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Rezensionen von Gavroche:

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Beeindruckend

Ginsterburg von Arno Frank

Ich habe bisher noch kein Buch von Arno Frank gelesen, obwohl wir mir der Titel "Seemann vom Siebener" durchaus etwas sagt und da mir der Schreibstil gut gefallen hat, werde ich das Buch bestimmt auch bald lesen. Doch nun zu diesem Buch.
Ginsterburg, eine fiktive Kleinstadt in Deutschland, so wie es bestimmt so manch eine Stadt gab und auch noch gibt.

Die Handlung spielt in den Jahren 1935 - also zwei Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, 1940 - zu Beginn des Krieges, (fast) alle glauben noch an einen raschen Sieg und 1945 - zu Beginn des Jahres, die Situation ist mittlerweile eine ganz andere.
Im Fokus stehen eine Reihe von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, die Perspektive wechselt schnell. Einige Geschichten verschwinden schnell wieder, hatten nur eine kurze Stippvisite.
Am Ende der Abschnitte gibt es unter Anderem den Bericht von Alfie, dem britischen Piloten, der über Ginsterburg abstürzte.
Und dann noch einige Auszüge aus Quellentexten.
Ein Buch, das man genau lesen muss, eines, das viel anprangert, viele Denkanstöße bietet. Ein Buch, das mir sicherlich noch länger im Gedächtnis bleiben wird.

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Beeindruckend
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Viola und Mimo

Was ich von ihr weiß von Jean-Baptiste Andrea

Ich habe bereits einige Bücher gelesen, die den Prix Goncourt gewonnen haben und das war auch das erste, was meine Aufmerksamkeit geweckt hat und dann natürlich der Klappentext.
Der Roman von Viola und Mimo und ihre Geschichte, die hier erzählt wird, hat mir gut gefallen.
Die Romanhandlung zieht sich über die erste Hälfte des 20.

Jahrhunderts, eine sehr ereignisreiche Zeit mit den zwei Weltkriegen. Handlungsort ist Italien.
Mimo, Michelangelo, soll Bildhauer werden, er hat es schwer wegen seiner geringen Körpergröße. Sein Onkel nutzt ihn auch nur aus und schon bald macht Mimo die ganze Arbeit und der Onkel gibt die Werke als seine eigenen aus.
Viola ist die Tochter einer Adelsfamilie und hat somit einen ganz anderen gesellschaftlichen Hintergrund. Aber sie hat ihren ganz eigenen Kopf, schert sich nicht um Konventionen und ihr großer Traum ist das Fliegen.
Die beiden begegnen sich immer wieder und Jean-Baptiste Andrea bindet immer wieder historische Themen mit ein.

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Viola und Mimo
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Emotionale Geschichte

Luzie in den Wolken von Charlotte Lucas

Ich habe bisher noch keinen Roman von Charlotte Lucas gelesen, kenne allerdings einige ihrer spannenden Romanen unter ihrem richtigen Namen Wiebke Lorenz. Unter diesem Pseudonym schreibt die Autorin sehr emotionale Romane.
Protagonist des Romans ist der Schriftsteller Gabriel Bach. Unter seinem Pseudonym Henri Fjord hat er sich einen Namen gemacht in der Liebesroman-Szene, jetzt hat er jedoch eine Schreibblockade und ist in einem depressiven Zustand.

Als er jedoch den roten Ballon von Luzie findet mit der Aufforderung an den Himmel, ihr einen neuen Vater zu schicken, hat Gabriel eine neue Aufgabe gefunden. Und auch eine neue Romanidee.
Besonders gut gefallen hat mir Luzie, die die heimliche Protagonistin des Romans ist. Die Siebenjährige mit ihren unterschiedlichen Stimmungen und ihren Ideen wurde von der Autorin sehr lebensnah dargestellt.
Ein Roman mit vielen Gefühlen, eine Geschichte fürs Herz, zwar ein wenig vorhersehbar, aber so muss das bei dieser Art von Roman ja auch wohl sein.

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Emotionale Geschichte
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Gute Fortsetzung

Eleanor von Genevieve Cogman

Eleanor ist wieder zurück in London und lebt weiterhin im Haushalt der Blakeneys. Offiziell ist sie auch hier eine Hausangestellte, inoffiziell ist sie mittlerweile ein Mitglied der Liga des Scarlett Pimpernel. Allerdings wird sie nicht in alles eingeweiht und darf auch nichts machen und das frustriert sie.

