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Rezensionen von LEXI:

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Ich werde alles geben, um zu siegen!

Das Band der Brüder von Ellin Carsta

Ich werde alles geben, um zu siegen!

Durch den geschickten Schachzug eines einflussreichen und skrupellosen NSDAP-Funktionärs ist Wilhelmine von Falkenbach gezwungen, ihren geliebten Hengst „His Highness“ in einem Wettkampf einzusetzen. Das Tier ist zugleich aber auch das wichtigste Zuchtpferd der Familie von Falkenbach und Paul-Friedrich fühlt, wie ihm nach und nach die Kontrolle über die Situation zu entgleiten droht.

Darüber hinaus hat sich das Familienoberhaupt noch nicht vollständig von seinem Zusammenbruch erholt, das Suchtmittel Pervitin übt immer noch eine große Anziehungskraft auf Paul-Friedrich aus.

Während Wilhelmine für den schicksalhaften Wettkampf trainiert und sich nebenbei im Widerstand engagiert, eckt ihre Mutter Dorothea wiederholt mit ihrer unsensiblen Art und ihrer Taktlosigkeit an. Gustav von Falkenbach ist aufgrund seiner Arbeit in der Klinik Eglfing-Haar dem körperlichen und seelischen Zusammenbruch nahe, was auch seine Ehe mit Clara beeinflusst. Während Heinrich, Ferdinand und Johannes Lehmann in der Fabrik unter scharfer Beobachtung der Nazis stehen, sucht Leopold nach einer Möglichkeit, bei seinem Einsatz an der Front in Deckung zu bleiben und den Krieg zu überleben. Paul Friedrich muss feststellen, dass die vermeintliche Sicherheit, in der er sich bislang wähnte, nicht mehr existiert. Und so setzt er wieder einmal alle Hebel in Bewegung, um die Familien zu schützen.

Der Zweite Weltkrieg und die grauenhaften Experimente an „unwertem Leben“ stellen einen bedrückenden historischen Hintergrund in dieser Geschichte dar, welche die Ereignisse des Jahres 1940 thematisiert. Auch innerhalb der Familien von Falkenbach und Lehmann kommt es zu Konflikten, schreckliche Ereignisse aus der Vergangenheit werden zudem ans Licht gebracht. Paul-Friedrich ist bemüht, den familiären Zusammenhalt aufrechtzuerhalten und die Kontrolle über die Situation zurückzugewinnen.

Nach nunmehr acht Bänden dieser Reihe sind mir die einzelnen Mitglieder der Familien ans Herz gewachsen. Der einnehmende Schreibstil der Autorin, die hohe Authentizität der handelnden Figuren, aber auch die Spannung, die das gesamte Buch hindurch aufrechterhalten wird, waren erneut ein Garant für ausgezeichnete Unterhaltung. Ellin Carsta versteht es gekonnt, ihre Leser durch berührende Passagen und mitreißende Szenen zu fesseln und geht im Nachwort detailliert auf historische Fakten und einzelne Figuren ihrer Geschichte ein.

FAZIT: Mit der aktuellen Neuerscheinung „Das Band der Brüder“ durfte ich spannende und emotionale Momente mit den Familien Lehmann und von Falkenbach erleben. Die Autorin begeistert mich stets aufs Neue mit ihren hervorragend ausgearbeiteten Charaktere, einem äußerst einnehmenden Schreibstil, einer fesselnden und unterhaltsamen Handlung, aber auch mit aufwühlenden Themen.

Begeisterte fünf Bewertungssterne und eine uneingeschränkte Empfehlung für dieses imposante Familienepos, dessen Fortsetzung ich bereits jetzt mit hoher Erwartungshaltung entgegensehe.

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Ich werde alles geben, um zu siegen!
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Stellas Traum vom Eis

Stella auf Eis von Angelika Hesse

Stellas Traum vom Eis

Die Nachricht vom Auftritt einer ehemaligen Profi-Eiskunstläuferin bei einem Eismärchen des städtischen Eiskunstlaufvereins versetzt die „Rolling Angels“ in große Aufregung. Sie möchten die einmalige Gelegenheit nutzen, an einem Eiskunstlauf-Schnupperkurs mit der berühmten Katja Hübsch teilzunehmen und setzen alle Hebel in Bewegung, um sich diesen ganz großen Weihnachtstraum zu erfüllen.

Die drei Protagonistinnen Stella, Nelly und Lou genießen im dritten und finalen Band der beliebten Buchreihe die Vorweihnachtszeit und anstelle ihrer geliebten Rollschuhe kommen nun Eislaufschuhe zum Einsatz. Nebenbei schmieden die Elfjährigen bereits Pläne für das Basteln von Geschenken und machen sich Gedanken zur Gestaltung der schulischen Weihnachtsfeier. Stella hat sich vorgenommen, den Advent diesmal ganz besonders zu genießen, ihre geplanten Vorhaben hat sie bereits in einer To-Do-Liste zu Papier gebracht. Doch Stella muss die bittere Erfahrung machen, dass das Leben manchmal auch Pläne durchkreuzt…

Der vorliegende Abschlussband der Stella-Reihe war für mich der schönste Teil dieser Trilogie aus der Feder von Angelika Hesse. Die Vorweihnachtszeit ist das beherrschende Thema dieses Romans und Stella möchte „das beste Weihnachten ever!“ erleben. Die Autorin erzählt in einem sehr einnehmenden Schreibstil und in einer flapsig-saloppen, der jugendlichen Zielgruppe angepassten Sprache, wie die drei Mädchen mit ihrer Leidenschaft für das Tanzen auf Rollschuhen und in Eislaufschuhen die Vorfreude auf das Fest zelebrieren. Die gesamte sechste Klasse des Lise-Meitner-Gymnasiums ist mit dem Schmieden von Plänen für das Weihnachtswichteln und einen ganz besonderen Schulausflug beschäftigt. In Stellas Elternhaus gibt es neben den lieb gewordenen Ritualen des Advents auch allerlei Geheimniskrämerei.

Die Faszination für den Eiskunstlauf nimmt in diesem Band einen beinahe ebenso hohen Stellenwert ein wie das Tanzen auf Rollschuhen. Doch auch Vergebung und christliche Nächstenliebe sind relevante Themen dieses Buches. In anschaulichen Worten vermittelt die Autorin ihrer jugendlichen Leserschaft, wie wichtig nicht nur Zusammenhalt und gegenseitige Rücksichtnahme, sondern vielmehr auch ein Blick für Menschen in Not ist. Die elfjährige Protagonistin Stella verspürt aufgrund eines prägenden Erlebnisses vor den Festtagen tiefe Dankbarkeit für ihr liebevolles Zuhause, für die Geborgenheit und Wärme ihrer harmonischen, von gegenseitiger Wertschätzung und großer Zuneigung geprägten Familie.

