Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Danislesestube:
Ausgezeichneter Einstieg in die Reihe
Keeping Faith - Farben der Liebe von Rebekka Wedekind
Liebe ist schön. Ich glaube darauf können wir uns alle einigen. Doch oft werden Beziehungen, meiner Meinung nach, viel zu übertrieben dargestellt. Entweder ist der Typ oder die Frau irgendwie übermächtig, und macht am Anfang ein großes Drama daraus. Oder beide kommen aus unterschiedlichen Verhältnissen und verlieben sich direkt.
Dabei reicht doch schon aus, wenn man sich einfach an der Wirklichkeit orientiert. So hat es die liebe Rebekka gemacht. Zwei Menschen, die seit Kurzem nebeneinander wohnen, und wegen einer Kleinigkeit aneinander geraten. Es scheint fast so, als würden sie sich auch weiterhin streiten, und es entwickelt sich daraus eher Hass als Liebe.
Genau die beiden Extreme sind es, die die Handlung vorantreiben und ich immer gespannt von Seite zu Seite geblättert habe. Diese erleben wir aus der Sicht von Ben, einem ganz normalen Typen, der in einem Krankenhaus arbeitet.
Faith und Er geraten anfangs eher zufällig aneinander. Sei es wegen Ruhestörung, abgedrehtes Wasser, auf der Feuertreppe, beim Blutspenden etc. Oder sie entschließen sich mit Farben in Faiths Wohnung einzusauen.
Langsam findet Ben heraus, dass Faith nicht nur eine Frau für eine Nacht ist. Die erfreulicherweise verzögert im Buch stattfindet.
Die Bekannten, Kollegen und Freunde der beiden Protagonisten spielen natürlich auch eine Rolle. Doch der Fokus liegt immer auf Faith und Ben.
Ihr merkt schon, dieses Buch entfernt sich eher von der klassischen Liebesgeschichte. Die Autorin versucht vor allem am Anfang dem Leser klarzumachen, dass nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.
Hier werdet ihr Differenzen, Streit (der auch Sinn macht und nicht nur der Dramatik dient), Spaß und natürlich Liebe finden.
Insgesamt hat mir das Buch ausgezeichnet gefallen.
Hervorragender Abschluss Band
Die Drachenhexe (Band 3): Gift und Lüge von J. K. Bloom
Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Vor ein paar Wochen habe ich endlich mit der Reihe angefangen, und nun bin ich schon wieder am Ende angelangt. Auch wenn zwischen den gelesenen Büchern nur wenig Zeit verging, fühlte es sich wie eine Ewigkeit an.
So viel ist passiert. Mit meinem Rückblick habe ich gerade mal meinen kleinen Zeh in den See der Ereignisse gehalten.
Dieser ist nicht nur groß, sondern unglaublich tief. Die Geschichte rund um die Drachenhexe, ihrem Königreich und natürlich der gesamten Welt enthält so viele Details. Dabei fühlte ich mich von den Informationen nie erschlagen. Es war einfach zu spannend.
Man kann den Aufbau der Gesamthandlung mit dem Wachstum eines Baumes vergleichen. Am Anfang ist er nur ein kleines Pflänzchen, welches nach und nach zu etwas Großem heranwächst.
Zunächst weiß man nicht wie viele Äste sich bilden werden, wie hoch unser holziger Freund überhaupt wird. Welche Witterungen und Naturgewalten er in Zukunft Stand halten muss. Alle Möglichkeiten bleiben bis zum unvermeidbaren Ende offen.
Genauso dürft ihr euch die Handlung dieser unglaublichen Reihe vorstellen.
Am Anfang ist da „nur“ Freyja, die aufgrund ihrer bösartigen Natur weggesperrt wird, und sich nach ihrer Flucht an ihren Eltern rächt. Nach und nach kommen immer mehr Ereignisse hinzu, bis wir am Ende einer großen Schlacht entgegenstehen.
