Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gavroche:
Nekromanten
Emily Seymour, Band 1 - Totenbeschwörung für Anfänger von Jennifer Alice Jager
Das Cover ist sehr detailreich und toll gestaltet und der farbige Buchschnitt bei dieser Ausgabe ist einfach ein Traum. Wunderschön nimmt er Details vom Cover auf mit einem fliehenden Ashton.
Ich brauchte ein wenig, um im Buch "anzukommen" und auf den ersten bestimmt hundert Seiten habe ich mich gefragt, ob die Geschichte mich noch überzeugen wird.
Nicht schlecht, dachte ich. Eine gute Grundidee. Eine Protagonistin, Emily, die in einer Nekromantenfamilie lebt, allerdings selbst keinerlei Magiebegabung zeigt - wie auch ihr Vater. Eine nervige Cousine, ein Überfliegerbruder, eine Hexe als Freundin. Aber dann kommt Ashton Goodwin aus der seit Jahrhunderten verfeindeten Familie zu ihnen, um einen Vertrag auszuhandeln. Da zeigt sich Emily Tollpatschigkeit immer deutlicher. Sie reisen über eine Raumfalte und durch Zwischenwelten, führen ein Ritual auf einem Friedhof durch, bei dem einiges schief geht. Alles gut, aber nun ja, irgendwie war ich immer noch nicht recht überzeugt. Tja, und dann irgendwann nimmt die Geschichte doch an Fahrt auf, entwickelt sich überraschend und endet mit einem riesigen Cliffhanger "Bämm!". Und nun möchte ich wissen, wie es weitergeht und hoffe, der nächste Band bleibt auf dem Niveau vom Ende dieses Buches.
Angekündigte Morde
MP3 Stille blutet von Poznanski Ursula
Der Start einer neuen Thriller-Reihe, mit einem blutig-rotem Cover. Die Handlung spielt in Wien. Ganz zu Beginn aus der Perspektive von Nadine Just, doch bevor man sich mit ihr näher auseinandersetzen kann, wird sie - nachdem sie vom Teleprompter ihren eigenen Tod vorhersagt - ermordet. Doch Nadine ist nicht das einzige Opfer dieser mysteriösen Mordreihe.
Fina Plank, einzige weibliche Ermittlerin, hat so ihre Probleme mit ihrem Kollegen Oliver, der sie immer wieder triezt und nicht ernst nimmt. Gesunde Ernährung und Fitness sind für sie ein Fremdwort. Aber sie verbeißt sich in den Fall und zieht logische Schlussfolgerungen. Außerdem wird das Buch noch aus der Sicht von Tibor Glaser, Nadines Ex-Freund, erzählt, der irgendwie immer mehr in den Mittepunkt der Ermittlungen gerät und sich mit der Beziehung zu seinen Ex-Freundinnen auseinandersetzt. Erstaunliche Entwicklungen am Ende und ein fieser Cliffhanger. Rasant und geschickt erzählt - mir hat es gefallen. Was unter anderem auch an Julia Nachtmann lag, die den Thriller gekonnt vorgetragen hat.
Nachahmungstäter
Das siebte Mädchen von Stacy Willingham
Chloë ist Psychologin und nutzt ihre Funktion aus, um sich - unter dem Namen anderer - Psychopharmaka zu verschreiben. Eigentlich sollte doch nun alles gut sein. Daniel hat ihr einen Heiratsantrag gemacht und auch wenn er eigentlich wissen sollte, dass sie keine Überraschungen mag, hat er eine Party für sie vorbereitet.
