Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Fantasy für junge Lesende
Beworben wurde das Buch mit "einer Mischung aus Harry Potter und der fabelhaften Welt der Amelie" - klar, dass meine Erwartungen hier sehr hoch waren.
Claire lebt im Internet und muss ganz plötzlich nach Hause, weil etwas Furchtbares passiert ist.
'Die Anfangsszenen sind etwas düster und auch traurig, aber dann entwickelt sich das Buch zu einem echten Fantasy-Abenteuer für jüngere Leser, das nicht bedrückend und schwer ist.
Empfohlen wird das Buch ab zehn Jahren und das hat bei uns perfekt gepasst. Das Buch ist nicht brutal wie Harry Potter - trotzdem voll von Magie und auch lustigen Wesen.
Dadurch hat es trotz aller Theatralik eine Leichtigkeit, die wunderbar für die Altersgruppe passt - ob es nun die schwerhörigen Ahnen in der Gartenmauer sind oder lustige Geister.
Die Hauptperson Claire ist ein Mädchen, mit dem man sich sofort identifizieren kann, hilfsbereit, tapfer und mutig.
Für Erwachsene fehlt es mir etwas an Komplexität - aber für uns ist es auch nicht geschrieben, das Zielgruppenkind ist jedenfalls sehr begeistert (mag auch Harry Potter, also durchaus ein genreerfahrenes Kind) und sagt:
"Volle fünf Sterne!"
Von gefährlichen Dinos, grässlichen Schwestern und Klimawandel
Samuel muss umziehen und deshalb in eine neue Schule, weil sein Vater einen neuen Job als Klimaforscher hat. Er forscht zu der Inselgruppe Kiribati in der Südsee, die bald untergehen wird.
Das Gute ist, er kann den Klimawandel total verständlich erklären. so dass man es auch als Kind versteht (das ist wirklich super, er macht auch Experimente, z.
B. zum Thema Treibhauseffekt, so kann man das als Kind nachvollziehen).
Er erklärt auch, was passiert, wenn die Gletscher schmelzen, dann verteilt sich das Wasser nämlich überall. Wenn man das dann in der Badewanne überprüft und die Wanne überlaufen lässt (ja, ist wirklich so, wie Papa gesagt hat), dann findet er das aber trotzdem blöd.
Noch viel blöder ist Kiara, Samuels Schwester. Bislang war sie immer total nett, aber seit dem Umzug ist sie fies und unausstehlich.
Und die neue Schule erst! Da gibt es einen fürchterlichen Jungen, der Samuel nur ärgert.
Alles blöd!
Wir mochten das Buch sehr, die Kombination aus Infos über den Klimawandel mit der Herausforderungen, die ein Umzug und eine neue Schule - erst mal ohne Freunde - mit sich bringt, eingebettet in eine spannende und lustige Geschichte, das hat uns super gefallen.
Der Schreibstil ist für die Altersgruppe ab acht passend, viele schöne Bilder lockern auf und auch zum Vorlesen ist das Buch gut geeignet.
Neben Infos zum Klimaschutz erfährt man auch Neues über Dinos (oder wusstet Ihr, dass der gefährlichste Dino aller Zeiten der Siats meekerorum ist? Nein? Dann müsst Ihr das Buch aber wirklich lesen!
Liebenswertes Kinderbuch mit Naturschwerpunkt
Bork - Der Bäumling von Olle Lindberg
Das fröhlich bunte Cover hat sofort unser Interesse geweckt - und hurra, genauso liebenswert wie das Cover ist auch der Inhalt.
Bork lebt im Wald und als Maja ihn eines Tages dort trifft, ist ihre Kommunikation etwas einseitig. Denn Bork kann nur "Bork" sagen. Aber Kinder verstehen sich auch ohne Worte und die Zwei werden Freunde.
Klar, dass das nicht so einfach ist, Bork ist nun mal anders.
Und Bork ist ein wunderschönes Kinderbuch - ohne allzu große Action und mit dem Schwerpunkt Natur und Kinderalltag. Ein Hauch von Abenteuer darf natürlich auch dabei sein.
Das Buch erinnert mich an die langen Sommerferientage meiner Kindheit, immer draußen, den Wald erkunden und jeder Tag war ein Abenteuer. Genauso ist es bei Maja und Bork - nur dass Bork natürlich ein ganz besonderer Freund ist.
Bork bringt schwedische Buchidylle nach Hause - ohne Kitsch, einfach schön.
Schön war auch, dass die Erwachsenen zwar manche Dinge anders sehen, aber nicht auf ihrem Standpunkt beharren.
