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Rezensionen von tweedledee:

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Ein Leben ohne Internet?

Systemfehler von Wolf Harlander

Ein Leben ohne Internet? Wer jetzt glaubt, das wäre nicht schlimm, wird in "Systemfehler" eines besseren belehrt. Im Mittelpunkt der Story steht der IT-Experte Daniel mit seiner Familie. Daniel hat drei Kinder, zwei Töchter und einen Sohn, der seine gesamte Freizeit mit Onlinespielen verbringt.

Daniels Schwester lebt in Hamburg, sie ist als Ärztin unmittelbar von den Auswirkungen des Internetcrashs betroffen.

Als sich Daniels Sohn die Zugangsdaten für die Firma seines Vaters mopst und sich einloggt, um das neueste Spiel vorweg zu spielen, crasht die Software. Um nicht ertappt zu werden, lädt sich der Junior Software aus dem Darknet, um damit das Spiel zu reparieren. Doch hinter dem Download verbirgt sich Schadsoftware. Als das Internet ausfällt, führen die Ermittlungen aus genau diesem Grund erst mal zu Daniel. Nelson Carius vom BND lenkt die Ermittlungen aber in eine andere Richtung, er verdächtigt eine Organisation, hinter dem Angriff zu stecken.

"Systemfehler" ist nach "42 Grad" für mich der zweite Thriller des Autors Wolf Harnlader. Der Autor beschreibt die drastischen Auswirkungen des Angriffs auf das Netz: In Krankenhäusern kommt es durch den Ausfall von vernetzter Medizintechnik zu Todesfällen, Flugzeuge stürzen ab, die Kommunikation bricht zusammen. Lebensmittel werden knapp, da die Lieferketten zusammenbrechen, selbst das Wasser fließt nicht mehr. Ein chaotischer Zustand, der nicht nur Deutschland, sondern inzwischen auch ganz Europa bedroht. Es kommt zu Plünderungen und Gewalt, der Tauschhandel blüht. Es wird klar, wie bedrohlich ein Ausfall des Internets sein kann, wie fragil unsere hochtechnisierte Welt inzwischen ist. Ein Szenario, das man sich nicht vorstellen mag und das doch so realistisch wirkt.

Leider sind die Charaktere viel zu blass und klischeehaft beschrieben. Nach dem gelungenen Einstieg hat mich die Story mehr und mehr verloren. Es wirkt, als hätte der Autor zu viel in diese Story packen wollen, weniger wäre hier mehr gewesen.

Fazit: Das Potential wurde nicht ausgereizt, hier wäre mehr drin gewesen.

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Ein Leben ohne Internet?
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Mord in den Kentucky Hills

Unbarmherziges Land von Chris Offutt

"Unbarmherziges Land" ist ein außergewöhnlicher Krimi, ein Krimi, der von Land und Leuten lebt, in dem es nicht nur um die Aufklärung eines Mordfalls geht. In der kleinen Gemeinde Rocksalt, in einem Tal zwischen den Bergen Kentuckys, wird die Leiche einer Frau gefunden. Mick Hardin, ein Ermittler der US-Army ist auf Heimaturlaub und hilft seiner Schwester Linda bei der Aufklärung des Mordes.

Linda ist der erste weibliche Sheriff und hat einen schweren Stand. Bei ihrem ersten Mordfall kann sie Micks Unterstützung gut brauchen.

Mir hat der Krimi sehr gut gefallen, er hebt sich vom Durchschnittskrimi ab, beschreibt sowohl die wunderbar wilde Natur als auch den besonderen Menschenschlag, der die Wälder der Kentucky Hills bevölkert. Hier wird gerne noch Selbstjustiz geübt, Familienfehden überdauern Generationen, nichts wird vergessen.

