Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Christina P.:
Psychogramm einer Mörderin
So schöne Lügen
Louise ist chronisch knapp bei Kasse und schlägt sich mit kleinen Jobs mehr schlecht als recht durch. Als die junge Livinia sie unter ihrer Fittiche nimmt und Louise an ihrem glamourösen und extravaganten Leben teilhaben lässt findet sie immer mehr Gefallen daran und neidet Lavinia ihr vieles Geld und ihre Beliebtheit.
Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis Louise beginnt, ihre Freundin zu bestehlen und es sich auf deren Kosten gut gehen zu lassen. Bis es zum Bruch der beiden Freundinnen kommt - und zu Lavinias Tod. Doch Louise will ihr neues Glamourleben nicht aufgeben und verstrickt sich in ein immer größer werdendes Lügengeflecht.
Die Idee ist nicht neu, dass zwei ungleiche Freunde zusammenfinden, von denen einer dem anderen dessen Leben neidet und es am liebsten übernehmen würde, Mord nicht ausgeschlossen. In diesem Fall sind beide Hauptcharaktere ziemlich extrem gezeichnet. Zum Einen Louise, deren Leben mich an eine Klaviertastatur erinnert, der man die weißen Tasten entfernte: Schwarz und etwas Entscheidendes fehlt. Dann Lavinia, ihr Gegenstück, manipulativ und ichbezogen, bei der die schwarzen Tasten fehlen und die scheinbar sorglos und spendabel in den Tag lebt und von einer Glamourparty zur nächsten hüpft. Genauer betrachtet sind jedoch beide auf ihre Art egoistisch und allein, auf der Suche nach etwas, was sie glücklich macht, sie aber nicht greifen können.
Ungewohnt ist in diesem Roman der allwissende Erzähler, welcher einige Male den Leser direkt anspricht und genau weiß, was geschehen wird. Dies hatte allerdings den Vorteil, dass einige doch recht skurrile Momente dadurch nicht an Wirkung verloren. Überhaupt ist Lavinias Szene, in welcher sie sich bewegt, ziemlich... ungewöhnlich. Reiche junge Erwachsene, ein jeder ein Selbstdarsteller sowohl auf dem Parkett des Lebens wie auch im Bereich Social Media, welches hier stark genutzt wird und ohne welches der Roman nicht funktioniert hätte. Auf der Suche nach dem nächsten Kick wurden die Parties im Roman teilweise immer ausgefallener, mir stellenweise schon zu extrem. Das entzog sich völlig meiner Welt, machte den Roman dadurch wieder unwirklich und ich distanzierte mich in diesen Momenten von der Handlung. Das fand ich sehr schade, da ich der Meinung bin, je realistischer ein Roman, desto ergreifender wird er für mich als Leser.
Ein Roman voller Lügen und überzogenen Charakteren, der auf seine Art jedoch Spaß macht zu lesen und von Kapitel zu Kapitel immer abgründiger wurde.
Ein Blick hinter die gutbürgerliche Fassade
So schöne Lügen
Auf den ersten Blick hat Katharina ein Traumleben mit Haus am Stadtrand, engelsgleichem kleinen Sohn und einem erfolgreichen Arzt als Ehemann. Geschickt lässt uns die Autorin jedoch nach und nach hinter die gutbürgerliche Fassade blicken und plötzlich ist nicht mehr alles so perfekt, wie es zunächst den Anschein hat.
Da tragen plötzlich Katharina ebenso wie ihr Mann Patrick gewichtige Geheimnisse mit sich herum, irgendwer schickt ihr anonyme Drohbriefe und die Person, die sie heimlich beobachtet, weiß auch einiges aus Katharinas früherem Leben. Als plötzlich ihr fünfjähriger Sohn Timo verschwindet, eskaliert die Situation.
"Sag die Wahrheit. Dann geschieht ihm nichts." (Zitat S. 125)
Dies war mein erster Roman der Autorin und ich habe ich sehr gern gelesen. Man sollte sich nicht davon täuschen lassen, wie harmlos der Thriller beginnt, denn recht geschickt wird hier ein Spannungsbogen aufgebaut, welcher immer mehr Geheimnisse der Beteiligten zutage kommen lässt, ohne jedoch zuviel auf einmal zu verraten. Auch ist Katharina längst nicht das arme Opfer, welches einem durch den Klappentext suggeriert wird. Vielmehr scheint ihr Geheimnis immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt der Story zu werden.
