Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
zu viel Input für 1 Buch
Nein, dieses Mal kann ich nicht so richtig begeistert von dem Buch berichten. Sicher – geschrieben top. Sehr spannend erzählt und auch sehr einfallsreich. Aber ich hatte das Gefühl, Stefan Ahnhem presst dieses Mal viel zu viel in ein Buch, weniger wäre hier mehr gewesen.
Da ist zum Einen der Strang mit dem Flüchtlingsjungen und der „braunen“ Partei und Kommissarin Lilja.
Dann der Strang mit dem Mörder der würfelt, dann noch der Pädophile der auf seine Stimmen hört und zudem noch die Geschichte von Risks Familie und zum guten Schluss noch die Tatsache, dass er privat gegen einen Bekannten ermittelt. Klar, das Buch hat viele Seiten und ich war total gespannt, wie alles aufgelöst wird. Doch die restlichen Seiten wurden immer weniger und irgendwann war klar: aufgelöst wird kaum etwas. Und es bleiben sehr viele lose Enden. Ein Strang wurde sogar gar nicht weiter verfolgt, der Mörder bereitete sich auf einen Mord vor, zog sich um – und ein paar Seiten später hat er schon den nächsten Mord vorbereitet. Aber wo ist der letzte?
Zugegeben: jeder Strang für sich ist super geschrieben und interessant. Ganz neue Ideen, die Ahnhem hier anbringt. Zum Beispiel hat mich der Würfler zutiefst fasziniert. So jemandem kommt man ja wirklich nicht auf die Schliche. Und die Schläue des Mörders, gegen den Risks nebenbei ermittelt, hat mich auch begeistert. Das Ende wartet dann noch mit einem Cliffhanger auf, den es nun wirklich nicht mehr gebraucht hätte.
Fazit: Der Satz auf dem Klappentext „Wird dieser Fall ungelöst bleiben“ hat sich leider bewahrheitet. Und leider nicht nur in diesem einen Fall.
Die hohen Erwartungen fast erfüllt
Auris von Vincent Kliesch
Matthias Hegel gesteht einen Mord, den er nicht begangen hat und geht dafür ins Gefängnis. Podcasterin Jula klemmt sich hinter die Story, weil sie sich einiges von der Auflösung erhofft. Trotz der Tatsache, dass alle Beteiligten mauern, kommt sie mit winzigen Schritten der Lösung näher und gerät dabei selbst in Gefahr.
Das Buch beginnt gleich recht spannend mit Julas Vergewaltigung. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie das alles mit Matthias Hegels Geschichte zusammenhängt, aber Kliesch verbindet die beiden Stränge total logisch und super. Seine Schreibweise fand ich sehr flüssig und anschaulich und auch die Spannung war hoch gehalten. Spätestens mit der Entführung von Julas Bruder und der Schilderungen in der Hütte – da wollte ich das Buch dann nicht mehr aus den Händen legen.
Klieschs Charaktere haben mir auch durchwegs gut gefallen. Vor allem die Protagonisten, aber auch die kleinen Nebenrollen waren mit der alten Frau oder dem depressiven Wächter gut besetzt. Ich konnte gut mit den Menschen mitfühlen und war auch sehr gespannt, wie sich nun alles auflöst. Allerdings ließ mich das Buch schon etwas verwirrt zurück und das Ende – dafür könnte ich den Autor fast hauen! Ein Cliffhanger vom Allerfeinsten und ich hoffe, dass das nächste Buch schon bald erscheint. Wobei ich so einen klitzekleinen Verdacht habe…
Fazit: Alles in allem hätte ich mir ein bisschen schnelleres Tempo gewünscht, teilweise tritt die Handlung ein wenig auf der Stelle, aber dennoch fand ich das Buch sehr gut und überaus lesenwert.