Jeder kennt jeden in diesem kleinen Nest, für Mick ist es von Vorteil, dass er hier aufgewachsen ist und auch jeden kennt. Mick ist ein schwieriger Typ, er hat es im Leben nicht leicht gehabt, die Kindheit bei seinem einsiedlerischen Großvater abgeschieden im Wald verbracht. Er ist naturverbunden, man begleitet ihn bei seinen Ermittlungen durch die Wälder, trifft auf Vögel, ein Maultier und andere Wildtiere, ich hatte die Szenerie bildlich vor Augen. Man bekommt ein Feeling für die Mountain People, wie sie ticken und wie die Dinge auf ihre eigene Art geregelt werden.

Die Ermittlungen werden unaufgeregt beschrieben, es ist ein eher ruhiger Krimi der authentisch rüberkommt.

Fazit: Ein wunderbarer Krimi mit viel Atmosphäre, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Mord in den Kentucky Hills
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so geht Thriller

Ausweglos von Henri Faber

Schauplatz Hamburg: Die Leiche einer Frau wird gefunden, sie ist übel zugerichtet, ihr Ringfinger fehlt. Alles deutet darauf hin, dass der Ringfingermörder wieder ein Opfer gefunden hat. Aber diesmal gibt es einen überlebenden Zeugen. Wird Kommissar Blom, der vor Jahren mit den Ermittlungen im Fall des Ringfingermörders betraut war, den Killer fassen?


Wow, was für ein grandioses Thriller-Debüt.

Hier stimmt einfach alles, angefangen beim lockeren, zeitgemäßen Schreibstil, bei dem auch ab und an der Humor durchblitzt. Authentische Charaktere mit Wiedererkennungswert, gekonnt gezeichnet, so dass ich von wirklich jedem ein Bild vor Augen hatte. Ich hatte das Gefühl Blom bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen, war bei der Story mittendrin.


Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven aufgerollt, die Spannung ist durchweg auf hohem Niveau, durch die kurzen Kapitel entsteht eine eigene Dynamik. Der Plot ist undurchsichtig, gut durchdacht und stimmig. Immer wieder gibt es unerwartete Wendungen, ich hatte bis zum Schluss keine Ahnung, wer der Täter ist. So muss es sein.


Fazit: Fesselnder Thriller, sprachlich auf hohem Niveau. Spannend von Anfang bis Ende, ein Lesehighlight 2021.

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unterhaltsamer Krimi mit Luft nach oben

Eskalation von Nora Benrath

Die Mitinhaberin eines Nagelstudios, Dina, ist nachts alleine im Auto unterwegs. Das Treffen mit ihrer Freundin und Ex-Kollegin Linda dauerte länger als geplant. Als sich ein Auto auf der nächtlichen Autobahn hinter sie klemmt und sie der Fahrer auf dem Handy anruft und bedroht, ist sie geschockt, gerät in Panik, folgt seinen Anweisungen.

Denn er kennt nicht nur ihren Namen, sondern auch den ihrer Tochter.

Hmmm, nicht so beängstigend wenn man weiß dass Dina mit ihrem Auto Werbung für ihr Nagelstudio fährt, ihre Handynummer gut sichtbar auf der Karosserie prangt und sie in den sozialen Medien sowohl Fotos ihrer Tochter als auch deren Namen postet. Also wieso bitteschön beendet sie das Gespräch nicht einfach, ruft ihren Ehemann an und fährt nach Hause? Hätte so einige Kollateralschäden verhindert.

Szenenwechsel: Dinas Mann, ein Dermatologe, wartet zu Hause vergeblich auf seine Frau, sie geht nicht ans Handy. Also legt er sich ins Bett um zu schlafen, lässt aber die Haustür einen Spalt offen, damit sie ohne zu klingeln ins Haus kann. Ernsthaft? Im Jahr 2021 ist das nicht nur dämlich, sondern grob fahrlässig, wenn sich ein kleines Kind im Haus befindet. Eine Einladung an jede finstere Gestalt. Ich hätte den Typen schütteln können!

Nach diesem Einstieg geht es dann ganz unterhaltsam weiter, in einem eher schlichten Schreibstil. Die Ermittlungen laufen an, es gibt weitere Leichen. Dann kommt auch Spannung auf, allerdings nicht die Hochspannung, die ich bei einem Thriller erwarte.