Im Laufe der Zeit muss jeder Charakter ordentlich einstecken und Verluste hinnehmen. Natürlich gibt es auch schöne Momente, die jedes noch so dunkle Herz mit Licht füllen.
Besonders bei diesem Teil macht sich bemerkbar, wie wichtig einzelne Charaktere für die Handlung (geworden) sind. Was man hauptsächlich daran erkennt, dass diese eigene Kapitel spendiert bekommen haben. Denn Freyja und Lucien stehen hier nicht mehr alleine im Mittelpunkt. Das hat mir ausgezeichnet gefallen. Auch der erneute Zeitsprung hat viel zur Spannung beigetragen.
Wen ich bis jetzt nicht von der Reihe überzeugen konnte, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Ein wahrer Genuss für Fans des Fantasy Genres.
Ein gelungener Auftakt einer höllisch interessanten Reihe
Die Drachenhexe (Band 3): Gift und Lüge von J. K. Bloom
Ihr Name ist Antonia Stark.
Sie befördert im Namen des Teufels Menschen mit ihrem dämonischen Schwert sprichwörtlich in die Hölle.
Seit einigen Jahren erfüllt sie diesen Job kalt und gnadenlos.
Ihrem wachsamen Geist entgeht nicht das Geringste. Kein Vertragsbrecher ist vor ihr sicher.
Jedoch trifft sie eines Tages auf einen Engel namens Alek.
Er schafft es nicht nur ihren Auftrag zu vereiteln, sondern startet einen weiteren Auftrag der gegen sie gerichtet ist. Dazu kommt noch, dass Antonia dem Engel hoffnungslos verfallen ist.
Um dem Ganzen Spaß die Krone aufzusetzen, ist der Auftragskiller, der sie töten sollte, auch noch scharf und absolut nicht in der Stimmung Toni zu töten.
Dass ihr Mitbewohner ein eitler Vampir ist, muss nicht erwähnt werden. Oder doch? Gern geschehen.
Garniert wird diese höllische Geschichte von einer Prise Sarkasmus und schrägem Humor, der der Spannung keinen Abbruch tut.
Worum geht es eigentlich?
Kurz gesagt geht es darum, dass Toni und Alex mehr oder weniger gemeinsam (sie bekämpfen sich nicht wirklich, arbeiten anfangs aber auch nicht zusammen) eine Gruppe Ausgestoßener daran hindern wollen, das Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle zu stören.
Denn wie jeder weiß sind die kleinsten Fliegen die gefährlichsten Gegner.
So nebenher verliebt sich die höllische Killerin in den Engel.
Und sonst so?
So ziemlich jeden der Charaktere habe ich lieben gelernt. Jeder hat seine eigene Art und Weise, mit der Situation oder den Ereignissen umzugehen. Egal, ob sympathisch oder unsympathisch, die Umsetzung der Menschen, Dämonen, oder Engel hat mir gut gefallen.
Eine kleine Sache muss ich leider kritisieren: Dafür dass Toni einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat und eine gewaltige Klinge führen kann, kommt sie regelmäßig ziemlich schwach daher.
Klar, Unbesiegbarkeit wäre zu viel des Guten gewesen, aber etwas mehr Power hätte ihr ganz gutgetan. Dennoch ein gutes Buch mit einem schönen Cover und einer guten Idee.
Solider Fantasyroman garniert mit japanischer Mythologie
Sammlerin der Seelen von Cornelia Zogg
Hallöchen ihr Lieben. So einen flotten Pageturner hatte ich schon lange nicht mehr. Innerhalb weniger Stunden war das Buch zu Ende gelesen. Dabei war es alles andere als fröhlich oder gar unbeschwert. Es war durchzogen von Schmerz, Leid, Tod, Verderben und Streitigkeiten.
Innerhalb dieses dunklen Sumpfes schnetzelt sich Rachel Murasaki mit ihrer Sense durch unzählige Seelenfresser und Menschenleben.
