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Rezensionen von cosmea:

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Eine ungewöhnliche Freundschaft

Dius von Stefan Hertmans

Anton ist Kunstprofessor, Aegidius de Blaeser genannt Dius ein ungewöhnlich talentierter Student. Eines Tages steht Dius vor seiner Tür und bittet ihn um seine Freundschaft. Er bietet ihm an, in seinem Dorfhaus in Ganzevliet in den Poldern im nördlichen Teil Belgiens in Ruhe an seiner Dissertation zu arbeiten.

Anton geht auf den Vorschlag ein. Es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen Anton, Anfang 30 und dem etwa 10 Jahre jüngeren Dius. Sie arbeiten im Dorfhaus, machen lange Spaziergänge in der wunderschönen Natur und diskutieren über Kunst, Philosophie und Musik. Anton verliebt sich in die verheiratete Fotografin Lys, doch eine Lüge von Dius zerstört für lange Zeit die Beziehung mit Antons großer Liebe und die Freundschaft der beiden Männer.
Erzählt wird die Geschichte über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren auf zwei Zeitebenen. Anton blickt von der Erzählgegenwart zurück auf vergangene Ereignisse. Es geht um Liebe und Freundschaft, um die Wirkung großer Kunst auf den Betrachter, um die Wirkung klassischer Musik auf den Zuhörer, aber auch um die Zerstörung der Natur durch den Menschen. Antons Einsicht, dass die Jahre mit Dius seine glücklichsten waren und er es – anders als Dius – nie geschafft hat, seine Wünsche und Vorstellungen aktiv in die Tat umzusetzen, kommt spät. Wird er es schaffen, über den schmerzlichen Verlust seines Freundes hinwegzukommen und ein neues, glücklicheres Leben zu beginnen?
Mir hat der Roman gut gefallen, auch wenn die detailverliebten Ausführungen über Kunst, Philosophie und Musik und die daraus resultierende Handlungsarmut für mich etwas gewöhnungsbedürftig waren. Dennoch sehr empfehlenswert.

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Eine ungewöhnliche Freundschaft
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Die blutige Geschichte Israels

Adama von Lavie Tidhar

Im Mittelpunkt von “Adama“ steht die Zionistin Ruth, der es gelang, aus Budapest zu entkommen und sich in Palästina ein neues Leben aufzubauen, während die meisten Mitglieder ihrer Familie verraten wurden und in Vernichtungslagern ums Leben kamen. Ruth baut den Kibbuz Trashim auf. Er wird zu ihrer Lebensaufgabe.

Lavie Tidhar erzählt die Familiengeschichte über vier Generationen von 1945-2009 und zugleich die Geschichte des Staates Israel nach dem Ende des britischen Protektorats. Es ist eine ungeschönte Geschichte über Liebe und Verrat, Gewalt und Tod. Immer wieder gibt es kriegerische Auseinandersetzungen und Bedrohungen aller Art. Wir erfahren jedoch nicht nur historische Fakten, sondern erhalten detaillierte Informationen über das Leben im Kibbuz, wo die Gemeinschaft wichtiger ist als der Einzelne und Kinder ihren Familien weitgehend entzogen werden zugunsten eines Lebens in den Einrichtungen des Kibbuz.
Der Roman, der kein typischer Thriller ist, sondern allenfalls ein Politthriller kombiniert mit einer Familiengeschichte und in Teilen ein Sachbuch, liest sich nicht mühelos, was nicht nur an dieser ungewöhnlichen Mischung liegt, sondern auch daran, dass nicht durchweg chronologisch erzählt wird. Es gibt Zeitsprünge und eine beachtliche Personenvielfalt, bei der man schon mal den Überblick verliert. Mich hat das Buch gefesselt. Die Gewaltgeschichte Israels ohne jede mythologische Verklärung ist angesichts der aktuellen Ereignisse auf jeden Fall von besonderem Interesse. Eine empfehlenswerte Lektüre.

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Die blutige Geschichte Israels
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Der tiefe Fall einer Tennislegende

Inside von Boris Becker

In seinem autobiografischen Buch “Inside“ gewährt Boris Becker dem Leser Einblick in sein Inneres und das Leben in zwei berüchtigten englischen Gefängnissen. Angeklagt war Becker in 24 Punkten, verurteilt wurde er letztlich wegen vier Insolvenzvergehen zu 30 Monaten Gefängnis. Im schlimmsten Fall hätten es sieben Jahre werden können.