Der Roman kommt mit einer überschaubaren Personenanzahl aus und schreitet in einem angenehmen Tempo voran, ohne sich in langwierigen Beschreibungen zu verlieren. Dadurch bleibt der Thriller durchweg spannend und wartet am Schluss mit einigen Wendungen auf, welche nicht unbedingt vorhersehbar waren.
Ein spannender Thriller mit Blick auf eine scheinbar heile Welt, hinter der sich schockierende Geheimnisse auftun.
Abenteuer und Intrigen in Vergangenheit und Zukunft
Das Zeitenmedaillon - Die Seherin von Tanja Neise
Die 20-jährige Amélie erbt von ihrer Mutter ein Zeitreisemedaillon. Dieses ermöglicht, durch die Zeit zu reisen, um sein eigenes Glück zu finden oder einem anderen Zeitreisenden zu helfen. Dass das Medaillon dabei einige Umwege wählt, muss Amélie schon bald feststellen. Als es sie aus dem Jahr 1805 stammend ins ferne 1473 verschlägt wird sie vom Dänen Holmger aus den Händen ihrer Entführer befreit und reist mit seinen Leuten ans dänische Schloss.
Dort gerät Holmger in eine tödliche Intrige. Kann Amélie, welche ihr Herz bereits an den blonden Dänen verloren hat, ihn mit Hilfe ihres Medaillons retten?
Ich muss gestehen, Romane mit Gegenständen, die einen durch die Zeit reisen lassen, ziehen mich wie magisch an. Deswegen war ich neugierig, was Tanja Neise wohl Schönes erdacht hat, zumal ich ihren ersten Zeitenmedaillon-Roman noch nicht kenne. Ihr Schreibstil ist wirklich angenehm und leicht zu lesen. Amélie ist anfangs eine junge Frau, welche noch nie in Kontakt mit dem Bösen geriet und muss sich notgedrungen schnell zurecht finden in Zeiten, in denen Frauen noch weniger Rechte haben als in ihrer eigenen Epoche. Ist sie anfangs noch etwas leichtgläubig, entwickelt sie sich jedoch im Laufe des Romans zu einer willensstarken Person an Holmgers Seite. Sehr schön war übrigens, wie die beiden zueinander fanden. Da musste sich Holmger schon was einfallen lassen. Jedoch wurde es nie kitschig, was ja einige Leute bei Fantasyromanen abschreckt. Im Gegenteil, es passte alles recht gut und Amélie gerät mehrfach in gefährliche Situationen. Wobei sie oftmals in ihren Träumen vor bevorstehenden Gefahren gewarnt wird. Auch die Zeitsprünge sind gut gewählt, nicht nur in die Vergangenheit sondern auch in ihre Zukunft. Da gefiel mir, wie Tanja Neise unsere Welt durch Amélies Augen beschrieb. Wobei das Medaillon seinen eigenen Kopf zu haben scheint und Amélie nicht immer Einfluss auf das Ziel ihrer Zeitsprünge hatte sondern das Medaillon sie auch mal in eine Zeit schickte, wo Amélie auf bestimmte Informationen stoßen sollte.
Ein sehr schöner und unterhaltsamer Zeitreiseroman mit einer Protagonistin, die sich zu einer starken Frau entwickelt und ihren Mann aus den Fängen einer gefährlichen Intrige am königlichen Hof befreit.
Gelungene Hörspiel-Inszenierung
Herzgrab,2 Audio-CD, 2 MP3 von Andreas Gruber
Auf der italienischen Familie De Vecchio scheint ein Fluch zu liegen. Während das Wiener BKA Peter Gerink und seinen Kollegen Scatozza nach Italien schickt, um nach der in Wien lebenden Teresa De Vecchio zu suchen, die bei der Trauerfeier ihrer beiden verunglückten Brüder kürzlich spurlos verschwand, beauftragt Teresas Nichte Monica die Wiener Privatdetektivin Elena Gerink, Peters Frau, mit der Suche nach ihrem seit einem Jahr verschwundenen Vater, den berühmten Maler Salvatore De Vecchio.
Schon bald müssen Peter und Elena feststellen, dass ihre Fälle miteinander in Zusammenhang stehen und sie einem gefährlichen Gegner auf der Spur sind.
Von Autor Andreas Gruber bin ich bisher nur gute Unterhaltung gewohnt. Das hat sich bei Herzgrab nicht geändert. Auch hier wird ein spannender, undurchschaubarer Krimi geliefert mit sympathischen Ermittlern, diversen Gefahrensituationen und auch mal dem ein oder anderen Schmunzler. Der Stil ist gewohnt unterhaltsam, der Fall komplex, die Ermittler unkonventionell und der Täter perfide.
