Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985 :
Abenteuer am Wasser
Lotta entdeckt die Welt: Am Wasser von Sandra Grimm
Lotta entdeckt die Welt im Wald hat uns schon unglaublich gut gefallen. Daher war es nur selbstverständlich, dass auch Lotta entdeckt die Welt am Wasser bei uns einzieht.
Gemeinsam mit ihrer Mama, Hund Zottel und ihrem Teddy geht Lotta auf Wanderschaft und lernt die Flora und Fauna am Wasser kennen.
Und entlang des Baches gibt es wirklich sehr viel zu entdecken: grasen Pferde, eine Entenfamilie und Biber, die einen Damm bauen. Während Zottel all die interessanten Gerüche der Natur in sich aufsaugen, lässt Lotta ihr Boot auf dem Wasser fahren.
Es gibt wirklich unglaublich viel zu erforschen und sehen in dem kleinen, sehr liebevoll und bunt illustrierten Bilderbuch. Es ist wie sein Vorgänger sehr lehrreich und spannend für kleine Forscher und passt wunderbar in Kinderhände. Die Geschichte dazu ist einfach und kindgerecht ausgelegt und somit auch für ungeduldig Zuhörer*innen bestens geeignet. Neben den süßen Illustrationen ist auch die Gestaltung des Textes unglaublich schön. Direkte Reden sind groß hervorgehoben, teilweise ist der Text geschwungen und einige Worte sind fett gedruckt. Das Gesamtbild ist einfach wunderbar stimmig.
Ich kann dir das Buch sehr empfehlen, wenn du kleine Naturforscher ab 1 1/2 - 2 Jahren daheim hast.
Fazit:
Tiere, Pflanzen, Gerüche, Spiel, Spaß und Abenteuer. Sandra Grimm lädt dich ein die Natur am Wasser zu entdecken. Ich kann eine absolute Leseempfehlung für Kinder ab 1 1/2 Jahren aussprechen.
Mehr Spannung, mehr Action, mehr Verrat und mehr Geheimnisse
Keeper of the Lost Cities - Das Feuer (Keeper of the Lost Cities 3) von Shannon Messenger
Was für ein genialer dritter Band! Da denkt man, man hat den Überlick und dann legt Shannon Messenger noch eins drauf. Mehr Spannung, mehr Action, mehr Verrat, mehr Geheimnisse, mehr überraschende Wendungen - mehr von allem! Die Reihe steigert sich einfach mit jedem Teil.
Dieses Mal beginnt es damit, dass Sophie vom Hohen Rat den Auftrag erhält den berüchtigten Pyrokinetiker und Mörder Fintan zu heilen, um so an neue Informationen zur Geheimorganisaton Black Swan zu kommen.
Zeitgleich wird bei Alicorn Silveny, die sich mittlerweile in der Zuflucht befindet, ein Aufspürer gefunden. Hat jemand einen Anschlag auf das Alicorn geplant? Stecken Sophies Entführer, die nach wie vor nicht gefasst sind, dahinter? Schneller als Sophie sich ihre Wimpern auszupfen kann, werden sie und ihre Freunde in einen neuen Strudel aus Verrat, Intrigen und Gefahren gestürzt. Und ganz nebenbei versucht Sophie endlich hinter Jolies Geheimnisse und ihre Verbindung zu Black Swan zu kommen.
Wie schon bei den ersten beiden Teilen war ich nach wenigen Seiten in dem magischen Abenteuer gefangen. Un dieses Mal war es eine richtige Achterbahnfahrt der Gefühle. Shannon Messenger macht es Sophie wirklich nicht leicht und ich habe unglaublich mit der jungen Elfe mitgezittert und gelitten. Sophie wird mit Verlusten, Enttäuschungen und Anfeindungen konfrontiert. Vom Hohen Rat für seine Zwecke eingesetzt und gleichzeitig als Sündenbock an den Pranger gestellt. Und auch ihre Freundschaft zu Dex wird auf die harte Probe gestellt. Zudem hat Keefe wieder eine tragende Rolle, die dem fröhlichen Sonnenschein emotional ziemlich zusetzt und ihm vor gravierende Entscheidungen stellt.
