Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
neuer Stern am Thrillerhimmel
Ein neuer Stern am skandinavischen Krimihimmel und ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt im Buch. Die Charaktere handeln authentisch und sind sympathisch. Nicht kaputt oder problemzerfressen und sie begeben sich auch nicht unnötig in brenzlige Situationen. Auch der Fall ist klug aufgebaut und die Autorin führt den Leser zwischendurch auch gern mal aufs Glatteis, indem sie falsche Spuren streut.
Eigentlich sind es zwei Fälle: die Suche nach dem Vergewaltiger und die nach dem Mörder. Ob beide Fälle zusammenhängen muss Kommissarin Tess erst herausfinden. Und das ist gar nicht so einfach. Sie hat zwar starken Rückhalt in ihrem Team, aber der Täter ist schlau und dringt sogar in ihre privaten Kreise vor.
Cold Cases sind ja immer schwer zu lösen und ich finde, dass Autoren, die sich mit solchen Handlungen beschäftigen, großer Respekt gebührt. Denn die Fälle müssen sehr logisch aufgebaut sein und das entscheidende Detail, das damals übersehen wurde, darf nicht zu groß sein, sonst wird es unglaubwürdig. Dies ist Tina Frennstedt hervorragend und überzeugend gelungen.
Fazit: Ich mag skandinavische Krimis sehr gerne und bleibe auch gerne dieser Serie treu.
nichts für schwache Nerven
Kommissar Corso hat einen schweren Fall zu lösen: Der Mord an zwei Frauen, wie er grausamer fast nicht sein könnte. Doch der vermeintliche Mörder hat ein Alibi. Corso ist dennoch von seiner Schuld überzeugt und verbeißt sich richtig in den Fall.
Ich freue mich ja jedes Mal wieder über ein neues Buch von Grangé.
Doch dieses hat mich sehr überrascht. Grangé schreibt einen Thriller, der es in sich hat. Er schreckt auch vor harten Sexpraktiken nicht zurück, überrascht mit spannenden Wendungen und lässt den Leser an der eigenen Wahrnehmung zweifeln.
Das Buch ist in 3 Teile gegliedert: das Kennenlernen der Charaktere und die beiden Morde, die Jagd auf den Killer und der Versuch, ihn zu überführen.
Alle 3 Teile sind spannend und fesselnd. Als Leser macht man sich ja selbst seine Gedanken über den Täter und man fragt sich, ob Sobiesky wirklich der Mörder ist und wenn ja, wie er sein Alibi fälschen konnte. Der Weg Corsos ist lang und steinig und teilweise macht er sich auch selbst die Hände schmutzig und muss von seiner Kollegin gerettet werden. Diese Teile fand ich jedoch eher unglaubwürdig und für mich passte das nicht so ganz. Auch wenn Corso (natürlich) selbst eine schmutzige Vergangenheit hat.
Das Ende hat mich dann doch sehr überrascht und ich bin gespannt, ob es einen weiteren Thriller mit Corso geben wird. Aufgebaut ist das Buch so, als könnte es weitere Fälle für den Kommissar geben.
Fazit: bis auf kleinere Ungemütlichkeiten ein sehr gutes, spannendes Buch.
3 sympathische Frauen
Jahre der Veränderung von Linda Winterberg
Das Schicksal meint es gut mit den 3 Hebammen Edith, Margot und Luise. Sie haben inzwischen ihre Ausbildung beendet und arbeiten alle 3 in der Frauenklinik von Dr. Hammerschlag. Doch die Liebe will die 3 nicht so erreichen: Luise hat nach einem schrecklichen Erlebnis keine Lust mehr auf Männer, Margot liebt den verheirateten Dr.
Lingau und Edith trauert immer noch um ihren Richard. Doch die 3 Frauen haben in der Klinik viel zu tun.
Gleichzeitig erschüttert eine Wirtschaftskrise Berlin und der Autorin gelingt es hervorragend, die Stimmung in Berlin in den späten Zwanziger und frühen Dreißiger Jahren einzufangen. Die Not und die frühe Kindersterblichkeit, Frauen bringen bis zu 10 Kinder auf die Welt und wissen kaum, wie sie sie ernähren können – das hat mich sehr gefesselt. Allerdings wurden die Vorkommnisse auch teilweise öfter wiederholt und das ständige „Kindchen“ konnte ich bald nicht mehr lesen.
Die 3 Frauen sind überaus sympathisch und gerade Luises Lebensweg nicht einfach. Als sie Marina trifft, wird es interessant. Aber auch ein klein bisschen surreal. Aber das ist halt Berlin Auch Edith, als Jüdin, bekommt die Härte der damaligen Zeit bald zu spüren.