Doch immer wieder gehen Chloës Gedanken zurück in die Zeit vor 20 Jahren, als ihr Vater verurteilt wurde, mehrere Mädchen entführt und getötet zu haben. Ihre Mutter lebt seit fast genauso langer Zeit in einem Pflegeheim. Aber jetzt ruft ein Reporter bei ihr an und will erneut berichten. Und nicht nur das: auf einmal verschwindet wieder ein Mädchen - und es gibt eine Verbindung zu Chloë.... Die Geschichte wird aus Sicht von Chloë geschrieben und so werden wir auch mit all ihren Ängsten konfrontiert. Sie steigert sich immer mehr in ihre Panik und dann wird es irgendwann wirklich gefährlich für sie. Einiges fand ich vorhersehbar, anderes hat mich wiederum überrascht. Am Ende wird alles logisch aufgeklärt und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Die Sprecherin Julia Nachtmann hat mir richtig gut gefallen.
Eher ruhiger Krimi
Das neunte Gemälde von Storm Andreas
Bei diesem Buch ist das Cover bereits ein Kunstwerk für sich. Der überdachte Bahnhof mit dem Mann und dem Zug im Hintergrund machen neugierig. Und die kunstvolle Schrift - alles in Großbuchstaben - gefällt mir richtig gut.
Das Thema der Beutekunst gehört zu den dunklen Verbrechen der Nationalsozialisten, die unglaublich viele Kunstwerke an sich genommen haben, ganze Museen leer geräumt haben.
Hier geht es um einen (vermutlichen) Picasso. Der Krimi spielt auf mehreren Zeitebenen, in der Gegenwart (2016), in den 1960er Jahren, im Zweiten und im Ersten Weltkrieg. Der Protagonist Lennart Lomberg gräbt immer tiefer, nachdem er einen Anruf erhalten hat und bevor er sich mit ebenjenem Mann treffen kann, ist dieser ermordet worden. Was hat das alles mit dem Gemälde zu tun und vor allem mit Lennarts Familiengeschichte? Interessante Ermittlungen und viel Wissen über Beutekunst, ein interessanter Fall, allerdings ein eher ruhiger Krimi, der seine LeserInnen in unterschiedliche europäische Städte führt. Mir hat er dennoch gut gefallen und ich bin gespannt auf die weiteren Teile dieser Reihe um Lennart Lomberg.
Schauer und Bruch
Bruch: Ein dunkler Ort von Frank Goldammer
Mir hat die "Max-Heller-Reihe" von Frank Goldammer sehr gefallen und jetzt war ich gespannt auf den neuen Krimi, der auch in Dresden spielt, allerdings in der Jetztzeit. Die beiden Ermittler sind beide auf ihre Art eigen. Felix Bruch hat noch mit dem Tod seines Kollegen zu kämpfen. Er ist ein Einzelgänger, lebt nur von Fertiggerichten und hat eigentlich kein Sozialleben.
Nicole Schauer ist neu im Team. Sie kommt aus Hamburg und möchte eigentlich auch nicht bleiben. Auch sie hat eine Geschichte zu verarbeiten, die man allerdings erst recht spät im Buch erfährt und deswegen gehe ich nicht näher darauf ein. Sie ist aggressiv und reagiert ohne nachzudenken. Bruch hingegen lässt sie öfter einfach mal stehen und beachtet sie nicht weiter. Zwei Ermittler mit Ecken und Kanten. Doch durch den gemeinsamen Fall lernen sie sich besser kennen. Ein Mädchen ist spurlos verschwunden. Bereits zwei Jahre vorher verschwand ein anderes Mädchen, taucht jedoch nach zwei Wochen wieder auf. Allerdings hat sie nie erklärt, wo sie war und was geschehen ist. Hängen die beiden Fälle miteinander zusammen? Oder wissen die Jugendlichen mehr, die sich gerne in einem Abbruchhof treffen?Anfangs scheint Nichts einen Sinn zu ergeben. Alles sehr rätselhaft, allerdings wird es am Ende überzeugend aufgeklärt und hat mir gut gefallen. Der Sprecher Stefan Kaminski ist mir bereits aus anderen Produktionen bekannt und macht auch hier seine Sache richtig gut.