Angelika Hesses aktuelle Neuerscheinung wird im Präsens aus Sicht der Ich-Erzählerin Stella geschildert, ein lesefreundlicher Großdruck mit einem angenehmen Zeilenabstand und liebevollen Schwarz-Weiß-Illustrationen von Edda Skibbe runden den positiven Gesamteindruck ab. Auf der ersten und letzten Buchinnenseite befindet sich jeweils eine farbenprächtige Abbildung der sechs jugendlichen Hauptfiguren, diesmal in weihnachtlicher Ausführung. Liebevoll gezeichnete Charaktere, sympathische Nebenfiguren und eine herzerwärmend schöne und abwechslungsreiche Handlung sind auch diesmal ein Garant für allergrößtes Lesevergnügen.

FAZIT: Ich habe nach der Lektüre von „Stella auf Eis“ das Buch mit wehmütigem Bedauern geschlossen und werde Stellas liebenswerte Familie, die Rolling Angels und die Skating Devils vermissen. Die drei Bücher der Stella-Reihe sind interessante, unterhaltsame und inhaltlich wertvolle Jugendbücher, die mir ausnehmend gut gefallen haben. Angelika Hesse verstand es hervorragend, die Gedanken, Emotionen und Handlungen der sechs Elfjährigen zum Ausdruck zu bringen, deren Herzen für das Rollschuhlaufen, das Eislaufen und das Skaten schlagen. Die Jugendlichen machen die Erfahrung, dass das Leben Pläne manchmal zwar durchkreuzt, innig gehegte Wünsche aber trotz aller Widrigkeiten in Erfüllung gehen können. Das Buch weckt darüber hinaus schon jetzt die Vorfreude auf die Adventzeit und ich konnte es nach dem Aufschlagen der ersten Seite kaum mehr aus der Hand legen.

Von mir gibt es für dieses zauberhafte Jugendbuch uneingeschränkte fünf Bewertungssterne und eine Leseempfehlung für alle Kinder, Jugendliche und junggebliebenen Erwachsenen, die sich für Roll- und Eiskunstlauf begeistern und sich der Faszination des Tanzens in Rollschuhen bzw. auf Kufen nicht entziehen können!

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Stellas Traum vom Eis
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Das Geheimnis des Jacques Laboulet

Two Weeks Until Forever von Lia Haycraft

Das Geheimnis des Jacques Laboulet

Es gab nur einen Menschen in meinem Leben, dem ich wirklich wichtig war. Und nun ist er fort. Ich werde Grand-père nie wieder sehen. Und wenn ich etwas habe, das mich immer daran erinnert, dass ich Grand-père verloren habe, wird mich das jeden Tag aufs Neue verletzen.

Dieses Haus könnte mir das Herz brechen.“ (Thierry Laboulet)

Als erfolgreicher Pariser Anwalt kennt Thierry Laboulet nur seine Arbeit. Der bekennende Workaholic hat keine Zeit für ein Privatleben oder Freunde. Abgesehen von regelmäßigen Telefonaten mit seiner Schwester Veronique pflegt er auch keinen Kontakt zu seiner Familie. Der einzige Mensch, der ihm viel bedeutet, ist sein Großvater Jacques. Als dieser stirbt und ihm ein Cottage in einem entlegenen Ort an der englischen Küste vermacht, wird Thierrys strukturiertes Leben durcheinandergebracht. Denn die Bedingung seines Großvaters für dieses Erbe ist ein zweiwöchiger Aufenthalt seines Enkels in besagtem Cottage.

Olivia „Liv“ Redfield lebt mit ihrer Großmutter Mabel im malerischen Küstenort St. Ives. Sie liebt ihre Heimatstadt und das Meer, macht sich jedoch in letzter Zeit Gedanken um die zunehmende Zerstreutheit und Vergesslichkeit ihrer Großmutter. Als die fröhliche, vor Lebenslust sprühende junge Frau auf den gutaussehenden Franzosen trifft, der das Blueberry Hill Cottage geerbt hat, findet sie ihn auf den ersten Blick interessant und überaus anziehend. Doch mit den Plänen des charmanten jungen Anwalts ist Liv in keiner Weise einverstanden und sie setzt alles daran, den Abriss dieses zauberhaften Hauses zu verhindern. Dabei bringt sie Thierrys geordnetes Leben gewaltig durcheinander und bahnt sich so ganz nebenbei mit ihrer ungestümen Art und dem sonnigen Gemüt pfeilgerade einen Weg in Thierrys Herz.

Lia Haycraft präsentiert mit ihrer aktuellen Neuerscheinung einen Wohlfühlroman, der dem Leser die idyllische Schönheit Cornwalls und die britische Gemütlichkeit nahebringt. Dank der bildhaften Beschreibung der Autorin hat man das malerische Haus auf dem großen Grundstück stets vor Augen. Man ahnt als Leser zwar bereits sehr früh, weshalb Livs Großmutter Mabel dermaßen fasziniert vom Blueberry Hill Cottage und dem imposanten Garten ist, die Details bleiben aber bis zuletzt im Dunkeln und werden sozusagen erst im „Finale“ offenbart.

Die Autorin bedient sich einer locker-leichten und sehr saloppen Sprache. Der Fokus liegt in erster Linie auf Liv und Thierry, es werden aber auch interessante Nebenfiguren in die Handlung eingebracht. Livs Großmutter Mabel, Thierrys Großvater Jacques sowie Thierrys Schwester Veronique waren mir auf Anhieb sympathisch. Allen anderen Nebendarstellern wurde kaum Aufmerksamkeit zuteil, sie blieben blass und austauschbar. Obgleich die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonisten großen Raum einnimmt, konnte ich mich für keinen der beiden erwärmen, sie blieben mir bis zum Ende des Buches gänzlich unsympathisch. Ich empfand darüber hinaus die ganze Geschichte, aber auch das Verhalten von Liv und Thierry, als wenig überzeugend. Es gibt obendrein Handlungsstränge und Gedankengänge, die nicht fortgeführt werden und irgendwann im Sande verlaufen. Ich hätte außerdem gerne mehr über die Familien der beiden Hauptfiguren erfahren, die lediglich kurz erwähnt wurden. Die Liebesgeschichte zwischen Liv und Thierry wirkte auf mich mit ihren permanenten Widersprüchen konstruiert – und leider ebenfalls ziemlich unglaubwürdig.

Abschließend möchte ich auf das einnehmende und hochwertige Cover hinweisen, das durch eine wunderschöne Optik sowie eine äußerst harmonische farbliche Gestaltung punktet. Die Abbildung eines in voller Blüte stehenden Zweiges wiederholt sich im Inneren des Buches zu Beginn eines jeden Kapitels, eine leserfreundliche Schriftgröße und ein ebensolcher Zeilenabstand vervollständigen den positiven Gesamteindruck.

