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Rezensionen von yellowdog:

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Sturmflut

Die Austernfischerin von Celine Edinger

Schon die Ausgangsposition der Handlung ist vielversprechend. Eine junge Frau fährt mit ihrem Freund an die dänische Küste, wo seine Mutter lebt.

Celine Edinger ist eine Autorin, die Beschreibungen schafft, mit denen man die Eindrücke und Empfindungen der Protagonistin Lydia nachvollziehen kann.

Da ist der Strand und die See und die eindrucksvolle Frau, die sie mit raus zum Austernsammeln nimmt.

Und vor allen geht es viel um Beziehungen der drei Hauptfiguren und wie sie sich entwickeln. Es gibt eine innere Anspannung, die alle 3 betrifft.

Das Buch überzeugt auch durch seine Atmosphäre. Ein bemerkenswerter Roman.

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Sturmflut
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Die Großzügigkeit des Namungumi

Der blinde Fluss von Mia Couto

Mia Cuotos neuer Roman erinnert mich an seine Imani-Trilogie-
Wir sind in Mosambik zu Beginn des ersten Weltkrieg. Es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen portugiesischen Soldaten und den deutschen Kolonialtruppen.
Der afrikanische Hilfssoldat Nataniel erlebt die Geschehnisse und Auswirkungen auf die afrikanische Gesellschaft in Hilflosigkeit.

Mia Cuoto nutzt viele Zitate, Sprichwörter und kurze Kapitel, begleitet von inneren Stimmen der Figuren.
Nicht umsonst nennt man Cuoto den Chronisten seines Landes.
Doch die hohe Konzentration führt auch zu einer nicht unproblematischen Fragmentierung und Störung des Leseflusses. Es bleibt dennoch ein Reichtum an Sprache und Themen sowie Atmosphäre.

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Die Großzügigkeit des Namungumi
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Der Stich einer Wespe

Trost von Angelika Klüssendorf

Angelika Klüssendorf untersucht in diesem Roman präzise eine Familiensituation. Da ist Rita und ihr Freund Joachim sowie ihre Stieftochter Jane. Zwischen den dreien wird in wechselnden Kapiteln das Geschehene gezeigt.
Zwischen Rita und Joachim war es zuletzt eher lau, Joachim hat auch schon eine andere.

Zwischen Rita und Jane hingegen war die Beziehung nach anfänglichen Schwierigkeiten wirklich gut. Doch jetzt ist Rita ins Koma gefallen. Das wirft sie aus der Bahn.
Die Autorin schreibt relativ kühl,. Aber nicht emotionslos.
Angelika Klüssendorf gibt ein paar zeitgemäße Zutaten wie Corona, Ukrainekrieg hinzu, ansonsten ist es ein allgemeingültiger Text.
Zwar hat Trost nicht ganz die Wucht der ersten Romane der Autorin und ist auch geradliniger, doch ansonsten zeigt sie ihr ganzes Können.

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Der Stich einer Wespe
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Polarlicht-Style

Diesen Sommer springen wir von Alexandra Blöchl

Ein Mann ist verschwunden. Das hat die Familie schwer getroffen. Es beeinflusst die Familie auch noch 5 Jahre später. Besonders Olive, die jugendliche Icherzählerin dieses Romans ist davon geprägt.
Sie denkt sogar, es wäre besser, ihr Vater wäre gestorben. dann könnten sie weitermachen. Aber das Ungewisse lässt sie nicht los.

Olives Gedanken bestimmen das Buch und setzen einen Ton.

Es kommt zum Kipppunkt als Olives jünger Bruder Kjell plötzlich auch verschwindet. Während der Suche nach ihm kommt es zur Aussprache von ein paar bisher verschwiegenen Wahrheiten.

Die Protagonistin wird dem Leser eine Weile in Erinnerung bleiben. Melancholie und Humor zugleich begleiten den Roman.

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Die alte Welt in Trümmern. Der Kegeljunge richtet sie wieder auf.

Kegeljunge von Otto Jägersberg

Den aus Westfalen stammenden Autor Otto Jägersberg habe ich erst mit diesem Buch entdeckt und er ist mit seinen anekdotenhaften Kürzestgeschichten und humorvollen Aphorismen bemerkenswert.

Gelegentlich sind Bezüge zu Literatur und Philosophie in den Texten enthalten:
Knut Hamsun, Jean Paul, Thomas Mann.

Hemingway, Freud, Ernst Jünger und öfter Heidegger.

Er kommt mir aber auch vor, wie ein literarisches Relikt aus alten Zeiten und manche der Texte hätten wohl auch schon vor über 40 Jahren geschrieben sein können.
Das hat mich leicht irritiert, aber nicht gestört, denn Otto Jägersberg hat Witz.

