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Rezensionen von April1985 :

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Die Legende von Joya

Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel von Kiran Millwood Hargrave

Kiran Millwood Hargrave hat mich mit Der Winter des Bären bereits verzaubert. Das ist der Autorin mit Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel nun erneut gelungen. Ich war von der ersten Seite an gefesselt, wurde in ein mitreißenders Abenteuer hineingezogen und habe diese wundervolle Geschichte voller Geschichten innerhalb von zwei Tagen regelrecht inhaliert.

Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel ist ein ganz besonderes Buch. Kiran Millwood Hargrave erzählt einfühlsam und spannend, sowie einem Hauch Poesie die Geschichte eines jungen Mädchens, dass aufbricht, um ihre beste Freundin zu retten und dabei das Schicksal der gesamten Insel lenkt. Es ist ein großes und gefährliches Abenteuer, in das sich Isabella, die Tochter des Kartographen, stürzt, denn die Vergessenen Gebiete, in denen sich ihre Freundin Lupe verirrt hat, werden seit alten Zeiten von Dämonen heimgesucht, die Tod und Verderben bringen. Genauso wie einst Kriegerin Arinta in das Herz der ehemals schwimmenden Insel vorgedrungen ist und Joya vor dem Untergang bewahrt hat, macht es sich Isabella zur Aufgabe ihre Freunde und ihre Heimat zu retten.

Kiran Millwood Hargrave erzählt nicht einfach nur Isabellas mutige Reise. Es sind die zahlreichen Legenden und Mythen, die fein mit der Handlung verwoben, die Geschichte lebendig und magisch werden lassen. Dazu kommen überraschende Wendungen, eine düstere und teilweise unheimliche Atmosphäre, aber auch einige humorvolle Passagen, zu denen vorallem Henne La beiträgt. Isabellas Huhn ist nur einer von den vielen liebevoll und authentisch gezeichneten Charakteren, die ich ins Herz geschlossen habe. Ganz besonders der hilfsbereite Hüne Pablo, der wegen seiner außergewöhnlichen Stärke und riesenhaften Erscheinung als Außenseiter behandelt wird, hat sich in mein Herz geschlichen. Aber auch die naive Lupe, die Tochter des gnadenlosen Gouverneurs der Insel, hat mich nach anfänglichem Augenrollen begeistert, macht sie doch eine tolle Entwicklung durch. Über allem steht natürlich Protagonistin Isabella, welche fasziniert von den Mythen der Insel in die Fußstapfen ihrer Vaters tritt und mit Hilfe der Sterne die Vergessenen Gebiete erforscht.

"Die Sterne sind die ältesten Karten. Und die genauesten...Wenn du lernst die Sterne zu lesen, wirst du dich nie verirren."

(Zitat aus Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel, Seite 84)

Mich konnte Kiran Millwood Hargrave mit ihrer Geschichte über Freundschaft, Mut und Zuversicht unglaublich begeistern. Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel ist ein Abenteuer das berührt und einem von Anfang an mitreißt. Das Ende hat mich nochmal ziemlich aufgewühlt, mich traurig gestimmt, aber gleichzeitig auch Hoffnung vermittelt. Einfach wunderschön!


Fazit:

Poetisch, magisch, düster, schonungslos und hoffnungsvoll! Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel ist eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft und Mut mit authentischen Charakteren, unvorhersehbaren Wendungen und einem Ende, welches das Herz berührt. Ich habe Isabellas heldenhafte Reise gebannt verfolgt und kann sie wärmstens weiterempfehlen. Absolutes Herzensbuch!

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Die Legende von Joya
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Der Teufel ist in der Stadt

Die Sternenleserin und das Geheimnis der Insel von Kiran Millwood Hargrave

Würdest du das Geschenk der Unsterblichkeit annehmen? Ich bin mir da jetzt nicht mehr so sicher. Ich würde die Unsterblichkeit auch nicht mehr als Geschenk ansehen. Mila Ilbach hat sich mit dem sehr philosophischem Thema in ihrem Erstlingswerk auseinander gesetzt und in einem spannenden Fantasy Roman verpackt.

Ich habe das Cover gesehen, Untertitel und Klappentext gelesen und bin sofort angesprungen. Ich musste das Buch mit dem einprägsamen Titel 'Pantarch' einfach lesen. Und es hat sich definitiv gelohnt. Mila Ilbachs Idee und die Umsetzung des Themas ist auf jeden Fall gelungen. Und auch mit dem eher nüchternen Schreibstil bin ich sehr gut zurecht gekommen. Denn die Geschichte liest sich unglaublich flüssig und ist durch die Perspektivenwechsel der beiden Protagonisten Aurora und Evan auch sehr kurzweilig.

