Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Christina P.:
Vier Beispiele, wie das Wissen um sein Todesdatum das Leben beeinflussen kann
In der Hitze des Sommer von 1969 machen die vier jüdischen Geschwister Varya, Daniel, Klara und Simon eine Art Wahrsagerin ausfindig, von der gemunkelt wird, sie könne einem sein Todesdatum vorhersagen. Die folgenden Abschnitte handeln jeweils von einem der Geschwister in der Reihenfolge, wie ihnen das Todesdatum vorhergesagt wurde, angefangen beim Jüngsten der Kinder, Simon.
Das Buch begleitet je Abschnitt primär die jeweilige Person, dessen vorhergesagtes Todesdatum am nächsten liegt. Die Abschnitte liegen somit chronologisch hintereinander und greifen locker ineinander über. Schnell wird klar, dass den Kindern selbst als Erwachsene noch mulmig ist, je näher ihr Todesdatum rückt, obwohl sie doch eigentlich nicht daran glauben wollen. Dabei geht jeder anders mit dem Datum um, welches die Wahrsagerin ihnen in ihrer Kindheit voraussagte. Geprägt sind die Abschnitte vor allem durch den jeweiligen Charakter der betreffenden Person, entsprechend unterschiedlich gefielen mir die Abschnitte.
Vor allem den ersten Abschnitt mochte ich nicht. Hier hat die Autorin für meinen Geschmack zu tief in die Klischeekiste gegriffen. Nicht nur, dass mir Simons Egoismus und Rücksichtslosigkeit zuwider waren, hinzu gesellte sich eine Obszönität, welche es mir unmöglich machen, Zugang zum Charakter zu finden und welche auch sehr schnell erkennen ließ, welchem Schicksal Simon erliegen wird, einfach, weil es zur damaligen Zeit das Schicksal vieler war. Vieler, denen man das Klischee anlastete, welchem Simon im Roman entspricht. Sein Handeln entsprach von vornherein einer self fulfilling Prophecy, war frühzeitig absehbar und somit einfach nicht mehr spannend.
Die Abschnitte der anderen Geschwister gefielen mir von Mal zu Mal besser, wobei es mich störte, dass jeder der vier Geschwister eine charakterliche Auffälligkeit abbekommen hatte. Das war mir fast schon zuviel. Am besten gefielen mir die letzten beiden Abschnitte, da diese Charaktere trotz ihrer Macken noch am „normalsten“ und somit mir am zugänglichsten wirkten.
Vermisst habe ich in diesem Roman eine gewisse Leidenschaft, welche dem Buch mehr Spannung verliehen hätte. Alles wurde trocken runtererzählt wie ein Bericht und wirkte zu distanziert. Der Sprecher des Hörbuchs machte dies mit seiner monotonen Art leider noch schlimmer und ist in meinen Augen keine gute Wahl gewesen.
Wunderbar ausgearbeiteter Einstieg in eine High Fantasy Quest
Gerwod I von Salvatore Treccarichi
Die Schlacht im Alten Wald vor 321 Jahren beendete den damaligen großen Krieg. Eine neue Ära begann auf dem Kontinent Heliadan. Kaum einer weiß mehr, was damals wirklich geschah, zu einer Zeit, als noch magische Artefakte ihren Einsatz fanden. An jener vergessenen Stelle, zwischen den verrottenden Rüstungen der damaligen Krieger, entdeckt Waldkehr Gerold einen Kasten, der ihn wie magisch anzuziehen scheint.
Doch durch das Öffnen wird nicht nur ein lange verschollenes magisches Artefakt befreit, sondern der einstige Kampf zwischen Gut und Böse erneut entfacht, diesmal auf grausame Weise…
Gerwod 1 ist der Auftakt einer mehrbändigen High Fantasy Saga. Der Autor hat hierfür eine wundervolle, neue Welt erdacht mit Alten Völkern und Kreaturen, welche gemeinsam mit den Menschen auf Heliadan leben. Im Gegensatz zu anderen Autoren hat er sich nicht den gängigen Wesen wie Elfen und Zwergen bedient, sondern sich komplett neue Wesen erschaffen wie den Waldkehren, Nachtalpen, Zähhäuter, Sandläufern und Nachtgreifen, nur um einige zu nennen. Dies macht die Gerwod-Saga auf jeden Fall zu etwas ganz Besonderem!
