Kunden em pfehlungen
Rezensionen von carola1475:
Von schwierigen Themen mit Humor und Feingefühl erzählt
Der Bademeister ohne Himmel von Petra Pellini
Das Cover sieht nach unbeschwertem Freibadvergnügen aus und tatsächlich war der Protagonist Hubert jahrzehntelang Bademeister, aber nun ist er 86 Jahre alt und dement. An drei Nachmittagen in der Woche kümmert sich die 15jährige Linda um ihn, um die polnische Pflegerin Ewa zu entlasten.
Linda denkt oft darüber nach, vor ein Auto zu laufen, aber ihr Freund Kevin und Hubert halten sie bisher davon ab.
Sie vergleicht ihre Situation mit Huberts, beide hängen in der Luft, sind überfordert und die Zukunft ist ungewiss. Sie ist Hubert gegenüber unverkrampft und sehr empathisch, ist selbst jedoch einsam, unverstanden und allein gelassen, besonders von ihrer Mutter.
Linda erzählt durchaus unterhaltsam von der Beschäftigung mit Hubert, ihren einfallsreichen Bemühungen und seinen (auch ausbleibenden) Reaktionen, von der sehr zugewandten Ewa, von ihrer Mutter und von Kevin, der permanent daran zu verzweifeln droht, dass die Menschheit an dem Ast sägt, auf dem sie sitzt. Sie lässt an ihren Gedanken teilhaben und ich fühlte mich ihr schnell nah.
Petra Pellinis Schreibstil ist trotz der ernsten Themen Demenz und Depressionen oft humorvoll. Bildhaft, realitätsnah und einfühlsam beschreibt sie den dementen Hubert, man merkt der Autorin ihre Erfahrung in der Pflege demenzkranker Menschen an. Die Figurenzeichnung der Pflegekraft Ewa ist komplex, glaubhaft und authentisch und auch die Herausforderungen, mit denen sich Angehörige konfrontiert sehen, kommen zur Sprache. Lindas Zweifel und Unsicherheit sind in den ersten Zweidritteln der Geschichte gut dargestellt, später empfinde ich ihre Gedanken als zu erwachsen, nicht mehr ihrem Alter entsprechend. Dennoch hat mir das Buch gut gefallen, 'Der Bademeister ohne Himmel' hat mich berührt, unterhalten und nachdenklich gemacht. Ich kann das Buch ohne Einschränkung empfehlen, denn jeder kann irgendwann auf Hilfe angewiesen sein und sich glücklich schätzen, wenn dann Menschen wie Linda und Ewa da sind.
Ich vergebe 4,5 Sterne.
Ergreifende Geschichte über Freundschaft, Liebe und Verlust
In den Farben des Dunkels von Chris Whitaker
Der 13jährige Joseph 'Patch' Macauley, von Geburt an mit nur einem Auge und deshalb meist mit einer Augenklappe unterwegs, und die gleichaltrige Saint Brown, eine begeisterte Imkerin, die bei ihrer Großmutter lebt, sind Außenseiter in ihrer provinziellen Kleinstadt und beste Freunde. Als Patch entführt und nach fast einem Jahr in Gefangenschaft von Saint gefunden und befreit wird, haben sich beide verändert und sind zu anderen Menschen geworden.
Patch und Saint sind von nun an jeder auf seine Weise mehr als 25 Jahre damit beschäftigt, Josephs Mitgefangene Grace zu finden und das Verbrechen aufzuklären.
Chris Whitaker gelingt nicht nur eine ergreifende Geschichte über Freundschaft, Verlust und die Verarbeitung eines Traumas, auch das Leben in der Kleinstadt im Mittleren Westen der USA schildert er lebensnah und glaubhaft. Die gelegentliche Erwähnung politischer und gesellschaftlicher Ereignisse ab Mitte der 70er Jahre, die Landschaftsbeschreibung und Josephs Reisen durch das Land haben mich ebenso mitgenommen. Alle Charaktere bis hin zu Nebenfiguren sind komplex und authentisch ausgearbeitet und konnten mich berühren. Rückblenden in die Kindheit der Protagonisten vervollständigen die Figurenzeichnung und sind oft auch humorvoll.
Abwechselnd begleite ich Patch und Saint durch ihr Leben, das entschlossen auf die hoffnungslos erscheinende Suche nach Grace ausgerichtet ist und fühle beider Sehnsucht, den Schmerz und das Entsetzen, die vielen Enttäuschungen mit ihnen.