Nach sieben Monaten wurde seinem Antrag auf Abschiebung stattgegeben. Im Gefängnis hat er Zeit genug, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen, sich einzugestehen, dass er Fehler gemacht und auf schlechte Berater gehört hat. Er weiß, dass er nicht anderen die Schuld an dem geben kann, was passiert ist. Alles begann am 7. Juli 1985, als der 17jährige Boris als jüngster Spieler aller Zeiten Wimbledon gewann. Er wurde zu früh berühmt und sehr reich. Als er insolvent wurde, hatte er stolze 60 Millionen Schulden.
Becker beschreibt, wie er im Gefängnis überlebt, neue Freunde gewinnt und nach einiger Zeit im Fitnessraum trainieren und am Stoizismus-Kurs teilnehmen darf. Er betreut zum Schluss sogar selbst Häftlinge und gibt ihnen Ratschläge für ihr gegenwärtiges und künftiges Leben. Er zeigt Resilienz genauso wie die Entschlossenheit, nach der Entlassung einen radikalen Neubeginn zu wagen. Eine große Hilfe war ihm seine Familie, vor allem seine Söhne aus der Ehe mit Barbara Becker sowie seine Partnerin Lilian, die seine dritte Ehefrau wird. Seine Schilderung enthält ausführliche Beschreibungen von berühmten Matches, unterbrochen von Briefen seiner Fans und Freunden. Einige Seiten mit Fotos aus seinem Leben ergänzen die Darstellung.
Mir hat “Inside“ gut gefallen. Ich habe damals Beckers Karriere in der Presse und im Fernsehen verfolgt und zum Beispiel auch die Übertragung seines ersten Wimbledonsieges im Fernsehen gesehen. Sein Buch ist eine lesenswerte Geschichte vom Überleben nach einem tiefen Fall.

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Der tiefe Fall einer Tennislegende
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Familie, Familie, Familie

Prinzessin Alice von Irene Dische

In ihrem neuen Buch “Prinzessin Alice“ erzählt Irene Dische einen Ausschnitt aus dem Leben der Adligen Alice von Battenberg/Alice Mountbatten, überwiegend mit Alice als Ich-Erzählerin. Sie war die Mutter von Prinz Philip und damit die Schwiegermutter von Queen Elizabeth II. und die Großmutter von König Charles III.

Sie war eine ungewöhnliche junge Frau, von großer Schönheit, aber von Geburt an taub. Sie lernte jedoch das Lippenlesen in fünf Sprachen. Verheiratet war sie mit Prinz Andreas, mit dem sie fünf Kinder hatte, vier renitente Töchter und Philip, den geliebten Jüngsten. Ihr Mann verließ sie und lebte in Monaco, wo er auch starb. Die Prinzessin liebte Gott und geriet beim Beten regelrecht in Ektase. Ihre Familie hielt sie für wahnsinnig und ließ sie in der Psychiatrie unterbringen, wo schmerzhafte Therapien an ihr ausprobiert wurden und sie praktisch ein Jahr lang sediert vor sich hinvegetierte. Hinter dieser Maßnahme steckte vor allem ihre Schwägerin Marie Bonaparte, die in Freud verliebt war und sich lange Zeit von ihm therapieren ließ. Später gelang Alice mit Hilfe ihrer reichen Schwägerin Edwina die Flucht nach Griechenland, wo sie – finanziell unterstützt von Edwina – im alten Palast der Familie lebte. Prinzessin Alice betrieb dort zeitweise eine Suppenküche für die Armen und galt als Heilerin.
Dische zeichnet ein sympathisches Porträt einer unkonventionell lebenden Adligen, deren nicht rollenkonformes Verhalten bei ihrem Umfeld nicht gut ankam. Ich habe den Roman zügig gelesen, war aber mit der Personenvielfalt etwas überfordert. Hier waren fast alle irgendwie miteinander verwandt, zumal junge Prinzessinnen gern ihre Cousins ersten Grades heirateten. Da verliert man ein wenig den Überblick. Dennoch halte ich den neuen Roman auch sprachlich für gelungen.

