Kunden em pfehlungen
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Interessante Einblicke
Der Raum dazwischen von Catherin Seib
Pferde faszinieren mich und mit einer allgemeinen Leidenschaft für Tiere, habe ich mir interessant Einblicke erhofft, ohne das ich große Erwartungen an das Buch hatte. Catherin Seib erzählt sehr angenehm und authentisch von ihren langjährigen Erfahrungen mit Pferden und der Tierkommunikation und vertrauten Verbindung.
Dabei geht es auch um ihr Pferd Milan, das letztes Jahr verstorben ist, und dem das Buch gewidmet ist. Die Autorin hat mich vor allem mit den persönlichen Schicksalen sehr berührt und auch gefesselt. Die Schilderungen sind emotional und waren durchaus lehrreich. Besonders ihre Gedanken zu Tod und Sterben nehmen viel Raum ein und sind aufschlussreich. Ich fand die beschriebe Verbindung interessant, besonders die geschilderten „Gespräche“ und Gedanken dazu. Ich kann verstehen, wem das zu esoterisch ist, aber es bietet besondere Einblicke, wenn man offen und neugierig bleibt.
Überraschend, fesselnd, fantastisch
Feuerjagd von Tana French
Als der Vater der 15-jährige Trey in das dörfliche Ardnakelty in Irland zurückkehrt, bringt er Unruhe und große finanzielle Pläne mit, die nichts Gutes befürchten lassen. Die vielschichtigen Figuren sind lebendig beschrieben, wirken lebensnah und haben einige Herausforderungen zu bewältigen, die schwierig zu durchschauen sind, was zur Spannung beigetragen hat.
Tana Frenchs Direktheit und kritische Kraft in allem, was nicht gesagt wird, ist bemerkenswert. Langsam entfaltet sich eine fesselnde Geschichte, die stetig ihr Tempo erhöht. Die Sogkraft war gewaltig und es wird sich nicht mit unnötigen Nebensächlichkeiten abgegeben. Zum anderen ist da das passende Setting eines nicht idyllischen Ortes mit einer beklemmenden Atmosphäre. Es war ein unvorhersehbares Lesevergnügen, und ein großartiger Krimi, der mich überraschen konnte und auf ganzer Linie überzeugt hat.
Poetisch und philosophisch
Die Unvollkommenheit des Glücks von Clara Maria Bagus
„Man kann sich nicht aussuchen, wen man liebt. Und wen man liebt, verändert alles.“
Es ist die Magie eines kurzen Augenblicks und ein einziger Kuss, der Ana und Lew in Erinnerung bleibt, nachdem sich ihre Wege wieder trennten. Abwechseln erzählt Clara Maria Bagus die Geschichte von zwei Menschen, deren Schicksal verbunden ist.
Die 42-jährigen Ana, eine destruktive Beziehung hinter sich, die ein ausgeprägtes Innenleben und eine depressive Schwere, das moderne Leben auszuhalten, von ihren Mitmenschen abgrenzt. Der 45-jährige Lew ist freiheitsliebend und unabhängig. Er zieht mit brennender Begeisterung in den Krieg und misst der düsteren Prophezeiung seiner Mutter keine Bedeutung bei, denn er muss es mit eigenen Augen sehen, um zu begreifen, das der Triumph des Krieges, „die Opfer nie rechtfertigen kann.“
Clara Maria Bagus schreibt von falschen Entscheidungen und Tiefschlägen und wie es gelingt, sich trotz aller Widerstände und Sackgassen ein neues Leben zu erschaffen, denn das Glück ist unvollkommen. Bagus versteht es, viele philosophische Gedankenanregungen poetisch und philosophisch einfließen zu lassen. Sei es der Sinn des Lebens, deren Lehrstelle die Religion einst füllte, oder das Hadern mit sich und der Welt. „Erst muss sie herausfinden, wer sie ist, was sie ausmacht, was sie will und was nicht. Nur dann kann sie ihren Platz finden.“ Manchmal ist das Buch schwermütig, die Beschreibungen des Krieges grausam, während sich die tieferen Details schärfen. Es lässt sich nicht vorhersehen, wie und ob Ana und Lew sich wiedersehen werden. Aber dieser Roman nimmt eine besondere Wendung, die spannend und mitreißend beschrieben wird und das Herz wärmt.
