Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gerlisch:
Was ist mit ihr los?
Woman Down von Colleen Hoover
Woman Down war mein erstes Buch von Colleen Hoover und leider kein Treffer für mich. Der Schreibstil ist zwar bildhaft und stellenweise wirklich wortgewandt, aber die Story zieht sich. Auf den ersten 100 Seiten passiert gefühlt nichts, was es mir schwer gemacht hat, dranzubleiben.
Die Beziehung zwischen Petra und Nathaniel wirkt obsessiv und toxisch.
Oft habe ich mich gefragt, was mit ihr los ist und warum sie sich so sehr auf diesen Mann einlässt. Die Szenen sind detailliert beschrieben, aber für meinen Geschmack unnötig aufgebauscht.
Als Romantic Thriller beworben, kam bei mir weder Romantik noch Thriller Feeling an. Mir fehlte die emotionale Tiefe, die mich in die Figuren hineinzieht.
Gefallen haben mir ein paar überraschende Wendungen, die kurz Spannung reinbringen, aber insgesamt hat das Buch mich nicht überzeugt.
Fazit: Starker Schreibstil, schwache Story. Für mich leider kein Highlight.
Eine fantastische Reise
Flora Brimble und der verlorene Frühling von Marcus Raffel
Der Winter in einem kleinen englischen Küstenort will einfach nicht weichen, deshalb macht sich Flora auf die Suche nach dem Frühling und auf den Weg in ein fantasievolles Abenteuer.
Dieses Buch hat mich in eine Welt entführt, die nach Stachelbeerkompott schmeckt und voller magischer Wesen steckt.
Besonders die herrlich skurrilen Namen der Figuren haben mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
Die Botschaften von Hoffnung, Freundschaft und Vertrauen sind warmherzig verwoben – und mein absolutes Highlight: das sprechende Eichhörnchen Parzival ist einfach zum Verlieben.
Der Schreibstil ist flüssig und altersgerecht, an manchen Stellen aber überraschend düster und vielleicht etwas anspruchsvoll für die jüngere Zielgruppe. Durch die vielen Wendungen und die Fülle an Magiewesen muss man sehr aufmerksam lesen, es passiert wirklich viel in kurzer Zeit. Manchmal fast zu viel, denn einige Handlungen rauschen ziemlich hektisch vorbei.
Ich habe Flora und ihre Freunde sehr gern auf dieser fantasievollen, magischen Suche nach dem Frühling sehr gern begleitet.
Gute Unterhaltung
Giftiger Grund von Thomas Knüwer
„Giftiger Grund“ ist eine Story, die sich nicht einfach in ein Genre einordnen lässt – und genau das macht sie so interessant. Statt klassischer Ermittlungsarbeit wirft uns der Autor mitten hinein in ein düsteres, bedrückendes Szenario. An einer verlassenen Tankstelle treffen drei Figuren aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten: die taffe Podcasterin Charu, der gerade aus der Haft entlassene Joran und ein zehnjähriges Mädchen, das mehr weiß, als man anfangs ahnt.
Der Roman lebt von seiner Atmosphäre: brutal, roh und manchmal mit derber Sprache. Das Setting, ein Lost-Place, verstärkt dieses Gefühl von Gefahr. Den Schreibstil empfand ich anfangs als gewöhnungsbedürftig, teilweise kurz und knapp, gerade so wie hin und herspringende Gedanken.
Besonders stark sind die Charakterzeichnungen:
Charu wirkt auf den ersten Blick tough, selbstbewusst, social-media-erfahren, doch hinter der Fassade steckt Verletzlichkeit, die sie nahbar macht.
Joran wird als naives Opfer dargestellt, ein geschickter Schachzug des Autors. Man ertappt sich dabei, Sympathie für jemanden zu entwickeln, dem man eigentlich misstrauen sollte.
Die wechselnden POVs sorgen dafür, dass man die Figuren und ihre Motive, Ängste und Geheimnisse Stück für Stück versteht.
Zum Ende hin geht es Schlag auf Schlag, manches wurde mir zu schnell abgehandelt, einiges erscheint doch sehr konturiert. Trotzdem habe ich das Buch sehr gern gelesen. Wer Lust auf eine düstere, intensive Story hat, die nicht wie ein klassischer Krimi zu lesen ist, wird hier definitiv gut unterhalten.