Der Roman ist mitreißend und flüssig zu lesen, allerdings haben mich die Zeitsprünge von einigen Monaten manchmal etwas gestört. Ansonsten wieder ein toller Roman und eine gute Fortsetzung und ich hoffe, dass wir bald noch mehr von den drei Hebammen lesen dürfen.
weniger Lokalkolorit als sonst
Jahre der Veränderung von Linda Winterberg
Als die Leiche des Journalisten Markstein in Hannover gefunden wird, ist ganz schön was los in der Abteilung für Gewaltverbrechen und für Kommissar Völxen und sein Team. Denn Markstein hatte seine Nase in quasi allem: Russenmafia, Drogengeschäfte, Prostitution… Völxen muss einigen Spuren folgen, bis er endlich die richtige findet.
Ich habe mich sehr über die Fortsetzung einer meiner Lieblingskrimireihen gefreut. Völxen und sein Team mag ich schon vom ersten Band an und finde es schade, dass Jule nicht mehr in der ersten Reihe mitmischt. Allerdings webt Mischke, und das rechne ich ihr mehr als hoch an, Jules Anwesenheit gelungen in diesem Krimi unter, so dass mir fast nichts gefehlt hat. Außer ein paar Schafswitze. Die kamen leider etwas kurz.
Der Fall ist logisch aufgebaut und wird strukturiert gelöst. Stein für Stein setzt Völxen das Mosaik zusammen und wird dabei noch durch einen Nebenschauplatz abgelenkt: jemand kann den Tod eines Mädchens nicht verkraften und sinnt auf Rache. So kommt auch Kommissar Rauxel ein wenig mehr Raum zu, denn der löst quasi im Vorbeigehen einen Teil des Rätsels, was mich sehr gefreut hat, weil er bisher immer etwas stiefmütterlich behandelt wurde.
Mischkes Charaktere muss man einfach mögen. Sie sind lebensecht und sympathisch, haben Tiefgang und machen für mich einen sehr großen Reiz in der Krimireihe aus. Die Krimihandlung war dieses Mal ein wenig überzogen, hier wünsche ich mir für den nächsten Band wieder etwas mehr Lokalkolorit. Sehr schön ist auch der Humor von Mischke: wie Fernando das Problem mit der neuen Veggie-Bar gegenüber löst – darüber musste ich schon sehr schmunzeln.
Fazit: Mischke lese ich immer wieder sehr gerne.
anders, aber gut
1794 von Natt och Dag Niklas
Cardell und Winge sind zurück. Wie Winge? Der ist doch tot. Allerdings gibt es zwei von ihnen und so ermitteln Cardell und er nun in ihrem zweiten Fall.
Ich fand das Buch sehr spannend erzählt, allerdings war die Handlung nicht wirklich zusammenhängend. Das Buch ist eher in 3 Erzählstränge aufgeteilt, die alle 3 für sich sehr gut geschrieben sind und die mich gefesselt haben.
Zuerst erzählt Erik 3 Rosen seine Geschichte und die gilt es dann von Cardell und Winge aufzulösen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn der Gegner ist übermächtig und aalglatt. Dann ist da noch Anna Stinas Geschichte, die ich auch nur so verschlungen habe. War sie mir doch schon im ersten Band (1793) sehr sympathisch. Ihr Weg kreuzt dann auch wieder Cardells, aber irgendwie fand ich diese Handlung dann ein wenig lahm. Zudem habe ich nicht verstanden, warum sie nicht seine Hilfe nutzt und sich verpflichtet fühlt, ein Versprechen zu halten.
Das Ende fand ich dann gar nicht gut. Es bleibt so viel offen und auch der Bösewicht wird in meinen Augen zu wenig bestraft.
Aufgrund dieses Endes hoffe ich aber – und nicht nur deshalb – auf eine weitere Fortsetzung.
Natt och Dag bringt die Stimmung der Epoche wahnsinnig gut rüber. Seine Schilderungen der Armut und der Umgebung finde ich sehr authentisch und die Charaktere sind gut ausgearbeitet und sympathisch.
Fazit: anders, aber nicht schlechter als Band 1. Allerdings hätte ich mir eine etwas flüssigere Handlung gewünscht und vor allem ein anderes Ende
Ermittlungen am Küchentisch
1794 von Natt och Dag Niklas
Ermittlungen am Küchentisch
Aus einem etwas heiklen Fall wird ein Cold Case. William Wisting soll das Auftauchen von 80 Millionen Kronen in einem Landhaus eines kürzlich verstorbenen Politikers klären und stößt dabei auf einen alten Fall und einen seit damals verschwundenen Mann. Beides scheint zusammenzuhängen.