Inhaltlich erfährt man in Band 1, wie das Böse langsam erwacht, wie ein uralter Bund sich neu formiert und erste Schritte unternommen werden, um das Böse zu bekämpfen. Die Welt ist mittelalterlich orientiert und wunderbar ausgearbeitet. Es gibt mehrere Karten im Buch, anhand derer man sich wunderbar orientieren kann. Zudem hat der Autor es sich nicht nehmen lassen, seine Welt so zu beschreiben, als wäre man mitten drin. Mehrfach hatte ich beim Lesen das Gefühl, ich könne die Atmosphäre spüren, den Duft des Waldes riechen, dem Knistern und Knacken des Kaminfeuers lauschen und Seite an Seite mit den Charakteren die Welt bereisen. Und auch die Handlung ist wunderbar erdacht, es bilden sich mehrere Handlungsstränge, welche sich treffen und wieder trennen und dadurch eine angenehme Komplexität erzeugen, wie ich es von guter High Fantasy erwarte. Unvorhersehbare Wendungen sorgen für zusätzliche Spannung.
Der Erzählstil ist angenehm ruhig und beschreibend, man wird nicht von Seite zu Seite gehetzt sondern kann die Story richtig genießen. Einziges Manko ist, dass es leider in Band 1 noch mehrfach zu Wiederholungen von Aussagen und Details kommt. Das störte mich schon, wenn ich zum wiederholten Mal etwas las, was ich doch bereits längst wusste. Diese Kritik ist allerdings lediglich stilistisch und ändert nichts an dem wunderbar erdachten Abenteuer selbst.
„Gerwod 1 – Das Artefakt“ ist ein gelungener Einstieg in eine mehrbändige High Fantasy Quest mit aussergewöhnlichen Wesen und einer beim Lesen spürbaren, fantastischen Atmosphäre.
Spannung, Action und jede Menge Thrill!
Lazarus von Salvatore Treccarichi
Jurek Walter ist zurück! Davon ist Kommissar Joona Linna überzeugt. Als er bei einem Fall Parallelen zu Jureks früheren Morden entdeckt, schrillen bei ihm die Alarmglocken und er versucht, seine Lieben in Sicherheit zu bringen. Hat der psychopathische Serienmörder der vergangenen Bände wirklich die Schüsse auf sich überlebt oder ist es vielleicht nur ein Nachahmungstäter? Keiner glaubt Joona zunächst – ein fataler Fehler…
„Lazarus“ ist der siebte Teil der Reihe um Kommissar Joona Linna des Autoren-Ehepaares Lars Kepler.
Angegeben ist, dass das Buch ohne Vorkenntnisse der Reihe gelesen werden kann, und das kann ich bestätigen. Wobei natürlich an der ein oder anderen Stelle Anspielungen auf frühere Geschehnisse vorkommen, bei denen ich dachte, schade, dass ich nicht mehr darüber weiß. Dadurch, dass kleine Rück- und Einblicke zu den Personen eingebaut sind, ist aber alles gut verständlich.
Der Roman liest sich erstaunlich gut und ist frei von gängigen Klischees eines sozial inkompetenten, launischen Ermittlers mit Alkoholproblem. Im Gegenteil, Joona war mir recht sympathisch. Schwierigkeiten hatte ich hingegen mit seiner Kollegin Saga, welche in meinen Augen zu oft inkompetent agiert, so dass ich mich wiederholt fragte, wie sie zu ihrem Job gekommen ist.
Inhaltlich ist die Story durchweg spannend von Anfang bis Ende. Keine unnötig lange Einleitung, keine Durststrecken und kein ewig langes Ausfaden. Ein eindeutiger Pluspunkt! Stellenweise wird es diesmal ziemlich brutal, ohne, dass groß ins Detail gegangen wird. Wer jedoch beim Lesen sein Kopfkino mitlaufen lässt wird da um ein paar blutige Szenen nicht drum herum kommen. Gestört haben mich einige Szenen, welche für den Fortgang der Handlung wie konstruiert wirken, ebenso wie Joonas Alleingang zum Schluss, bei welchem er eine Schneise der Verwüstung hinterlässt. Das wird aber zum Glück durch ein paar sehr gute Ideen und viele spannende Szenen wieder wettgemacht.
Alles in allem ein hervorragend zu lesender Schwedenkrimi mit brutalen sowie emotional bewegenden Szenen, der durch Spannung und Action schon fast als Thriller durchgeht.
