Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Eiskalt
Lügennebel von Viveca Sten
Eiskalte Atmosphäre herrscht auch im vierten Fall für Hanna Ahlander und Daniel Lindskog, wieder im hohen Norden.
Eine Studentengruppe verbringt die Winterferien in Åre und neben den sportlichen Aktivitäten wird auch viel Alkohol getrunken und Drogen konsumiert. Wir erfahren hier einiges über die gemeinsamen Feiern und Skifahrten.
Aber dann wird eine der Studentinnen ermordet...
Auch dieser Band wurde aus wechselnden Perspektiven geschrieben und ich habe die ganze Zeit über mitgeraten und bin einige Male auf falsche Fährten abgebogen.
Es ist immer schöner, wenn man eine Reihe von Anfang an liest, denn dann findet man die privaten Entwicklungen im Hintergrund interessanter, aber meines Erachtens lässt sich dieses Buch auch gut ohne Vorkenntnisse lesen.
Wieder ein spannendes Buch von Viveca Sten mit einer überraschenden und überzeugenden Auflösung. Ein super Thriller.
Eine neue Geschichte
Das Antiquariat am alten Friedhof von Kai Meyer
Eine neue Geschichte aus dem Graphischen Viertel in Leipzig, eine neue Büchergeschichte. Und dieses Mal geht es um Bücherdiebe und einen Club von vier gelangweilten jungen Männern im Jahr 1930. Und dann fünfzehn Jahre später, nach dem Ende der Herrschaft der Nationalsozialisten. Denn dann kehrt Felix, einer der Bücherdiebe, zurück nach Leipzig.
Mittlerweile arbeitet Felix als Bibliothekar für die Amerikaner.
Wie schon in den anderen Büchern über das Graphische Viertel ist das Viertel auch hier wieder ein weiterer Protagonist und der Nebel und die Dunkelheit spielen hier ebenso wieder eine Rolle.
Ein ganz eigener Genremix, eine düstere Geschichte, viele Bücher und viele Geheimnisse sowie Freundschaften. Die Charaktere sind gut gezeichnet, hier gibt es oft keine klare Einteilung in gut und böse und kein Schubladendenken.
Gerne habe ich dieses Buch gelesen und bin wieder in das Graphische Viertel zurück gekehrt.
Bei den Fae
To Carve a Fae Heart - Fair Isle 1 von Tessonja Odette
Bei diesem Buch haben mich schon die ersten Seiten so zum Lachen gebracht, ich mochte den Witz hier sehr gerne, vor allem Evie ist eine Meisterin darin. Aber es geht auch durchaus ernst zu in diesem Buch, aber immer wieder blitzt der Witz durch.
Evie lebt mit ihrer Schwester und ihrer Mutter auf einer Insel.
Die Mutter hat eine Apotheke und Evie macht eine Lehre bei einem Chirurgen. Ihr großer Traum ist es, später einmal Chirurgin zu werden. Und so ist sie erleichtert, dass die Fae nicht sie und ihre Schwester aussuchen, um über die Grenze ins Fae-Reich zu ziehen und dort den König bzw. seinen Bruder zu heiraten. Doch dann passiert es doch und Amelie und sie müssen zu den Fae.
Und der König ist ausgerechnet der arrogante Fae, den sie schon zuvor getroffen hat. Aber zum Glück ist sie die jüngere Schwester und soll den charismatischen Cobalt heiraten und nicht den mürrischen Aspen.
Einiges war hier vorhersehbar, aber die unerwartete Entwicklung überwog. Ein gelungener erster Teil der Reihe.
Biker und Vampire
Pearls & Skulls, Band 1 - Unsterblich von Sandra Grauer
Sandra Grauers Bücher haben immer eine Verbindung untereinander, aber immer andere Wesen und Charaktere stehen im Vordergrund. Es ist nicht unbedingt erforderlich, die anderen Reihen zu kennen, aber es ist immer ein nettes Extra, wenn man die Verbindungen kennt - und eine gute Idee, die Wartezeit bis zum Erscheinen der Fortsetzung mit der ein oder anderen Reihe zu überbrücken.
Dieses Mal geht es nach New Orleans, auch ein perfekter Ort für Übernatürliches. Page, eine Bikerin, ist eigentlich spinnefeind mit den Vampiren, aber muss sich hier tatsächlich mit einem Vampir, mit Lavaughn. Ich mochte die Wortgefechte der beiden sehr und man spürte regelrecht, wie die Fetzen fliegen.