Geschwisterliebe
Über alle Grenzen von Vincent Kliesch
Ich mag die Geschichten von Hera Lind sehr gerne, die auf wahren Tatsachen beruhen. In ihren Büchern schafft sie es jedes Mal, mich aufs Neue zu fesseln. Mit dem Hintergrund, dass diese Menschen wirklich ge- und diese Dinge erlebt haben, macht das Lesen noch mehr Spaß. Und dieses Buch hatte es auch wieder in sich: die Schilderungen von dem Leben in der ehemaligen DDR, die Stasi-Willkür und die Angst und Ausgrenzung, die diese Menschen erleben müssen, nur weil sie einen Ausreiseantrag gestellt haben oder weil der Bruder geflohen ist, das war schon harter Tobak.
Der Stil von Lind ist so, dass man gern liest. Auch die Verbindungen zwischen den Handlungssträngen fand ich sehr gelungen. Ganz oft wird ein Ereignis in der Vergangenheit auch in der Gegenwart aufgegriffen. Als eine Kranke in der Vergangenheit z.B. ein Radio bekommt, bekommt der Kranke in der Zukunft einen tragbaren CD-Player.
Das Buch beginnt etwas verhalten, wird später aber richtiggehend spannend und hat mich so gefesselt, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen, bis ich es durch hatte. Und am Ende war sogar noch ein kleines Gänsehautfeeling drin. Sehr schön fand ich auch, wie sich Lotti um ihren Bruder gekümmert hat. Ein wenig nervig allerdings fand ich manchmal ihre Art, mit den Menschen umzugehen. Auch die Geduld ihres Mannes – Hut ab. Manch einer hätte hier schon längst seinen solchen genommen und wäre gegangen.
Fazit: wieder ein gelungener Tatsachenroman über Geschwisterliebe, die nichts entzweien kann.
Hundesitter zum Glück
Mit James auf Sylt von Claudia Thesenfitz
Jana, Hundesitterin wider Willen, landet mit Neufundländer James auf der beschaulichen Insel Sylt. Als James in eine Muschel tritt, muss Jana mit ihm zum Tierarzt. Doch der ist total unfreundlich und verdonnert Jana und James zu einem Hundetraining. Und so wird aus Hundehasserin Jana – Hundeliebhaberin Jana.
Ein Wohlfühlroman. Zwar sehr vorhersehbar, aber das stört ja nicht weiter. Man möchte am liebsten gleich selbst Urlaub auf Sylt machen und all die schönen Schauplätze mit eigenen Augen sehen und erleben. Die Schilderungen der Autorin machen wirklich Lust auf Urlaub.
Jana war mir gleich sympathisch und über James musste ich doch so manches Mal schmunzeln.
Ein schöner Sommer-Sonne-Strandkorb-Roman, er zwar recht einfach, aber liebenswert geschrieben ist.
Hundesitter zum Glück
Sterne sieht man nur im Dunkeln von Meike Werkmeister
Wie konnte das nur geschehen? Anni hat einen guten Job, lebt mit Thies in einem kleinen Häuschen und sollte eigentlich glücklich sein. Doch immer wieder kommen Anni Zweifel an ihrem Leben. Und als Thies ihr dann auch noch einen Heiratsantrag macht, flieht Anni nach Norderney. Zuerst scheint es, als käme sie dort endlich zur Ruhe, doch dann taucht plötzlich Jan auf…
Ich habe mich gleich wohl gefühlt im Roman, vor allem die Schilderungen von Norderney fand ich total schön, ich glaube, da muss ich nun auch einmal hin
Die Handlung selbst – nichts Neues.
Teilweise etwas langatmig und manchmal hätte ich die Protagonisten auch schütteln können, wie kann man sich nur selbst so im Weg stehen? Allerdings fand ich den Roman wenig vorhersehbar, was ich sehr gut fand.
Werkmeisters Schreibstil ist leicht und locker – wie ein Sommertag und man merkt ihr die Liebe zu der Insel an. Bezaubernd fand ich auch die eingestreuten Sprüche.
Am Ende des Buches sind noch einige von Annis Weisheiten ergänzt, die man – sofern man das Buch zerstören möchte – auch herausnehmen und rahmen kann.