Shannon Messenger legt in diesem Teil den Fokus noch mehr auf die Themen Freundschaft, Vertrauen, aber auch Familie. Waren es im zweiten Band Sophie und Keefe, die gemeinsam gekämpft haben, so sind es dieses Mal alle zusammen. Die Beziehung zu Fitz, seiner Schwester Biana, Dex und Keefe wird immer intensiver und Sophie lernt wie wichtig Vertrauen und gute Freunde sind. Denn diese wird sie in Zukunft dringend benötigen. Ich kann es jedenfalls kaum erwarten weiter zu lesen. Das Feuer hat zwar in gewisser Weise einen Abschluss gefunden, eröffnet jedoch am Ende die Türe zu einem weiteren spannenden Abenteuer.
Fazit:
Mehr Spannung, mehr Action, mehr Verrat, mehr Geheimnisse!
Shannon Messenger hat die Spannung auf den Höhepunkt getrieben und mich auf eine actionreiche, gefahrenvolle und emotionale Achterbahnfahrt mitgenommen. Ich bin begeistert!
Solltest du die Reihe noch nicht begonnen haben, dann ist jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt dafür. Unbedingt lesen!
Nicht sehr berauschend
Berauscht vom Leben von Jardine Libaire; Amanda Eyre Ward
Im Rahmen einer Diskussionsrunde durfte ich Berauscht vom Leben - Die Freiheit nicht zu trinken lesen. Ich selber hatte zum Glück nie Probleme mit Alkohol, wurde nie zu etwas gedrängt oder schief beäugt, wenn ich auf Partys nüchtern geblieben bin. Allerdings gibt es einige Personen in meinem persönlichen Umfeld, die die Grenzen des gesunden Genusses schon längst überschritten haben.
Es sind Menschen die mir wichtig sind, die mit mir auch offen über ihr Problem reden. Ich habe Berauscht vom Leben vorallem mit der Motivation gelesen mich noch besser über das Thema Sucht und Alkohol zu informieren und um vielleicht auch Tipps und Ratschläge weitergeben zu können. Leider muss ich letztlich sagen, dass das Buch komplett anders als erwartet war und ich mich, beziehungsweise mein Umfeld, darin überhaupt nicht wieder gefunden habe.
Die beiden Amerikanerinnen Jardine Libaire und Amanda Eyre Ward erzählen aus dem Nähkästchen wie sie es geschafft haben dem Teufel Alkohol Adieu zu sagen und ihrer beider Leben neu auszurichten. Und davor ziehe ich wirklich ganz aufrichtig meinen Hut. Durch viele persönliche Berichte habe ich erfahren, wie die zwei Autorinnen es geschafft haben unabhängig voneinander der Sucht abzuschwören, neue Hobbies gefunden haben und heute ein befreites Leben führen. Und jetzt komme ich auch schon zum großen Aber: Denn Jardine Libaire und Amanda Eyre Ward haben scheinbar das Privileg sich so gut wie alles leisten zu können. So habe ich manche Episode zwar sehr unterhaltend gefunden, die Ratschläge und Tipps dahinter für mich und mein Umfeld allerdings mangels des notwendigen Groschens als nicht umsetzbar abgetan. Zudem hat sich auf den rund 400 Seiten irgendwann insofern eine gewisse Ernüchterung eingestellt, als sich viele Dinge und Themen einfach gefühlt ständig wiederholen.
Ich für meinen Teil kann Berauscht zum Leben - Die Freiheit, nicht zu trinken leider nicht weiter empfehlen. Jener, der so wie ich diese Freiheit genießt, profitiert nicht wirklich von den Erfahrungen der Autorinnen. Und all jene, die diese Freiheit nicht mehr haben, werden hier nicht wirklich befriedigende und neue Ansätze finden, um aus ihrer Sucht auszubrechen.
Fazit
Berauscht vom Leben ist eine Sammlung von persönlichen Erfahrungen, Anektoden, Ideen und Rezepten, um ein vom alkohol befreites und trotzdem berauschendes Leben zu führen. Ich bewundere die beiden Autorinnen für das was sie geschafft haben und auch für ihren Mut, ihre Erlebnisse mit uns zu teilen. Leider habe ich mich bzw. mein Umfeld in den Buch nicht wieder gefunden, weshalb ich auch keine Empfehlung aussprechen kann.
