Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
viel zu kurz
Rendezvous in zehn Jahren von Judith Pinnow
In einem kleinen Cafe in Amsterdam treffen sich Valerie und Ted das erste Mal. Sie verstehen sich gut und beschließen, sich in 10 Jahren am selben Platz wieder zu treffen. Doch schnell merken sie: 10 Jahre sind zu lang und beide begeben sich auf die Suche nach dem Anderen.
Das Buch ist sehr locker geschrieben und ich war gleich mitten drin in der Handlung.
Zu schön war die Erzählweise der Autorin, auch die Begegnung der beiden Protagonisten im Cafe war sehr liebevoll und anschaulich beschrieben.
Für mich war das Buch viel zu kurz. Habe ich doch mit Freude von den Versuchen, sich zu treffen gelesen und wie oft sich die beiden nur knapp verpasst haben. Beinahe nebenher bauen sich beide ein neues, eigenes Leben auf und sind doch in Gedanken immer beim Anderen. Natürlich ist der Zufall mit der Wohnung in München fast etwas zu viel, aber das tat der Lesefreude keinen Abbruch.
Die Charaktere waren mir auch gleich sympathisch. Valerie, Elli, Anne und Lena auf der einen Seite, Ted und Roman auf der anderen. Das Buch wird in zwei Strängen erzählt und gerade in manchen überlappen sich die Handlungen minimal und nur der Leser weiß, wie eng es war, dass sich die beiden doch getroffen hätten.
Fazit: Ein Buch, das sehr gut unterhält, locker-fluffig geschrieben ist und auf keiner Seite langweilt.
könnte Albträume verursachen
Blutgott von Veit Etzold
Clara Vidalis in ihrem grausamsten Fall
Ja, man braucht starke Nerven für dieses Buch, denn Etzold schreckt nicht davor zurück, die Taten seiner Täter sehr ausführlich und anschaulich zu beschreiben, wobei aber – zumindest in Blutgott – kaum Blut spritzt.
Die Story ist relativ schnell erzählt: ein Mann schwingt sich zu einem Gott auf und verführt Minderjährige zu Morden.
Wie Noah von dem Täter im Internet hereingelegt wird ist realitätsnah und könnte so manche Eltern aufrütteln, doch einmal genauer zu hinterfragen, was ihre Kinder im Internet so tun.
Das Ende fand ich etwas überraschend und es hat mir gar nicht gefallen. Dass es eine Fortsetzung geben muss, ist somit klar, aber ich weiß nicht, ob ich diese in dem Umfang von „Blutgott“ lesen möchte. Denn irgendwie fand ich dieses Mal alles zu übertrieben und zu inszeniert. Nicht falsch verstehen: ich mochte das Buch und ich schrecke auch vor harten Zeilen nicht zurück, aber die Story an sich war schon weit hergeholt und konstruiert. Ich mag härtere Thriller, keine Frage, aber dann sollten sie auch mit einem Ende aufwarten, das mich überzeugen kann. Im Falle von Marie war das komplett nicht der Fall. Realistisch fand ich, dass Clara am Ende auch einmal einen Fehler begeht und sehr realistisch waren auch die Schilderungen der Jagd auf den Mörder.
Die Idee, Morde von nicht strafmündigen Kindern begehen zu lassen, ist neu und dem zolle ich Anerkennung. Dadurch, dass ich viele Thriller lese, hatte ich in letzter Zeit oft das Gefühl, die Autoren schreiben voneinander ab oder wiederholen sich. Das ist im Falle von Etzold nicht der Fall und das konnte mich überzeugen.
Fazit: Ich konnte das Buch kaum weglegen, von der Schreibweise und der Story her, jedoch hat mich das Ende etwas enttäuscht.
Der Luzifer-Killer
Der Luzifer-Killer von Elias Haller
Haller bringt in diesem Stand-Alone seine beiden Charaktere aus den beiden Serien zusammen und das hat mir sehr gut gefallen. Frost und Donner – ich mag ja beide Protagonisten sehr gerne, wobei ich Donner noch einen Tick lieber lese. Aber beide in Kombination, das hatte schon was. Dazu noch Sokrates Vogel, der etwas wunderliche Ermittler und eine wilde Jagd kann beginnen.
Und die hat es wirklich in sich, Haller schockt mal wieder ganz schön. Der gefundene Sarg birgt ein schreckliches Rätsel aus der Vergangenheit und der Täter ist den Ermittlern immer voraus. Allerdings steht er in Kontakt mit ihnen – will er etwa gefunden werden?
