Kunden em pfehlungen
Rezensionen von tweedledee:
Feuer in Schweden
Im Feuer von Pernilla Ericson
Schauplatz Schärenküste: Es ist Sommer, ein Sommer, der heißer ist als gewöhnlich. Die Waldbrandgefahr ist enorm hoch, doch die Feuerwehr ist rechtzeitig vorort als es zu einem Hausbrand kommt, so dass sich das Feuer nicht ausbreiten kann. Der Hausherr konnte sich nicht mehr retten, er stirbt im Feuer.
Feuerwehrchef Jesper Hansson findet Ungereimtheiten, er wendet sich an die Polizei. Lilly Hed übernimmt den Fall mit ihrer Kollegin, sie ist neu an der Schärenküste, nach einer unglücklichen Beziehung hat sie Stockholm verlassen um im ländlichen Bereich neu durchzustarten. Auch wenn ihre Kollegen von einem Unfall ausgehen, stellt Lilly Nachforschungen an. Und bald gibt es das nächste Feuer und weitere Tote.
Wow, das ist genau mein Ding, ein Schwedenkrimi mit viel skandinavischer Atmosphäre und einer interessanten Protagonistin, die sich durchsetzen kann. Lilly kommt sympathisch rüber, sie hofft mit ihrer neuen Stelle ganz neu anzufangen und die Erinnerungen hinter sich zu lassen, doch so einfach ist es nicht für sie. Zwischen ihr und Jesper prickelt es, auch wenn ich bei einem Krimi keine Lovestory brauche, hat es mich hier nicht gestört, im Gegenteil. Die Figurenzeichnung ist gelungen, ich hatte von den meisten ein ganz gutes Bild vor Augen.
Fazit: Spannender Schwedenkrimi, bitte mehr davon.
nur einer überlebt
Nur du und ich von Laure Van Rensburg
Schauplatz USA, Ostküste: Ellie und ihr älterer Freund Steven, ein Literaturprofessor verbringen ihr 6-Monate-Beziehungs-Jubiläum in einem einsam gelegenen Ferienhaus an der Küste. Auf der einen Seite der Ozean, auf der anderen undurchdringlicher Wald. Kein Nachbar weit und breit. Ein romantisches verlängertes Wochenende ist geplant mit Spaziergängen am Meer, Kaminfeuer, nichts das die pure Zweisamkeit.
Keiner der die beiden stören könnte. Es ist Winter, bald fängt es an zu schneien, ein Sturm zieht auf und die beiden sind von der Außenwelt abgeschnitten. Handyempfang gibt es keinen. Was als romantisches Wochenende beginnt, endet in einem Alptraum für einen von ihren. Nur einer wird überleben.
Wow, dieser Thriller hat mich echt überrascht und meine Erwartungen übertroffen. Die Autorin Laure van Rensburg erzählt in einem lockeren Schreibstil die Geschichte, abwechselnd aus der Sicht von Ellie und Steven. Wir erfahren in Rückblicken wie sie sich kennengelernt haben, wie sie zum Paar wurden und weitere Details aus der Vergangenheit der beiden.
Dabei sind die Figuren sehr gut charakterisiert. Ich fand es spannend, dass die Story von nur zwei Protagonisten getragen wird, die man intensiv kennenlernt. Mit Ellie konnte ich mitfühlen, irgendwann wird klar, dass jeder sein Geheimnis hat. Dann eskaliert die Situation.
Eine unterschwellige Spannung ist immer vorhanden, als die Story dann einen Twist macht, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Die Autorin packt ein wichtiges Thema an, ein Thema, das nachdenklich macht.
Fazit: Fesselnder Thriller, der mich wirklich überrascht hat. Ein Lesehighlight.
Leben in Isolation
Als das Böse kam von Ivar Leon Menger
Die 16jährige Juno hat ihr Leben zusammen mit Mutter, Vater und ihrem jüngeren Bruder Boy immer auf der Insel, inmitten eines Sees verbracht. Sie hatte noch nie Kontakt zur Außenwelt, alles was sie und ihr Bruder kennen ist die kleine Insel, wo sie in einer Blockhütte leben.
Es ist ein einfaches Leben in der Natur, die Angst vor Entdeckung ist ihr ständiger Begleiter.
