Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Neuauflage
Der Würfelmörder von Stefan Ahnhem
Mir war nicht klar, dass das Buch Bestandteil einer Serie ist.
Meines Erachtens kann man hier auch quer einsteigen, zwar gibt es viele Handlungsstränge, die sich wohl auch auf die Vorgängerbände beziehen, ich konnte jedoch auch so gut einsteigen und ebenso gut folgen.
Den ursprüngliche Buchtitels ("Zehn Stunden tot") wurde hier in der Neuauflage glücklicherweise geändert, auch wenn mir das Cover nun nicht mehr gefällt, ist der Titel deutlich besser.
Nun aber zum Inhalt:
Es gibt einige Handlungsstränge und es wurden viele Themen in einen Band gepackt: Rechtsextremismus, Gewalt in Partnerschaft, Pädophilie, Versagen von Psychiatrie und polizeilicher Kontrollinstanzen und ein Mörder, der nach einem Würfelzufall mordet und damit keinerlei Motiv erkennen lässt.
Trotzdem war es nicht zu viel, im Gegenteil, es hat den Spannungsbogen auf einem hohen Level gehalten. Ich war beim Lesen unter Dauerspannung - ob und wie die einzelnen Fäden nun zusammengehören.
Ein außergewöhnlich guter Thriller, der genau meinen Geschmack getroffen hat!
Bis es zum Ende kam, denn hier erfolgte keineswegs die Auflösung, nein, die losen Fäden wurden nicht zusammengeführt.
Das hat mich etwas sprachlos gemacht, für mich war es, als ob das Buch einfach 100 Seiten vor Schluss aufhört oder nicht fertig geschrieben wurde.
Fast hätte ich dafür zwei Sterne abgezogen, denn so darf man m. E. nicht mit Lesern umgehen, auch wenn es eine Serie ist.
Nachdem mich das Buch aber so gefesselt hat und es ohne das offene Ende absolut fünf Sterne verdient hätte, vergebe ich letztendlich vier Sterne.
Na also, geht doch!
Die Rückkehr des Würfelmörders von Stefan Ahnhem
Band 1 habe ich doch schon vor längerer Zeit gelesen und konnte mich an die Details gar nicht mehr erinnern. Ich weiß nur noch, dass ich sprachlos über das Ende war. Es war nicht nur ein übler Cliffhanger, nein es hat einfach aufgehört, quasi mitten in der Handlung.
Jetzt geht es also endlich weiter.
Man konnte auch nach der Pause gut wieder einsteigen, es gab hilfreiche Rückblicke, so dass man nahtlos weiterlesen kann.
Das Buch war wie gewohnt temporeich, kein Dahingeplätschere, keine Durststrecken, stets Vollgas. Das war grandios, aber auch etwas anstrengend beim Lesen. Zumal es nicht nur einen Handlungsstrang gibt, sondern mehrere, auch wenn der Würfelmörder natürlich die Hauptrolle spielt. Wobei ich ja die beiden anderen Stränge mindestens genauso interessant fand.
Ich hatte schon bei einem Drittel des Buches den Eindruck, dass jetzt nichts mehr kommen kann - es ist schon so viel passiert, wie in anderen Büchern bis zum Ende...
Jetzt bin ich regelrecht etwas erschöpft - und mit dem Autor wieder versöhnt. Fall aufgeklärt, Leserin zufrieden.
Einen Mini-Cliffhanger gibt es trotzdem - denn nicht alle Stränge wurden komplett gelöst. Es wird also wohl weiter gehen - und ich bin gerne wieder dabei.
Braucht zu lange, um interessant zu werden
Die Perlenfarm von Liza Marklund
Ich wollte das Buch unbedingt lesen, ich mag die Autorin sehr und dann noch das Setting auf einer Südsee-Insel, ich war sehr gespannt.
Das Buch ist ein Roman, kein Krimi wie sonst, umso neugieriger war ich. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch?
Anfangs spielt es tatsächlich sehr lange in der Südsee, auf einer nur durch eine schlechte Schiffsverbindung angebundenen einsamen Insel.
Das Alltagsleben, insbesondere der Beruf als Perlentaucherin war dann auch interessant, genau wie ich es mir erhofft hatte. Allerdings nicht über 200 Seiten! Denn es zog es sich, ohne dass nennenswert etwas passierte.
Nun gut, ein Fremder kam auf die Insel, die Perlentaucherin verliebte sich - aber bereits das war für mich seltsam blass, große Gefühle konnte ich nicht herauslesen.
Es plätscherte so vor sich hin und ich war kurz vom Abbruch - bis dann im letzten Drittel tatsächlich richtig Dynamik in das Geschehen kam.