Teezeit
Der Friesenhof von Fenja Lüders
Der Friesenhof - Auf neuen Wegen ist der Auftakt der Teehändler-Saga von Fenja Lüders, der mich mit einer turbulenten Familiengeschichte und einen Einblick in die Welt des Teehandels gelockt hat. Und was gibt's besseres als eine Kopje Tee in der kalten Jahreszeit?
Dank Fenja Lüders durfte ich eine nostalgische Reise nach Ostfriesland der Nachkriegszeit machen.
Die Autorin hat mich mit unglaublicher Leichtigkeit und viel Lokalcholorit durch die recht turbulente Familiengeschichte geführt, in deren Fokus die Schwestern Hanna und Gesa stehen. Hanna, die nach dem Tod des Vaters den Friesenhof als Bäuerin übernehmen will und Gesa, die ihrer Familie finanziell unter die Arme greifen will und eine Anstellung in einem Teekontor findet.
Der Friesenhof - Auf neuen Wegen ist eine Geschichte über starke und selbstbestimmte Frauen, die trotz zahlreicher Hürden und Widerstände von Außen ihr Glück im Beruf und in der Liebe suchen. Die Autorin greift dabei eine Vielzahl von Themen auf, angefangen bei den gesellschaftlichen Rollenbildern der damaligen Zeit, das Schicksal von Fremdarbeitern, den Nachwirkungen des Nationalsozialismus, bishin zu sexuellem Missbrauch. Und nebenbei habe ich etwas zur Geschichte des Ostfriesentees gelernt.
Fenja Lüders konnte bei mir auf jeden Fall mit ihrem wunderbaren Schreibstil punkten. Bildhaft, flüssig zu lesen und den Geist der Nachkriegszeit treffend. Und auch die zahlreichen Charaktere wurden sehr authentisch dargestellt, wenngleich auch etwas eindimensional.
Leider gab es aber auch ein paar Dinge, an denen ich mich beim Lesen sehr gestört habe. Diese betreffen in erster Linie die beiden Protagonistinnen, mit denen ich bis zum Schluss nicht so recht warm werden wollte und die sich beide durch Dinge, die sie tun, bei mir ins Aus geschossen haben. Aber auch Gesas Love Interest hat sich bei mir nicht gerade beliebt gemacht. Keno ist verheiratet und hat zwei Kinder, für die er die Verantwortung trägt. Doch diese vergisst er beim Anblick von Gesa irgendwie komplett. Jetzt hab ich aber eigentlich schon zu viel verraten. Fakt ist, dass mich die Liebesgeschichten der Schwestern eher zermürbt haben und ich diese auch nicht so unterstützen kann wie sie dargestellt werden.
Zuguterletzt habe ich auch den Einblick in die Welt des Teehandels vermisst. Ich kann nur mutmaßen, dass der zweite Band der Saga weiter darauf aufbaut. Ob ich diesen lesen werde, weiß ich allerdings noch nicht. Vorerst hat meine Zeitreise mit diesem Band geendet.
Wenn du gerne Familienromane liest, die sich mit Schicksalen in der Nachkriegszeit befasst und du für Zwischendurch eine schnelle und leicht zu lesende Lektüre suchst, dann kann ich dir Der Friesenhof empfehlen. Zum Must Read reicht es allerdings nicht.
Fazit:
Der Auftakt der Teehändler-Saga hat mich etwas zwiegespalten zurück gelassen. Einerseits wurde mir hier eine spannende, teils tragische Familiengeschichte präsentiert, andererseits konnte ich mich mit den Protagonistinnen nicht anfreunden.
Für Zwischendurch hat mich das Buch jedenfalls gut unterhalten und ich kann es dir empfehlen, wenn du eine schnelle Lektüre zum Einstreuen suchst und gerne aus dem Genre der Familiengenerationromane liest.
Spannende Krimi-Anthologie
Eifersucht von Jo Nesbø
Jo Nesbø habe ich in der Vergangenheit immer wieder gerne gelesen. Daher durfte auch Eifersucht bei mir einziehen. Zugegeben war ich dann doch sehr überrascht, denn vom Klappentext her habe ich anderes erwartet. Natürlich einen Kriminalroman...aber:
Eifersucht - das sind 7 Kurzgeschichten, 7 Morde, 1 Motiv.