Denn Mutter und Vater warnen sie vor den Fremdlingen, die sie töten wollen. Regelmäßig machen sie Übungen was bei Alarm zu tun ist, doch je älter Juno wird, desto mehr hinterfragt sie die Geschichte ihrer Eltern und denkt an Flucht.
Eigentlich eine Geschichte mit viel Potential, das aber wie ich finde, nicht ausgeschöpft wurde. Aus Junos Sicht wird die Geschichte erzählt, in eher schlichtem Sprachstil.
Juno wirkt für ihr Alter kindlich, was mit ihrem einfachen Leben zu erklären ist. Trotzdem hat mich ihre Naivität irgendwie gestört. Die Handlung wirkt stellenweise nicht ganz glaubhaft, Junos Handlungen nicht überzeugend und unlogisch.
Zwar ist die Geschichte ganz fesselnd, im letzten Drittel wird es aber zunehmend holprig und oberflächlich. Das Ende ist zu einfach und kommt zu schnell, hier geht die Luft aus. Einige Fragen bleiben offen, große Wendungen oder Überraschungen fehlen.
Fazit: Leider nicht überzeugend, nicht der Thriller, den ich erwartet habe. 2,5 Sterne.
Hörgefühlt
Das Letzte, was du hörst von Andreas Winkelmann
Marc Maria Hagen steht mit seinem Podcast "Hörgefühlt" ganz weit oben. Begeisterte Follower hören seinen Podcast regelmäßig oder gehen zu einem seiner Wochenend-Coachings. Auch für Sarah ist der wöchentliche Podcast ein fester Termin, den sie auf keinen Fall versäumen will. Doch dann ist sie verschwunden.
...
Die Polizistin Carola Barreis ermittelt bei einem erweiterten Suizid, als schon die nächsten Leichen gefunden werden. Brisant: Das Letzte, das die Toten hörten, war der Podcast "Hörgefühlt".
Die Journalistin Roya schreibt an einem Artikel über Podcasts und recherchiert auch zu Marc Maria Hagen, sie ist auf ganz eigener Mission.
Ein neuer Winkelmann, darauf war ich schon sehr gespannt, nachdem ich von den letzten Thrillern sehr begeistert war. Auch hier geht es spannend mit einem aktuellen Thema los, dem Podcast Hörgefühlt, mit der Stimme, die jeden in ihren Bann schlägt.
Wir verfolgen mehrere Handlungsstränge: Sarah, Roya und Carola Barreis. Einige Abschnitte spielen "vorher", erst gegen Ende wird klar, wie sie zur Handlung passen.
Ich fand die Handlung fesselnd, vor allem die Richtung, die sie einschlägt und die nicht vorhersehbar ist, Überraschungen gibt es einige. Einige wenige kleine Längen gibt es aber auch.
Fazit: Insgesamt hat mich dieser Thriller wieder bestens unterhalten.
spannend und blutig
Der Zoom-Killer von Chris Meyer
Während einer Zoom-Konferenz mit Teilnehmern aus der Pornobranche geschieht ein furchtbarer Mord. Vor den Augen der Teilnehmer wird Porno-Produzent Bode von einem Unbekannten attackiert und zu Tode gefoltert. Blutig, brutal, die Teilnehmer werden gezwungen zuzuschauen. Tom Bachmann übernimmt mit seinem Team die Ermittlungen, schon bald gibt es einen weiteren Zoom Mord.
Was ist die Motivation des Killers, seine Opfer vor Publikum zu töten?
Im zweiten Teil der Reihe um Tom Bachmann geht es wieder blutig zur Sache, wie schon im ersten Teil "Der Blutkünstler". Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, die Handlung wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Wir erfahren mehr Details aus Toms Kindheit, auch Aaron spielt wieder eine Rolle. Mir haben die persönlichen Details um Toms und Aarons Kindheit gut gefallen, in diesem zweiten Teil gewinnen die Figuren an Kontur.