Ja, so kenne ich die Autorin.
Insgesamt war mir der Plot aber dann doch zu weit hergeholt, zu unglaubwürdig und vor allem über weite Teile einfach zu langweilig.
Fernab der niedlichen Elfengeschichten - und voll von Phantasie
Die Perlenfarm von Liza Marklund
Lia Dornmeier ist elf Jahre alt und liebt Hockey. Sie trainiert gerade im Stadtpark für ein wichtiges Spiel, als sie der Puck trifft und dann...steckt sie auf einmal in einem Elfenkörper.
Das ist der Beginn eines phantastischen Abenteuers! Denn natürlich hat Lia keinen Plan vom Elfenleben und will so schnell wie möglich zurück in ihren Körper.
Doch stattdessen landet sie in einem berühmten Elfeninternat.
Dieses Buch hat mich völlig begeistert. Es ist so phantasievoll, das Leben im Elfeninternat Springwasser hat jeden Tag viele Überraschungen zu bieten.
Es ist lustig, magisch und mysteriös, hat aber auch eine Botschaft.
Was mir besonders gut gefällt: die Elfen sind so verschieden wie wir Menschen und es ist gar nicht alles rosa Glitzerstaub in Springwasser. Ganz im Gegenteil. Es gibt Neid, Missgunst, Machtspielchen, aber vor allem auch echte Freundschaft und Zusammenhalt. Und natürlich nicht nur ein Geheimnis.
Man kann sich alles ganz genau vorstellen - und ich wäre zu gerne auch einmal im Elfeninternat und würde sofort den leckeren Wolkenbrei probieren. Aber leider sind Menschen dort nicht erlaubt.
Empfohlen wird das Buch ab zehn Jahren, man kann es m. E. durchaus auch schon etwas früher lesen, wenn man nicht ganz zart besaitet ist. Es ist lange nicht so düster und gruselig wie Harry Potter, viel kindgerechter und gleich eines meiner Lieblings-Kinder-Fantasy-Bücher geworden.
Übrigens: auch wenn es überwiegend um Lia und ihre Elfenfreundinnen geht, es gibt auch tolle Elfenjungs im Internat
Die Buchrückseite sagt: "Der bezaubernde erste Band einer Elfenmädchen-Serie" - ich freue mich jetzt schon riesig auf weitere Bände.
Wunderschönes Reise-Inspirationsbuch
HOLIDAY Reisebuch: Hiergeblieben! - 55 fantastische Reiseziele in Deutschland von Jens van Rooij
Hiergeblieben!
Das ist nicht nur der Buchtitel, sondern auch für Viele von uns das Reisemotto 2020. Urlaub im eigenen Land ist die Devise. Aber wohin nur? Nord- und Ostseeorte sind in den Sommermonaten schrecklich überfüllt.
Wenn man keine Idee hat, wohin man fahren möchte, ist dieses Buch eine richtig schöne Inspirationsquelle.
Großformatig und mit schönen Fotografien hat es ein witziges Konzept. Berühmte Orte im Ausland, wie z.B. die kunterbunten Badehäuschen in Südafrika bekommen einen deutschen Zwilling gegenübergestellt. Jeweils ein kleines Foto für das "Original" und dann mit großem Foto die deutsche Entsprechung.
Ich kenne ganz viele der vorgestellten inländischen Reiseziele tatsächlich noch nicht. Neben dem doppelten Lottchen gibt es dann noch weitere Infos zum Ziel, Übernachtungs- und Restauranttipps sowie Anregungen, was man in der Gegend sonst noch unternehmen könnte.
Besonders gut gefällt mir die Mischung - neben ganz bekannten Orten gibt es auch ganz, ganz viele mir bislang völlig unbekannte Destinationen.
Das Buch ersetzt keinen Reiseführer, dafür kann es bei 55 Reisezielen nicht in Tiefe gehen, aber es gibt Anregungen für Entdeckungen innerhalb Deutschlands und ist so schön konzipiert, dass man sofort und auf der Stelle verreisen will.
Mein absolute Neuentdeckung & mein persönliches Must-see ist der Geysir von Andernach.
Nervensäge Julius ist zurück - und mit ihm sein mieses Karma
Mina und die Karma-Jäger - Fiese Tat im Internat von Janet Clark
Mina -vielmehr ihre Freunde - haben eine geniale Erfindung gemacht. Na gut, sie hat noch ein paar Ecken und Kanten, na gut, eigentlich funktioniert sie noch nicht so wirklich, aber die Idee ist genial!
Als ob das nicht aufregend genug wäre, ist Julius zurückgekehrt. Natürlich nicht, weil er Freundschaft sucht, sondern weil seine Karmapunkte wieder unterirdisch sind.