Fazit: eine leichte Sommerlektüre, die teilweise aber etwas auf der Stelle trat.
Was niemand gesehen hat
Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Meike Werkmeister
Jesse und Derek haben 1994 einen Vierfachmord geklärt. Nun steht Jesse kurz vor seiner Pensionierung als es einen neuen Ansatz gibt: Die Journalistin Stephanie Mailer taucht in dem Städtchen Orphea auf und behauptet, dass der damalige Täter unschuldig ist.
Doch dann verschwindet sie selbst und Jesse und Derek beginnen, erneut zu ermitteln.
Interessant fand ich die Herangehensweise Dickers an den Kriminalfall und seine Aufklärung – nämlich in Form eines Theaterstückes. Viel Spannung kam leider nicht auf, dafür hat der Roman zu viele Seiten, die sich etwas hinziehen. Auch, weil jeder der Charaktere Dreck am Stecken hat. So haben mich da auch einige mehr als genervt: dieser exzentrische Kritiker, der sich selber als „göttlicher als Gott“ bezeichnet, oder die berechnende Alice, die ihren Geliebten in den Ruin treibt.
Genervt hat mich, dass in manchen Absätzen sprunghaft andere Schauplätze auftauchten, ohne dass dies gekennzeichnet wurde. Da brauchte man dann doch 1-2 Sätze, um wieder auf Kurs zu sein. Ein etwas größerer Absatz hätte hier schon geholfen.
Ich habe noch kein Buch von dem Autor gelesen und fand mich in der Story, bis auf oben erwähnte Kritiken, ganz gut aufgehoben. Die Schreibweise fand ich allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig, ohne dass ich den Finger drauf legen könnte, was mich da etwas angestrengt hat.
Fazit: nicht ganz schlecht, nicht ganz gut. Aber insgesamt ein wenig zu lang.
Etwas verwirrend
Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Meike Werkmeister
Cat ist die Flucht gelungen, doch die Seuche gibt immer noch keine Ruhe. Im Gegenteil: ihr Vater plant, diese auf die gesamte Menschheit auszudehnen und nur Cat kann dies stoppen. Doch wie soll sie ihn finden? Als endlich eine Lösung in Sicht scheint, treten noch mächtigere Gegner auf und Cat hat es noch mit einem weiteren Problem zu tun: sie ist nicht, wer sie zu sein scheint…
Der zweite Band von Emily Suvada beginnt beinahe nahtlos nach dem ersten.
Mir fiel der Einstieg in die Geschichte recht leicht, obwohl das letzte Buch schon fast ein Jahr her ist. Ich habe mich auch gleich gut aufgehoben gefühlt und konnte mit Cat, Cole, Anna, Leoben und Mato mitfiebern. Zahlreiche Wendungen machen die Handlung undurchschaubar und spannend. Man weiß nie, wem man noch trauen kann und so ist man als Leser immer sehr eingesponnen und nah am Geschehen. Besonders gefallen hat mir der Teil mit Jun Bei und Cat, deren Erinnerungen und Verwicklungen.
Allerdings ziehen sich die technischen Erklärungen, die mir schon im ersten Band etwas schwer gefallen sind, auch durch dieses Buch und so habe ich mich teilweise etwas schwer getan. Dennoch fand ich auch die sehr spannend und zukunftsweisend. In der Zukunft wird lt. Suvada nicht mehr mit konventionellen Waffen gekämpft, sondern sich mit Viren beworfen. Den Teil fand ich sehr erfrischend und einfallsreich, denn die Menschen bestehen dann auch größtenteils aus Technik. Eigentlich ein erschreckender Blick in die Zukunft, den Suvada hier wirft. Dennoch auch ein guter Einblick in die Welt der künftigen Technik, denn vorstellbar finde ich das allemal, dass KI einen Teil unserer Körper übernimmt.
Das Buch ist in sich abgeschlossen, bietet am Ende aber Raum für eine Fortsetzung. Denn noch sind nicht alle Feinde besiegt und es herrscht kein Frieden.
