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Rezensionen von Lilli33:

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Typischer Maurer-Humor, ganz ohne Krimi

Shorty von Jörg Maurer

Typischer Maurer-Humor, ganz ohne Krimi

Inhalt:
Shorty ist 42 und kann alles - nur nichts richtig. Auf halbem Weg verlässt ihn immer der Elan. Als er in einem Architekturbüro gerade dabei ist, Stromkabel ordentlich zu verknüpfen, hat er eine wundersame Erscheinung: In seinem Kopf taucht eine Stimme auf, die ihn um einen Gefallen bittet.

Um die Welt zu retten, ist es notwendig, in einem Umspannwerk einen kurzzeitigen Kurzschluss auszulösen. Natürlich geht die Sache gründlich schief …

Meine Meinung:
Ich liebe die Jennerwein-Reihe des Autors - na ja, bis auf den letzten Band. Nun ein Buch ganz abseits dieser Reihe zu lesen, war für mich recht verlockend. Und ich wurde auch nicht enttäuscht.

Shorty ist eine tolle Figur. Er ist ein netter Typ, der niemandem etwas zu Leide tun will, aber in keiner Hinsicht so wirklich auf einen grünen Zweig kommt, halt ein Loser vor dem Herrn. Da kann er sich die Chance, die Welt zu retten, natürlich nicht entgehen lassen. Und dass dann alles schiefgeht, ist eigentlich noch nicht mal seine Schuld. Aber ausbaden muss er es trotzdem. Für ihn beginnt eine Odyssee durch verschiedene Universen. Er lernt etliche mehr oder weniger intelligente Spezies kennen und erhält ganz neue Einblicke in das Leben auf der Erde.

Die Handlung ist einerseits recht witzig, spielt aber auch auf die gegenwärtige ernste Situation unserer Gesellschaft an. Der Schreibstil ist gespickt mit dem von Jörg Maurer gewohnten Wortwitz, der einem immer wieder ein Grinsen ins Gesicht zaubert.

Wenngleich ich den Roman streckenweise als etwas albern empfand, konnte er mich doch gut unterhalten.

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Typischer Maurer-Humor, ganz ohne Krimi
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Spannende Peter-Pan-Adaption

Wendy & Peter. Verloren im Nimmerwald von Aiden Thomas

Spannende Peter-Pan-Adaption

Inhalt:
Vor mehr als fünf Jahren verschwanden Wendy und ihre jüngeren Brüder im Wald hinter dem Haus. Erst sechs Monate später kam Wendy zurück, aber sie konnte sich an nichts erinnern. Bis heute blieben ihre Brüder verschwunden. Das Unglück in der Stadt scheint weiterzugehen, denn auch jetzt verschwinden wieder Kinder spurlos.

Da trifft Wendy auf einen seltsamen Jungen, der genauso aussieht wie der Junge aus den erfundenen Geschichten ihrer Mutter: Peter Pan. Zusammen machen sich Wendy und Peter auf die Suche nach den verschwundenen Kindern …

Meine Meinung:
Erst kürzlich habe ich Aiden Thomas’ Erstlingswerk „Yadriel & Julian. Cemetery Boys“ mit Begeisterung gelesen. Daher freute ich mich, dass es schon so bald ein neues Buch von diesem talentierten Jungautor gibt. Auch „Wendy & Peter. Verloren im Nimmerwald“ hat mich vollkommen überzeugt. Ich habe jede Seite genossen und konnte mich in einer spannenden, aber auch gefühlvollen und emotionalen Geschichte verlieren.

Mit seinem lebendigen Schreibstil lässt Aiden Thomas die verschiedensten Figuren zum Leben erwachen und mein Kopfkino in Gang kommen. Besonders die Hauptfiguren Wendy und Peter wirken sehr authentisch. Wendy leidet sehr unter Schuldgefühlen, da sie damals als Einzige der Geschwister zurückkam und sich nicht einmal daran erinnern kann, was geschehen ist. Die ganze Familie droht an dem Unglück zu zerbrechen, das Verhältnis von Wendy zu ihren Eltern leidet. Zum Glück ist ihre beste Freundin Jordan immer für sie da. Peter ist wie Wendy sehr sympathisch, wirkt manchmal aber auch recht kindisch und ist oft zu Scherzen aufgelegt - wie man sich Peter Pan eben vorstellt.