Auch dieses Mal ist Julius fürchterlich nervig und Mina total hilfsbereit und gutherzig. Aber in Band 2 lernen wir Julius etwas besser kennen und können auch ein wenig in seine Vergangenheit schauen. Ganz so übel ist er gar nicht und es gab Szenen, da hatte ich richtig Mitleid. Armer Julius!
Für meinen Geschmack hat Band 2 das Potential jetzt voll genutzt, es ist richtig rund geworden. Witzig, frech, schnoddrig und etwas absurd war es ja bereits in Band 1, jetzt konnte man aber manches auch noch besser nachvollziehen und vor allem auch mit dem vermeintlichen unsympathischen Julius (manchmal) mitfühlen.
Der Klimawandel ist auch unterschwellig Thema. Ich habe momentan den Eindruck, dass das quasi Bedingung ist, um aktuell überhaupt ein Kinderbuch veröffentlichen zu können. Bitte nicht falsch verstehen, finde ich gut und wichtig, ich habe inzwischen ganz viele richtig tolle Kinderbücher darüber gelesen, aber es so als Pflichtaufgabe jetzt überall mit zu verfrühstücken?
Hier also auch inklusive, allerdings nur am Rande, in erster Linie ist es ein lustiges Quatschbuch im positiven Sinn, das auch zeigt, dass man eben nicht mit allem durchkommt und alle Taten auch eine Folge haben. Und mal ehrlich: Karmalevel "doppelt ekelig besoffene Kopflaus" - das will man wirklich nicht.
Im Sommer geht es schon weiter mit dem dritten und letzten Teil - und ich bin schon richtig gespannt, was dann passiert. Vor allem, wie dann das Ende ist - eigentlich ist ja ein Happy Karma-End eines, in dem der Geist dann dem Kreislauf entgeht, aber dann wäre Julius ja weg? Sehr spannend, aber wir müssen ja nicht mehr allzu lange warten.
Lustig, engagiert, Jella ist toll!
Mina und die Karma-Jäger - Fiese Tat im Internat von Janet Clark
Jella ist elf Jahre alt und möchte etwas verändern. Nachdem es bei ihr am Ort keine Fridays for future Bewegung gibt, stellt sie sich kurzentschlossen selbst mit einem Schild vor das Rathaus. Ganz allein! Ganz schön mutig, finden wir.
Doch damit nicht genug: aus dem Nichts steht nun ein Umzug an, in ein ganz altes Haus, nur mit Plumpsklo und ohne Internet.
Uff. Aber am neuen Wohnort trifft Jella engagierte Mitschüler*innen, die zu Freunden werden und plötzlich wird es viel leichter, sich für die Umwelt einzusetzen.
Jella ist super. Lustig, witzig, einfühlsam, dickköpfig und engagiert. Außerdem lässt sie sich nicht so schnell unterkriegen und ist immer optimistisch. Die Tochter mag sie und bewundert Jella für ihren Mut, sie würde sich wahrscheinlich nicht trauen, so ganz allein vor dem Rathaus zu protestieren.
Ein schönes Buch, das ohne erhobenen Zeigefinger eine gute Geschichte erzählt, unterhaltsam ist und eine Botschaft hat. Eine schöne Kombination.
Das Buch wurde bestimmt vor Corona geschrieben, deshalb fanden wir eine Passage, bei der Jella vom Homeschooling träumt, ziemlich abgefahren.
Nein, Jella, das ist nix! Wir haben es für Dich getestet.
Schön auch, dass ein Buch, das Umweltschutz als Thema hat, zumindest überwiegend aus Altpapier hergestellt wurde, das ist ja noch eine Seltenheit. Top!
"Von Menschen, die nicht nur meckern, sondern machen"
Mina und die Karma-Jäger - Fiese Tat im Internat von Janet Clark
Kinder- und Jugendbücher, die einen kurzen Einblick in das Leben berühmter Persönlichkeiten geben, die uns ein Vorbild sein können, gibt es inzwischen fast schon ein wenig inflationär.
Aber sie sind wichtig - und auch diese hier gefällt mir sehr gut.
Es startet mit einem Vorwort von Eckart von Hirschhausen (ach nö, Vorwort, dachte ich da zuerst) und das finde tatsächlich sehr gelungen.
Es führt super zum Thema hin und motiviert auch gleich, selbst aktiv zu werden.
"Wer meint, ein Einzelner kann nichts ändern, hat nie eine Nacht im Zelt mit einer Mücke verbracht...".