Chris Whitaker schreibt bildhaft, wortgewandt, emotional, eindringlich und einfühlsam. 'In den Farben des Dunkels' ist eher figuren- als handlungsgetrieben, die Entwicklung der Charaktere ist mindestens so spannend wie die Aufklärung des Verbrechens, das Patchs und Saints Leben so grundlegend verändert.
Dieser genreübergreifende Roman mit seinen vielfältigen Themen hat mich bewegt und wird mir in Erinnerung bleiben, das Buch ist ein ganz besonderes Leseerlebnis.
Wunderbare abwechslungsreiche Rezepte für heiße Tage
Hitzefrei von Agnes Prus
Das Kochbuch 'Hitzefrei – Vegetarische Küche für heiße Tage' von Agnes Prus und Yelda Yilmaz hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Schon das Cover sieht nach Sommer aus und das Inhaltsverzeichnis gibt eine Übersicht über die große Bandbreite der Rezepte: von aromatischen Sommersalaten, kleinen, schnell gekochten Gerichten über Köstlichkeiten für Draußen oder zum Grillen bis zu erfrischenden Drinks und sommerlichen Desserts reicht die vielfältige, auch von verschiedenen internationalen Küchen inspirierte Auswahl.
Es sind für jeden etliche passende Rezepte dabei, ob Süßes oder Herzhaftes bevorzugt wird, ob Vegetarier oder Veganer.
Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet, links die benötigten Zutaten mit Angabe der Portionen, rechts die sehr gut verständlich beschriebenen Arbeitsschritte. Es gibt wenige 'exotische' Zutaten, die nicht im Supermarkt erhältlich sind. Manche Zusammenstellungen oder die verwendeten Gewürze überraschen, aber auch davon abgesehen sind die schnell zubereiteten Gerichte köstlich und raffiniert. Die bisher ausprobierten Rezepte haben meine ganze Familie jedes Mal begeistert.
Eingeleitet werden die Rezepte jeweils durch eine kurze Bemerkung der Autorinnen, die die Herkunft erläutert, Info zu einer wichtigen Zutat liefert oder die besonderen Vorzüge des Gerichts an heißen Tagen beschreibt. Gelegentlich gibt es zusätzliche Tipps unterhalb eines Rezepts.
Ganzseitige Fotos der Gerichte lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen und verführen zum sofortigen Ausprobieren Wollen.
Das alphabetisch geordnete detaillierte Register am Ende rundet dieses Kochbuch ab, das ich nicht mehr missen möchte!
Kompakte und fundierte Informationen über heutige Drogen
Die Wahrheit über unsere Drogen von #DerApotheker; Carsten Schleh
Schon das bunte Cover und der unverblümte Titel machen neugierig auf das Buch. Mir hat es gut gefallen, es ist informativ und ausreichend ausführlich, um Laien grundlegendes Wissen und ebenso erstaunliche Details über die 16 heute angesagten Drogen zu vermitteln. Besonders interessiert war ich an unseren alltäglichen Drogen Kaffee und Zucker, die ich schließlich täglich konsumiere, und an den Schlaf- und Schmerzmitteln.
Der Aufbau vom geschichtlichen Hintergrund der Drogen mit ihrer Entdeckung/Entwicklung, über die gewünschte bzw. tatsächliche Wirkweise bis zu den Begleiterscheinungen/Auswirkungen ist durchdacht und gelungen. Wobei die erstrebte positive Wirkung genau so erwähnt wird wie die Risiken und die Entwicklung einer möglichen physischen und/oder psychischen Abhängigkeit.
Chemische Einzelheiten werden so knapp wie möglich, aber detailliert wie nötig geschildert. #DerApotheker informiert über den Hintergrund der Droge und ihre pharmakologische Wirkung im Körper, Dr. Carsten Schleh steuert die toxikologischen Aspekte und interessante Fallbeispiele aus Fachpublikationen bei. Beide Autoren haben bereits erfolgreiche Bücher geschrieben, und mit 'Die Wahrheit über unsere Drogen' ihr erstes gemeinsames Buch vorgelegt.
Durch eine nicht wirklich nötige Rahmenhandlung wird jedoch der Leser direkt angesprochen, was mir gefallen hat. Aufklärung ohne erhobenen Zeigefinger haben die Autoren meiner Meinung nach gut umgesetzt.