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Familie, Familie, Familie
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Eine toxische Dreiecksbeziehung

No Way Home von T.C. Boyle

Der 31jährige Terence Tully genannt Terry arbeitet als Assistenzarzt in einem Krankenhaus in Los Angeles. Dann stirbt seine Mutter, und er hält sich vorübergehend in ihrem Haus in Boulder City, Nevada auf, um die Erbangelegenheiten zu regeln. In einer Bar lernt er die attraktive Bethany kennen, die sich gerade von ihrem Freund Jesse getrennt hat und seitdem wohnungslos und mit geringem Einkommen ist, sodass sie in Terry einen Retter aus ihrer Notlage sieht.

Sie quartiert sich nach seiner Abreise heimlich in dem leerstehenden Haus ein und nimmt zudem noch ihre Freundin Lutie auf. Terry ist damit nicht einverstanden. Bethany ist jedoch stärker als er, und er wird sie nicht wieder los. Er hat sich in die schöne junge Frau verliebt und will sie eigentlich auch gar nicht verlieren. Dann taucht ihr Ex Jesse auf, wird zum Stalker und verletzt Terry schwer genauso wie einige Zeit später auch seinen geliebten Hund Daisy. Auch Bethany wird Opfer seiner Gewalttätigkeit. Als Terry dies herausfindet, rächt er sich an Jesse. Es entwickelt sich eine Spirale der Gewalt, und eigentlich will er an der Beziehung nicht länger festhalten, weil Bethany offensichtlich immer noch Gefühle für Jesse hat, egal was dieser tut. Ist er stark genug, sich endgültig von Bethany zu trennen?
Mir hat das Buch gefallen, obwohl es anders ist als die Romane von T.C. Boyle, die ich bisher gelesen habe. Keine der Figuren ist wirklich sympathisch, mit keiner kann ich mich als Leserin identifizieren, aber ich finde das psychologische Kammerspiel schon sehr faszinierend. Auch sprachlich ist Boyles neuer Roman wieder sehr gelungen.

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Das traurige Leben eines Losers

Der Absturz von Édouard Louis

In seinem neuen Roman schreibt Edouard Louis über das Leben seines neun Jahre älteren namenlosen Halbbruders aus der ersten Ehe seiner Mutter, der im Alter von 39 Jahren bewusstlos in seiner Wohnung aufgefunden wird. Der Bruder ist nicht mehr zu retten, die Geräte werden abgeschaltet. Der Autor hat seinen Bruder zu diesem Zeitpunkt fast 10 Jahre lang nicht mehr gesehen.

Sie standen einander nicht nahe. Deshalb empfindet er auch keine Trauer, möchte eigentlich nichts mit der Beerdigung zu tun haben. Dennoch will er nun die Geschichte eines Mannes aufschreiben, der nie wirklich eine Chance hatte. Er stammt aus dem Arbeitermilieu in der Picardie, fing früh an zu trinken und Drogen zu konsumieren, beging schon als sehr junger Mann eine Reihe von Straftaten. Dennoch träumte er von beruflichem Erfolg und Reichtum, wollte erst der beste Metzger und dann der beste Maurer werden, der die größten Kathedralen restaurierte. Dass er seine Träume auch nicht ansatzweise verwirklichen konnte, lag an seiner prekären Ausgangssituation, aber auch an seinem unmäßigen Alkoholkonsum, durch den er jeden Job nach kurzer Zeit verlor. Hinzukam, dass er unter Alkoholeinfluss immer wieder ausrastete und gewalttätig wurde, auch gegenüber seinen Freundinnen. Dennoch erzählen gerade diese, dass der Bruder auch eine sehr liebenswerte, freundliche Seite hatte, die der Autor nicht kannte.
Louis stellt Fakten aus dem Leben des Bruders zusammen, gibt Interviews wieder, die zeigen, dass der Absturz unaufhaltsam war genauso wie der fortschreitende körperliche Verfall. Gegen sein Suchtverhalten kam er nicht an, zumal er sich nicht helfen lassen wollte, auch von den Menschen nicht, die es gut mit ihm meinten, und schließlich hatte er nur noch Angst vor jeder Form von Veränderung. Im Lauf seiner Nachforschungen erfährt Louis nicht nur vieles, was er nicht wusste. Er stellt sich auch immer wieder die Frage, ob er etwas hätte tun können oder sogar müssen.
Ich habe dieses Buch schnell und mit großem Interesse gelesen. Ich schätze Edouard Louis seit seinem Debütroman und kenne noch zwei weitere. Er wird zu Recht als einer der führenden Autoren seiner Generation betrachtet. Eine sehr lohnende Lektüre.