Die Handlung ist geheimnisvoll und dank der vielen Namen etwas schwierig zu lesen, man muss sich schon konzentrieren, damit man alle in Verbindung bringt. Dafür wird man mit einer spannenden Jagd belohnt, die – typisch Haller – wieder niemanden schont.
Was mir auch sehr gut gefallen hat: der Humor von Haller. Wie seine Kommissare miteinander umgehen und wie er sie teilweise charakterisiert ist einfach erfrischend zu lesen.
Fazit: rasanter Thrill mit interessanter Story und überraschenden Wendungen. Sehr lesenswert
Die Rückkehr der Carolin Bauer
VANITAS - Grau wie Asche von Poznanski Ursula
Carolin Bauer ist wieder zurück in Wien und auf dem Zentralfriedhof geht es ganz schön rund: satanische Rituale werden abgehalten und Carolin wähnt sich beobachtet. Beides lässt ihr keine Ruhe und sie beginnt zu forschen. Leider bleiben ihre Nachforschungen nicht ganz unbemerkt und Carolin gerät in Gefahr.
Den Wiener Zentralfriedhof als Schauplatz für Krimis zu machen, halte ich für eine gute Idee. Die Location an sich ist ja schon ein wenig schaurig und wenn dann noch geköpfte Hühner und satanische Zeichen dazu kommen, dann passt das einfach sehr gut.
Carolin ist mir als Charakter sehr sympathisch, allerdings hat sie dieses Mal nun wirklich ein wenig zu sehr über die Stränge geschlagen und die Story fand ich etwas zweifelhaft. Vor allem, dass Alex so gar nichts erzählt, da wird der Leser, genau wie Carolin, doch sehr ungehalten. Mit jeder Seite des Buches wächst die Spannung und man mag es gar nicht mehr zur Seite legen. Ist Carolin nur paranoid oder tauchen wirklich wieder Schatten aus ihrer Vergangenheit auf? Denn die haben ja nun wirklich noch ein Hühnchen mit ihr zu rupfen.
Man sollte den ersten Band Vanitas „Schwarz wie Erde“ gelesen haben, um diesen Folgeband zu verstehen. Einiges aus Carolins Vergangenheit wird immer wieder erwähnt und schon als Leser beider Bände ist man manchmal überfordert, denn Poznanski macht es geheimnisvoll und entlässt Carolins Geheimnis nur häppchenweise in die Freiheit. Aber immerhin erfährt der Leser nun endlich mehr, was es mit Carolins Vorgeschichte auf sich hat. Das fand ich im ersten Band nämlich noch sehr zäh. Es wurde nur erwähnt, dass sie eine schlimme Vorgeschichte hatte, aber nicht detailliert, was denn nun eigentlich.
Das Ende ist offen, vor allem ist das Verschwinden einer Person ungeklärt und ich bin schon gespannt auf den nächsten Band der Reihe. Und vor allem auch, ob das Auftauchen dieses italienischen Kommissars für Carolin ein neues Glück bedeutet.
Fazit: auch wenn ich mich ein wenig über Carolin geärgert habe, mochte ich das Buch sehr gerne und konnte es schließlich gar nicht mehr zur Seite legen. Die Ereignisse überschlagen sich und die Szene im Grab fand ich schaurig-schön, so dass die letzte Seite viel zu schnell nahte.
Sophia
VANITAS - Grau wie Asche von Poznanski Ursula
Sophia ist schwanger. Ihr Geliebter hält nicht zu ihr und ihre Eltern verstoßen sie. Sophia muss sehen, wie sie allein zurechtkommt und nutzt ihr Chemiestudium zu einem unerwarteten Schritt: sie bietet der berühmten Kosmetikerin Helena Rubinstein eine neue Creme an und hat Erfolg. Doch dieser Schritt kostet sie einiges.
Der Auftakt zur neuen Serie von Corinna Bomann war schon wieder sehr viel versprechend. Bomanns Charaktere haben Leben und sind anschaulich, die Handlung ist gut recherchiert und die Story toll.
Ich habe mich von der ersten Seite an wohl gefühlt und mit Sophia gelitten und gefreut.