Wenig überzeugende Story, magere Ausstattung des Hörbuchs
Das Lied der Krähen,2 Audio-CD, 2 MP3 von Leigh Bardugo
Nachdem bereits soviele von Bardugos Grischaversum und diesem Roman schwärmten war ich natürlich neugierig auf Kaz Brekker und seine Krähen. Man startet in Ketterdam, einer Handelsstadt, welche unter mehreren Banden aufgeteilt ist. Kaz gehört hierbei zu den Krähen und ist, wie oftmals zu lesen, nicht der Anführer der Krähen sondern nur ein erfolgreiches Mitglied, welcher den gutbezahlten Auftrag annimmt, einen mächtigen Mann aus dem Eistribunal, eine Art Hochsicherheitsgefängnis, zu befreien.
Dafür schart er fünf Leute um sich, welche jeweils durch ihre Fähigkeiten zum Erfolg der Mission beitragen sollen. Neben Kaz, der so eine Art Mastermind ist, wären da sein Freund Jesper (spielsüchtiger Waffenexperte), Inej („das Phantom“, eine Kletterkünstlerin), Matthias (ehemaliger Hexenjäger), Nina (eine Grischa, was im Grischaversum einer Hexe entspricht) und Wylan (Kaufmannssohn mit so einigen Talenten).
Das Buch beginnt leider sehr verwirrend, ich habe zu Beginn kaum verstanden, worum es ging und wunderte mich, was das mit den Krähen zu tun haben sollte. Leider wurde auch nur wenig erklärt, was es mit den Grischa auf sich hat. Als später die Hauptcharaktere ins Spiel kamen wurde es langsam interessanter. Hier gefiel mir, dass jeder Charakter seine eigene, gut ausgearbeitete Vergangenheit hat, welche zwischendurch in Rückblicken beleuchtet wird. Eindeutig ein Pluspunkt der Story. Weniger gefiel mir, dass die Gruppe um Kaz, mit Ausnahme des 15-jährigen Wylan, altersmäßig so um die 17 Jahre alt ist, jedes Mitglied aber bereits Erfahrungen gesammelt haben soll wie eine Person mitte/ende 20. Das passte einfach nicht. Dafür macht sich das junge Alter wiederholt bemerkbar, wenn die Charaktere sich unnötig bockig oder aufbrausend wie Teenager verhalten, welche sie eben auch sind. Am meisten störte mich beim Hörbuch zusätzlich, dass Kaz sprach wie der „Pate“, was einfach nicht zu einem Teenager passt. Zumal mir seine Genialität sowie seine vielfältigen Beziehungen in Ketterdam auch zu übertrieben ausfielen für seine junge Bandenkarriere.
Die Ausstattung der Hörbuchs lässt leider sehr zu wünschen übrig, es gibt weder Kartenmaterial, um die vielen örtlichen Gegebenheiten nachvollziehen zu können, noch ein Personenregister. Beides musste ich mir mühsam im Netz zusammensuchen. Besonders die Karten wären eine Hilfe gewesen, da die Personen aus unterschiedlichen Gebieten mit anderen Gegebenheiten stammen und auch der Einsatz im Eistribunal besser nachvollziehbar gewesen wäre.
Mein Fazit: Die Story hält nicht, was sie verspricht, die Charaktere sind mir zu jung und die Handlung zu vorhersehbar. Wer sich darauf einlassen will, sollte lieber die Printversion nehmen, da sind wenigstens Karten mit dabei.
Band zwei bleibt hinter seinem Vorgänger zurück
Die Helden von Midgard von Liza Grimm
Der Webstuhl der Nornen zeigt einen neuen Helden für Walhall an: Erik. Manchmal muss jedoch etwas nachgeholfen werden, damit ein Krieger auch wirklich den Heldentod stirbt, statt wie alle anderen in Hel zu landen, dem Reich der Totengöttin. Diesem Auftrag widmet sich momentan Tyr, der Gott des Kampfes, unterstützt von Walküre Kára, die ein ganz persönliches Auge auf Erik geworfen hat.
Bisher lief alles ganz aussichtsreich – bis Loki mitmischt und seine eigenen Pläne verfolgt.