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Auf der Suche nach der Wahrheit

Love, Mom von Iliana Xander

Die 21jährige Studentin Mackenzie Casper hatte stets ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihrer Mutter Elizabeth, der Thriller-Autorin, die ihre Bücher unter dem Pseudonym E.V. Renge schreibt und damit reich und berühmt geworden ist. Dabei ist ihr erfundener Name ein Anagramm von „Revenge“, und genau darum geht es in ihren Thrillern.

Jetzt ist die Autorin tot, bei einem Waldspaziergang abgestürzt. Die Polizei ermittelt, weil es keineswegs sicher ist, dass es sich um einen Unfall handelt. Am Tag der Trauerfeier findet ihre Tochter den Brief eines Unbekannten, der sich Fan Nr. 1 XOXO nennt, in ihrem Auto. Es folgen weitere Briefe. Jeder enthält Tagebuchseiten in der Schrift ihrer Mutter, die Mackenzie über schreckliche Ereignisse in der Vergangenheit aufklären. Es handelt sich dabei nicht nur um Dinge, die der Mutter widerfahren sind, sondern auch um schlimme Racheakte ihrerseits. Zusammen mit ihrem Freund EJ macht sich Mackenzie daran, die Ereignisse der Vergangenheit aufzuklären und stößt dabei immer wieder auf neue Geheimnisse.
Ich habe diesen spannenden Thriller sehr zügig gelesen und war immer wieder aufs Neue überrascht, welche Wendungen die Geschichte bis zur endgültigen Aufklärung im Epilog nimmt. Das kann man nicht erraten. Es ist für mich durchaus nachvollziehbar, warum dieses Debüt ein solcher Erfolg wurde. Ich bin gespannt auf Xanders nächsten Roman und empfehle “Love, Mom“ allen Interessierten, die spannende Thriller ohne Gewaltorgien lieben.

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Am Ende bleibt nichts

Dr. No von Percival Everett

Der Protagonist des neuen Romans von Percival Everett mit dem sprechenden Namen Dr. No ist ein renommierter Mathematikprofessor an der Brown University, der sich Wala Kitu nennt. Die Wörter stammen aus den Sprachen Tagalog und Suaheli und bedeuten „nichts“. Er ist Spezialist für nichts. Eines Tages engagiert ihn der farbige Milliardär John Sill.

Wala Kitu und seine Kollegin Eigen Vector sollen in Fort Knox einbrechen und einen Schuhkarton stehlen, der nichts enthält. Mit dem Inhalt hofft Sill die Weltherrschaft zu erlangen und sich für die Ermordung seiner Eltern durch weiße Polizisten zu rächen. Sill wirkt wie ein Bond-Schurke. Es beginnt eine aberwitzige Reise mit vielen grotesken Episoden. Der Roman enthält philosophische Ausführungen sowie zahlreiche Passagen in einem für Laien unverständlichen mathematischen Jargon, aber auch viele witzige Episoden, die auf den Wortspielen um „nichts“ basieren. Am Ende sind alle erleichtert, denn es geschieht nichts.
Neben der Beschreibung der wilden Reise geht es um Gesellschaftskritik, vor allem um den immer noch allgegenwärtigen Rassismus. Das Thema und seine sprachliche Umsetzung sind schon sehr speziell. Ein Zitat, das hier für zahllose andere steht: “…, es ist nicht nicht-nichts, und damit ist es nichts.“ (S. 319). Mir hat der Roman nicht so gut gefallen wie zwei andere Bücher des Autors, die ich kenne: “Erschütterung“ und “James.“ Von daher bin ich etwas enttäuscht.