Bomann baut die Handlung logisch auf und versetzt den Leser ins frühe 20. Jahrhundert als es noch nicht normal war, dass Frauen studieren, geschweige denn ledig Kinder bekommen. Man kann sich gut in Sophia einfühlen und bangt und hofft mit ihr. Teilweise fand ich die Handlung allerdings etwas seltsam: die Geburt von Sophias Baby oder die Reaktion von Darren als er von ihrer früheren Schwangerschaft erfährt konnte ich nicht nachvollziehen.
Das Buch hat über 500 Seiten, aber die fliegen durch die flüssig erzählte und spannende Handlung nur so dahin.
Fazit: ein toller Auftaktband und ich freue mich, dass die Folgebände „Sophias Traum“ und „Sophias Triumph“ noch dieses Jahr erscheinen werden.
Frauenschicksale
Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani
„Glücklich sind die mit Rissen im Leben, denn sie lassen das Licht herein“
Mit diesem schönen Satz beginne ich meine Rezension und könnte derer noch viele schöne Zitate aus dem Buch anbringen. Colomba schreibt stark! Mitreißend. Und ihre Charaktere haben einiges erlebt.
Die Anwältin Solène will nach einem Burn-Out nicht mehr in ihr altes Leben zurück.
Ihr Psychologe empfiehlt ihr gemeinnützige Arbeit und diese findet sie in einem Frauenhaus. Zuerst tut sie sich schwer, muss selbst über ihren Schatten springen, um Kontakt unter den Bewohnerinnen zu finden, aber schnell findet sie sich zurecht und lebt über den Geschichten der Frauen regelrecht auf. Jede hat ihr Paket zu tragen, jede hat einiges mitgemacht im Leben und diese Geschichten machen das Buch so lesenswert. Sei es Viviane, Lily, Salma oder Binta – was sie erlebt haben lässt Solène nicht mehr los.
In einem zweiten Strang erfährt man mehr über die Gründerin des Frauenhauses. Wie sie unermüdlich gekämpft hat, um ihren Traum zu realisieren. Das fand ich sehr bewegend.
Colombas Roman regt zum Nachdenken an. „Gebt, denn irgendwann seid ihr nicht mehr da“. Und da ist es egal, was man gibt: Geld, Zeit oder Liebe – alles ist wichtig.
Fazit: ich habe mich in dem Roman sehr wohlgefühlt, von Anfang bis Ende.
Ein Haus auf Sylt
Ein Sommer auf Sylt von Lena Wolf
Als Julia von ihrem Vater ein Haus auf Sylt erbt, fährt sie mit ihrer Mutter und ihren Tanten hin, um es zu verkaufen. Zu groß ist der Schmerz, um es zu behalten. Doch auf Sylt angekommen, stellen sie fest, dass das Haus vermietet ist. Was hat es mit der Mieterin auf sich? Und wieso verhält sich Hotelbesitzer Mats Julia gegenüber so seltsam?
Lauter Fragen, auf die Julia so nach und nach die Antwort erhält.
Bloß fallen die Antworten nicht immer so aus, wie sie es gerne hätte. Und dann sind da ja noch ihre exaltierten Tanten und ihre trauernde Mutter, die sie auf Trab halten.
Ein lockerer Roman, der auf einer schönen Insel spielt. Lena Wolf fängt den Zauber Sylts mit ihren Worten und Beschreibungen sehr gut ein. Man spürt förmlich ihre Liebe zu der Insel und möchte am liebsten auch gleich hinfahren. Ihr Schreibstil ist anschaulich und die Charaktere größtenteils sympathisch. Authentisch fand ich vor allem Jo, der seinen Stiefel durchziehen will, auf Biegen und Brechen. Ein richtiger Ko…brocken von Geschäftsmann. Die Tanten fand ich teilweise etwas nervig, aber das ist halt Familie und auch eher authentisch.
Bei Liebesromanen ist das Ende ja meist vorhersehbar, dennoch fand ich es schön, mit Julia die Wochen auf Sylt verbringen zu dürfen, auch wenn ich ihre Motivation manchmal nicht recht nachvollziehen konnte.
Fazit: die Autorin zeichnet schöne Landschaftsbilder und malt authentische Charaktere. Vor diesem Hintergrund webt sie eine nette Love-Story, die man selbst gern erleben würde.
es wird heiß
Abgefackelt von Tsokos Michael
Wenige Tage nach seinem brutalen Erlebnis aus „Abgeschnitten“ hat Paul Herzfeld die Erlebnisse noch lange nicht verdaut. Sein Vorgesetzter tut ihm vermeintlich einen Gefallen, indem er in die Provinz versetzt, zu einem „normalen“ Pathologenjob. Doch gleich nach Herzfelds Ankunft merkt er, dass etwas nicht stimmt.
