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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

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Eine sehr erdende und auch sehr blumige Geschichte

Die Träume der Bienen von Patricia Koelle

Die Titel dieser Inselgärten-Serie sind nicht nur sehr poetisch, sie haben auch immer mit der im Buch erzählten Geschichte zu tun. In diesem dritten Band "Die Träume der Bienen" verleiht eine Biene der Protagonistin Sila ihren Künstlernamen, und nicht nur deshalb ist diese spezielle Bienenart eine wichtige Erinnerung an ihre Kindheit im Oderbruch, in der ehemaligen DDR.

Seit ihrer Flucht aus der DDR, als sie noch ein Teenager war, lebt Sila in Berlin und arbeitet in einer offenen Werkstatt mit ihrem On-Off-Partner Devin sowie Indra und Oswin, zwei rüstige Senioren. Sila ist gelernte Tischlerin, verziert aber sehr oft mit Brandmalerei Schaukelstühle und Schilder.

Aufgewachsen ist Sila in der DDR mit ihrer alleinerziehenden Mutter auf einem Loose-Hof. Als sie diesen Hof erbt, geht sie nach all den Jahren erstmals wieder zurück und stellt sich ihrer Vergangenheit. Sila möchte den Hof verkaufen, bringt ihn aber erstmal auf Vordermann. Beim jäten, Bäume zurückschneiden, Steinmauern ausbessern etc. hängt sie ihren guten und schlechten Erinnerungen nach, kommt mit sich und der Vergangenheit langsam ins Reine - und weiss was sie will. Bloss noch nicht wo.

Dies ist den Leserinnen aber schnell klar. Auch merken diese rasch, wo sich die Träume der Biologielehrerin Lexi erfüllen würden. Lexi fährt alle paar Tage nach Fehmarn, wo sie einen Garten besitzt. Sie liebt ihn und noch viel mehr liebt sie es, zusammen mit ihren Schülern zu gärtnern und ihnen alles beizubringen. Sie ist eigentlich glücklich, träumt aber von mehr.

Man spürt die Liebe der beiden Protagonistinnen zur Pflanzen- und Tierwelt. Beim Lesen hatte man die Rehe, Bussarde, Glühwürmchen und Bienen bildlich vor Augen und hörte das Nachtwächterhorn sanft ertönen.

Am besten liest man deshalb den grössten Teil dieses Romans draussen im Garten, auf dem Balkon, auf einer Parkbank oder auf einer Wiese und freut sich, wenn sich während der Lektüre eine Biene oder ein Vogel vorbeifliegt. Wie ein Gruss, der sagt, "hey, ich weiss, du liest von mir und meinen Artgenossen". So jedenfalls erging es mir, als eine Biene beim Nektar suchen vor mir herum schwirrte.

Die Lebensgeschichten der zwei Frauen sind interessant und Patricia Koelle gelingt es wie immer, diesen Geschichten, wie direkt aus dem Leben gegriffen, einen spannenden Touch zu geben.

Ebenfalls wie immer werden auch Ereignisse oder Schauplätze aus den Vorgängerbänden mit einbezogen. Man kann die Bände der Inselgärten-Serie als Einzelbände lesen - im Gegensatz zur Ostsee-Trilogie. Doch ich glaube, dass Mittendrin-Einsteiger nach der Lektüre die verpassten Bände auf jeden Fall nachlesen möchten, weil die Geschichten um die verschiedenen Gärten so ansprechend geschildert werden, dass man unbedingt wissen will, was es mit dem Mervin-Garten, dem Lese-Garten und allen anderen erwähnten Gärten auf sich hat. Ganz unabhängig von dem wunderschönen Schreibstil der Autorin.

Das Beste am Ende dieses dritten Bandes: dass man weiss, dass es mindestens noch einen Garten und dessen Geschichte zu entdecken gibt, in einem weiteren Band namens "Das Geheimnis der Grashüpfer". Und man von allen Protagonisten sicherlich nochmals hört und mitbekommt, wie es ihnen nach der letzten Seite ergangen ist.

Fazit: Superschöne, blumige und sehr erdende Geschichte in einem wundervollen Schreibstil erzählt.
5 Punkte.

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Eine sehr erdende und auch sehr blumige Geschichte
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Eine geheimnisvolle Insel

Die Roseninsel von Anna Reitner

Diesen Roman hab ich Samstagnacht begonnen zu lesen und Sonntagabend beendet - die Geschichte hat mich voll gepackt.