Die Handlung spielt während der Zeit des Mardi Gras und war für mich der perfekte Hintergrund. Eine super Mischung aus Übernatürlichem, Feiern und Karneval.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und haben mich überzeugt. Ein guter erster Band, der neugierig auf den Abschluss macht.
Mystisch
Unbeugsam wie die See von Emilia Hart
Ich mochte die Unbändigen von Emilia Hart sehr und habe mich deshalb auf den neuen Roman von ihr gefreut.
Auch dieser besticht wieder aus dieser Mischung von Mystik und Krimi, einen Hauch an der Wirklichkeit vorbei, mal ein wenig mehr, mal etwas weniger - eine gute Balance in meinen Augen.
Zwei Paare von Schwestern, getrennt durch ungefähr 200 Jahre.
1800 - Mary und Eliza werden nach Australien verbannt, aber bereits auf der Schifffahrt merken sie, dass sie sich verändern und dass das Meer eine immer größere Rolle für sie spielt, mit dem sie sich verbunden fühlen. Aber was verbindet sie mit Jess und Eliza? Denn auch hier spielt das Wasser eine große Rolle.
Ein ganz besonderer Roman mit einem speziellen und faszinierenden Schreibstil und einer äußerst ungewöhnlichen Geschichte, die mich ganz gefangen genommen hat und aus der ich ungerne wieder aufgetaucht bin.
Endlich ein neuer Fall
Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code von Richard Osman
Endlich ein neuer Fall für den Donnerstagsmordclub. Und der schafft es auch, Elisabeth langsam ein wenig aus ihrer Trauer um Stephen herauszureißen, sie wieder mit anderen Dingen beschäftigen zu lassen und ins Leben zurück zu kehren. Auch wenn Stephen natürlich nicht vergessen ist.
Es beginnt mit der Hochzeit von Joanna, der Tochter von Joyce.
Und Joyce hat natürlich ihre ganz eigenen Vorstellungen und eckt immer wieder mit Joanna an. Aber eigentlich sind sich die beiden doch sehr zugetan.
Rons Tochter hingegen hat große Probleme mit ihrem Ehemann und das ruft ihren Bruder Jason auf den Plan.
Ibrahim versucht immer noch Connie zu therapieren.
Aber ausgerechnet auf der Hochzeit ergibt sich dann ein neuer Fall. Der Trauzeuge von Paul, der sich leider etwas daneben benommen hat, spricht Elisabeth an und bittet sie um Hilfe, denn er hat unter seinem Auto eine Bombe entdeckt. Dann ist Nick Silver verschwunden und seine Geschäftspartnerin Holly kommt zu Besuch. Die Ereignisse spitzen sich zu und der Donnerstagsmordclub, der längst nicht mehr nur am Donnerstag tagt, hat einen neuen Fall und muss sich in Bitcoins und Cold Storag einarbeiten.
Ich mag diese Krimireihe sehr, die von den unterschiedlichen Persönlichkeiten lebt und durch die wechselnden Perspektiven erhält man immer einen guten Einblick in das Beziehungsgefüge. Der Personenkreis ist im Laufe der Zeit angewachsen und natürlich ist auch Donna wieder dabei, Chris dieses Mal mehr am Rande.
Zwischendurch ging leider etwas die Spannung verloren und es ging mehr um die Hintergrundgeschichten, das fand ich etwas schade, aber insgesamt gesehen war es ein schöner neuer Fall für den Donnerstagsmordclub.
Was geschah im Morning-House?
Death at Morning House von Maureen Johnson
Marlowe Wexler ist schüchtern und selbstkritisch und braucht ewig, um Akilah aus ihrer Schule um ein Date zu bitten, aber dann verbringen sie einen wunderbaren ersten Teil im Restaurant und dann noch im Cottage, auf das Marlowe für Freunde ihrer Eltern aufpasst. Aber dann geht alles schief: das Haus brennt und Akilah kündigt ihren Job in der Eisdiele, in der sie gemeinsam gejobbt haben.
