Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
schöne Geschichte, toll geschrieben
Die Farben der Schönheit - Sophias Träume Roman. Kartoniert. von Bomann Corina
Sophia steht vor den Trümmern ihres Lebens, als sie die Nachricht erhält, dass ihr Sohn vielleicht noch lebt. Kurz entschlossen fährt sie nach Paris, um ihn zu suchen. Dort trifft sie auch ihre Freundin Henny wieder, der es gar nicht gut zu gehen scheint. Doch diese lehnt jede Hilfe ab und so fährt Sophia traurig wieder zurück nach New York, wo sie sich bei Elisabeth Arden vorstellt und einen neuen Job bekommt.
Doch mit ihrem Traum hat der wenig zu tun. Sophias Leben ändert sich erst, als Darren wieder in ihr Leben tritt. Haben die zwei noch eine Chance?
Man sollte den ersten Band der Reihe gelesen haben, damit man den zweiten gut versteht. Band zwei beginnt direkt dort, wo Band eins endet.
Bomann schreibt wieder wie aus dem Leben gegriffen. Anschaulich erzählt sie Sophias Leben weiter – mit allen Höhen und Tiefen. Sophia geht ihren Weg unbeirrt weiter, sie macht Karriere und gibt der Liebe keine Chance, weil sie nie über Darren hinweggekommen ist.
Ich habe das Buch wieder mal an einem Tag verschlungen! Zu schön ist es jedes Mal, in Corinna Bomanns Bücher einzutauchen, und die Welt um sich herum zu vergessen. Ihre Charaktere sind sehr liebenswert und auch die Geschichte der Arden und der Rubinstein sind sehr interessant geschildert.
Das Ende wartet wieder mit einem Cliffhanger auf und ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Band.
Fazit: Wieder einmal sehr schön zu lesen. Eine Familiengeschichte, die einfach Spaß macht.
Leander in love
Schwarzer August von Gil Ribeiro
Leander Lost hat es wieder mit einem schwierigen Fall zu tun: in seiner schönen neuen Heimat werden diverse Bombenattentate begangen. Leanders Spürsinn bringt ihn auf die Spur des Täters, doch der ist ihm immer einen Schritt voraus. Wird es Leander und seinem Team gelingen, sein Motiv zu entschlüsseln und ihn zu fassen?
Wieder ein spannender Fall für das Team aus Fuseta.
Und vor allem einer, so ganz ohne Anhaltspunkte. Hier ist Leanders Spürsinn wieder einmal sehr gefragt. Vor allem die Sache mit den Sätzen (ich will jetzt nicht zu viel verraten), hat mich begeistert. Da wäre ich nie draufgekommen. Allerdings fand ich das Motiv des Bombenlegers ein wenig schwach ausgearbeitet, hier hätte ich gern noch etwas mehr Hintergrund gehabt.
Sehr spannende Szenen, wie die von der Verfolgung des Erpressers, wechseln sich ab mit etwas viel Privatleben. Mir hat das ein wenig zu überhandgenommen. Leander ist endlich glücklich mit Soraia, aber das wurde mir teilweise etwas zu breitgetreten.
Zwischendurch gibt es wieder Szenen, die absolut zum Schmunzeln anregen. Und nicht nur durch Leanders Art, auch andere Charaktere machen durchaus auf sich aufmerksam.
Fazit: ein gelungenes Buch, das durch einen aufsehenerregenden, kaum zu lösenden Fall, punktet. Allerdings mit ein paar kleinen Minuspunkten.
Ein leiser Abschied
Kostbare Tage von Kent Haruf
Ein weiteres Buch aus der Reihe um die Kleinstadt Holt.
Einige Jahre sind vergangen seit dem letzten Band und „Dad“ Lewis bekommt die Diagnose Krebs. Er hat nur noch wenige Wochen zu leben und verabschiedet sich langsam immer mehr.
Ein Buch der leisen Töne. Schon von der ersten Seite an nimmt man Abschied von Dad.
Und er selbst tut das auch: von seinem Laden, seinen Nachbarn, den Angestellten. Und von Sohn Frank, der nichts mehr mit seinen Eltern zu tun haben will und schon lange fortgegangen ist.
Die Kleinstadt Holt mit ihren Bewohnern ist mir schon sehr ans Herz gewachsen. Jeder kennt jeden und man hat eine gute Nachbarschaft. Doch als Pfarrer Lyle mit seiner Familie die Gemeinde übernimmt, gibt es auf einmal böses Blut. Dies ist der zweite Handlungsstrang in der Geschichte und den fand ich nicht so gelungen. Nur wegen einer Predigt muss der Pfarrer schließlich gehen. Aber gut herausgearbeitet ist hier auch, wie engstirnig doch so eine kleine Stadt im Grunde noch ist.