Die Figuren sind Stereotype, wirken eher blass, auch die Ermittler. Von beiden hatte ich nicht wirklich ein Bild vor Augen. Ein Lichtblick ist Dinas gute Freundin Linda, die cool agiert. Davon bitte mehr!

Das Ende mit seiner Auflösung konnte mich nicht ganz überzeugen, wirkt konstruiert und nicht wirklich glaubhaft.

Fazit: Unterhaltsamer Krimi mit kleinen Schwächen und Luft nach oben. 3 Sterne.

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unterhaltsamer Krimi mit Luft nach oben
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packender Roman

Tiefer Fjord von Ruth Lillegraven

Schauplatz Oslo: Haavard ist der diensthabende Arzt in einer Klinik in Oslo, als ein Ehepaar mit ihrem bewusstlosen Jungen erscheint. Angeblich ist er vom Baum gefallen, doch die Verletzungen sprechen eine andere Sprache, alles deutet auf Kindesmisshandlung hin. Der kleine Junge stirbt kurze Zeit darauf, doch bevor die Situation mit den Eltern geklärt werden kann, wird der Vater des kleinen Jungen im Gebetsraum der Klinik ermordet.

Da die Familie pakistanische Wurzeln hat wird schnell die Vermutung aufgestellt, dass das Motiv Fremdenhass ist. Ein zweiter Mord geschieht, auch hier wird Fremdenhass vermutet. Doch ist das wirklich das Motiv des Täters?

Die Geschichte hat mich gefesselt, sie wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven geschildert, zumeist aus der Sicht von Haavard und seiner Frau Clara. Clara und Haavard führen eine problematische Ehe, nach der Geburt der Zwillinge hat sich das Verhältnis der beiden abgekühlt, Haavard hat immer wieder Affären. Clara hingegen arbeitet an ihrer Karriere und wechselt in die Politik, dass Haavard ins Visier der polizeilichen Ermittlungen nach den Todesfällen kommt ist für ihre Karriere nicht unbedingt förderlich.

In Rückblicken erfährt man Details zu Claras Kindheit und das Verhältnis zu ihren Eltern. Haavard und Clara sind gut gezeichnet, auch wenn Clara sehr unterkühlt rüberkommt konnte ich sie, nachdem Einzelheiten aus ihrer Vergangenheit bekannt wurden, irgendwie verstehen.

Das Ende des ersten Teils hat mir gefallen, definitiv nicht wie erwartet. Ich bin gespannt, wie es im nächsten Teil der Trilogie weiter geht.

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skurriler Wettstreit um ein Millionenerbe

Der Nachlass von Winner Jonas

"Der Nachlass" ist ein weiterer spannender Thriller aus der Feder von Jonas Winner, von dem ich schon "Murder Park" und "Die Party" gelesen habe. In diesem Thriller geht es um das Erbe von Hedda Laurent. Besitzerin mehrerer hochkarätiger Immobilien in Berlin, ein Vermögen, das mehrere Millionen umfasst.

Doch der Erbe muss es sich verdienen. Der von Hedda beauftragte Notar übergibt an drei Tagen jeweils 9 Aufgaben an die Hinterbliebenen, Aufgaben die es in sich haben. Mit einem Wettrennen und Wettsingen geht es harmlos los, doch die Aufgaben steigern sich, sind teils unappetitlich bis brutal und die Motivation sinkt. Bald kommen bei den potentiellen Erben Zweifel auf, ob die Aufgaben wirklich von Hedda gestellt wurden...

Das Setting ist perfekt für diese fesselnde Story, sie spielt auf der Insel Sandwerder im Tegeler See. Die Villa der Laurents steht als einziges Haus auf der Insel, sie ist nur mit dem Boot erreichbar, von der Außenwelt abgeschnitten. Dazu das kalte Winterwetter mit Schnee, der See gefriert. Die Hinterbliebenen sind auf sich allein gestellt und müssen die Aufgaben bewältigen, dann gibt es einen ersten Toten.

