Kunden em pfehlungen
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Mit jedem Jahr
Mit jedem Jahr von Simon van Booy
Der Schreibstil des Autors ist sehr geradlinig und schnörkellos, fast schon einsilbig, was mir auf den ersten Seiten einige Probleme bereitet hat. Nach kurzer Gewöhnungszeit habe ich mich jedoch gut mit dem Schreibstil anfreunden können, der einen angenehmen Kontrast zu der doch recht emotionalen Thematik des Buches.
Die Handlung ist von großen Zeitsprüngen geprägt, wechselt von der Gegenwart, in der Harvey erwachsen ist, immer wieder in die Vergangenheit, also zu ihrer Kindheit, zurück. Das Ganze ist eher als Reise in die Vergangenheit angelegt. Die Handlung an sich war stellenweise sehr langatmig und schlichtweg langweilig ? zumindest für meinen Geschmack. Einige Wendungen, waren für mich zu viel des Guten, hier wurde dann das volle Klischee bedient, was der autor eigentlich nicht nötig hatte?
Die Charaktere hätten für mein Empfinden noch detaillierter beschrieben werden können, um sie lebhafter wirken zu lassen. Vor allem Harvey ist mir persönlich zu unnahbar und verschwommen geblieben. Generell ist kein Nebencharakter greifbar gewesen.
Das Buch als gesamtes konnte mich nicht komplett begeistern, aber kleine Szenen, die den Alltag von Jason und der heranwachsenden Harvey dargestellt haben, konnten mich faszinieren. Die emotionale Thematik konnte durch den Autor nicht adäquat aufgefangen und dargestellt werden.
Rezensionen von heinoko:
Hadere nicht, hadern macht hässlich
Mit jedem Jahr von Simon van Booy
Soeben habe ich die letzten Seiten gelesen und wie erschlagen lege ich das Buch zur Seite. Ich schaue mich in meiner gewohnten Umgebung um und komme nur ganz langsam wie aus weiter Ferne zurück in meine eigene Welt. Was für ein großes Buch!
Die 95-jährige Elisabeth hat die Geschichte ihres Lebens für ihre Tochter aufgeschrieben.
Und dieses Leben war ein ganz unglaubliches. Aus Bayern stammend wird sie 18-jährig zwangsverheiratet mit dem sehr viel älteren Ernst Wilhelm und muss ihm, der deutscher Gesandter wird, nach Tokio folgen. Mit dem Diplomatengattinenstatus und den damit verbundenen gesellschaftlichen Verpflichtungen versehen findet Elisabeth nur schwer in dieses so ganz andere Leben hinein, vieles bleibt ihr unverständlich, allem voran die Menschen in ihrem Umfeld. Sie beobachtet schweigend, passiv. Alexander taucht auf, ein enger Freund von Ernst Wilhelm, gleichzeitig greift der Nationalsozialismus immer weiter um sich. Und der Schrecken greift mitten hinein in das privilegierte Leben von Elisabeth.
Man muss sich einlesen, man muss der Geschichte Zeit geben, denn die Erzählweise ist langsam, detailreich, aber sehr, sehr eindrücklich. Mit historischer Akribie und Genauigkeit gibt die Autorin die Geschichte des Nationalsozialismus und seine Auswirkungen in Japan wieder. Und schlüpft mit derselben Präzision in die handelnden Personen, die von den politischen Geschehnissen umhergewirbelt werden. Ich wusste nur sehr wenig von der Rolle Japans und Chinas in den Zeiten der Herrschaft Hitlers. Allein schon deswegen habe ich das Buch mit großem Gewinn gelesen. Mehr aber noch wirkt in mir nach die Person Elisabeth in ihrer ihr selbst völlig unbewussten Stärke, in ihrer Liebesfähigkeit, die nichts fordert, und in ihrer allerfeinsten, sensibelsten Beobachtungsgabe, die den Leser mitten hineinnimmt in ihre Welt. Auch wenn Elisabeth ihren Vater gehasst hat, so bleibt doch seine Maxime: ?Hadere nicht. Hadern macht hässlich.?
Rezensionen von niknak:
Ein verfluchter Smaragdring - oder steckt mehr dahinter?
Durch Nacht und Wind (Goethe und Schiller ermitteln) von Stefan Lehnberg
Inhalt:
Der Großherzog von N. ist zutiefst beunruhigt. Er hat einen Brief erhalten, in dem behauptet wird, dass ein Smaragdring, der sich in seinem Besitz befindet, mit einem alten Fluch beladen sei. Dieser soll unfehlbar den Tod des Besitzers herbeiführen.
