Kunden em pfehlungen
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Du bist nicht allein
Mythen der Monster 1: Medusa von Katherine Marsh
Bei Ava offenbaren sich durch einen Gefühlsausbruch magische Kräfte. Daraufhin beschließt Ava’s Mutter, dass Ava aus den USA nach Italien gehen soll. Die Accademia del Forte ist ein Internat für Kinder mit besonderen Fähigkeiten und befindet sich in Venedig, die Stadt der Kanäle und Gondeln. Ava tut dieser Neuanfang gut und sie lernt ihre Freundin Fia kennen, stößt aber auch im Internat auf Probleme.
Das Buch ist spannend und atmosphärisch erzählt. Es geht um Freundschaft, Anderssein, griechische Mythologie, die Angst davor, man selbst zu sein, Mut und ein neues Verständnis von sogenannten Monstern. Bei Ava merkt man sofort, dass ihr großes bevor steht. Sie ist eine starke Hauptfigur, die sich nicht ungerecht behandeln lassen will und sich auf die Suche nach der Wahrheit begibt, um ihre Freundin zu retten. Die Geschichte um Medusa, Helden und gewöhnliche Sterbliche hält einige Überraschungen bereit und es war ein packendes Leseerlebnis mit tollem Setting. Besonders hat mir gefallen, dass es mal was anders war und in vielen Punkten mit Klischees und Vorurteilen bricht. Auch die Handlung war ungewöhnlich und überraschend. Das Buch umfasst das erste Jahr auf der Accademia del Forte und ich bin gespannt, wie es weitergehen wird.
Tick, tack, tick, tack, tick, tack
Stalker - Er will dein Leben. von Arno Strobel
Seit drei Jahren ist Eric Sanders festes Ensemblemitglied des Münchner Residenztheaters und nun startet er nach einer Besetzung im Tatort richtig durch. Doch der Preis des Ruhms ist ein hartnäckiger Stalker, der sich auf den Sozialen Medien für Eric ausgibt. Das ist erst der Anfang, denn der Stalker behauptet, Eric sei eine erfundene Person und betreibt großen Aufwand, um ihm zu schaden.
Alles raten ihm, es zu ignorieren, aber Eric reagiert darauf. Zudem plagen ihn Schlaflosigkeit und Albträume eines brennenden Hauses. Schließlich läuft ihm die Zeit davon, denn er muss herausfinden, was in der Vergangenheit wirklich passiert ist. Was da ans Licht kommt, lässt niemanden kalt.
Ich habe mit Spannung verfolgt, wohin das führen wird. Dabei habe ich das Buch an einem Tag verschlungen, was auch an dem einfachen und flüssigen Schreibstil und der unkomplizierten Erzählweise liegt. Es ist eine wendungsreiche, psychologisch fesselnde Selbstfindungsreise der bizarren Art. Die Bücher von Arno Strobel sind für mich das ideale Psychothriller-Fastfood für Zwischendurch und auch hier ist der Unterhaltungswert groß. Ich hatte eine Vermutung, die sich nicht bestätigt hat und ich möchte gar nicht viel verraten - weder über den Verlauf, noch das Ende (ich hatte Gänsehaut). Unwissend macht es am meisten Spaß.
Selbstfindung mit historischem Setting
Reise nach Laredo von Arno Geiger
Als König in Spanien führte er ein anderes Leben, darum hält die Reise nach Laredo neue Erfahrungen und Erkenntnisse für den 59-jährigen Karl bereit, dem wahre Freundschaft, Freiheit und im Moment leben, fremd ist. Dank seiner Weggefährten und dem elfjährigen Geronimo kann der kranke Karl, der sich eigentlich in ein Kloster zurückgezogen hatte, den Weg mit Maultier und Pferd zurücklegen.
Es ist nicht nur eine körperlich beschwerliche, sondern auch eine philosophische Reise, die Karl durchläuft.
Arno Geiger erzählt tiefsinnig und poetisch über das Leben und Sterben. Es fällt leicht, sich die Strapazen, Karls Eindrücke und Gedankengänge vorzustellen. Das historische Setting um 1558 bietet interessante Möglichkeiten und die Landschaften verfehlen ihre Wirkung nicht. Man muss sich allerdings darauf einstellen, dass es eine ruhige und eindrückliche Geschichte ist. Durch die mühsamen Ausschweifungen und die überwiegend zähe Handlung konnte mich der Roman schlussendlich nicht mitreißen.