Liv braucht eine Auszeit und hütet für vier Wochen "Die Roseninsel" im Starnberger See. Sie ist die einzige Bewohnerin der Insel, auf der es nur zwei Gebäude gibt: eine alte herrschaftliche Villa und ein Gartenhaus, in dem im Erdgeschoss das Inselmuseum untergebracht ist und im Obergeschoss die Inselwärterwohnung.

In der Villa findet Liv in einem Versteck ein altes Tagebuch. Abgeschieden auf der Insel hat sie viel Zeit und beginnt es zu lesen und taucht alsbald, zusammen mit den Leserinnen, in die Geschichte von Magdalena, der fiktiven Tochter des bayrischen König Otto ein. Zusammen mit einer verwitweten Baronin, einer Hausangestellten und dem Gärtner Sepp lebt Magdalena einsam auf der Roseninsel mitten im Starnberger See.

Liv hat die Abgeschiedenheit bewusst gewählt, Magdalena nicht. Während Liv in den vier Wochen wieder zur Ruhe kommen möchte, bangen die Leserinnen um Magdalenas Schicksal. Anna Reitner schafft es, die Leserinnen sofort in den Bann dieser Erzählung rund um Magdalena zu ziehen.

Den Erzählstrang um Liv ist zwar auch nicht uninteressant, bildet aber eher die Rahmenhandlung und verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart. Viel spannender und geheimnisvoller empfand ich Magdalenas Lebensgeschichte, man hofft stark für sie, dass es gut für sie ausgeht.

Die Charaktere sind der Autorin toll gelungen, einerseits Liv, die nur ihre Ruhe will, dann aber doch langsam auftaut, andererseits Magdalena, die sich mit ihrem Schicksal nicht anfreunden will. Baronin Zeiss konnte ich mir nur zu gut vorstellen - herrje, da staunt man, wie Magdalena diese Frau ausgehalten hat. Viele Sympathiepunkte bekommt von mir der Gärtner Sepp, Oma Rosi und auch Johannes, der Liv so nimmt, wie sie ist.

Wer Rosen, Rosengärten, Geheimnisse, Archäologie und die bayrische Geschichte mag, wird auch diesen Roman mögen, da bin ich mir sicher.

Fazit: Eine geheimnisvolle und sehr interessante Geschichte um ein verstecktes Tagebuch, bzw. um dessen Schreiberin, die ich mit Vergnügen gelesen habe.
4 Punkte.

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Eine geheimnisvolle Insel
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Spannungsarm

Tod im Buckingham Palast von C. C. Benison

Ich lese sehr gerne Krimis, bei denen die Queen ermittelt. Deshalb freute ich mich auf die deutsche Übersetzung des ersten Bandes einer dreiteiligen Krimiserie von C. C. Benison.

Jeder der drei Bände spielt auf einem Schloss. Band 2 auf Sandringham, Band 3 auf Windsor Castle und der vorliegende erste Band, wie man dem Titel leicht entnehmen kann, im Buckingham Palast.

Dieser Krimi kommt inhaltlich sehr ähnlich daher, wie Anfangs Jahr das ebenfalls übersetzte "Das Windsorkomplott" von S. J. Bennett. Hier ist es aber nicht die stellvertretende Privatsekretärin die der Queen hilft, sondern ein 20jähriges Hausmädchen namens Jane Bee.

Jane kommt aus Kanada und ist nach einer Europareise ziemlich pleite bei ihrer Grosstante Grace untergekommen. Um ein bisschen Geld zu verdienen, arbeitet sie nun als Hausmädchen im Buckingham Palast. Hier freundete sie sich mit dem Lakaien Robin Tukes, einen Landsmann von ihr, an und verbrachte öfters mal ihre Freizeit mit ihm. Deshalb ist sie sehr betroffen, als er eines Tages plötzlich tot vor den Gemächern der Queen liegt.

Noch mehr geschockt ist Jane, als sie hört, dass es sich dabei um einen Selbstmord handeln soll. Das passt nicht zu Robin, findet Jane Bee. Auch nicht, dass der schwule junge Mann ein schwangeres Hausmädchen heiraten wollte und dies erst vor einigen Tagen verkündete. Sie ist skeptisch und beginnt Fragen zu stellen - und bald schon tut sie dies im Auftrag Ihrer Majestät, der Queen.