Der Meister der skandinavischen Kriminalromane Jo Nesbø hat sich für seine Anthologie eine sehr menschliche Empfindung ausgesucht. Das Thema Eifersucht zieht sich wie ein roter Faden durch alle sieben Kurzgeschichten; mal mehr und mal weniger präsent, aber im Grunde doch immer das Tatmotiv. Teilweise sehr philosophisch hat sich Jo Nesbø mit der Thematik auseinandergesetzt. Eifersucht ist ein Gefühl, das selbstzerstörerisch sein kann. Das einem wütend und das uns blind machen kann. Und so lässt der Autor seine Figuren durch die verschiedenen Ausprägungen der nur all zu menschlichen Empfindung gehen. Die Frau im Flugzeug, die ihren Selbstmord in Auftrag gibt, der Mann in der Warteschlange am Kiosk, der sich vordrängelt, der Fahrer, der einen ihm sehr bekannten Ohrring am Rücksitz seines Taxis findet oder der Ehemann, dessen Frau ihm einen Seitensprung beichtet. Jeder von ihnen wird mit der Eifersucht konfrontiert.
Jene Short Story, die im Klappentext präsentiert wird, ist mit Abstand die längste im Buch und hat mir zugegebenermaßen auch am besten gefallen. Ich fand das griechische Setting einfach toll und zudem war sie für mich am wenigsten vorhersehbar. Ich wurde hier ganz schön auf die Folter gespannt und aufs Glatteis geführt. Spannend sind sie aber alle auf ihre ganz eigene Art und Weise.
Wenn du Jo Nesbø gerne liest oder den Autor vielleicht auch mal kennen lernen willst, dann kann ich dir diese Kurzgeschichten-Sammlung wirklich sehr ans Herz legen.
Fazit:
7 Kurzgeschichten zum Thema Eifersucht. Die eine länger, die andere kürzer, die eine mehr vorhersehbar als die andere, aber alle durchaus spannend geschrieben.
Jo Nesbø konnte mich gut unterhalten und ich kann die Krimi-Anthologie auf jeden Fall weiter empfehlen.
Sehr informativ und einladend gestaltet
Eifersucht von Jo Nesbø
Vor Corona habe ich öfter Seminare wie "Resilienz", "Mensch ärgere dich nicht" oder "Selbstmanagement" besucht. Ich bin daher kein kompletter Neuling auf dem Gebiet, frische mein Wissen aber ganz gerne auf bzw. möchte mir manche Dinge auch nochmal mehr verinnerlichen.
Resilienz für dich - Krisen sind Chancen! hat mich von der Optik und Aufmachung sofort angesprochen. bibo Loebnau führt uns mit klaren Worten und einer sehr guten Strukturierung durch das Thema der "psychischen Widerstandskraft". Ohne zu sehr auszuschweifen, klärt sie zunächst auf, was sich hinter dem lateinischen Begriff Resilienz eigentlich verbirgt, wie unser Gehirn dabei involviert ist und welche Bedeutung unsere Hormone bei der ganzem Sache haben. Klingt alles sehr hochtrabend...ist es aber nicht.
Nach den einleitenden Worten beginnt auch schon die Magie, besser gesagt der Wegweiser zur inneren Stärke. Was kann ich tun, um gestärkt aus Krisensituationen herauszukommen ohne daran zu verzweifeln? Wie stoppen ich mein Gedankenkarussel? Wie erlangen ich ein gesundes Selbstbewusstsein?
bibo Loebnau schreibt über Selbstliebe, Brain Fog, Achtsamkeit und was Ernährung und Bewegung bewirken können. Und damit das Ganze nicht zu theoretisch wird, gibt uns die Autorin praktische Übungen mit. Aufschreiben ist das Zauberwort. Man kann seine Gedanken direkt in die im Buch vorgesehenen Seiten eintragen. So zum Beispiel unter welchen Situationen du schon mal gelitten hast und was du daran ändern könntest, oder welche besonderen Begabungen du besitzt. Oder hast du schon mal ein Dankbarkeitstagebuch geführt? Das sind wirklich nur ein paar wenige Beispiele, um dir zu veranschaulichen was dich in dem Büchlein erwartet.