„Der Geist zerstört; das Herz verschlingt“
A Song to Drown Rivers von Ann Liang
Es ist eine epische Begegnung, die bereits tiefe Gefühle andeutet: als der Berater des Königs Fanli in einem Dorf auf die junge Frau Xishi trifft und von ihrer Schönheit und Aufopferung fasziniert ist. Xishi soll die auserwählte Retterin sein und das verhasste Wu-Königreich zu Fall bringen, indem sie König Fuchai als Konkubine für sich einnimmt.
Dafür lässt sie sich unter Fanli zur Spionin ausbilden, auch motiviert durch ihrer eigenen Rachegefühle und die zahlreichen Verbrechen, die die Wu gegen die Yue begangen haben. Doch die heimliche Liebe zu Fanli, gefährdet schließlich auch ihre so bedeutende Mission.
»A Song to Drown Rivers« ist eine dramatische Liebesgeschichte, die im China um das Jahr 500 spielt und die Legende der Spionin Xishi aufgreift. Es war für mich ein spannendes und aufreibendes Leseerlebnis, das ich kaum aus der Hand legen konnte. Das Ende hat mich sehr überrascht und bewegt. Besonders die kluge Botschaft geht tief. Man taucht in eine ganz andere Welt ein und fiebert unweigerlich mit Xishi mit, die alles aufgegeben hat, um Hoffnung zu schenken. Es ist ein sehr einnehmender und detaillierter Schreibstil, der auf einfühlsame Weise zeigt, welchen Ängsten und Gefahren Xishi als Spionin ausgesetzt ist, die niemals ihre wahren Gefühle zeigen darf. Dabei kommt es auch zu einigen Ausschweifungen, die mich insgesamt aber nicht weiter gestört haben. Viel mehr hat mich die Geschichte nicht losgelassen. Am liebsten hätte ich es mit anderen gelesen, um mich auszutauschen. Wer zurückhaltende und heimliche Liebesgeschichten mit großer Tragweite mag, könnte »A Song to Drown Rivers« auch gefallen. Ich werde es weiterempfehlen.
Beeindruckte Tierfotografie und Naturbeobachtungen zum Staunen
Moments in Nature von Gamander López; Una López
«Moments in Nature» hält, wie der Titel verspricht, besondere Momente mit Eichhörnchen, Füchsen, Mäusen und vielen Vogelarten im Wald, im Garten und am Wasser bereit, und begeistert durch eingefrorene Flug- und Bewegungsfotos der Tiere, einnehmenden Erzählungen und interessanter Wissensvermittlung für die Natur.
Dieses tolle Buch hat mich schon beim ersten Durchblättern völlig verzaubert. Die Fotos von Gamander López sind großartig und beeindrucken durch ihr seitenfüllendes Format und die vertraute Atmosphäre zu den scheuen Tieren. Die interessanten Einblicke hinter die Kulissen der Tierfotografie (Tarnversteck, Ausrüstung etc.) vermitteln den Eindruck, dass man selbst solche Beobachtungen einmal erleben könnte, wenn man viel Geduld mitbringt.
Gemeinsam mit seiner Schwester Una López erzählen sie von ihren Naturerlebnissen und lassen einen an ganz einzigartigen Momenten teilhaben. Man spürt die tiefe Verbundenheit, die feine Beobachtungsgabe und die Begeisterung für unsere Tierwelt. Das hat dieses Buch faszinierend gemacht, weil es persönlich, inspirierend, bewusst und lehrreich ist. Zum Beispiel die beschriebene Waldrunde von Una hat mir sehr gefallen, weil es achtsam die Magie eines Waldspaziergangs einfängt, was einen jeden Tag erfreuen kann. Mir hat auch gefallen, dass es nicht einfach nur Fotos und Fakten in dem Buch gibt, sondern die Geschichte dahinter erzählt wird, was ich viel interessanter fand. Ganz nebenbei gibt es einige Tipps, mit denen man die Tiere nicht nur besser beobachten, sondern ihnen auch helfen kann.
Ich würde es allen empfehlen, die Tierfotos mit wenig Tiefenschärfe mögen und Interesse an persönlichen Eindrücken von Naturbeobachtungen haben. Ich hoffe, dass Gamander noch viele tolle Fotos machen wird und endlich einen Gimpel im Schnee fotografieren kann.