Lesen mit SAMI
Bruch: Ein dunkler Ort von Frank Goldammer
Zum Starterset:
SAMI ist ein Lesebär - so wird er betitelt. Und das trifft es gut. Er sitzt auf einer Eisscholle und diese muss hinten auf eines der speziellen SAMI Bücher geschoben werden. Oben auf seiner Mütze gibt es einen Startknopf, an den Ohren kann man die Lautstärke variieren. Hinten gibt es noch die Möglichkeit, einen Kopfhörer einzustöpseln.
Daneben findet sich die USB Ladebuchse. Sobald der Lesebär seinen richtigen Platz eingenommen hat, erkennt er, welche Seite aufgeschlagen ist und legt los mit seiner Vorlesefunktion. Bei neuen Büchern muss man allerdings darauf achten, dass die Seiten schön gerade daliegen und runtergedrückt werden, denn sonst kann es passieren, dass SAMI etwas durcheinander kommt. Hin- und Herblättern ist hier kein Problem. Der Vorleseteil wird durch Geräusche unterstützt und es sind eher Hörspiele als -bücher. Am Ende eines jeden SAMI Buches wird noch das SAMI-Lied gesungen.
Die Bedienung ist einfach und Kinder kommen schnell damit klar. Allerdings sollte SAMI einen festen Platz bekommen, damit er auch lange vorlesen kann.
Es gibt schon einige Bücher und es erscheinen auch weitere, so dass die SAMI Bibliothek wachsen kann.
Eine tolle Ergänzung zum Vorlesen und die Technik wurde mit Begeisterung aufgenommen.
Zum Buch "Der größte Schatz der Welt"
Das Buch von Andrea Schütze erzählt vom kleinen Affen Mono, der sich langweilt und weil er seine Mama falsch versteht, macht er sich auf den Weg, um seiner Mama einen Goldschatz zu besorgen. Dabei trifft er unterwegs auf viele unterschiedliche Tiere, die alle ihren Schatz bereits gefunden haben und ihn oft in sich tragen. Am Ende ist es schon dunkel geworden bis Mono zu seiner Mama zurück kommt. Ganz traurig, weil er keinen Schatz für sie gefunden hat, doch sie verrät ihm, dass sie doch schon einen Schatz hat: nämlich Mono. Eine süße Geschichte, über die man viel reden kann. Die Zeichnungen von Joëlle Tourlonias sind sehr schön, vor allem das Faultier kam gut an. Die Sprecherin Katrin Daliot hat uns gut gefallen.
Unglaublich faszinierend
Ingeborg Bachmann und Max Frisch - Die Poesie der Liebe von Bettina Storks
Das Cover mit dem integrierten Foto von Ingeborg Bachmann und Max Frisch gefällt mir gut - so erhält man gleich ein Bild vor Augen. Wie immer in den Romanen von Bettina Storks beinhaltet auch dieser einen wortgewaltigen und wunderbaren Prolog, bei dem man sofort in die Geschichte gezogen wird. Die eingeflochtenen Zitate machen das Buch noch lebendiger und da bekommt man richtig Lust, sich doch mal näher mit dem Werk von Ingeborg Bachmann und Max Frisch zu beschäftigen.
Bettina Stork hat einen unglaublich tollen Schreibstil, was sie auch hier erneut beweist. Sie fesselt mich immer wieder mit ihren so unterschiedlichen Geschichten. Der rote Faden geht niemals verloren und wir erleben mit den beiden Protagonisten ihre nicht einfache Beziehung. Ein überaus "lebendiger" Roman, aus dem ich nur schlecht wieder "auftauchen" konnte und bei dem ich viel gelernt habe und neue Anstöße erhalten habe, mich näher mit diesen Personen zu beschäftigen.
Das informierende und aufschlussreiche Nachwort sowie die Bibliographie und die Nachweise der Zitate machen deutlich, wie akribisch die Autorin recherchiert und sich in das Thema eingelesen hat.
Izumis neues Leben
Küsse unter Kirschblüten – Tokyo Ever After von Emiko Jean
Ok, eine Prinzessingeschichte, die aber keine Dystopie ist, na, da war ich ja mal gespannt. Das Cover und natürlich auch der Titel weisen bereits auf das japanische Setting hin. Aber es startet in den USA, wo Izumi mit ihrer Mutter in einer typischen amerikanischen Kleinstadt lebt und mit ganz normalen Teenagerproblemen zu kämpfen hat.