Das alles auch optisch wunderschön - mit großer Schrift, die das Lesen erleichtert und grün schwarzen Zeichnungen, die so wunderschön sind, dass sie das Buch zu einem echten Schmuckstück machen. Es ist für fortgeschrittene Leseanfänger und zum Vorlesen gut geeignet - gefällt hier aber auch dem etwas älteren Lesekind mit zehn Jahren sehr gut.
Opas Zimtschneckenrezept im Buch haben wir auch gleich nachgebacken - sehr, sehr lecker, aber für unseren Geschmack darf es sogar noch mehr Zimtfüllung sein, diese verdoppeln wir beim nächsten Mal.
Jetzt freuen wir uns auf Band 2 und sind froh, dass der Reihenauftakt auf die mittlerweile oft üblichen Cliffhanger ausgekommen ist, das Buch ist in sich abgeschlossen, juhuu.
Gibt es eine zweite Version des Buches?
Milchmann von Anna Burns
So viele Preise hat das Buch gewonnen und so viele begeisterte Pressestimmen erhalten.
"Komisch", "Unterhaltsam" "Sätze so ungewöhnlich und rhythmisch" sind Schlagworte aus Kritiken.
Ich habe wohl ein anderes Buch gelesen. Sätze, die ellenlang und verschachtelt waren, keine Spur von Unterhaltung geschweige denn Komik boten und bei denen ich mich stundenlang durch das Buch gequält habe.
Skizziert wurde das Leben im Krieg, einem religiös begründeten Krieg (dass es sich um den Nordirland-Konflikt handelt, hat sich mir aus der Lektüre heraus nicht erschlossen, ich habe zuerst eine Handlung in der Zukunft vermutet, war dann aber durch die Erwähnung von Hits der 80er irritiert). Die ständige Existenz von Denunziation, Gewalt, Tod und insgesamt eine von Männern dominierten Gesellschaft mit entsprechenden Wertevorstellungen wurde zwar gut transportiert, allerdings konnte mich die Handlung überhaupt nicht mitnehmen. Sie war mir zu diffus, zu schwammig, für über 400 Seiten gab es viel zu viele Wiederholungen.
Dazu noch die Sprache - die Autorin lässt ihre Charaktere namenlos, die ausschließliche Verwendung der Familienstellung (kleine Schwestern, Schwager 1, Schwager 3 usw.) war auf Dauer sehr anstrengend zu lesen.
Auch zur Erzählerin konnte ich keinerlei Bezug aufbauen.
Was bleibt, war das unbeschreibliche Gefühl der Erleichterung, als ich das Buch endlich "geschafft" hatte - und die Frage, warum ich nur nicht frühzeitig abgebrochen habe.
Temporeich, spannend und voller Action
Milchmann von Anna Burns
Lukas ist der junge Held der neuen Secret Protector Reihe. Er lebt alleine in einem Wohnmobil und während der Handlung erfährt man ein klein wenig, wie es dazu kam. Allerdings auch wieder nicht allzu viel, so dass man auf jeden Fall die weiteren Bände lesen möchte...
Obwohl Lukas noch so jung ist, kann er mit den Großen der Actionszene durchaus mithalten.
Er reagiert blitzschnell, hat einen scharfen Verstand und in Sachen Kampferfahrung einschließlich Waffenkenntnis braucht er sich auch nicht zu verstecken.
Bei einer rasanten Verfolgungsjagd durch New Orleans, Berlin und Dubai stellt er das eindrucksvoll unter Beweis.
Mit hat das Buch gut gefallen, es ist beste Unterhaltung für jugendliche Actionliebhaber. Klar, es ist keine Spur realistisch - aber das ist James Bond schließlich auch nicht.
Es ist auch schon einiges an Gewalt im Spiel, so dass man m. E. die empfohlene Altersangabe von zwölf Jahren nicht unterschreiten sollte - dann macht die Reise quer von West nach Ost aber Spaß.
Was mit auch gut gefällt: abgesehen von der noch etwas rätselhaften Vergangenheit des jungen Helden ist das Buch in sich abgeschlossen - ich hasse Cliffhanger bei Reihen, dem ist hier nicht so.
Zwei Kritikpunkte haben die fünf Sterne verhindert:
Ein inhaltlicher Fehler (abseits der natürlich unrealistischen Actionszenen, die aber so sein dürfen) - und dann eine Szene in Deutschland, in der Gefängniswachen Hilfe bei massiver Gewalt verweigern und vergnügt dabei zusehen. Bei Büchern für Zwölfjährige sollte m. E. hier ein anderes Weltbild vermittelt werden - aber das ist sicherlich Ansichtssache.
