Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
Der Runenkiller
Dünenblut von Sven Koch
Nach Dünengrab hatte ich die Serie irgendwie aus den Augen verloren. Was sehr schade ist, denn in Dünenblut fühlte ich mich jetzt wieder sehr gut aufgehoben.
Kommissar Tjark Wolf wird wegen Mordverachts gesucht und versucht im Alleingang den Fall zu lösen und seine verschwundene Freundin zu finden.
Die befindet sich in den Händen des sogenannten Runenkillers und soll sein nächstes Opfer werden. Als sich der Killer an die Presse wendet, findet Wolf eine erste Spur.
Sehr spannend durch die frühe Entführung von Anne und der Jagd auf den Entführer. Zusätzliche Spannung kommt auf durch die Tatsache, dass Tjark in Deutschland und Dänemark auf der Fahnungsliste der Polizei steht.
Ich mochte Tjark Wolf gleich sehr gerne. Auch wenn er tut was er will und sich scheinbar nicht um Konventionen schert, er handelt aus Liebe und Pflichtgefühl. Dass er dadurch übers Ziel hinausschießt, sei ihm in einem Krimi mit Hochspannung gerne verziehen. Kochs Schreibstil ist angenehm zu lesen und die Kapitel haben eine gute Länge, die Handlung geht im nächsten Kapitel jeweils weiter, so dass keine Cliffhanger entstehen.
Mir hat das Buch so gut gefallen, dass ich jetzt nach und nach die Lücken in meiner Sammlung schließen werde.
Jasmijns schwieriger Weg
Mein Leben als Sonntagskind von Sven Koch
Jasmijn lebt in Rotterdam und ist anders als andere Kinder. Laute Geräusche oder schrille Lichter kann sie nicht vertragen. Auch fällt es ihr schwer, Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen. Doch Jasmijn arbeitet an sich, auch wenn es manchmal übermenschliche Anstrengungen erfordert. Und dann findet sie sogar eine Freundin, die zu ihr steht, was ihr noch mehr gut tut.
Das Buch basiert auf den Erfahrungen der Autorin, die auch erst im Erwachsenenalter von ihrer Erkrankung erfahren hat. Man merkt dem Buch auch an, dass mehr dahintersteckt als ein bloßer Roman. Denn Jasmijns Gefühlswelt ist so authentisch beschrieben, dass man automatisch mitfühlt.
Viele Szenen des Buches haben mich tief berührt: Die Szene, als Jasmijn ihren Hund Senta verliert, oder immer wenn sie sich fragt, wie es anderen so mühelos gelingt, ihr Leben in den Griff zu bekommen. „Bei meinem Bruder gelang alles immer mühelos“. Da muss man dann als Leser schon mal schlucken und hat Mitleid mit Jasmijn. Wobei es der gelingt – trotz aller Rückschläge – ihr Leben in den Griff zu bekommen und das Beste daraus zu machen. Das Buch endet zwar an der Stelle, als sie ihr Manuskript einschickt, aber nach allem Gelesenen ist man überzeugt: Jasmijn hat es geschafft.
Das Buch begleitet Jasmijn durch ihre Kindheit und Jugend und ich hätte sie gerne noch weiter begleitet.
zu kurz
Die Nickel Boys von Colson Whitehead
Florida in den 1960er Jahren: Elwood ist schwarz, will aber etwas aus seinem Leben machen. Als er es aufs College schafft, geht ein Traum in Erfüllung. Leider gerät er unschuldig in Schwierigkeiten und wird in eine Besserungsanstalt für Jungen gebracht. Dort bemüht er sich, auf gute Führung früher entlassen zu werden, doch das Schicksal – oder die Willkür – machen ihm einen Strich durch die Rechnung.
Whithehead wagt sich wieder an das heiße Thema Rassismus. Das Buch ist fiktiv, stützt sich aber auf reale Ereignisse. Die „Weiße-Haus-Jungs“ gab es tatsächlich und das ist wirklich erschreckend zu erfahren. Was die Jungs - Weiße, wie Schwarze – hier durchmachen mussten, macht Gänsehaut. Der Autor schreibt anschaulich und gut recherchiert. Die Hauptpersonen wecken Sympathie und man bangt mit ihnen mit. Mir hätte die Handlung dennoch noch etwas anschaulicher geraten können.
