Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Toller Kinderkrimi
Mord im Gewächshaus von Elizabeth C. Bunce
Das Cover lohnt definitiv einen zweiten Blick. Vor allem das Kleid von Myrtle Hardcastle, auf dem ein Gewächshaus abgebildet ist, während die scherenschnittartige Person eine Lupe in der Hand trägt. Ein Cover, das mit viel Liebe gestaltet wurde und deshalb neugierig auf die Geschichte macht. Die Geschichte wird aus der Sicht der Protagonistin Myrtle Hardcastle erzählt.
Mytle ist zwölf Jahre alt, wird aber aufgrund ihrer Größe oft für jünger gehalten. Sie ist ein neunmalkluges Mädchen aus einer gut situierten Familie. Der Vater ist Staatsanwalt, die Mutter bereits verstorben. Die Geschichte spielt am Ende des 19. Jahrhunderts in dem kleinen Ort Swinburne. Aufgrund ihres Interesses für die Medizin - wofür sich auch ihre Mutter sehr interessierte - und ihres Charakters sowie der Vorliebe für Kriminalfälle hat sie Probleme mit Gleichaltrigen. Als die alte Nachbarin Miss Wodehouse verstirbt, vermutet außer Myrtle erst niemand einen Mord. Doch die Nachwuchsdetektivin ist nicht zu stoppen. Sie beginnt gemeinsam mit ihrer Gouvernante Miss Judson zu ermitteln.
Nicht viel Neues
Four Houses of Oxford, Band 1 - Brich die Regeln von Anna Savas
Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, denn der Klappentext und auch die Leseprobe waren vielversprechend. Außerdem habe ich mich auf Oxford als Handlungsort gefreut. Es fing auch gut an. Harper, die in Pflegefamilien aufgewachsen ist, erhält die Chance in Oxford zu studieren und hat auch noch eine Einladung zu der Studentenverbindung der Diamonds erhalten.
Vorher hat sie ominöse Briefe erhalten, die besagen, dass sie die Einladung annehmen muss. Jedem, der beitritt, wird die Chance bewährt, dass sich sein Herzenswunsch erfüllt. Und Harper ist klar, was sie möchte: sie möchte wissen, wer ihre Eltern waren. Doch dann wird es natürlich gefährlich. Ihre Freundin Cece studiert auch in Oxford, darf aber nicht wissen, was wirklich bei den 4 Farben geschieht. Dann trifft sie auch noch Finley wieder, der vor zwei Jahren urplötzlich verschwand. Eigentlich ist sie sauer auf ihn, fühlt sich aber immer noch von ihm angezogen. Erzählt wird die Geschichte vorrangig aus Harpers Sicht und immer wieder gibt es Kapitel aus der Sicht von Finley. Die Geheimnisse und Machenschaften der Diamonds, Spades, Cross und Hearts waren jedoch nichts Neues und ich hatte oft das Gefühl, solche Themenvariationen schon allzu oft gelesen zu haben. Oftmals verliert sich die Geschichte in Belanglosigkeiten und plätschert zu sehr dahin, dann passiert wieder urplötzlich etwas um dann wieder abzudriften. Nicht schlecht, aber ich hatte mehr erwartet.
Eine faszinierende Welt
A River of Royal Blood – Rivalinnen von Amanda Joy
Amanda Joy hat in ihrem Buch eine faszinierende Fantasywelt erschaffen, in der es neben Menschen noch die Fey, die Blutsvettern und die Khimaer gibt. Die Magie der Menschen zeigt sich auf unterschiedliche Weise. So kann Isa, die Schwester der Protagonistin, Licht und Gedanken manipulieren und sie macht auch rege Gebrauch davon.
Eva hingegen hat die Blut- und Knochenmagie der furchtbaren Reina geerbt, einer Königin, die vor hundert Jahren einen furchtbaren Krieg begonnen hat. Deshalb möchte Eva ihre Magie auch gar nicht nutzen. Allerdings wird sie bald 17 Jahre alt und dann müssen Isa und sie als Erbrivalinnen gegeneinander antreten und sich bis auf den Tod bekämpfen, denn es darf nur eine Thronfolgerin geben. Isa und auch ihre Mutter zeigen sehr deutlich, wie wenig sie von Eva halten und ihr Vater ist weit weg. Aber zum Glück hat sie in Falun, dem Anführer ihrer Leibgarde, einen guten Freund und auch weitere Verbündete kommen hinzu. Wir erfahren hier, wie Eva langsam ihre Magie erkundet und was es damit auf sich hat und auch die Geschichte hat so manch eine Überraschung zu bieten. Erzählt wird recht langsam, aber so lernen wir die Welt gut kennen. Am Ende gibt es zum Glück keinen allzu fiesen Cliffhanger, aber ich freue mich trotzdem schon auf eine Fortsetzung.