Die blutigen Details waren etwas zu viel des Guten, weniger wäre mehr gewesen. Insgesamt hat mich der Thriller aber gut unterhalten, eine Steigerung nach dem ersten Teil. Aber nichts für Leser mit schwachen Nerven.
die Entscheidung
Flug 416 von T. J. Newman
"Flug 416" ist ein megaspannender Thriller, der mich auf ganzer Linie überzeugt hat. Spannung, Action und das Mitfiebern mit den Protagonisten haben mich von der ersten bis zu letzten gefesselt. Aus verschiedenen Blickwinkeln rollt sich die Geschichte auf, so dass man als Leser über mehr Informationen verfügt, als die einzelnen Figuren und so seine eigene Theorie aufstellen kann.
Kapitän Bill Hoffman wird vor die Frage gestellt, wen er retten möchte. Seine Familie, Frau und Kinder, oder die Passagiere seines Flugzeugs. Ein Kidnapper hat seine Frau und Kinder in der Gewalt, mit Sprengstoffgürteln ausgerüstet. Bilder, die Bill über Facetime ansehen muss. Die Forderung des Kidnappers: Er soll Flug 416 mitsamt 149 Seelen an Bord abstürzen lassen, oder seine Familie stirbt. An Bord ist ein Komplize des Kidnappers. Eine ausweglose Situation, wie wird sich Bill entscheiden?
Der Schreibstil ist klasse, schön flüssig zu lesen. Die Handlung temporeich und absolut spannend, so dass ich das Buch am liebsten am Stück gelesen hätte. Man merkt dass die Autorin vom Fach ist, die Abläufe im Flugzeug sind absolut realistisch geschildert. Die Figurenzeichnung ist gelungen, ich konnte mit den Protagonisten mitfiebern.
Fazit: Überzeugendes Gesamtpakte mit jeder Menge Spannung.
Ermittlungen in der Arktis
Schmelzpunkt von Wolf Harlander
Schmelzpunkt von Wolf Harlander ist mein dritter Thriller den ich vom Autor gelesen habe. Die beiden vorigen habe ich mit drei Sternen bewertet und war deswegen auf sein neuestes Werk mit einem brankdaktuellen Thema schon gespannt. Und tatsächlich, es geht spannend los. Wir lernen die Protagonisten kennen: Den jungen Inuk Nanoq, der eine schreckliche Entdeckung macht.
Die Polarforscherin Hanna, die das rätselhafte Fischsterben untersucht, welches Nanoq entdeckt hat. Und die beiden schon aus dem vorigen Teil bekannten BND Ermittler Nelson Carius und Diana Winkels, die auch hier wieder eine Rolle haben. Die Charaktere haben wenig Profil, bis auf die beiden bekannten Ermittler hatte ich nicht wirklich eine Vorstellung von den Personen.
Es ist klar, dass sich die Wege der Protagonisten aus den drei Handlungssträngen kreuzen werden. So spannend es beginnt, so zäh liest sich der Mittelteil, da die Spannung abflacht. Hier helfen auch nicht die wirklich spannenden Themen wie Klimawandel und die Ausbeutung der Arktis von diversen Ländern. Die Themen gehen nicht in die Tiefe, es bleibt oberflächlich und es gibt nicht wirklich überraschende Wendungen. Am Wichtigsten, die Spannung lässt zu wünschen übrig. Dazu noch eine süße Lovestory, die ich bei einem Thriller nun wirklich nicht brauche.
Fazit: Insgesamt hat mich leider auch der dritte Thriller des Autors nicht überzeugt, schade.
Mord im Pardies
In einer stillen Bucht von Luca Ventura
Schauplatz Capri: In einer Bucht wird die Leiche einer Frau entdeckt, was zahllose Neugierige anlockt, die mit ihren Smartphones Fotos machen, bevor die Inselpolizei anrückt. Wer ist die Frau? Jedenfalls keine Einheimische, wie schnell feststeht. Ein neuer Fall für den Polizisten Enrico Rizzi und seine Kollegen.
"In einer stillen Bucht" war für mich der erste Band der Capri-Reihe, obwohl es sich hier um den dritten Band für den Capri-Polizisten Enrico Rizzi handelt. Ich hatte auch nicht das Gefühl dass mir Vorwissen fehlt, ich konnte flüssig in die Handlung einsteigen. Beim lesen kommt sofort Urlaubsfeeling auf, ich fühlte mich nach Italien versetzt. Viele eingestreute italienische Begriffe und landestypische Speisen sowie die Beschreibung der Landschaft und Natur sorgen für Flair.