Neben der Handlung in der Gegenwart gibt es immer wieder Rückblicke in die Kindheit der Geschwister Laurent, nach und nach werden dunkle Geheimnisse enthüllt. Man kann spekulieren, was damals passiert ist, aber die Auflösung gibt es erst am Schluss. Die Aufgaben sind wirklich heftig, man fragt sich unwillkürlich, wie man in so einer Situation reagieren würde, wie weit man gehen würde. Und ob das zu verdienende Erbe das alles wert ist.

Fazit: Fesselnder und spannender Thriller mit immer wieder neuen Wendungen. Ich bin begeistert.

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ein Pageturner

Die Karte von Andreas Winkelmann

Schauplatz Hamburg: Eine Joggerin wird nahe den Landungsbrücken brutal erdrosselt, ihren Todeskampf filmt der Killer mit ihrem Handy. Sie hatte sich einer Laufgruppe angeschlossen und ihre Laufstrecken mittels Fitness-Tracker für jeden sichtbar ins Netz gestellt. Das wurde ihr nun zum Verhängnis.

Jens Kerner und Rebecca Oswald ermitteln in dem Mordfall, doch bald überschlagen sich die Ereignisse und es gibt weitere Opfer.

Dazu gibt es noch einen anderen Fall zu lösen, Kerners Bauchgefühl sagt ihm, dass beide zusammenhängen. Doch wo sind die Zusammenhänge? Als auch noch ein Kollege ermordet wird, spitzt sich die Handlung zu, ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Für mich war es der erste Fall der Reihe um Jens Kerner und Rebecca Oswald und ich bin so begeistert, dass ich die vorigen Teile auf jeden Fall noch lesen werde.

Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, der Autor erzeugt Bilder. Ich hatte die Szenerie wie bei einem Film vor Augen, die Spannung war greifbar und ich habe das Buch fast am Stück gelesen. Kerner und Rebecca wirken sympathisch, sie sind sehr gut skizziert, Typen wie aus dem Leben gegriffen mit denen ich mitfiebern konnte.

Der Plot ist dicht, das Thema am Puls der Zeit. Die Spannung ist durchweg vorhanden und auf einem hohen Niveau, genau wie ich es mag.

Fazit: Ich habe für mich eine neue Reihe entdeckt, der Thriller hat mich begeistert. Verdiente 5 Sterne.

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Serikenkiller in Deutschland

Der Blutkünstler von Chris Meyer

Klappentext und Leseprobe hatte mich neugierig gemacht auf diesen Thriller, doch meine Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt.

Gefühlt ein Thriller nach Schema Eff: Wir haben einen blutrünstigen, kranken Killer und einen Profiler, der selbst eine dunkle Vergangenheit hat. Tom Bachmann ist ein Einzelgänger, der den Killer lesen kann, Schauplatz ist Deutschland.

So weit so gut.

Der Schreibstil ist eher einfach gehalten, lässt sich flott lesen, aber der Funke ist bei mir leider nicht über gesprungen. Die Protagonisten sind etwas lieblos gezeichnet, keiner der wirklich sympathisch rüberkommt. Über Tom erfährt man zwar viel, vor allem über seine Kindheit und von seinen früheren Fällen beim FBI, wobei ich diese Infos über alte Fälle nicht gebraucht hätte. Trotzdem blieb er mir fremd, ich bin mit ihm nicht warm geworden. Die anderen aus dem Team bleiben leider zu blass, um eine genaue Vorstellung von ihnen zu bekommen.

Die Taten des Blutkünstlers waren für meinen Geschmack etwas zu detailliert beschrieben, wirklich sehr blutig und eklig. Irgendwie verorte ich so einen brutalen Thriller eher in die USA, in Deutschland ist es schwer vorstellbar und wirkt zu konstruiert.

Das Ende hat mich nicht überzeugt, aber das ist wie immer Geschmacksache.

Insgesamt ein solider Thriller mit kleinen Schwächen, ich vergebe 3 Sterne.