Fazit: „Two Weeks Until Forever“ ist eine kurzweilige und leichte Sommerlektüre, die zwar durchaus einen gewissen Unterhaltungswert bot, mich persönlich aber nicht zu überzeugen vermochte. Ich konnte mich weder für die beiden Hauptfiguren, noch für die Handlung erwärmen. Ereignisse in der Vergangenheit warfen zudem Fragen auf, die für meinen Geschmack unzureichend oder überhaupt nicht beantwortet wurden. Ich hatte mir von dieser Geschichte definitiv mehr erhofft

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Das Geheimnis des Jacques Laboulet
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Außergewöhnliche Gartenfragen originell, kompetent und praxistauglich beantwortet!

Werden Tomaten süßer, wenn ich sie mit Zuckerwasser gieße und kann ich mein Unkraut einfach aufessen? von Sally Nex

Außergewöhnliche Gartenfragen originell, kompetent und praxistauglich beantwortet!

Die Anzahl der Gartenratgeber ist schier unermesslich und man kennt sie in den verschiedensten Ausführungen: beginnend von großformatigen und seitenstarken Bildbänden bis hin zu kleinen, handlichen Taschenbüchern ist das Angebot im Buchhandel vielfältig.

Was mich auf die aktuelle Neuerscheinung des LV-Verlags aufmerksam machte war der ungewöhnliche und lange Buchtitel, der beinahe das gesamte Cover ausfüllt. Zugegebenermaßen gefällt mir der Originaltitel „Can I grow Potatoes in Pots“? um ein Vielfaches besser als jener der deutschen Übersetzung, der mit „Werden Tomaten süßer, wenn ich sie mit Zuckerwasser gieße und kann ich mein Unkraut einfach aufessen?“ doch sehr langatmig ist und kaum im Gedächtnis bleibt. Doch bereits der erste „Blick ins Buch“ in Form einer kleinen Leseprobe faszinierte und begeisterte mich sofort für diesen Ratgeber.

Beginnend mit einer Übersicht zum Inhalt, einer groben Einteilung in Themenbereiche sowie der Aufbau in Kapitel, die jeweils durch eine fettgedruckte Frage in großen Lettern eingeleitet werden, vertiefte ich mich mit großer Neugier in diese Abhandlung. Die Autorin liefert in ihrem übersichtlich aufgebauten Buch eine Vielzahl wertvoller Informationen, die allesamt die faszinierende Welt des Gemüseanbaus zum Thema haben. Es finden sich grundlegende Informationen zur Wahl des richtigen Standortes, zur Vorbereitung des Bodens, der richtigen Auswahl von Saatgut und Pflanzen und natürlich jeglicher Tätigkeiten im Verlauf des Gartenjahres. Sally Nex plädiert in diesem Buch für ein Gärtnern unter ökologischen Aspekten, einer schonend modernen und unabhängigen Art und Weise, abseits der traditionellen Gärtnerei Obst und Gemüse anzubauen. Ihre Ausführungen unterstreicht sie durch aussagekräftige Abbildungen, besonders wichtige Informationen wurden speziell hervorgehoben. Und findet sich beispielsweise die Idee zum Bau eines relevanten Zubehörs, gibt es dazu auch eine genaue und durch Zeichnungen dokumentierte Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Als besonders hilfreich empfand ich die gezielten namentlichen Empfehlungen bestimmter Gemüsesorten. Sehr interessant sind auch die Tipps und Anleitungen der Autorin, wenn sie erläutert, wie man sogar notwendige Ausrüstung für das Gärtnern selbst herstellen kann. Hier sind wie bereits erwähnt die Abbildungen äußerst hilfreich. Ich war darüber hinaus erstaunt zu lesen, was man alles selbst auf engstem Raum anbauen kann, wie man durch die Abkehr von jahrzehntelang weitergegebenem traditionellem Gartenwissen dennoch hervorragende Erfolge erzielt, und welche Aspekte des überlieferten Wissens mittlerweile überholt sind.

Etwas skeptisch war ich beim Kartoffelanbau in Kübeln oder dem Anbau von Pflanzen auf einem Schuppendach, mit erdfreien Anbaumethoden wie der Hydrokultur oder der Hydroponik konnte ich mich ebenfalls nicht anfreunden. Die Empfehlung zum „Gardensharing“ hingegen finde ich eine Überlegung wert, und die verschiedenen Samen-Sammelmethoden faszinieren mich. Mir war zudem nicht bewusst, dass man auf dem Fensterbrett abgesehen von klassischen Küchenkräutern wie beispielsweise Schnittlauch oder Basilikum auch Exoten wie Ingwer ziehen kann. Klassische Themenbereiche wie der Bau eines Hochbeets, die Fruchtfolge im Garten und Ähnliches dürfen natürlich in einem solchen Ratgeber ebenfalls nicht fehlen. Doch man entdeckt in dieser kleinen Perle darüber hinaus noch so viel mehr…!

Abschließend möchte ich auch auf die hochwertige optische und haptische Aufmachung hinweisen, ein breites gelbes Lesebändchen vervollständigt den ansprechenden Gesamteindruck. Besonderes Augenmerk sei auch auf die Hinweise am Ende dieses Buches gelenkt, wo Sally Nex eine ausführliche Auflistung weiterführender Literatur, Online-Tipps sowie ein detailliertes Register zur raschen und gezielten Suche bestimmter Informationen zur Verfügung stellt.

FAZIT: „Werden Tomaten süßer, wenn ich sie mit Zuckerwasser gieße und kann ich mein Unkraut einfach aufessen?“ ist zwar ein ungewöhnlicher und gewöhnungsbedürftiger Titel, der anfangs beinahe abschreckend auf mich wirkte. Doch der interessante, übersichtlich aufgebaute und wirklich hervorragend dargebrachte Inhalt entschädigte mich in jeder Hinsicht dafür. Die Lektüre dieses informativen Gartenratgebers hat mir großes Lesevergnügen bereitet. Ich durfte viel Neues erfahren und empfand Schreibstil und Ausführungen der Autorin als motivierend, effizient und praxistauglich. Ich kann daher „die Beantwortung außergewöhnlicher Gartenfragen“ in Form dieses Buches uneingeschränkt weiterempfehlen und vergebe dafür begeisterte fünf Bewertungssterne.

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Die „Old Depot Grocery“ – ein Symbol der Liebe und Familie!

Der Laden der unerfüllten Träume von Amanda Cox

Die „Old Depot Grocery“ – ein Symbol der Liebe und Familie!

„Du bist ein Clearwater-Mädchen und Clearwater-Mädchen sind aus hartem Holz geschnitzt. Wir halten durch. Wir kämpfen. Das ist alles, was zählt für den kleinen Laden und drei Generationen eigensinniger Südstaatenfrauen.“

Der Laden in der Kleinstadt Brighton, der sich bereits viele Jahrzehnte lang im Besitz der Familie befindet, ist das Liebesvermächtnis des Clarence Clearwater.

