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Rezensionen von Gertie G.:

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Eine gelungene Biografie

Lucullus von Peter Scholz

Wer heute den Namen Lucullus hört, denkt fast immer an einen reichen, Feste feiernden, alten Römer, der auf seinem Landgut sich sinnlichen Genüssen hingegeben hat. Weniger bekannt ist, dass Lucius Licinius Lucullus (118–56 v. Chr.), wie er mit vollem Namen heißt, ein sehr erfolgreicher Feldherr und geschätzter Politiker war, bevor er einer Intrige zum Opfer gefallen ist.

Lucullus wollte mit aller Kraft die rücksichtslose Ausbeutung der Menschen in den Provinzen durch die dortigen Eliten aufräumen, was naturgemäß auf Widerstand gestoßen ist.

Als Lucullus, Verfechter der Res Publica, sich gegen die autokratischen Ambitionen des Triumvirats Ceasar, Pompeius und Crassus stellt, gerät er in den Sog von Intrigen, an denen sein Schwager Publius Clodius Pulcher (man erinnere sich an den Bona-Dea-Skandal) beteiligt ist und die ihn beinahe das Leben kostet.

Darauf hin zieht er sich ins Privatleben zurück und beschäftigt sich mit der Errichtung von prächtigen Villen und Gärten.

Autor Peter Scholz beleuchtet das Leben von Lucullus in fünf großen Abschnitten von seiner politischen Seite und deckt einige, den Lesern vielleicht unbekannte Seiten des Lucullus auf.

Die Republik: Eine kurze Geschichte von Aufstieg und Spaltung
Die Diffamierung der Aristokratie
Der entrissene Sieg im Osten
Zurück in Rom: Politik, Triumph und erlesenes Genüsse
Wie Lucullus überlebte - eine Nachgeschichte

Wie es sich für ein wissenschaftliches Werk gehört, gibt es zunächst einen Einblick, wie es zu den Zuständen, die zu Lucullus Lebzeiten geherrscht haben, kommen konnte. Diese Entwicklung ist ob der vielen Personen komplex, aber gut erklärt. Da ich vor Kurzem „Mordsache Caesar“ gelesen habe, bin ich mit den römischen Familien sowie deren Ämtern recht gut vertraut.

Peter Scholz interpretiert die eine oder andere der zahlreichen Quellen neu und zieht Rückschlüsse auf die tatsächlichen Ereignisse.

Das Buch ist recht anspruchsvoll und nichts für zwischendurch. Man muss sich Zeit nehmen und das eine oder andere auch nachschlagen. Unterstützt wird diese Biografie durch eine große Anzahl an Fußnoten und Quellenangaben sowie Karten und Abbildungen.

Fazit:

Wer sich gerne mit Römischer Geschichte befasst und die unbekannte Seite des Lucius Licinius Lucullus kennenlernen will, ist hier richtig. Gerne gebe ich dieser interessanten Biografie 5 Sterne.

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Eine gelungene Biografie
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Grenzenlose Freundschaft

Gertrude grenzenlos von Judith Burger

Wer heißt denn schon Gertrude?!

Als mitten im Schuljahr eine neue Schülerin in die Klasse von Ina kommt, weiß noch nicht, was sie erwartet. Das neue Mädchen heißt Gertrude und ist ganz anders als Ina und ihre Mitschülerinnen. Sie trägt schicke Westklamotten, benutzt eine Füllfeder aus westlicher Produktion, hat blaue Augen und muss mit Ina die Eselsbank, also jene, die ganz hinten im Klassenraum steht, teilen.

Die beiden Außenseiterinnen freunden sich an, was weder der Schule noch Inas Mutter gefällt. Denn, Gertrudes Eltern haben einen Ausreiseantrag aus der DDR gestellt und gelten ab sofort als Staatsfeinde.

Während Gertrudes Eltern genau wissen, was ihnen bzw. Ina und ihrer Mutter blüht, wenn die Mädchen weiterhin ihre Freundschaft pflegen, weiß vor allem Ina nicht, wie sie damit umgehen soll, als man ihr die Treffen mit Gertrude verbietet. Vorsichtig beginnt Ina die Ideologie der DDR zu hinterfragen und bringt damit nicht nur sich selbst in Gefahr.