Unterwegs mit Murmeltieren
Luyánta von Albrecht Selge
Jolantha ist genervt: von ihrer Familie, sowohl vom jüngeren als auch vom älteren Bruder, aber auch von ihren Eltern. Und von dem Wanderurlaub in den Bergen. Übernachtungen in Berghütten mit so vielen Menschen und menschlichen Ausdünstungen in einem Raum, die auch noch alle total begeistert sind.
Da schläft sie doch lieber im Waschraum. Doch auf einmal ist alles ganz anders, denn sie ist nicht Jolantha, sondern Luyánta und ist auf dem Weg in ein Abenteuer mit Murmeltieren, die froh sind, dass Jolantha endlich auf ihre Pfiffe reagiert hat und die sie schon lange zu kennen scheinen und nur auf sie gewartet haben. Sie muss auch gleich Kämpfe ausfechten. Sie ist mal das weiße Murmeltier, dann wieder Prinzessin und schaut anfangs erstaunt auf ihre Hände, die auf einmal Pfoten sind. Ein Fantasyabenteuer, auf das ich mich erst einmal einlassen musste. Zum einen lässt es sich Zeit, zum anderen wird viel vorausgesetzt und erst später erklärt. Auf jeden Fall ein ganz anderes Abenteuer als ich erwartet hatte. Constanze Becker trägt das lange Buch gekonnt vor und hat mir viele gute Hörstunden gegeben.
Ein Reiseführer für jede Lebenslage
Das Fundbüro der verlorenen Träume von Helen Frances Paris
Dot arbeitet im Reisebüro an der Baker Street in London. Sie ist eher zufällig hier gelandet, hatte eigentlich ganz andere berufliche Pläne, aber das Leben verläuft eben nicht immer so wie gedacht. Dot ist sehr korrekt und freut sich immer, wenn Fundstücke ihrem Besitzer zurück gegeben werden können.
Eines Tages kommt Mr Appleby zu ihr. Er vermisst die auf dem Cover des Buches abgebildete Tasche, vor allem jedoch das darin befindliche Portemonnaie, weil es seiner verstorbenen Frau gehört hat. Ein Teil der Geschichte dreht sich zwar auch um dieses Fundstück, aber im Zentrum steht Dot, die sich immer wieder mit ihren Eltern und ihrer Schwester auseinandersetzt und in die Vergangenheit schweift und überlegt, was sie hätte anders machen können. Sie lebt sehr zurückgelassen und liebt es liegen gebliebene, nicht abgeholte Reiseführer zu lesen und in Gedanken zu reisen. Das Buch entwickelt sich anders als ich dachte und vor allem ist es viel ernster und hat mich an manch einer Stelle zum Nachdenken gebracht. Julia Meier hat eine angenehme Stimme, die gut zu diesem Buch passt.
Viel Idealismus
Selbstversorgung von Marie Diederich
Schon bei dem Cover, auf dem die Autorin mit dem Huhn auf dem Kopf zu sehen ist, hatte ich ein Lächeln im Gesicht. Selbstversorgung - ja, das ist im Moment sehr im Trend und interessiert mich. Das Buch ist gut geschrieben und reich bebildert und bei den tollen Fotos bekommt man schon Lust. Allerdings ist eine komplette Selbstversorgung nicht möglich, wenn man zum einen nicht das passende Grundstück hat (es muss recht groß sein und außerdem muss Tierhaltung erlaubt sein) und zum anderen schlichtweg die Zeit für ein solches Vollzeitprojekt fehlt.
Aber diesen Traum zu lesen ist trotzdem interessant. Vor allem lustig, denn die Autorin hat viel Humor, denn wie kommt man auf die Frage, ob man schon mal mit Hühnern geduscht hat oder dass man Kleidung streicheln sollte. Hier wird sogar das Saatgut selbst herangezogen. Am besten haben mir noch die Rezepte am Ende des Buches gefallen; von denen werde ich bestimmt so einige noch ausprobieren. Fazit: ein tolles Buch mit Erfahrungswerten zum Nachlesen, aber in der Umsetzung eher problematisch.
Ein merkwürdiger Ort
Ancora von Colin Hadler
Romy und ihr Freund Aurel sowie ihr bester Freund Jannis begeben sich auf eine Auszeit der besonderen Art. Jannis hat den Ort Ancora und seine Geschichte auf einer website entdeckt. Ein Ort, der abgeschieden liegt und dessen Bewohner sich selbst versorgen. Ein Ort, in dem die Geschichte stehen geblieben ist.