Jahrzehntelang arbeiteten Clarence und seine Frau Glory Ann Seite an Seite in diesem Laden, auch die beiden Töchter Rosemary und Jessamine wurden miteinbezogen. Liebe und Zusammenhalt waren stets das Wichtigste für die Clearwaters – sowohl für die Familie selbst, als auch für die Old Depot Grocery, die ihren Lebensunterhalt sicherte. Und obgleich die Vermählung von Clarence und Glory Ann auf einer arrangierten Vernunftehe basierte, waren sie sich ein Leben lang von ganzem Herzen und in inniger Liebe zugetan. Doch Glory Ann ist mittlerweile eine betagte alte Dame und es gibt in dieser Familie immer noch jahrzehntelang gehütete Geheimnisse, die ihrer Enthüllung harren…

Dieses Buch aus der Feder der christlichen Romanautorin Amanda Cox hat mich vom ersten Augenblick an in seinen Bann gezogen. Mit dieser faszinierenden Familiengeschichte hat sie sich pfeilgerade in mein Herz geschrieben. Ihr einnehmender Schreibstil, die Einbringung christlicher Werte sowie eine auf zwei Zeitebenen basierende Geschichte haben mich voll und ganz für sich eingenommen. Der Fokus liegt auf den drei Generationen Südstaatenfrauen, den Protagonistinnen Glory Ann, Rosemary und Sarah. Die Autorin beleuchtet sowohl Glory Anns Geschichte, beginnend mit dem Jahr 1965, als auch die Gegenwart mit der betagten Glory Ann, ihrer Tochter Rosemary sowie ihrer Enkelin Sarah. Die männliche Hauptrolle im Handlungsstrang der Vergangenheit spielt Clarence Clearwater, der durch sein großes Herz, seine freundliche, liebevolle Art, seine Selbstlosigkeit, Integrität und Ehrlichkeit zu meinem favorisierten Darsteller avancierte. Glory Anns zweite Tochter Jessamine, Rosemarys Ehemann Bo, ein benachbarter Landwirt namens Clay sowie Sarahs Freundin Libby bereichern als interessante Nebenfiguren die Handlung. Einzig Jimmy, Glory Anns Eltern und Aaron kamen für meinen Geschmack ein wenig zu kurz - über sie hätte ich gerne mehr erfahren.

Amanda Cox wählte ein ruhiges, langsames Erzähltempo, das darüber hinaus mit einer Fülle von Emotionen aufwartet. Die herzerwärmende Geschichte der Clearwater-Frauen ist geprägt von Liebe, Glück und Freude, sie thematisiert aber auch die dunklen Zeiten und tragischen Ereignisse in deren Leben. Der kleine Laden, der für Glory Ann und Rosemary ein Leben lang Heimat und Arbeitsplatz war, ist zugleich auch eine innig geliebte Zufluchtsstätte für Sarah, die nach Jahren der Abwesenheit wieder zurück zu ihren Wurzeln kehrt.

Ich möchte an dieser Stelle auch auf das gefällige Buchcover hinweisen, das mir sowohl hinsichtlich der Motive, als auch aufgrund der optisch ansprechenden und harmonischen Farbgestaltung außergewöhnlich gut gefallen hat. Nach dem Zuschlagen der letzten Seite musste ich allerdings ernüchtert feststellen, dass ich die Abbildung der drei Frauen in keiner Weise mit den im Buch beschriebenen Protagonistinnen Glory Ann, Rosemary und Sarah in Verbindung bringen konnte.

FAZIT: Gebrochene Herzen werden heil, tiefe Verletzungen aufgearbeitet und überwunden, lange gehütete Geheimnisse behutsam und feinfühlig aufgerollt. „Der Laden der unerfüllten Träume“ punktet mit einer in leisen Tönen erzählten emotionalen Geschichte von drei starken Südstaatenfrauen, der Einbindung des christlichen Glaubens und einem Happy End – eine Kombination, die meinem persönlichen Lesegeschmack voll und ganz entspricht. Ich empfand diese Lektüre als ausgesprochene Bereicherung und habe buchstäblich jede Seite dieses überwältigenden Lese-Highlights genossen. Die Charakterzeichnung einiger handelnder Figuren hätte ich mir zwar etwas ausführlicher gewünscht, der Authentizität der Hauptfiguren sowie meinem Lesevergnügen tat dies jedoch keinen Abbruch. Amanda Cox hat mir durch ihre berührende Geschichte über die „Old Depot Grocery“ allergrößten Lesegenuss bereitet. Begeisterte fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung für dieses Buch!

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Die „Old Depot Grocery“ – ein Symbol der Liebe und Familie!
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Der Teddybär im Matrosenanzug

Im Kopf des Bösen - Der Sandmann von Axel Petermann; Petra Mattfeldt

Der Teddybär im Matrosenanzug

„Ich weiß, dass die Kollegen mich für verrückt hielten, wenn sie wüssten, dass ich im Stillen mit den Opfern und dem Täter spreche. Doch nur so kann ich es fühlen und herausfinden, warum ihnen das angetan wurde.“ (Sophie Kaiser)

„Jeder Ermittler kennt das Gefühl, noch ganz am Anfang eines Falles zu stehen.

Es ist wie ein Puzzle mit einer Million Teilen.“ (Leonhard Michels)

Eine Serie von Kindermorden mit stets gleicher Vorgehensweise: blonde Jungen im Alter zwischen sechs und neun Jahren, die scheinbar niemand vermisst, werden erfroren aufgefunden. Jeder von ihnen hielt einen Teddybären im Matrosenanzug im Arm und war lediglich mit einem Schlafanzug bekleidet.

Die Reinhards sind eine perfekte Familie. Ihr harmonisches Zusammenleben ist von einem liebevollen Umgang geprägt, es gibt weder Probleme, noch finanzielle Schwierigkeiten. Vater, Mutter, drei Kinder und die Großeltern werden an Heiligabend tot aufgefunden – ein sechsfacher Mord mit anschließendem Selbstmord?