Am Ende wartet der Autor noch mit einer Überraschung auf, mit der ich niemals gerechnet hätte.
cold cases
Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2) von Inge Löhnig
Tino Dühnfort hat Vaterschaftsurlaub während Gina Angelucci wieder arbeiten geht. Sie hat sich auf Cold Cases spezialisiert und einen interessanten Fall ausgegraben: in einem kleinen Ort werden die Knochen zweier jungen Menschen gefunden, die vor rund 80 Jahren gestorben sind. Wer waren die beiden und warum mussten sie sterben?
Löhnig konstruiert wieder einen Fall, der es in sich hat.
Dann nach 80 Jahren sind Zeitzeugen nahezu ausgeschlossen. Schrittweise nähert sich Gina der Aufklärung und genauso häppchenweise wird der Leser mit Puzzleteilen versorgt. Ich finde es sehr bemerkenswert wie es die Autorin schafft, so einen alten Fall noch logisch lösbar zu schreiben und dabei den Leser sehr gut zu unterhalten.
Natürlich bleibt die Spannung in so einem Fall eher etwas aus, doch für die nötige Aufregung sorgt Löhnig in diesem Fall beim Privatleben der beiden Kommissare. Die bemerken eine Stalkerin und geraten in Gefahr.
Die fehlende Spannung wird jedoch super durch die atmosphärisch dichte Erzählung kompensiert und die Rückblicke in Kairis Tagebuch machen die Vergangenheit lebendig.
Fazit: wieder ein tolles Buch aus der Feder Inge Löhnigs, die ich seit ihrem ersten Buch sehr gerne lese.
erschreckend
Dry von Neal Shusterman; Jarrod Shusterman
Was würdest du tun, wenn es auf einmal kein Wasser mehr gibt?
Diese Frage stellt sich Alyssa und ihrem Bruder, die durch verschiedene Umstände in dieser Situation fast allein auf sich gestellt sind. Nachbarsjunge Kelton verspricht hier Hilfe, allerdings müssen die Jugendlichen, denen sich schnell noch ein weiteres Mädchen anschließt, bis an ihre Grenzen gehen, um diese Hilfe zu erreichen.
Eine grausame Vorstellung und ein Buch, bei dem man wirklich selbst einen trockenen Mund bekommt beim Lesen. Denn das Autorenduo Neal und Jarrod Shusterman schaffen ein Szenario, das man sich mehr als gut vorstellen kann und in das man gut eintauchen kann. Allerdings fehlte es dem Ganzen ein wenig an Spannung. Zwar wirkte alles überaus realistisch und authentisch, aber die einzelnen Szenen waren mir zu wenig ausgeschmückt. Hier hätte ich mir teilweise noch mehr gewünscht.
Besonders gut gefielen mir die Szenen im Kaufhaus und im Haus von Kelton. Hier wurde schnell klar, wie schnell sich das Blatt wenden kann und wie schnell sich die Menschen in ihrer Verzweiflung verändern und alles für einen Schluck Wasser tun.
Auch das Ende kam ein wenig zu schnell. Plötzlich ist alles wieder in Ordnung. Doch wie kam es dazu?
Fazit: der Grundgedanke des Buches ist toll umgesetzt, aber ein wenig holpert die Handlung und kratzt nur an der Oberfläche.
Mein 1. aber nicht der letzte Fall
Mitternachtsmädchen von Jonas Moström
Immer um Mitternacht überfällt ein Mann junge Leute und würgt sie. Als ein Mädchen stirbt, wird der Fall noch brisanter.
Nathalie Svensson wird als Profilerin zu dem Fall hinzugezogen und macht sich auf die Suche nach dem Täter.
Ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen. Ich fand es spannend, wie Nathalie nach dem Täter sucht, auch wenn es manchmal etwas unlogisch oder zu spontan war.
Durch die Einblicke in die Mädchenverabredungen bekommt man als Leser noch etwas Backgroundwissen vermittelt und bangt mit dem Mädchen mit.
Ich habe mir jetzt mal die anderen beiden Bücher um Nathalie Svensson auch auf meine Wunschliste gepackt.
Fazit: Kein Thriller, in dem das Buch spritzt, dennoch solide, interessant aber manchmal ein klein wenig unlogisch
Touren durch Berlin
POLYGLOTT on tour Reiseführer Berlin von Manuela Blisse; Uwe Lehmann
Das Buch ist aufgeteilt in verschiedene Routen durch Berlin. Und nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten werden präsentiert. Auch unbekanntere Stadtviertel kommen gut zur Geltung und wecken Lust, Berlin einmal von einer anderen Seite zu entdecken.
Leider sind in meinen Augen zu wenig Bilder im Buch.
Wenn ich einen Reiseführer durchblättere, dann möchte ich auch shcon ein wenig wissen, was mich erwartet. Vor allem in unbekannteren Ecken - ob sich der Besuch denn auch wirklich lohnt.