Gehört habe ich das ungekürzte Hörspiel zum Roman. Die Sprecher sowie der Erzähler sind sehr gut gewählt und alles ist in sich stimmig und gut inszeniert. Lediglich zu Beginn waren mir die Sprecher im Vergleich zum Erzähler etwas zu leise.
Schöne Idee mit vielen feinen Details
Fauler Zauber von Diana Wynne Jones
Jedes Jahr veranstaltet Mr. Chesney exklusive Abenteuerreisen, bei denen Menschen durch ein Portal in eine Welt voller Magie strömen und 6 Wochen lang auf einer Fantasy-Quest unterhalten werden wollen. Das Finale beinhaltet bei jeder der vielen Reisegruppen den Sieg über den Dunklen Fürsten. Nach 40 Jahren haben die Bewohner der Welt, welche jährlich als Animateure dienen sollen, allerdings die Nase gestrichen voll: Die Felder werden verwüstet, die Städte gebrandschatzt, Tiere getötet, die Vorräte geplündert und bei den Schlachten sterben ebenfalls jährlich Freunde und Verwandte.
Zeit, sich gegen Mr. Chesney zur Wehr zu setzen – doch der hat einen mächtigen Dämon an seiner Seite…
Die Idee des Romans gefiel mir auf Anhieb. Die Bewohner einer magischen Welt, die sich gegen Ausbeutung zur Wehr setzen – das entfachte meine Neugier. Der Stil des Romans ist allerdings eher etwas gemächlich, man hat lange Zeit, die Folgen der Pilgerreisen zu erkunden und welche Mühen die Bewohner alljährlich auf sich nehmen müssen, um den Vertrag mit Mr. Chesney zu erfüllen, ohne zu Strafzahlungen verdonnert zu werden. Erst dachte ich, der Fokus der Erzählung läge auf Magier Derk, der vom Orakel zum diesjährigen Dunklen Fürsten ernannt wurde. Jedoch hat die Autorin vielmehr den Fokus auf Derks gesamte Familie gelegt, wobei hier vor allem die Greife als Teil der Familie eine wesentliche Rolle spielten und für mich persönlich am interessantesten waren. Ansonsten kommen in der Geschichte sehr viele Charaktere und magische Wesen vor, welche zu meiner Enttäuschung leider kaum eingehender beleuchtet wurden, die Greife ausgenommen.
Der Roman beinhaltet kleine, aber feine Details, welche es zu entdecken gilt. So wird z. B. endlich erklärt, warum Drachen so gerne Gold sammeln. Ebenso gefiel mir der etwas versteckte, britische Humor. Die erste Hälfte empfand ich als etwas langatmig und ruhiger, ab der zweiten Hälfte ging es dann flotter voran, als endlich die Abenteuertouristen ins Spiel kamen. Und zum Ende hin wird man mit einem sehr guten und überraschenden Ende belohnt.
Sehr gefühlvoller Roman mit konstruiert wirkendem Ende.
Ein geschenkter Anfang von Lorraine Fouchet
Lou und Jo waren ein glückliches Paar, verliebt bis zum Schluss lebten sie auf der bretonischen Insel Ile de Groix in ihrem kleinen Paradies. Doch Lou ist gestorben, mit knapp 60 Jahren. Bei der Testamentseröffnung wirft sie ihrem Ehemann vor, sie betrogen zu haben - und stellt ihm die Aufgabe, ihre erwachsenen Kinder glücklich zu machen und die Familie somit wieder zusammen zu führen.
Keine leichte Aufgabe für den ehemaligen Arzt, der sich stets aus den Familienangelegenheiten raushielt. Und so muss er erstmal lernen, hinter die Kulissen der anderen Menschen zu blicken, bevor er seine Aufgabe erfüllen kann.
Die Sprache des Romans ist sehr gefühlvoll, wodurch schnell eine emotionale Tiefe entsteht. Gelungen ist auch die Idee, die verschiedenen Personen in Gedanken zur verstorbenen Lou sprechen zu lassen, ihr Erinnerungen, Emotionen und Beobachtungen mitzuteilen. Und als Clou kommt sogar Lou selbst nach ihrem Tod zu Wort, das verleiht dem Buch etwas Mystisches. Nicht gefallen hat mir, dass Jo und seine Enkelin Pomme ein wenig zu detailliert "denken". Dinge, welche sie der verstorbenen Lou nicht erklären müssten, werden trotzdem im Stile der "Forth Wall" erläutert. Dadurch fühle ich mich plötzlich als Leser angesprochen, die Gedanken wirken weniger authentisch, was doch sehr schade ist.