Der Autor beschreibt einen Ablauf, der so tatsächlich hätte stattfinden können, in seiner ganzen Länge. Das wirkte sehr authentisch.

Was mir aber hauptsächlich auffiel, ist, dass der Krimi tatsächlich sehr in die Länge gezogen wurde. Oft wurden zu detailliert Nebensächlichkeiten geschildert und noch viel öfters wurde alles, was Jane oder die Queen herausgefunden haben, nochmals und nochmals wiederholt.

Auch am Ende, als die Leser bereits wussten wer für Robins Tod verantwortlich war und nur noch kleine Details fehlten, wurde alles genauestens ein weiteres Mal repetiert.

Es war nett mit Jane Bee im Buckingham Palast, manchmal auch humorvoll, aber hauptsächlich viel zu langweilig. Und das lag nicht daran, dass die englische Originalausgabe bereits 1997 erschien. Anstatt den Krimi in zwei Tagen auszulesen, las ich fünf Tage daran. Es bedurfte viel Disziplin meinerseits den Krimi auch wirklich zu Ende zu lesen, anstatt einfach abzubrechen.

Fazit: Ein sehr spannungsarmer und viel zu detaillierter Cosy Krimi.
3 Punkte.

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Spannungsarm
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Erwartungen wurden nicht erfüllt

Bittersüße Zitronen von Luca Ventura

Als Enrico Rizzi nachts auf dem Heimweg ist, kommt ihm ein Fahrzeug mit überhöhter Geschwindigkeit entgegen - das kurz darauf verunfallt. Rizzi eilt sofort an die Unglücksstelle und kann nur noch den Tod von Elisa, einer jungen einheimischen Frau, feststellen.

Die Mühlen mahlen langsam auf Capri und so will niemand ausser Augenzeuge Rizzi daran glauben, dass es nicht einfach ein Unfall, sondern ein Mordanschlag war.

Er nimmt die Ermittlungen trotz Gegenwind auf, und als bald darauf jemand angegriffen wird, ist allen klar, dass da mehr dahinter steckt.

Enrico Rizzi würde am liebsten alleine ermitteln und schickt Antonia Cirillo nur auf Botengänge. Das ist ihr zu langweilig und so macht sie es Rizzi nach und ermittelt auf eigene Faust, quasi parallel. Beide finden einiges über die betroffenen Familien heraus, alles könnte ermittlungsrelevant sein. Am Ende sind sie auf der richtigen Spur.

"Bittersüsse Zitronen" hat mich unterhalten, ich habe den Band zügig ausgelesen.

Doch mit einem spannenden Krimi kann dieser zweite Capri-Krimi-Band nicht mithalten. Als leichter Spannungsroman mit viel lokalem Flair kann diese Story durchgehen, aber halt nicht wirklich als Krimi.

Das Ende hat mich enttäuscht, obwohl ich es so ähnlich geahnt habe und es im realen Leben wohl ganz oft solche Fälle von rivalisierenden Familien gibt. Und wäre bei denen kein Rizzi in der Nähe, würden sie einfach als Unfall abgehakt und nie nachgeforscht, was tatsächlich dahinter stecken könnte.

Was mich auch sehr störte, war, dass Rizzi und Cirillo kaum miteinander gesprochen haben. Es las sich, als wären einfach beide von sich aus am selben Fall interessiert, aber würden sich kaum kennen. Die beiden sind wahrlich kein Dreamteam, und das liegt nicht an ihrem unsympathischen Vorgesetzten. Nach dem ersten Band dachte ich, die beiden Einzelgänger hätten sich zusammen gerauft. Doch dem war nicht so.

Der erste Band hörte sich vielversprechend an, doch dieser zweite Band konnte meine Erwartungen nicht erfüllen und deshalb werde ich einen allfälligen dritten Teil wahrscheinlich nicht mehr lesen.

Fazit: Es ist zwar ein unterhaltender Roman, aber leider weder spannend noch wirklich interessant.
3.5 Punkte.

