Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Ein modernes Märchen
Der kleine Raubdrache (Bd. 1) von Dagmar H. Mueller
Prinzessinnen werden von Drachen entführt oder geraubt und dann kommt der Prinz und kämpft gegen den Drachen. Der Prinz geht als Sieger aus dem Kampf hervor und reitet mit seiner Prinzessin in den Abendhimmel und sie bleiben glücklich an ihr Lebensende. Doch damit alles richtig abläuft, gibt es Bücher mit Regeln und die Raubdrachen haben es gar nicht so leicht.
Denn der Prinz darf nicht beim Kampf ernsthaft verletzt werden und die Prinzessin darf nicht zu Schaden kommen. Deshalb erhält sie in ihrer nicht abgeschlossenen Zelle auch alle möglichen Annehmlichkeiten. Dafür muss sie Tränen vergießen, seufzen, sich nach ihrem Prinzen verzehren etc. Ja, genau so muss es laufen. Doch was, wenn eine Prinzessin entführt wird, die gar keinen Prinzen hat und auch keinen möchte, der sie befreit? Und wenn der kleine Drache keine Lust hat, Prinzessinnen zu entführen? Ein Buch, das wunderbar mit unseren Vorurteilen und Rollenklischees spielt mit fabelhaften Illustrationen. Wir freuen uns schon auf den zweiten Band.
Ran an den Salat!
Salate zum Sattessen von Tanja Dusy
Allein bei diesem Cover ist mir schon das Wasser im Mund zusammen gelaufen. Und so erging es mir dann auch bei den Fotos im Innenteil. Die Rezepte sind alle bebildert - in Farbe und toll angerichtet. Für mich ist das bei Rezeptbüchern immer entscheidend. "Meine Prise Magie" oder "Meine fantastische Idee" geben immer tolle zusätzliche Tipps.
Manchmal sind die Tipps nichts Neues, manchmal jedoch überraschend. Und dann gibt es immer wieder Seiten mit Tipps, zum Beispiel für den perfekten Salat - mehr Biss, voller Geschmack, Harmonie und Abwechslung - oder Dressingtricks. Die Rezepte haben eine weite Bandbreite und da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Traditionelle Rezepte werden aufgepeppt und modernisiert und asiatische, arabische, lateinamerikanische,... Varianten mit eingebunden. Am Ende des Buches gibt es noch ein übersichtliches Register - auf in die Küche und ans Schnippeln!
Die Geschichte der Bücher
Papyrus von Irene Vallejo
Das Cover mit der Papyrus-Pflanze und seiner Unaufdringlichkeit und Schlichtheit ist gerade darum umso schöner. Für mich als Historikerin war schon der Titel eine Aufforderung und dann erst der Untertitel - eine Verbindung meiner beiden Leidenschaften. Dennoch war ich erst ein wenig skeptisch, wie immer bei Büchern, die einen solchen Hype entfachen.
Doch dieser ist meiner Meinung nach gerechtfertigt. Die Erfindung der Schrift war so eine deutliche Zäsur in der Geschichte der Menschheit. Die Autorin nimmt uns mit in die Antike in die sagenumwobene Bibliothek von Alexandria und berichtet, wie diese an ihren Bestand gekommen ist. Wir erfahren außerdem, worauf alles geschrieben wurde, nicht nur auf Papyrus, sondern auch auf Tontafel und in Stein gemeißelt, aber auch vergänglichere Materialien. Wir lernen auch noch weitere Bibliotheken kennen, machen mal hier und mal dort Halt. Das zweite große Kapitel handelt vom Antiken Rom und wir tauchen dort in Schriften und Bücher und Autoren ein. Immer wieder verlässt die Autorin die Antike, springt in der Zeit umher und trägt viele Informationen zusammen. Faszinierend erzählt, ein Sachbuch, aber in einem ansprechenden Schreibstil und ein Buch, das zum Nachschlagen und Weiterinformieren einlädt. Ein wahres Füllhorn an Informationen.
Vermarktung
Die Kinder sind Könige von Delphine Vigan
Ich mag das Cover in seiner Farbgebung und dem leicht verschwommenen Eindruck sehr. Delphine de Vigan gehört seit langen Jahren zu meinen Lieblingsautorinnen und ich freue mich immer, wenn ein neues Buch von ihr erscheint. Sie schafft es immer wieder ganz andere, neuartige Bücher zu verfassen und bei ihr gibt es kein "Schema F".