Marlowe zieht sich zurück bis ihr der Sommerjob im Morning-House angeboten wird. Seit 1932 ist das Haus nicht bewohnt und soll nun, bevor ein Investor es übernimmt, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Und Marlowe soll fünf andere Jugendliche bei den Führungen unterstützen. Unterbrochen wird die Gegenwartshandlung immer wieder von Rückblicken, in denen man die Geschichte vor der Tragödie im Sommer 1932 erfährt bis hin zu dem verhängnisvollen Tag. Aber auch in der Gegenwart läuft nicht alles so glatt - allerdings passiert hier erst relativ spät etwas. Am Anfang interessant, dann kam für mich eine ziemlich lange Durststrecke bis es am Ende spannend wurde.
Highlight
Rabenthron von Rebecca Gablé
Ein neuer fesselnder Roman aus der Feder von Rebecca Gablé, deren Romane mich schon seit vielen Jahren begeistern.
Dieses Mal spielt die Handlung von 1013 bis 1041, wobei es zwischendurch immer mal wieder Zeitsprünge gibt.
Neben den historisch verbürgten Personen stehen hier Ælfric of Helmsby und seine Familie, vor allem sein Sohn Penda, und Hakon, erst dänischer Gefangener und dann Freun von Ælfric of Helmsby im Mittelpunkt der turbulenten Geschichte.
Nach der Lektüre habe ich zumindest diesen Teil der englischen Geschichte oder besser Geschichte der Könige besser verstanden und im Anschluss habe ich - angeregt durch den Roman - einiges über die historisch verbürgten Personen, unter Anderem über Königin Emma, nachgelesen.
Ein richtig dicker, toller Schmöker, bei dem einfach keine Langeweile aufkommt und trotz der fast 900 Seiten immer wieder interessante und unvorhergesehene Dinge geschehen. Ich habe mit den Charakteren mitgefiebert, gehofft und gebangt.
Rebecca Gablé gehört für mich zu den Besten - sehr gut recherchiert und die Lücken in der historischen Überlieferung sinnvoll gefüllt, interessante Charaktere und auch über das Alltagsleben erfährt man sehr viel, quasi nebenbei, ohne die Handlung zu unterbrechen. So muss es sein. Und im Nachwort erfährt man auch noch einiges über den historischen Kontext.
Neue Reihe
Dunkle Sühne von Karin Slaughter
Ich habe schon einige Bücher von Karen Slaughter gelesen und habe mich auf diese neue Reihe gefreut.
Sie spielt in North Falls, einem kleinen Ort, in dem die weit verzweigte Familie Clifton das Sagen hat. Emily Clifton ist bei der Polizei, ihr Vater ist der Sheriff.
Am 4. Juli verschwindet die 15jährige Tochter ihrer besten Freundin.
Madison wollte vorher noch mit Emily reden, aber die hatte keine Zeit, was sie sich später zum Vorwurf machen wird. Denn sowohl Madison als auch ihre Freundin Cheyenne verschwinden und werden bald tot aufgefunden. Der ganze Ort hilft bei der Suche.
Die Ermittlungen, aber auch die Vorstellung der Familie und des Ortes haben die Geschichte für mich anschaulich gemacht, auch wenn sich alles erst langsam aufbaut und die Spannung ein wenig auf sich warten lässt, aber dann doch da ist.
Es gibt relativ bald einen Zeitsprung und danach geht es erst richtig los.
Slaughter schafft es, Spannung auf zubauen und hat mir gute Lesestunden verschafft. Auch wenn meine Vermutungen am Ende bestätigt wurden.
Ein spannender Reihenauftakt.
Leise und melancholisch
Der Krabbenfischer von Benjamin Wood
Das Cover trifft die Stimmung des Buches richtig gut und obwohl der Roman nicht sehr lang ist, ist er sehr gefühlvoll und regt zum Nachdenken an.
Der junge Thomas Flett ist ein Krabbenfischer und zieht jeden Morgen von Neuem los und zwar - wie er es von seinem Großvater gelernt hat - mit Pferd und Wagen, obwohl es in den 1960er Jahren schon modernere Methoden gibt.
Eines Tages taucht ein Filmregisseur in Longferry auf und begegnet Thomas.
Die Handlung des Buches läuft gerade mal über zwei Tage, aber wir erfahren hier die Lebensgeschichte von Thomas und vor allem der emotionale und poetische Schreibstil hat es mir hier angetan. Ein Genuss, dieses Buch zu lesen.
Wir erfahren viel über die Gefühle und Träume von Thomas Flett und es gibt viele Beschreibungen. Es ist nur ein kleiner Ausschnitt, aber dieser ist dennoch so bedeutend. Für mich eine Entdeckung.