Die Serienmorde und das Auslöschen der Familie Reinhard haben nach Ansicht der Kriminalbeamten nichts miteinander zu tun. Ein besonders ambitioniertes Mitglied der Soko „Sandmann“ ist jedoch anderer Ansicht. Sophie Kaiser ist nicht nur eine hervorragende Profilerin bei der Kripo Hannover, dank ihres eidetischen Gedächtnisses und ihrer analytischen Denkweise entdeckt sie im Zuge ihrer höchst eigenwilligen Ermittlung auch eine Verbindung. Gemeinsam mit Kriminaloberkommissar Leonhard Michels aus Lübeck verbeißt Sophie sich in jede noch so kleine Spur und wird ihrem Ruf als „RoboCop“ und gute Kriminalistin wieder einmal gerecht…

In ihrer aktuellen Neuerscheinung präsentiert das Autorenduo Axel Petermann und Petra Mattfeldt einen interessanten, spannenden und unterhaltsamen Kriminalfall. Die Ermittlungsarbeiten der Kripo Hannover sowie der Kripo Lübeck stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Mit Sophie Kaiser und Leonhard Michels haben die Autoren höchst eigenwillige und vielschichtige Protagonisten geschaffen, die mit ihrer speziellen Beobachtungsgabe und einem ungewöhnlichen Ermittlungsansatz punkten. Die Charakterzeichnung der beiden Hauptfiguren war hervorragend und in hohem Maße authentisch. Auf die Nebenfiguren wurde jedoch weniger Wert gelegt, sie blieben für meinen Geschmack zu blass. Sophie Kaiser war mir durch die detaillierte Beschreibung ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten auf Anhieb sympathisch, ebenso ihr Ermittlungspartner Leonhard Michels. Die Tatsache, dass die Autoren auch Einblicke in das Privatleben dieser beiden Figuren gewährten, erzeugte eine gewisse Nähe, welche mir bei deren Kollegen oder Familien hingegen fehlte.

Die fieberhafte Suche nach einem Zusammenhang zwischen den beiden Fällen sorgte für Spannung im Buch. Durch die Protagonistin Sophie erhält der Leser tiefe Einblicke in die Welt der Fallanalyse, indem er an ihren Gedanken und Schlussfolgerungen zur Tatrekonstruktion im Haus der Familie Reinhard teilhaben darf. Mir haben Sophies direkte Art, ihre Ehrlichkeit, die kühle, analytische Denkweise sowie ihre Persönlichkeit ausnehmend gut gefallen. Ihren Umgang mit Ironie oder Lügen anderer Menschen wie auch mit Redewendungen fand ich erfrischend.

Axel Petermann und Petra Mattfeldt erzählen diese auf ein wahres Verbrechen beruhende Geschichte in einem flüssigen und flapsigen Schreibstil. Ereignisse rund um den geheimnisvollen Sandmann, dessen Identität lange im Dunkeln bleibt, sind kursiv gedruckt dargestellt. Hier erfährt man nach und nach immer mehr Einzelheiten zu den Hintergründen der Entführungsfälle, was den Spannungsbogen kontinuierlich erhöht.

Zu guter Letzt möchte ich auf das aufwändig gestaltete Buchcover hinweisen, das nicht nur in optischer Hinsicht einen Blickfang darstellt. Auch die Tatsache, dass auf den beiden Innenseiten dieser Hochglanzbroschur die Autoren sowie die beiden Protagonisten kurz vorgestellt werden, habe ich sehr begrüßt. Diese Vorgehensweise wäre in jedem Buch wünschenswert, da man als interessierter Leser bereits vorab relevante Informationen in knapper Form erhält.

FAZIT: „Im Kopf des Bösen – Der Sandmann“ war ein interessanter Kriminalroman, der mir einen faszinierenden Einblick in die Welt der Fallanalyse gewährte, mich sehr gut unterhalten und die Neugier auf die Identität und die Motive des geheimnisvollen Sandmannes geschürt hat. Da es sich hierbei um den Auftakt der „Im Kopf des Bösen-Reihe“ um die Ermittlerin Sophie Kaiser handelt, darf ich mich bereits jetzt auf den Nachfolgeband mit der sympathischen Ermittlerin freuen. Im Epilog wird zudem eine zukünftige berufliche Zusammenarbeit mit Leonhard Michels angedeutet – ein Szenario, dem ich ebenfalls erwartungsvoll entgegenblicke. Abschließend möchte ich anmerken, dass speziell für diese Reihe sogar eine eigene Website sowie ein eigener Instagram-Kanal eingerichtet wurde (@imkopfdesboesen).

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Die Historie des mysteriösen Leuchtturms

Lighthouse Bookshop von Sharon Gosling

Die Historie des mysteriösen Leuchtturms

„Ich war hier und doch nicht hier – das Erlebnis, die Welt aus einer eigenartigen Perspektive betrachten zu können.“

Achtzigtausend Bücher und ein Leuchtturm in Schottland – dies ist die Welt der Rachel Talbot, die vor fünf Jahren einen Neubeginn suchte und in Newton Dunbar in der antiquarischen Buchhandlung des James-MacDonald-Turms sesshaft wurde.

Als jedoch dessen Besitzer Cullen MacDonald stirbt, droht Rachel der Verlust ihres Jobs und ihrer Unterkunft. Die eingeschworene Gemeinschaft einiger liebenswerter Stammkunden, die zugleich auch zum engeren Freundeskreis des Verstorbenen gehören, steht dem drohenden Verkauf von Cullens Besitz zunächst machtlos gegenüber…

Der Roman „Lighthouse Bookshop“ war mein erstes Buch der Autorin und hat bereits durch das bestechend schöne Cover, den faszinierenden Schauplatz Newton Dunbar in Schottland und der vielversprechenden Leseprobe meine Aufmerksamkeit gewonnen. Besonders angetan war ich von der Kurzvorstellung der einzelnen Charaktere auf den beiden Cover-Innenseiten, die den Leser bereits vorab über die handelnden Figuren informiert.

Diese warmherzige Geschichte punktet mit liebenswürdigen Figuren, die durch ihre gemeinsame Liebe zur Literatur und ihre regelmäßigen Begegnungen in der Buchhandlung zu einer richtigen kleinen Wahlfamilie geworden sind. Des Weiteren gilt es, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, lange schwelende Konflikte zu klären und Geheimnisse aufzudecken. Die Autorin besitzt einen sehr saloppen, aber einnehmenden und humorvollen Schreibstil, der zudem durch bildhafte Beschreibungen der Schauplätze und einer eindrucksvollen Charakterzeichnung ihrer Figuren besticht. Lediglich die Einbindung derber Flüche und Kraftausdrücke fand ich unnötig, es hat mein Lesevergnügen zugegebenermaßen ein klein wenig getrübt.

Der zierlichen und bezaubernden Buchhändlerin Rachel wird als Protagonistin die größte Aufmerksamkeit zuteil, die Autorin stellte ihr jedoch ebenso überzeugend ausgearbeitete und sympathische Nebenfiguren zur Seite. Die beiden Senioren und langjährigen Freunde Cullen MacDonald und Ron Forrester verbindet nicht nur die Buchhandlung im Leuchtturm, sondern auch deren Leidenschaft für das Schachspiel. Der ehemalige Angestellte einer Bohrinsel namens Ezra Jones und die Künstlerin Edie Strang zählen ebenfalls bereits zu den älteren Semestern. Ihr Umgang miteinander ist trotz der Vermittlungsversuche ihrer Freunde von gegenseitiger Abneigung, Feindseligkeit und Streit gekennzeichnet. Der charmante Neuzugang Toby Hollingwood hat ein Ferienhaus in Newton Dunbar gemietet und arbeitet als ehemaliger Kriegsreporter an seinen Memoiren. Das jüngste Mitglied dieser eingeschworenen kleinen Gemeinschaft ist die kratzbürstige und großmäulige Ausreißerin Gilly, deren unstetes Vagabundenleben in Newton Dunbar eventuell endlich ein Ende finden könnte. Meine favorisierte Figur dieses Buches war unbestreitbar die verschrobene Künstlerin Edie. Ihre Charakterzeichnung ist Sharon Gosling hervorragend gelungen und insbesondere ihre Wortgefechte mit Ezra und Gilly brachten mich wiederholt zum Schmunzeln. Die hartnäckige und herablassende Immobilienentwicklerin Dora McCreedy zeigt verstärktes Interesse an Newton Dunbar – sie zeichnete als Antagonistin dieses Buches für unangenehme Auftritte und einigen Ärger verantwortlich.

