Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Macht der Vergebung
Lost-Moments-Reihe, Band 1 - The Moment I Lost You von Rebekka Weiler
Das Cover finde ich sehr schön gestaltet mit den verschlungenen RAnken und der Zerfaserung, allein die Farbgebung mag ich nicht so sehr. Der Roman beging mit einem sehr emotionalen und traurigen Prolog über die Ereignisse, die sich vier Jahre zuvor ereignet haben. Wir erleben mit Mia auf einer Party den Tod ihrers besten Freundes Brant mit.
Allein diese Vorstellung, dass ein geliebter Mensch in meinen Armen stirbt und dann noch so ein junger Mann und auf so dramatische Weise, das war ganz schön heftig. Nach dem eindringlichen, aber kurzen Prolog springen wir weiter in die Gegenwart und dort beginnt die Geschichte erst richtig. Mia trifft ausgerechnet auf Nathan, der den Tod von Brant auf dem Gewissen hat. Gerade ihn wollte sie nie wieder treffen. Aber es ist beinahe wie verhext, denn die beiden treffen immer wieder aufeinander. Wie soll und kann Mia damit umgehen? Ich mochte es sehr, wie auf ihre Gedankengänge eingegangen wurde und wie sich langsam alles ein wenig verschiebt. Eine Geschichte über Trauer und Vergebung.
Adele reloaded
Die schreckliche Adele 02 von Mr. Tan; Miss Prickly
Adele ist wieder da. Und sie hat auch wieder ganz viele Ideen im Kopf, die sie ohne Rücksicht auf Verluste in die Tat umsetzt. Die Zeichnungen sind meist auf das Wesentliche reduziert. Typisch sind hier die übergroßen Köpfe. Und das meist wutentbrannte Gesicht von Adele ist immer wieder gut zu erkennen.
Adele sind noch längst nicht alle Gemeinheiten ausgegangen, aber im Grunde genommen zeigt sie dann doch immer mal wieder, dass sie doch ein Herz hat - auch wenn sie es gut zu verbergen weiß. Ein Feuerwerk an Ideen und ein Wiedersehen mit den Charakteren aus dem ersten Band. Viele kurze, aneinandergereihte Geschichten. So wird zum Beispiel auch Bezug auf Harry Potter genommen. Adele bekommt einen Zauberstab von ihrer Mutter und muss natürlich gleich einen der fürchterlichsten Zaubersprüche an ihrer Katze ausprobieren. Aber dann hat Adele Angst im Kino, während alle anderen Kinder sich köstlich amüsieren. Adele ist einfach anders.
Schwarzer Humor
Die schreckliche Adele 01 von Miss Prickly; Mr. Tan
Adele ist eigentlich immer wütend, hat eine zerstörerische Ader und irgendwie scheint sie dafür geschaffen zu sein, das Leben ihrer Eltern zur Hölle zu machen. Und das macht sie auch schon seit langer Zeit, denn diese Comicreihe gibt es im Französischen schon sehr lange und ich habe mich gefreut, dass sie nun auch übersetzt worden ist.
Aber ist Adele wirklich nur fies und gemein? Nein, wenn man genauer nachdenkt, dann ist sie es nämlich doch nicht. Ok, oder nur ein bisschen. Und manchmal gehen ihre Ideen auch einfach nach hinten los. Zu Beginn des Buches werden die wichtigsten Personen vorgestellt und da hält Adele auch nicht mit ihrer Meinung hinter dem Berg. Sie hat ein Kätzchen, das niedlich ist, aber wehe, jemand bezeichnet es als Kätzchen, denn es ist ein furchterregender Löwe. Hat Adele Freunde? Sie zieht immer über sie her, aber im Grunde genommen doch. Wer schwarzen Humor mag, der ist hier richtig.
Lesen und Bücher
Ich lese! von Attilio Cassinelli
Dieses Buch ist ein wunderbarer Schatz und eine Möglichkeit, schon die Kleinsten für Bücher und das Lesen zu begeistern. Es handelt sich hier nicht um eine Geschichte oder gar viele kleine Geschichten, sondern immer nur um Zeichnungen und einer Aussage zum Thema Lesen oder Bücher. Was man damit alles machen, was man erleben kann oder aber eben auch, dass man Bücher auch verschenken kann.