Goethe und Schiller werden zu Hilfe gerufen und sollen den Fall möglichst diskret untersuchen.
Mein Kommentar:
Der Autor Stefan Lehnberg hat einen angenehmen Schreibstil und die Seiten / Kapitel lassen sich sehr leicht und schnell lesen. Es sind recht kurze Kapitel, sodass man meist etwas mehr liest, als man eigentlich will, da sie teilweise nur eine oder wenige Seiten lang sind.
Die Schreibweise hat der Autor an die damalige Zeit angepasst. Die Geschichte spielt im Jahre 1797. Man muss ein paar Seiten lesen und dann hat man sich an diesen etwas ungewöhnlichen Schreibstil angepasst und er stört keinesfalls den Lesefluss. Er ist sogar recht interessant zu lesen, da man sich wirklich in die damalige Zeit versetzt fühlt. So wird statt sei immer sey geschrieben oder Thüre statt Türe. Trotzdem liest sich die Geschichte sehr schnell und flüssig.
Als Leser bekommt man einiges über die beiden Ermittler mit, die im Sinne von Sherlock Holmes und Dr. Watson agieren. Es gibt sehr viele Parallelen zwischen den beiden Ermittlerduos, was ich sehr interessant fand. Außerdem gibt es einige Anspielungen auf Stücke, welche Goethe und Schiller selbst geschrieben haben. Wenn man sich in dieser Zeit ein wenig auskennt, versteht man auch die einzelnen Anspielungen. Ansonsten wird es schwierig, aber das Buch lässt sich auch ohne diese Vorkenntnisse sehr leicht lesen, obwohl einem dann eventuell ein paar Stellen zum Schmunzeln verborgen bleiben.
Es gibt auch Anspielungen auf die damalige Zeit in der Geisterglaube und wissenschaftliche Auseinandersetzungen oft sehr stark aneinander parallten. Dies wird in diesem Buch auch sehr deutlich gezeigt.
Das Buch konnte mit einigen unerwarteten Wendungen aufwarten, welche die Geschichte immer wieder in eine andere Richtung lenkten, sodass es nie langweilig wurde und der Leser immer wieder aufs Neue überrascht wurde. Auch das Ende war so nicht vorhersehbar, wodurch die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten wurde.
Mein Fazit:
Ein wirklich spannender Krimi, welcher in der Zeit von Goethe und Schiller spielt und den Leser in die damalige Zeit eintauchen lässt. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es eine Fortsetzung dieses Buches geben könnte.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von manu63:
Lotta Fiore, der dritte Band
Die unbekannte Schwester von Prammer Theresa
Die unbekannte Schwester ist der dritte Band der Lotta Fiore Reihe der Autorin Theresa Prammer. Carlotta oder wie sie lieber genannt wird Lotta ist nun ohne entsprechende Ausbildung bei der Polizei und darf dort ermitteln. Als ihre Schwester Henriette verschwindet und Lotta bei einer Mordermittlung einen Zettel mit ihren Namen findet, kommt ihr der Verdacht das jemand den Schwestern nach dem Leben trachtet.
Die unbekannt Schwester knüpft an die Vorgängerbände an und als Leser ist es von Vorteil die Vorbände zu kennen. Es werden zwar immer wieder Hinweise eingestreut, aber sie reichen für das volle Verständnis meiner Meinung nach nicht aus. Der Schreibstil ist flüssig und die Szenen wechseln schnell, in einigen Bereichen auch recht sprunghaft. Wer Bildhafte Beschreibungen liebt wird sich mit dem Stil des Buches nicht anfreunden können. Auch werden die Familienprobleme weitreichend beleuchtet und der Leser dringt zusammen mit Lotta immer tiefer in die Geheimnisse der Vergangenheit ein. Ausblenden muss man als Leser die Ungereimtheiten warum Lotta und Fürst in den Polizeidienst dürfen. Das sollte man einfach so hinnehmen. Durch den Erzählstil aus Lottas Sicht erlangt man viele Einblicke in ihr Seelenleben, an einigen Stellen hätte das für mich auch kürzer ausfallen können.
Wer Familiengeschichten verbunden mit einem Krimi mag, der wird vom Buch nicht enttäuscht. Ich selber fühlte mich in weiten Teilen gut unterhalten und habe das unrealistische, wie Lotta zur Polizei kommt, einfach ausgeblendet.
Rezensionen von manu63:
Hätte straffer sein können
Die unbekannte Schwester von Prammer Theresa
Die Grausamen ist mein erster Roman des Autors John Katzenbach und ich hatte mich auf einen spannenden Thriller gefreut. Die beiden Ermittler Gabe und Marta werden auf alte ungeklärte Fälle angesetzt. Beide Ermittler gelten als abgehaltert und kämpfen mir eigenen Problemen. Im Laufe ihrer Ermittlungen stoßen sie auf Spuren die bis besser nicht gefunden hätten.