Liza Grimms „Die Helden von Midgard“ spielt zeitlich eine ganze Weile vor ihrem Vorgängerroman „Die Götter von Asgard“. Die Idee des Romans ist an sich sehr schön gewählt: Eine Walküre verliebt sich in den Menschen, den sie im Auftrag Odins zum Heldentod führen soll, wodurch sie zusätzlich ein ganz persönliches Interesse hat, Erik nach Walhall zu bringen und ihn bis Ragnarök an ihrer Seite zu wissen. Zudem Loki, der mal wieder alles durcheinander bringt und sich nicht in die Karten schauen lässt. Weniger gefallen hat mir die Umsetzung. So fängt die Handlung mittendrin an, Kára und Erik kennen sich bereits und sind sich auch schon näher gekommen. Die Chance, die beiden aufeinander treffen zu lassen und sich kennen zu lernen, wurde somit vertan, obwohl hier meiner Meinung nach noch Potential zu unterhaltsamen Szenen gewesen wäre. Stattdessen plätscherte die Handlung anfangs etwas dahin, Kára verhielt sich weniger wie eine langjährige professionelle Walküre sondern eher wie ein verliebter Teenager, die mehr an ihre eigenen Bedürfnisse dachte statt an ihren Auftrag an Tyrs Seite. Und das wunderte mich, denn wozu die Eile, wenn Kára in Asgard alle Zeit der Welt mit Erik hätte? Sehr schön gefiel mir hingegen neben ein paar Einblicken in die Welt Asgards Káras Freundschaft zu ihrem Bruder Tyr. Wobei auch hier unglaubwürdig war, dass der Gott des Kampfes plötzlich wie ein Anfänger kämpfte.
Am meisten Pfiff brachte, wie bereits im ersten Band, wieder Loki in die Handlung, der bereits im Prolog einmal mitmischen darf und zu Spekulationen anregt, welches seine Ziele sein mögen.
Leider kommt Band zwei nicht so recht aus dem Schatten von Band eins heraus, welcher ebenfalls bereits einige Längen hatte, dafür zumindest etwas mehr Humor mit sich brachte. Beiden Bänden gemein ist, dass erst mit Lokis Intrigen der Roman interessanter wird. Die Handlung um Kára, Tyr und Erik blieb mir hingegen etwas zu leidenschaftslos und, wie bereits erwähnt, vor allem Káras Handeln zu unprofessionell. Gelungen fand ich wiederum den Schluss der Romans, der diesmal sehr gut passte.
Über das Jagen und Zubereiten von Drachen
Quin Zaza 1 von Taku Kuwabara
Die „Quin Zaza“ ist eines der letzten Drachenfänger-Luftschiffe im Einsatz. In teils gefährlichen Einsätzen jagt die heimatlose Crew Drachen, um diese zu zerlegen, zu verarbeiten und die Produkte an die Bevölkerung zu verkaufen. Vor allem das köstliche Drachenfleisch ist hierbei sehr gefragt, ebenso das Drachenöl.
Der Manga Quin Zaza beinhaltet die verschieden Abenteuer der Crew, welche wie Episoden aneinander gereiht sind. Schwerpunkte eines jeden Kapitels sind ein oder mehrere Drachen sowie eine Zubereitungsart von Drachenfleisch, wobei das ausführliche Rezept an jedem Kapitelende zum Nachkochen anregt.
Die Crew der Quin Zaza ist recht umfangreich, in jedem Kapitel werden ein oder mehrere Mitglieder etwas genauer beleuchtet, so dass man erst nach und nach die Crewmitglieder kennen lernt. Eine farbige Karte mit der gesamten Crew liegt dem Manga bei, was mir ganz gut gefiel, da ich für mich die einzelnen Charaktere auf dem Bild wiederfinden konnte. Am meisten fällt beim Lesen Crewmitglied Mika auf, der einen ständigen Appetit auf Drachenfleisch hat, was ihn immer wieder zu Heldentaten animiert.
Loben möchte ich zudem den Zeichenstil, welcher durchgängig sehr aufwendig und ansprechend ist. Ein Bilderatlas der Drachen vorn und hinten im Buch zeigt, welcher Drache in welchem Kapitel vorkommt. Etwas zu kurz kamen Interaktionen zwischen den Crewmitgliedern, wodurch die Episoden zwar actionreich sind, jedoch ein wenig Tiefgang fehlt. Auch muss man sich darauf einstellen, dass die Zubereitung von Drachenfleisch manchmal etwas umfangreicher ausfällt. Wen das nicht stört, für den ist Quin Zaza eine unterhaltsame Lektüre und vielleicht auch eine Bereicherung für die Rezeptesammlung.