Die Geschichte handelt von Aurora deren Leben sich über Nacht schlagartig ändert. Nach einem schweren Autounfall erwacht die junge Ärztin als unsterbliches Wesen - einer Pantarch. Das Schicksal führt Aurora direkt zu Evan, ihrem Unfallgegner, der ebenfalls ein Pantarch ist. Aurora wird in eine sehr hierarchische Gesellschaft eingeführt, die nach strengen Gesetzen lebt. In dieser Welt wird schnell klar, mit welchen Opfern die Unsterblichkeit verbunden ist. Aurora wird gezwungen ihr bisheriges Leben komplett aufzugeben und den Kontakt zu ihren Freunden und ihrer Familie zu unterbinden. Doch Aurora lässt sich nichts aufzwingen. Sie kämpft trotz der lauernden Gefahr und der Bedrohung durch die anderen Pantarche, die ihre Gesellschaft schützen wollen, für ihr Leben und ihre Sterblichkeit.

»Unsere Sterblichkeit ist doch das, was jeden Moment besonders macht. Wie kann ich mich über meine Erlebnisse, Gefühle oder Erfolge ernsthaft freuen , wenn sie in einem Meer aus Unendlichkeit untergehen?« (Zitat)

Ich mochte Aurora und ihren Kampfgeist wirklich gerne, doch auch Evan habe ich trotz seiner verschlossenen und teilweise mürrischen Art ins Herz geschlossen. Evan hat sich im Gegensatz zu Aurora mit seinem Dasein als Unsterblicher schon lange arrangiert. Als Mitglied des Senates genießt er gewisse Vorzüge. Und er ist es auch, dem die Aufgabe zugeteilt wird, Aurora auf ihr neues Leben vorzubereiten...sie zu überzeugen.

»Wir können die Welt auf eine Art sehen und kennenlernen, wie Sterbliche es niemals können werden. Wir können Dutzende von Leben führen.« (Zitat)

Aurora und Evan sind zwei Protagonisten, die auf unterschiedlichen Seiten stehen und doch noch voneinander lernen können. Ich mochte die Dynamik und den Konflikt zwischen den beiden total gerne. Und damit es so richtig spannend wird, schickt Mila Ilbach mit Auroras Kollegen und Partner auch noch einen Menschen is Rennen, der Aurora helfen will ihr altes Leben zurück zubekommen, jedoch selber ein großes Geheimnis verbirgt.

Ja, das Buch steckt voller Rätsel und wirft eine Menge Fragen auf, die zum Teil auch beantwortet werden. Das komplette Geheimnis hinter den Pantarch wird aber noch nicht gelüftet. Ich hoffe zumindest, dass dazu und vorallem zum Ursprung der Unsterblichkeit noch Erklärungen folgen.

»Diabolus in urbi est!«...»Der Teufel ist in der Stadt« (Zitat)

Bei der gesellschaftlichen Struktur der Pantarch bedient sich Mila Ilbach am Regierungssystem der römischen Antike. Ein Kaiser herrscht über alle. Ihm zur Seite stehen Konsule und der Senat. Und auch so manche Charaktereigenschaft römischer Despoten hat die Autorin ihrem Herrscher und seinen Beratern verliehen. Nero, Cäsar und Caligula lassen schön grüßen.

Mila Ilbach konnte mich Kapitel um Kapitel neu überraschen. Und im letzten Drittel ist die Spannung dann auch am Höhepunkt angekommen. Sogar soweit, dass ich zugegeben etwas Angst vorm weiterlesen hatte. Ich nenne es eine mal böse Vorahnung, die sich auch bewahrheitet hat. Denn nach dem temporeichen Finale wartet ein gemeiner Cliffhanger!

Ein Herz ziehe ich ab, da mir das Ende dann ein bisschen zu schnell abgehandelt wurde. Meiner Meinung nach hätte man das Tempo in der ersten Hälfte etwas anziehen können, dafür die zweite Hälfte und das Finale etwas ausführlicher gestalten können. Das ändert aber nichts daran, dass 'Zwischenwelt Pantarch' ein absolut gelungener Dilogieauftakt ist, der mich auf jeden Fall fesseln konnte.

Fazit:

'Zwischenwelt Pantarch' ist ein Fantasy-Roman, der sich dem Thema Unsterblichkeit widmet. Es ist ein komplexes Thema mit philosophischem Ansatz und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Gleichzeitig ist das Erstlingswerk von Mila Ilbach aber auch mitreißend und spannend und erreicht zwischendurch auch Thriller-Niveau. Ich habe den Dilogieauftakt sehr gerne gelesen und freue mich nach dem fiesen Cliffhanger schon sehr auf die Fortsetzung.

Absolut lesenswert!

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Die Legende von Joya
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Die Monster sind los!

Freddy und Flo gruseln sich vor gar nix!,2 Audio-CD von Maria Kling

Im Mehrparteienhaus neben dem Friedhof ist mächtig was los. Alle Bewohner sind ganz aufgeregt, weil eine neue Familie eingezogen ist. Das besondere daran: Freddy, seine Schwester Flo und die Eltern sind ***Trommelwirbel*** Menschen! Ja, tatsächlich Menschen! Und die sind ja bekanntlich äußerst gefährlich!
Freddy, der sich wahnsinnig auf den Umzug freut, merkt schon bald, dass im Haus irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht und beschließt Beweise zu sammeln.