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Erwartungen wurden nicht erfüllt
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Ein nachdenklicher Pellegrini

Der Commissario und ein altes Geheimnis von Dino Minardi

Im dritten Band der Krimiserie, die im norditalienischen Como angesiedelt ist, bekommt Kommissar Marco Pellegrini Besuch aus Mailand. Die Guardia di Finanza haben Hinweise auf Marcos Freund Luca, der vor einigen Jahren bei einem Unfall verstarb, gefunden. Nun soll Pellegrini über Luca Auskunft geben - auch darüber, was er nach Lucas Tod machte.

Sein damaliges Verhalten - monatelang in Europa herumzugondeln - aus Trauer und Enttäuschung entstanden, macht ihn verdächtig.

Allerdings muss er sich nun auch erstmals richtig mit Lucas Tod auseinandersetzen. Hat sich das damals wirklich so abgespielt wie auf den ersten Blick gedacht, oder steckt da mehr dahinter? Kannte er Luca zu schlecht oder zu gut?

Mit seinen Gedanken derart beschäftigt hat Pellegrini so gar keine Lust, sich um den neuen Fall - ein getöteter Jugendlicher und gleich drei Mädchen wollen die Täterinnen sein - zu kümmern. Er gibt ihn an Claudia Spagnoli ab und kümmert sich um den Fall Luca.

Alle, die die zwei Vorgängerbände gelesen haben, wissen, dass dies unweigerlich zu Spannungen mit Fabio Cunego führt. So ist nicht nur Pellegrini, sondern auch Claudia mit ihren eigenen Gedanken und Gefühlen vollauf beschäftigt.

Nachdenklich kommt dieser dritte Band rüber. Ermittelt wird zwar, aber eher zweitrangig. Im Mittelpunkt steht Pellegrini auf seiner Suche nach der Wahrheit. Die Wahrheit, die mit Lucas Tod zu tun hat und vor allem auch die Frage, was Marco im Leben wirklich wichtig ist.

Nichtsdestotrotz ist auch dieser Band spannend und sorgt mit einem Undercover-Einsatz für ein bisschen Nervenkitzel. Nachdem nun vieles geklärt ist, bin ich gespannt, wie sich die Entwicklungen von "Der Commissario und ein altes Geheimnis" auf den vierten Band auswirken und freue mich darauf.

Das Setting, die Stadt am Lago di Como gelegen, gefällt mir nach wie vor und macht sicher nicht nur mir Lust, sich Pellegrini und Spagnolis Wirkungsstätte selbst einmal genauer anzusehen.

Fazit: Ein eher ruhiger Pellegrini, der aber ebenso interessant daher kommt wie die beiden Bände zuvor.
4 Punkte.

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Ein nachdenklicher Pellegrini
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Ganz viel Nordseefeeling

Leuchtturmträume von Tanja Janz

Der Prolog liest sich dramatisch. Man spürt danach, was passiert sein könnte und weshalb Anneke nun als Hoteltesterin arbeitet. Keinen näheren Kontakt mehr zu ihrer Familie zu haben, weil sie die Arbeit vorschiebt, überall zu sein und nie zur Ruhe kommen, damit sie keine Zeit für Grübeleien hat.

Doch als Anneke nach St. Peter-Ording geschickt wird, um romantische Hotspots zu suchen, trifft sie auf ihren Ex-Freund Raik - jetzt muss sie sich ihrem Gedankenkarussell stellen und kann nicht davon laufen.

Während sie nun ihren Job erledigt - der mir auch gefallen würde, gut bezahlt Sightseeeing zu machen - kann sie weder Raik noch allem, was sich in ihr in den letzten Jahren aufgestaut hat, nicht entkommen. Anneke merkt selbst, wie festgefahren sie darin ist, obwohl sie ihrer neuen Freundin Wenke gegenteilige Tipps gibt. So wird diese Geschäftsreise eine Reise zu sich selbst. Aber vor dieser tollen Kulisse durchzogen von Salzluft kann man ja auch gut durchatmen und so ist es auch ein Klacks für sie ihren Job zeitgleich zu erledigen. Wobei ihr Raik und einige Einheimische sehr gerne dabei helfen.

Der Roman ist so entspannend, wie für Anneke eine Bernsteinmassage - gemütliche Lesestunden sind garantiert.

Fernweh kommt auch auf. Indem wir die Nordsee zusammen mit Anneke entdecken, ist das Lesen dieses Romans praktisch ein Ersatz für das momentane nicht reisen können.