Die Kämpfe beginnen!
Das Erbe der Macht - Band 17: Seelenmosaik von Andreas Suchanek
Der geheimnisvolle Bran zieht seine letzten Spielzüge auch dem magischen Spielbrett der Macht. Hierzu setzt er Chloe auf ein bedeutendes Artefakt an, welches sie mit Nemos Hilfe bergen soll: Das Seelenmosaik. Währenddessen versuchen Jen und Alex herauszufinden, an welche wichtigen Informationen Mark einst kam, während Johannas lang verschollene Freundin Grace ebenfalls versucht, hinter ein Geheimnis zu kommen: Wer ist Bran?
In Band 17 spitzt sich die Lage gefährlich zu, Bran scheint unbesiegbar und am Ende seiner Machtpläne angekommen.
Es gibt diesmal viele gefährliche, brutale sowie auswegslos scheinende Situationen, gleichzeitig kommen häppchenweise neue geheimnisvolle Details ans Licht, welche bisher im Verborgenen lagen. Wie jedesmal natürlich nur soviel, dass der Hunger nach Informationen beim Lesen ein wenig gestillt wird, man am Ende des Bandes jedoch sofort einen Heißhunger auf den nächsten Band verspürt.
Mir gefiel Johannas Freundin, welche als neuer unsterblicher Charakter regelrecht durch die Story wirbelte und in kurzer Zeit viel erreichte. Ein Charakter, den wir hoffentlich noch länger lesen dürfen. Ebenso spannend waren die Abenteuer rund um Kapitän Nemo, wobei uns der Autor mal wieder mit einer auswegslos scheinenden Situation für die beteiligten Lichtkämpfer zurückließ. Auch hier kann ich die Fortsetzung kaum erwarten. Und hinter dem alten Pakt, welchen Jen und Alex versuchen zu ergründen, scheint mehr zu stecken, als wie es zunächst den Anschein hatte. Ganz ehrlich, so, wie dieser Band endet, bin ich echt neugierig, wie der Autor die Lichtkämpfer aus dem ganzen Schlamassel wieder heraus holen will!
Macht euch gefasst auf eine geballte Ladung an Kämpfen, Wissen und Kreaturen aus der Zeit vor dem Anbeginn. Mögen die Kämpfe beginnen…
Dem ersten Band der Tetralogie und Götter und Magier fehlt noch ein wenig der Zauber
Der verwunschene Gott von Laura Labas
Morgan Vespian schlägt sich als Wölfin durch, als Mitglied einer Bande von Schmugglern und Dieben, und hat nicht selten mit Neid in den eigenen Reihen zu kämpfen. Durch Verrat wird sie bei einem ihrer Aufträge gefasst und landet über Umwege beim früheren Kronprinzen des Landes, der die Rückeroberung seines Thrones plant.
Helfen soll ihm dabei eine im Zauberschlaf liegende Prinzessin, fernab in ihrem verwunschenen Schloss. Dabei plant noch jemand anders, die gefährliche Reise dorthin für sich nutzen. Eine mächtige Person, welche sich nicht zu erkennen gibt. Doch Morgan kommt hinter dessen Geheimnis…
„Der verwunschene Gott“ ist der Auftakt einer Tetralogie (laut Verlagsseite) von Laura Labas, durchmischt mit Märchenelementen, Göttern und Magie. Es gibt verschiedene Hauptcharaktere, deren Wege sich kreuzen, welche jeweils ihre Abenteuer erleben und auf unterschiedliche Art mit Magie konfrontiert werden. Zudem trägt jeder seine Geheimnisse mit sich herum. Prinzen gibt es gleich mehrere, auf den „verwunschenen Gott“ hab ich beim Lesen hingegen lange Zeit gewartet, bis dann plötzlich der Aha-Moment kam.
Das Buch ist unterhaltsam geschrieben, auch wenn es anfangs etwas zu lange dauert, bis es allmählich spannend wird. Für meinen Geschmack gibt es von den spannenden und interessanten Szenen zuwenig oder sie fallen zu kurz aus. Auf Götter und Magie wird noch nicht so viel eingegangen, was es stellenweise erschwert, die Welt zu verstehen. Dazu gibt es Momente, die sich nicht stimmig anfühlen, Personen naiv wirken oder mir unverständlich handeln. Dadurch stellte sich bei mir nie das Gefühl ein, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen, was ich sehr schade finde, da ein paar gute Ideen vorkommen. Mir fehlte ein wenig die Charaktertiefe. Und Morgans im Klappentext versprochene Entscheidung, welche „das Schicksal des gesamten Königreiches“ entscheiden soll, konnte ich so für mich auch nicht entdecken. Allerdings bietet der Roman am Ende ein paar gute Möglichkeiten für eine spannende Fortsetzung.