Die Geschichte entwickelt sich langsam und es kommt keine richtige Spannung auf wie ich sie in einem Thriller erwartet hätte. Der Schreibstil ist in Teilen recht langatmig und ich hätte mir da eine straffere Erzählweise gewünscht. Die Charaktere hätten auch mehr Potential gehabt und die Handlung war mir zu sehr vorhersehbar. Insgesamt ein Buch das ganz nett war, aber lange nicht das gehalten hat, was es versprochen hat. Für eine Urlaubslektüre die man auch mal gerne aus der Hand legen kann durchaus geeignet.
Rezensionen von manu63:
Schnell zubereitet
Die unbekannte Schwester von Prammer Theresa
Das Kochbuch Last Minute vegetarisch der Autorin Anne-Katrin Weber richtet sich an alle die nicht viel Zeit fürs Kochen aufwenden wollen oder können. Vorgestellt werden vegetarische und vegane Gerichte die in 10-20 Minuten fertig sind. Die Rezepte sind ausgelegt für 2 Personen, können aber durch den Mengenrechner des Verlages, für den man sich kostenlos anmelden kann, variiert werden.
Ich habe den Mengenrechner schon mal bei einem anderen Buch des Verlages getestet und finde ihn sehr praktisch. Noch sind nicht alle Bücher des Verlages dort gelistet aber nach und nach werden alle aufgenommen. Dieses Buch fehlt noch in der Sammlung des Mengenrechners, aber ich denke mal es wird in Kürze folgen.
Das Buch ist wie fast jedes Kochbuch in Kapitel aufgeteilt und die einzelnen Rezepte sind mit hochwertigen Fotos optisch in Szene gesetzt.
Auf den ersten Seiten findet man nützliche Hinweise für die Planung des Kochens. Einiges war mir neu und hat mir gute Anregungen gegeben was schnelles und dabei leckeres zu zaubern.
Nach den kurzen einleitenden Seiten geht es direkt zu den Rezepten die mit der Rubrik Schnell mal was knackiges beginnt. Die vorgestellten Salate finde ich gut gewählt und auch sehr vielfältig und abseits der üblichen bunten Salatmischungen. Bei jedem Rezept ist die Zubereitungszeit angegeben die ich auch als realistisch empfinde. Die Rezepte werden gut beschrieben und lassen sich einfach nach zaubern. Auch Kochneulinge werden damit zurecht kommen. Nährwertangaben fehlen bei den Rezepten, es wird jedoch extra darauf hingewiesen wenn ein Rezept vegan ist. Man sieht also auf den ersten Blick ob es lediglich vegetarisch oder auch vegan ist.
Hilfreiche Tipps rund um das Rezept ergänzen alles sehr gut. Die Zutaten sind meist einfach zu bekommen und man muss nicht extra in Spezialgeschäften einkaufen gehen, das meiste findet man im Supermarkt oder beim Discounter.
Nach Schnell mal was knackiges folgt das Kapitel Schnell mal was Leichtes, hier ist ein bunter Reigen von Gerichten zu finden die man kalt oder warm genießen kann. Neben Suppen findet man auch Gemüsepfannen sowie Pasta und Reis.
Wer es lieber deftiger mag findet dazu Rezepte in der Rubrik Schnell mal was deftiges. Auch hier eine Mischung aus verschiedenen Gerichten die viele Geschmäcker ansprechen.
Schnell mal was Knuspriges bietet etliche Gerichte rund um Pizza, Tartes und Co. Dazu werden Blätterteigböden belegt, Teigblätter verwendet oder auch Pizzateig aus dem Kühlregal. Alles was an fertigen Böden zu finden ist, kann man dazu nutzen.
Vier schnelle Smoothies dürfen nicht fehlen und den Abschluss bildet Schnell mal was Süsses. Neben Schichtcremes und Milchreis finden sich hier auch Gratins, Schmarren und cremige Dessert.
Das Register am Ende ist einmal alphabetisch und einmal nach Zutaten geordnet. Das finde ich recht nützlich denn so kann man fix was bestimmtes finden.
Insgesamt macht das Buch einen guten Eindruck auf mich. Die Rezepte sind vielfältig und die Zutaten gut zu bekommen. Die Beschreibungen sind zwar kurz aber ausreichend um die Rezepte gut umzusetzen. Durch die breite Palette der Gerichte kann jeder das passende finden und die Tipps geben Anregungen zum abändern der Rezepte.