Autorin Tanja Janz schafft das eh immer. In ihren Büchern fühlt man sich wohl, und wenn man ihre Bücher nicht vor Ort in St. Peter-Ording lesen kann, macht das gar nichts, man hat das Gefühl, man sei eh dort.

Fazit: Erneut ein schöner Roman aus der Feder von Tanja Janz - mit ganz viel Nordseefeeling.
4 Punkte.

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Ganz viel Nordseefeeling
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Immer wieder begeistert

Bernsteinsommer von Anne Barns

Endlich wieder ein Anne Barns-Roman mit schönem Cover! Die Dinge darauf spielen alle eine wichtige Rolle im Roman, so dass man von einem wirklich gelungenen Cover sprechen kann.

Das Wallholz - die ausgebildete Konditorin Christina hat ein eigene Café, doch das Haus müsste dringend renoviert werden und ganz so glücklich ist sie mit ihrem eigenen Angebot auch nicht.

Zum Glück wird sie von Aushilfe Emma und der mittlerweile fest angestellten Liljana unterstützt, die drei sind durch die Arbeit im Café zu Freundinnen geworden.

Alte Fotos und gemalte Bilder - tauchen im Laufe der Geschichte immer wieder auf. Der Roman beginnt auch mit einem gemalten Bernstein, über den später gerätselt wird.

Eine Gedichtsammlung - Lukas, der ehemalige und viel jüngere Nachbar und jetzige Kommissar hat Christina früher Gedichte geschrieben. Nun steht sie ihm plötzlich wieder gegenüber.

Muscheln - und andere Fundstücke aus dem Meer findet Christina mit Pia und Jana in Rügen bei einem Strandspaziergang.

Bernstein - am Strand gefunden, gemalt und am Ende das letzte, fehlende Teil im Puzzle einer Familiengeschichte.

Was auf dem Cover fehlt - ist das, was all die Dinge miteinander verbindet.

Ausgelöst durch die immer akuter werdende Krankheit Alzheimer, von der Christinas Vater Gregor betroffen ist und seine dadurch losen Erinnerungen, die er erzählt, aber sogleich wieder vergessen hat, sowie Bilder, die Christina in seinem Büro entdeckt, nimmt sie Kontakt zu der Cousine ihres Vaters auf. Es ist Thea, die Nachbarin on Oma Anni, die allen Leserinnen aus den Rügen-Romanen gut bekannt ist. Thea und Ludwig können Christina zum Teil weiter helfen, doch alles wissen auch sie nicht.

Ich fand es toll, für einmal nicht bei Oma Anni, sondern im Nachbarhaus Gast zu sein und Thea noch besser kennen zu lernen. Als Leser erholt man sich fast so gut wie Christina, der die Auszeit auf Rügen sehr gut tut und sie erdet.

Doch der Roman spielt mehrheitlich nicht an der Küste, sondern in Frankfurt und Hanau. Mir hat das gut gefallen, diese Kombination Auszeit an der Küste und Weiterleben in der Stadt. Denn nicht jeder kann nach einem Ferienaufenthalt an der Küste bleiben und alle Zelte abreissen und in Meeresnähe sein Leben neu beginnen.

Gregors Krankheit und was das mit seinen nächsten Verwandten macht, wird von Anne Barns sehr empathisch geschildert. Auch die erweitere Familiengeschichte, was mit der achtjährigen Grete aus dem Prolog geschieht, ist eindrücklich beschrieben und hält die Leserinnen in permanenter Spannung.

Fazit: Trotz den aufwühlenden Themen schafft es Anne Barns auch mit "Bernsteinsommer", dass man den Roman nicht aus der Hand legen möchte und man am Ende einfach nur wieder begeistert ist.
5 Punkte.

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Immer wieder begeistert
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Neues aus dem Folly Universum

Der Geist in der British Library und andere Geschichten aus dem Folly von Ben Aaronovitch

"Im "Flüsse von London"-Kosmos gibt es immer noch ein paar ungeklärte Fragen - deshalb erzählt Ben Aaronovitch uns Lesern hier Geschichten aus dem Folly oder von den Fans der Serie gut bekannten Figuren. Ich war jedenfalls sehr gespannt auf diesen Einblick.

Insgesamt finden sich dreizehn Kurzgeschichten, aufgeteilt in drei Teile.