Sehr gut und ausführlich ist auch das Quellenverzeichnis am Ende des Buchs, während die Gliederung des Textes optimaler hätte gestaltet werden können mit Hervorhebungen, Zusammenfassungen oder Grafiken.
Ich habe einiges Neues und Wissenswertes aus dem Buch mitgenommen und ich kann es jedem Leser empfehlen, der sich kompakt und fundiert über unsere heutigen Drogen informieren will.
Spannender beklemmender Thriller um manipulierte Erinnerungen
Ausgelöscht von Theresa Prammer
In Wien und in Berlin tauchen nach drei Wochen zwei Frauen wieder auf, die selbst der Meinung sind, nur zwei Tage verschwunden gewesen zu sein. Beide haben die gleichen Erinnerungen und Erinnerungslücken an die Entführungen. Die Psychologin und Erinnerungsforscherin Lea Goldberg arbeitet mit den Ermittlern an der Aufklärung der Fälle.
Es gibt zwei Handlungsstränge in der rätselhaften Geschichte, die sich abwechseln. Lea Goldberg erzählt in der Gegenwart aus der Ich-Perspektive, so dass ich ihren Gedanken und Gefühlen sehr nah komme. Sie hat vor einem Jahr selbst ein Trauma erlitten, so dass sie nicht nur die professionelle Therapeuten-, sondern auch die Patientensicht aus eigenem Erleben kennt. Die zweite Handlung spielt 'damals', hier wird von einem personalen Erzähler das problematische Leben einer namenlosen Frau geschildert.
Leas ist eine sympathische Protagonistin, deren Erlebnisse mich berührt haben, während mir die beklemmende Entwicklung der namenlosen Frau 'damals' im Mittelteil des Buchs fast zu viel war, zu detailliert erzählt und zu viel Raum einnehmend.
Theresa Prammers Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen, sie hat mich auf falsche Fährten gelockt und mein Miträtseln führte lange in Sackgassen. Ihre Figuren sind interessante Charaktere, die Sympathie oder Antipathie wecken, die Protagonistin Lea besitzt Tiefe, handelt jedoch nicht immer glaubwürdig. Die wissenschaftliche Basis des Thrillers, nämlich manipulierte Erinnerungen, ist ein faszinierendes Thema, das die Autorin einfallsreich und spannend bis zum großen Showdown umgesetzt hat.
Abwechslungsreiche Alltagsgeschichten
Geschichten aus der Wundertüte von Christiane Ulmer-Leahey
In den 'Geschichten aus der Wundertüte' geht es um Alltagsgeschichten aus verschiedensten, auch ungewöhnlichen Perspektiven, nicht nur Menschen erzählen von Begebenheiten oder Sorgen, tauchen in die Vergangenheit, erinnern sich an 'früher'.
Die Geschichten sind unterschiedlich lang und die in der zweiten Hälfte haben mir am besten gefallen, in denen es um weibliche Selbstbestimmung geht oder um die Unberechenbarkeit des Lebens.
Manche Erzählungen haben ein überraschendes Ende, andere ein offenes, so dass ich mir Gedanken über verschiedene Alternativen gemacht habe und die Geschichte in meinem Kopf noch nachhallte. Gelungen finde ich die gesellschaftskritischen Aspekte in einigen Geschichten, ob es um Hochhaussiedlungen am Stadtrand geht oder Pflegeheimkosten.
Auf jede Erzählung folgt ein thematische passendes Gedicht, das augenzwinkernd auf das Vorausgegangene Bezug nimmt oder eine neue Perspektive hinzufügt.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, in Teilen fand ich Einzelheiten zu sehr 'auserzählt', da wäre weniger vielleicht mehr gewesen. Alles in allem habe ich Christiane Ulmer-Leaheys neues Buch gern gelesen und vergebe 4 von 5 Sternen.
Spannender Auftaktband eines Science Fiction-Mehrteilers um Künstliche Intelligenz und die Grenzen, die der Mensch ihr setzen kann
Findungstag (Evergreen Ray Band1) von Caroline Hofstätter
Die 18jährige Evergreen Ray lebt in Wien, eine Stadt, die am Ende unseres Jahrhunderts sehr grün, modern und menschenfreundlich erscheint, umkonfiguriert durch die zuständige Concordia-KI. Es gibt kleine Wälder in der Stadt, alles Notwendige ist innerhalb von Minuten erreichbar, jede Wohneinheit verfügt über persönliche KI-Roboter, die das Leben leichter machen.