Ich kann mich vorangehender Rezensionen nur anschließen, die dieses Buch als „richtigen Wohlfühlroman“ bezeichnen. Darüber hinaus haben mir die liebevoll ausgearbeiteten und sympathischen Charaktere sowie deren persönliche Entwicklung im Verlauf des Buches großes Lesevergnügen bereitet. Die Geschichte dieses skurrilen, kilometerweit vom Meer entfernten Leuchtturms steht zwar im Zentrum des Geschehens, Freundschaft, Liebe, Hilfsbereitschaft und Vergangenheitsbewältigung sowie der Mut zum Neubeginn waren jedoch ebenso relevante Themen dieses Buches. Durch die allmähliche Enthüllung der Vergangenheit und die bereits erwähnten Geheimnisse, die es seitens Autorin aufzudecken gilt, wurde auch ein gewisser Spannungsfaktor ins Buch gebracht.

FAZIT: „Lighthouse Bookshop“ war ein warmherziger, berührender, äußerst unterhaltsamer und durch etliche humorvolle Passagen bereicherter Wohlfühlroman. Die Geschichte dieses ungewöhnlichen Leuchtturms und seiner liebenswerten Stammkunden hat mir ausgesprochen gut gefallen und vergnügliche Lesestunden bereitet.

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Der Bund der Frühlingstöchter

Das Pensionat am Holstentor: Frühlingstöchter von Anna Perbandt

Der Bund der Frühlingstöchter

„Wir, die Frühlingstöchter, schwören feierlich, dass wir einander beschützen werden. Wir werden uns beistehen wie Schwestern und einander niemals im Stich lassen, so wahr uns Gott helfe.“

Der Name „Frühlingstöchter“ symbolisiert gemäß Nora, Fanny, Agnes und Lotte die Jugend, den Neuanfang und die Lebenslust.

Eine bunt zusammengewürfelte Gemeinschaft in einem exklusiven Pensionat für höhere Töchter der Gesellschaft manifestiert sich im hanseatischen Lübeck des Jahres 1899 zu einer Freundschaft, die weit über die Zeit im Pensionat hinaus bestehen soll. Die vier Mädchen absolvieren die Abschlussklasse und fühlen sich unbesiegbar. Die hübsche Lübecker Senatorentochter Charlotte Dabel entpuppt sich manchmal als überhebliches Biest, die theatralische Kaufmannstochter Agnes Kneseke leidet unter ihren vernarbten Wangen und die ruhige Franziska Grape verdankt als mittelloses Waisenmädchen den Schulbesuch einem Stipendium. Das Eintreffen der temperamentvollen Grafentochter Eleonore von Jagow stellt für die Leiterin des Pensionats nicht nur eine willkommene zusätzliche Einnahmenquelle, sondern vielmehr auch einen enormen Prestigegewinn dar. Doch für die freiheitsliebende Nora, die wilde Ausritte auf dem elterlichen Gut oder das Lenken einer Kutsche klassischen Beschäftigungen wie Handarbeiten, Klavierspielen oder höfliche Konversation in Teestunden vorzieht, stellt das Pensionat zunächst eine Strafe dar. Doch animiert durch die kluge und progressive Lehrerin Gesche Petersen freut sie sich bald schon darauf, ihren Horizont zu erweitern und sich Wissen anzueignen. Einzig die Tatsache, von ihrem Jugendfreund Karl getrennt zu sein, bereitet Nora großen Kummer…

Bereits mit dem ersten Band ihrer aus zwei Teilen bestehenden Buchreihe „Das Pensionat am Holstentor“ konnte Anna Perbandt mich voll und ganz überzeugen. Der überaus einnehmende Schreibstil, die gewählte Sprache sowie der mitreißende Plot haben es geschafft, mein Interesse an dieser Lektüre durchgehend aufrecht zu halten. Das Leben der vier Hauptfiguren im Pensionat, ihr Alltag und die Interaktion mit der Schulleiterin und den Lehrenden, aber auch die Sehnsüchte, Wünsche und Träume dieser vier jungen Mädchen waren überzeugend dargestellt. Die Autorin konzentrierte sich darüber hinaus auf die Grafenfamilie von Jagow und erlaubt dem Leser Einblicke in das Leben auf Gut Rosenhagen, dem geschwisterlichen Verhältnis zwischen Nora und ihrem Bruder Henry, einer chronisch kranken Mutter und dem permanent abwesenden Vater. Der junge Stallarbeiter Karl war stets Noras Spielgefährte und Vertrauter – aber allmählich wuchs diese innige Freundschaft zu einer großen gegenseitigen Anziehungskraft. Einer Liebe zwischen den beiden jungen Menschen stehen jedoch die gesellschaftlichen Konventionen im Weg.

„Warum können wir nicht lieben, wen wir wollen? Wird sich das jemals ändern? (Nora)
„Ich weiß es nicht. Aber ich hoffe es sehr.“ (Gesche)

Der Autorin ist die Charakterzeichnung ihrer handelnden Figuren vortrefflich gelungen. Zwar konzentriert sie sich in erster Linie auf ihre Protagonisten, brachte darüber hinaus aber auch interessante und ebenso überzeugende Nebenfiguren in die Geschichte ein. Meine favorisierte Darstellerin war die hoch qualifizierte junge Lehrerin Gesche, die nach einem abenteuerlichen und aufregenden Leben an der Seite ihres Vaters eine Anstellung im Pensionat erhält. Ihre aufgeschlossene Art, ihr politisches Interesse, ihre mutige und unerschrockene Meinungsäußerung sowie ihr progressives Gedankengut stehen in starkem Kontrast zu den konservativen und teilweise sogar ignoranten Vorstellungen der anderen Lehrkräfte.