„Ein gutes Buch ist wie ein Gewand, das aus einem Stück Stoff des Universums für seine Leser gefertigt worden ist. In das man sich einhüllen und an dem man sich wärmen kann.“
Ungewöhnliche Entdeckung im Gerne
Verbrannte Gnade von Margot Douaihy
Schwester Holiday ist eine ungewöhnliche Nonne, mit einem komplizierten Verhältnis zu Gott. Die kettenrauchende Musiklehrerin, die gern Punkrock hört, polarisiert mit ihrem Aussehen und ihrer sexuellen Gesinnung. Sie ist willensstark, arrogant und einfach knallhart. Ich bin froh, dass die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt wird, denn für mich ist sie der ausschlaggebende Grund, in dieses Buch einzutauchen.
Ihre detektivischen Fähigkeiten sind gefragt, als sie mitansieht, wie der Hausmeister Jack bei einem Band ums Leben kommt und zwei Schüler verletzt werden, und sie herausfinden will, wer das Feuer gelegt hat. Dabei bleibt es nicht bei einem Verbrechen und schließlich gerät Schwester Holiday selbst ins Fadenkreuz der polizeilichen Ermittlungen. Der Auftakt dieser Reihe besteht auch aus vielen kurzen Rückblenden, die mehr über die bewegende Vergangenheit der Hauptfigur verraten. Was die Krimispannung im ersten Moment schmälert, verleiht der Figurenentwicklung mehr Authentizität und Tiefe, und es bleibt nicht bei einer unterhaltsamen Figur, wie die Ermittlerin Maggie Riveux beweist.
Insgesamt mochte ich die abwechslungsreiche und ungewöhnliche Art der wendungsreichen Geschichte, ganz besonders die poetischen Momente, die nicht ausbleiben, wenn es um eine Nonne geht und sich die Handlung in einem Kloster abspielt. Es gab kein Wort zu viel, keine unnötige Füllmenge und mit der Seitenzahl erhöht sich auch das Tempo und die Spannung. Ein düsteres Debüt mit einzigartiger Heldin und packendem Fall in New Orleans, welches mich sehr überraschen konnte.
Zusammenhalt, Freundschaft und vieles mehr
Unser Buch der seltsamen Dinge von Jennie Godfrey
Es ist eine Zeitreise in die Vergangenheit zu den Anfängen der 80er: die 12-jährige Miv und ihre beste Freundin Sharon sind unzertrennlich. Damit findet sich die persönliche Krise einer bevorstehenden Fern-Freundschaft in einer Mörderjagd nach dem Yorkshire Ripper wieder, um die Gegend wieder sicher zu machen und möglicherweise nicht umziehen zu müssen, während sich ein Gesellschaftspanorama eröffnet, welches viele dunkle Abgründe aufzeigt.
Jennie Godfrey hat viele Themen einfließen lassen, wobei das Erwachsenwerden und Freundschaft deutlich hervortreten.
«Das Buch der seltsamen Dinge» wühlt sehr auf und ist ergreifend, weil es einfühlsam von schwierigen Schicksalen, Ungerechtigkeit und wunderbaren Figuren erzählt, die eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Diese Mischung aus Spannung und großer Tragweite ist Jennie Godfrey hervorragend gelungen. Ich brauchte zwar einige Seiten, aber schließlich konnte ich mich der Sogkraft nicht entziehen. Ein abwechslungsreiches und packendes Buch, das zu überzeugen weiß. Sehr empfehlenswert für alle, die starke Figuren und herzzerreißende Geschichten mögen.
Abwechslungsreich und unterhaltsam
Genau so, wie es immer war von Claire Lombardo
Sehr umfassend, auf über 700 Seiten, erzählt Claire Lombardo mit faszinierender Beobachtungsgabe eine Familiengeschichte, in dessen Zentrum die 57-jährige Julia steht, die versucht ihre Familie zusammenzuhalten. Als sie am 60. Geburtstag ihres Mannes im Supermarkt einer alten Freundin begegnet (Helen - eine Figur, dir mir besonders gefallen hat), beginnt die abwechselnde Reise in Vergangenheit und Gegenwart als Mutter zweier Kinder, Ehefrau und Freundin.