Die Menschen werden permanent von Concordia versorgt und überwacht und fast alle sind zufrieden.
Eve will Musikerin werden, aber die Pläne der KI sehen am 'Findungstag' eine ganz andere berufliche Zukunft für die junge Frau vor. Eve ist schockiert und entzieht sich, sie nimmt eine andere Identität an und ich lerne sie als Anna Berger kennen. Annas Tagesablauf ist nicht unbeschwert, denn sie achtet darauf, jederzeit 'unter dem Radar' der Überwachung zu bleiben. Da sie aus der Ich-Perspektive erzählt, teile ich ihre Gedanken und Gefühle und fühle mich ihr schnell sehr nah. Evergreen ist selbstironisch, dadurch gibt es auch humorvolle Momente, obwohl sie mit schwerwiegenden Problemen konfrontiert ist. Erst rückblickend erzählt sie von ihrem Findungstag, der für sie das Ende ihres bisherigen Lebens bedeutete. Eve ist einfallsreich, entscheidungsfreudig und mutig und es macht Spaß, mit ihr im faszinierenden Wien einer möglichen Zukunft unterwegs zu sein.
Je mehr über die technische Möglichkeiten erzählt wird, desto spannender wird die Geschichte. Denn nicht nur Eve ist in Gefahr, sondern vielleicht die ganze Menschheit.
Caroline Hofstätters Schreibstil ist angenehm zu lesen, lebendig und bildhaft, alle ihre Figuren sind authentisch und selbst die verschiedenen KIs erscheinen glaubhaft. Gekonnt bindet die Autorin vielfältige technologische Innovationen im Wien des Jahres 2095 in die spannende Geschichte ein, die ausgehend von heutigen Stand der Technik durchaus vorstellbar sind.
Der Roman um Evergreen Ray und die Frage nach der Beherrschbarkeit von hochentwickelter KI ist packend und überzeugend und hat mich bestens unterhalten. Ich freue mich auf den zweiten Band.
Spannend von Anfang bis Ende
Pietà - Steinerner Tod von Alex Thomas
Der Fund einer blutüberströmten Skulptur unter dem Brandenburger Tor sorgt dafür, dass der herzkranke Hauptkommissar Magnus Böhm aus dem Ruhestand geholt wird, denn er war vor 14 Jahren bereits mit einer solchen Skulptur aus Menschenkörpern konfrontiert. Zusammen mit der jungen, noch unerfahrenen Kommissarin Annetta Niedlich nimmt Böhm die Ermittlungen auf.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, die bei mir ganz unterschiedliche Gefühle auslösen. Von Anfang an bin ich gefesselt, als ich die Gedanken der überlebenden Frau teile, ihr Entsetzen, der Schock und die Erschöpfung, ich bin amüsiert, als Böhm eingeführt wird und nehme neugierig und widerstrebend auch die Täterperspektive ein, so abstoßend wie faszinierend.
Die Figurenzeichnung ist auch auf psychologischer Ebene bei Protagonisten und bei Nebencharakteren gut ausgearbeitet und glaubhaft, wozu ein der jeweiligen Figur angepasster Sprachstil beiträgt. Emotionen sind immer greifbar und Vorgehensweisen nachvollziehbar und spannend zu verfolgen. Atmosphärisch wird Berliner Lokalkolorit vermittelt, Örtlichkeiten werden anschaulich beschrieben, auch der Schneefall, der das Vorankommen so erschwert und die Kälte tragen zur Stimmung bei. Sehr gefallen hat mir auch das offensichtliche Kunstverständnis der Autoren, was der Geschichte Tiefe verleiht.
Alex Thomas' Schreibstil ist bildhaft und lebendig, angenehm zu lesen und gleichzeitig packend und auch humorvoll, etwa wenn die Zusammenarbeit von Böhm und Niedlich beschrieben wird oder Böhm sich kurz Zeit für sein Zuhause nehmen muss. Kommissarin Niedlichs Privatleben bleibt in diesem ersten Band noch außen vor, aber sie beweist feine Antennen im Umgang mit ihrem älteren Kollegen, die Beiden ergänzen sich und bilden ein gutes Ermittlerteam. 'Pietà – Steinerner Tod' hat mich bestens unterhalten und ich freue mich auf einen zweiten Band mit den Kommissaren Böhm und Niedlich.