Die Handlung beginnt eher ruhig, was ich aber gut fand. So konnte ich mich gemütlich mit dem Setting und den Charakteren befassen. Bald schon wird es aber spannend und auch magisch. Wendy und Peter befinden sich in einem fast aussichtslosen Kampf gegen das Böse. Es machte richtig Spaß, mit ihnen mitzufiebern. Der Showdown ließ mich mehrfach nach Luft schnappen. Der Schluss ist sehr gut gelungen und war für mich absolut zufriedenstellend, nachdem ich wenige Seiten zuvor noch nicht wusste, wie sich der Autor aus der verzwickten Situation herausmanövrieren könnte.

Fazit:
Gelungene Mischung aus Märchen, Krimi und Coming-of-Age-Roman.

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Spannende Peter-Pan-Adaption
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Zwei Welten prallen aufeinander

The Other Side of the Sky - Die Göttin und der Prinz von Amie Kaufman; Meagan Spooner

Zwei Welten prallen aufeinander

Inhalt:
Die fünfzehnjährige Nimh ist die aktuelle Göttliche. Seit zehn Jahren wartet sie bislang vergeblich darauf, dass ihre Gabe sich manifestiert. In Teilen ihres Volkes breitet sich langsam Unmut aus, denn Nimhs Magie reicht nicht aus, um die Menschen vor den allgegenwärtigen Gefahren zu beschützen.

Prinz North ist der Zweite in der Thronfolge von Alciel, den Himmelsstädten, die über den Wolken liegen. Er will die Welt unten erkunden in der Meinung, dass dort kein Leben mehr ist. Als er mit seinem Fluggleiter abstürzt, fällt er praktisch Nimh vor die Füße, die North als Teil einer Prophezeiung ansieht.

Während Nimh mit Norths Hilfe ihre Welt retten will, will North nur irgendwie wieder nach Hause kommen. Die beiden müssen sich zusammentun, um ihre Ziele irgendwann erreichen zu können.

Meine Meinung:
Die beiden Welten, die hier aufeinandertreffen, könnten unterschiedlicher kaum sein. Unten gibt es altertümliche Strukturen, Magie und Religion, Hunger und gefährliche Nebelstürme. Oben in Alciel hat man großartige Technologie und ein relativ unbeschwertes Leben. Hieraus ergeben sich viele amüsante Situationen und Dialoge zwischen Nimh und North, da keiner von beiden die andere Welt kennt.

Beide Welten sind detailliert ausgearbeitet, wobei sich die Handlung dieses ersten Bandes hauptsächlich im Unten abspielt. Durch kapitelweise Perspektivwechsel zwischen den beiden Protas erhält man einen guten Einblick in beide Reiche und lernt auch die Hauptfiguren sehr gut kennen. Nimh und North fand ich dabei beide wirklich toll. Sie sind friedliebend und loyal, übernehmen Verantwortung und - wie könnte es anders sein? - entwickeln schließlich Gefühle füreinander. Die Liebesgeschichte verläuft dabei eher zögerlich, gleichzeitig aber sehr intensiv, was sicherlich daran liegt, dass niemand die Göttliche berühren darf und beide sich genau danach sehnen. Dies und noch einige andere Fallstricke werden Nimh und North in den Weg gelegt. Intrigen und Verschwörung sorgen für Überraschungen und Spannung.

Die Handlung braucht zwar ein bisschen Zeit, um in Gang zu kommen, aber dann konnte sie mich gut fesseln. Am Ende dieses ersten Bandes ist die Geschichte noch sehr offen. Ein starker Cliffhanger macht neugierig darauf, wie es im zweiten Band weitergeht, der für Herbst 2023 geplant ist.