Auch der zweite Cold Case von Horst hat mir sehr gut gefallen. Horst schreibt schnörkelfrei und doch fesselnd und steigert die Spannung kontinuierlich. Auch die private Seite des Ermittlers und seiner Tochter gefällt mir immer gut und ich finde das Verhältnis sehr ausgewogen.
Interessant und abwechslungsreich ist die Ermittlung auf zweierlei Ebenen: Wisting und die polizeiliche Sicht und die seiner Tochter Line aus journalistischer. Außerdem scheint der Fall kaum lösbar und ich finde es immer wieder spannend, wie sich der Knoten dann durch winzige Dinge langsam löst.
Wisting und der fensterlose Raum ist Band zwei der Cold Case Reihe von Jørn Lier Horst und kann unabhängig von der Wisting-Reihe gelesen werden, zumal die auch scheinbar nicht mehr verlegt wird. Wenn ich nach der Lektüre der beiden Cold Case Bücher jetzt aber auch neugierig auf die anderen Bände bin. Vielleicht knüpft der Verlag ja an die neuen Erfolge an und bringt die älteren Titel auch noch auf Deutsch heraus.
sehr lahmer Beginn, steigert sich aber sehr
Knochengrab von Ellison Cooper
FBI Agent Maxwell Cho stürzt mit seinem Hund in eine Grube voller Skelette. Schnell wird klar, dass die Höhle einem Serienmörder als Ablageort gedient hat. Bei weiteren Suchen finden sich auch noch zwei frische Leichen, was die Brisanz des Falles erhöht.
FBI Agent Sayer Altair wird mit dem Fall betraut und stößt auf einen weiteren Fall: in der Gegend sind ein paar junge Frauen verschwunden, eine sogar mit ihrer Tochter.
Sayer und ihr Team beginnen zu ermitteln. Doch die Nachforschungen sind alles andere als einfach. Ist der Täter doch immer einen Schritt weiter als sie.
Der Einstieg in das Buch fiel mir etwas schwer. Ich fand den Anfang etwas schleppend und mit dem Feuer in der Grube etwas willkürlich aneinandergereiht. Doch das Buch hat sich sehr gesteigert und gegen Ende wollte ich es gar nicht mehr weglegen.
Was es für mich nicht gebraucht hätte sind die politischen Ränke mit denen sich Sayer herumschlagen muss. Doch wie sagt sie so schön: „Alle in diesem Team haben Probleme.“ Und das stimmt. Jedoch trägt diese Tatsache dazu bei, dass das Team sehr sympathisch wirkt und problemlos zusammenarbeitet und sich harmonisch verhält.
Besonders gut gefielen mir die Szenen in der Höhle. Wo man als Leser die ganze Härte des Täters zu spüren bekommt und mühelos mit den Frauen mitleiden kann. Ellison Cooper schreibt einen Thriller mit vielen Wendungen und Grausamkeiten, jedoch ohne allzu viel Blut fließen zu lassen und ohne dass man gleich auf den Täter kommt. Und als man dann schon denkt, es wäre alles gut lässt Cooper noch einmal ein Feuerwerk an Spannung zünden.
Fazit: ein etwas lahmer Einstieg, der sich aber bis zum Finale furios steigert und den Leser außer Atem geraten lässt.
schuldig oder nicht?
Knochengrab von Ellison Cooper
Ein scheinbar unlösbarer Fall für Linn Geller. Johann Haug ist angeklagt, seine Pflegemutter ermordet zu haben. Doch Johann schwört, dass er es nicht war. Die Beweismittel jedoch sind erdrückend.
Vor allem weil Johann schon einmal verdächtigt wurde, einen Mord begangen zu haben: den an seiner Nachbarin.
Linn Geller zweifelt selbst an der Unschuld ihres Mandanten, findet jedoch eine Spur in die Vergangenheit, die Johann entlastet. Doch dabei bringt sie sich selbst in große Gefahr.
Ein uriges „Nest“ auf der Schwäbischen Alb ist der Schauplatz des neuen Krimis von Julia Hofelich. Ich selbst stamme aus so einem kleinen Dorf und konnte mich deshalb gut in die Dorfbevölkerung hineinversetzen. Die Anfeindungen jedoch, die Linn entgegenschlagen fand ich schon sehr heftig und verdächtig und manche Aktion (Weihnachtsmarkt – Hütte) konnte ich so gar nicht nachvollziehen, das wirkte schon sehr konstruiert.
Hofelich schreibt sehr anschaulich und flüssig, zudem wurde das Buch mit der Zeit immer spannender. Ermüdend fand ich jedoch das ständige Wiederholen der Verletzung von Linn und wie diese ihr zu schaffen macht. Gespannt bin ich, wie es mit Linns Liebesleben weitergehen wird. Wenn man sich so darauf freut, zu erfahren, wie die Zukunft der Protagonisten aussieht, zeigt, dass Hofelich Charaktere erschaffen hat, die es lohnen, auf den nächsten Band zu warten.