Doch Stasi und oder Stasi her, die Mädchen entwickeln (wie so viele Regimekritiker) einen Plan, sich heimlich zu treffen.

Wie sich die Freundschaft zwischen den beiden Mädchen trotz aller Widerstände entwickelt, könnt ihr in diesem sehr emotionalen Buch lesen.

Meine Meinung:

Als Österreicherin kann ich die politische Situation leider (oder Gott sei Dank) nicht nachvollziehen. Dennoch schafft es die Autorin mir diese beklemmende Atmosphäre der Angst vor Bespitzelungen und Repressalien eindrucksvoll darzustellen. Der Staat entscheidet aus reiner Willkür, welches Kind welche Schule besuchen darf. Begabungen spielen keine Rolle, Parteigehorsam ist das Zauberwort.

Schmunzeln musste ich bei der Ankündigung dieses Buches mit der Frage: Wer heißt denn schon Gertrude?!
Mein erster Gedanke war: ICH, ich heiße so.

Denn auch ich wurde Gertrude genannt, obwohl damals Gabriela, Brigitte, Sabine, Susanne oder Christine modern waren. Der Grund war allerdings nicht die Vorliebe für die amerikanische Schriftstellerin Gertrude Stein (1874-1946) sondern der profane Grund, dass meine Eltern fix mit einem Sohn (Friedrich) gerechnet haben und für ein Mädchen schlichtweg kein Name vorbereitet war. Jahrelang habe ich mich für diesen Namen geschämt, inzwischen kann ich damit leben.

Das Buch ist mitreißend, schwungvoll und einfühlsam erzählt.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser Geschichte zweier Mädchen, die ihre Freundschaft gegen alle Widerstände verteidigen, 5 Sterne.

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Grenzenlose Freundschaft
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Penibel recherchiert und opulent erzählt

Mordsache Caesar von Michael Sommer

Michael Sommer, Professor für Alte Geschichte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, hat nach seinen anderen, im Verlag C.H.Beck erschienen Werken: "Wirtschaftsgeschichte der Antike", "Schwarze Tage. Roms Kriege gegen Karthago" und "Dark Rome. Das geheime Leben der Römer" sich nun eines Themas angenommen, von dem man glaubt, ohnehin alles zu wissen: Der Ermordung Gaius Iulius Caesars an den Iden des März im Jahre 44 vor Christus.

Kann es gelingen, ein antikes Verbrechen, dessen Opfer, Täter und deren Motive hinlänglich bekannt sind, fesselnd zu erzählen?

Michael Sommer zeigt es vor. Der Autor spannt den Bogen beginnend mit den diversen Gründungslegenden, dem Königreich, das durch einen Staatsstreich gestürzt und in eine Republik umgewandelt wird bis hin zu Caesar, der zunächst mit einer befristeten Ausnahmeregelung herrscht und sich anschließend zum Diktator auf Lebenszeit aufschwingt.

Wir erfahren detailreich und aus 15 verschiedenen Perspektiven, was alles zu dem Attentat auf Caesar geführt hat.
Unter den 15 Personen, deren Blickwinkeln hier beleuchtet werden ist Caesar selbst, dann die Weggefährten und Verschwörer von Cato und Cicero, über Brutus und Cassius bis hin zu Marcus Antonius und Octavius.

Mehrmals wird abgewogen ob der Tyrannenmord gerechtfertigt ist oder nicht. Einige der Verschwörer haben durchwegs persönliche Gründe mit Caesar abzurechnen, andere wollen wieder zur für sie einzig richtigen Staatsform, der Republik zurück. So zieht sich das Netz der Verschwörer, das sich aus alten Rivalen und enttäuschten Anhängern formiert hat, nach dem sich Caesar rund 4 Wochen zuvor zum Diktator auf Lebenszeit kürt, zu. Spannend zu lesen ist, wie die Täter rekrutiert werden und der Ort des Attentats ausgewählt worden ist.