Außerdem treffen wir auf Alice, deren Mutter gestorben ist und die nun bei ihrer Großmutter aufwächst. Hier hoffe ich auf ein Wiedersehen im nächsten Band.
Fazit: Auch, wenn dieser Band auch zauberhaft geschrieben ist, mich konnte er nicht so überzeugen wie die Vorgängerbücher. Es hat doch eher einen traurigen Unterton, obwohl der Autor zu vermitteln versucht, dass etwas von uns bleibt.
begeistert immer wieder
Ein Wort, um dich zu retten von Musso Guillaume
Der Schriftsteller Nathan Fawles zieht sich nach einem Trauma auf eine Insel zurück. Schon viele wollten sein Geheimnis lüften, aber Fawles lässt niemanden an sich heran. Erst einer Reporterin gelingt es, sich Fawles zu nähern. Gleichzeitig geschieht ein grausamer Mord auf der Insel. Und was dieser in Bewegung bringt, reicht tief in die Vergangenheit zurück.
Ich glaubte immer, Musso zu kennen. Aber er überrascht mich immer wieder. Seine Romane sind nie 08/15, jeder für sich ist anders, aber meistens schön. Dieses Mal wagt sich der Schriftsteller an einen Thriller. Ich hatte das Buch begonnen, mit der Meinung einen neuen Roman zu lesen und dachte schon nach ein paar Seiten „das ist aber schwer vorhersagbar“. Wie sollte ich mich irren! Musso schreibt eine Geschichte, die immer wieder überrascht. Mit jedem Detail das er aufdeckt, dringt er tiefer in die Psyche der Personen vor und bindet den Leser an die Zeilen. Denn zur Seite legen kann man das Buch ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr. Die Spannung baut sich langsam auf, bleibt dann aber bis zum Schluss. Und mit dem Epilog ist Musso auch wieder ein kleines Schurkenstückchen gelungen. Ich habe mich sehr darüber amüsiert.
Fazit: sehr lesenswert, spannend und sehr unterhaltsam.
gelungener Auftakt
DUNKEL von Ragnar Jonasson
Hulda Hermannsdottir steht kurz vor ihrer Pensionierung und ihr Vorgesetzter will sie schnellstmöglich durch einen jungen Polizisten ersetzen. Doch Hulda lässt sich nicht so leicht abschieben und ertrotzt es sich, einen letzten Fall lösen zu dürfen. Der vermeintliche Selbstmord der Immigrantin Elena lässt ihr keine Ruhe und so beginnt sie mit den Ermittlungen.
Gar nicht so einfach, weil niemand etwas wusste. Durch ihre Hartnäckigkeit stößt sie jedoch in ein Wespennest und begibt sich selbst in Gefahr.
Gleich mal vorweg: ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es entwickelt ein unglaubliches Tempo und einen starken Sog. Hulda als Charakter war mir sympathisch. Gerade durch ihre etwas eckige Art und ihre Vorgeschichte, die ganz beiläufig mit in den Thriller einfließt. Die Story liest sich sehr schnell, vor allem, weil sie auf zwei Ebenen spielt: Huldas Ermittlung und Einschübe aus der Vorgeschichte vor Elenas Tod.
Sehr faszinierend fand ich auch Huldas Geschichte, die aufzeigt, warum sie so ist, wie sie beschrieben wird. Ihre Einsamkeit wird ziemlich spürbar, aber auch das kleine Pflänzchen Hoffnung, das mit Petur einhergeht.
Fazit: da man weiß, dass es eine Trilogie geben wird, ist das Ende etwas unglaubwürdig und unnötig aufgebauscht, das hat mir das Lesen ein klein wenig verleidet. Spannend war das Buch aber sehr und ich freue mich schon auf den nächsten Band, der ja schon im Juli 2020 erscheinen wird.
Die Pest
Die Henkerstochter und der Fluch der Pest von Oliver Pötzsch
Magdalena Kuisl und ihr Mann Simon haben es geschafft: Simon praktiziert in München als Arzt. Doch so richtig angesehen sind sie in der Gesellschaft nicht. So freut sich Magdalena auf einen Besuch in ihrer Heimatstadt Schongau. Doch die Pest wütet in Deutschland und so strandet die Familie in Kaufbeuren und wird von einer grausamen Todesserie überrascht.