Beim Lesen erlebt man die Entwicklung der unterschiedlichen Personen mit. Dabei stellt sich heraus, dass man als LeserIn nicht vorschnell urteilen sollte, manchmal scheinen die Dinge anders, als sie in Wirklichkeit sind. So hat mich der Roman stellenweise doch zum Nachdenken angeregt, was ich als sehr schönen Nebeneffekt empfinde. Einige Gegebenheiten waren jedoch zu überzogen und zu passend konstruiert, das Verhalten der Enkelkinder wirkte nicht immer altersgerecht. Ebenso lief mir zum Schluss alles zu glatt bei einigen Personen, um den Roman gekonnt abzurunden, so dass ich ein wenig enttäuscht nur 4 von 5 Sternen vergebe.
Die Geschichte büßte unterwegs an Charme ein
Die Töchter von Ilian von Jenny-Mai Nuyen
In der Welt Ilians gab es einst vier magische Artefakte, mit denen die Völker beherrscht wurden: Eine Flöte, ein Becher, ein Spiegel und eine Sternenscheibe. Davon berichtet Fayanú, ein Waldelf und reisender Erzähler, der jungen Magierin Walgreta vom Kleinen Volk. Entgegen der Pläne der Waldelfen, die mit Hilfe der vier Artefakte die Regentschaft über den gesamten Kontinent und somit über alle Völker gewinnen wollen, schmieden die beiden den Plan, die Artefakte zu sammeln und sie den Weisen Frauen, den Wyken, zu schenken, auf dass sie die Völker im ewigen Frieden einen mögen.
Der Haken an der Sache: Die Artefakte gewinnen ihre Magie dadurch, dass sie in Liebe verschenkt werden. Ein Diebstahl raubt ihnen hingegen ihre Kräfte.
Zuallererst möchte ich die wunderbare Idee loben, welche die Autorin mit Ilian verwirklicht hat. Sie hat eine Welt geschaffen, in welcher aus dem Bereich der Fantasy bereits bekannte Völker wie Elfen, Zwerge und Menschen leben. Neu ist jedoch die Religion, die Schöpfungsgeschichte, an welche die Völker glauben und welche man beim Lesen des Romans kennen lernt. Zudem wird ihre Liebe zum Detail beim Lesen deutlich und lässt einen hervorragend in die Welt Ilians eintauchen.
Walgreta ist eine junge Magierin aus dem Kleinen Volk, wie die Zwerge sich selbst bezeichnen. Als Hochgewachsene ging sie jahrelang bei den Weisen Frauen, den Wyken, in die Lehre und ist enttäuscht darüber, von keiner Wyka zur Nachfolgerin ernannt worden zu sein. Ich empfand Walgreta leider als eine Frau, der es wichtiger war, vor anderen mit Erfolg zu glänzen statt wirklich Gutes zu tun. Falscher Stolz und eine gewisse Naivität prägten zudem ihren Charakter, wodurch sie mir bis zum Schluss des Romans unsympathisch blieb.
Fayanú, ein Waldelf, ist ein ganz spezieller Charakter, der bereits viel Leid hinter sich hat und von dem sein Volk aufgrund einer Prohpezeiung viel erwartet. Hier empfand ich die Idee des Charakters als sehr aussergewöhnlich und hätte mir stellenweise mehr Tiefgang erhofft, da ausreichend Potential vorhanden war.
Ansonsten kommen noch viele unzählige weitere Charaktere vor wie Händler Mauskin, der seine eigenen Rachepläne verfolgt oder Rianon, Fürst eines Urierstammes, eine Art Nomadenvolk, dessen Status auf einer Lüge beruht.
Zu Beginn gefiel mir die Geschichte noch sehr gut, jeder hatte seine eigenen Pläne und Walgreta wurde unfreiwillig zum Spielball der Politik. Mit der Zeit wurde es jedoch sehr wechselhaft, das Persönliche der Geschichte wich immer mehr dem Charakter eines Berichtes, Ereignisse wurden einfach hintereinander gereiht und die Emotionen blieben wiederholt auf der Strecke . Ebenfalls gingen mir Walgretas Naivität und falscher Stolz immer mehr auf die Nerven, und ich konnte ihr Handeln oftmals nicht nachvollziehen, welches wiederholt einen egoistischen Beigeschmack aufwies. Wobei Fayanú im Punkt falscher Stolz ihr leider irgendwann in nichts mehr nachstand, was für mein Empfinden nicht zu seinem ursprünglichen Charakter passte. So schön, wie alles begann, so unstimmig und oberflächlich fühlte es sich für mich zum Ende hin immer mehr an, vieles wirkte wie aneinandergereiht statt fließend ineinander übergehend, so dass ich stellenweise die Lust an der Geschichte verlor und nach dem Lesen der letzten Seite enttäuscht war.