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Herrlicher schwarzer Humor

This Charming Man von C. K. McDonnell

Herrlicher schwarzer Humor

Inhalt:
Vampire gibt es nicht? - Vielleicht ja doch! Zumindest treiben seltsame Wesen in Manchester ihr Unwesen. Und wer ist der Auftraggeber für die Falltür in der Dusche in der Redaktion der „The Stranger Times“? Das Team der Wochenzeitung für Übersinnliches ermittelt an verschiedenen Schauplätzen …

Meine Meinung:
Wie schon der 1.

Band, „The Stranger Times“, sprüht auch „This Charming Man“ vor herrlich schwarzem Humor. Man kann wirklich auf jeder Seite schmunzeln, grinsen oder laut lachen - wenn man denn diese Art von Humor mag. Ich persönlich fand’s einfach klasse. Die Dialoge sind so witzig und herrlich skurril, die Ereignisse so absurd.

In Teilen baut die Handlung auf dem Vorgängerband auf, insofern ist dessen Kenntnis vorteilhaft, aber nicht unbedingt vonnöten.

Was mir nicht ganz so gut gefällt, sind die vielen verschiedenen Teams von Protagonisten, die unterschiedliche Themen bearbeiten. So wirkt die Geschichte etwas verzettelt und ohne deutlichen roten Faden. Nicht alle ausgefransten Enden werden hier auch komplett zu Ende geführt, sondern leiten zum nächsten Band über. Stand im 1. Band noch Hannah sehr im Mittelpunkt, ist sie jetzt nur noch eine von vielen. Die anderen Redaktionsmitglieder spielen eine fast gleichwertige Rolle. Zu meiner Lieblingsfigur hat sich in diesem Band Vincent Banecroft, der Chefredakteur, gemausert. Der alte Stinkstiefel hat auch eine tolle weiche Seite!

Die Reihe:
1. The Stranger Times
2. This Charming Man

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Ein ereignisreiches Leben

Violeta von Isabel Allende

Ein ereignisreiches Leben

Inhalt:
Violeta del Valle wird 1920 geboren. Die Spanische Grippe überlebt sie. Doch die Weltwirtschaftskrise nimmt der Familie ihr Vermögen und den Vater. Sie müssen das angenehme Stadtleben aufgeben und finden eine Zuflucht auf dem fernen Land. Violetas Leben verläuft ereignisreich und nicht immer oder besser gesagt, selten nach den Normen der Zeit, bis sie 2020 hundertjährig stirbt.

Meine Meinung:
„Violeta“ ist die fiktive Biografie einer starken Protagonistin. Die letzten Jahre ihres Lebens nutzt sie, um ihrem geliebten Enkel Camilo zu schreiben, indem sie ihm ihr ganzes Leben erzählt. Meist geschieht dies chronologisch, von Zeit zu Zeit, wenn es gerade passt, springt sie aber auch mal hin und her. Der Lesefluss ist angenehm, wenngleich die Ereignisse auch mal sehr ausufernd beschrieben werden und anderes dafür erstaunlich schnell abgehakt wird.

Violeta spricht ihrem Enkel gegenüber sehr viel von den Menschen, die ihr nahestanden, von ihren Gefühlen, von ihren Liebschaften, von ihren Hoffnungen und Ängsten. Trotzdem wirkt das Geschriebene manchmal etwas emotionslos. Ich hatte aber immer ein klares Bild vor Augen, das Kopfkino war in vollem Gang.

Besonders gut gefiel mir, wie die Geschichte von Violeta in die der chilenischen Gesellschaft und des Landes eingepasst und damit verwoben ist. So bekommt man einen groben geschichtlichen Überblick, verliert den einzelnen Menschen aber nicht aus den Augen.

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Mysteriös und spannend

Als die Nacht am tiefsten war von Wolfgang Burger

Mysteriös und spannend

Inhalt:
Nach der schmerzhaften Trennung von Theresa ist der Heidelberger Kripo-Chef Alexander Gerlach wieder total verliebt - in die Rechtsanwältin Nora Vestergaard. Nach einem gemeinsamen Wochenende wacht Gerlach allein auf. Nora ist spurlos verschwunden, und Gerlach hat deftige Erinnerungslücken.

