Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Suchbilder
99 Tomaten & eine Kartoffel von Delphine Chedru
Schon das bunte und vielfältige Cover bietet die ersten Redeanlässe und gibt einen Einblick auf die unterschiedlichen Themenfelder. Allerdings hätten die Seiten des Buches ruhig etwas stabiler sein können. Aber das ist nur eine Kleinigkeit. Es geht gleich los mit "99 Flugzeugen und eine Schwalbe".
Ach, das ist doch gar nicht so schwierig, mag man naiv denken. Die unterscheiden sich ja doch ganz schön voneinander - wie auch Ostereier und ein Osterhase, aber es ist beleibe nicht so einfach wie gedacht. Und das macht es ja auch umso interessanter. Zu jeder Seite gibt es noch Zusatzaufgaben, z.B. "An welchen Äpfeln wurde am meisten geknabbert" oder aber auch ganz offen die Frage nach der Lieblingsblume. Auf der letzten Seite gibt es die Lösung für alle, die sie nicht finden konnten. Auf der vorletzten Doppelseite ist ein großes Bücherregal abgebildet mit "99 Büchern und kein Ende" - ohne Aufgabenstellung. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Zeichnungen sind toll und die Aufgabenstellungen abwechslungsreich. Ein Buch, das vielfältige Beschäftigungen bietet.
Vielschichtig
Die Hafenärztin. Ein Leben für das Glück der Kinder von Henrike Engel
Das Cover des Buches gefällt mir nicht so sehr. Für einen Krimi finde ich es einfach ein bisschen zu kitischig und es weckt hier falsche Erwartungen. Die Silhouette im Hintergrund gefällt mir allerdings gut.
Anne Fitzpatrick - oder eher Anne van der Zwaan - arbeitet seit Neuestem nach ihrer Arbeit in der eigenen Praxis - in den Auswandererhallen der Hapag, gegründet von Ballin.
Die Auswanderungswilligen müssen sich hier strengen Hygiene- und Quarantänevorschriften unterwerfen und so ist es dort ein Leben abgetrennt von der Stadt Hamburg. Sehr gut wurden hier die Zustände der Auswanderer beschrieben. Anne macht der Tod eines Jungen misstrauisch, doch sie wird nicht erhört. Neben ihr gibt es noch die Perspektive der angehenden Lehrerin Helene Curtius, die ein Praktikum in der Ballinstadt macht und mit der Anne bereits einen Fall aufgeklärt hat. Sehr zum Missfallen von Kommissar Berthold Rheydt, der dritten Perspektive. Neben den Auswanderern geht es hier unter Anderem um Prostitution, Mord in diesem Milieu, aber auch um Reformpädagogik, die Frauenbewegung und vieles mehr.
Ein guter Roman mit Krimielementen, die meiner Meinung nach noch etwas prägnanter hätten sein können.
Die Schatten der Vergangenheit - Hörbuchrezension
Sturmrot von Tove Alsterdal
Olof Hagström hat als Jugendlicher eine Straftat begangen und sie verbüßt, doch sein Vater hat ihn damals aus dem Haus gejagt und er ist nicht wieder in die Heimat zurück gekehrt, noch nicht einmal zur Beerdigung seiner Mutter. Doch jetzt führt ihn ein Job in der Nähe vorbei und er beschließt, seinem Vater einen Besuch abzustatten, immerhin sind 20 Jahre vergangen.
Doch er kommt zu spät. Sein Vater liegt tot in der Dusche, erstochen. Was ist hier passiert? Schnell holen ihn die vergangenen Ereignisse ein. Auch Eira Sjödin kehrt nach langer Zeit in ihre Heimat zurück, um sich um ihre demente Mutter zu kümmern. Sie arbeitet als Polizistin an der Aufklärung des Falles. Doch immer wieder geht es um die Ereignisse in der Vergangenheit und um Lina, deren Leiche nie aufgetaucht ist, deren Ermordung Olof aber damals gestanden hatte. Nicht nur ein spannender Roman, sondern auch ein klein wenig eine Milieustudie. Gut vorgetragen von Heike Warmuth. Interessante Charaktere und eine gelungene Auflösung. Ich freue mich schon auf die weiteren Teile der Reihe.
Auf der Insel
Als das Böse kam von Ivar Leon Menger
Juno ist sechzehn Jahre alt und lebt mit ihrem zwölfjährigem Bruder Boy und den Eltern auf einer abgelegenen Insel. Der Vater geht einmal im Monat auf dem Festland einkaufen und wenn der Postbote kommt, dann müssen Juno und Boy sich immer verstecken. Die Bedrohung ist immer präsent und wenn die Sirene ertönt, müssen alle in den Schutzkeller.