Griechische Götter und ihre Mythen
Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter von Tracy Wolff
Für Penelope und ihrem Zwillingsbruder Paris war von Anfang an klar, dass sie in der Anaximander-Akademie ins Haus der Athena einziehen werden. Für Paris läuft auch alles glatt, doch mit Penelope haben die griechischen Götter wohl anderes vor. Ausgerechnet vom Haus der chaotischen Aphroditen wird sie erwählt.
Die Autorin erschafft eine Welt, die sich gleichzeitig vertraut und völlig neu anfühlt. Das Magiesystem ist kreativ, logisch aufgebaut und macht einfach Spaß. Dazu kommt ein Worldbuilding, das so detailreich ist, dass man die Akademie, die Häuser und die mythologischen Elemente richtig vor sich sieht. Ich war überrascht, wie viel Wissen über die griechischen Götter und Mythen hier ganz nebenbei vermittelt wird. Nie trocken, immer eingebettet in die Handlung. Genau so mag ich das.
Die Geschichte startet ruhig, fast gemächlich, aber sobald Penelope richtig in der Akademie ankommt, nimmt alles Fahrt auf. Prüfungen, Intrigen, Magie, irgendwann passiert gefühlt auf jeder Seite etwas Neues.
Penelope ist klug, pragmatisch und mutig. Sie glaubt fest daran, ins Haus der Athene zu gehören, doch gerade die Schüler des Hauses Aphrodite zeigen ihr, was echte Freundschaft bedeutet. Chaotisch, liebenswert, herzlich, das ist Fifi. Ihre Freundschaft mit Penelope ist eines meiner Highlights im ganzen Buch.
Das Cover ist wunderschön und der Farbschnitt ein absoluter Hingucker. Auch die Kapitelüberschriften und Seitenzahlen sind liebevoll gestaltet und und runden das Buch perfekt ab. Ein Must-Read für alle, die Academy-Settings, starke Heldinnen und mythologische Elemente lieben.
Atmosphärischer Thriller
Der Kuckucksjunge von Søren Sveistrup
Schon die ersten Seiten von „Der Kuckucksjunge“ haben mich in eine düstere, beklemmende Atmosphäre hineingezogen. Der Thriller lebt von seiner unheilvollen Grundstimmung, die sich Seite für Seite hält. Die Figuren sind vielschichtig und glaubwürdig, mit Ecken, Kanten und Geheimnissen. Besonders spannend ist, wie Sveistrup die privaten Probleme von Thulin und Hess im Hintergrund gut in die Handlungen einwebt.
Sie wirken nie aufgesetzt, sondern verstärken die emotionale Tiefe und die Spannung zwischen den Ermittlern.
Brutale Morde, Stalking-Elemente und mehrere gelungene Plot Twists sorgen dafür, dass man immer wieder überrascht wird. Sveistrup versteht es, falsche Fährten zu legen und die LeserInnen in ihrer Wahrnehmung zu manipulieren.
Der Schreibstil ist fesselnd und intensiv, man merkt dem Autor seine Drehbuch-Erfahrung an. Allerdings gibt es ein paar Längen, die mich immer mal wieder aus dem Lesefluss herausgebracht haben. Doch insgesamt bleibt der Sog stark genug, um einen durch die Seiten zu treiben.
Nicht so fesselnd wie erhofft
Spellcaster von Jaymin Eve
Dieser Auftakt einer neuen Fantasy-Dilogie von Jaymin Eve verspricht auf den ersten Blick alles, was ich an Fantasy-Academy-Settings liebe: eine altehrwürdige Schule, eine Blutschwur-Fehde zwischen Paisleys und Logans Familien und lauernde Die Grundidee klingt definitiv spannend und hätte eine richtig packende Mischung aus Magie, Intrigen und Enemies-to-Lovers-Dynamik werden können.
Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass das Potenzial der Geschichte nicht ausgeschöpft wurde. Wichtige Informationen zu Figuren, Hintergründen und Handlung werden nur angekratzt, statt wirklich vertieft zu werden. Dadurch bleiben viele Zusammenhänge vage und unausgesprochen. Das Internat mit seinen magischen Zaubern, Kräutern, Kristallen und Tinkturen hätten so viel Raum für Atmosphäre geboten, bleibt aber leider nur blass. Auch das Magiesystem wird nur oberflächlich erklärt.
Besonders schade fand ich, dass die Charaktere kaum Tiefe oder Weiterentwicklung zeigen. Paisley ist impulsiv, oft widersprüchlich in ihrem Verhalten und schwer greifbar. Logan bleibt kühl und verschlossen. Die Emotionen kamen einfach nicht bei mir an. Gefallen haben mir aber die Freundschaften von Paisley mit ihren Mitschülerinnen, diese Szenen wurden wirklich harmonisch dargestellt.
Die Grundidee ist wirklich interessant, doch leider bleibt die Story hinter seinen Möglichkeiten zurück, für Fans von Academy-Fantasy vielleicht trotzdem ein Versuch wert, ich hoffe dann mal auf mehr Spannung in Band 2.
Vampire und Gladiatoren
We Who Will Die von Stacia Stark
„We who will die“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen – nicht nur wegen des bildgewaltigen Schreibstils, sondern vor auch wegen der Figuren, die Stacia Stark so lebendig und vielschichtig zeichnet.
Im Zentrum steht Arvelle, eine Protagonistin, die man einfach gernhaben muss: Um ihren schwerkranken Bruder zu retten, geht Arvelle einen Pakt mit einem Vampir ein.
Dafür muss sie den Imperator töten, aber um an ihn heranzukommen warten zahlreiche gefährliche Aufgaben auf sie und lassen sie um ihr Leben kämpfen. Mutig, willensstark und voller Liebe für ihre Brüder und gleichzeitig bringt ihr Pflichtgefühl sie immer wieder an ihre Grenzen. Besonders spannend fand ich, das Erwachen ihrer magischen Kräfte mitzuerleben.
Und dann kommt das Love Triangle, das mich emotional komplett abgeholt hat. Da ist Tieron, der Primus des Imperius, ein geheimnisvoller Anführer, der Stärke zeigt, aber gleichzeitig auch gefühlvolle Vibes versprüht, manchmal ist er allerdings auch etwas langweilig. Ganz anders auf der anderen Seite Rorrik, moralisch grau und gefährlich. Aber trotzdem hat er diese Ausstrahlung, die mich immer wieder zu ihm hingezogen hat. Dies macht ihn zu einem der spannendsten Charaktere des Buches.
Besonders die Nebenfiguren haben mir gefallen, gefährlich, hilfsbereit, rätselhaft, so tragen sie dazu bei, dass die Welt lebendig wirkt und die Handlung an Tiefe gewinnt.
Der Schreibstil ist atmosphärisch und detailreich. Die Handlung ist komplex, fesselnd, voller magischer Wesen, gefährlicher Wettkämpfe und politischer Intrigen. Gleichzeitig muss ich gestehen, dass mich die Vielzahl an Fantasybegriffen manchmal die Übersicht verlieren ließ. Auch ein paar Längen schleichen sich ein, aber sie trüben das Leseerlebnis wenig.
Trotz kleiner Schwächen kann ich am Ende sagen, dass ich mich auf Band 2 freue. Ich bin unglaublich gespannt, wie sich die Romance weiterentwickelt und welche Wendungen Arvelles Weg noch für uns bereithält.
Ein toller Auftakt voller Emotionen, Magie und komplexer Figuren – perfekt für alle, die Love Triangles und düstere Fantasy mögen.
Aufwühlend und toxisch
Limerence von H. C. Dolores
H. C. Dolores entführt uns mit Limerence in eine Story mit düsteren Abgründen. Eine Reise voller Kontrolle, Obsession und Besitzdenken. Poppy und Adrian stehen so sehr im Zentrum dieser Geschichte, dass man sich ihrem Sog kaum entziehen kann, sie sind zwei morally grey Charaktere, deren toxische Dynamik einen fesselt, obwohl man manchmal lieber wegschauen würde.