Alles hat seine Zeit
Mina und der Trau-dich-Zauber von Lucy Fleming
«Mina und der Trau-dich-Zauber» ist ein wunderschön illustriertes Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren über das Loslassen und den Wandel der Jahreszeiten. Es gibt viel Natur, Fantasie und ein kleines Abenteuer. Mina ist ein Blattmädchen und lebt mit ihren Eltern auf einer kräftigen Eiche. Sie ist sehr lebensfroh, liebt es zu spielen und verbringt viel Zeit mit ihren Freunden.
Als der Herbst einzieht, muss die Familie die Eiche erstmal verlassen. Doch Mina fällt es schwer, bis zum Frühling Abschied zu nehmen und sie versuchst unerschütterlich, an dem Baum festzuhalten.
Es ist für Kinder nicht leicht, mit Veränderungen umzugehen, weshalb sie sich gut mit Mina identifizieren können. Lucy Fleming hat mit dieser gefühlvollen Geschichte die Wehmut eingefangen, wenn der Sommer geht und der Herbst kommt. Es gibt viele schöne Details zu entdecken und überall tummeln sich Blumen, Blätter, Pilze und Tiere. Die Illustrationen sind ganz wundervoll verträumt und geben viele Einblicke in das Waldleben. Der Text ist liebevoll geschrieben und findet die passenden Worte. Ein sehr gelungenes Buch über ein mutiges kleines Blattmädchen und die Schönheit der Jahreszeiten. Sehr empfehlenswert und ein schönes Bilderbuch für den Übergang in den Herbst.
Ganz viel Inspiration für Gartenfans
Slow Gardening von Elisabeth Grindmayer; Stephanie Haßelbeck
Die „learning by doing" Quereinsteigerinnen Steffi und Lisa geben Einblicke in ihre Gärten in Bayern und Schweden und erzählen vom Fehler machen und Ausprobieren, von alten Tomatensorten, wichtigen Traditionen, Wildwiesen, natürlicher Schädlingsbekämpfung und vieles mehr. Dazu gibts Rezepte und kreative Ideen.
Slow Gardening bedeutet für die Schwestern einen Garten für alle zu schaffen, der naturnah, vielfältig und bedürfnisorientiert ist. Dazu gehört die Selbstversorgung, bewusstes und tierfreundliches gärtnern und das Bewahren alter Sorten. Die Grundlagen dazu finden sich im Buch. Genauso wie nützliche Tipps zum Gemüsebeet, Blumenschmuck, Kräuter, Heilpflanzen und wie sich so viel wie möglich vom Ernteglück haltbar machen lässt. Einfach und verständlich geben die Schwestern ihr Wissen weiter. Gerade als Anfänger gibt es verschiedene Herangehensweisen bei der Gestaltung. Man erhält einen guten Überblick und findet Grundlagen zum Wasser sparen, dem Erhalten von Saatgut und der Sortenauswahl. Hier fand ich besonders die Mischkulturtabelle und die To-Dos im Gemüsebeet nach Jahreszeit sehr hilfreich und übersichtlich. Es gibt inspirierende Anhaltspunkte, die sich genauer recherchieren lassen und viele schöne Fotos, die richtig Lust machen. Denn gerade jetzt im September kann man Kräuter ernten und haltbar machen. Es gibt also viele Tipps für das ganze Gartenjahr und man kommt sofort in die Umsetzung.
Die ansprechende Gestaltung und die Vielzahl an Tipps und Inspiration hat mich total überzeugt. Nützliche Adressen und ein Register am Ende machen es rund. Ich würde den Ratgeber Einsteigern und allen weiterempfehlen, die nicht genug von Inspiration für den Garten bekommen können und ihr Wissen stets erweitern möchten.
Unsterbliche Macht und Liebe
Immortal Longings von Chloe Gong
«Immortal Longings - Ein Spiel auf Liebe und Tod» ist eine tragische Fantasy-Geschichte, inspiriert von Shakespeares ‹Antonius und Kleopatra›.
Die Komplexität der Welt ist groß und detailreich, aufgrund der vielen geschichtlichen Hintergründe, Verschwörungen und Rivalitäten, was den Reiz ausmacht, wenn da nicht ausschweifende Beschreibungen einige Längen produzieren würden.