Schließlich versucht jemand, Gerlach zu ermorden. Hängt das mit Noras Verschwinden zusammen?

Meine Meinung:
Dies ist der 19. Band der Reihe. Er kann aber problemlos einzeln gelesen werden. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, und relevante Details des Privatlebens werden hier noch einmal wiederholt.

Wie schon die Vorgänger hat mir auch dieser Band gut gefallen. Ich halte ihn jedoch nicht für den besten der Reihe. Gerlachs Verhalten empfand ich zuweilen als ziemlich unprofessionell. Das kann ich bei Krimis gar nicht leiden. Aber keine Frage, die Story ist super spannend und vermag zu fesseln. Als Leser*in kann man gut miträtseln, was wohl mit Nora passiert ist und wer hinter dem Mordanschlag an Gerlach steckt. Immer wieder kommt es zu dramatischen Situationen, die den Adrenalspiegel ansteigen lassen. Danach kann man sich wieder bei alltäglicheren Vorkommnissen entspannen. Das Gleichgewicht ist hier gut gewahrt.

Mit der Wendung zum Schluss hätte ich nie gerechnet. Es wirkt aber alles plausibel.

Sprachlich fand ich das Buch an einigen wenigen Stellen etwas holperig. Hier gibt es unglückliche Formulierungen oder mit Gewalt humorvoll klingende Sätze.

Die Reihe:
1. Heidelberger Requiem
2. Heidelberger Lügen
3. Heidelberger Wut
4. Schwarzes Fieber
5. Echo einer Nacht
6. Eiskaltes Schweigen
7. Der fünfte Mörder
8. Die falsche Frau
9. Das vergessene Mädchen
10. Die dunkle Villa
11. Tödliche Geliebte
12. Drei Tage im Mai
13. Schlaf, Engelchen, schlaf
14. Die linke Hand des Bösen
15. Wen der Tod betrügt
16. Wenn Rache nicht genügt
17. Der sanfte Hauch des Todes
18. Am Ende des Zorns
19. Als die Nacht am tiefsten war

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Ein rasanter Science-Fiction-Thriller

Succession Game von Anika Beer

Ein rasanter Science-Fiction-Thriller

Inhalt:
Berlin, 2054: Es beginnt eine neue Staffel des gehypten Escape-Spiels „Succession Game“. Zehn Teilnehmende spielen mit- und gegeneinander um den Sieg und kämpfen dabei mit harten Bandagen. Théo, der das Game bereits vier Mal gewonnen hat, scheint nebenbei noch ein ganz anderes Ziel zu verfolgen, nämlich den skrupellosen Betreiber Eduard Engel zu Fall zu bringen …

Meine Meinung:
Mit „Succession Game“ stellt Anika Beer einmal mehr ihre Vielseitigkeit unter Beweis.

Nach diversen Jugendbüchern und Liebesromanen punktet sie nun mit Science-Fiction.

Ich muss gestehen, dass ich sicher nicht alles verstanden habe, worüber die Autorin schreibt, denn von Augmented Reality, Programmieren usw. habe ich null Ahnung. Immerhin hörte sich für mich alles plausibel an und ich habe einiges dabei gelernt. Das muss mir in dem Fall reichen.

Mich konnte das Buch von Anfang bis Ende begeistern. Es ist durchweg interessant und fesselnd geschrieben. Die Handlung geht rasant voran, da kommt keine Langeweile auf. Das Game ist fantasievoll angelegt und Perspektivwechsel sorgen für zusätzliche Abwechslung. nvorhersehbare Wendungen halten den Spannungsbogen hoch; mir fiel es schwer, das Buch zwischendurch mal wegzulegen.