In diesem Buch wagt sie sich nun wieder an etwas Neues. Social Media sind aus unserem Leben nicht mehr weg zu denken. Doch gerade die Frage, ob man seine Kinder dort "vermarkten" soll ist eine, die man kritisch beleuchten muss. Protagonistin Mélanie hat damit keinerlei moralischen Bedenken und hat das Leben ihrer Kinder öffentlich gemacht. Doch das rächt sich nun. Schon eine Weile lang mochte die sechsjährige Kimmy dieses von Social Media geprägte Leben nicht mehr und nun ist sie verschwunden. Mit der Polizistin Carla hat de Vigan einen Gegenpol geschaffen. Diese ganze online Welt ist nicht ihr Ding. Die Geschichte wird auf drei Zeitebenen erzählt. Zu Beginn ist Mélanie noch eine Jugendliche, dann die Zeit, in der Kimmy verschwindet und eine Perspektive 12 Jahre später. Erschreckend realistisch, mit Krimielementen und hier gibt es viel Stoff zum Nachdenken. Wie immer ein toller Schreibstil und nun heißt es warten auf das nächste Buch.
Brettspiele
Spyderling von Sascha Macht
Als ich den Klappentext zu diesem Roman gelesen habe, musste ich unwillkürlich an einen Freund denken, der gefühlt bei jeder Kickstarter-Aktion für neue Brettspiele mitmacht und jedes Mal mehr neue Brettspiele aufzuweisen hat, die eine lange Spielzeit und viel strategisches Denken fordern, oftmals ganze Geschichten erzählen.
So war meine Neugierde geweckt. Spyderling ist der Name eines Spieleentwicklers und er hat 8 Brettspielentwickler zu sich eingeladen, unter denen sich auch Daytona Sepulveda befindet. Spyderling selbst ist jedoch nicht anwesend. Im Laufe des Romans taucht man immer mehr in diese Spielewelt ein und die Geschichte ist schon ein wenig speziell, aber definitiv mal etwas Neues. Allerdings sicherlich kein Buch für die breite Masse.
Anspruchsvoll
Das rätselhafte Universum von Ilja Bohnet; Thomas Naumann
Das wunderbar bunte Cover erweckt auf jeden Fall sofort das Interesse und im Zusammenhang mit dem Titel ist auch gleich klar, worum es in diesem Buch gehen wird. Die beiden Autoren Ilja Bohnet und Thomas Naumann sind Physiker und kennen sich gut im Thema aus. Allerdings fand ich das Buch für Laien und nicht so kundige LeserInnen in dem breiten Bereich der Naturwissenschaften nicht immer einfach erklärt.
Ich bin einfach durch und durch in den Geisteswissenschaften angesiedelt und musste darum einiges mehrfach lesen. Dennoch ein wirklich interessantes Buch, das faszinierende Phänomene beschreibt, die ich jedoch nicht immer verstehen und nachvollziehen konnte. Am spannendsten fand ich, dass die Autoren hier zurück bis in die Antike gehen und das Thema auch historisch angehen. Die Grafiken lockern die Texte auf und veranschaulichen zusätzlich, wie auch die Zusammenfassungen am Ende der Kapitel. Breit gefächert, interessant, aber anspruchsvoll. Ein gewisses Maß an Vorwissen erleichtert sicherlich die Lektüre und das Verständnis.
Was geschah?
Mrs Agatha Christie von Marie Benedict
Die Cover dieser Reihe mit den handschriftlichen Auszügen im Hintergrund gefallen mir richtig gut. Also ich muss ja gestehen, dass ich mich noch nie mit der Biografie von Agatha Christie auseinandergesetzt habe und dass mir somit auch ihr mysteriöses Verschwinden kein Begriff war. Die Autorin Marie Benedict schreibt eine überzeugende Erklärung für dieses Verschwinden und außerdem einen spannenden Roman.