Es ist ein Blick hinter die Fassade, die zwischenmenschliche Probleme in der Beziehung und Elternschaft zeigt. Bedeutend ist auch die Mutter-Tochter-Beziehung, die von einem schwierigen Verhältnis geprägt ist. Insgesamt gibt es ein paar Längen, aber es entsteht ein umfassendes Bild von Julia und dem Familienleben, dessen vielschichtige Entwicklungen und Verbindungen nahbar geschildert werden. Claire Lombardo greift dabei viele zeitgemäße Themen auf, die eine abwechslungsreiche Sichtweise ermöglichen und eine unperfekte Frau zeigen, die eine Fassade aufrecht erhalten möchte. Der versprochene Humor zeigt sich nur dezent in den Dialogen. Julias zynische Art lockert den Roman aber entsprechend auf.
Fazit: Eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Familiengeschichte zum miterleben, mit nahbarer weiblicher Hauptfigur und umfassendem Charakterbild.
Eine sehr lesenswerte philosophische Reise
Mitte des Lebens von Barbara Bleisch
«Mitte des Lebens» gibt keinen Weg vor und ist daher auch kein Ratgeber, sondern eine philosophische Betrachtung allgemeiner Aussagen, um „existentielle Fragen, die in dieser Phase aufbrechen können, klug und gewinnbringend zu bewältigen, sodass wir in der mittleren Jahren zur freisten Zeit unseres Lebens ansetzten können.
“ Dabei muss man es nicht insgesamt lesen, sondern kann sich auch die Kapitel vornehmen, die einen am meisten ansprechen. Sieben unterschiedliche Schwerpunkte (mit einer Lesedauer von je 30-50 Minuten) wie beispielsweise Sterblichkeit, Gefühle des Bedauerns und der Dankbarkeit, Sinnerfüllung oder die Lebenskrise als Kipppunkt.
Barbara Bleisch schreibt wunderbar geistreich, gewandt und einleuchtend. Der Aufbau und die Strukturierung finde ich sehr gelungen. Bleisch betrachtet das Buch als eine Karte, zur Navigierung durch die eigenen Möglichkeiten. Mir haben ihre akademischen Ausführungen, Rückschlüsse, herangezogenen philosophischen und literarischen Stimmen sowie anschaulichen Anregungen sehr gefallen, weil ich mich für Philosophie begeistern kann. Einige Abschnitte habe ich wiederholt gelesen, weil ich sie ganz aufsaugen wollte und ich habe zahlreiche Markierungen gemacht. Dabei kommen viele Fragen auf, die unweigerlich zum Weiterdenken anregen und zu persönlichen Erkenntnissen führen. Es war eine interessante Auseinandersetzung mit der eigenen Suche nach Rat, dem Älterwerden dem „Gefühl, sich nicht auszukennen, […ein] Moment persönlicher Verlorenheit, [der] philosophischer nicht sein könnte“. Daher betrachte ich dieses Buch tatsächlich wie ein Karte, die ich bestimmt noch öfter zur Hand nehmen werde. Ein großartiges Buch und sehr lesenswert, denn „gegenwärtig kommt die Generation der Millennials in der Lebensmitte an“ und dieses Buch füllt die nötige Leerstelle aus.
Literatur, Liebe und das Leben
Wir treffen uns im nächsten Kapitel von Tessa Bickers
«Wir treffen uns im nächsten Kapitel» ist die herzerwärmende Liebesgeschichte von James und Erin, die einst beste Freunde waren, die um den selben Menschen trauern, die sich verloren haben, weil sie an der Vergangenheit festhalten, die sich noch immer lähmt. Beide wollen sich beruflich und privat selbst finden.
Das Schicksal bringt sie mit einem Bücherschrank und der Leidenschaft fürs Lesen wieder zusammen - ohne, dass sie davon etwas ahnen, denn diese Liebe baucht dringend eine zweite Chance. Sie kennen sich in diesem kleinen privaten Buchclub nur als Kritzelqueen und Mystery Man, die Randkommentare in Bücher schreiben, die sie nacheinander lesen, bis sie sich in einem neuen Roman treffen. Dadurch entsteht ein ehrlicher, geistreicher und heilende Austausch, der immer persönlicher wird. Beide haben ihre Dramen und Schicksalsschläge in der Familie und Tessa Bickers gibt Einblicke, wie ihre Figuren damit umgehen, scheitern und daran wachsen. Dabei ist der Bücherschrank Ausgangspunkt großer Veränderung in mehreren Bereichen.
