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Rezensionen von yellowdog:

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zu durchkalkuliert

Wer auf dich wartet von Lodge Gytha

Die britische Schriftstellerin Gytha Lodge hatte mit “Bis ihr mich findet” einen großen Erfolg vorgelegt.
Jetzt gibt es ihren nächsten Roman. Der Dozent Aidan Poole beobachtet über Skype den Mord an seiner Studentin und geheimen Freundin Zoe, den Mörder kann er aber nicht erkennen.
Die Erzählmethode ist raffiniert.

Die Kapitel der Gegenwart wechseln sich ab mit denen der Vergangenheit, die 20 Monate früher einsetzt und sich dann jeweils ca. monatlich an die Gegenwart annähert. So lernt man auch das Opfer Zoe noch als Figur kennen.
Das ist von der Romankonstruktion her ganz gut gemacht. Ansonsten ist der Krimi eher routiniert. Daher konnte er mich auch nicht ganz überzeugen. Für meinen Geschmack ist er zu kühl durchkalkuliert und zu nüchtern gestaltet, wie es bei modernen Krimis und Thriller inzwischen oft vorkommt.
Das Ermittlerteam ist mir leider auch zu durchschnittlich und profillos. Daher sind von mir leider nur maximal 3 von 5 Sternen möglich.

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zu durchkalkuliert
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großartiges Buch

Jahresringe von Wagner Andreas

Jahresringe ist ein Roman, der drei Generationen umfasst und dabei von Kriegsjahren bis zur aktuellen Situation am Hambacher Forst abdeckt.

Die junge Eleonore ist Kriegsvertriebene aus Ostpreußen, die in einem Dorf in Nordrhein-Westfalen bei einem Bäcker eine neue Heimat findet und doch immer eine Außenseiterin in der dörflichen Gemeinschaft bleibt.

Andreas Wagner zeigt das Dorfleben glaubhaft und bei ihm ist Sympathie für die Außenseiter des Dorfes spürbar.

im zweiten Teil steht Eleonores Sohn Paul im Mittelpunkt.
Im letzten Abschnitt sind es die Enkel Jan und Sarah. Mit ihnen sind wir hanezu in der Gegenwart angekommen.

Ich halte den Roman gerade in seiner Gesamtheit für gelungen.
Die starken Figuren machen das Buch so großartig.

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großartiges Buch
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Engagierte Reihe um eine Tierärztin

Jahresringe von Wagner Andreas

Katja Martens schreibt im Genre der Liebesromane und hat mit 4 Pfoten für Julia eine Serie um eine junge Tierärztin vorgelegt.

Die Gesamtausgabe beinhaltet Feuerprobe, Winterzauber, Zoo-Alarm, Fehlentscheidung, Strandnächte.
So eine geschickt geschriebene Romanserie ist ja immerhin außergewöhnlich.

Julia bewährt sich in einem bayrischen Dorf als Tierärztin, was anfangs nicht einfach ist. Schön, dass es wirklich viele Szenen gibt, in denen es tatsächlich um die Tiere geht.
Interessanterweise kümmert sich Julia um alle möglichen Tiere: Hunde, Kühe, aber auch einem Nymphensittich und Kaninchen, um Wolfswelpen und Tiere des Zoos.

Nebenbei gibt es noch den Polizisten Marc, Witwer und Vater eines 5jährigen Mädchens. Glücklicherweise steht diese Kitschaffäre nicht zu stark im Vordergrund.
Dann gibt es noch Raudi, eine kleine französische Bulldogge mit Fledermausohren und faltiger Stirn. Ihn hat Julia das Leben gerettet.

Zwar ist der Stoff genre-gerecht harmlos, wird aber interessanterweise mit anderen Stilmitteln angereichert. Im ersten Teil sind das Krimi-Elemente, da eine Mafiabande Drogen schmuggelt und dabei Tiere benutzt.
Später sind es sozialkritische Anklänge, die die Bücher bereichern.
Dennoch bleibt es durchgängig ein entspanntes Lesen.