Wie gesagt, ich finde die Aufmachung und positive Optik toll. Das Inhaltsverzeichnis ist sehr übersichtlich und es geht klar daraus hervor, was dich im jeweiligen Kapitel erwartet. Du musst das Buch auch gar nicht chronologisch lesen, sondern kannst die Dinge, die dich gerade beschäftigen, schnell nachschlagen und dir Tipps holen. So habe ich das im Übrigen auch gemacht und werde es auch in Zukunft noch tun. Denn Resilienz für dich ist ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann.
Im Übrigen ist es auch für Neulinge auf dem Gebiet geeignet, da es einem nicht mit zuviel Fachchinesisch und Theorie erschlägt, sondern sich auf das Wesentliche konzentriert.
Sehr empfehlenswert!
Fazit
Du möchtest dich mit dem Thema Resilienz beschäftigen oder suchst Übungen bzw. Anleitungen, um deine inneren Stärken zu finden? Dann kann ich die bibo Loebnaus Eintragbuch sehr empfehlen. Das Buch ist sehr übersichtlich und toll strukturiert und allein schon die Farbgestaltung und Aufmachung versorgen dich mit positiven Vibes. bibo Loebnau bringt alles kurz und knackig auf den Punkt ohne zu sehr auszuschweifen und gibt dir praktische Übungen mit auf den Weg. Ein tolles Buch über Resilienz.
Urkomisch, schräg und mit viel Wärme
Merdyns magische Missgeschicke - Zaubern will gelernt sein!,1 Audio-CD, 1 MP3 von Simon Farnaby
Merdyns magische Missgeschicke war 8 Stunden feinster Hörgenuss. Als ich das Hörbuch entdeckt habe, hatte ich eindeutig den richtigen Riecher. Nicht nur, dass ich beim Hören oft richtig laut lachen musste. Mit Jürgen von der Lippe hätte man sich auch keinen besseren Sprecher für dieses urkomische, magische Abenteuer aussuchen können.
Simon Farnaby, den viele durch Paddington Bear kennen, hat eine unglaublich herzliche Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft zu Papier gebracht. Die Geschichte handelt von Rosie, ein Mädchen, das mit ihrer alleinerziehenden Mama, ihrem hochpubertierenden Bruder und ihrem ständig köttelnden Meerschweinchen Pupsie in London aufwächst. Rosie ist nicht besonders talentiert, hübsch oder gar beliebt, aber sie hat einen großen Traum. Rosie möchte singen! Und genau da kommt Merdyn der Mächtige ins Spiel. Dieser wird nämlich versehentlich vom Mittelalter in die Gegenwart statt in die Hölle, wo er eine Strafe hätte absitzen müssen, geschickt. Als also Rosies Auftritt in der Schule mächtig nach hinten los geht und diese samt Meerschweinchen Pupsie ihre Sachen packt um reißaus zu nehmen, trifft sie auf Merdyn. Die beiden handeln einen Deal aus. Rosie hilft Merdyn wieder in seine Zeit zurück zu reisen und Merdyn verspricht Rosie einen Sangeszauber.
Der übel riechende Zauberer Merdyn, der seltsamerweise wie Onkel Martin aussieht, das immerzu köttelnde und sprechende Meerschweinchen (das man im Übrigen nicht braten und essen darf) und die junge Rosie, die gerne ein Popstar wäre und nebenbei auch ihrer zerrütteten Familie helfen will, sind ein großartiges Trio. Merdyn, dem die moderne Welt ein riesengroßes Rätsel ist - warum nur wohnt in Rosies Handy eine Hexe namens Mama?! - tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste und sorgt für ziemlich viel Chaos. Und als ob das nicht schon genug Aufregung wäre, taucht plötzlich auch Merdyns größter Rivale auf und fordert den Zauberer zu einem magischen Duell heraus.
Mich hat die Geschichte rundum gut unterhalten. Jürgen von der Lippe hat ein großartiges Hörerlebnis daraus gemacht. Der aus dem Fernsehen bekannte Sprecher trifft genau den richtigen Ton. Seine Imitationen der verschiedenen Figuren sind einfach ganz großes Kino. Am Anfang eines jeden Kapitels sind Reime, die er sogar singt oder besser gesagt rappt. Und auch sonst ist seine Lesung einfach unglaublich lebendig und spaßig.
Das Buch ist im Übrigen in sich abgeschlossen. Allerdings scheint es der erste Teil einer Reihe zu werden. Ich werde natürlich Ausschau halten und hoffe, dass auch die Fortsetzung wieder von Jürgen von der Lippe gesprochen wird.