"Protagonisten" sind immer unterschiedliche Tiere, toll gezeichnet und allein darüber kann man mit den Kindern schon reden, auch wenn sie das Aussagen zum Lesen und zu den Büchern noch nicht unbedingt verstehen. Aber als allererste Heranführung auf einer - mag sie noch so klein sein - Metaebene, eignet sich dieses Buch sehr gut. Zum Glück ist das Buch aus fester Pappe und die Ecken sind abgerundet, so dass hier niemand verletzt werden kann. Eine tolle Anregung.
Humor, den man mögen muss
Billy Backe, Band 3 - Billy Backe und der Wilde Süden von Markus Orths
Das Cover des Buches ist toll und hat mich sofort neugierig auf die Abenteuer von Billy Backe gemacht. Die bisherigen Teile der Reihe kannte ich noch nicht, aber zu Beginn des Buches werden sie gut vorgestellt und es werden auch kleine Verweise auf bereits Erlebtes gemacht. Am Anfang und am Ende des Buches gibt es jeweils eine Karte zum Walle-Wacke-Land bzw.
zum Wilden Süden, wo der zweite Teil des Buches spielt. Ich habe bereits mehrere Bücher von Markus Orths gelesen, allerdings waren die für Ältere und für Erwachsene geschrieben. Bei diesem Buch habe ich mich mit dem Humor etwas schwer getan. Es war mir zu viel Fäkalsprache und ich glaube auch nicht, dass Begriffe wie Koma schon etwas für die Altersgruppe sind. Ok, im Endeffekt war es dann wohl doch ein tiefer Schlaf, aber warum dann nicht sofort bei dieser Begrifflichkeit bleiben? Was mir gut gefallen hat: der Autor beherrscht das Medium Sprache fabelhaft, er kreiiert unerwartete Wortspiele und nimmt uns mit auf eine Sprachreise. Aus diesen Gründen habe ich mich für eine mittlere Bewertung entschieden.
Das Foto
Als die Welt uns gehörte von Liz Kessler
Leo hat Geburtstag und gemeinsam mit seinem Vater und seinen beiden besten Freunden Max und Elsa fahren sie Riesenrad auf dem Prater und der Vater, ein Fotograf, macht ein Foto von den dreien. Da wissen die Kinder noch nicht, dass dieses Foto das letzte gemeinsame Bild sein wird, das letzte Bild in einer unbeschwerten Kindheit, denn die Bedrohung des Nationalsozialismus rückt näher, was sich spätestens zwei Jahre später beim Anschluss Österreichs zeigt.
Denn Leo und Elsa sind Juden, wenn auch aus keiner strenggläubigen Familie. Max hat die beiden immer beneidet, er fühlte sich immer zurück gesetzt. Und dann verbietet sein Vater ihm auch noch den Umgang mit den beiden. Doch schon bald geht er ganz in der nationalsozialistischen Welt auf und sein Leben verläuft ganz anders als das der beiden anderen.
Das Buch wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei geschrieben, zu Beginn sind sie gerade mal neun Jahre alt. Von 1936 bis 1945 spielt die Handlung, geht manchmal in großen Sprüngen vorwärts. Drei ganz unterschiedliche Lebenswege, jedoch spielt diese Fotografie immer wieder eine Rolle.
Liz Kessler ist es gelungen, diese Zeit und ihre Bedrohungen und Probleme altersgerecht rüber zu bringen und schafft es auch für Erwachsene für ihre Geschichte zu interessieren. Zu Beginn gibt es eine Triggerwarnung.
Mir gefiel es gut, dass es hier für jede Person eigene SprecherInnen gab und noch eine weitere Erzählstimme. Fritzi Haberlandt, Julian Greis, Walter Kreye und Friedhelm Ptok ist es gut gelungen, die Stimmung des Romans darzustellen und die Gefühle und Gedanken der Charaktere überzeugend darzustellen. Überzeugende Erzählstimmen, die für mich das Buch in der Hörfassung noch besser gemacht haben.
Ein Leben für die Wölfe
Wo die Wölfe sind von Charlotte McConaghy
Von castilleja
"Zugvögel" konnte mich bereits im letzten Jahr begeistern und so habe ich mich sehr gefreut, dass es ein neues Buch von Charlotte McConaghy gibt. Dieses Mal entführt uns die Autorin in die schottischen Highlands und im Mittelpunkt des Buches stehen Wölfe. Inti Flynn, die Protagonistin, ist Expertin und Biologin.