Zum einen sind es sechs Peter Grant-Geschichten, im zweiten Teil finden sich vier "Geschichten der anderen", wie zum Beispiel über Tobi Winter oder Vanessa Sommer, bekannt aus "Der Oktobermann" und im dritten Teil gibt es drei "Moments" - Geschichten, die eine bestimmte Atmosphäre beschreiben sollen.

Ben Aaronovitch merkt jeweils an, in welcher Zeitabfolge die jeweilige Geschichte einzuordnen ist. Zum Beispiel vor oder direkt nach einem der "Flüsse von London"-Bände oder dazwischen.

Wie immer bei Kurzgeschichten gibt es bessere oder schlechtere Storys. Wobei ich in dieser Sammlung das Wort "schlecht" durch unfertig ersetzen muss.

So wirkten auf mich zwei der Geschichten. Während ich noch auf die Auflösung wartete, waren sie urplötzlich zu Ende. Mir fehlte der Gag bzw. die Aufklärung am Ende dieser beiden Geschichten. Vielleicht habe ich auch einfach nicht den Witz verstanden, obwohl ich eine dieser unfertigen Geschichten extra nochmals durchgelesen habe, um zu sehen, ob ich eventuell etwas verpasst haben könnte.

Die "Moments"-Abteilung hab ich leider auch nicht so wirklich verstanden. Vielleicht diente sie dem Autor, um sich in eine gewisse Laune zu schreiben, eventuell als Schreibübung oder um diese Zeilen irgendwann in einem Roman unterzubringen.

Aber egal, die restlichen Geschichten haben mir gut gefallen. Ich war sofort wieder in Peter Grants Universum drinnen und hätte mir gewünscht, die Geschichten würden nicht nach einigen Seiten bereits zu Ende sein, sondern weiter gehen. Kurze Wiedersehen mit den Füchsen, Flüssen und bekannten Haupt- und Nebenfiguren nehmen einen mit und zeigen ein bisschen auf, was zwischen den Peter Grant-Bänden oder währenddem Peter und Co. auf Hochtour ermitteln, an Nebenschauplätzen, in und ausserhalb Londons, ablaufen könnte.

Eins jedoch bedarf es beim Lesen dieses Buches unbedingt: man sollte mindestens den ersten Band "Die Flüsse von London" kennen. Noch besser ist es, alle der bisherigen Folly-Universum-Romane gelesen haben. Leser ohne Vorkenntnisse werden gnadenlos überfordert sein.

Deshalb eignet sich "Der Geist in der British Library" nicht, um ihn an Unkundige zu verschenken. Aber für alle "abstrusen Scheiss"-Begeisterte ist es eine perfekte Geschenkidee - obwohl die grössten Fans sich diesen Band sicher eh schon lange vorbestellt und ihn direkt nach dem ET gelesen haben.

Fazit: Unterhaltende Kurzgeschichten-Sammlung für alle Peter Grant-Fans!
4 Punkte.

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Der Krimi geht runter wie Schoggi

Bretonisch mit Meerblick von Gabriela Kasperski

Eigentlich will Tereza Berger nur kurz in die Bretagne, um das von ihrer Grosstante Annie geerbte Haus über einen Makler zu verkaufen. Doch so einfach wie sie sich das vorgestellt hat, ist es nicht. Der Preis für das Haus wird nicht so hoch sein wie gedacht, denn erst vor kurzem sind zwei Menschen im Meer verunglückt, was den Marktwert schmälert.

Laut einer alter bretonischen Sage soll - und wird - sich das Meer auch noch eine dritte Person holen.

Zwischen Desillusionierung, Renovierungsarbeiten, nettem sozialen Umfeld und viel lokaler Schokolade schwankt Tereza in ihrer Entscheidung. Denn jeden Tag, den sie länger in Camaret verbringt, fühlt sie sich trotz vielen Unannehmlichkeiten wohler und will eigentlich gar nicht mehr weg. Sie freundet sich mit Frauen der Umgebung an und blickt hinter die dörflichen Fassaden, die Tereza erschrecken.