Fazit
Feinster englischer Humor, herrlich skurille Situationskomik und ganz viel Wortwitz!
Merdyns magische Missgeschicke ist ein großartiges, lustiges, chaotisches Abenteuer für Jung und Alt. Gleichzeitig ist Simon Farnabys Geschichte aber auch ein warmherziges Buch über Freundschaft und Familie.
Ich kann dir die Hörbuchfassung gelesen von Jürgen von der Lippe sehr ans Herz lesen. Die Lesung ist einfach perfekt. Super lebendig und mit viel Spaß gesprochen. Das spürt man einfach beim Hören!
Verstand und Gefühl
Perfect Day von Romy Hausmann
Was für ein großartiger Thriller! Ich habe Perfect Day tatsächlich innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Romy Hausmann schreibt unglaublich fesselnd. Ich hatte nach nahezu jedem Kapitel den Drang unbedingt weiterlesen zu müssen. Einfach richtig großartig!
Ann ist die Protagonistin dieses genialen Pageturners.
Anns Mutter ist an Krebs verstorben als Ann noch ein Kind war. Und so ist Ann wohlbehütet bei ihrem geliebten Vater, einem renommierten Universitätsprofessor, aufgewachsen. Als Anns Vater wegen des Mordes an 10 Mädchen - allesamt Kinder im Volksschulalter - verhaftet wird, bricht für Ann eine Welt zusammen. Es ist eine blutige Mordserie, die sich über einen Zeitraum von 14 Jahren erstreckt und deren Spuren zu Anns Vater führen. Dieser verweigert jedoch jegliche Aussage. Aber Ann ist von der Unschuld ihres Papas überzeugt und sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Was dann alles passiert, ist ziemlich nervenaufreibend, wendungsreich und hat mir mehrmals den Boden unter den Füßen weggezogen.
Romy Hausmann hat eine unglaublich einnehmende Art zu schreiben und ich fand den Aufbau des Buches einfach nur mitreißend und genial. Das Buch ist zum einen aus der Sicht von Ann geschrieben. Dazwischen sind Rückblenden aus Anns Kindheit eingestreut, die sich wie Auszüge aus einem Tagebuch lesen. Diese wechseln sich mit Kapiteln ab, die mit "Wir" betitelt sind, die märchenhafte Elemente in die Handlung einbringen und bei denen sich erst im Laufe der Handlung erschließt, um wen es geht. Besonders spannend fand ich zudem die eingestreuten Interviews mit dem Täter, die mir einen kalten Schauer über den Rücken haben laufen lassen.
Als ich zwischen Anns Recherchen und den weiteren Blickwinkeln hin und her gewechselt bin, wusste ich teilweise nicht mehr wo mir der Kopf steht. Ann ist ein schwieriger Charakter. Sie ist von ihrer Mission überzeugt und in ihrer Meinung festgefahren. Für Ann kann nur einer die Morde begangen haben. Und zugegeben, ihre Theorien sind schlüssig. Und doch blitzt immer wieder ein Zweifel durch. Oftmals verschiebt sich auch die Realität und so wie Ann war auch ich mir nicht mehr sicher was Traum oder Trugbilder waren und was sich wirklich zugetragen hat.
Ich hab eine Theorie nach der anderen aufgestellt, nur um sie alle wieder zu verwerfen. Habe geglaubt zu wissen, wer hinter den Morden steckt, nur um dann resigniert festzustellen, dass das gar nicht sein kann, um wenige Kapitel später, aber genau wieder diese Person vor Augen zu haben.
Romy Hausmann hat mich mehrfach auf falsche Fährten gelockt und ich wusste wirklich bis zum Schluss nicht wer bzw. welches Motiv hinter den grausamen Morden an den kleinen Mädchen steckt. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und es gab nochmal richtige Schockmomente.
Die Auflösung selbst ist ernüchternd, nahezu simpel im Hinblick auf das vorhergegangene Verwirrspiel, aber absolut passend.
Für mich ist Perfect Day ein ganz großes Highlight im Thrillerbereich. Wenn du gerne in diesem Genre liest und dich die Thematik "Kindermorde" nicht triggert, dann musst du Perfect Day einfach lesen.