Rezensionen von Krimine:
Ein Krimi, der genauso eigenwillig ist, wie sein Ermittler.
Die unbekannte Schwester von Prammer Theresa
Im Berliner Westhafen wird ein toter Mann in einem Matrosenanzug gefunden, der sich bei näherer Betrachtung als der erfolgreiche Hotelier Hans Pohl entpuppt. Pohl, der gemeinsam mit einer Jugendfreundin eine gut gehende Hotelkette führt, ist weder bekannt dafür, dass er Feinde hat, noch gibt es Hinweise darauf, dass in der Firma etwas nicht läuft.
Auch ein seltsamer lilafarbener Punkt in seinem Nacken liefert keinen Anhaltspunkt, warum er ermordet wurde. Erst eine zweite Tote mit einem orangefarbenen Punkt im Nacken bringt Bewegung in die Ermittlungen, allerdings auf eine Art, die sehr merkwürdig ist.
?Die letzte Farbe des Todes? ist der erste Einsatz der neunten Berliner Mordkommission. Einer neu gegründeten Polizeieinheit für besondere Fälle, an deren Spitze der international ausgebildete und hochintelligente Jerusalem Schmitt steht. Schmitt, der von Bekannten und Kollegen nur Jay genannt wird, ist in seinen Ermittlungsmethoden eigenwillig und unkonventionell, eckt dadurch aber auch öfter einmal an. Allerdings geben ihm seine Erfolge recht. Etwas, das im privaten Bereich anders aussieht. Hier hat sich seine Freundin von ihm getrennt, um mit einer Frau zusammen zu sein. Ein unerwarteter Einschnitt, der ordentlich am Ego kratzt und den der professionelle Ermittler nur schwer verwinden kann..
Kurze Kapitel, abwechslungsreiche Handlungsstränge, gut gezeichnete Figuren und ein kniffliger Kriminalfall sorgen dafür, dass der Leser das Buch nur schwer aus der Hand legen kann. Lediglich der nüchterne Schreibstil, der mit einer schnörkellos knappen Sprache und eine Anhäufung von Fakten daherkommt, bedarf anfänglich der Gewöhnung, wird aber nach einigen Kapiteln kaum noch bemerkt. Denn dann schreitet die Handlung stetig voran und der Leser ist genau wie Jay und sein Team damit beschäftigt, den mysteriösen Mordfällen auf den Grund zu kommen und einen lange Zeit im Dunkeln agierenden Täter zu stellen.
Fazit:
Ein Krimi, der genauso eigenwillig ist, wie sein Ermittler und ein Verwirrspiel, das durchgängig spannend unterhält. Ein Debüt, bei dem sich das Lesen lohnt.
Rezensionen von manu63:
Das Glück ist greifbar
Meer Liebe auf Sylt von Claudia Thesenfitz
Meer Liebe auf Sylt ist der zweite Glücksroman der Autorin Claudia Thesenfitz. In diesem Roman lässt sie verschiedenen Charaktere aufeinandertreffen, die erkennen müssen das es viele Arten gibt glücklich zu sein.
Henrietta ist Karrierefrau und dem Luxus zugetan. Ulla ist überzeugte Veganerin und möchte die Welt retten.
Beide verbindet lediglich ihre fast zweijährige Enkelin Emma. Als Emmas Mutter Alexandra dringend nach New York muss um ihre Ehe zu retten bleiben Henrietta und Ulla bei Emma um sich um diese zu kümmern. Gekrönt wird das alles noch durch die kinderlose Schwester von Alexandra, die auch helfen möchte.
In einer liebevoll erzählten Geschichte lässt die Autorin die Charaktere ihre Wandlungen durchlaufen und erzeugte beim mir beim lesen ein warmes Gefühl der Freude. In lebendigen Worten zeigt sie, das man selber auch mal seinen eigenen Lebensstil in Frage stellen sollte, um ein besseres Lebensgefühl zu bekommen. Der Schreibstil ist locker und flüssig lesbar und die Charaktere sind bis in die Nebenfiguren hinein liebevoll ausgearbeitet. Für mich ist der Roman eine perfekte Urlaubslektüre oder genau das richtige zur Entspannung.
Rezensionen von Nepomurks:
Eine wundervolle Geschichte! Sehr ergreifend und berührend...
Mit jedem Jahr von Simon van Booy
Simon Van Booy?s Roman ?Mit jedem Jahr? berührt zutiefst und präsentiert dem Leser eine einfühlsam erzählte Geschichte über zwei ganz besondere Menschen: Harvey und Jason. Sie, das kleine Mädchen, das seine Eltern schon so früh verlor. Er, der tätowierte ?Ex-Knacki? und Harvey?s einziger lebender Verwandter.