Charles ist der Meinung, dass die Aktionen alle zu gefährlich für sie sind. Aber dann ist sie doch gefragt, um bei einem Ball etwas heraus zu finden. Und es geht wieder nach Frankreich, dieses Mal zum Mont St. Michel, den man auch auf dem Cover erkennen kann. Es ist alles schwieriger, denn der Pimpernel und viele Mitglieder der Liga sind in Frankreich verschwunden.
Auch das Thema Vampire spielt wieder eine Rolle und Anima ist auch immer noch da.
Im Jahr 1793 sieht die Lage in Frankreich schon anders aus, Robespierre und seine Leute verbreiten den Terror, die Guillotine wird immer öfter eingesetzt.
Mir hat der zweite Band besser gefallen als der erste, allerdings finde ich, dass Cogman hier weiterhin hinter der Bibliotheksreihe zurück bleibt. Ich bin nun gespannt, wie im dritten Band alles enden wird.

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Gute Fortsetzung
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Am Tag des Raubüberfalls

Ein ungezähmtes Tier von Joël Dicker

"Am Tag des Raubüberfalls" - diese kurzen Kapitel stehen im Zentrum dieses Romans und alle anderen Ereignisse werden darum gruppiert. Die Hauptzeitebene läuft immer weiter an den Tag heran und dann gibt es immer wieder Sprünge, die mehrere Jahre zurück gehen, immer wieder in unterschiedliche Jahre und die ganze Geschichte und ihre Hintergründe entfalten sich so erst nach und nach.

Das Ganze erinnert manchmal etwas an ein Puzzle, bei dem manch ein Teil erst falsch gelegt wurde und dann korrigiert werden muss.
Im Zentrum der Geschichte steht vor allem Sophie, eine Anwältin in Genf und ihr Ehemann, ein Banker. Sie scheinen alles zu haben, auch ein tolles Haus in teurer Lage. Darauf ist ihre neue Freundin, die in einer Boutique arbeitet, und ihr Mann als Polizist, ein wenig neidisch. Ihr Mann hingegen spioniert Sophie hinterher. Doch so einfach ist es nicht, denn Joël Dicker führt oft in die Irre, legt falsche Fährten, wiegt uns scheinbar in Sicherheit, um dann doch wieder alles umzuwerfen.
Genial konzipiert und das Hörbuch trägt Torben Kessler spannend vor.
Mein erster, aber bestimmt nicht mein letzter Roman von Joël Dicker.

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Am Tag des Raubüberfalls
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Der Untergang der Menschheit?

Der letzte Mord am Ende der Welt von Stuart Turton

Ich liebe die Bücher von Stuart Turton und auch dieses Buch ist wieder etwas ganz Besonderes, das man einfach in keine einzelne Schublade packen kann.
Bei dem Hörbuch musste ich immer genau aufpassen, um rauszuhören, aus welcher Perspektive die Geschichte gerade erzählt wurde, aber dank der variantenreichen Stimme von Astrid Schulz war es gut machbar.

Dennoch musste man gut zuhören.
Seitdem ich "Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle" gehört habe, weiß ich, dass man sich bei Turton nur auf eines verlassen kann: nichts ist sicher und am Ende ist alles ganz anders, als man es sich zu Beginn gedacht hat. Und so ist es auch hier wieder.
Die Geschichte spielt auf einer kleinen Insel. Diese ist von einem tödlichen Nebel umgeben und hier leben die letzten Menschen der Welt. Der Tagesablauf ist streng geregelt, die drei Ältesten bestimmen viel, aber nicht alle nehmen das einfach so hin.
Dann geschieht ein Mord und so etwas ist noch nie passiert. Neben dem Mord passieren noch weitere Dinge, die es vorher noch nicht gab. Es gibt sehr viele Fragen und gemeinsam mit den Bewohnern dringen wir immer tiefer ein in die Geschichte. Es gibt immer wieder neue Fragen und Ungereimtheiten, jeder Versuch, die Geschichte bzw. das Ende vorherzusehen, scheitert, aber am Ende löst Turton alles meisterhaft auf.
Ich bin absolut begeistert, weil dieses Buch so anders ist, ein ganz eigene Genre. Und nun freue ich mich schon jetzt auf weitere Werke von Stuart Turton.

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Zeitsprünge

Our Infinite Fates von Laura Steven

Eine Liebe durch die Zeiten, ein Leben, das immer wieder gelebt wird, nur um mit dem 18. Geburtstag zu enden und Evelyn (bzw. Branwen, so heißt sie in ihrem aktuellen Leben) kann sich zwar an alle ihre vorhergehenden Leben erinnern, allerdings nicht daran, weshalb sie jedes Mal von ihrer großen Liebe gejagt und letztendlich getötet wurde.

