Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
sehr gut gelungen
Mein Leben in deinem von Jojo Moyes
Als Sam versehentlich Nishas Sporttasche mitnimmt, schlüpft sie unversehens in deren High Heels und in ein anderes Leben. Sie weiß nicht, was sie dadurch lostritt.
Sam und Nisha sind zwei grundverschiedene Frauen. Nisha, die Glamouröse und Sam, die etwas Biedere. Nachdem Nisha von ihrem Ehemann gnadenlos abserviert wird und eine Unterhaltszahlung erst bekommt, wenn sie die verlorenen Schuhe wieder findet, entspinnt sich fast ein Drama um die Suche nach den roten High Heels.
Denn auch Sam bringen sie nicht wirklich Glück.
In ihrem neuen Roman spielt Ahern ein wenig mit dem „Was wäre wenn“. Was, wenn ich auf einmal toll gekleidet meine Geschäftspartner treffe? Habe ich dann mehr Erfolg? Doch nach und nach erkennt Sam, dass es nicht auf die richtige Kleidung, sondern ihre Haltung ankommt. Und auf Freundschaft und Liebe.
Anfangs fand ich die Person der Nisha noch etwas hölzern und stereotyp. Das hat sich mit dem Fortgang der Handlung gewandelt. Vor allem aber gefiel mir Jasmine aus dem Hotel. Ihre Art war einfach hinreißend. Aus einer Verwechslung wird auf einmal eine kleine Gaunerkomödie, die Ahern zauberhaft und mitreißend schildert, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Fazit: ich habe mit beiden Frauen mitgebangt bis zum Ende. Das Buch hat mir sehr gut gefallen.
Hat es in sich
Die marmornen Träume von Jean-Christophe Grangé
Jean-Christophe Grangé, bekannt durch seine Thriller, wagt den Schritt in Neuland und veröffentlicht einen historischen Krimi.
Ich finde französische Bücher immer ein wenig schwierig und finde schwer in die Handlung. Dieses Mal nicht. Grangé erregt schnell die Neugier des Lesers durch anschauliche und grausame Morde.
Gestapo-Mann Franz Beewen soll den Mord an zwei Frauen der gehobenen Gesellschaft aufklären, die barbarisch verstümmelt wurden. An Franz‘ Seite der kleinwüchsige Simon und die Psychiaterin Minna. Zusammen wollen sie den Fall aufklären, was aber nicht so einfach ist im Jahre 1939: wird doch überall alles vertuscht.
Eigentlich fand ich die Handlung sehr gut, allerdings war sie mir ein wenig zu langgezogen. Grangé schildert sehr ausführlich und flicht kleine Nebenschauplätze ein, die es für mich nicht gebraucht hätte, die dem Buch aber eine historische Tiefe geben. Denn was die drei Freunde herausfinden hat es in sich und ist absolut lesenswert.
Vor allem das Ende – und hier die letzten beiden Seiten – haben mir sehr gut gefallen. Die Grausamkeit, die der Autor schildert treffen wohl die Realität sehr genau und der Schluss ist einfach nur zauberhaft.
Fazit: Grangés Exkurs in die Vergangenheit ist gut gelungen, dennoch gefallen mir seine Gegenwartsthriller besser.
Romys schwerster Fall
Inselmord von Katharina Peters
Romy Beccares schwerster Fall
Bereits der 12 Fall für die Rügener Inselkommissarin und ihr bisher schwierigster. Zwar gibt es genügend Verdächtige im Mordfall der fünfundzwanzigjährigen Svenja, aber alle Zeugen mauern und machen es den Tätern einfach. Parallelen zu einem 7 Jahre zurückliegenden Fall machen die Aufklärung des aktuellen Todesfalls noch brisanter.
Seit dem ersten Buch folge ich Romy Beccare begeistert. Man muss die Kommissarin einfach mögen. Peters‘ Schreibstil ist direkt und auf den Punkt. Ihre Charaktere zeichnen sich durch Vielschichtigkeit aus und sind durchwegs authentisch.
Der neue Fall hat mir sehr gut gefallen. Das Buch war durchwegs spannend und wartet mit einem überraschenden Ende auf.
Fazit: Rügen mit Romy? Immer wieder gerne.
Ennas persönlichster Fall
Enna Andersen und die verlorene Zeit von Anna Johannsen
Enna Andersens persönlichster Fall.
Vor vielen Jahren wurden Ennas Eltern erschossen. Ein Mann ging dafür ins Gefängnis und kommt nun frei. Er beteuert seine Unschuld und Enna will den wahren Täter finden. Doch das ist nicht so einfach, wenn alle Zeugen etwas verschweigen.
Ich kam dieses Mal ein wenig schwer in die Handlung, weil anfangs sehr viele Personen eingeführt wurden, die ich gedanklich erst einmal sortieren musste.