Fazit
Mitreißend, mit Sogwirkung und unglaublich vielen unvorhersehbaren Wendungen. Ein meisterhaftes Verwirrspiel, bei dem sich Traum und Wirklichkeit oftmals vermischen und die Realität verschoben wird.
Perfect Day ist ein genial konstruierter Thriller, den man meiner Meinung nach gelesen haben muss.
Für mich ist das Buch ein Jahreshighlight, aber Achtung: Triggerwarnung wegen Kindermorden.
Ein aufwühlendes Portrait vietnamesischer Geschichte
Der Gesang der Berge von Phan Nguyen Que Mai
Mein erstes Buch im Jahr 2022 und bereits mein erstes Jahreshighlight, ja, sogar Lebenslesehighlight!
Die vietnamesische Autorin Nguyen Phan Quế Mai hat mich auf eine aufwühlende Reise durch Vietnam mitgenommen. Sie erzählt bildgewaltig und mit unglaublicher Intensität die Geschichte eines vom Krieg gebeutelten Landes und einer Familie, die trotz Hungersnöten, politischen Aufständen und Landenteignungen nicht die Hoffnung verloren hat.
Gleichzeitig ist Der Gesang der Berge ein Portrait starker Frauen und mutiger Heldinnen; ein Buch das von seinen Figuren getragen wird und anhand derer ich die Geschichte eines zerrissenen Landes kennen lernen durfte.
Es sind die frühen 1970er Jahre, in denen die 12-jährige Hu'o'ng bei ihrer Großmutter Diệu Lan im Norden Vietnams aufwächst. Hu'o'ngs Vater gilt auf den Schlachtfeldern als verschollen, ihre Mutter ist aufgebrochen, um den Vater zu finden. Während Hu'o'ng und ihre Großmama in dem vom Krieg gezeichneten Land versuchen zu überleben, erzählt Diệu Lan ihrer Enkelin ihre eigene Familiengeschichte, die in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ihren Anfang nimmt, als Familie Trần noch im Wohlstand gelebt und Ansehen genossen hat. Dabei werden die Ereignisse nicht chronologisch, sondern im Wechsel der Generationen, erzählt, wodurch unglaublich viel Spannung erzeugt wird und man trotz der Angst auf die nächsten Gräueltaten in einem Bann gezogen wird und unentwegt weiter lesen muss.
Nguyen Phan Quế Mai hat mich durch ein dunkles Kapitel vietnamesischer Geschichte geführt, das unbedingt erzählt werden muss. Familie Tran steht stellvertretend für Familien, die durch die französisch-japanische Besatzung, einen Bürgerkrieg und die Landreform der 1950er Jahre und den Schrecken des Vietnamkrieges zerrissen wurde. Es ist die Geschichte einer Familie, die viele Opfer bringen musste, Leid und Hungersnöte erfahren hat. Die Erzählung einer Mutter, die auf der Flucht vor den Landenteignern für ihre Kinder und ums nackte Überleben kämpft, immer die Hoffnung auf ein besseres Leben und eine glückliche Zukunft vor Augen und der Hoffnung, dass die Familie trotz politischer Widerstände wieder vereint wird. So habe ich unglaublich viel über die Geschichte eines Landes gelernt, über die Menschen, deren Sitten und Gebräuche.
Nguyen Phan Quế Mai schreibt sehr eindringlich und unglaublich bildgewaltig über das Leid und die Missstände der Bevölkerung. Zwischen den Zeilen schwingt aber immer die Hoffnung mit. Ganz wunderbar lässt sie vietnamesische Sprichworte einfließen, die poetisch anmuten, den Lesefluss auch in keinster Weise unterbrechen.
Mich hat der Roman zutiefst beeindruckt. Klare Leseempfehlung!
Fazit:
Eindringlich, intensiv, aufwühlend und bildgewaltig!
Nguyen Phan Quế Mai erzählt die Geschichte einer Familie, die im kriegsgebeutelten Vietnam auseinander gerissen wurde, ums Überleben kämpft und trotz aller Gräueltaten, politischer Unruhen und Missstände niemals die Hoffnung auf Wiedervereinigung und eine glückliche Zukunft verliert.
Für mich ist Der Gesang der Berge ein ganz großes Highlight, das unbedingt gelesen werden muss.