Dieses Mal ist sie fest entschlossen, die Rätsel zu lösen.
Ich mag solche vielschichtigen Geschichten auf mehreren Zeitebenen und die mit der Chronologie und dem was-wäre-wenn spielen.
Die Hauptebene ist die Geschichte in der Gegenwart, doch es gibt viele Rückblenden, in denen man die Charaktere besser kennen lernt und ihre Motive besser nachvollziehen kann.
Nach und nach setzt sich das Bild immer mehr zusammen und wir verstehen immer etwas mehr.
Zwischendurch gab es in dem Buch ein paar Längen, aber insgesamt hat es mir doch gut gefallen.

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Hexenjägerin

Thirteen Witches - Die Erinnerungsdiebin Thirteen Witches von Jodi Lynn Anderson

Nein, auch wenn der Titel es vermuten lässt, hier geht es mitnichten um eine Hexengeschichte, also schon, aber die Hexen sind hier die Bösen und im Zentrum steht die Protagonistin Rosie Oaks, eine Hexenjägerin. Gerade dieser etwas andere Fokus hat mir gut gefallen, denn so hebt sich diese Geschichte gut von anderen ab.

Und ich mag es, wenn ein Buch mich positiv überraschen kann.
Rosie Mutter ist immer so in Gedanken, gar nicht richtig bei ihrer Tochter, vergisst sogar, dass sie eine Tochter hat - welch ein furchtbarer Gedanke! Aber als Rosie ein Buch entdeckt, findet sie heraus, dass eine Hexe, nämlich die Erinnerungsdiebin, hinter dem Verhalten ihrer Mutter steckt.
Zum Glück hat Rosie aber ihre beste Freundin Keym. Plötzlich können die beiden Geister sehen und dann beginnt ein magisches, aber auch gefährliches Abenteuer, eine Hexenjagd, die ihresgleichen sucht.
Ein wunderbarer Auftakt und ich erwarte mit Spannung den zweiten Band.

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Zu hohe Erwartungen

The Stars are Dying von Chloe C. Peñaranda

Ich hatte wohl leider zu hohe Erwartungen, oder aber zu viele ähnliche Bücher bereits gelesen und dieser Roman konnte leider keine entscheidenden neuen Wendungen oder eine andersartige, neuartige Geschichte bieten. Nicht schlecht, aber leider blieb das Buch hinter meinen Erwartungen zurück und rangiert für mich eher im mittelmäßigen Durchschnitt, nicht schlecht, aber mehr auch nicht.

Seit einiger Zeit sind Vampire und Vampirromane wieder sehr in Mode gekommen und so spielen diese Wesen auch hier eine große Rolle.
Alle hundert Jahre finden in dieser Welt tödliche Spiele statt; es gibt fünf Reiche und das Reich, das den Sieg erringt, bekommt als Preis von den Vampiren in Ruhe gelassen zu werden.
Astraea begleitet eigentlich nur ihre Freundin Cassia zu den Spielen, muss dann aber selbst am Libertatem - so der Name der Spiele - teilnehmen. Das Buch wird aus ihrer Perspektive geschrieben und ich bin nicht warm geworden mit ihr, vor allem weil sie einfach zu naiv war. Auch mit dem männlichen Gegenpart, mit Nyte, hatte ich einige Probleme.
Der Grad an Vorhersehbarkeit war leider relativ hoch, was ich schade fand und etwas von der Spannung genommen hat.
Insgesamt fand ich die Idee gut und auch die Welt hat mir gefallen. Vielleicht gefällt mir der zweite Band dann besser.

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Simenon als Comic

Der Passagier der Polarlys von Georges Simenon; José-Louis Bocquet

George Simenon kannte ich bisher nur von den Maigret-Krimis und da ich auch besonders französische und belgische Comics mag, war ich neugierig auf die Umsetzung dieses Werkes.
Insgesamt ist das Buch sehr düster, viel wird kursorisch erzählt, die Bilder sprechen für sich. Bevor wir auf die Reise nach Norden gehen, gibt es eine Szene in Paris, die anfangs nicht recht zu der Fahrt passt, aber später natürlich schon.

Auf der Polarlys sind nur Männer unter der Besatzung und den Gästen - bis auf eine Ausnahme, aber das Fräulein Storm hat damit keine Probleme, scheint es sogar zu genießen.
Bald nach der Abfahrt der Polarlys aus Hamburg kommt es zu einem Mord und ein Mann verschwindet. Deswegen steigt ein Ermittler mit ein, aber es geht erst nicht so recht voran.
Immer wieder spielen das Schiff, das Wetter und das Wasser eine Rolle.
Nach der Geschichte gibt es noch ein gutes Nachwort mit vielen Informationen über den Autor und die Entstehung des Buches.
Fazit: gut illustriert und erzählt - mir hat es gefallen.

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