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3 Persönlichkeiten des 19.Jahrhunderts

Schokoladenblut von Radka Denemarková

George Sand lebt in Frankreich, John D.Rockefeller in den USA. Als dritte und wichtigste Hauptfigur ist die Schriftstellerin Bozena Nemkova dabei.
Das sind sehr unterschiedliche Charaktere.
Man folgt den drei Figuren durch die Zeit. Die Autorin nutzt dazu eine Zugmetapher. Ein Zug, der durch die Zeit zuckelt.

Es ist ein episch angelegter Roman über das 19.Jahrhundert. trotz Länge und Komplexität ist der Roman gut lesbar. Der Text hat viele Details und Wortwitz. Radka Denemarkova achtet auf Leichtheit bei gleichzeitig gesellschaftsrelevanten Themen, die auch unsere Zeit ansprechen, z.B. Feminismus, Emanzipation, Selbstbestimmung, Femizide.

Kritisch könnte man anmerken, dass viele Themen von der Autorin selbst diskutiert werden, ohne das sie konkret in der Handlung gezeigt werden.
Aber es bleibt

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3 Persönlichkeiten des 19.Jahrhunderts
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Im Feuer geboren, im Feuer verloren

Träume aus Feuer von Florian Illies

Träume aus Feuer heißt Florian Illies Novelle über einen Mann, der vom Alchemisten zum Wissenschaftler wird. Sie ist im 17.Jahrhundert angesiedelt. Schauplatz ist die Pfaueninsel in Brandenburg.
Es ist ein Porträt des Johannes Kunckel, dessen Gönner der Kurfürst ist.
Verfasst ist das Buch im typischen Florian Illies Stil, der manchmal halbdokumentarisch wirkt.

Auf Dauer ist das nicht immer einfach, aber für diesen relativ kurzen Text passt es und gibt dem Buch ein Gefühl für den Barock.

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Der 250. Geburtstag einer Nation

This is America - is this America? von Johanna Roth

Dieses Buch macht eine Bestandsaufnahme der USA. Das haben andere auch schon gemacht, aber Johanna Roth macht es klar und kompakt.
Johanna Roth ist Auslandskorrespondentin für die ZEIT und hat schon lange aus den USA berichtet.
Sie macht auch einen Blick in die Vergangenheit der amerikanischen Geschichte, zeigt Entwicklungen auf und lässt nicht unerwähnt, was die jetzige US-Regierung alles zerstört hat und auf welchen desaströsen Weg die USA ist.

Man ist immer wieder fassungslos über den Weg der USA. Die Autorin kommt bei den Themen immer wieder auf den Punkt.
Johanna Roth bringt so viel Aspekte ins Buch, dass man nicht mal anfangen kann, das alles zu quoten. Nochmals muss ich diese Kompaktheit bei gleichzeitiger guter Lesbarkeit loben.

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Familie und Literatur

Fliegt, Wilde Schwäne von Jung Chang

Obwohl die in London lebende Jung Chang keine politische Aktivistin ist, haben ihre Bücher durchaus Wirkung. Das gilt insbesondere für ihren Welterfolg Wilde Schwäne und dann durch ihre kritische Mao-Biographie, durch die sie den Unmut Pekings auf sich zog. Sie durfte noch in China einreisen, wurde aber überwacht und eingeschränkt.

Um ihre Mutter weiter besuchen zu können, lenkt sie ein. Sie schreibt dann unverfänglich über die Kaiserinwitwe Cixi:

Ich fand es sehr interessant von ihren Recherchereisen und Interviews zu lesen. Das wurde zuletzt schwierig für sie, denn es bestand die Gefahr, die Staatssicherheit zu ihren Interviewpartnern zu führen, was die gefährdet hätte können.
Mit ihrem irischen Ehemann Jon Halliday arbeitet sie vielfach zusammen. Er ist Historiker und mit der Geschichte Asiens vertraut.

Das Buch ist außerdem in einigen Teilen auch ein Porträt von Jung Changs Mutter, eine starke Frau.

Am Ende geben Jung Changs Schilderungen auch ein Bild des heutigen Chinas unter Xi Jinping, dass sie an Maos Zeiten erinnert.

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Familie und Literatur
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Ein Text so nüchtern wie eindringlich

Prosopon von Anna Felnhofer

Der Roman ist durch seine Erzählform geprägt, der aus den Überlegungen einer Frau besteht, und aus wenigen Dialogen. Das hat etwas starres. Zusammen mit der gedrückten Stimmung vermittelt das eine Eindringlichkeit.

Es gab einen Vorfall. Ein siebenjähriger Junge verunglückt vor seiner Schule, wo sein Vater auf ihn warten.

Der Vater, Jakob, ist Gesichtsblind. Unklar, wie das mit ursachlich sein konnte.
Johanna, die Mutter war nicht dabei und während das Kind im Sterben liegt,m versucht sie gedanklich die Geschehnisse in seiner Gesamtheit zu rekonstruieren.

Der Roman ist in einem so nüchternen Ton gehalten, dass es nicht leicht ist, richtig Zugang zu den Figuren zu erlangen. Davon abgesehen saugt der Roman den Leser geradezu ein.

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Ein Text so nüchtern wie eindringlich