Nach dem geglückten Attentat hält Caesars Testament einige Überraschungen bereit, mit denen einzelne Verschwörer nicht gerechnet haben. Mit Octavius als Adoptivsohn und Erben tritt genau das ein, was man mit dem Mord an Caesar eigentlich verhindern wollte: die Errichtung einer Monarchie. Bis Octavius zu Augustus wird, fließt noch einiges Blut, die Weichen sind jedoch gestellt.

Eine gute Ergänzung ist die Darstellung wie es mit den Verschwörern weitergeht sowie zahlreiche Abbildungen, Karten und Stammbäumen. Die abgebildeten genealogischen Zusammenhänge sind wegen der oft Gleichnamigkeit der Beteiligten bzw. deren Ahnen notwendig.

Das Buch ist für alle jene, die sich für die Römische Antike und Gaius Iulius Caesar interessieren eine gelungene Lektüre. Zahlreiche lateinische Zitate (die auch übersetzt werden) sowie die (Neu)Bewertung von Texten, Briefen, Indizien und Spuren lassen den Mord an Caesar als logische Konsequenz eines Staatskonzeptes erscheinen, weshalb der Zeitpunkt für das Opfer selbst möglicherweise unerwartet gekommen sein mag.

Fazit:
Um die eingangs gestellte Frage nach dem Gelingen eines solchen Werkes zu beantworten. Ja, es ist gelungen, diesen antiken Mordfalles fesselnd zu erzählen. Dafür spreche ich hier eine Leseempfehlung aus und bewerte das Buch mit 5 Sternen.

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Penibel recherchiert und opulent erzählt
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Eine gelungene Fortsetzung

Mord on the Rocks von Melinda Mullet

Langsam geht es mit Abigail Logans Whisky-Destillerie aufwärts und Abi bietet gemeinsam mit Grant Whisky-Seminare an. Allerdings trübt der Verlust von Grants Geschmacks- und Geruchssinn, nach der Attacke im letzten Fall, die Situation, denn Grant ist der Blender, also jener der die verschiedenen Whiskys zu einer harmonischen Mischung (also Blends) verschneidet.

Noch halten Abi und Grant diese Tatsache vor den anderen Mitarbeitern und Freunden geheim.

Während des aktuellen Whisky-Seminars wird ein Teilnehmer auf einem Felsen in der Nähe tot aufgefunden. Recht bald gerät dessen Bruder, der ebenfalls an der Whisky-Verkostung teilnimmt, unter Mordverdacht obwohl er seine Unschuld beteuert. Er bittet Abigail Nachforschungen anzustellen. Das Motiv scheint in dem Finanzskandal zu liegen, in dem der Tote soll als Whistleblower verwickelt gewesen ist. Abigail entdeckt, dass auch zahlreiche Bewohner von Balfour bei diesem Finanzskandal Geld verloren haben. Hat sich hier einer oder eine gerächt?

Gleichzeitig sind die Dorfbewohner aufgeschreckt, weil zwei Männer, die vorgeben „Landvermesser“ zu sein, die Gegend unsicher machen. In mehreren Schichten werden diese Männer beobachtet, denn man befürchtet, sie könnten eigentliche Steuerfahnder sein. Und in der Vermeidung des Steuerzahlens haben die Schotten eine Jahrhunderte alte Tradition.

Meine Meinung:

Gerne habe ich diesen 5. Krimi aus dieser Reihe gelesen. Schmunzeln musste ich, weil Abigail immer wieder versichert, keine Ermittlungen anzustellen, aber es dennoch tut. Diesmal ist Grant, der ja durch den Verlust seines Geschmacks- und Geruchssinn gehandicapt ist, an ihrer Seite, um sie vor Unheil, das ihre Nachforschungen immer wieder mit sich bringen, zu beschützen. Dass es auch diesmal wieder zu brenzligen Situationen kommt, ist klar.

Neben den Ermittlungen von Abigail bzw. dem aus den Vorgängern bereits bekannten Polizisten, erfahren wir wieder einiges über die Whisky-Herstellung und die kreativen Methoden, wie man in Balfour das Bezahlen der Steuer umgeht.