Die Geschichte dieser Freundschaft zwischen vier Zöglingen des Pensionats am Holstentor ist im Jahr 1899 in Lübeck angesiedelt. Die Autorin vermochte es auf vortreffliche Art und Weise, mir durch ihre Beschreibungen ein Bild des Umfelds, aber auch des Lebens in dieser Zeit vor Augen zu führen. Die „Frühlingstöchter“ zu lesen war für mich ein Eintauchen in frühere Zeiten und darüber hinaus ein sehr unterhaltsames Leseerlebnis, das ich in hohem Maße genossen habe. Ich freue mich bereits jetzt auf den Abschlussband dieser Reihe und brenne darauf zu erfahren, was das Schicksal für die Figuren dieses Buches noch alles bereithält. Begeisterte fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Der Bund der Frühlingstöchter
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Nächte mit leisen Worten in der Dunkelheit

Unsere Stimmen bei Nacht von Franziska Fischer

Nächte mit leisen Worten in der Dunkelheit

„Manchmal fand Lou das, was Menschen nicht erzählten, sehr viel interessanter, als das, was sie tatsächlich sagten.“

Lou-Ann Weber mietet das letzte freie Zimmer in der kleinen Villa des Ehepaares Gloria und Herbert Sobrowski in Berlin, wo bereits der alleinerziehende Professor Gregor Mader mit seiner Tochter Alissa und der Student Johann „Jay“ leben.

Mit der offenen und selbstbewussten Lebenskünstlerin Lou ist die kleine Wohngemeinschaft schließlich komplett. Während der Hausbesitzer Herbert und der Chemieprofessor Gregor Abweichungen in ihrem gewohnten Alltag ablehnend gegenüberstehen, sind Jay und Lou regelrechte Freigeister: spontan, neugierig, voller Fragen und an ihren Mitbewohnern interessiert. Und obgleich die Lebenspläne, die Vorstellungen und die Alltagsroutine dieser völlig gegensätzlichen Menschen in keiner Weise übereinstimmen, entsteht aus dieser ungewöhnlichen Gemeinschaft dank der unkonventionellen Lou als Bindeglied schließlich eine richtige kleine Wahlfamilie. Gemeinsame Mahlzeiten fungieren als Basis für interessante Gespräche, entspanntes Chillen im Garten und tiefsinniger Gedankenaustausch in schlaflosen Nächten erzeugen eine zusätzliche emotionale Bindung zwischen den Hausbewohnern.

„An manche Menschen musste man sich sehr langsam herantasten, jede Person hatte einen eigenen Rhythmus, ihr eigenes Tempo, um ihre Lebensgeschichte zu teilen.“

Diese Neuerscheinung der mir bislang unbekannten Autorin Franziska Fischer hat meiner hohen Erwartungshaltung in jeder Hinsicht entsprochen. Sowohl der einzigartige und wunderschöne Schreibstil der Autorin, als auch die starken Emotionen und tiefgründigen Gedanken machten diesen Roman zu einer herzerwärmenden Lektüre. Es gibt Bücher, die mich als Leser tief berühren und unter die Haut gehen. „Unsere Stimmen bei Nacht“ ist eines davon – eine erlesene kleine Perle, die mich vollständig in den Sog ihrer Geschichte zog und mir durch die poetische Sprache, durch kostbare und wohlformulierte kluge Lebensweisheiten und Gedanken außergewöhnlichen Lesegenuss bescherte.

Die Handlung selbst wird weder von Spannung, noch aufregenden Höhepunkten beherrscht. Es handelt sich vielmehr um ein leises, unaufdringliches Buch, das seine Magie auf vielfältige Weise entwickelt. Und zwar durch kleine, aber wichtige Episoden im Alltag dieser sechs Protagonisten, die detailliert und liebevoll beschrieben werden und das Buch zu einem Leseerlebnis machten, das ich nicht mehr missen möchte. Franziska Fischer bedient sich hervorragend ausgearbeiteter Charaktere und schreibt von dem Bestreben eines jeden Einzelnen, seinen Weg zu finden, tiefsten Wünschen und Sehnsüchten Ausdruck zu verleihen und den Mitbewohnern nach und nach Einblick in seine ganz persönliche Lebensgeschichte zu gewähren.

„Sie waren eine merkwürdige Gruppe an Menschen, dachte Lou. Alle zusammen in dieses Haus geschüttet, und manchmal war es so, als gäbe es keine Außenwelt mehr, nur sie, sechs Personen, die einander genug sein mussten.“

Sowohl die hochwertige Aufmachung, als auch Optik und Haptik dieses Buches sind bemerkenswert. Eine in bunte Farben getauchte Abbildung mehrerer Äpfel auf dem tiefschwarzen Einband zieht den Blick des Betrachters unweigerlich auf sich. Der Buchtitel wurde in stark kontrastierendem Weiß gedruckt, der dunkle Hintergrund und die etwas dezentere Einbringung des Verlags- sowie des Autorennamens sowie ein rotes Lesebändchen vervollständigen das edle Erscheinungsbild.

Franziska Fischers Roman offenbart seinen Inhalt ganz behutsam und langsam. Es handelt sich um eine Erzählung, die den Leser dazu auffordert, sich vollständig ins Geschehen hinein zu begeben, die ihre Geheimnisse nur nach und nach Preis gibt und nicht mit einer Fülle von Informationen überquillt, sondern vielmehr mit leisen Andeutungen arbeitet. Das Unausgesprochene, das in vielen Familien im Raum steht, spielt hier die Hauptrolle. Die Antwort auf etliche Fragen findet sich zwischen den Zeilen, findet sich in den wechselnden Perspektiven und in den Erzählungen der einzelnen Figuren. „Unsere Stimmen bei Nacht“ ist ein sehr ruhiges, leises Buch, das dem Leser in eindringlichen Worten und mit zahlreichen, teilweise emotionalen Details, die Lebensgeschichten seiner Figuren erzählt. Mir hat die bedächtige Art, die Vergangenheit aufzurollen, überaus zugesagt und ich wurde auf diese Weise immer vertrauter mit Gloria, Herbert, Gregor, Alissa, Jay und Lou. Es werden nicht nur innere Konflikte, sondern auch tief zurück liegende Verletzungen innerhalb der Familie und des Freundeskreises aus der Vergangenheit zur Sprache gebracht, und keine der handelnden Personen bleibt davon unbeeinflusst.

„Manchmal ist jeder Schritt eine Geschichte, jedes Lachen eine Erzählung, jedes Wort ein Roman.“

Fazit: „Unsere Stimmen bei Nacht“ war mein erstes, aber mit Sicherheit nicht mein letztes Werk dieser Autorin. Die ruhige, unaufgeregte und behutsam erzählte Geschichte bietet dem Leser weder turbulente Höhepunkte, noch hohe Spannungsmomente, wartet dafür aber mit einem außergewöhnlichen Schreibstil, tiefen Emotionen und einer Vielzahl kluger Gedanken und Lebensweisheiten auf. Franziska Fischer beschreibt in poetischen Worten das gemächliche gegenseitige Kennenlernen und Annähern völlig konträrer Charaktere. Dieser beeindruckende Roman war für mich eine ganz besondere Lektüre. Es ist ein leises Buch, das lange nachwirkt, mit handelnden Figuren, die man nicht so rasch wieder vergisst, deren Geschichte die Gedanken des Lesers auch noch über das Zuschlagen der letzten Seite hinaus beschäftigen. Das Buch hat meinem persönlichen Lesegeschmack in jeder Hinsicht entsprochen und ich möchte dieses kleine Highlight ganz besonders Menschen, die ruhige und tiefgründige Bücher lieben, ans Herz legen.