Sein Vorgänger soll sich mit Benzin übergossen und angezündet haben, doch die Umstände seines Todes werden nicht untersucht und so beginnt Herzfeld, sich etwas umzuhören. Dabei stößt er auf etwas Unglaubliches.
Das Buch startet etwas zäh. Bis alle Personen vorgestellt sind braucht es seine Zeit und der Spannungsbogen startet dann erst etwas verspätet. Aber der Fall hat es in sich und ich habe mich in der Handlung sehr wohl gefühlt. Ein sehr aktuelles Thema, das Tsokos hier aufgreift. Dadurch, dass dieses Thema, also der Auslöser des Mordes an dem Kollegen von Herzfeld, sehr lange im Dunkeln bleibt, rätselt man als Leser automatisch mit und es bleibt spannend.
Viele kurze Kapitel mit wechselnden Perspektiven halten die Spannung zusätzlich hoch und das Ende lässt eine weitere Fortsetzung erahnen.
Einschübe aus realen Geschehnissen aus dem Pathologenleben machen das Buch authentisch und lebendig, sorgen aber für einen geringen Spannungsabfall.
Fazit: wieder ein lesenswertes Buch, das viel Kurzweil beschert, anfangs allerdings ein wenig dauert, bis es richtig fesselt.
Der 4. Fall
Eisige Dornen von Jonas Moström
Ein mysteriöser Mordfall erschüttert Schweden: quer durchs Land werden Menschen tot aufgefunden – friedlich im Bett liegend, mit einer blauen Rose in den Händen. Psychiaterin Natalie Svensson findet schnell einen Zusammenhang zwischen den Morden. Doch dann passiert etwas, mit dem niemand gerechnet hätte.
Auch der Leser nicht. Auf diese Wendung wäre ich im Leben nicht gekommen, finde sie aber schlüssig und plausibel. Der Spannungsaufbau im Buch ist sehr hoch und durch die Einschübe mit einer Geschichte aus der Vergangenheit, auch rätselhaft genug. Zudem wechseln die Erzählperspektiven zwischen den verschiedenen Städten, was die Spannung zudem noch hochhält.
Natalie Svensson und ihr Team mag ich vom ersten Buch an. Die Charaktere sind authentisch und nicht überzogen dargestellt, ihr Privatleben wird nebenbei mitlaufen lassen, ohne die Story zu verwässern und die Schreibweise von Moström ist so klasse, dass sich das Buch fast von allein liest.
Das Buch ist 515 Seiten stark und anfangs hatte ich noch Furcht, dass sich das ziehen könnte. Aber weit gefehlt! Jedenfalls flog ich nur wieder so durch die Seiten.
Fazit: Auch der 4. Fall für Svensson hat mich wieder gefesselt und ich freue mich schon auf den nächsten Band.
neuer Stern am Thrillerhimmel
Cold Case - Das verschwundene Mädchen von Frennstedt Tina
Ein neuer Stern am skandinavischen Krimihimmel und ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt im Buch. Die Charaktere handeln authentisch und sind sympathisch. Nicht kaputt oder problemzerfressen und sie begeben sich auch nicht unnötig in brenzlige Situationen. Auch der Fall ist klug aufgebaut und die Autorin führt den Leser zwischendurch auch gern mal aufs Glatteis, indem sie falsche Spuren streut.
Eigentlich sind es zwei Fälle: die Suche nach dem Vergewaltiger und die nach dem Mörder. Ob beide Fälle zusammenhängen muss Kommissarin Tess erst herausfinden. Und das ist gar nicht so einfach. Sie hat zwar starken Rückhalt in ihrem Team, aber der Täter ist schlau und dringt sogar in ihre privaten Kreise vor.
Cold Cases sind ja immer schwer zu lösen und ich finde, dass Autoren, die sich mit solchen Handlungen beschäftigen, großer Respekt gebührt. Denn die Fälle müssen sehr logisch aufgebaut sein und das entscheidende Detail, das damals übersehen wurde, darf nicht zu groß sein, sonst wird es unglaubwürdig. Dies ist Tina Frennstedt hervorragend und überzeugend gelungen.
Fazit: Ich mag skandinavische Krimis sehr gerne und bleibe auch gerne dieser Serie treu.