Im Verlauf des Romans habe ich mich gefragt, was James getan hat, dass die Freundschaft mit Erin und ihrer besten Freundin Bonnie zerbrach, und wie sie trotzdem ein Happy End bekommen. Die große Themenbandbreite, die sich rund um Bücher ansiedelt, erzählt lebensnah von Krankheit, Trauer, Schuldgefühlen, Entfremdung und Vergebung, während die Liebe wie ein hoffnungsvoller Leitstern durch den Roman führt. Ich mochte beide Figuren gern und mir hat diese Kommunikation über Bücher sehr gefallen. Besonders, als sie, mithilfe von Textstellen, über ihre Auffassungen von Liebe philosophieren, die sie nur aus Geschichten kennen. Das nahm im Verhältnis aber nur einen kleinen Rahmen des Romans ein, indem es hauptsächlich um die Verarbeitungen der Vergangenheit und Entwicklung der Figuren geht, und die Frage, ob sie zueinander finden.
Fazit: Angenehme und tiefgreifende Unterhaltung mit herzerwärmenden Momenten und sympathischen Figuren zum Abschalten.
Sehr faszinierend und kunstvoll bebildert
Von Eintagsfliege bis Grönlandwal von Lily Murray
Wie lange leben Tiere? Dieser Frage geht dieses eindrucksvolle Sachbuch kindgerecht und mit vielen Fakten auf den Grund. 27 Tiere werden, überwiegend auf einer Doppelseite, vorgestellt. Manchmal auch auf zwei Doppelseiten, wie der Monarchfalter, der in großen Schwärmen besonders beeindruckt. Die farbigen Illustrationen von Jesse Hosgson sind fantastisch und werden spektakulär in Szene gesetzt.
Das Cover gibt bereits einen kleinen Eindruck der künstlerischen Bilder aus dem Buch, die in Großformat noch mehr alle Blicke auf sich ziehen.
Der Aufbau ist sehr übersichtlich gestaltet: Es beginnt mit dem kürzesten Lebenszyklus und endet mit dem Längsten. Dabei ist die Auswahl der Tiere vielfältig - 5 Minuten oder erstaunliche 11.000 Jahre umfassen die Lebensdauer. Darüber hinaus erfährt man, wie die Tiere dieses Leben verbringen und es wird auch nachdem Warum gefragt, während es auch um den Schutz der Tiere und den Einfluss der Menschen auf die Lebensdauer geht.
Ich fand es schön, dass Fachbegriffe genutzt und die meisten erklärt wurden. Dadurch kann das Buch verschiedene Altersgruppen bedienen und auch für ältere Kinder lehrreich und faszinierend sein. Das macht es zu einem Sachbuch, welches auch Erwachsene zum Staunen bringt und daher zum gemeinsamen Lesen einlädt.
Interessant, aber keine Highlight
Der Vertraute von Leigh Bardugo
Luzia Cotado ist ein Hausmädchen mit magischen Fähigkeiten, die ihr als kleine Helferlein die Arbeit erleichtern, die aber nicht unentdeckt bleiben, was letztlich dazu führt, dass der „gerissenste und gefährlichste Mann Spaniens“, Antonio Pérez, der ehemalige Sekretär des Königs, auf Luzia aufmerksam wird.
„Der König verlangt nach Wundern, und Pérez hat versprochen, ihm welche zu liefern“. Don Víctor nimmt sie unter seine Fittiche und stellt ihr seinen Vertrauten Santángel an die Seite, der sie trainieren soll und zwischen denen sich eine Romanze entwickelt. Schließlich nimmt sie an einem Turnier teil und tritt gegen drei Kontrahenten in Prüfungen an. Die Handlung spielt im 16. Jahrhundert in Spanien, aber abgesehen von wenigen historischen Details, fehlte es mir gänzlich an Worldbuilding und Erklärungen zum bestehendem Magiesystem. Das Tempo nimmt nur gemächlich zu und es gibt einige Längen, die die Handlung nicht weiterbringen. Das Potenzial wurde nicht ausgeschöpft, denn sowohl die Charaktere, als auch entscheidende Momente, sind oberflächlich, distanziert und zeigen keine emotionale Tiefe. Auch das das Setting wirkte austauschbar. Das Ende konnte mich leider gar nicht begeistern und ließ einige Fragen offen, obwohl es sich um einen abgeschlossenen Roman handelt. Es war leider kein Highlight für mich, trotz interessanter Ansätze.