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Nächte mit leisen Worten in der Dunkelheit
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Ludovika Lichtenberg sucht den Superpraktikanten!

Love Always Hopes von Melissa C. Feurer

Ludovika Lichtenberg sucht den Superpraktikanten!

Juna Behnke erhält die Möglichkeit, ein Praktikum in dem zur Lichtenberg-Kette gehörenden Luxushotel Ludovika am Brombachsee zu absolvieren. Für die einundzwanzigjährige Studentin ist es die Gelegenheit, ihrem Traum, Hotelmanagerin zu werden, ein kleines Stück näherzukommen.

Juna hat jedoch nicht damit gerechnet, dass plötzlich ein zweiter Praktikant auf der Bildfläche erscheint, der als Sohn der Hotelbesitzer dem vorgegebenen Lebensplan seiner Eltern folgen soll. Ihre einflussreiche Vorgesetzte Ludovika Lichtenberg initiiert noch dazu einen Wettbewerb zwischen den beiden und Leopold wird auf diese Weise zu Junas größtem Konkurrenten. Der überhebliche und einschüchternd wirkende Erbe widmet Juna lediglich herablassende Blicke und spöttische Kommentare, er und behandelt sie unhöflich und arrogant. Er wirkt zudem sichtlich gelangweilt und bringt ganz klar und deutlich seine Aversion gegen eine Zukunft in der Hotelbranche zum Ausdruck. Für Juna und Leo beginnt eine aufreibende Zeit, in der sie sich Einblick in die Abläufe des Hotels verschaffen, zugleich aber auch darum kämpfen müssen, letztendlich als Gewinner dieses Wettkampfes hervorzugehen. Zwar haben die beiden sehr konträre Vorstellungen von ihrer Zukunft, im Falle eines Sieges wird ihnen jedoch die Möglichkeit geboten, ihren jeweiligen Träumen ein ganzes Stück näherzukommen. Was aber, wenn Gott ganz andere Pläne für Juna und Leo bereithält? Je besser die beiden sich im Zuge ihrer Zusammenarbeit kennenlernen, umso unmöglicher erscheint es ihnen, ihre gegenseitige Aversion noch länger aufrecht zu erhalten. Denn nach und nach werden unerwartete Gefühle mit ins Spiel gebracht…

Melissa C. Feurer liefert mit ihrer aktuellen Neuerscheinung „Love always hopes“ einen interessanten Auftakt ihrer neuen Lichtenberg-Reihe. Die Autorin konzentriert sich vorrangig auf ihre beiden Protagonisten Juna und Leopold, den Nebenfiguren wird abgesehen von Junas Familie weniger Aufmerksamkeit zuteil, sie blieben für meinen Geschmack ein klein wenig zu blass. Ich hätte generell gerne mehr über die Kollegenschaft im Hotel und speziell über das Denken und die Motivationen bestimmter Figuren erfahren. Der alte Haustechniker und „gute Geist des Hotels“ namens Gabriel war mir auf Anhieb sympathisch. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat war die Charakterzeichnung der einzelnen Mitglieder der Familie Behnke und die Beschreibung ihres Alltagslebens. Die Pfarrerin Susanne Behnke überraschte mich mit ihrer ungewöhnlichen Einstellung, ihren Vorlieben und ihrem fröhlich-bunten Äußeren. Ihre einfühlsame und liebevolle Art und die Passagen, in denen durch Susanne und Thomas Behnke christliche Werte und der Glaube in die Geschichte eingebracht wurde, haben mir ausgezeichnet gefallen. Junas jüngere Brüder Pepe und Rico fand ich absolut unterhaltsam und süß, und auch ihre Studienkollegin, Mitbewohnerin und beste Freundin Enni empfand ich als Sympathieträgerin. Leopold ist als eine der beiden Hauptfiguren dieses Buches gefordert. Einerseits muss er sich völlig unerwartet einem Konkurrenzkampf mit der zielstrebigen, energiegeladenen und optimistischen Juna stellen, andererseits trägt er schwer an seiner Last als Hotelerbe. Sein Herz und seine ganze Leidenschaft gehören der Musik, er fühlt sich durch das kontrollierende und bestimmende Verhalten seiner Eltern in die Enge getrieben und zutiefst unglücklich. Die Autorin versteht es gekonnt, dem Leser Leos inneren Kämpfe zu vermitteln, gibt aber auch großzügige Einblicke in Junas Gedanken- und Gefühlswelt sowie ihre Konflikte, die sie ausschließlich mit sich selbst auszutragen versucht.

Melissa C. Feurer besitzt einen einnehmenden und flüssigen Schreibstil, die saloppe Sprache scheint einer jugendlichen Zielgruppe angepasst. Der Glaube hat in der Familie Behnke einen sehr hohen Stellenwert inne – dieser Fokus auf christliche Werte hat mir wie bereits erwähnt ganz besonders gefallen. An einigen Passagen wird durch witzige Alltagsszenen bei den Behnkes Humor ins Buch eingebracht, lediglich die sporadische Verwendung von Kraftausdrücken im Buch vermochte mein Lesevergnügen ein klein wenig zu trüben. Die Neugier auf den Ausgang dieses Wettbewerbes und auf die Entwicklung der persönlichen Beziehung zwischen Juna und Leo animiert dazu, sich immer mehr in die Geschichte zu vertiefen. Für meinen Geschmack kam das Ende dann viel zu rasch und ich sehe dem zweiten Band dieser Buchreihe bereits jetzt mit großer Vorfreude entgegen.

FAZIT: Die aktuelle Neuerscheinung aus der Feder von Melissa C. Feurer hat meiner hohen Erwartungshaltung in jeder Hinsicht entsprochen! Ich empfand den Auftakt dieser neuen Buchreihe als sehr unterhaltsam, abwechslungsreich und interessant, die Autorin punktet mit hervorragend charakterisierten Hauptfiguren und liebenswerten Nebenfiguren. Der Glaube als wichtiger Bestandteil des Buches und die überzeugende Darstellung der Gefühls- und Gedankenwelt der beiden Protagonisten sorgten dafür, dass ich diese Lektüre nicht mehr aus der Hand legen mochte. Mit „Love always hopes“ hat die christliche Romanautorin Melissa C. Feurer sich erneut in mein Herz geschrieben und mir wie schon so oft großes Lesevergnügen bereitet. Begeisterte fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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