Resilienz
Milchmann von Anna Burns
Die zehnjährige namenlose Ich-Erzählerin wächst zusammen mit ihrem kleinen Bruder in einem Elternhaus auf, das von den Gewaltausbrüchen des Vaters geprägt ist. Die Mutter ist von Angst gekennzeichnet, die einzige sichtbare Zuneigung, zu der sie noch fähig ist, ist die zu ihren Haustieren.
Als dann noch ein schrecklicher Vorfall geschieht, spitzt sich die Lage immer mehr zu.
Das mit nur 239 Seiten eher schmale Buch zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit hoffnungslosen Lagen umgehen. Von Resignation, Zusammenschluss mit dem Bösen und Widerstandskraft ist die volle Bandbreite vertreten.
Die Autorin schafft es, die Atmosphäre des Hauses zu real zu schildern, dass man selbst beinahe die Luft anhalten muss, wenn der Vater sich der Tochter und Mutter nähert. Erstaunlicherweise in einem doch eher schnörkellosen, geradlinigen Stil, der jedoch nichts von dem Spüren des Grauens und der Angst nimmt und uns als Lesende betroffen macht.
Mir ist das Buch sehr nahe gegangen, es ist zwar vom Schreibstil sehr leicht zu lesen (Kompliment an die Autorin), aber der Inhalt ist harte Kost. Vor allem, weil dies in ähnlicher Weise so auch ständig um uns herum passiert und man nicht erleichtert den Buchdeckel zu klappen kann, weil die fiktive Geschichte nun ja beendet ist.
Ein Buch mit Nachklang.
Frauensolidarität
Das Haus der Frauen von Laetitia Colombani
Solène ist eine erfolgreiche Anwältin - aber sehr unglücklich. Nach einem Burnout versucht sie, wieder Fuß zu fassen und erinnert sich an früher.
Sie hat so gerne geschrieben, war sehr begabt, doch ihre Eltern haben sie in die Juristerei gedrängt.
Als sie von einem Ehrenamtsjob in einem Frauenhaus erfährt, bei dem sie Schreiberin wäre, also Briefe, Behördenschriftstücke und ähnliches für die Bewohnerinnen verfassen soll, beschließt sie, das auszuprobieren.
Sie bekommt Einblick in viele Einzelschicksale - und sehr bald fragt man sich, wer da eigentlich wem hilft...
Neben den aktuellen Geschehnissen gibt es eine zweite Ebene im Buch - den Rückblick auf das Leben von Blanche Peyron, die das Haus gegründet hat.
Das war sehr interessant, ich habe bislang noch nichts von ihr gehört, dabei war sie eine mutige, selbstlose und tatkräftige Frau, die Unglaubliches erreicht hat. Ebenso ihr Mann, für die Zeit scheinen die beiden eine absolut gleichberechtige Partnerschaft geführt zu haben. Ein kleine Einblick in die Heilsarmee war damit auch verbunden.
Beide Ebenen waren spannend, den historischen Teil hätte ich mir aber etwas ausführlicher gewünscht - aber mit nur 256 Seiten ist es ja ein eher dünnes Buch.
Mein kleiner Kritikpunkt: obwohl die einzelnen Schicksale der Frauen erschütternd sind - so richtig nah an mich herangekommen sind sie nicht. Das liegt vermutlich am schön und flüssig zu lesenden, aber doch eher nüchternen Schreibstil.
Oder daran, dass mit "Der Zopf" die Messlatte bei der Autorin bei mir auch sehr hoch liegt.
Nichtsdestotrotz ein sehr interessantes Buch, bei dem sich das Lesen gelohnt hat.
Auf die Pandas
Das Haus der Frauen von Laetitia Colombani
Ich hatte ja etwas Bedenken, eine einsamer Witwer mit trauerndem, nicht mehr sprechenden Sohn - das hätte auch ein schwer aushaltbarer Betroffenheitsroman werden können; gerade jetzt möchte ich so etwas nicht lesen.
Aber Pandatage hat mich eines besseren belehrt. Ja, das Thema ist das oben skizzierte und ja, es ist traurig, sehr traurig sogar.
Aber eben auch herzerwärmend und vor allem trotz des ernsten Themas unfassbar witzig.
Der Humor des Buches ist genau mein Ding, trocken, sarkastisch, etwas albern, ganz großes Kino, was der Autor da geschrieben hat.
Ein Beispiel? "Er lud das Stück herunter, das sie ausgewählt hatte, ein aggressives elektronisches Musikstück, das klang, als wäre es auf Guantanamos Greatest Hits vertreten."
Die richtige Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Witz hier hinzubekommen, das ist ein Meisterstück, das absolut gelungen ist. Das Buch driftet niemals in Klamauk ab und schafft es, dass man gleichzeitig tief getroffen ist, im nächsten Moment aber schon wieder kichern muss.