Der Schreibstil ist wie immer leicht und flüssig. Eine Prise britisch anmutenden Humors darf genauso wenig fehlen, wie Liam, Abigails Hund oder die Schafherde, die temporären Zuwachs von Ziegen erhält.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem 5. Fall für Abigail Logan wieder 5 Sterne. Slainté!

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Eine gelungene Fortsetzung
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Weihnachtliche Misstöne

Christbaum, Mord und Engelshaar von Manfred Baumann

Es ist Sonntag der 21. Dezember und die ersten Schneeflocken tanzen zaghafte auf Salzburg nieder. Eigentlich ist Chefinspektor Martin Merana schon in Gedanken auf dem Weg zu seiner Großmutter, mit der er wie jedes Jahr die Weihnachtsfeiertage verbringen will. Nur mehr zwei, drei Tage schlafen, dann geht’s ab ins Innergebirg, wie man den Oberpinzgau auch nennt.

Doch daraus wird wie schon in den letzten Jahren einmal nichts, denn während der After-Show-Party zur spektakulären TV-Weihnachtsshow „The Golden Christmas Tree“, bei der es um den Hauptgewinn von 100.000 Euro geht, gibt es einen Toten. Nicht irgendeinen, sondern ausgerechnet Caspar Drollmann, Jurymitglied, gefeierter Schauspieler und Publikumsliebling. Schnell wird klar, dass Drollmann vergiftet worden ist. Nur von wem? Und warum? Oder ist er Opfer einer Verwechslung geworden? Denn wie es scheint, hängt im Team rund um die Fernsehshow der Weihnachtsfrieden ein wenig schief.

Meine Meinung:

Jedes zweite Jahr erscheint ein weihnachtliches Krimi-Band aus der Reihe um Chefinspektor Martin Merana. Manchmal ist er eine Sammelband mehrerer Geschichten so auch hier. Da ist zum einen die oben zusammengefasste Ermittlung rund um die TV-Show „The Golden Christmas Tree“, die den größten Raum im Buch einnimmt und zum anderen gibt es drei weitere (Mord)Geschichten rund um Weihnachten. Weihnachten ist, wie man oft aus eigener Erfahrung weiß, nicht immer das kolportierte Fest der Liebe. Oftmals explodieren unter dem Weihnachtsbaum lang verdrängte Rache- und Hassgefühle, mitunter auch deswegen, weil das „Heile-Welt-Spielen“ und das Aufrechterhalten einer der scheinheiligen Fassade ziemlich anstrengend ist.

Mir hat die Geschichte rund um die TV-Show am Besten gefallen, zumal Autor Manfred Baumann kurzfristig zwei neue Charaktere in das Team von Martin Merana aufnimmt, die Entwicklungspotenzial haben: Inspektor Thomas Kritzer und Kontrollinspektorin Beate Trapp. Anders als in anderen Krimis, in denen die Personalknappheit ständiger Gast ist, kann Merana, nachdem ein Promi ermordet worden ist, sein Team auf 16 Personen aufstocken.

Daneben erfährt der Leser einiges über regionale Bräuche rund um das Weihnachtsfest. Manfred Baumann baut diese Erklärungen ebenso geschickt in seinen Krimi ein wie die eine oder andere Sehenswürdigkeit der Stadt Salzburg.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser Anthologie 4 Sterne.

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Weihnachtliche Misstöne
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Eine feministische Zeitreise

Die realen Frauen der Surrealisten von Unda Hörner

Unda Hörner beschäftigt sich in ihren Büchern mit beeindruckenden Frauen, die ihre eigenen künstlerischen Karrieren hinan stellten, um Frau, Muse oder hübsches Anhängsel von misogynen Männerfantasien waren, ohne das anfangs zu bemerken.

Zum 100. Jubiläum des surrealistischen Manifests stellt Unda Hörner die Frauen der Surrealisten in den Mittelpunkt ihrer biografischen Porträts.

