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Rezensionen von yellowdog:

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Yabar

Der Kommandant des Flusses von Ubah Cristina Ali Farah

Das Buch Der Kommandant des Flusses, Originaltitel ist Il comandante del fiume, übersetzt aus dem Italienischen von Henrieke Markert, ist beim Verlag Orlando erschienen.

Der Roman erzählt die Geschichte von Yabar, einem Jugendlichen in Rom, mit Wurzeln in Somalia.
Seine Mutter ist alleinerziehend, seinen Vater kennt er kaum, da dieser in Somalia ist.

Und in Somalia herrscht Bürgerkrieg.

Die meiste Zeit ist Yabar aber bei der fürsorglichen Tante Rosa sowie deren Tochter Sissi, die ihm wie eine Schwester ist.

Man kann Yabar, den man als Leser eigentlich gleich mag, durch seine Gedankengänge kennenelernen.
Yabar ist unausgeglichen, manchmal wütend und unbeherrscht. Zum Glück hat er Tante Rosa und Sissi. Yabar fühlt sich als Römer, aber er ist sich auch bewusst, dass er als schwarzer Afrikaner anders wahrgenommen wird.

Hauptthema ist Yabars Suche nach seiner Identität, darüber hinaus aber auch allgemein die Situation von Migranten aus umkämpften afrikanischen Ländern. Die Autorin fügt der Handlung noch eine alte Legende hinzu, die auch den Romantitel liefert.

Yabar bleibt als sensibler Junge in Erinnerung.

Ein interessantes Buch, das ich empfehlen kann.

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Yabar
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Spannendes Psychodrama

Last Seen von Lucy Clarke

Last Seen von Lucy Clarke ist ein Psychodrama der klassischen Art, modern erzählt und wirklich spannend. Es gibt zwei wechselnde Erzählperspektiven der Freundinnen Sarah und Isla, wobei Sarahs Part klar im Vordergrund und ausführlicher ist. Dennoch funktioniert diese Erzählart.
Es geht um einen verschwundenen 17jährigen, Jacob, dem Sohn von Sarah.

Und es gibt eine Vorgeschichte. Als Jacob 10 Jahre alt war, waren er und Islas Sohn im Meer schwimmen. Nur Jacob überlebte. Natürlich ergeben sich daraus zahlreiche Spannungen und es gibt einige Geheimnisse.
Es ist spannend, die Wendungen in der Handlung mitzuverfolgen. Lucy Clarke versteht es, einen Plot zu gestalten.

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Spannendes Psychodrama
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Mutter und Sohn

Man kann auch in die Höhe fallen von Joachim Meyerhoff

Das Buch ist der sechste Band der Reihe Alle Toten fliegen hoch, ist aber auch problemlos separat zu lesen.
Der Schauspieler Joachim Meyerhoff ist 56 und hat sich körperlich gut von einem Schlaganfall erholt. Aber seelisch ist er noch fahrig und angeschlagen.
Für eine Erholung fährt er zu Hof seiner patenten Mutter, die 86 Jahre alt ist, aber topfit und positiv zum Leben eingestellt.

Zwischen Mutter und Sohn gibt es witzige Dialoge. Meyerhoffs Selbstironie ist nicht gering einzuschätzen und verleiht dem Buch eine wichtige Komponente. Es ist auch ein sympathisches Mutterporträt. Ihr Schwung und ihr aktives Leben reisst mit.
In dieser ruhigen Umgebung denkt Meyerhoff viel über sich nach, zum Beispiel auch über seine Karriere.
Es gibt auch eine großartige Passage über eine ungewöhnliche Lesung.

Man kann auch in die Höhe fallen ist vielleicht der entspannteste Teil der Reihe! Es macht einfach Spaß, das Buch zu lesen.

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Grace Turner

Das Comeback von Ella Berman

Das Comeback ist ein ziemlich aufregender Roman im LA-Hollywood-Setting, der von der Erzählstimme der Protagonistin Grace Turner bestimmt wird. Sie erzählt in Ich-Form. Und dieser Erzählton ist ironisch, aber man spürt auch die seelische Anspannung der jungen Schauspielern, die als Jugendliche zum Star wurde.

Dafür war sie schon als 14jährige aus England nach LA gegangen, drehte Serien und Filme. Dann stieg sie mit 22 Jahren überraschend aus und verschwand. Der Roman setzt ein, als Grace ungefähr ein Jahr bei ihren Eltern lebt, dann aber beschließt zurückzukehren.
Die Spannung nimmt die Romanhandlung daraus, dass der Leser herausfinden möchte, was passiert ist. Und es deutet sich an, dass ihr Manager Able Druck auf Grace ausgeübt hat, vielleicht ist es ein me-too-Fall. Man denkt sofort an Harvey Weinstein.
Die Dialoge sind stark. Da spürt man auch sehr die Diskrepanz, wie Grace sich gibt und wie es in ihrem inneren aussieht. Alle ihre Beziehungen sind kompliziert. Dennoch sind die Dialoge oft auch amüsant, denn die Protagonistin ist fähig zur Selbstironie. Emotional bewegend aber sind die Gespräche, die sie mit ihrer viel jüngeren Schwester Esme führt. Dann ist da noch Dylan, den Mann, den Grace vor einem Jahr verlassen hatte, doch ihre Beziehung lodert noch.

Elle Berman gelingt es, ihren Roman spannend und besonders gut lesbar werden zu lassen. Man fliegt nur so durch das Buch und zum Ende hin wird es sogar dramatisch.

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Hintergründe, Ereignisse, Folgen

Russlands Krieg gegen die Ukraine von Gwendolyn Sasse

Die Politikwissenschaftlerin Gwendolyn Sasse bietet, jedenfalls zum Teil, was der Untertitel benennt:
Hintergründe, Ereignisse, Folgen

Eine Frage steht zu Beginn: Warum dieser Krieg? Warum jetzt?