Magdalena und ihr Vater wären nicht sie, wenn sie nicht zu ermitteln beginnen würden.
Das Buch erschien irgendwie gerade richtig. Ähnlichkeiten mit aktuellen Ereignissen sind – laut einem Nachwort von Oliver Pötzsch – rein zufällig. Dennoch liest sich der neue Roman als historische Reminiszenz.
Ich habe mich sehr über einen neuen Roman des Autors gefreut, zu sehr mag ich die Kuisls schon vom ersten Band an. Pötzsch lässt die Vergangenheit lebendig werden und man fühlt sich als Leser versetzt in die stinkenden Gassen des 17. Jahrhunderts.
Der Roman ist wieder spannend aufgebaut und durch das Erwachsenwerden der beiden Söhne nun auch breiter aufgestellt. Allerdings wird Henker Kuisl langsam alt und ich hoffe, dass er uns dennoch noch durch einige Bücher begleiten darf, denn was wäre so ein Roman ohne diesen Brummbär?
Fazit: Mir hat es wieder sehr gut gefallen, die Kuisls bei ihrem neuesten Abenteuer zu begleiten und ich freue mich schon auf den nächsten Band.
Klare Leseempfehlung! So schön
Die Mädchen aus der Firefly Lane von Kristin Hannah
Was für ein tolles Buch! Ich habe gelacht und geweint bei der Lektüre. Wieder gelingt es Kristin Hannah die gesamte Bandbreite der Gefühle in einem Buch unterzubringen.
Seit Jahren lese ich die Romane von Kristin Hannah sehr gerne und jedes hat mich bisher überzeugen können. Sie schreibt einfach so aus dem Leben gegriffen, so gefühlvoll und lebensecht, dass man sich beim Lesen total wohl fühlt.
Kate und Tully, zwei Mädchen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, freunden sich an als sie 14 sind. Eine lebenslange Freundschaft beginnt, die von Höhen, aber auch Tiefen geprägt ist. Tully macht Karriere und Kate gründet eine Familie. Doch trotz der unterschiedlichen Interessen sind beide immer füreinander da.
Trotz über 550 Seiten langweilt keine einzige. Ich habe das Buch aufgeschlagen und konnte es erst wieder weglegen, als ich die letzte Seite gelesen hatte. Das Buch ist so warmherzig und man fühlt sich fast wie die dritte Freundin der Mädchen. Viel wörtliche Rede macht das Buch lebendig und die Charaktere sind alle dermaßen liebevoll und sympathisch, dass man sie einfach mögen muss.
Auch wenn Tully manchmal etwas exzentrisch wirkt, aber bei den Dialogen mit Kate muss man dann doch wieder schmunzeln. Beide Mädchen/Frauen werden mit all ihren Stärken und Schwächen gezeichnet und das macht beide sehr authentisch.
Fazit: ich hätte die beiden „Mädchen“ noch stundenlang begleiten mögen.
schön zu sehen, wie es Margo weiter erging
Margos Töchter von Stephan Cora
Schön, dass man erfährt, wie es mit Margo weiterging. Wenn es auch kein sonderlich gutes Ende ist.
Margos Enkelin Jana will mehr über ihre Familie wissen. Und der Leser zwangsläufig auch, denn das Buch startet sehr rätselhaft und vor allem der tragische Tod von Leonore wirft Fragen auf. Die im Laufe des Buches auch alle beantwortet werden.
Das Buch hat mich wieder sehr gefesselt, wenn es auch teilweise durch extrem langwierige politische Fakten etwas gelangweilt hat. Das war teilweise wie Geschichtsunterricht und ich wollte doch so gern mehr von Margo und ihren Mädchen erfahren. Allerdings finde ich, dass der Titel schon etwas viel verrät. Denn als Leser möchte man ja die Überraschung nicht schon vorweggenommen haben.
Das Buch ist in 3 Teile aufgeteilt: Leonores Geschichte, die ich sehr fesselnd fand, Claras Geschichte, die sehr zur Erhellung einiger Fakten aus dem 1. Teil beiträgt und der alles verbindende Schlussteil, den ich auch sehr mochte, weil Jana ihre Geschichte zufriedenstellend aufgeklärt fand.
Der Schreibstil von Cora Stephan ist sehr lebhaft und anschaulich, man kann die jeweiligen Personen gut zuordnen, auch wenn es sehr viele sind und man mit den Verwandtschaftsverhältnissen schon gut aufpassen muss.