Die Autorin lässt in diesem Buch die Gefährtinnen dreier Surrealisten, Simone Breton, Gala Éluard die Schriftstellerin Elsa Triolet, stellvertretend für zahllose Frauen, denen der Absprung nicht gelungen ist, mit dem System abzurechnen. Das gelingt auf Basis von Originalquellen, die durch zahlreiche schwarzweiß Fotos ergänzt werden.

Mit ihrer spannenden Zeitreise in das Paris der 1920er-Jahre entführt uns die Autorin in das Leben der drei Frauen, die daran glaubten, ihren Männern gleichberechtigte Partnerinnen sein zu können. Doch es kommt anders.

Das liest sich dann, wie Suzanne Muzard, eine der zahlreichen Geliebten, von denen sich André Breton aushalten und inspirieren lässt so:

»Breton umgab seine Liebesverhältnisse mit Weihe; er formte die Frau, die er liebte, sodass sie, seinen Vorstellungen entsprechend, zu einem verlässlichen Wert wurde. Folglich war ich nichts als ein Gegenstand der Enttäuschung, da ich unvereinbar mit seinen Vorstellungen war.« (Suzanne Muzard/S. 55)

Liebe und Begehren waren für die Pariser Surrealisten André Breton, Paul Éluard und Louis Aragon die wahrhaft revolutionären Kräfte. Über die misogynen Fantasien habe sie vergessen oder verdrängt, dass es sich bei den Partnerinnen ihrer Gedanken und Wünsche um Menschen handelt und nicht um Puppen, die man je nach Stimmung aus der Ecke hervorholen und nach „Gebrauch“ in dieselbe zurückstellen kann.

Fazit:

Eine durch und durch feministische Zeitreise in das Paris der 1920er-Jahre, der ich 4 Sterne gebe.

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Eine feministische Zeitreise
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Eine Leseempfehlung!

Die Pädagogin der glücklichen Kinder von Laura Baldini

Dieses Buch ist das 23. aus der Reihe “Bedeutende Frauen, die die Welt veränderten“.

Laura Baldini ist das Pseudonym von Beate Maly, die früher selbst als Mobile Frühförderin mit Kindern, die unter anderem eine Störung, die dem breit gefächerten Autismus-Spektrum zugeordnet sind, gearbeitet hat.

Dieses Wissen, das sie sich an der Uni Wien angeeignet hat, lässt sich kompetent biografische Romane über Frauen wie Maria Montessori und eben Emmi Pikler sowie über die (fiktive) Krankenschwester Viktorine in „Aspergers Schüler“ schreiben, die sich mit der Entwicklung von Kindern beschäftigen.

Wer ist nun Emilie „Emmi“ Pikler (1902-1984), die wir die ersten vierzig Jahre ihres Lebens begleiten?

Emmi Pikler (1902-1984), ist eine ungarische Kinderärztin und Pädagogin, die als Jüdin in Ungarn wegen des 1920 geltenden Numerus Clausus für Juden nicht studieren darf und deswegen nach Wien übersiedelt. Allerdings begegnet sie auch an der Universität Wien dem Antisemitismus. Sie ist wissbegierig und beobachtet, wie wichtig die Bewegungsfreiheit von Säuglingen für die Entwicklung der von Säuglingen und Kleinkindern ist. Es ist die Zeit, in der Säuglinge nach wie vor in Wickelpolster (Steckkissen) beinahe regungslos in oft viel zu großen Betten liegen. Ihre Praktika absolviert sie bei den renommierten Kinderärzten Clemens von Pirquet und Hans Salzer.

Zurück in Ungarn hat sie es zwar unter dem faschistischen Regime von Miklós Horthy (1868-1957) nicht leicht, zumal Ungarn ihr Wiener Studium nicht anerkennt. Sie muss zahlreiche Prüfungen ablegen. Zusätzlich wird ihr Mann bis 1945 mehrmals wegen regimekritischer Äußerungen verhaftet. Ab 1934 führt sie eine Praxis als Kinderärztin und berät junge Familien zu Methoden der sanften Erziehung heran.