Tereza spürt nämlich von Anfang an, dass die beiden Einheimischen nicht einfach "nur" ertrunken sind. Spätestens beim dritten Todesfall weiss sie mit Sicherheit, dass alle drei ermordet wurden. Doch wieso? Liegt es vielleicht an dem Konflikt der beiden Gruppen im Dorf? Denn es gibt eine Männergruppe, die im Dorf alles beim Alten sein lassen wollen, sowie eine Frauengruppe, die sich für eine autofreie Mole einsetzt. Oder steckt etwas ganze anderes dahinter? Und während Tereza und ihre Freunde rätseln, welche Schoggi die Beste ist, rätseln die Leser, wer der Mörder sein könnte.

Wer Whodunit-Krimis mag, kommt mit "Bretonisch mit Meerblick" voll auf seine Kosten. Der Kriminalfall ist spannend bis zuletzt.

Interessant sind die Figuren. Tereza, die neutrale Schweizerin; Ayala, eine südafrikanische Surflehrerin; der schottische Kommissar Gabriel Mahon; Terezas bereits erwachsene Kinder und viele mehr.

Überzeugt hat mich aber auch der Schreibstil der Autorin. Ich mag Gabriela Kasperskis Figurenzeichnung, den Humor und vor allem, wie sie immer wieder witzige und treffende Sätze wie nebenbei platziert.

Fast "wie nebenbei" wird auch Tante Annies Buchhandlung wieder belebt. Diese Krimireihe könnte somit auch was für Fans von Buchladen-Romanen sein. Ich freue mich jedenfalls sehr auf den zweiten Band, um zu sehen wie es mit dem Déjà-lu weitergeht und natürlich auch, welchen Fall Tereza dort aufklärt.

Man kann "Bretonisch mit Meerblick" durchaus mit einer guten Schoggi vergleichen: die Figuren sind wie der zartherbe Kakaoschmelz, das Setting in der Bretagne ist die Süsse und der Kriminalfall sorgt wie das Fleur de Sel auf der Schoggi für den interessanten Crunch.

Fazit: Der Krimi geht runter wie Schoggi.
5 Punkte.

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Der Krimi geht runter wie Schoggi
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Lust auf eine Fahrt in die Provence?

Lavendeltage in der Auberge de Lilly von Marion Stieglitz

Als Helen nach dem unerfreulichen Start in den spontanen Urlaub sich in der Auberge de Lilly beginnt wohl zu fühlen, wollte ich gleich wissen, was es denn mit diesem kleinen Hotel und Lilly auf sich hat.

Darüber gibt es nämlich auch einen Roman, und so hab ich meine Lesepläne geändert und erst "Das kleine Hotel in der Provence" gelesen, bevor ich mich weiter in Helens Geschichte vertiefte.

Und ich war froh, dies getan zu haben, denn so blieben keine Fragen zum Hotel, die Auberge de Lilly, und Dorfleben offen und ich konnte mich voll auf Helens Geschichte konzentrieren.

Eigentlich wollte Helen ja gar nicht in die Provence, sondern zuhause ihrer Präsentation, die ihr einen wichtigen Job verschaffen sollte, den letzten Schliff geben. Nach einer Autopanne, die ihre schlechte Laune nur noch verstärkte, stranden sie und ihr Freund Leo in einem kleinen Hotel in der Provence.

Helen kennt einen Teil der Provence bereits, weil sie vor einigen Jahren in einem Bistro in Aix-en-Provence jobbte. Hier in der ihr unbekannten Umgebung der Auberge de Lilly kommt Helen beim Warten auf die Autoreparatur, um die sich Leo kümmert, langsam wieder zur Ruhe, geniesst die Umgebung und entdeckt in einem Nachbardorf einen kleinen geschlossenen Lavendelladen und lässt ihre früheren Zukunftsträume plötzlich wieder zu. Streit mit Leo und Helens Schwester sind die Folge. Was aus Helens versteckten Träumen wird, erzählt uns Marion Stieglitz in "Lavendeltage in der Auberge de Lilly".

Am Anfang hatte ich ein wenig Angst vor Repetitionen aus dem ersten Band. Doch die Autorin übernimmt zwar das Setting und einige gute Bekannte wie Valeska und Marianne de Boyer daraus, erschafft aber eine völlig eigenständige Geschichte, die mir gut gefallen und mich bestens unterhalten hat.

Fazit: Eine turbulente Geschichte, bei der es nicht langweilig wird. Wer Lust auf eine Fahrt in die Provence hat, kann das mit diesem Roman bestens tun.
4 Punkte.

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