Ich hatte wirklich unglaublich viel Spaß beim Hören der Geschichte. Maria Kling hat ganz wunderbare Charaktere erschaffen, bzw. sollte ich sagen Persönlichkeiten. Denn wirklich jeder Bewohner des Hauses ist einzigartig auf seine eigene, zugegebenermaßen manchmal etwas skurrile, Art und Weise. So hat Bettina Blütenreich einen ganz leichten Blumenfetisch und Herr Dr. Mortis steht auf Blutorangensaft und leidet an furchtbaren Rückenschmerzen trotz 7-Zonen-Kaltschaummatratze. Die Nachbarn sind ein buntes Sammelsurium an sagenhaften Wesen. Es sind Vampire, Elfen, Hexen Werwölfe, Geister & Co., welche die Geschichte so unglaublich lebendig werden lassen. Für noch mehr "Realitätskick" kann ich die Hörbuchversion jedem empfehlen. Das Hörbuch wird ganz großartig von Martin-Uwe Kling gelesen. Man merkt wie viel Spaß er bei der Aufnahme hatte. Der Sprecher hat jedem Charakter eine ganz eigene Stimme verliehen und damit alle noch greifbarer gemacht.

Die Handlung selbst konnte mich ebenfalls überzeugen. Sie ist nicht nur spannend sondern vermittelt nebenbei die schöne Botschaft von Toleranz und Miteinander. Um es mit den Worten vom Postboten hassenden Wolfgang Wütke zu sagen

"Ihr seid doch in erster Linie keine Menschen, sondern unsere Freunde."
(Zitat aus Freddy & Flo fürchten sich vor gar nix!, Audiodatei Section 29)


Fazit
Werwölfe, Vampire, Hexen, Menschenkinder & Co.! Freddy & Flo fürchten sich vor gar nix! ist eine tolle Detektivgeschichte mit wertvoller Botschaft von Toleranz für Jung und Alt. Maria Klings toller Humor und Schreibstil wird wunderbar mit Mark-Uwe Klings facettenreicher Stimme ergänzt. Ich hatte unglaublich viel Spaß beim Hören der Geschichte und kann sie wärmstens empfehlen.

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Die Monster sind los!
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Fesselndes, fantasievolles Abenteuer!

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann von Kerstin Gier

Nachdem ich die "Edelstein-Trilogie" verschlungen habe und die Bücher seitdem zu meinen absoluten Lieblingen aus dem Jugendbuchgenre zählen, war klar, dass ich auch Kerstin Giers neuestes Werk "Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen" kann lesen muss. Man kann also schon sagen, dass meine Erwartungen entsprechend hoch waren.

Und zum Glück wurden diese auch zur Gänze erfüllt. Vergissmeinnicht hatte einfach alles im Gepäck was ich mir von einem fantastischen Abenteuer erwarte. Eine unglaublich bunte und fantasievolle Welt voll von Geheimnissen und zauberhaften Wesen, die direkt aus dem Märchenbuch entsprungen sein könnten sowie eine süße Liebesgeschichte.

Kerstin Gier hat es wieder einmal geschafft mich auf eine absolut geniale und fesselnde Reise mitzunehmen. Bereits der Beginn des Buches war derart spannend und mysteriös, dass ein Weglegen eigentlich gar nicht mehr möglich war.

Alles fängt damit an, dass Protagonist Quinn, unser smarte und coole Mädchenschwarm auf einer Party auf ein unbekanntes, mysteriöses Mädchen mit blauen Haaren trifft, welches Quinn vor einer großen Gefahr warnt. Und die Gefahr lässt auch nicht lange auf sich warten, denn noch am selben Abend ist Quinn auf der Flucht vor Wesen, die einem sonst nur in Albträumen erscheinen und er wird dabei schwer verletzt. Und der Spuk ist auch nicht vorbei, als Quinn aus dem Koma erwacht. Im Gegenteil, er sieht Dinge, die ihn an seinem Verstand zweifeln lassen. Und als ob er nicht schon genug Probleme damit hätte, dass er offenbar einen Schlag zuviel auf den Kopf bekommen hat, nervt ihm auch noch diese seltsame Luise - die eigentlich Matilda heißt - vom Haus gegenüber. Andererseits, warum sich nicht dem Mädchen anvertrauen, das einem sowieso egal ist....