Als dann auch das Horthy-Regime unter Druck von Nazi-Deutschland gerät, ist auch Emmis Leben sowie das ihrer kleinen Tochter in Gefahr. Die beiden werden von einer Familie, die sie bei der Kindererziehung beraten hat, versteckt. Doch niemand weiß, ob und wie lange das Versteck sicher ist.

Meine Meinung:

Wie wir es von Beate Maly/Laura Baldini gewöhnt sind, sind die Fakten penibel recherchiert und der Roman gekonnt erzählt. Die Autorin schreibt im Nachwort, wie sie sich an Dokumenten und Schriften der realen Emmi Pikler und ihrer WeggefährtInnen wie Lili Roubiczek, die in Wien ein Kinderhaus nach den Lehren von Maria Montessori führt, oder Anna Freud, orientiert hat. Einige Charaktere wie Tante Poldi bei der sie in Wien lebt und ihre ungarische Freundin sind fiktiv.

Schmunzeln musste ich, als ich vor wenigen Tagen in einem Flugblatt eines Supermarktes mit Weihnachtsgeschenke für Kleinkinder ausgerechnet jenes Klettergerüst, ein Dreieck, entdeckt habe, das hier im Roman von Emmi Pikler für einen Kindergarten entwickelt worden und auf dem Cover abgebildet ist.

Natürlich hat Emmi Pikler auch zahlreiche Neider und Gegner, die ihre modernen Ansichten ablehnen und Gerüchte verbreiten. Doch gemeinsam mit einigen gleichgesinnten, fortschrittlich denkenden Frauen, gelingt es Emmi Pikler, ihre Ideen zu verbreiten. Ihre Tochter Eva wird in ihre Fußstapfen treten.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem 23. Buch der Reihe „Bedeutende Frauen, die die Welt veränderten“ 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Fesselnd bis zur letzten Seite

Finsteres Herz von Holger Karsten Schmidt

Endlich ist er da! Der zweite Fall für die beiden KHK Lona Mendt und Frank Elling. Die beiden müssen einem verzwickten Mordfall nachgehen, der sie in ein Netz dunkler Geheimnisse führt. Im Zentrum der Ermittlungen steht die 12-jährige Sarah, ein bulgarisches Waisenmädchen sowie mindestens eine undichte Stelle bei der Kriminalpolizei, denn die Adresse des Safe-House, in dem Sarah und ein zweiter Belastungszeuge untergebracht sind, wird verraten.

Bei dem Feuergefecht gibt es Tote und Sarah entkommt.

Die nachfolgenden Ermittlungen werden den Sonderermittlern Maja Kaminski und Hagen Dudek übertragen wobei Dudek (s)ein eigenes Süppchen kocht.

Wird es gelingen, dieses höchst komplexe Geflecht aus Korruption und Erpressung zu zerschlagen?

Meine Meinung:

Wie schon im Vorgänger („Die Toten von Marnow“) schickt Autor Holger Karsten Schmidt seine Ermittler in höchst gefährliche und komplexe Aufgaben, bei denen es an Toten nicht mangelt..

Der Schreibstil ist von der ersten bis zur letzten Seite temporeich und spannend. Das hohe Tempo wird durch die kompakte bzw. beinahe parallele Schreibweise zusätzlich erhöht. Die Ermittlungen durch die beiden Teams dauern insgesamt knappe zwei Wochen.

Die Charaktere sind ausgezeichnet herausgearbeitet. Wie Lona Mendt und Frank Elling haben auch Maja Kaminski und Hagen Dudek ihre eigenen persönlichen Probleme, die sie mit höchstem Einsatz wettzumachen versuchen. Die Gratwanderungen zwischen Gut und Böse gleicht, wie schon im Vorgänger, einem heiklen Drahtseilakt.

Autor Holger Karsten Schmidt, legt hier einen weiteren Krimi vor, der bis zur letzten Seite, fesselt, Ich empfehle zum besseren Verständnis der Handlungsweise der Charaktere, den Vorgänger zu lesen.