Man lernt Enrico Rizzi kennen sowie seine Kollegin Antonia Cirillo, die im Fall einer aufgefundenen Frauenleiche ermitteln. Es wird ermittelt, Personen befragt, schnell gibt es erste Verdächtige. Doch so wirklich kommen die Ermittlungen nicht voran, die Handlung plätschert vor sich hin und das Urlaubsfeeling nutzt sich ab.
Fazit: Ich habe den Krimi zwar ganz gern gelesen, er ist eine schöne Urlaubslektüre, mehr aber auch nicht. Fehlende Spannung und wenig Tempo führen zu Längen, so dass ich das Buch für Tage pausiert habe, was ich bei Krimis normalerweise nicht mache. So richtig gepackt hat mich die Handlung nicht, mir fehlte der Drang, unbedingt wissen zu wollen wie es endet.
Hochspannung garantiert
Kaltherz von Henri Faber
Die kleine Marie verschwindet aus dem Auto der Mutter, die nur für wenige Minuten zur Toilette geht. Als sie zurück kommt, ist Marie verschwunden. Wer hat Marie entführt? Die Situation stellt eine Zerreißprobe für die Eltern dar, wird die Polizei unter Führung von Kim Lansky die kleine Marie finden?
Die Story wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt.
Aus Sicht der Eltern, der Ermittlerin Lansky und der von Marie. Die Figurenzeichnung ist gelungen, ich konnte mich in die Situation der Eltern gut hinein versetzen. Lansky ist eine starke Protagonistin, sie gibt alles um den Fall aufzuklären und Marie zu finden. Eine toughe Frau und Ermittlerin.
Schon der erste Thriller "Ausweglos" hatte mich begeistert, aber "Kaltherz" ist noch einen Tick besser. Die Spannung ist von der ersten Seite an vorhanden und bleibt konstant auf hohem Niveau, die Handlung ist absolut nicht vorhersehbar. Immer wieder gibt es neue Wendungen und Twists und die Ereignisse überschlagen sich. Viel Tempo, viel Spannung, interessante Charaktere, ein überzeugendes Gesamtpaket.
Fazit: "Kaltherz" ist für mich ein Lesehighlight 2022, wer gerne Thriller liest ist hier gut beraten. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne.
Mina und Vincent
Schwarzlicht von Camilla Läckberg; Henrik Fexeus
Dieser Krimi ist wirklich außergewöhnlich. Was den Fall betrifft als auch das außergewöhnliche Ermittlerduo. Kommissarin Mina Dabiri ermittelt mit ihrem Team in einem bizarren Mordfall. Eine junge Frau wurde in eine Kiste gesperrt und von Schwertern durchbohrt. Ganz wie man es von Zauberkunststücken auf der Bühne kennt.
Es gibt wenig bis keine Anhaltspunkte, aus diesem Grund bittet Mina den Mentalisten Vincent Walder um Hilfe. Von seiner Sachkenntnis und Einschätzung erwartet sie sich Hilfe bei den Ermittlungen. Doch erst als eine weitere Leiche gefunden wird ist klar, dass es noch nicht vorbei ist. Der Mörder hat Zeichen hinterlassen, die auf einen Countdown hindeuten. Werden die Ermittler weitere Tote verhindern können?
Von Frau Läckberg habe ich fast alles gelesen und bin auch von diesem typisch schwedischen Krimi begeistert. Mina und Vincent sind ein jeder für sich sehr spezielle Charaktere, sie wirken unverwechselbar, wenn auch fast etwas überzeichnet. Aber auf liebenswerte Art und Weise. Ich habe mit den beiden mitgefiebert, war an ihren Gedanken und Gefühlen hautnah dran. In einigen Kapiteln geht es zurück in die Vergangenheit, erst nach und nach wird klar um wen es sich hier handelt.
Die Story ist gut durchdacht und absolut spannend, durch den Mentalisten Vincent bekommt sie den besonderen Kick.
Fazit: Hat mich auf ganzer Länge überzeugt. Wunderbarer Schreibstil, tolle Charaktere und eine verzwickte, fesselnde Story. Ich freue mich auf die Fortsetzung.