Romy hofft, hier Ruhe zu finden für das Verfassen ihrer Gedichte. Aurel hingegen möchte seiner Freundin Romy wieder näher kommen und ist genervt, dass auch Jannis mit von der Partie ist. Eine überaus komplizierte Ausgangssituation also. Und dann ist auch noch der Autoschlüssel verschwunden bevor sie überhaupt im Dorf angekommen ist. Und auch dort ist alles sehr mysteriös. Vor allem Romy merkt schnell, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Recht schnell verlässt der Roman dann den Bereich der Realität und es wird immer mehr zu einem Fantasybuch mit einer merkwürdigen Zeitschleife und Ereignissen, die vor allem Romy verändern und involvieren. Allerdings hätte der Roman ein wenig mehr Straffung vertragen können und auch mehr Spannung. Lediglich am Ende wird das Tempo etwas angezogen, bis dahin plätschert für mich die Handlung leider etwas zu sehr dahin.
Spannender Abschluss
Violas Versteck von Marc Raabe
Auch das Cover des abschließenden Bandes dieser Reihe um den Ermittler Tom Babylon finde ich wieder sehr gut gestaltet. Im Grunde genommen recht schlicht, aber gerade deshalb von so großer Aussagekraft. Es wird wieder einmal sehr persönlich in diesem letzten Fall für Tom Babylon. Denn es taucht auf einmal ein Foto seiner Schwester Viola auf, die bereits als Kind verschwunden ist.
Lebt Vi doch noch, nach nunmehr 20 Jahren? Der Hinweis stammt von seinem Vater, der jedoch kurz darauf ums Leben kommt. Eine atemberaubende Suche beginnt. Tom vermutet, dass sein - allerdings zurzeit inhaftierter - ehemaliger Chef Bruckmann dahinter steckt. Doch wie konnte er dies bewerkstelligen? Gegenwart und Vergangenheit wechseln sich hier ab, denn zu Beginn hat Tom einen Gedächtnisverlust erlitten und so wird die Spannung auf einem hohen Niveau gehalten. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Ich hoffe, bald gibt es spannenden Nachschub von Marc Raabe.
4. Band
Keeper of the Lost Cities – Der Verrat (Keeper of the Lost Cities 4) von Shannon Messenger
Auch das Cover des vierten Teils dieser Reihe ist wieder einmal sehr gelungen und ein echter Hingucker geworden. Ich finde es außerdem schön, dass man hier auf den ersten Blick erkennt, dass es sich um eine Reihe handelt. Auch die jeweils anderen Hintergrundfarben gefallen mir gut. Der Bezug zum Buch ist auch gegeben und beim Blick auf das Cover möchte man sich sofort wieder in das nächste Abenteuer von Sophie und den anderen stürzen, nachdem das letzte Buch auch schon wieder so spannend endete.
Der Autorin gelingt es gut die vorangegangenen Ereignisse wieder ins Gedächtnis zu rufen, ohne sich zu sehr zu wiederholen. Und wieder geht es darum mehr über Sophies Vergangenheit herauszufinden. Ob das dieses Mal gelingen wird? Ich kann nur soviel verraten: hier gibt es endlich mal Antworten auf lange gestellte Fragen - allerdings tauchen dafür neue auf. Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist in sich stimmig und gut ausgearbeitet. Auch der Schreibstil und der Spannungsbogen sind wieder einmal gelungen. Und nun heißt es abwarten, wie es wohl im nächsten Band weitergehen wird, der ja zum Glück recht bald erscheinen wird.
Eine etwas andere Anthologie
Keeper of the Lost Cities – Der Verrat (Keeper of the Lost Cities 4) von Shannon Messenger
Ich mag die Fantasie und die Geschichten von Holly-Jane Rahlens und somit war ich auf diese ungewöhnliche Märchenanthologie sehr gespannt. Eingebettet in einen pseudo-wissenschaftlichen Rahmen erzählt die Autorin 10 bekannte Märchen neu. Es beginnt mit Dornröschen, Dawn Rose Sheen, die kyrokonserviert wurde.
Dann gibt es noch das Märchen von Hans im Glück in Balladenform (Ballad of Lucky Hansi, or How to Swap a Safety Pin for a House), das Märchen vom Froschkönig, der ein Cyborg ist oder von der Influencerin, die ihre Geschichte anlehnt an das Märchen von Sterntaler. Die Anthologie ist erschienen zum 1.000jährigen Jubiläum der Erfindung des Buchdrucks von Gutenberg. Die Geschichten wurden zwischen 2019 - also unserer Jetztzeit - und den folgenden Jahrhunderten aufgeschrieben, wie im Vorwort erläutert wird. Jeder Geschichte ist eine Illustration vorangestellt. Und im Anschluss gibt es eine wissenschaftliche Interpretation und Einordnung des Märchens, die wiederum einiges über diese Zukunftswelt enthüllt. Ein überaus interessantes Buch, das mich als Geisteswissenschaftlerin so manches Mal zum Grinsen gebracht hat. Ein Werk, das ein Zeugnis für die überbordende Fantasie dieser Autorin darstellt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es ein Buch ist, das die Geister scheiden wird. Mir gefiel es.