Dann folgen kurze Geschichten über 16 Persönlichkeiten, die die Welt verbessern wollen. So um die 15 Seiten jeweils, also nicht nur ein ganz knappes Kurzporträt je Seite, sondern schon etwas ausführlicher und im Geschichtenstil, kein nüchterner Biographie-Stil. Dadurch sind die Geschichten sehr lebendig, sie sind auch aus Gute-Nacht-Geschichte oder generell zum Vorlesen sehr gut geeignet. Empfohlen wird das Buch ab neun Jahre, ich würde es aber auch schon deutlich früher vorlesen, ab der ersten Klasse hätte ich keine Bedenken.
Mir gefällt auch die Mischung sehr gut - sowohl bekannte Namen wie Emma Watson und Greta Thunberg als auch uns völlig unbekannte Namen wie Yvon Chouinard, bei dem dann das "Aha" Erlebnis bei uns Großen dann beim Lesen kam.
Genauso vielfältig ist der jeweilige Einsatz, sei es für Gewässerschutz, für das Leben der Berg-Gorillas oder nachhaltigen Konsum, es gibt so viel zu tun.
Ein gelungenes Buch, das sich durch seine große Schrift, einem angenehmen Zeilenabstand und einer schönen Illustration der jeweiligen vorgestellten Persönlichkeit auch noch sehr schön lesen lässt.
Gute Unterhaltung, leicht & flockig zu lesen
Lessons from a One-Night-Stand von Piper Rayne
Ein Liebesroman, der in Alaska spielt? Da war ich neugierig, obwohl es nicht so mein bevorzugtes Genre ist.
Zum Liebesroman: eingebettet war die Lovestory in ein quirliges Familienleben des männlichen Parts (Austin), gewürzt durch die beste Freundin und die Mutter der weiblichen Hauptperson (Holly).
Mein Favorit war Hollys Freundin, die kein Blatt vor den Mund nimmt und mich oft zum Grinsen brachte.
Die Liebesgeschichte an sich war zwar vorhersehbar, aber nichtsdestotrotz schön zu lesen. Nur die Erotikszenen, nun ja, die hätten es für mich nicht in dieser Wiederholung gebraucht, sie wirkten auf mich, als ob sie einmal geschrieben worden wären und dann an beliebigen Stellen immer wieder einkopiert wurden.
Alaska als Ort des Geschehens war ja der Auslöser, warum ich das Buch lesen wollte. Der Ort hat allerdings so gut wie keinen Einfluss auf die Handlung, es könnte in irgendeiner Kleinstadt in den USA, die weitab vom Schuss liegt, spielen, auch Alaska-Flair tanken ist nicht inklusive. Insofern war ich diesbezüglich etwas enttäusch.
An die Lovestory hatte ich eigentlich keine große Erwartungen, hier trat dann aber das Gegenteil ein, das Lesen hat mir wirklich Spaß gemacht.
Das Buch ist der Auftakt einer Reihen, in der die Geschwister von Austin nacheinander im Mittelpunkt stehen. Ich glaube, da muss ich dann tatsächlich weiterlesen.
Portugalsehnsucht, aber als Krimi enttäuschend
Schwarzer August von Gil Ribeiro
Ich bin mit Band 4 quer eingestiegen und konnte problemlos folgen.
Das Buch lebt von der Beschreibung seiner Charaktere, insbesondere von Leander Lost, der mit seinem Asperger Syndrom oft ganz anders reagiert als seine Kolleg*innen. Aber auch diese werden für das Buch bereichernd beschrieben.
Dazu kommt dann noch eine große Portugalliebe, hach ja, nach dem Buch möchte man so unbedingt sein Köfferchen packen und umgehend unzählige Pastéis de Nata verdrücken - ein weiterer großer Pluspunkt des Krimis.
Der Kriminalfall an sich allerdings - hier war ich nach den vielen positiven Rezensionen der Vorgängerbänder ja sehr gespannt - hat mich enttäuscht.
Es plätscherte so vor sich hin, von Spannung keine Spur und die Auflösung, nun ja. Wenn dann die letzten Seiten so völlig aus dem Nichts eine*e Täter*in hervorgezaubert wird, dann hält sich meine Begeisterung auch sehr in Grenzen.
Zudem haben für mich die Liebesbeziehungen der Charaktere zu sehr dominiert, klar, von Leander konnte ich gar nicht genug lesen, aber auch seine Beziehung fand ich angesichts seiner vorausgegangenen Asperger-Züge nicht stimmig und seine stets verständnisvolle und rücksichtsvolle Freundin ohne eigene Interessen nicht realistisch geschildert.
Für Leander und das Portugal-Setting gibt es volle fünf Sterne, nachdem es aber ein Krimi ist, muss ich für den schwachen Krimi-Plot leider zwei Sterne abziehen.