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Cold Case in SPO

Nordwestzorn von Svea Jensen

Schauplatz SPO 2004: Während einer Klassenfahrt nach St. Peter-Ording verschwindet der neunjährige Florian spurlos, die Suche nach ihm bleibt ergebnislos, der Fall wird zu den Akten gelegt.

Anna Wagner, die die neu gegründete Vermisstenstelle leitet, nimmt den alten Fall wieder auf und merkt recht schnell, dass die Polizei damals nicht einwandfrei ermittelte und sich auf einen einzigen Verdächtigen fokussierte.

Die Beiweise waren nicht ausreichend, es kam zu einem Freispruch. Sie und ihr Team sprechen mit den damaligen Kollegen, doch diese schweigen oder begegnen ihnen mit offener Feindschaft. Was ist damals mit Florian passiert?

Der zweite Fall für Hendrik Norberg und Anna Wagner gibt Rätsel auf, die Ermittlungen sind schwierig, dazu kommen noch die privaten Probleme bei Norberg und ein ehemaliger Kollege, der der Polizei Konkurrenz macht.

Die Ermittlungsarbeit ist detailliert beschrieben, der Krimi ist eher ruhig und kommt ohne Gewaltszenen aus. Dafür punktet er mit viel Atmosphäre und Urlaubsfeeling.

Themen sind Missbrauch, sexuelle Belästigung und Seilschaften innerhalb der Polizei. Themen, die zum nachdenken anregen.

Die Protagonisten sind gut gezeichnet, man lernt sie und ihr Privatleben immer besser kennen, das macht sie greifbar. Anna und Hendrik sind sympathische, bodenständige Typen, ich bin auf den nächsten Fall schon sehr gespannt.

Fazit: Viel Atmosphäre auf SPO, ich habe mich gefreut das bekannte Team wiederzutreffen, der zweite Fall hat mir genauso gut gefallen wie der erste.

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ganz großes Kino

Der gekaufte Tod von Stephen Mack Jones

Schauplatz Detroit: Der Ex-Cop August Snow kehrt nach mehr als einem Jahr Abwesenheit in sein Elternhaus in Mexicantown, Detroit, zurück. Nachdem ihm in einem Korruptionsprozess gegen die Polizei der Stadt Detroit zwölf Millionen Dollar zugesprochen wurden, ist Snow alles andere als beliebt in der Stadt.

Wegen seiner Anschuldigungen wurden Karrieren beendet, Männer verurteilt, er hat unter den Cops und Politikern viele Feinde.

Eigentlich möchte Snow nur das heruntergekommene Viertel, in dem sein Elternhaus steht, wieder aufbauen. Doch ein Anruf von Eleanore Padget durchkreuzt diese Pläne. Ihre Bitte, merkwürdige Vorgänge in ihrer Bank zu untersuchen lehnt er ab, wenig später ist Eleonore tot. Snow fühlt sich verantwortlich, an die Selbstmordtheorie glaubt er nicht. Er beginnt, Nachforschungen anzustellen und bringt damit sich und andere in Lebensgefahr.

Mit Octavio Snow hat Stephen Mack einen interessanten und sympathischen Protagonisten geschaffen. Snow hat afroamerikanische und mexikanische Wurzeln, er ist ein aufrechter und mutiger Typ, der sich nicht scheut, sich mit den Reichen und Mächtigen anzulegen. Er hilft wo er kann und kommt sehr sympathisch rüber. Ein Typ mit Ecken und Kanten, der das Zeug zum Serienhelden hat.

Die Handlung ist dicht, die Szenerie Detroits kommt beim lesen plastisch rüber, ich hatte Kopfkino. Dazu trägt auch der authentische Schreibstil bei. Locker-ironisch geschrieben, kommt zu keiner Zeit Langeweile auf. Dazu noch eine große Portion Spannung und Action, die den Thriller zu einem Pageturner machen.

Fazit: Ganz großes Kino, für mich ein Lesehighlight 2021. Ich hoffe dass es noch eine Fortsetzung geben wird.

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