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Das Gipskorsett sprengen

Gipskind von Gabriele Kögl

Gipskind ist eine Entwicklungsroman über Andrea, ein Mädchen dass in den sechziger Jahren im bäuerischen Österreich aufwächst. Als Kind muss sie Gips über den Beinen tragen, da sie eine Hüftfehlstellung hatte. Das prägte sie, aber sie hat auch einen eisernen Willen, mit dem sie ihre Anforderungen durchsetzen kann.

Schon als kleines Mädchen lässt sie sich lieber prügeln als die Klappe zu halten.
Mit den Eltern, die nur mit sich selbst beschäftigt sind, kann man nicht viel anfangen. Aber zum Glück hat sie ihre Großmutter, die sich um sie kümmert und die ihr immer beisteht.
Andrea entwickelt sich immer weiter und als Jugendliche ergeben sich Möglichkeiten für sie, Matura und vielleicht ein Studium.

Andreas Lebensweg zu folgen, war mit ein Vergnügen. Gipskind ist ein Roman, den ich außerordentlich geschätzt habe.

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erzählerischer Witz

Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau Roman. 28.08.2020. Hardback. von Lavoie Marie-Renée

Die kanadische Schriftstellerin Marie-Renée Lavoie ist durch ihren Roman ich und Monsieur Roger bekannt. Das war ein anrührendes Buch. Für „Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau“ gilt da ebenfalls, auch wenn der Roman einen anderen Ansatz hat. Gemein ist den Bücher ein großer erzählerischer Witz.

Diane Delaunais wird nach 25jähriger Ehe von ihrem Mann verlassen.

Ein unerwarteter Schock für sie, der sie aus der Bahn wirft.

Ihre Reaktionen auf die Situation wird mit viel Ironie in kurzen Kapiteln erzählt. Dabei ist Diane die Ichezählerin und man ist nahe an der Figur, ihren Gedanken und Emotionen dran.

Diane wird einen langen Prozess durchlaufen, um die Trennung zu verkraften, zu sich selbst und innere Freiheit zu finden.

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Wie eine Woge

1000 Serpentinen Angst Roman. Gebunden. von Wenzel Olivia

Wie eine Woge kommt dieser ungewöhnliche Debütroman über den Leser.
Olivia Wenzels Protagonistin teilt einige Daten der Autorin.
Der Beginn besteht aus einer langen Selbstbefragung (so jedenfalls verstehe ich diese Form), die teilweise sehr hart ist, wie ein strenges Verhör.
Das ist so intensiv wie quälerisch zu lesen, bis sich der Stil nach einer Weile ändert.

Es gibt einige Erinnerungen an ihre Kindheit im Osten, an ihren verstorbenen Bruder und ihre Großmutter sowie dem alltäglichen Rassismus, der ihre Jugend prägt so dass sie inzwischen an einer Angststörung leidet.
Viele Passagen beschreiben ihre Gefühlslage dazu. In dieser manchmal verstörenden Form habe ich das kaum einmal gelesen. Das macht den Roman zu einem einzigartigen Leseerlebnis.

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Wie eine Woge
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Ordentlicher Kanada-Thriller

Ich beobachte dich von Chevy Stevens

Ein Psychothriller um eine Frau, die von einem gewalttätigen Mann bedroht wird. Schauplatz ist Kanada.

Lindsey hat Angst vor ihrem Ex-Mann Andrew, als der nach Jahren aus dem Gefängnis kommt. Ihre 17jöhrige Tochter Sophie hat aber heimlich Kontakt zu ihrem Vater aufgenommen.

Das Thema Flucht vor gewalttätigen Ehemann gab es schon öfter, aber Chevy Stevens nutzt mehrere Zeitebenen und Perspektiven, um die Geschichte zu erzählen.