Ich kann euch sagen, Quinn und Matilda sind einfach toll. Quinn, der zunächst den Eindruck erweckt er wäre total oberflächlich, ist eigentlich ganz anders. Er ist witzig, steht auf Fantasy und ist sehr sportlich, wobei er seit dem Unfall auf einen Rollstuhl bzw. Krücken angewiesen ist. Hilfe bekommt er von - wie Quinn sie nennt - "Grübchenface" Matilda, die es wirklich nicht leicht hat. Matilda kommt aus einer ziemlich gläubigen Familie, die ihr das Leben so richtig schwer macht. Und außerdem wird sie ständig mit ihrer doofen Cousine Luise verwechselt. Außerdem ist Matilda schon ewig heimlich in Quinn verliebt und das obwohl er sie als Kind in eine Mülltonne gesteckt hat. Der Zufall (in Form von Quinns Mum) bringt die beiden zusammen und katapultiert Quinn und Matilda in ein riesengroßes Abenteuer. Die beiden waren einfach großartig zusammen. Ich musste richtig oft laut und herzhaft lachen, wenn sie sich einen Schlagabtausch nach dem nächsten geliefert haben. Das Sprichwort "Was sich liebt, das neckt sich" kommt hier voll zum Tragen.

»Heißt das, wir sind jetzt offiziell verrückt?« Quinn lachte auf. »Ich fürchte schon. Aber es macht viel mehr Spaß, zu zweit verrückt zu sein.«
(Zitat aus Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann, Band 1)

Überhaupt hat mich Kerstin Giers Schreibstil wieder unglaublich begeistert. Witzig, schlagfertig und wahnsinnig bildhaft. Richtig angenehm, um darin für einige Stunden zu versinken.

Und von der Kreativität der Autorin brauche ich glaube ich gar nicht viel zu erzählen. Kerstin Gier öffnet unsere Augen und zeigt uns Dinge, die einem normalerweise verborgen bleiben. In Reimen sprechende Statuen, grinsende Totenschädel, geheime Portale, die in andere Dimensionen führen, Feen- und andere magische Wesen und ziemlich freche Wasserspeierdämonen namens Baximilian Grimm haben mein Herz erobert. Ja, vorallem für letzteren habe ich einen kleinen Fanclub eröffnet, auch wenn er leider nur einen kleinen Gastauftritt hatte. Ich hoffe, das ändert sich in den Fortsetzungen auf die ich jetzt schon ganz ungeduldig warte. Gerade das letzte Drittel und das Ende waren nämlich nochmal so richtig fesselnd und spannend, mit einigen überraschenden Wendungen und Gänsehautmomenten. Und natürlich möchte ich jetzt unbedingt wissen wie es weiter geht.

Fazit:
"Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann" aus der Feder von Kerstin Gier hat mich unglaublich begeistert. Ich feiere die charmanten und liebevollen, teilweise herrlich überspitzt gezeichneten, Charaktere, die fantastischen Wesen - allen voran Baximilian Grimm, den Nicht-Cousin von Xemerius, sowie die spritzigen Dialoge und den Humor der Autorin.

Ich kann den Trilogieauftakt allen Fans der Autorin und jenen, die es noch werden wollen, wärmstens empfehlen. Absolut lesenswert!

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Fesselndes, fantasievolles Abenteuer!
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Spitzzüngige und schwarzhumorige Urban Fantasy

The Stranger Times von C. K. McDonnell

Als erstes Buch im Oktober habe ich gleich mal The Stranger Times - Was, wenn die seltsamsten News die wirklich wahren wären? von meiner Leseliste befreit. Ich war einfach zu gespannt auf das Buch und hatte außerdem Lust auf eine gehörige Portion Humor. Und schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass ich The Stranger Times lieben werde.

In der Redaktion der 'The Stranger Times' wird ernsthafter, investigativer Journalismus betrieben. Untergebracht in einer ehemaligen Kirche mitten in Manchester liegt die heruntergekommene Redaktion, welche sich auf seltsame Vorfälle spezialisiert hat. Man möchte nicht glauben, was Augenzeugen alles so berichten. Aliens und Geistererscheinungen sind da noch die harmlosesten Dinge. Hannah, frisch geschieden und neu verarmt, bewirbt sich bei der Zeitung, die vom groß gefeierten und tief gefallenen Vincent Cromwell geleitet wird als "die neue Tina". Nichts ahnend, was das eigentlich für ein Posten ist, sagt Hannah zu und wird schon bald nicht nur mit seltsamen Kollegen, sondern auch mit seltsamen Ereignissen konfrontiert.

"Publikation sucht verzweifelten Menschen mit der Fähigkeit, mittels der englischen Sprache Sätze zu bilden. Vollidioten, Optimisten oder Menschen,die Simon heißen, müssen sich nicht bewerben."

(Zitat aus The Stranger Times, Seite 11)

Diese zwei Sätze ziemlich am Anfang haben bei mir einen Funken entzündet. Ich hab Tränen gelacht und wusste in diesem Moment einfach, dass ich das Buch lieben werde. Ich feiere CK McDonnells spitzzüngigen Schreibstil und den Zynismus, der zwischen den Zeilen hervor trieft.
Und dann sind da noch die herrlich schrägen und unkonventionellen Charaktere angefangen beim kautzigen und dem Alkohol nicht abgeneigten Chefredakteur Vincent Banecroft über den "es ist wieder Montag, da bring ich mich um" Reginald bis hin zur sehr gottesfürchtigen Sekretärin Grace, der eigentlichen Chefin der Redaktion. Achja, und Simon nimmt natürlich auch eine ganz besondere Rolle ein. Ich könnte noch einige mehr aufzählen, machs aber kurz, denn begeistert hat mich das gesamte Ensemble.