Der Kriminalfall selbst ist sehr komplex aufgebaut. Dachte ich am Anfang doch auch noch, dass Johann schuld sein muss, denn die Beweise waren schon sehr erdrückend. Doch Linn verbeißt sich dermaßen in den Fall und die winzigen Puzzlesplitter die sie ausgräbt lassen auch den Leser langsam zweifeln. Schuldig oder unschuldig?
Lest selbst!
Übergangsband
Die Stimme des Zorns von Ethan Cross
Ackerman ist wieder da. Jetzt in Diensten des FBI. Bereits zu Beginn lässt Ethan Cross den Leser durch ein Interview die wichtigsten Ereignisse aus Ackermans Leben Revue passieren, so dass man diesen Band auch ohne Vorkenntnisse der bisherigen Serie lesen kann.
In „Die Stimme des Zorns“ bekommt Ackerman eine neue Kollegin und ist mit ihr auf der Jagd nach einem Alien.
Dieses, der Leser weiß ein wenig mehr als die Ermittler, foltert seine Opfer, um einen Weg ins All zu finden, zu seiner vermeintlichen Alien-Verwandtschaft.
Klingt abgedreht? Ist es teilweise auch. Mir hat das Alien-Thema jetzt nicht so gut gefallen, und ich war froh, dass sich das Buch nicht als Sci-Fi-Thriller entpuppt hat. Das Alien war zum Glück nur ein besonders abgedrehter Killer, dessen Wahnsinn der Leser zum Teil hautnah miterleben durfte. Dennoch hat mich diese Grausamkeit nicht wirklich berührt. Dabei schreibt Cross wieder sehr anschaulich und die kurzen Kapitel machen das Buch sehr rasant. Aber mich hat Ackerman teilweise doch etwas genervt durch seine übermenschliche und arrogante Art.
Dabei mag ich Ackerman sonst recht gerne. Auch wenn er ein Serienkiller ist, der nun auf die gute Seite gewechselt hat, man merkt ihm noch an, wie schwer es für ihn ist, sich ganz zu wandeln. Alles andere wäre auch zu unglaubwürdig gewesen. Ich freue mich jedenfalls, dass die Serie um Ackerman weitergeht. Denn Cross‘ Thriller sind einfach mal etwas erfrischend anderes im Einheitsdschungel der Spannungsliteratur.
Fazit: Mag es an dem Alien-Thema liegen oder an einem etwas schwächeren Mitteilteil, ich fand das Buch zwar gut, aber nicht herausragend. Aber das letzte Kapitel macht Hoffnung auf eine bessere Fortsetzung, denn da bekommt auch Agentin Shirazi sicher mehr Raum.
Jane Hawk ist zurück
Gefürchtet von Dean Koontz
Das Abenteuer geht weiter. Jane ist auf ihrer Suche nach den Verantwortlichen für den Selbstmord ihres Mannes schon sehr weit gekommen. Doch immer noch kommt sie nicht an die Hintermänner heran. Auf ihrer Flucht geht sie sehr raffiniert vor und nähert sich Schritt für Schritt der bitteren Wahrheit.
Doch ihre Häscher sind auch nicht untätig.
Diese sind sogar sehr findig. Vor allem nutzen sie die neueste Technik, was den Roman sehr spannend macht.
Bereits von den ersten Seiten an bangt man wieder mit Jane mit. Die Handlung spielt immer abwechselnd aus zwei Sichten: einmal Jane und einmal jemand anders. Die Kapitel sind sehr kurz, so bleibt die Spannung immer sehr hoch. Zu Beginn lernen wir das Geschwisterpärchen Tanuja und Sanjay kennen, die von der Organisation gejagt werden. Und das fand ich total spannend. Der übermächtige Gegner und wie die beiden vor ihnen flüchten hat mich schwer beeindruckt. Später nimmt die Organisation dann die Jagd auf Janes Sohn Travis auf und spätestens ab dem Zeitpunkt kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Leider endet das Buch mit einem riesen Cliffhanger, was ich eher nervig fand. Es wird also auf jeden Fall noch einen Folgeband geben, wobei man mit etwas gestraffter Handlung gut bei 3 Teilen hätte bleiben und den Fall hätte lösen können.
Fazit: zwar toll geschrieben und spannend allemal, aber das ist jetzt der 3. Teil und ich würde mir schon langsam wünschen, dass Jane die Sache zu Ende bringt und die Bösen zur Strecke bringt. Denn so tritt die Handlung schon etwas auf der Stelle.