Das verleiht der Geschichte wirklich mehr Tiefe.
Die Anteile zwischen Lindsey und Sophie als Hauptfiguren sind ungefähr gleich viel und auch gleichwertig.

Im letzten Drittel des Romans gibt es noch eine unerwartete Wendung.
Man kann von einem ordentlichen Thriller sprechen, der das Genre nicht gerade neu erfindet, den man aber für ein paar spannende Lesestunden empfehlen kann.

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Der Moment, der alles änderte

Sieben Richtige von Volker Jarck

Der Roman beginnt mit einer lebendig geschriebenen Szene, eine Radtour von Vater und Tochter, die schlimm ausgeht.
Roland und Kathy Ziemers Tochter Greta wird überfahren. Im Krankenhaus kämpft sie ums überleben. Für die Eltern eine schwere Zeit, die sie auch für immer verändern wird.

Volker Jarck wählt eine gediegene, eigentlich originelle Erzählart, mit der man sich wegen dem Einsatz einiger weiterer Figuren wie Victor und Eva anfangs auch schwer tun kann.

Dabei hat der Stil eigentlich eher eine Leichtigkeit und Originalität.

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Toni und Alex

Lieber woanders von Marion Brasch

Marion Brasch wechselt in kurzen Kapiteln ständig zwischen ihren Hauptfiguren Toni und Alex hin und her. Wie unter einem Brennglas betrachtet sie sie, ihr handeln, ihre Überlegungen und Empfindungen innerhalb von 24 Stunden..

Alex ist Roadie einer Band, der sich aufgrund der Blinddarmoperation seiner kleinen Tochter nach Hause fährt.

Alex hat außerdem ein Geheimnis.

Zweite Hauptfigur ist die burschikose 25jährige Toni, die schon einmal in einem Marion Brasch-Roman vorgekommen ist (Wunderlich fährt nach Norden).

Dass ein Erzähler sich zwischendurch erklärend in die Handlung einmischt, ist natürlich Geschmackssache.

Was Alex und Toni miteinander verbindet, erfährt man ca. in der Mitte.

Das relativ kurze Buch lebt sehr von der Machart, aber man fängt als Leser auch schnell an, sich um die Figuren Gedanken zu machen.

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Toni und Alex
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Erster Teil der Lichtenstein-Saga

Lieber woanders von Marion Brasch

Das Lichtenstein ist ein entspannt geschriebener Roman, der auf Knalleffekte verzichtet, stattdessen ein realistisches Bild eines Kaufhauses 1913 in Berlin zeichnet. Das ist auch den Dialogen geschuldet, die ich für die Zeit glaubwürdig finde, wenn auch auf Berlinern verzichtet wird.
Die Autorin Marlene Averbeck, die auch unter einem Pseudonym sehr erfolgreich schreibt, hat einen Blick für Details.

Es werden auch viele Berlinstraßen und Plätze detailliert benannt.
Die Autorin legt viel Wert auf Charakterschilderungen ihrer Figuren: Hedi, Thea, die Schauspielerin Ella,Jacob Lichtenstein. Die Erzählperspektiven wechseln zwischen ihnen. Das ist geschickt gemacht.
Dann gibt es auch noch Jacobs Bruder Ludwig und Hedis Verlobter Hannes, wobei nicht aus deren Perspektive erzählt wird.
In der Summe sind das schon stark gemachte Figuren.

Interessant sind die gegensätzlichen Ansichten der Lichtenstein-Brüder. Ludwig ist eher konservativ, für Jacob ist Mode auch eine Kunstform.

Das Lichtenstein ist ein Kaufhaus das dabei ist, sich zu einen der Großen zu entwickeln. Jetzt ist für mich als Leser nicht jede Kleideranprobe wirklich spannend, aber mich überzeugt halt das Gesamtbild.

Dann passiert Mitte des Buches ein Brand, der alles ändert. Und dann kommt der Krieg.

Ein kurzes Nachwort und Danksagung der Autorin beenden diesen ersten Teil der Lichtenstein-Saga.

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