Sie erfüllt stur ihre Aufgabe bis sie eines Tages wieder zu fühlen beginnt. Was für einen Menschen ganz normal ist, ist für eine Shinigami sehr ungewöhnlich. Daher dauert es nicht lange bis ihr ein Fehler unterläuft, der sie vor die hohen Kami, bis in das Reich der japanischen Götter führt. Alleine muss Rachel die Reise nicht antreten, mit dabei ist Ryu und ihre beiden Begleiter, die sie für ihre Leistungen als Shinigami bekommen haben.
Auf dem Weg zum Ziel überkommen Rachel immer wieder Zweifel. War es richtig ihr Leben in der Menschenwelt aufzugeben? Warum musste sie so viel Leid ertragen? Warum kann sie nicht einfach wieder ohne Emotionen ihre Sense schwingen, und so tun, als wäre nie etwas gewesen? Warum lässt man sie nicht einmal nach dem Tod in Ruhe?
Sie bekommt Antworten auf ihre Fragen. Doch diese stürzen sie noch mehr in ihren ganz persönlichen dunklen Abgrund.
Bisher klingt das Buch eher depressiv, doch immer wieder keimt ein Hoffnungsschimmer, der Rachel einen kleinen Schritt vorwärtsbringt. An Ryu prallen ihre Gefühle nicht einfach so ab, wie sie anfangs glaubte.
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Art, wie es geschrieben wurde, hat mich gleichermaßen fasziniert und erschüttert. Der Wirbelsturm an Schmerz in Rachels Brust ist zu jeder nachvollziehbar und man hat das Bedürfnis sie in den Arm zu nehmen.
Grundsolider Dark-Fantasy Roman
Die Birkenbraut und ihr Ungeheuer von Arianne L. Silbers
Onora wächst wohlbehütet bei ihrem Clan auf. Bücher lesen ist ihre große Leidenschaft. Aufgrund ihres Interesses an der Geschichte verschiedener Völker und Wesen schließt sie sich den Drunen an. Diese sammeln Informationen über nahezu alles was in dieser Welt passiert ist.
Schon bald beginnt sie von einer Tür aus Birkenholz zu träumen.
Durch diese erfährt sie nach und nach, welche Geheimnisse die Drunen hinter verschlossenen Türen horten. Eines Tages entschließt sie, sich den Irrgarten aufzusuchen. Hecser, der zu ihrem Leibwächter ernannt wurde, begleitet Onora durch das Labyrinth.
Dort tummeln sich allerlei Kreaturen, die grausamer nicht sein können. Noch dazu werden die beiden von einem bösartigen Charakter verfolgt, welcher zuvor gar nicht so auffiel.
Apropos auffallen: Wenn es sich nicht gerade um die Hauptprotagonisten handelt, sind die restlichen Charaktere eher unauffällig.
Viele erfüllen einfach in dem Moment, wo sich gebraucht werden ihren Zweck. Wobei Briana die positive Ausnahme ist.
Auf die Entwicklung von Onora war ich jedoch am meisten gespannt.
Sie wuchs naiv, und unschuldig auf, kennt die Welt außerhalb ihres Heimatortes kaum, Hecser, macht ihr Angst, kämpfen ist nicht gerade ihr Ding, genauso wie Charakterstärke. Soweit so gut. Jedoch wird sie größtenteils von den anderen Charakteren getragen bzw. zu ihrem geplanten Standort geführt. Gelegentlich kämpft sich Onora mutig den Weg frei. Diese Momente kannst du an einer Hand abzählen. Überwiegend schnetzelt Hecser ihr den Weg frei, der obendrein nicht gerade der umgänglichste Charakter ist. Düster, immer Mordlust in seinen Augen, brutal, und ausnahmslos auf seinen Vorteil bedacht. Ob das auf Dauer gut geht?