Sie leitet das Projekt, Wölfe erneut in Schottland anzusiedeln. Doch sie trifft - wie erwartet - auf viel Widerstand in der Bevölkerung, doch dann auch immer wieder auf Begeisterung und Verständnis. Immer wieder erfahren wir mehr aus der Vergangenheit von Inti und ihrer Zwillingsschwester, die mittlerweile verstummt ist und sich nur im Hausinneren aufhält. Warum, erfahren wir erst relativ spät. Inti spürt den Schmerz von anderen Lebewesen, wenn sie ihn sieht, als wäre es ihr eigener. Das macht sie zu etwas ganz Besonderem. Aufgewachsen sind sie und ihre Schwester abwechselnd in den Wäldern Kanadas bei ihrem Vater und bei ihrer Mutter in Australien. Von ihrem Vater haben sie das (Über-)Leben im Wald und im vor allem ein Leben im Einklang mit der Natur gelernt. Ein Buch, das mich sehr berührt hat und in dem ich einiges über Wölfe lernen konnte.
Seepolizei
Tiefes, dunkles Blau von Seraina Kobler
Allein schon das Cover mit dem Zürisee und der Silhouette der Stadt im Hintergrund hat mich neugierig gemacht auf dieses Buch. Und dann auch noch ein Krimi und die Protagonistin ist bei der Seepolizei, bei der es ja eigentlich eher ruhig und beschaulich zugehen soll. Doch weit gefehlt. Rosa Zambrano bekommt es schnell mit einem Mordfall zu tun und der Tote ist ihr nicht gänzlich unbekannt.
Es handelt sich um Dr. Jansen, ausgerechnet der Arzt der Kinderwunschpraxis, bei der auch Rosa in Behandlung war. Doch welches Motiv steckt dahinter und wer hat den Arzt getötet? Rosa und ihr Partner kommen bald auf das Thema Genforschung. Daneben nimmt die Stadt Zürich und ihre schönen und weniger schönen Ecken immer wieder eine Rolle ein. Eine gute Mischung von Roman und Krimi. Eine Autorin, die die Stadt gut kennt und und ihren LeserInnen einen interessanten Fall anbietet.
Ein modernes Märchen
Der kleine Raubdrache (Bd. 1) von Dagmar H. Mueller
Prinzessinnen werden von Drachen entführt oder geraubt und dann kommt der Prinz und kämpft gegen den Drachen. Der Prinz geht als Sieger aus dem Kampf hervor und reitet mit seiner Prinzessin in den Abendhimmel und sie bleiben glücklich an ihr Lebensende. Doch damit alles richtig abläuft, gibt es Bücher mit Regeln und die Raubdrachen haben es gar nicht so leicht.
Denn der Prinz darf nicht beim Kampf ernsthaft verletzt werden und die Prinzessin darf nicht zu Schaden kommen. Deshalb erhält sie in ihrer nicht abgeschlossenen Zelle auch alle möglichen Annehmlichkeiten. Dafür muss sie Tränen vergießen, seufzen, sich nach ihrem Prinzen verzehren etc. Ja, genau so muss es laufen. Doch was, wenn eine Prinzessin entführt wird, die gar keinen Prinzen hat und auch keinen möchte, der sie befreit? Und wenn der kleine Drache keine Lust hat, Prinzessinnen zu entführen? Ein Buch, das wunderbar mit unseren Vorurteilen und Rollenklischees spielt mit fabelhaften Illustrationen. Wir freuen uns schon auf den zweiten Band.
Ran an den Salat!
Salate zum Sattessen von Tanja Dusy
Allein bei diesem Cover ist mir schon das Wasser im Mund zusammen gelaufen. Und so erging es mir dann auch bei den Fotos im Innenteil. Die Rezepte sind alle bebildert - in Farbe und toll angerichtet. Für mich ist das bei Rezeptbüchern immer entscheidend. "Meine Prise Magie" oder "Meine fantastische Idee" geben immer tolle zusätzliche Tipps.
Manchmal sind die Tipps nichts Neues, manchmal jedoch überraschend. Und dann gibt es immer wieder Seiten mit Tipps, zum Beispiel für den perfekten Salat - mehr Biss, voller Geschmack, Harmonie und Abwechslung - oder Dressingtricks. Die Rezepte haben eine weite Bandbreite und da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Traditionelle Rezepte werden aufgepeppt und modernisiert und asiatische, arabische, lateinamerikanische,... Varianten mit eingebunden. Am Ende des Buches gibt es noch ein übersichtliches Register - auf in die Küche und ans Schnippeln!