Die Handlung selbst ist - welch Überraschung - ziemlich skurril, aber auch unglaublich spannend. Dabei liegt der Fokus in der ersten Hälfte eher auf Hannah und dem Kennenlernen der einzelnen Charaktere. Ab der Hälfte wirds dann zunehmend übernatürlich und turbulent. Ja, der Autor weiß definitiv wie man die Leser*innen an die Seiten fesselt. Und er hat auch dafür gesorgt, dass ich unbedingt schnell weiter lesen will. Die Geschichte ist zwar abgeschlossen, einen Cliffhanger gibt's aber trotzdem. Ziemlich fies. Als Cherry on Top! Very British!

Fazit:

The Stranger Times ist spitzzüngige, schwarzhumorige und vor Zynismus triefende Urban Fantasy vom feinsten. Ich feiere den außergewöhnlichen Stil des Autors sowie die zahlreichen unkonventionellen und einprägsamen Charaktere und fiebere der Fortsetzung der als Trilogie angelegten Reihe entgegen.

Absolute Leseempfehlung!

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Ein bitterböses Weihnachtsmenü

SCHWEIG! von Judith Merchant

Der Stress zu Weihnachten und die liebe Familie können einem schon mal in den Wahnsinn treiben, aber was uns Judith Merchant hier serviert, übertrifft einfach alles. Schweig! ist familiärer Psychothriller mit Sogwirkung. Beklemmend, raffiniert, absolut böse und durchdrungen von Manipulation und Gift.

Unglaublich genial umgesetzt!

Judith Merchant hat mit Schweig! ein hochspannendes Kammerspiel zu Papier gebracht. Esther und Sue sind zwei Schwestern, die am Tag vor Heiligabend in Sues riesiger Villa im Wald aufeinander treffen. Esther macht sich Sorgen um ihre psychisch instabile Schwester Sue und möchte diese daher überreden das Weihnachtsfest im Kreise ihrer liebevollen Familie zu verbringen. Doch Sue ist wie immer abweisend. Sie will Esther loswerden. Denn wenn Esther nicht geht, passieren schlimme Dinge. Und dann setzt draußen ein Schneegestöber ein, welches die Schwestern dazu zwingt miteinander zu reden....Und eine Person wird die Nacht nicht überleben.

Judith Merchant lässt uns tief in die Gedankenwelt von Esther und Sue eintauchen. Dabei spielt sie geschickt mit den unterschiedlichen Wahrnehmungen der beiden. Was als harmlose Meinungsverschiedenheit zwischen Schwestern beginnt, nimmt schnell gefährliche Ausmaße an. Wir lesen abwechselnd aus Sicht von Esther und Sue, wobei sich dabei einige Szenen wiederholen, allerdings auch einen komplett neuen Blickwinkel zulassen. Und so entblättert sich im Lauf des Streitgespräches, das uns weit in die Vergangenheit mitnimmt, die komplette und zutiefst schockierende und beklemmende Wahrheit.

Zur Auflösung liefert auch Esthers Ehemann Martin einen Beitrag. Auch von ihm erfahren wir einige Dinge, die uns bei der Beurteilung der Situation weiterhelfen.

Es ist ein raffiniertes und perfides Verwirrspiel, das Judith Merchant mit uns spielt. Glaubt man in einem Moment noch zu wissen was los ist, ändert sich im nächsten Kapitel einfach alles. Dabei entwickelt die Geschichte eine enorme Sogkraft, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Im rasanten Tempo steuern wir, zahlreiche Wendungen nehmend, einem absolut unvorhersehbaren und ziemlich genialen Ende zu.

Absolute Leseempfehlung!



Fazit:

Schweig! ist ein Psychothriller, bei dem nichts so ist, wie es auf dem ersten Blick scheint. Und auch der zweite Blick ist trügerisch.

Judith Merchant hat in ihrem genialen Kammerspiel zwei wirklich unzuverlässige Protagonistinnen ins Rennen geschickt. Die Autorin spielt geschickt mit den Wahrnehmungen und serviert uns ein fesselndes, bitterböses, perfides, äußerst beklemmendes und vergiftetes Weihnachtsmenü.



Absolute Leseempfehlung für Fans von Psychothrillern mit einer besonderen Note.

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Ein bitterböses Weihnachtsmenü
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Vanitas

Die Hüter der fünf Jahreszeiten, Band 1: The Lie in Your Kiss (Romantische Fantasy - So aufwühlend wie der Herbstwind, so unvergesslich wie ein Sommerabend.) von Kim Nina Ocker

Mein erstes Buch von Kim Nina Ocker hat mir ganz wunderbare Lesestunden bereitet. Passend zum Herbstbeginn wurde mir ein ganz neuer und ziemlich magischer Blickwinkel zum Wechsel der Jahreszeiten eröffnet.