Das Buch ist kompakt gestaltet, zusammenfassend, etwas analysierend.

Themen sind unter anderen Krim-Annexion, Krieg im Donbas, schließlich Februar 2022 der Angriffskrieg.

Die Folgen des Kriegs werden aufgezeigt.
Das Buch bietet viele Informationen. Es ist ein Sachbuch, d.h. sie sind nicht direkt erzählerisch aufbereitet. Dessen muss man sich bewusst sein.

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Havran

Das Versprechen eines Lebens - oder: Der Sommer des Raben von Monika Detering

Unter dem Titel der Sommer des Raben ist der Roman bereits früher einmal erschienen,
Eine Frau namens Siri verliert ihren Lebensgefährten, mit dem sie 6 Jahren zusammen gelebt hat. Sie gibt sich eine Mitschuld an dem Unfall, der zu seinem Tod führte.
Für ein paar Tage Leben seine Eltern bei ihr, doch die Distanz bleibt.

Der Roman zeigt den Prozess der Trauer und Verarbeitung der Schuldgefühle.
Ein leicht melancholischer Ton durchzieht das Buch.

Hinzu kommt der leicht konstruierte Plot um Marionetten und der Suche nach einer Rabenfigur, die Siri nach Prag und Hiddensee führt. Es wird geheimnisvolles hinzugefügt.
Das gibt dem Buch noch eine andere Note bei.

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Nature writing mit viel Gefühl

Das Geschenk des Kolibris von Sy Montgomery

Das Geschenk des Kolibris hat zwar nichts direkt romanhaftes, ist aber dennoch ein bemerkenswertes Stück Nature Writing.
Und es gelingt dem Buch, bei dem Leser eine Empathie und Begeisterung für diese Vögel in all ihrer Zartheit zu finden.
Sy Montgomery ist hauptsächlich in der Rolle der Beobachterin.

So ist es die Vogelexpertin Brenda, die aktiv dabei wird, junge und schwache verwaiste Kolibris zu pflegen.
Viel Illustrationen der Kolibris durchziehen den Text und verleihen dem Buch etwas stimmungsvolles.

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starkes Buch

Eine feine Linie von Maryam Madjidi

Wie schon ihr erster, preisgekrönter Roman Du springst, ich falle ist auch Eine feine Linie ein starkes Buch. Es ist offensichtlich stark autobiografisch gefärbt.
Seine Stärke nimmt der Roman aus der Erzählstimme. Maryam erzählt von ihrem Leben und Empfindungen als 13jährige in Drancy. Sie und ihre Familie stammen aus dem Iran.

Sie ist eigentlich inzwischen eine normale, französische Schülerin, und doch gehört sie manchmal irgendwie nicht ganz dazu. Es ist eine feine Linie, die sie trennt. Sie erzählt intensiv. Als Leser kann man sich dem nicht entziehen und ist nah an der Figur dran.
Bei all der Wut, die die Jugendliche manchmal in sich hat, gibt es auch eine Spur Ironie, auch Selbstironie. Daher ist es kein hoffnungsloser oder humorloser Roman.
Maryam Madjidis erzählerische Stärke umfasst auch kleine Porträts von ihren Mitschülern und Verwandten. Das hat mir außerordentlich gut gefallen. Ein Buch, das man unbedingt empfehlen kann.

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Katharina

Meinetwegen von Dagmar Schifferli

Die 17jährige Katharina wurde straffällig, befindet sich in einer geschlossenen Einrichtung für Jugendliche und muss sich jetzt regelmäßig zu einem Gespräch mit einem Psychiater einfinden.

Der Roman hat eine ungewöhnliche Erzählperspektive. Es erzählt ausschließlich Katharina in all den Kapiteln, dennoch ist es kein Monolog.

Sie tritt schon in Dialog mit ihrem Psychiater.
Mit der Zeit erfährt man mehr Hintergründe, auch wieso Katharina in der Geschlossenen gelandet ist und was sie getan hat.

Mit der Zeit bekommt man als Leser aber so seine Zweifel. Stimmen Katharinas Behauptungen oder ist sie manipulativ? Eine richtig glaubwürdige Erzählerin ist sie jedenfalls nicht. Dieses Spiel mit Katharinas Rolle ist der Clou des Romans und als Leser ist man selbst gefordert, seine Schlüsse zu ziehen.

Dennoch zweifle ich nicht an Katharinas seelischen Qualen, die sie durchmachen musste. Interessanterweise wird es einen weiteren Roman von Dagmar Schifferli über Katharina geben. D darf man gespannt sein.

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Katharina
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Das Finale

Rath von Volker Kutscher

Auf Rath, den zehnten Teil der Gereon-Rath-Reihe war man besonders gespannt, weil es wohl der letzte ist und einen Abschluß bilden wird.
Rath, der als tot galt, ist zurück. Aber zunächst ist Charly wieder die Figur, die handelnd im Vordergrund steht. Sie ist engagiert für ihre Freunde unterwegs.

Sie sucht zunächst Hannah Singer, erfährt später, das Fritze geflohen ist und von der Polizei gesucht wird.

Es gibt viel bedrückende Atmosphäre dieser Zeit in Deutschland. Es ist 1938. Zu Volker Kutschers Stärken gehören die detaillierten Beschreibungen.

Erst im Teil 2 kommt Gereon Rath wieder mehr ins Spiel.
Weitere der bewährten Nebenfiguren tauchen auf und auch Fritze bekommt seine Passagen.

Rath ist ein kraftvolles, hochkonzentriertes Buch und damit ein würdiger Abschluß für das ganze Werk!

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Das Finale