Die unterschiedlichen Charaktere sind super gezeichnet, ich weiß gar nicht, wer mein Favorit ist. Definitiv in der engsten Auswahl ist Dannys Kollege.
Was mir auch noch sehr gut gefallen hat: der Schluss. Ganz anders als ich es erwartet habe.
Ihr müsst dieses Buch einfach lesen, es ist mein bisheriges Highlight 2020 und wird schwer zu toppen sein.
Ganz große Buchliebe.
Hach - zu schade, dass es nun ausgelesen ist.
Superspannend...wenn nicht das Ende...
Das Dorf der toten Seelen von Camilla Sten
Alice hat an der Filmhochschule studiert und möchte nun ihren ersten Film drehen, einen Dokumentarfilm über ein verlassenes Geisterdorf. Natürlich ist das Budget sehr knapp, so macht sie sich auf mit einem kleinen Team aus dem Bekanntenkreis.
Und dann beginnt das Grauen!
Immer wechselweise - im Jetzt und damals, kurz bevor das Dorf unbelebt wurde - wird berichtet.
Und obwohl gar nicht allzu viel passiert, spürt man das Unheilvolle, das Grauen, in jeder Seite.
Ich war völlig geflasht, fand es superspannend und wollte das Buch gar nicht weglegen.
Was war damals nur geschehen in Silvertjärn? Und warum geschehen jetzt so merkwürdige Dinge? Oder ist das nur Einbildung?
Super geschrieben, ich bin regelrecht durch das Buch gehetzt, auch die unterschiedlichen Charaktere waren spannend geschildert, so dass ich mehr über sie wissen wollte.
Aber dann...das Ende. Was für eine Enttäuschung. Für mich überhaupt nicht plausibel, unglaubwürdig und die Mystery-Elemente fand ich auch völlig unpassend.
Wer einen klassischen Thriller erwartet, wird enttäuscht werden, ich zumindest habe das Buch frustriert geschlossen.
So einfach könnte es sein
Meal Prep für Mamis von Laura Osswald; Lena Merz
Den Titel fand ich ja etwas reduziert, bestimmt gibt es auch Papis, die sich der Verpflegung widmen möchten? Dann habe ich aber mal mein Umfeld beäugt und muss sagen, nö, der Titel passt schon prima.
Dazu auch noch später.
Ich finde das Buch großartig. Das Meal Prep Konzept wird erklärt, die möglichen Einfrier- und Aufbewahrungsmethoden vorgestellt und gegliedert ist es auch noch sehr logisch.
Dem Rezeptteil vorangestellt ist der Bereich Frühstück - fast etwas zu ausführlich, wir sind eher die schnellen Alltagsfrühstücker, aber es ist ja nicht nur für uns geschrieben...
Die Hauptgerichte sind nach Jahreszeiten sortiert, also Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Super, so kann man saisonal kochen.
Die Tipps im Anschluss jeden Rezeptes finde ich klasse, so gibt es beim Pulled Chicken mit Tacos beispielsweise neben dem Hinweis zum Einfrieren & Auftauen, der standardmäßig immer dabei ist und wirklich weiterhilft, da er ganz konkret ist ("Über Nacht im Kühlschrank oder in der Mikrowelle auf kleinster Stufe in ca. 10 Minuten auftauen lassen. Dann in der Mikrowelle bei 600 Watt ca. 3 Minuten erhitzen") und damit auch für Anfänger machbar ist noch einen Vorschlag für Erwachsene (hier mit Tabasco etwas Feuer zu machen). Außerdem noch Varianten, für die man die Füllung auch noch verwenden kann, so dass sich gleich eine größere Menge zu kochen lohnt.
Nun zur Rezeptauswahl.
Ich bin begeistert, ich würde fast jedes Gericht essen wollen. Die Auswahl ist gesund, gemüselastig und vielseitig und um beim Buchtitel zu bleiben: perfekt für Mamis. Ja, üble Schublade, ich weiß, aber bei uns ist es so. Weder Kind noch Mann geht das Herz auf, wenn ich Wirsingpuffer, Hirseauflauf, Zucchini Muffins, Polentaschnitten oder Hirsebratlingen serviere (das ist noch eine beschönigende Beschreibung).
Klar gibt es auch Pizzaschnecken, Kartoffelsuppe und Chicken Nuggets, überwiegend sind es aber Rezepte, die leider (!!) nur mein Herz erfreuen.
Für uns deshalb nur bedingt geeignet, deshalb habe ich auch einen Stern abgezogen, für Familien mit etwas breiter aufgestellten Essensvorlieben ist das Buch aber ein echter Traum.
So, jetzt träume ich weiter von Kichererbsencurry, gefüllten Spinatpaprikas und geröstetem Brokkoli. Seufz...