Als dann bei ihren Nachforschungen herauskommt, dass ihr Vater der japanische Kronprinz ist, ändert sich ihr Leben kolossal. Izzy reist zu ihrem Antrittsbesuch nach Japan. Während sie in den USA zu japanisch wirkte, ist es in Japan gerade ihre amerikanische Herkunft, die auffällt. Außerdem spricht sie kein japanisch und kennt sich auch mit der Kultur nicht sonderlich gut aus. Eine Liebesgeschichte bekommen wir auch. Und ganz viele Fettnäpfchen. Eine freche, witzige Geschichte, die auch unterhält, wenn man keine dreizehn Jahre alt mehr ist.
Bergbesteigung
Der Aufstieg - In eisiger Höhe wartet der Tod von Amy McCulloch
Schon beim Blick auf das Cover wird mir trotz sommerlicher Temperaturen kalt. Und die eisige Spannung zieht sich auch durch das gesamte Buch. Es gab keinen Moment, an dem man sich sicher fühlen konnte und an dem man einem der anderen Teilnehmer rückhaltlos vertrauen konnte. Für die Protagonistin Cecily ist dieser Aufstieg auf den Manaslu eine große Chance, nein, eigentlich nicht der Aufstieg an sich - auch wenn das natürlich eine Herausforderung ist, der sie sich stellt - sondern das Interview, das Charles McVeigh ihr gewährt, wenn sie den Aufstieg schafft.
Das würde ihre Karriere als Journalistin einen großen Schritt voran bringen und so hat sie sich in Unkosten gestürzt und gibt alles für diesen Auftrag, auch wenn ihre Beziehung dies nicht standgehalten hat, denn ihr ehemaliger Freund hätte diesen Auftrag gerne für sich gehabt. Doch er ist nicht da. Neben der Spannung und Unsicherheit, wer hier Morde begeht, hat man unglaublich viel über das Extrembergsteigen gelernt, so dass man zum Beispiel viele Strecken mehrmals bewältigen muss bevor man den Gipfel erreicht. Interessant fand ich auch die Rolle der Influencerin Elise, die trotz der Widrigkeiten noch ihre Follower unterhält - bis das wlan ausfällt. Am Ende gibt es einen großen Showdown.
Berlin 1936
Drei Tage im August,1 Audio-CD, 1 MP3 von Anne Stern
Der Name ist hier Programm: die Ereignisse beziehen sich auf gerade einmal drei Tage im August 1936 in Berlin. Der Prolog und der Epilog spielen etwas später und runden das Bild der Geschichte mit einer Rahmengeschichte ab. Im August 1936 finden gerade die Olympischen Spiele in Berlin statt. Die Nationalsozialisten werden immer präsenter, die Gefahr rückt näher.
Das zeigt sich auch bei vielen der Bewohner, in deren Geschichte wir einen kurzen Einblick erhalten. Und zwischendurch erzählen uns die Linden der Straße "Unter den Linden" immer wieder kleine Geschichten. Die zurückhaltende Elfie arbeitet in der Chocolaterie Sawade. Sie lebt sehr zurückgezogen, wird aber dennoch in diesen drei Tagen in das Leben ihrer Nachbarschaft hineingezogen. So wird sie eingeladen, sich die Geschichte ihrer alten Nachbarin anzuhören, weckt das Interesse eines Barbesitzers und lächelt über die Zuneigung ihrer Kollegin zu dem jüdischen Buchhändler. Drei intensive Tage, in denen wir diese Menschen begleiten und die für so einige schicksalhaft sind. Die Zeitstimmung wird gut rübergebracht und Anne Stern konnte mich auch mit ihrem neuen Buch überzeugen.
Vera Teltz trägt das Hörbuch hervorragend vor und ich mag ihre Vorlesestimme sehr.