Tips für besondere kulinarische Genüsse, wie etwa die Original-Currywurst und tolle Ausgehtips runden den Reiseführer ab.
Die Touren sind gut beschrieben und auch die Zeitangaben finde ich sehr nützlich. So weiß jeder gleich, was ihn erwartet und ob die Tour noch am Nachmittag ins zeitliche Budget passt oder eher an einem anderen Tag geplant werden sollte.
Als kleines Extra gibt es auch noch Potsdam als Dreingabe, denn auch diese Stadt - mit der S-Bahn in 30 Minuten zu erreichen - hat viel zu bieten.
Mara - ein ungewöhnlicher aber toller Charakter
Lautlose Schreie von Leo Born
Mara Billinsky. Schon der erste Band hat mir sehr gut gefallen und auch Band 2 hat mich super unterhalten.
Mara ist keine Polizistin wie andere. Schon durch ihr Aussehen und ihre Art sich zu kleiden fällt sie aus dem Rahmen. Auch ihre eigenwilligen Ermittlungsmethoden rufen die Kritiker auf den Plan.
Doch Mara lässt sich nicht beirren und hat Erfolg. Mit 1-Euro-Münze und Feuerzeug löst sie ihre Fälle
Und der jetzige Fall hat es wirklich in sich: Einige tote Kinder werden gefunden – mit seltsamen Narben. Der Verdacht auf Organhandel liegt nahe. Doch alle Zeugen werden aus dem Weg geräumt und die Hintermänner bleiben unerkannt. Wird es Mara gelingen, doch noch an die ganz Großen heranzukommen?
Das Buch startet spannend und hält die Spannung durchwegs hoch. Dazu tragen auch kleine Nebenhandlungen, wie die Flucht eines der Kinder und das Warten eines Ehepaars auf ein Spenderorgan bei. Diese kleinen Einschübe verhelfen dem Leser teilweise einmal zum Durchatmen. Denn während Mara ermittelt, mag man das Buch gar nicht zur Seite legen.
Schön fand ich das „Wiedersehen“ mit Klaras Schützling, der eine wichtige Rolle übernimmt. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf den nächsten Band.
Schönes Island
Lautlose Schreie von Leo Born
Eine schöne Idee, Island als Setting eines Romans zu nehmen. Denn die Insel hat ja nun nicht das Sonnenschein-Smile-Image, wie südliche Länder. Dennoch ist es der Autorin gelungen, den Zauber Islands, und hier vor allem des rauen Nordens, sehr gut einzufangen und ich habe mich gefreut, einige bekannte Orte wieder zu entdecken.
Die Story ist eigentlich recht einfach gehalten. Ein Streit in der Vergangenheit, der nach vielen Jahren nun endlich beigelegt werden soll. Die Enkelin verliebt sich auf der Insel und auch der Urenkelin gefällt es dort. Klingt profan, mag es auch sein, aber es ist dennoch schön zu lesen.
Die Handlung wird abwechselnd in der Vergangenheit und der Gegenwart erzählt und ist vorhersehbar, aber gut erzählt.
Die Sünden der Väter
Erbsünde von Faye Kellerman
Wieder ein neuer Fall für Pete Decker und seine Mannschaft. Und zwar einer, der es in sich hat: eine übel zugerichtete Leiche wird gefunden und ein anderer Jugendlicher verschwindet spurlos. Decker und sein Team stochern in ein Wespennest. Denn die Spur führt in die Vergangenheit und die soll tunlichst geheim bleiben.
Schon seit vielen Jahren begleite ich Pete Decker und seine Frau Rina durch Dick und Dünn. Kellermans Schreibstil gefällt mir nach wie vor, sie schreibt keine reißerischen Thriller sondern solide Ermittlungsarbeit der Polizisten, die durchaus auch einmal von Rückschlägen geprägt ist. Ihre Charaktere sind lebhaft und anschaulich geschildert, wobei es in diesem Fall schon sehr viele waren, die man gut auf dem Schirm behalten musste, damit man nicht durcheinander kam.
Der Fall an sich hat mich auch fasziniert, leider wurde er nicht zu meiner Zufriedenheit aufgelöst, aber das ist halt – wie oben schon einmal angemerkt – eher Realität als anders. Sehr schön ist auch immer das Privatleben von Rina und Pete, wobei es dieses Mal fast ein wenig kurz ausfiel.
Fazit: ruhiger Krimi mit spannenden Momenten und einem verzwickten Fall.