Fazit:

Ein weiterer Krimi von Holger Karsten Schmidt, der bis zur letzten Seite, fesselt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Sachlicher Blick auf die Hintergünde

Russlands Krieg gegen die Ukraine von Gwendolyn Sasse

Ich bin ein Fan dieser Sachbuchreihe aus dem C.H.Beck-Verlag, deren Bücher den Leserinnen und Lesern, Wissen kompakt und anschaulich vermitteln.

Kurz und übersichtlich zeichnet die Autorin jene Faktoren nach, deren Zusammenspiel letztendlich die Illusion des friedlichen Zusammenlebens in Europa nach dem Ende des Kalten Krieges erschütterte.

Das Buch ist nun im Oktober 2024 in einer aktualisierten Version erschienen, denn die Lage an den Fronten ändert sich täglich.

Die Autorin beschreibt wie dieser aktuelle Krieg direkt im Zusammenhang mit dem Zerfall der UdSSR zu sehen ist. Denn Russlands Krieg gegen die Ukraine brach nicht erst am 24. Februar 2022 aus. Er ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, in denen Wladimir Putin die Rolle eines Katalysators spielt.

die Autokratisierung Russlands verbunden mit wachsenden neoimperialen Machtansprüchen
die Durchdringung der russischen Gesellschaft mit staatlicher Geschichtspolitik und Propaganda
die Demokratisierung und Westorientierung der Ukraine
die Stärkung einer staatszentrierten ukrainischen Identität
die zunehmende Diskrepanz zwischen westlichen und russischen Sicherheitswahrnehmungen
die wachsenden Widersprüche in einer westlichen Russland-Politik
die sukzessive Ausweitung des Krieges seit 2014
Das Buch vermittelt einen vorzüglichen Überblick über die historische und gesellschaftliche Entwicklung der Ukraine. Es zeigt aber auch die Defizite in der westlichen Wahrnehmung der russischen Aggression(en) seit 2014 auf. Die Folgen des Krieges werden Europa noch lange beschäftigen.

Das Buch ist sachlich und sehr informativ. Manches davon ist mir schon lange hinreichend bekannt, anderes nicht.

Fazit:

Ein informatives Buch zu Russlands Krieg gegen die Ukraine, das die Hintergründe, Ereignisse und Folgen sachlich und kompakt darlegt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Einmal im Leben (Tatort-)Kommissar sein

Mord im Himmelreich von Andreas Winkelmann

„Mord im Himmelreich “ ist der erste Cozy Krimi von Andreas Winkelmann, der den meisten Lesenden vor allem als Thriller Autor bekannt ist.

Worum geht’s?

Kaum auf dem Campingplatz Himmelreich angekommen, wird der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus von Annabelle Schäfer, einer Malerin, zu Hilfe gerufen.

Ein verängstigter Hund treibt auf einem SUP auf dem See. Björn soll ihn retten. Kaum an Land, ist die Überraschung groß, als man unter dem Bord eine festgebundene Leiche findet.

Während die Polizei einen Unfall nicht ausschließen will, beginnen Björn und Annabelle den Besitzer oder die Besitzerin des Hundes, den Björn Pinguin nennt, auszuforschen.

Meine Meinung:

Dieser Krimi ist mein erstes Buch von Andreas Winkelmann und Auftakt zu einer Krimi-Reihe.

Der Krimi ist recht flott und flüssig zu lesen. Vor allem das Wortspiel mit seinem Nachnamen Kupernikus, der an den berühmten Astronomen erinnert, hat mir gut gefallen.

Winkelmann beschreibt mit ein wenig Augenzwinkern den Mikrokosmos Campingplatz, der für Nicht-Camper eine eigenartige Welt für sich ist. Schmunzeln musste ich über Kupernikus, der zeitlebens immer einen Tatort-Kommissar spielen wollte, aber nur in kleinen Nebenrollen auftreten dürfte. Spielt er jetzt die Rolle seines Lebens?

Ich finde diesen Krimi amüsant. Das Trio, Annabelle, Björn und Pinguin, wirkt authentisch. Das Cover passt gut zur Story.

Fazit:

Wer zwischen den beunruhigen Nachrichten aus aller Welt ein wenig Humor braucht, ist hier richtig. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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