chef auch unangenehme Fragen zu stellen und lässt sich von seiner harten Schale nicht beeindrucken. Ihre fünfjährige Tochter Maddy ist zuckersüss.
Kaum hatte ich die ersten paar Zeilen gelesen, lief die Geschichte wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Ich sass gemütlich auf dem Sofa und genoss diese Weihnachtsgeschichte. Der Ausgang ist ja von Anfang an klar, aber der Weg dorthin ist jeweils unterschiedlich. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Wie ein Film…
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Erneut 5 Sterne

Inselwinter auf Sylt von Julia K. Rodeit

Inselträume auf Sylt, Band 5: Isa hält es nicht lange in Heimatgefilden aus. Je exotischer ein Reiseziel, desto besser. Die Einladung ihrer Schwester Lene, sie auf Sylt zu besuchen, schlägt sie aus. Doch nach einer unerfreulichen Begegnung fährt sie dann doch nach Sylt. Da ist nichts exotisch, sondern traditionell und bodenständig.

Und dann steht erst noch Weihnachten bevor – nicht einfach. Isa trifft auf Lars, einen gelackten Typen in einem teuren Anzug. Wider Erwarten unterhalten sie sich angeregt. Lene und die Sylter Freunde sind jedoch gar nicht gut auf Lars zu sprechen…

Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover mit dem Haus in der verschneiten Landschaft und den Möwen (nur der „draufmontierte“ Seestern und die Muschel gefallen mir nicht).

Dies ist Band 5 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (es kommen jedoch immer wieder Protagonisten aus früheren Bänden vor).

Das vorliegende Leseabenteuer beginnt im Allgäu, wo Isa kurzzeitig bei ihrer Mutter untergeschlüpft ist. Eine kurze Pause zwischen zwei Reisen. Isa ist irgendwie ein Freigeist – sie weiss nicht so recht, wie und wo es mit ihr weitergehen soll. Aber ganz sicher nicht im Allgäu. Die Begegnung mit ihrem Ex lässt sie regelrecht flüchten, und zwar nach Sylt, wo sie bei Lene und ihrem Schwager Weihnachten verbringen wird. Im Zug trifft sie auf Lars und während der langen Fahrt verstehen sie sich ausgezeichnet, trotz der offensichtlichen Unterschiede: Er ein Bürohengst im feinen Zwirn, sie ein unkonventioneller Neo-Hippie. Wie heisst es so schön? Gegensätze ziehen sich an…

Mir hat das Aufeinandertreffen von Isa und Lars sehr gut gefallen. Ich konnte mir Lars in seinem piekfeinen Anzug im dichtgedrängten Zug richtig gut vorstellen. Als sich Isa auf ihre Tasche auf den Boden setzt und er es ihr gezwungenermassen nachmacht, musste ich wirklich lachen. Ein Bild für die Götter! Isa und Lars transportieren beide ein gewisses Bild nach aussen, aber hinter der Fassade steckt – wie so häufig – viel mehr. Vieles blieb bisher ungesagt. Mir hat auch gefallen, wie die Sylter Runde Isa aufnimmt. Die Geschichte war wieder im Nu ausgelesen. Ich fühlte mich ausgezeichnet unterhalten und vergebe daher – erneut – 5 Sterne.

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Noch besser als Band 1

Staub im Wasser von Ernst Solèr

Fred Staub, Band 2: Der Hauptmann der Zürcher Kapo, Fred Staub, steht mit seinem neusten Fall vor einem Rätsel. Es wird eine Leiche ohne Kopf gefunden, zudem gibt es mysteriöse orangefarbene Graffiti in der Nähe des Fundortes. Staubs Team hat erst mit den Ermittlungen begonnen, als schon ein weiterer Leichenfund – ebenfalls kopflos – vermeldet wird.

Eine erste Gemeinsamkeit: beide waren Treuhänder. Staub ist sich sicher, dass die Graffiti etwas zu bedeuten haben und die Entschlüsselung zielführend sein würde. Die Zeit läuft…

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit Licht und Schatten – mir gefällts.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Da ich erst unlängst Band 1 gelesen habe, waren mir Fred Staub und seine Kolleg:innen noch bestens vertraut.

Anhand einer kopflosen Leiche herauszufinden, wer er war, ist sehr schwierig. Der Zufall hilft, denn eine Frau meldet ihren Vater als vermisst. Dadurch findet die Polizei heraus, dass die Leiche der Vermisste ist.
Der Mann wurde enthauptet – mit einem Säbel. Wer tut so etwas? Und warum ist der Kopf weg? Dient er als Trophäe? Und was sollen die Graffiti? Bedeuten sie effektiv etwas oder will der Täter die Polizei damit in die Irre führen? Das Team um Staub tappt im Dunkeln. Die Polizei weiss nun, dass der Tote ein Treuhänder war. Ein weiterer vermisster Mann – allerdings im Tessin – ist auch Treuhänder. Haben diese Fälle „Leiche in Zürich“ und „vermisste Person im Tessin“ etwas miteinander zu tun? Die Lage spitzt sich zu, als der Täter erneut den Säbel schwingt und mordet…

Ich habe wirklich versucht, dem Team zu „helfen“, aber es blieb leider beim erfolglosen Versuch. Die Geschichte war bis zum Schluss sehr spannend, aber auch ein bisschen gruselig aufgrund der kopflosen Menschen. Mir hat dieser Band noch besser gefallen als sein Vorgänger. Von mir gibt es sehr gerne 5 Sterne.

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Noch besser als Band 1