Bloom ist ein Wintermädchen. Hineingeboren in eine der vier mächtigen Wächterfamilien, welche über die Jahreszeiten herrschen, führt Bloom ein Leben voller Geheimnisse.

Denn niemand darf erfahren, was es mit dem Kreislauf der Jahreszeiten auf sich hat. Nicht einmal Bloom selbst ist in die Aufgaben ihrer Familie involviert. Ohne magische Fähigkeiten und als Kind aus einer verbotenen Liaison wird Bloom eher ausgegrenzt. Das ändert sich schlagartig als Blooms Cousin, der amtierende Hüter des Winters, stirbt. Als nächstgeborene wird Bloom nun das wichtige Amt zuteil in einer Zeremonie den Winter zu verabschieden und den Frühling einzuläuten. Doch auf dem Jahreszeitenball kommt alles ganz anders und ein einziger Kuss bringt den Kreislauf der Jahreszeiten gewaltig ins Wanken.

Kim Nina Ocker hat mit ihrer Jahreszeiten-Dilogie einen wirklich spannenden und faszinierenden Mythos geschaffen. Die Idee hinter den Hüterhäusern und wie wichtig diese für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes sind, konnte mich total fesseln. Und dann ist da auch noch die mysteriöse, vergessene, fünfte Jahreszeit, die ich genau genommen am genialsten finde.

Die Autorin hat ihr Jahreszeitthema wirklich unglaublich gut durchdacht. Es wirkt alles in sich stimmig. So zum Beispiel das Magiesystem, welches sich an der Natur und der jeweiligen Jahreszeit orientiert.
Wirklich passend fand ich auch die Gedankenspiele zum Klimawandel, dem Schmelzen der Polarkappen und Naturkatastrophen wie Hurrikans. Kim Nina Ocker hat damit ihrer Romantasy einen realitätsnahen Anstrich verpasst.

Bloom mochte ich als Protagonistin recht gerne, vorallem weil sie nicht auf den Mund gefallen ist. Zudem ist sie einfach erfrischend normal. Keine Superwoman, die alles auf Anhieb schafft. Bloom entwickelt sich sehr authentisch, sie macht Fehler und lernt daraus. Und sie verliebt sich, was weitreichende Konsequenzen hat. Neugierig geworden? Dann lest es selbst. Allen Romantikerinnen verspreche ich, dass Love Interest Kevo wirklich nicht zu verachten ist. Er ist geheimnisvoll, ein bisschen gefährlich, gleichzeitig aber auch sehr fürsorglich und hilfsbereit. Und er steht auf der falschen Seite. Ich denke man kann sich ganz gut vorstellen wie das ganze endet. Ziemlich gemein!

Sosehr mich die Geschichte letztlich mitreißen konnte, einen kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch. Der Einstieg war nämlich doch mit ziemlichen Längen verbunden. Die Autorin hat sich in unnötigen Wiederholungen und Erklärungen verrannt und das Tempo leider dadurch sehr gedrosselt. Ich empfehle allerdings dringend durchzuhalten, denn nach dem ersten Drittel nimmt die Geschichte Fahrt auf. Es wird schlagartig rasant, mitreißend und wendungsreich. Man fragt sich durchwegs wem man vertrauen kann und wem nicht. Und ich kann sagen, dass mich die Autorin teilweise sehr überraschen konnte.

Fazit:

Ein junges Mädchen, das ungeahnte Kräfte entfaltet, die Magie der Jahreszeiten, und eine junge Liebe entzweit durch eine Rebellion.

Kim Nina Ocker konnte mich mit ihrem lockeren und leichten Schreibstil und dem Jahreszeiten-Thema nach einem etwas langwierigen Start doch noch mitreißen.
Die Hüter der fünf Jahreszeiten ist ein packender und magischer Dilogieauftakt, an dessen Ende mein Herz kurz zum Schlagen aufgehört hat.

Ich kann das Buch all jenen empfehlen, die gerne leichte Romantasy lesen.

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Vanitas
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Atmosphärisch, genial, rätselhaft, Turton!

Der Tod und das dunkle Meer von Stuart Turton

Lasst uns die Segel setzen und in See stechen! Es gibt einen Mord aufzuklären. Der Teufel treibt an Bord der Saardam sein Unwesen und Leutnant Arent Hayes benötigt tatkräftige Unterstützung bei den Ermittlungen. Sein genialer Freund Detektiv Samuel Pipps, kurz Sammy, wurde nämlich selbst wegen eines schweren Verbrechens angeklagt und ist Gefangener auf dem verfluchten Schiff.

Hayes muss nicht nur seinen Freund vor der Hinrichtung bewahren, sondern auch die Saardam vor dem drohenden Untergang.