Da wären noch die Träume, die Onora jede Nacht verfolgen. Diese wurden gut verpackt in den ruhigen Momenten eingesetzt. Nur waren sie mir gerade ab der Mitte des Buches zu viel des Guten. Der Nutzen ist klar, sie erklären, was in der Vergangenheit vorgefallen ist, und auf welche Details Onora achten sollte. So wird ihr aber auch vieles vorgekaut. Deswegen gibt es nicht weniger zu entdecken.
So. Genug gemeckert.
Die Autorin hat es geschafft, die Welt sehr lebendig und in all ihren Facetten zu beschreiben. Detailverliebt ist hier das passendste Wort. Das Schöne ist, dass es die Handlung in keinerlei Hinsicht ausbremst, im Gegenteil. Im ersten Moment beschreibt die Autorin die schöne Umwelt, und plötzlich kommt da etwas auf die Charaktere zu. Auch diese Bedrohung wurde detailliert beschrieben. Das Ende kam sehr überraschend.
Alles in allem ein grundsolider Fantasy Roman für Fans, die eine düstere Stimmung bevorzugen. Gerade das Design ist der Autorin einwandfrei gelungen.
Ein rasanter Thriller der einen bis zum Ende nicht mehr loslässt
Sharing - Willst du wirklich alles teilen? von Arno Strobel
Von einer Minute auf die andere nimmt das Leben von Bettina und Markus eine blutige Wendung. Sie rief bei ihrem Mann an, um ihm mitzuteilen, dass es etwas später werden könnte. Spät in der Nacht bekam er einen Anruf, dass seine Frau in der Gewalt einer grausamen Gruppe ist, die Markus alles nehmen will, was ihm lieb ist.
Scheinbar gab es in der Vergangenheit Probleme mit dem von ihnen betriebenen Sharing Dienst. Es passierten Unfälle, die (anscheinend) unter den Teppich gekehrt wurden.
Mindestens ein Kunde möchte Rache nehmen und macht sich das Prinzip von Markus und Bettinas Sharing Firma zunutze.
Seine Frau wird vor laufender Kamera live im Darknet mit mehreren Männern „geteilt“, nur um sie dann wie einen Gegenstand zu entsorgen.
Markus ist außer sich, jedoch kann er dabei nur tatenlos zusehen, wie seine Partnerin Qualen erleidet. Am nächsten Morgen findet er sie dann leblos in einer seiner Wohnungen vor.
Weggeschmissen wie eine defekte Ware. Um das Ganze noch schlimmer zu machen, steht bald die Polizei vor seiner Tür, die ihn aufgrund zahlreicher Beweise (die urplötzlich auftauchen) des Mordes beschuldigen.
Seine Tochter steht, warum auch immer, nicht auf seiner Seite und serviert den Polizisten einen weiteren Grund für die Schuld ihres Vaters. In den nächsten Stunden fehlt von ihr plötzlich jede Spur.
Das Spiel beginnt von vorn, nur mit dem Unterschied, dass Markus seine Tochter retten kann. Sofern er nicht selber hinter dem Mord seiner Frau, und der Entführung steckt.
Wenn du glaubst alles im Psychothriller Sektor gesehen zu haben, dann schau dir auf jeden Fall dieses Buch an. Der Autor verschwendet keine Zeit, damit einen ruhigen Prolog einzuleiten, oder den Alltag des Protagonisten großartig zu beleuchten. Der Psychoterror geht direkt los, und Markus wird vom Anrufer und der Polizei von Schauplatz zu Schauplatz gescheucht. Nirgendwo ist er mehr sicher, vor allem weil seine einst guten Bekannten sich plötzlich gegen ihn stellen, was zunächst etwas fremdartig wirkt. Genauso wie der Fakt, dass Markus scheinbar einen gewaltigen Sprung in der Schüssel zu haben scheint. Er hat davon nie etwas gemerkt. Vieles weist aber darauf hin.