Doch so langsam kommen Juno immer neue Fragen und sie hinterfragt das rigide Regelsystem der Eltern. Die Sehnsucht einer Fahrt zum Festland steigt, auch bei Boy. Doch wenn einer von beiden rebelliert, dann werden beide bestraft. Was steckt dahinter? Weshalb versteckt sich die Familie und warum verwenden sie Begriffe wie Nord- und Südländer statt Länder zu benennen? Die Atmosphäre wird immer beklemmender und auch als Leserin habe ich viele Hypothesen aufgestellt. Das Buch lässt sich gut lesen, ein flüssiger Schreibstil und ein guter Spannungsaufbau. Am Ende löst sich alles auf, auch wenn ich recht früh geahnt habe, worauf es hinausläuft. Ein recht kurzes, aber spannendes und unterhaltsames Buch.
Lakshmis Geschichte
Die Hennakünstlerin von Alka Joshi
Schon das Cover hat mir verraten, dass es sich hierbei um einen Roman handelt, der in Indien spielt und darum war ich sehr neugierig. Das Cover gefällt mir sehr.
Der Roman spielt in den 1950er Jahren. Während der Prolog aus Sicht der jüngeren Schwester geschrieben wird, steht jedoch Lakshmi im Mittelpunkt.
Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen in einem kleinen Dorf, wird sie im Alter von 15 Jahren verheiratet. Ihr Ehemann schlägt sie und behandelt sie schlecht; lediglich ihre Schwiegermutter stand immer zu ihr und hat ihr viel über Heilkunde beigebracht. Über Agra gelangt sie nach Jaipur und verziert wohlhabenden Inderinnen vorwiegend die Hände mit ihrer außergewöhnlichen Hennakunst. Dabei ist es von Vorteil, dass sie Brahmanin ist und nicht zu einer niedrigeren Kaste gehört. Allerdings muss sie sich immer unterordnen. Malik, ein Straßenjunge, wird zu ihrem Gehilfen. Er hat mir mit seinem Witz und seiner Geschicktheit sehr gut gefallen. Schon bald verändert sich Lakshmis Alltag und auch ihre Träume werden angepasst. Mit der Ankunft der jüngeren Schwester, von deren Existenz sie gar nichts wusste, hat sie Verantwortung für einen anderen Menschen. Unglaublich vielschichtig, berührend und eine Einführung in das Leben einer Frau in Indien in den 50er Jahren. Das Buch hat mir sehr gefallen.
Die rote Kiste
Beifang von Martin Simons
Bei diesem Buch hat das Cover meine Aufmerksamkeit sofort erregt, weil es eine typische Ansicht einer Zechensiedlung aus dem Ruhrgebiet ist, wie es sie noch immer so oder so ähnlich an vielen Stellen gibt.
Martin Simons nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit, auf eine Aufarbeitung einer Familiengeschichte, aber auch in eine Geschichte des sich wandelnden "Ruhrpotts".
Franks Elternhaus wird verkauft und er sucht sich aus dem "Gerümpel" eine Kiste aus, die einmal seinem Großvater gehört hat - und da sein Vater Fragen über die Vergangenheit immer wieder aus dem Weg gegangen hat, begibt sich Frank nun auf eine Spurensuche. In diesen Gesprächen kommt immer mehr zu Tage, erfahren wir mehr über das harte Leben in einer Zechensiedlung, auf zu engem Raum mit viel zu vielen Menschen. Eine interessante multiperspektivische Geschichte, denn jeder der Befragten hat seine eigene Idee von der Vergangenheit. Eine Familiengeschichte und eine Geschichte des Ruhrgebiets.
Toller Band
Keeper of the Lost Cities - Die Flut (Keeper of the Lost Cities 6) von Shannon Messenger
Ich habe mich schon so sehr auf den nächsten Band dieser Reihe gefreut und zum Glück erscheinen die Bänder auf deutsch ja relativ bald nacheinander, so dass die Wartezeit nicht allzu lange ist, auch wenn ich nach dem Ende der Lektüre immer am liebsten sofort weiterlesen würde.
Auch dieses Cover ist wieder superschön geworden.
Ich mag die unterschiedlichen Farben der Reihe und die Illustration gibt immer einen schönen Einstieg in den neuen Band und auf das, was uns hier wohl erwarten wird.