Anfangs etwas zäh
Abgeschlagen von Meike Werkmeister
Bei diesem Buch bin ich sehr zwiegespalten. Anfangs hat es mich doch tatsächlich gelangweilt. Mir fehlte der rote Faden. Irgendwie fand ich, dass es eine Aneinanderreihung an Obduktionen und Fällen war, die gar nicht richtig zusammenhingen. Und der Täter war ja auch sofort klar. Dazu einige Dinge, die es für mich nicht gebraucht hätte und die die Handlung dann auch noch sehr in die Länge zogen: der Sektionsassistent (netter Versuch, Herr Tsokos) oder der Dicke mit dem autoerotischen Spleen.
Für sich genommen sicher interessant, aber hier völlig aus dem Zusammenhang gerissen.
Der Schluss hat mich dann doch noch mit dem Buch versöhnt und ab dem Treffen mit Dr. Schneider habe ich das Buch dann auch nicht mehr aus der Hand legen können. Hier kam endlich Spannung auf und hielt sich bis zum Schluss.
Das Buch ist der Beginn einer Serie und da ich die detailreichen Schilderungen der Autopsien und der Taten doch gern mochte, lese ich sicher in einen Folgeband auch einmal hinein und hoffe auf eine etwas straffere Ausarbeitung
Hollys Geheimnis
Dark Call - Du wirst mich nicht finden von Mark Griffin
Holly Wakefield wird zu einem grausamen Mord gerufen: ein Ehepaar wurde stranguliert und mit Brandmalen versehen. Zusammen mit Detektive Bishop soll sie den Fall aufklären und kommt schnell darauf, dass der Täter nicht zum ersten Mal getötet hat. Durch ihre Recherchen begibt sie sich selbst in Gefahr.
Ein erstaunliches Thrillerdebut von Mark Griffin. Seine Schreibweise hat mir sehr gut gefallen, die Charaktere waren gut ausgearbeitet und die Handlung logisch nachvollziehbar. Auch Spannung herrschte genug vor, um mich ein Kapitel ums andere wieder zu fesseln. Es herrschte für mich genau das richtige Maß an Grausamkeit vor, auch wenn das Buch teilweise ganz schön hart zu lesen war.
Dark Call ist der Auftakt einer Serie, die ich sicher weiter verfolgen werde. Zu gerne würde ich wissen, wie es mit ihr und Bishop weiter geht und ob sie vielleicht doch noch etwas für Lee tun kann.
Psychoterror
Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. von Mark Griffin
Camilla Läckberg, bekannt durch ihre Fjällbacka-Krimireihe, versucht sich an ihrem ersten Thriller. Und es gelingt!
Faye hat alles: zusammen mit Jack hat sie eine Firma aufgebaut, die beiden leben in einem tollen Haus und haben eine wunderbare Tochter. Als aber Faye Jack mit einer anderen Frau erwischt, wirft er sie aus der Firma und reicht die Scheidung ein.
Er nimmt Faye alles – nur nicht ihre Selbstachtung. Denn Faye sinnt auf Rache – und auf Jacks Vernichtung.
Es gibt ja einige „unterdrücktes Frauchen wehrt sich“ Thriller, aber Läckberg ist etwas Neues gelungen. Die Ehefrau, die endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und ihre Intelligenz nutzt, um Rache zu nehmen. Dabei geht sie durchaus raffiniert vor und hat Erfolg. Wobei mir hier die Dinge etwas weit hergeholt erschienen. Die Kosmetik, die läuft, weil unterdrückte Frauen Investitionen getätigt haben? Naja, egal. Funktioniert hat es ja.
Auch die emotionale Ebene kommt durch die beste Freundin von Faye nicht zu kurz.
Der Plot allerdings ist etwas vorhersehbar, aber darüber kann man gut hinwegsehen, denn das Buch unterhält gut, wenn auch nicht so spannend, wie ich es erhofft hatte. Aber Fayes Wandel mitzuerleben hat viel Spaß gemacht.