Abwechslungsreiche Sammlung – mir noch zu brav
éclair blanche von Diverse
Mit „éclair blanche“ bringt der Verlag die zweite Sammlung mit 15 Kurzgeschichten von 15 Mangaka zum Thema Girls Love heraus. Auch diesmal unterscheiden sich die Geschichten wieder sowohl stilistisch wie auch inhaltlich, was die Anthologie sehr abwechslungsreich macht. Meistens geht es wieder um Mädchen im Schulalter oder junge Frauen, aber auch eine Superheldin ist diesmal mit dabei.
In den meisten Fällen geht es um Schwärmerei oder erste Annäherungsversuche, erotische Szenen kommen kaum vor, was ich persönlich schade finde. Durch das größere Format kommen die Panels recht gut zur Geltung, ebenso die drei ganzseitigen,farbigen Bilder zu Beginn.
Die Mangas gefielen mir unterschiedlich gut, wie es bei Anthologien meist der Fall ist. Auch diesmal hätt ich mir etwas mutigere Szenen zum Thema Girls Love gewünscht, das meiste war für eine Alterempfehlung 15+ zu brav gehalten.
Action und aussergewöhnliche Superkräfte
The Isolator - Realization of Absolute Solitude.Bd.1 von Koshimizu; Kawahara; Shimeji
Eine neue Serie des Autors von "Sword Art Online" und "Accel World"! Einzelgänger Minoru Utsugi läuft, um zu vergessen. Seit drei Monaten haben sich seine Leistungen deutlich verbessert - und das ist nicht das Einzige, was sich änderte, als diese schwarze Sphäre in seine Brust eindrang und seinen innigsten Wunsch auf aussergewöhnliche Weise umsetzte: Einsamkeit.
Seitdem kann er eine undurchdringliche Hülle um sich herum errichten. Sich seiner neuen Kräfte noch nicht komplett bewusst muss er feststellen, dass weitere Personen von ausserirdischen Sphären verändert wurden, welche deren tiefsten Wünsche in Superkräfte wandelten. Einige zum Guten, einige zum Bösen. Und die Guten haben sich zusammengetan, um die Bösen zu jagen und zu vernichten.
Ein sehr gut aufgebaute Story mit viel Potential sowie hervorragend gezeichnete und angeordnete Panels machen das Buch zu einem neuen Highlight am Mangahimmel.
Vollwertiges Kopfkino in Spielfilmlänge
Der Fall Collini,2 Audio-CDs von Ferdinand von Schirach
Das Hörspiel zur aktuellen Romanverfilmung „Der Fall Collini“ von Ferdinand von Schirach ist eine gelungene Kombination aus Erzähler und akustischen Einspielungen des Films. Thematisch behandelt der Roman den Mord von Fabrizio Collini, einem seit Jahrzehnten in Deutschland lebenden Italiener, an dem Industriellen Jean-Baptiste Meyer.
Collinis Verteidigung übernimmt der junge Anwalt Caspar Leinen. Brisant ist, dass der Ermordete der Großvater von Caspars Jugendliebe war und diesen während seiner Kindheit wie einen Sohn behandelte. Und obwohl der erfolgreiche Strafverteidiger Professor Richard Mattinger ihm einen Deal vorschlägt, falls Collini sich für schuldig erklärt, geht Caspar Leinen seinen eigenen Weg und versucht, Collinis Tat zu verstehen. Dabei deckt er im Rahmen des Mordprozesses Fakten auf, welche einst geschickt unter den Tisch gekehrt wurden.
Nicht nur die Story selbst ist sehr gut erdacht, auch das Hörspiel zum Film konnte mich überzeugen. Der Erzähler Stephan Schad macht seine Rolle sehr gut und verbindet gekonnt die Originaleinspielungen aus dem Film zu einer stimmigen Erzählung. Zudem nutzt er die Möglichkeit, die Story um Wissen und Gedanken der Protagonisten zu ergänzen. Das Hörspiel liegt mit 140 Minuten Spielzeit nahe der Spielfilmlänge , was bei Hörspielen selten ist. Und dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass Wichtiges fehlen würde. Meiner Meinung nach ist dieses Hörspiel zum Film ein gelungenes, vollwertiges Kopfkino!