Je länger er durch die Gegend gejagt wird, desto irrationaler handelt er. So merkt er nicht, wie seine Helferlein ihr eigenes Spiel mit ihm treiben.
So ist es nicht verwunderlich, dass der Leser aufgrund des hohen Tempos der Handlung regelrecht durch die Kapitel gepeitscht wird. Vor allem will man unbedingt wissen, was am Ende passiert. Es gibt so viele Wenn und Abers, die endlich aufgelöst werden wollen.
Ein Gefühlsachterbahn mit gelegentlichen Verschnaufpausen
So leise wie ein Sommerregen von Leonie Lastella
Genauso leise, wie ein Sommerregen, der langsam den Boden durchnässt, bahnen sich Hopes Tränen einen Weg über ihre Wangen, nachdem sie vom Tod ihres Vaters erfahren hat.
Als ob sie dieser Schmerz nicht hart genug getroffen hat, erfährt Hope außerdem, dass die Liebe ihrer Eltern in den letzten Jahren einer vom Blitz getroffenen Scheune glich.
Ausgebrannt, praktisch nie existent. Ein hohles Gebilde nur um Hope behutsam aufzuziehen. Die Tatsache, dass ihre Mutter sie mehr oder weniger belogen hat, sie noch mehr zerstört, muss nicht extra erwähnt werden, oder?
Um ihre Sorgen nur für einen Moment zu vergessen, sucht sich Hope eine Bar, um sich abzulenken. Blöderweise kommt sie erstens nicht rein, (mit 18 ist sie zu jung dafür) und zweitens trifft sie dort wortwörtlich (auf) Cooper.
Ihre Erscheinung trifft ihn wie ein Schlag ins Gesicht. Von ihrer Ausstrahlung übermannt weiß er, sie ist etwas Besonderes. In den folgenden Wochen erleben die beiden die schönste Zeit ihres Lebens.
Doch ist diese nicht nur für die Liebe reserviert, auch ihre vergangenen Erlebnisse werden zum Teil aufgearbeitet. So drängt sich, ähnlich wie eine Pflanze, die sich den Weg an die Oberfläche sucht, die teils schwere Vergangenheit ans Licht.
Während der Handlung lernen wir auch das nähere Umfeld von Hope und Cooper kennen. Um den Lesefluss nicht zu stören, ist dieses recht kompakt, aber vielseitig gehalten.
Soll heißen, in den ruhigen, und/oder emotionalen Momenten gibt es Szenen mit der besten Freundin von Hope, oder dem Klassenkameraden von Cooper. Nur die Eltern der beiden sind bis zum Ende etwas geheimniskrämerisch. Aus gutem Grund.
Beim Schreibstil habe ich absolut nichts zu meckern. Flüssig, Gefühlvoll, Emotional, und voller Hoffnung. So lässt sich dieser am genauesten beschreiben. Die Gefühlswelt der beiden Hauptcharaktere wurde wunderbar, und facettenreich umgesetzt. Ähnlich wie bei einem Wolkenbruch an einem Sommertag läuft es einem Mal kalt, oder heiß den Rücken bzw. den Wangen runter.
Im Großen und Ganzen ist der Autorin wieder ein schönes Buch gelungen. Halte deine Taschenbücher parat. Es besteht die Gefahr das Buch nass zu heulen.
Hervorragender dritter Teil
Brennende Narben von Leo Born
Wie sagt man so schön? „Die Zeit heilt alle Wunden.“ Was passiert, wenn diese immer wieder aufreißen und Narben hinterlassen, die bei jeder Bewegung wie Feuer brennen?
Da hilft kein Warten, kein Pflaster, nichts. Ohne die Gewissheit, die als wohltuende Heilsalbe dient, wird es immer so weitergehen.
Mara möchte endgültig mit ihrer Vergangenheit abschließen. Warum musste ihre Mutter sterben? Was ist an diesem Tag passiert? Sie greift nach jedem Strohhalm, der sich ihr anbietet. Sei er noch so kurz. Mit ihrer forschen und direkten Art macht sie sich noch viel weniger Freunde als sie ohnehin schon hat.