Schnell hatte ich mich dann aber eingelesen und empfand die Handlung als sehr interessant aufgebaut und spannend geschildert.
Enna ist mir als Protagonistin vom ersten Band an sympathisch und auch ihr Privatleben, das nur einen kleinen Teil der Handlung einnimmt, gefällt mir auch immer sehr gut.
Einen Cold Case zu lösen – und als Autor zu entwickeln – ist ja immer schwierig, denn meist ist es ja nur ein klitzekleines Detail, das letztendlich dann zur Lösung führt. Anna Johannsen ist es wieder toll gelungen, die Handlung so aufzubauen, dass man als Leser bis zum Ende miträtselt, wie die Lösung wohl gefunden wird.
Fazit: wieder ein sehr unterhaltsamer Fall. Allerdings mit vielen Charakteren, die man im Auge behalten muss.
Ein Buch, das nachhallt
Als Großmutter im Regen tanzte von Trude Teige
Amazon betitelt dieses Buch als „Der bewegende Bestseller aus Norwegen um ein unbekanntes Stück deutscher Geschichte“
Dem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Auch mich hat dieses Buch bewegt und gefesselt. Auch ich wusste nichts von der Geschichte um den Massenselbstmord von Dennim, der – sicher wohlweislich – nicht so publik gemacht wurde.
Als Juni nach dem Tod ihrer Großeltern ein Foto findet, das ihre Großmutter mit einem Deutschen zeigt, stößt sie auf eine Vergangenheit, die es in sich hat. Die Autorin verpackt die Geschehnisse in einen Roman, der mitreißt. Dabei schreckt sie auch vor gewalttätigen Szenerien nicht zurück, die bei mir beim Lesen starke Emotionen hervorriefen.
Die Geschichte wird auf zwei Handlungsebenen erzählt, wobei die von Oma Tekla größeren Raum einnimmt. Und den dieser Strang auch benötigt. Zudem ist die Handlung geprägt von den Geheimnissen, die die Frauen mit sich herumtragen und die sich durch die 3 Generationen ziehen.
Fazit: Ein Buch, das lange nachhallt.
Mein Jahreshighlight
Spinnennetz von Lars Kepler
Joona Linna ist zurück. In einem sehr persönlichen Fall. Taucht doch ein Brief an ihn auf, in dem steht, dass nur sie Joona retten kann. 9 Morde wurden angekündigt, einer ist grausamer als der andere und die Ermittler sind dem Täter immer einen Schritt hinterher. Als dann auch noch Saga verdächtigt wird, gerät alles außer Kontrolle.
Ich habe mich sehr auf den neuen Band von Lars Kepler gefreut und wurde nicht enttäuscht.
Von der ersten bis zur letzten Seite Spannung pur. Teilweise habe ich fast vergessen Luft zu holen. Keplers legen wieder einen Thriller vor, der es in sich hat. Vor allem die Schilderungen der Jagd auf die Opfer und dass man da hautnah dabei ist, lässt einen vor Thrill auf den Nägeln kauen. Die Ermittler sind immer soo nah dran und man hofft unwillkürlich mit den Opfern mit.
Das Buch ist der 11. Teil einer Reihe, kann aber unabhängig gelesen werden. Wenn auch viel Bezug auf die Vorgänger genommen wurde kommt man dennoch mit. Denn Jurek ist tot – aber sein Nachfolger kann da gut mithalten.
Fazit: Das Buch ist jetzt schon mein Jahreshighlight, alle kommenden Bücher werden sich daran messen lassen müssen.
Der zweite Fall für Alma Teuber
Fräulein vom Amt - Der Tote im Kurhaus von Charlotte Blum
Zwei Jahre sind vergangen seit Almas letztem Abenteuer und nun schlittert sie wieder in einen Mordfall.
Baden-Baden 1924: Alma ist einem Ball mit dem Motto Ägypten als der Tenor der Oper erschlagen aufgefunden wird. Da der Freund ihrer Mitbewohnerin Emmi in Verdacht gerät, nimmt Alma ihre eigenen Ermittlungen auf.
Dabei trifft sie auch wieder auf Ludwig – und die Funken sprühen erneut.
Gefiel mir schon der erste Band sehr gut, steht dieser diesem in nichts nach. Besonders gefällt mir die Freundschaft zwischen Emmi und Alma. Die beiden Mädchen ergänzen sich wirklich perfekt. Die quirlige Emmi und die etwas besonnenere Alma. Auch, dass Alma Ludwig wieder näher kommt hat mich sehr gefreut.
Blum schreibt sehr anschaulich und ich fühlte mich beim Lesen sehr wohl. Ihre Beschreibungen der 20er-Jahre konnten mich überzeugen und so manches, das man heute nicht mehr kennt, brachte mich dann auch zum Schmunzeln.