Zweifel und Geheimnisse
Frau Morgenstern und der Abgrund von Marcel Huwyler
Violetta Morgenstern, pensionierte Lehrerin, und der Ex-Söldner Miguel Schlunegger leben immer noch im Untergrund, verstecken sich vor ihrem früheren Arbeitgeber, dem Tell-Ministerium, und verdienen ihren Lebensunterhalt mit Auftragsmorden.
Wobei Violetta diesmal im ersten Fall doch Zweifel kommen hinsichtlich einer Liquidation und auch gesundheitliche Zipperlein machen ihr zu schaffen.
Sie hadert mit dem Altwerden. Ihrem Partner Miguel sagt sie aber nichts davon, der ihr seinerseits auch nicht erzählt, was ihm schlaflose Nächte verursacht.
Gemeinsam recherchieren die Beiden pro bono zu einem Mord, dessen Spuren zurück in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts führen. Hierbei glänzt die kreative Frau Morgenstern ausgesprochen bewundernswert wieder durch ihre genaue Beobachtungsgabe und grandiose Schlussfolgerungen, und die irre Geschichte entwickelt sich zum spannenden Krimi.
Wie auch in den Vorgängerbänden um Frau Morgenstern und Miguel Schlunegger ist die Figurenzeichnung bei aller Skurrilität glaubhaft, die Protagonisten sind ausgesprochen menschlich. Marcel Huwyler unterhält mit schwarzem Humor, absurden Einfällen und äußerst bildhaften witzigen Vergleichen und amüsanten, sprachgewandten Wortspielen und -Neuschöpfungen. Die oft spöttischen Sticheleien und schlagfertigen Dialoge zwischen Violetta und Miguel sind einfalls- und geistreich, lustig und machen das Lesen zum großen Vergnügen. Schweizerdeutsche Ausdrücke sorgen für Lokalkolorit und mir unbekannte Wörter verstehe ich in ihrem Zusammenhang.
Dieser fünfte Band ist unabhängig von den Vorgängern lesbar, trotzdem empfehle ich, auch andere Band der Reihe gelesen zu haben, um die Hintergründe und die Entwicklung der beiden sympathischen, doch eigenwilligen Protagonisten besser verstehen und nachvollziehen zu können, vom bisher entgangenen Lesespaß ganz zu schweigen.
Mir hat die Geschichte wieder sehr gut gefallen - bis auf das Ende, das mich mit vielen Fragen und großer Ungeduld auf den nächsten Band warten lässt.
Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.
Unsere letzte Chance
Eine zweite Chance von Anette Schaumlöffel
Nachdem die Erde für Menschen unbewohnbar geworden ist, machen sich zwei sehr unterschiedliche Gruppen mit Raumschiffen auf die ungewisse Suche nach einer neuen Heimat. Von einem der Raumschiffe aus wird eine KI mit Hilfe eines Zeitmoduls in die Vergangenheit geschickt in der Hoffnung, ein Ereignis zu finden, das einen Unterschied gemacht hätte, wenn es anders gelaufen wäre.
Vielleicht können die Menschen ihre zweite Chance nutzen, um den Zusammenbruch der Ökosysteme der Erde zu verhindern.
Die Handlung dieses Zeitreise-Science-Fiction-Romans wird durch häufige Perspektivwechsel mit hohem Tempo sehr schnell spannend und bleibt es bis zum Schluss. Die Geschichte ist fesselnd, komplex und wendungsreich. Wissenschaftliche Aspekte werden verständlich und unterhaltsam erklärt, sei es aus dem Bereich der Mikrobiologie oder der Verhaltensforschung. Auch philosophische Fragen werden erörtert. Gründliche Recherche und die Schreibfertigkeit der Autorin ermöglichen dem Leser scheinbar leichten Zugang zu unterschiedlichsten Themen.
Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und werden zu glaubhaften authentischen Figuren, die berühren, selbst die Künstlichen Intelligenzen haben erkennbar Persönlichkeit und Eigenart. Anette Schaumlöffels Schreibstil ist klar, lebendig und humorvoll, mit starken Bildern und witzigen Vergleichen machen ihre fantasievollen Einfälle viel Spaß und das Lesen zum spannenden Vergnügen.
Der Optimismus der Autorin vermittelt Hoffnung, Vertrauen in gemeinschaftliches Bemühen und gemeinschaftlichen Einfallsreichtum. Ich wünsche uns allen, dass Anette Schaumlöffel Recht behält.