Allerdings verlangt der aktuelle Fall einen Großteil ihrer Aufmerksamkeit. Eine Edel Prostituierte wurde bestialisch, gerade zu qualvoll hingerichtet. Nicht nur sie musste auf diese Art und Weise sterben. Dies passiert jedem, der auf der Abschussliste eines bestimmten Täters steht. Dieser kennt keine Gnade. Ohne Skrupel, oder schlechtes Gewissen führt er seinen Plan aus.
Direkt zu Beginn wird klar, die letzten beiden Teile waren im Hinblick auf Gewalt ein Kinderspaziergang. Die Widersacher in diesem Buch sind ein komplett anderes Kaliber.
Dies wird auch Mara klar, die tatsächlich über die Handlung hinweg Angst und Sorge empfindet. Dazu kommt noch, dass ein alter Bekannter in der Stadt ist und es auf sie abgesehen hat. Sie hetzt also von Schauplatz zu Schauplatz, egal ob privat oder beruflich.
Jedoch behält Mara die meiste Zeit über einen kühlen Kopf. Besonders überrascht war ich von ihrem Partner, der sich diesmal todesmutig in die Schlacht stürzt, und damit aus dem Schatten seiner Kollegin tritt.
Das Buch war ein Erlebnis. Der Autor hat die Stimmung perfekt rübergebracht. Die Charaktere kommen genauso rüber, wie sie beschrieben wurden. Die Widersacher strahlen über die ganze Handlung hinweg eine sehr bedrohliche Aura aus, die einem immer wieder eine Gänsehaut beschert. Was die Spannung betrifft, war das Ganze ohnehin eine Punktlandung.
Traurig und wunderschön zugleich
Brennende Narben von Leo Born
Es fühlt sich an, als sei es erst gestern gewesen, als Amelia Zeit mit ihrer Mutter verbracht hat. Jedoch ist dieser letzte Moment schon eine Weile her, und die Dinge haben sich geändert. Das Verhältnis zu ihrem Vater wurde nach dem Ableben der Mutter immer schlechter, was auch unter anderem daran liegt, dass sich dieser neu verliebt hat.
Und auch sonst könnte ihr Leben etwas angenehmer sein.
Das Schicksal meint es gut mit ihr, oder ein naher Mensch, der mal ausgemistet hat, übergibt Amelia eine Box, die für sie bestimmt ist. Neben schönen Erinnerungen enthält diese ein Foto, welches ihren Bruder zeigen soll. Jedoch wusste unsere Protagonistin bisher nichts davon. Auch der Vater ist ratlos. Ein zweites Foto beweist scheinbar, dass sie an dem Tag nicht alleine das Licht der Welt erblicken sollte. Warum ist sie dann trotzdem als Einzelkind aufgewachsen? Was ist damals passiert?
Die Vorstellung, ihren Bruder nach all den Jahren kennenzulernen, feuert Amelia an, nach ihm zu suchen. Während ihrer Suche wird sie von einem gut aussehenden Unbekannten namens Jonathan aufgelesen. Dieser kennt ihren Bruder und führt unsere Protagonistin an einen tief im Wald versteckten Ort, den Menschen niemals finden dürfen. Dieser beinhaltet ein Dorf inklusive schöner Landschaft. Die Bewohner erlitten das gleiche Schicksal wie ihr Bruder.
Das Rad im Fantasy Genre neu zu erfinden scheint unmöglich zu sein, jedoch hat es diese Autorin geschafft, etwas Neues zu schaffen, was ich zuvor noch nicht gelesen habe. Sie hat es vollbracht, ein trauriges und schmerzhaftes Thema lebhaft und schön zu erzählen.