Schon die ersten Seiten haben mich unglaublich in den Bann gezogen. Stuart Turton ist einfach ein Meister der Manipulation und Atmosphäre. Ich durfte seinen unverkennbaren Stil bereits in 'Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle' kennenlernen und dieser findet sich auch in 'Der Tod und das dunkle Meer' wieder. Ein Genremix aus Krimi, Fantasy und Horror im historischen Kleid. Toll recherchiert, authentisch und doch der fiktiven Handlung angepasst. Einfach großartig!

Schauplatz ist dieses Mal die Saardam, ein Handelsschiff der Ostindien-Kompanie. Gemeinsam mit Sara Wessel, der Gattin des Generalgouverneurs, ermittelt Arent Hayes im Fall des ermordeten Aussätzigen, der den Untergang des Schiffes prophezeit hat. Und auch Samuel Pipps gilt es zu retten, denn dieser steuert geradewegs auf seine Hinrichtung zu. Was er allerdings verbrochen hat, weiß weder Sammy selbst noch sein Gehilfe Arent. Stuart Turton gibt eine Menge Rätsel auf, öffnet Türen, schickt uns allerdings auch auf zahlreiche Irrwege. Wie im Vorgänger schickt Turton eine Vielzahl an Verdächtigen ins Rennen - von adeligen Passagieren, über hochrangige Offiziere bishin zu dreckigen Matrosen. Man muss schon aufpassen, dass man den Überblick nicht verliert. Umso spannender haben sich aber die Ermittlerinnen gestaltet. Ich habe nach Sherlock-Holmes-Manier gerätselt, Schlussfolgerungen gezogen und Geheimnisse verfolgt. Ich war in den dunkelsten Winkeln der Saardam, habe Salzwasser auf der Haut gespürt und mich fast am Gestank dreckiger Kleidung übergeben. Ich war nicht einfach nur stiller Beobachter. Ich war aktiver Teil der Ermittlungen und Teammitglied von Hayes und Sara, zwei Protagonisten, die ich schnell lieb gewonnen habe. Arent Hayes, der Mann fürs Grobe, und Sara, die frischen Wind an Bord verbreitet hat.

Ja, das Buch lebt von seinen facettenreichen Charakteren - den Neidern, den Habgierigen, den Liaisonen. Es lebt von der unheilvollen Atmosphäre, der spürbaren Gefahr, die scheinbar hinter jeder Planke lauert. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Es ist ein echter Pageturner von Anfang bis Ende! Typisch Turton!

Fazit:

Das nächste Jahreshighlight ist gefunden. Stuart Turton hat mich wieder einmal an die Seiten bzw. an Bord der Saardam gefesselt. Der Tod und das dunkle Meer ist ein teuflisch guter Genremix. Ein Krimi mit fantastischen und gruseligen Elementen im historischen Gewand in dem nach Sherlock Holmes-Manier ermittelt wird. Ich feiere den neuesten Geniestreich und daher gibt's von mir auch eine absolute Empfehlung!

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Eine schöne Bescherung

Morgen, Klufti, wird's was geben von Volker Klüpfel; Michael Kobr

Kultkommissar Kluftinger ist mir schon länger ein Begriff. Bislang habe ich aber noch keinen Allgäu-Krimi mit ihm gelesen. Die weihnachtliche Kurzgeschichte ist mir fürs erste Kennenlernen perfekt vorgekommen, auch wenn es vielleicht noch ein bisserl früh dafür war. Aber lachen kann man ja bekanntlich das ganze Jahr über, also habe ich mich jetzt schon auf dieses irrwitzige Abenteuer eingelassen.

Bei den Kluftingers wird alles fürs frohe Fest vorbereitet. Ausgerechnet zwei Tage vorm Heiligabend stürzt die Erika beim Aufputzen vom Christbaum von der Leiter und muss zur Beobachtung ins Krankenhaus. Ein Umstand, der dem Herrn Kommissar gar nicht passt. Wer soll denn jetzt alles vorbereiten? Und dann kündigt sich auch noch der Schwiegerpapa vom Sohnemann Markus aus Japan an und das Chaos nimmt seinen Kauf.

Was für ein herrlicher Spaß kann ich euch sagen. Ich hab wirklich Tränen gelacht. Das grantelnde Urgestein lässt nichts anbrennen und stapft von einer Misere in die nächste. Vom großen Stromausfall übers sehr gewöhnungsbedürftige Glühweinkochen (ich wundere mich jetzt noch, dass keiner eine Lebensmittelvergiftung hatte) ist alles dabei, was an Weihnachten schief gehen kann. Natürlich wird dabei ganz schön übertrieben, aber sonst wärs ja auch langeweilig. Das Buch hat ein bisschen was von "Eine Schöne Bescherung" gewürzt mit einer Prise "Mundl".

Und auch auch sprachlich ist der Klamauk toll umgesetzt. Herrliche Dialoge im Allgäuer Dialekt gemixt mit Kluftis Kauderwelsch-Englisch. Durch die Verwendung der Umgangssprache haben die Charaktere, allen voran Kluftinger, eine richtig authentische Note bekommen.