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Am Ende bleibt nichts
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Endlich kommt die Wahrheit ans Licht

Die Verlorene von Miriam Georg

In Miriam Georgs Roman “Die Verlorene“ geht es um drei Generationen von Frauen einer Familie. Großmutter Änne, Mutter Ellen und Enkelin Laura leben in Frankfurt. Änne hat nie über ihre Familie sprechen wollen. Dabei würde Laura ihr gern so viele Fragen stellen. Dann stürzt Änne und stirbt, und es ist zu spät.

In ihren Sachen findet Laura Dokumente und rätselhafte Hinweise, die zeigen, dass Änne ihrer Tochter und Enkelin so manche Lüge erzählt hat. Laura beschließt, zum ehemaligen Gutshof der Familie in Schlesien zu fahren und dort nach Antworten zu suchen. Einige Tage später folgt ihr ihre Mutter und schließlich auch ihr Partner Jonathan. Laura spricht mit Menschen, die wissen, was in der Vergangenheit passiert ist, und trifft schließlich auch einen alten Mann, der ihr die entscheidenden Informationen liefern kann.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: den Kriegsjahren, vor allem 1941 auf der Krim und 1943-44 in Schlesien und 2019 in Frankfurt und Schlesien. Der Leser erfährt viel über die Schrecken des Krieges, über Flucht und Vertreibung und die unmenschlichen Gesetze der Nazis, zum Beispiel Menschen mit psychischen und physischen Behinderungen betreffend. Die Familie hatte immer weniger Arbeitskräfte, weil die Männer eingezogen wurden. Auf dem Gut arbeiteten Fremdarbeiter und Kriegsgefangene, und die Arbeit war trotzdem nicht zu schaffen. Die Überlebenden dieser schrecklichen Zeit waren für immer von ihren Traumata gezeichnet.
Der sorgfältig recherchierte, mit viel Empathie geschriebene Roman berührt den Leser und ist insgesamt sehr beeindruckend. Er hat mir gut gefallen, füllt Wissenslücken und bietet viel Stoff zum Nachdenken.

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Endlich kommt die Wahrheit ans Licht
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Die Sehnsucht nach einem glücklichen Leben

Das glückliche Leben von David Foenkinos

Eric Kherson hat im Laufe der Jahre bei Decathlon Karriere gemacht, als eines Tages die ehemalige Klassenkameradin Amélie Mortiers Kontakt zu ihm aufnimmt und ihm eine Stelle im Ministerium für Außenhandel anbietet. Er kündigt nach zwanzig Jahren und ist künftig dafür zuständig, Frankreich für ausländische Investoren attraktiv zu machen.

Nach einiger Zeit fliegen Amélie und Eric zu einer wichtigen Präsentation nach Seoul, was für Eric schwierig ist, weil er schon immer unter Flugangst leidet. Bei einem Spaziergang durch Seoul stößt er auf einen Laden mit dem Namen Happy Life. Hier wird ein koreanisches Ritual verkauft, bei dem der Kunde seine eigene Beerdigung simuliert - auf den ersten Blick eine sehr ausgefallene Therapie zur Ermöglichung eines Neuanfangs im eigenen Leben. Eric lässt sich darauf ein, und als der Sargdeckel wieder geöffnet wird, ist nichts mehr, wie es war. Eric verpasst die Präsentation, und das war´s dann auch mit diesem Job. Er schafft nicht nur beruflich einen Neuanfang, als er die neue Erfahrung als Geschäftsidee nach Frankreich importiert, sondern auch privat, indem er den Kontakt zu seiner Mutter und seinem Sohn Hugo aus der gescheiterten Ehe mit Isabelle wiederaufnimmt. Auch privates Glück ist am Ende wieder möglich.
Der nicht sehr umfangreiche Roman liest sich schnell und vermittelt die positive Botschaft, dass Veränderungen im Leben zu jeder Zeit möglich sind und niemand unbefriedigende Umstände passiv ertragen und nur noch auf das unausbleibliche Ende warten muss. Es ist nie zu spät für alles. Das Buch hat mir ganz gut gefallen, aber für mich ist es nicht sein bestes.

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Die Sehnsucht nach einem glücklichen Leben