Natürlich gibt es auch traurige und herzzerreißende Stellen. Im Mittelpunkt standen immer Liebe und Hoffnung. Natürlich ist nichts für die Ewigkeit gemacht. Dennoch hinterlassen Erinnerungen immer ihre Spuren, die aber nicht komplett verschwinden werden. Diese Botschaft wird uns mit jedem Kapitel vermittelt.
Der Aufbau der Romanze zwischen Amelia und Jonathan findet auf sehr natürlichem Wege statt. Nichts wirkt gehetzt, unnatürlich oder gar übertrieben. Auch die Begegnung mit ihrem Bruder und die darauffolgende schöne Zeit lässt einen für einen Moment vergessen, was einst geschah und dass dieses Zusammentreffen eigentlich nicht passieren hätte können. Dennoch kam es dazu. Da kann nur Magie ihre Finger im Spiel haben. Oder ein Wunder. Wer weiß das schon so genau.
Ein guter Abschluss
Cards of Love 2. Der Zauber der Welt von Nena Tramountani
Nach den Ereignissen aus dem letzten Buch erwacht Giulietta unversehrt in einem Hotelzimmer. Obwohl sie stark verwundet wurde und sterben hätte müssen, ist ihr Körper frei von tödlichen Verletzungen. Dadurch ist es unserer Protagonistin direkt möglich, die Flucht aus Venedig anzutreten. Sie möchte einfach nur weg.
Weg vom Verräter namens Malvolio, der sich in ihr Herz geschlichen hat. Weg von den wahnsinnigen „Kartenfiguren“. Und von ihrem wahnsinnigen Onkel möchte sie erst recht fliehen.
Bevor sie auch nur ans Ende der schönen Stadt kommt, wird sie von einer starken Macht zurückgestoßen. Warum kann Giulietta nicht fliehen?
Nachdem sich Giulietta mit der Situation mehr oder weniger abgefunden hat, versucht sie herauszufinden, was nach ihrem „Tod“ passiert ist. Nach und nach wird klar, welche Rolle ihr von ihrem Liebhaber aus Versehen zugeteilt wurde. Als wäre das nicht genug, werden die nicht freundlich gesinnten und leicht manipulierbaren Kartenfiguren auf sie gehetzt. Ihr bleibt also nicht viel Zeit, um hinter das Geheimnis des Fluches der Karten zu kommen.
Auch möchte Giulietta endgültig herausfinden, was mit ihrem Vater wirklich geschah. Die Todesumstände lagen auch nach dem ersten Teil immer noch im Schatten der Wahrheit.
Es gibt also einiges zu tun. Zum Glück ist sie nicht alleine und sterben scheint auch ein nebensächliches Problem geworden zu sein.
Das überraschende Ende des ersten Teiles machte mich neugierig. Welche Ereignisse werden durch den Mord an einer der Schlüsselfiguren ausgelöst? Welche Rolle spielen Giulietta und Malvolio? Bekommen wir mehr Informationen zu den Tarotkarten?
Die ersten beiden Frage/Punkte bilden den Schwerpunkt der Handlung. Letztere grätscht sich dazwischen, und kommt leider etwas zu kurz. Zugegeben, wenn sich die Autorin nicht „nur“ auf die großen Arkana konzentriert hätte, wäre das Buch sehr lang geworden.
Außerdem steht, wie auch in Teil 1, die Beziehung unseres Paares im Vordergrund. Welche gut umgesetzt wurde. Mit allen ihren Dramen, den wenigen gemeinsamen Stunden und Streitereien. Letztere waren mir stellenweise etwas zu viel, zumal ich lieber mehr vom Umfeld mitbekommen hätte. Gegen Ende des Buches wurde mir dieser Wunsch erfüllt und es ging um Alles oder nichts.
Insgesamt war ich zufrieden mit dem zweiten Teil. Die „Schwächen“ hielten sich in Grenzen. Lediglich das Tarot Thema, inklusive von den großen Arkana und ein paar Nebencharakteren, gingen etwas unter.