Die Handlung ist recht komplex und anfangs etwas verwirrend mit den verschiedenen Personen an verschiedenen Orten. Doch schon bald beginnt die Autorin, diese Verwirrung aufzudröseln und der Leserschaft nach und nach immer mehr Puzzleteile an die Hand zu geben. So entsteht schnell ein klareres Bild von den Hintergründen und es fällt leichter, die einzelnen Handlungsstränge zu verfolgen und zu verknüpfen.

Im Vorwort wird übrigens eine Triggerwarnung ausgesprochen. Die Liste der entsprechenden Themen findet man im Anhang. Wer nicht sensibel reagiert, sollte sich diese Liste erst mal sparen, denn sie enthält unter Umständen Spoiler.

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Ein rasanter Science-Fiction-Thriller
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Situationskomik und Wortwitz

Es gibt ein Sterben nach dem Tod von Tatjana Kruse

Situationskomik und Wortwitz

Inhalt:
Karrierefrau Börnie kann es kaum glauben, dass sie tot sein soll. Und doch kann sie von oben auf ihren leblosen Körper herabschauen. Es heißt, sie sei ermordet worden - doch von wem? Bevor Börnie ins Licht geht, muss sie das unbedingt herausfinden. Gar nicht so einfach, wenn man nur von der Putzfrau Jenny und Kai-Uwe, einem schmächtiges Medium, gesehen und gehört wird.

Meine Meinung:
Ich liebe die kriminellen Komödien von Tatjana Kruse. Sie trifft bei mit ihrem Wortwitz und der gelungenen Situationskomik genau meinen Nerv. In der Regel sind auch die Figuren herzallerliebst und man muss sie einfach ins Herz schließen. Letzteres war bei „Es gibt ein Sterben nach dem Tod“ leider nicht so. Die Protagonistin Börnie empfand ich als recht unsympathisch und arrogant. Und Kai-Uwe wurde als allzu dämlich dargestellt. Lediglich Jenny ist eine patente Figur, die mir super gefallen hat.

Von den Figuren aber mal abgesehen, konnte die Autorin mich wieder einmal hervorragend unterhalten. Was man als Leiche so erleben kann, ist schon krass und hat mich immer wieder zum Grinsen und Lachen gebracht. Die Story bietet auch viele kleine spannende Momente und insgesamt einen schönen Spannungsbogen. Dabei war sie auch nicht vorhersehbar und ich konnte bis zum Schluss rätseln, wer die arme Börnie umgebracht hat und warum. Kandidaten dafür gab es ausreichend.

Fazit:
Trotz kleiner Mankos eine sehr unterhaltsame Lektüre, die ich gerne weiterempfehle.

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Gegen Bodyshaming und Mobbing

Stille blutet von Ursula Poznanski

Gegen Bodyshaming und Mobbing

Inhalt:
Zu spät erfasst die siebenundzwanzigjährige Nachrichtensprecherin Nadine Just, was sie da vor laufender Kamera vom Teleprompter abliest. Es ist die Ankündigung ihres eigenen Todes. Tatsächlich wird sie zwei Stunden später von ihrem Ex-Freund Tibor Glaser in ihrer Garderobe tot aufgefunden.

Schnell rückt der Mitinhaber einer gut gehenden Werbeagentur in den Fokus der Polizei und sein persönlicher Albtraum beginnt …

Meine Meinung:
„Stille blutet“ ist der Auftaktband einer neuen Thriller-Reihe der österreichischen Bestsellerautorin Ursula Poznanski. Ich habe sowohl ihre Jugendbücher als auch ihre Thriller-Reihe um Kaspary und Wenninger gelesen und durchweg für gut bis sehr gut befunden. Auch mit „Stille blutet“ konnte Poznanski mich begeistern. Ich empfand das Buch von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd und größtenteils sehr spannend und habe es innerhalb von 24 Stunden geradezu verschlungen.

Zwar wirken die Figuren zum Teil ein klein wenig plakativ, aber dadurch kommt umso besser die Botschaft der Autorin rüber. Es wird übrigens vorne im Buch auf eine Triggerwarnung, die sich im Anhang befindet, hingewiesen. Das finde ich ganz gut so, denn so weiß man, dass es diese Warnung gibt, stolpert aber nicht unfreiwillig darüber, denn sie enthält leichte Spoiler. Wer aber das Bedürfnis hat, die Warnung zu lesen, kann dies tun.