Fazit: mit diesem zweiten Band endet wohl die Ära des Fräulein vom Amt, was ich schade finde. Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass Alma in einem etwas anderen Beruf wieder von sich hören lässt. Mich würde es freuen.
Auftaktband
Der Strand: Vermisst von Karen Sander
Der Strand – Vermisst
ist der Auftakt einer Trilogie, die sich um das Verschwinden der gehörlosen Lilli dreht. Lilli wächst bei ihren Großeltern auf, weil ihre Mutter ermordet wurde, als sie noch ein Baby war. Kommissar Tom Engelhardt muss den Fall zusammen mit Kryptologin Mascha Krieger lösen, denn der einzige Hinweis ist ein Foto mit einer rätselhaften Botschaft.
Beim Lesen dieses ersten Bandes muss einem klar sein, dass das Buch als Trilogie angelegt ist und man zum Lösen des Falls alle 3 Bände lesen sollte. Ich war am Ende dieses Bandes ein klein wenig enttäuscht, weil nicht viel aufgeklärt war, denke mir aber, dass Band 2 und vor allem Band 3 Lösungen auf alle offenen Fragen bringen.
Und deren gibt es genügend. Natürlich die wichtigste: wo ist Lilli? Welche Geheimnisse haben Walter, Maurice, Fabienne und all die anderen?
Der Schreibstil von Sander ist wieder sehr gut gelungen und ich habe das Buch beinahe in einem Rutsch durchgelesen. Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen für Spannung und Lesespaß.
Fazit: Band 2 erscheint im März 2023 und Band 3 im Juni 2023. Meine Empfehlung wäre auf die beiden Bände zu warten und dann die 3 Bücher hintereinander zu lesen.
Das Warten hat sich gelohnt
Kuckuckskinder von Camilla Läckberg
Das Warten hat sich gelohnt
Endlich wieder Erica Falck und Patrik Hedström.
Der Mord an einem Fotografen sowie 3 weitere Morde beschäftigen Patriks Team bei der Polizei in Fjällbacka. Die Ermittlungen treten auf der Stelle und wieder einmal ist es Erica, die den entscheidenden Hinweis findet.
Wie habe ich die beiden Protagonisten vermisst.
Bei Falck und Hedström ist es immer wie nach Hause kommen. Fast fühle ich mich als Leserin als Teil der Familie. Sehr harmonisch ist der Umgang miteinander und die private Schiene gefällt mir immer genauso gut wie der Kriminalfall. Und der hat es dieses Mal wirklich in sich. Ein Fall, der mich tiefer bewegt hat als alle bisherigen der Reihe.
Immer wieder switcht die Story zurück ins Jahr 1980 und dieser Strang hat mir besonders gut gefallen. Der eigentliche Fall ist sehr kompliziert und verwirrend und die vielen Namen sollte man schon im Blick haben, sonst verliert man leicht den Überblick. Aber Läckberg baut die Handlung logisch auf und behält alle Fäden in der Hand, bis zum überraschenden Ende.
Fazit: der bisher bewegendste Fall für Erica und Patrik. Das Ende macht bereits wieder neugierig auf den nächsten Band und ich hoffe, dass ich nicht zu lange darauf warten muss.
tolle Fortsetzung
Die Hafenärztin. Ein Leben für das Recht auf Liebe von Henrike Engel
Bereits zum 3. Mal stolpert Anne van der Zwaan in einen Mordfall. Dieses Mal in einem chinesischen Bordell. Die Frauen dauern sie und so stürzt sie sich Hals über Kopf in ein neues Abenteuer.
Zusammen mit Kommissar Berthold Reydt macht sie sich auf die Suche nach dem Mörder. Gleichzeitig will sie die dunklen Machenschaften ihres Vaters aufdecken.
Kein Wunder, dass sie sich dadurch selbst in Gefahr begibt.
Die Hafenärztin ist kein klassischer Arztroman, eher im Gegenteil. Wieder gibt es einen Mord zu lösen, der es in sich hat. Denn die Zeugen schweigen. Das macht es den Ermittlern fast unmöglich und deshalb so spannend für den Leser. Auch die Charaktere sind wieder überaus lebensnah geschildert und die Einblicke ins chinesische Viertel fand ich auch sehr interessant.
Mädchenhandel, Drogen, Eheprobleme, Liebe – Henrike Engel packt ganz schön viel in ihren neuen Roman, aber man verliert nie die Übersicht. Sie erzählt die Story aus unterschiedlichen Perspektiven und verknüpft die Handlungen perfekt.
Den vorliegenden Band kann man unabhängig von Band 1 und 2 lesen, allerdings sollte man die ersten beiden Bände nicht nach diesem Band lesen, da die Namen der Täter aus den vorherigen Bänden hier genannt werden.
Fazit: wieder ein überaus lesenswerter Roman um die beliebte Hafenärztin und ihre Freunde.