Adrian ist auf Poppy fixiert, fast schon besessen, dominant und besitzergreifend. Poppy ist hin- und hergerissen zwischen dem berauschenden Gefühl, endlich gesehen zu werden und im Mittelpunkt zu stehen, und der Angst, sich selbst und ihre Werte zu verlieren. Diese Spannung zwischen den beiden macht das Ganze unglaublich intensiv.
Der Schreibstil ist absolut mitreißend, atmosphärisch, dunkel und emotional. Die Dynamik zwischen den beiden hat mich komplett gepackt. Gleichzeitig bleiben die Nebenfiguren leider etwas blass, und die familiären Konflikte hätten für meinen Geschmack tiefer ausgearbeitet sein dürfen. Auch die Dark-Romance-Elemente sind eher nur angedeutet, da wäre definitiv noch Luft nach oben gewesen.
Trotzdem: Wer obsessive, psychologisch dichte Beziehungen liebt und sich gerne in moralisch graue Gefilde ziehen lässt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
Fesselnd, düster, emotional eine Geschichte, die man nicht so schnell abschüttelt.
Konnte mich nicht fesseln
Fall into Dreams von Amy Baxter
Gefallen haben mir die wechselnden Perspektiven, sie bringen Dynamik in die Geschichte und lassen Einblicke in die verschiedenen Gefühle und Gedanken zu. Allerdings habe ich die Emotionen leider nicht gefühlt. Ich konnte mich weder mit Amber, noch mit den anderen Figuren wirklich verbunden fühlen.
Die Handlungen wirken insgesamt eher ruhig. Manche Szenen werden sehr ausführlich beschrieben, obwohl sie für die Story kaum Bedeutung haben. Andererseits fehlte an anderer Stelle mehr Hintergrundwissen. Hier hätte das Buch definitiv ein paar zusätzliche Seiten vertragen.
Mit kurzen, abgehackten Sätzen wurde hier Tempo erzeugt und der Schreibstil ist leicht zu lesen. Ein Punkt, der mich allerdings irritiert hat: Ich habe den Grund nicht verstanden, warum Ambers den Kontakt zu ihrer Freundin Flo abgebrochen hat. Beste Freundinnen sind doch immer für einander da und suchen nach Lösungen für ein Problem. Dieser Aspekt hätte viel Raum für emotionale Tiefe geboten, wurde aber kaum genutzt.
Fall into Dreams ist ein abgeschlossener Roman mit einer schönen Grundidee und einem angenehmen Setting. Wer leichte, ruhige Lektüre sucht, wird hier fündig. Mich konnte die Story nicht fesseln, daher leider nur 2,5 Sterne.
Kampf ums Überleben
To Cage a Wild Bird von Brooke Fast
Brooke Fast entführt uns in eine brutale, gnadenlose Dystopie. Es geht um die Raven, Kopfgeldjägerin und Überlebenskünstlerin. Nachdem sie in Dividium gegen das Gesetz verstoßen hat, wird sie in die Haftanstalt Endlock eingeliefert, dort muss sie ums nackte Überleben kämpfen. Als sie dem undurchschaubaren Wärter Vale begegnet, entwickeln sich bereits nach kurzer Zeit Gefühle auf beiden Seiten.
Die Geschichte verbindet Freundschaft und Mut mit unerbittlicher Korruption und tödlicher Gefahr. Das Worldbuilding ist sehr atmosphärisch, düster und unglaublich bildhaft. Besonders Ravens Perspektive macht die Story emotional greifbar, man fühlt jede Entscheidung, jede Gefahr, jede Verletzung, ich habe es so mit ihr gefühlt. Der Schreibstil ist fesselnd, die Charaktere sind stark gezeichnet, und der Slow Burn fügt sich wunderbar in die Handlung ein, auch wenn ich mir an manchen Stellen noch etwas mehr Emotionen gewünscht hätte.
Bei einigen Kampfszenen fiel es mir schwer, mir die Abläufe genau vorzustellen, deshalb hat es leider nicht ganz für die vollen fünf Sterne für dieses beeindruckendes Debüt gereicht. Diese Story hat mich überrascht und nicht losgelassen. Fans von enemy to lovers, forbidden love und forced proximity werden dieses Buch verschlingen.