Fina Plank ist neu bei der Mordgruppe der Wiener Kriminalpolizei und eine wahre Bereicherung. Leider sieht ihr Büropartner Oliver Homburg das anders. Seiner Meinung nach taugen Frauen bei der Polizei nur zum Kaffeekochen und sollten dabei ein hübsches Gesicht und eine gute Figur haben. Auf Fina trifft das nicht zu, und so muss sie sich manchen Schlag unter die Gürtellinie anhören. Im Lauf der Zeit lernt sie jedoch, Oliver immer besser Paroli zu bieten, wobei sie zum Glück auch Rückhalt von den anderen Kollegen bekommt.

Die Ermittlungen der Polizei gehen nur langsam voran. Aber Poznanski richtet auch das Hauptaugenmerk auf den unter Verdacht stehenden Tibor Glaser, der von einer Zwickmühle in die nächste geschleudert wird und sich immer mehr in dem Fall verheddert. Dass er dabei Fehler macht, kann ich gut nachvollziehen. Sein Vertrauen, dass die Polizei schließlich den wahren Täter finden wird, ist einfach nicht sehr groß. Das geht ja leider vielen Menschen so. Und dummerweise sprechen alle Indizien gegen ihn.

Im Verlauf der Handlung treten immer neue Überraschungen zutage, die ein anderes Licht auf die Ereignisse werfen. Ich fand es regelrecht verstörend, zu wie viel Bosheit Menschen fähig sind und wie leicht sie sich manipulieren lassen.

Der Mord an Nadine Just wird schließlich aufgeklärt, ein anderes Verbrechen bleibt am Ende allerdings offen. Dieses ist wohl Teil der Rahmenhandlung der ganzen Reihe. Obwohl ich Cliffhanger am Ende des Buches normalerweise nicht mag, stört es mich hier zumindest nicht, sondern macht mich umso neugieriger auf den nächsten Band.

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Abenteuerliche Dystopie für junge Lesende

Shadow Land von Rainer Wekwerth

Abenteuerliche Dystopie für junge Lesende

Inhalt:
Kalifornien 2169. Ein Virus hat das menschliche Leben auf den Kopf gestellt. Es verwandelt die erkrankten Menschen in Monster, die sofort eliminiert werden müssen. In der Stadt hat man einen Weg gefunden, die Erkrankung hinauszuzögern und ein halbwegs normales Leben zu führen.

Die siebzehnjährige Kaia lebt seit zehn Jahren in der Stadt, nachdem ihre Familie bei einem Überfall in der Wildnis ums Leben kam. Sie wird zur Soldatin ausgebildet. Bei einem Auftrag außerhalb der Stadt erkennt Kaia, dass nicht alles so ist, wie es scheint …

Meine Meinung:
Rainer Wekwerth ist fast schon ein Garant für außergewöhnliche Geschichten. Auch „Shadow Land“ ist eine außergewöhnliche Dystopie. Der Autor kombiniert nie dagewesene phantastische Wesen mit neuartiger Technik und spinnt damit eine gesellschafts- und umweltkritische abenteuerliche Geschichte, die vor allem bei den jüngeren Leser*innen gut ankommen dürfte. Für ältere ist vielleicht der Schreibstil etwas zu einfach, das Konzept zu geradlinig und wenig überraschend. Die Handlung schreitet rasant voran, da kommt keine Langeweile auf. Es wird aber auch nicht besonders viel ausgeschmückt, sondern einfach und direkt die Geschichte erzählt.

Die ein oder andere Handlung bzw. Personenentwicklung empfand ich nicht als hundertprozentig stimmig. Aber da sollte man vielleicht auch nicht alles auf die Goldwaage legen. Insgesamt ist es ein tolles Buch, das spannend ist und gut unterhält und dabei noch zum Nachdenken anregt.

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