Fazit: ein schön geschriebenes Buch, das allerdings teilweise darunter leidet, dass es mit Politik und Geschichte überfrachtet ist, wo mich die Geschichte der Protagonisten mehr interessiert hätte.
nichts für schwache Nerven
Rattenflut von Andreas Gößling
Kira Hallstein versucht undercover endlich die gefährliche Bande der „Bruderschaft“ zu überführen. Doch diese sind ihr immer einen Schritt voraus.
Gleichzeitig lebt in Berlin ein Serientäter seine kranke Lust aus und vergeht sich an Kindern. Immer schön unter dem Deckmantel der Seriosität und Nächstenliebe.
Er schreckt sogar nicht davor zurück, die Kinder im Krankenhaus zu misshandeln. Doch auch hinter ihm steckt die Bruderschaft und räumt seine Hinterlassenschaften wieder weg.
Wie soll Kira es da nur schaffen, die wahren Täter zu stellen?
Man braucht schon einen starken Magen für dieses Buch. Eine Warnung auf dem Buchdeckel wäre da wohl nicht verkehrt
Ich hatte etwas Probleme in die Handlung zu finden, da die ersten 100 Seiten etwas rätselhaft waren. Lauter fremde Charaktere und dazu Kilroy, der mehr als nur eskaliert. Doch dann habe ich mich schnell eingelesen, nicht zuletzt, weil dann auch das Geheimnis von „Perlsberg“ gelüftet wurde. Der Spannungsbogen stieg dann auch schnell an und nach dem Ende des Buches, das sehr viele Seiten hat, aber sich nicht zieht, hatte ich ganz abgeriebene Zähne vom Knirschen
Gössling adaptiert die Taten des BBC-Showmasters Jimmy Savile, jahrzehntelang Hunderte Kinder und Jugendliche in Hospitälern und Hospizen missbraucht hatte. Unvorstellbar – und was Gössling daraus macht ist fast noch unvorstellbarer. Zugegeben: das Ende hat ein wenig etwas von James Bond, aber es war nichtsdestotrotz spannend und hat Raum gelassen für eine weitere Fortsetzung, bei der ich auch gerne wieder mit dabei bin.
Fazit: Ein sehr ausdrucksstarkes Buch, das aber auch sehr grausam ist und deshalb nur von Menschen gelesen werden sollte, denen es nichts ausmacht von sehr abartigen Grausamkeiten zu lesen. Denn Kilroy ist schon ein sehr heftiger Charakter.
"das Hudson-Experiment"
Das Rosie-Resultat von Simsion Graeme
„Das Hudson-Experiment“
Don Tillman ist glücklich: nach einigen schlimmen Jahren hat er es geschafft, er hat einen tollen Beruf, eine super Ehefrau und einen klasse 11-jährigen Sohn. Doch der hat so seine eigenen Probleme und es kommt der Verdacht auf: hat er Autismus? Don ist entschlossen, seinem Sohn zu helfen.
Auf seine eigene Art und dass das wieder für jede Menge Probleme sorgt, ist klar. Aber: Don ist ja ein Problemlöser!
Ich liebe die Rosie-Serie, wobei Rosie in diesem Buch fast zu einer Nebenfigur verkommt. Im Mittelpunkt stehen Don und sein Sohn, für den Don alles tun würde. Und da er nicht anders kann, tut er auch alles für ihn. Nur sieht Hudson das stellenweise anders und löst die Probleme auf seine Art.
Simsion ist wieder ein toller Roman gelungen. Ich klebte förmlich an den Seiten und zwar von der ersten bis zur letzten. Seine Charaktere sind total gut ausgearbeitet, man kann mit ihnen mitfühlen und muss sie einfach mögen. Sie sind anders – na und? Hilft Simsions Schreibweise doch auch, dass man merkt: es gibt Menschen die anders sind. Aber sind sie deshalb weniger liebenswürdig? Nein! Im Falle von Don sogar im Gegenteil.
Ein Buch in der Ich-Form zu schreiben ist oftmals schwierig und für den Leser nicht einfach zu lesen. Aber Don erzählt so erfrischend von sich, da ist man einfach mitgerissen und möchte es gar nicht anders haben. Und was man auch nicht möchte: dass das Buch aufhört. Gerne hätte ich Don, Rosie, Hudson und ihre Freunde noch weiter begleitet.
Fazit: ich begleite Don schon seit dem ersten Buch und bin immer wieder positiv überrascht, was er so anstellt. Mein bisheriges Buch-Highlight in 2020.