Der Schreibstil ist aber so bildhaft und einnehmend, dass man dies verzeihen kann. Die erste Hälfte brauchte ein bisschen, um die Welt aufzubauen und Atmosphäre zu erschaffen. Dabei geht es auch brutal und blutig zu. Danach vertiefte ich mich immer mehr und es machte Spaß, eigene Spekulationen aufzustellen. Die Charaktere und ihre besonderen Fähigkeiten sind interessant, besonders Calla, die Prinzessin und Antiheldin. Anton, der seine Jugendliebe retten möchte, schlägt ihr für die Spiele eine Allianz vor. Die tödlichen Spiele und die Dynamik der beiden war sehr fesselnd umgesetzt und hat mir am besten gefallen. Chloe Gong verleiht den geheimnisvollen Charakteren die nötige Tiefe, sodass man ausnahmslos mitfühlt und ihre Entwicklung glaubhaft nachvollziehen kann. Dazu kommt ein wendungsreicher und spannender Handlungsverlauf, der auf eine großartige Fortsetzung hoffen lässt.
Niedliches Achtsamkeits-Bilderbuch für Kinder
Ein Inne halten von Jutta Degenhardt
Die kleine Joni erzählt aus ihrer Sichtweise, wie sie ein Päckchen vor der Haustür findet und öffnet, während die Erwachsenen alle mit dem Umzug beschäftigt sind und gar nicht mitbekommen, was passiert. In dem Päckchen sitzt ein zartes Wesen. Auf der Kartonwand steht das Wort Inne. Die Inne ist entzückend und sieht aus, wie eine flauschige Mischung aus Schneehase und Eichhörnchen.
Joni gibt sich sehr viel Mühe, sich um das Inne zu kümmern und vergleicht es mit einem Kaninchen. Ist es hungrig? Möchte es spielen? Was braucht man, um ein Inne zu halten? Doch das Inne ist kein Kaninchen und möchte etwas ganz anderes.
Der Zeichenstil mit den kugelrunden Augen erinnert an japanische Manga, allerdings ist das Buch durchweg farbig und erzeugt eine warme und lebendige Atmosphäre. Überhaupt sind die Illustrationen schön und erstrecken sich oft über eine Doppelseite, während der Text sich im Hintergrund hält. Dadurch nimmt man das Buch immer wieder gern zu Hand. Ich finde auch die Wiederholungen gut gelungen, in denen die Unaufmerksamkeit der Großeltern und Eltern dafür sorgt, dass Joni die Sache selbst in die Hand nimmt. Das Ende ist zum Wohlfühlen und ein gelungener Abschluss.
Die Themen Achtsamkeit, Innehalten und familiäres Zusammensein sind präsent, jedoch nicht aufdringlich und bieten dadurch Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen. Richtig toll wäre es gewesen, wenn es dazu am Ende noch ein paar Anregungen im Buch gegeben hätte. Durch das Inne bekommt die Geschichte noch eine fantastische Komponente, und funktioniert wie eine wertvolle Merkhilfe, die im Alltag an das Innehalten und Wohlfühlen erinnert. Somit eine tolle Idee für Kinder und Erwachsene. Ich kann es nur empfehlen!
Ein fantastisches Reisetagebuch
Verborgene Fabelwesen der Meere von Florian Schäfer
Konstantin O. Boldt berichtet in einundzwanzig Kapitel und datierten Tagebucheinträgen von seiner zweiten Expedition, diesmal an Bord der Nautilus. «Verborgene Fabelwesen der Meere» beeindruckt mit einer aufwendigen Aufmachung und einer fantastischen Abenteuerreise in die mystische Welt der Seekreaturen, die übrigens keine Kenntnis vom ersten Teil voraussetzt.
Die Mischung aus historischem Kontext und fiktionaler Geschichte, ist sehr gelungen. Alles ist detailliert dargestellt, durch viele Illustrationen, Briefe, Unterlagen, Fotos, Steckbriefe der Expeditionsteilnehmer, Karten, Aufzeichnungen und Skizzen, die das Lesen und Entdecken zu einem echten Highlight machen. Es ist eine Zeitreise in das Jahr 1910/1911, weil sich alles harmonisch einfügt: die Schriftart, die Gestaltung der Seiten und natürlich auch der Schreibstil. Dadurch konnte ich beim Lesen richtig eintauchen und das Buch kaum aus der Hand legen. Es ist mitreißend, spannend und zudem noch lehrreich. Seeschlangen, Riesenkraken, Nixen, aber auch Geisterschiffe und Seelensammler rücken als Monster der Tiefe in den Fokus. Total toll fand ich auch den Querschnitt der Nautilus und generell die vielen liebevollen Ausarbeitungen, die dieses Werk zu etwas ganz besonderem machen.
Fazit: Ein Schmuckstück in jedem Bücherregal und eine fantastische Reise, die, dank vieler Details, zum Stöbern einlädt.