Tiefe Abgründe
Die falsche Zeugin von Karin Slaughter
Karen Slaughter ist für mich ein Garant für perfekt inszenierte und genial ausgeklügelte Thriller. Vorallem ihre Grant-County-Reihe rund um Gerichtsmedizinerin Sara Linton habe ich vor einigen Jahren verschlungen. Umso gespannter war ich auf das neueste Werk der Autorin und natürlich auch neugierig, ob Karen Slaughter mich auch mit einen Einzelband überzeugen kann.
Die falsche Zeugin handelt von Leigh, einer Anwältin, die beauftragt wird die Verteidigung eines mutmaßlichen Vergewaltigers zu übernehmen. Was Leigh nicht ahnt: sie wurde nicht zufällig ausgewählt. Die beiden kennen sich aus der Vergangenheit. Einer Vergangenheit die von Gewalt und Missbrauch geprägt ist. Und der Fall könnte Leighs komplettes privates und berufliches Leben für immer zerstören. Denn ihr Mandant weiß, welche Geister Leigh seit ihrer Kindheit verfolgen.
Karen Slaughter hat einen hochspannenden, die meiste Zeit über extrem fesselnden Pageturner zu Papier gebracht. Aber Achtung: Das Buch ist nichts für zartbesaitete Gemüter. Die Autorin ist bekannt für ihre sehr bildhaften und ins Detail gehenden Beschreibungen und auch hier macht sie davon Gebrauch. Man sollte sich beim Lesen auf explizite Beschreibungen der Tatorte und Hergänge einstellen; brutale und schockierende (Vergewaltigungs)Szenen, die nichts für schwache Nerven sind.
Die Handlung selbst umfasst zwei Zeitebenen - Leighs und Callies (Leighs Schwester) Vergangenheit und die Gegenwart, in welcher der Prozess und die Vorbereitungen für diesen stattfinden. Nebenbei lässt sie auch die aktuelle Corona-Politik in den USA mit in die Handlung einfließen. So erfahren wir Häppchenweise was sich damals zugetragen hat und welches Geheimnis Leigh so vehement zu schützen versucht.
Karen Slaughter lässt uns dabei tief in die Psyche ihrer Protagonisten blicken - in dunkle Abgründe und zerstörte Seelen. Dabei dreht sich alles um Schuld und Gerechtigkeit, um richtig und falsch. Und der Grat dazwischen ist schmal. Ich liebe einfach die Vielschichtigkeit, die Karen Slaughter ihren Charakteren verleiht. Diese sind größtenteils nicht einfach nur gut oder nur böse, sondern sie bewegen sich auf Pfaden dazwischen.
Und so habe ich gespannt verfolgt welche Entscheidungen Leigh trifft, habe mir ihr gezittert und gelitten.
Karten Slaughter hat mich auch eine packende, emotionale und intensive Fahrt mitgenommen, die gerade zum Ende hin mit einigen Schockmomenten und überraschenden Wendungen gepunktet hat.
Wie gesagt, ich fand den Plot genial und ich feiere den bildgewaltigen Stil von Karen Slaughter. Allerdings gab es eine Sache, die mir dann doch zu ausschweifend war. Leighs Schwester Callie ist drogenabhängig. Und als würde dieses Wissen nicht ausreichen, verliert sich die Autorin immer wieder in Callies Drogenproblem. Sie schildert sehr detailliert und langwierig was die Drogen mit Callies Körper und Geist machen....und das nicht nur einmal. Immer wieder tauchen wir in Callies von den Drogen gezeichnete Gedankenwelt ab. Mir war das dann doch zuviel des Guten, sodass ich diese Passagen irgendwann nur mehr überflogen habe.
Abgesehen davon hat mich Karen Slaughter mit ihrem Stand Alone absolut überzeugt. Klare Leseempfehlung!
Fazit
Wie weit würdest du gehen, um deine Lieben zu beschützen? Diese Frage habe ich mir mehrmals gestellt.
Intensiv, aufwühlend, schockierend und packend! Die falsche Zeugin ist ein Einzelband, der uns in die tiefen Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt. Karen Slaughter schreibt authentisch, bildhaft und und ungeschönt, was Brutalität und Gewalt betrifft. Das Buch ist nichts für schwache Nerven, aber absolut lesenswert.