Theoretisch könnte man das Buch sogar als Adventskalender lesen, praktisch habe ich die 24 Kapitel aber in einem Zug durchgesuchtet. Es ist ja doch eine zusammenhängende Geschichte. Als Kalender hätte es meines Erachtens besser funktioniert, wenn es 24 Einzelepisoden gewesen wären.

Als Klufti-Neuling kann ich das Buch wirklich empfehlen. Es hat sich sich ohne Vorkenntnisse super und leicht lesen lassen. Und ich bin mir sicher, dass auch eingefleischte Fans begeistert sein werden.

Fazit:

Herrlich chaotisch, urkomisch und wahnsinnig übertrieben! Das grantelnde Urgestein Kluftinger zeigt vor wie es nicht geht.

"Morgen, Klufti, wirds was geben" ist ein stilechter Klamauk mit spritzigen Dialogen im Allgäuer Dialekt und einem tollpatschigen und kautzigen Protagonisten. Ich hatte unglaublich viel Spaß beim Lesen der Weihnachtsgeschichte und kann das Buch sowohl Klufti-Neulingen, als auch eingefleischten Fans empfehlen.

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Eine schöne Bescherung
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Friends with Benefits und gegrillter Forelle

Someone like you von Jenny Holiday

Mondblumen, die Wünsche wahr werden lassen, Meerjungfrauen, Aquaman und Ananaspizza. Das sind die Dinge, mit denen ich die bezaubernde Bilderbuchstadt Moonflower Bay assoziiere. Fernab vom Stress der Stadt ist Moonflower Bay der perfekte Ort, um eine Auszeit zu nehmen. Das denkt sich auch Dr.

Nora Walsh als sie vorübergehend die Arztpraxis in der Kleinstadt übernimmt, nichts ahnend, dass sie das Idyll nicht mehr so schnell verlassen wird. Und ich wäre auch so gerne noch ein bisschen dort geblieben. Viel zu schnell war meine Pause vom Alltag vorbei.

Jenny Holiday hat mit 'Someone like you' einen richtigen Wohlfühlroman zu Papier gebracht. Die Autorin schreibt sehr locker, leich, unglaublich stimmungsvoll und bildhaft. Sie hat mir Moonflower Bay mit all seinen hilfsbereiten und liebevollen Einwohnern und tollen Traditionen sehr, sehr nahe gebracht.

Nora ist eine toughe Frau mit viel Empathie. Als Ärztin ist sie natürlich immerzu im Einsatz und sie engagiert sich großartig. Egal ob beim Organisieren von Impfaktionen oder als Urlaubsvertretung im Mermaid Inn. Nora ist dabei. Kein Wunder also, dass die Bewohner der Stadt sie nicht mehr gehen lassen wollen. Ganz besonders Einzelgänger Jake ist von Nora angetan. Durch einen schweren Schicksalsschlag gezeichnet hat sich Jake in sein Haus am See zurück gezogen. Und eigentlich hält sich der verschlossene Aquaman (es gibt wohl eine gewisse Ähnlichkeit mit Jason Mamoa) - im Gegensatz zum Rest- aus dem Leben anderer raus. Bei Nora klappt das allerdings nur halbherzig. Der hilfsbereite Hüne blüht im Noras Gegenwart regelrecht auf und die zwei werden auch schnell beste Freunde.....und mehr.

Jenny Holiday erfindet das Rad nicht neu. Ihre Geschichte ist vorhersehbar und wer Action sucht, der tut dies vergeblich. 'Someone like you' ist einfach ein zauberhafter Roman, bei dem man schon vorher weiß was einem am Ende erwartet. Keine bösen Überraschungen, kein großes Drama (nur ein kleines) und keine gehässigen Charaktere, die einem die Stimmung vermiesen. Es ist ein Buch, in das man sich einfach fallen lassen kann, das einem mit seinem humorvollen Passagen zum Schmunzeln bringt und bei dem es auch schon mal erwachsen und sexy wird.

Das große Drama bleibt wie gesagt aus, allerdings gibt's natürlich einen ernsten Teil, der dem Buch einen gewissen Tiefgang verleiht.

Ich kann nur sagen, ich habe mich pudelwohl gefühlt und mein Herz an Moonflower Bay verloren.

Fazit:

'Someone like you' ist eine wunderschöne Geschichte über Neuanfänge und zweite Chancen mit herzlichen Charakteren und einer zauberhaften Kulisse. Moonflower Bay ist ein Wohlfühlort, an dem Wünsche wahr werden. Durch Jenny Holidays fluffigen und bildhaften Schreibstil und ihrer Liebe fürs Detail war ich sofort im Geschehen, habe im Mermaid Inn eingecheckt, in Laws Bar Ananaspizza bestellt und auf Noras Terrasse gemeinsam mit Jake den Wellen gelauscht.

Ich kann das Buch allen romantischen Herzen empfehlen, die eine Auszeit vom Alltag brauchen.

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