Die Geschichte und auch der Schreibstil sind wieder sehr gelungen. Man taucht mit jedem Band weiter in diese phantastische Welt ein.
Dieses Mal geht es mehr um Sophies menschliche Familie, ohne dass ihre "neue" Welt dabei vernachlässigt wird. Denn die Neverseen haben Sophies Eltern entführt.
Der Spannungsaufbau ist wieder einmal grandios, schon der Prolog wirft so viele Fragen auf. Aber auch im Verlauf des Buches kommt keine Langeweile auf. Eine tolle Reihe! Und der Cliffhanger ist zum Glück noch vertretbar und nicht allzu fies.
Magisch
Das Antiquariat der verlorenen Dinge von Mahr Daphne
Clara darf in den Sommerferien ein Praktikum im Antiquariat von Tante Yvette machen, das mitten in der Altstadt von Lyon liegt. Seit dem Tod ihres geliebten Großvaters Papy Philippe, der eine Buchbinderwerkstatt geführt hat, war sie nicht mehr dort. Im Antiquariat trifft sie auf den mürrischen Théo, der ständig am Handy rumtippt und nur unfreundlich ist.
Clara wusste bis dahin gar nicht, dass Yvette einen Neffen hat. Aber da ist noch so einiges, was Clara noch nicht weiß... Das zauberhafte Cover hat mich von Anfang an entzückt und neugierig gemacht. Und es bekommt eine große Bedeutung während des Romans. Die Geschichte beginnt mit einem kurzen Prolog in der Vergangenheit und wird dann aus Claras Sicht geschrieben. Unterbrochen wird die Geschichte immer wieder von zauberhaften und poetischen Texten über Bücher, Buchbinder und vielem mehr. So werden z.B. Bücher mit Schatztruhen verglichen, einem schönen Vergleich. Die Geschichte entwickelt eine tolle Dynamik und am liebsten wäre ich mit durch Lyon flaniert und auch die weiteren Orte. Ein Buch, bei dem am Ende alles gesagt wurde, auch wenn ich mir durchaus noch weitere Geschichten aus dieser Welt vorstellen kann.
Geisterbeschwörung
Yadriel und Julian. Cemetery Boys von Aiden Thomas
Was für ein tolles, buntes Cover mit so vielen Details, bei dem der Titel liebevoll eingebunden worden ist. Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Aber auch die Geschichte von Yadriel und Julian lohnt sich. Yadriel ist sechzehn Jahre alt. Er ist trans- und homosexuell. Und genau das stellt ein Problem dar, wenn er ein echter brujo werden möchte, denn seine Familie sieht ihn noch immer als Mädchen an.
Aber er vollzieht dennoch heimlich das Ritual. Als Julian eigentlich den Geist seines ermordeten Cousins heraufbeschwören möchte, geht etwas schief, denn auf einmal steht Julian, der Bad-Boy der Schule vor ihm bzw. sein Geist. Die beiden gehen einen Deal ein, aber schon bald ist es etwas ganz anderes, das Yadriel sich wünscht. Eine tolle Geschichte über Familie, Freundschaft, Traditionen, Selbstfindung, aber auch über die (erste) Liebe und transgender. Man vergisst immer wieder, dass Julian tot ist. Ein guter Roman mit wichtigen Themen.
Klebespaß
Wieso? Weshalb? Warum? Stickerheft - Im Wald von
Die Zeichnung von dem Eichhörnchen auf dem Cover des Buches finden wir nicht ganz so gut gelungen, aber insgesamt gibt das Cover schon einen guten Einblick auf das, was die LeserInnen hier erwartet. Vor allem durch die kleinen aufgezeichneten Sticker. Das große Plus bei diesem Buch sind ganz eindeutig die vielen Sticker, die es immer passend zu den einzelnen Buchseiten gibt, immer mit verschiedenen Anweisungen.
Für jede Doppelseite gibt es neue Sticker. Mal kann man die Sticker nach eigener Lust und Laune platzieren, mal sind kleine Aufgaben damit verbunden, so zum Beispiel in Form von kleinen Puzzleteilen. Schade ist allerdings, dass man die Sticker nur einmal verwenden kann. Das bedeutet, wenn sie einmal kleben, dann kann man sie leider nicht mehr ablösen. Darum muss vorher gut bedacht werden, was wo aufgeklebt wird. Die Themen sind kindgerecht und abwechslungsreich.