Mir hat es gut gefallen, dass es sich hier nicht nur um die 12 Tage des Verschwindens handelte, sondern wir in die Vergangenheit von diesem Zeitpunkt aus reisen und so das Kennenlernen von Agatha und Colonel Archibald Christie "begleiten". Nach und nach erfahren wir immer mehr Details und tauchen tiefer in die Vergangenheit und in die polizeilichen Ermittlungen und kleinen Vertuschungen ein. Ein guter Schreibstil und eine tolle Geschichte.
Geschickt konstruiert
Der Tote aus Zimmer 12 (Susan Ryeland ermittelt 2) von Anthony Horowitz
Und auch der zweite Fall mit Susan Ryeland war wieder äußerst geschickt konstruiert und ein "Fall-im-Fall", wieder einmal gibt ein Roman von dem mittlerweile verstorbenen Alan Conway Hinweise auf die Lösung eines anderen Falles. Susan Ryeland ist mittlerweile Hotelbesitzerin auf Kreta, vermisst aber die Verlagswelt.
Da kommt der Auftrag von den Trehernes gerade zur rechten Zeit. Ihre Tochter Cecily ist spurlos verschwunden, nachdem sie den Roman "Atticus unterwegs" gelesen hatte und darin einen Hinweis gefunden hat, dass der ehemalige Angestellte des Hotels unschuldig für einen Mord verhaftet wurde. Doch was für ein Hinweis? Und welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem Roman, der im Jahr 1953 spielt und dem Mord im Jahr 2008? Da muss Susan wohl doch noch einmal den Roman lesen und somit erhalten wir wieder einmal zwei Kriminalromane in einem und überlegen gemeinsam mit Susan, welche Parallelen es wohl geben könnte und wer welcher Person entspricht. Horowitz baut viele sprachliche Finessen ein und hat es wieder geschafft mich auf der Länge des ganzen Wälzers gut zu unterhalten.
Das Solstasia-Turnier
A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia von Roseanne A. Brown
Das Cover ist wirklich traumhaft schön mit den verschiedenen Grüntönen. Die kleinen Goldakzente um das Auge herum und auf dem Gesicht sowie die kleinen Sternchen auf dem Titel verstärken diesen Eindruck noch mehr. Der Schreibstil von Roseanne A. Brown ist sehr anschaulich und mit ihrer Geschichte führt sie uns in eine magisch angehauchte Welt angelehnt an die von Westafrika, nämlich in das Königreich Sonande.
Sowohl Königin Karina als auch Malik haben sehr gute Gründe, das sogenannte Turnier von Solstasia zu gewinnen. Die Zwänge der beiden werden gut beschrieben, so dass man mit ihnen mitfühlen kann. Ein schüchterner Protagonist und eine Protagonistin, die alles tut, um ihr Ziel zu erreichen. Doch ist die Geschichte wirklich so vorgeschrieben? Mir gefiel es, wie sich die beiden im Verlauf der Handlung weiter entwickelt und verändert haben. Das Ende war.... gemein. Denn nun bin ich gespannt auf die Fortsetzung.
Seelenhüter
Eliza Moore von Valentina Fast
Ich habe mich schon sehr auf die neue Reihe von Valentina Fast gefreut und meine Erwartungen sind erfüllt worden. Eliza lebt in Dublin und möchte seit dem mysteriösen Verschwinden ihres Vaters nichts mit der Liga zu tun haben. Aber dann brennt ihre Schwester durch und lässt die Liga hinter sich. Ausgerechnet Eliza soll ihre Rolle als Hüterin übernehmen.
Die Hüter - immer ein männlicher und ein weiblicher Hüter - müssen das Portal bewachen. Sie sind zudem Seelenpartner und in der Regel heiraten sie auch. Doch das möchte Eliza auf keinen Fall. Sie geht einen Vertrag auf Zeit ein, weil sie eigentlich nur wissen möchte, was mit ihrem Vaer passiert ist. Außerdem hat Conor sie gleich zu Beginn belogen, was kein guter Start ist. Eliza zur Seite steht ihre Freundin, die zu Elizas Überraschung auch zur Liga gehört. Ein spannender und fantastischer erster Teil mit viel Magie und so manch einem Rätsel und so einigen Überraschungen. Ich bin nun schon gespannt auf die Fortsetzung.