Ein leicht zu lesender Fantasyroman mit Märchen- und Götterelementen, dessen Magie nicht ausreichte, um mich in seinen Bann zu ziehen, der aber gute Ansatzpunkte für eine spannende Fortsetzung liefert.
Claras Abenteuer in den vier Reichen der Fantasie
Der verwunschene Gott von Laura Labas
Wie durch Zauberei gelangt die junge Clara in eine Parallelwelt, welche ihre verstorbene Mutter einst erschuf und die von lebendigen Spielzeugen bevölkert ist. Doch scheinbar werden drei der Reiche von Mutter Ingwer, der Herrscherin des vierten Reiches, bedroht. Zuckerfee, die Herrscherin über das Reich der Süßigkeiten, bittet Clara um Hilfe – und diese willigt ein.
Kurz darauf gerät Clara in ein spannendes Abenteuer mit einem Nussknacker und einer Mäusearmee, welches sie sich nie erträumt hätte und das den Verlust ihrer Mutter nach und nach erträglicher macht.
Das Buch begann zu meinem Erstaunen fast schon übertrieben kitschig mit Weihnachten und den Geschenken der kürzlich verstorbenen Mutter. Als Clara jedoch die vier Reiche entdeckte, entwickelte sich die Erzählung zu einem spannenden Märchen, welches auch mir als Erwachsene wirklich Spaß machte. Zudem fand ich es wunderschön, wieviel Spaß Clara und ihre Mutter Marie am Tüfteln hatten, dem Erfinden und Reparieren von Geräten und Maschinen.
Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven wie Clara, ihrer Mutter Marie in der Kindheit sowie Zuckerfee, der Herrscherin über das Reich der Süßigkeiten. Hierbei schafft es Marie Bierstedt, der Geschichte mit ihrer Stimme einen märchenhaften Zauber zu verleihen, der das ungekürzte Hörbuch zu einem traumhaften Erlebnis werden lässt.
Hervorragende zweiter Teil der Fantasy-Trilogie
Die Rabenringe - Fäulnis von Siri Pettersen
Nachdem Hirka das Steintor in Ymsland durchschritten hat lebt sie nun in unserer Welt, der Welt der Menschen. Die Welt, in welche Graal, der Anführer der Blinden, welche sich Umpiri bzw. Dreyri nennen, einst nach seiner Niederlage im Krieg gegen Ymsland verbannt wurde, während sein Bruder Naiell als Seher von den Bewohnern Ymslands seit rund tausend Jahren gefeiert und geehrt wird.
Und so dauert es nicht lange, bis Graal sich bemüht, Hirka ausfindig zu machen, während zugleich Rime in Ymsland die wahre Geschichte von Graal und Naiell aufzudecken versucht. Doch welche Version ist die richtige?
Nach dem ersten Band der Fantasy-Trilogie „Die Rabenringe“ fand ich den zweiten Band noch um einiges spannender. Hier wird im Wechsel aus zwei Welten erzählt: Zum einen Hirka, welche in der Menschenwelt versucht, das Geheimnis ihrer Herkunft zu lüften und dabei erneut zwischen die Fronten gerät, zum anderen Rime, welcher in Ymsland die Wahrheit der Brüder Graal und Naiell erfährt. Während des Romans war ich mir nicht immer sicher, wer denn nun der Gute und wer der Böse der Dreyri-Brüder ist. Da hat die Autorin geschickt mit Informationen und Wendungen gespielt. Faszinierend fand ich auch, wie gekonnt Hirka ihre Schlüsse ziehen und Pläne schmieden konnte, während sie sich durch gefährliche Situationen manövrieren musste.
Mit „Fäulnis“ ist Siri Pettersen eine hervorragende Fortsetzung ihrer High Fantasy Erzählung gelungen, welche der Trilogie durch das Anbinden einer weiteren Welt sowie das Aufdecken der Geheimnisse um den Seher sowie Hirkas Herkunft eine zusätzliche, Spannung erzeugende Komplexität verleiht.