Dank hartnäckiger Bemühungen der beherzten Wanda, einer langjährigen und erfahrenen Mitarbeiterin des Sozialamtes, auf deren Tisch Harvey?s Akte nach dem plötzlichen Unfalltod ihrer Eltern landet, finden die beiden zueinander. Anfangs noch zurückhaltend und mit sich hadernd, entwickelt sich schließlich eine sehr ergreifende Verbindung zwischen Harvey und ihrem Onkel Jason.
In einzelnen Episoden blickt der Leser aus der Gegenwart der beiden Hauptprotagonisten auf herzergreifende, teils schwierige Entwicklungen zurück. Eigentlich bleibt der Roman durchgängig unaufgeregt und liest sich womöglich gerade deshalb so schön und nahtlos. Der Schreibstil ist sehr eingängig und ich fand, das Buch war dadurch absolut flüssig lesbar. Die Geschichte schafft es zudem, durch sehr authentisch wirkende Protagonisten eine unglaublich dichte Atmosphäre aufzubauen. Manches Mal wirkt die Erzählung melancholisch und dramatisch, was wegen des durchgängigen Hauptthemas auch nicht wirklich überrascht. Im Verlauf ergeben sich inhaltlich viele, wunderschöne und ergreifende Momente. Auch die Schauplätze sind meiner Meinung nach toll dargestellt. Es gibt zwei zeitversetzte Erzählstränge, die sich immer wieder miteinander verweben. Long Island ist der eine Schauplatz, Paris der andere. Beide Orte wirken im Kontext der Geschichte sehr passend, einige der im Roman genannten Pariser Straßen gibt es witzigerweise auch tatsächlich. Die Stadt wird durch die wundervolle Schilderung des Autors fast greifbar, was mir persönlich extrem gut gefiel. Es gibt der Erzählung noch einmal einen zusätzlichen und ganz besonderen Charme.
Inhaltlich ist das Buch durchweg packend. Es schwebt immerzu eine gewisse Spannung über der Handlung und das wohl nicht nur wegen der besonderen Atmosphäre und der direkten Nähe des Lesers zu den Figuren.. Spannend bleibt es zudem auch einfach, weil der Autor die vergangenen Geschehnisse, die Harvey und Jason zu dem haben werden lassen, die sie sind und zueinander brachten, erst nach und nach offen legt. Das Buch lebt von den Enthüllungen rund um Harvey und Jason und kann bis zum Schluss noch überraschen!
Mir gefiel der Roman unglaublich gut. Eine schöne und glaubwürdige Geschichte, die mich sehr berührt hat, deren Protagonisten mir von Anfang an gut gefielen und die mich bis zum Ende fasziniert hat! Ein tolles Buch, 5 Sterne.
Rezensionen von Nepomurks:
Ziemlich spannend, wenn auch stellenweise etwas unübersichtlich und verwirrend!
Hagerstown von Edward Ashton
Die Stadt Hagerstown wird ohne jegliche Vorwarnung durch einen nicht weiter bekannten Grund ausgelöscht. Alle Bewohner sterben. Wir befinden uns in einer Zukunft, in der beinahe nichts mehr so ist, wie wir es aus unserer eigenen Gegenwart kennen. Der Mensch hat sich neu erfunden, manipuliert sein genetisches Konstrukt durch Erweiterungen oder Veränderungen der ursprünglichen DNS-Komponenten.
Daneben gibt es Avatare und ?Roboter?, die sich als Dienstleistung überall wiederfinden und dem Menschen das Leben erleichtern sollen. Sie steuern den Alltag, die Umgebung und vielleicht sogar mehr. Alles steht mittlerweile unter der Kontrolle einer Organisation: NetSac. Sie hat die Elektronik, das virtuelle Leben und sämtliche Netzwerke, sowie die Avatare unter ihrer Kontrolle. Nichts geschieht ohne das Wissen von NetSac. Wohl auch nicht in Hagerstown. Doch was geschah mit den Menschen dort? Und welche Rolle spielt NetSac in diesem verheerenden Fiasko?!
Edwart Asthon legt mit ?Hagerstown? einen spannenden Thriller vor, der in einer eher düster wirkenden Zukunft spielt. Inhaltlich tiefgreifend und verzwickt, aber stellenweise auch verwirrend und nicht immer absolut authentisch. Ich hatte zu Anfang einige Schwierigkeiten, mich in den Verlauf der Geschichte einzufinden und die diversen, manchmal recht technisierten und biologisch geprägten Begrifflichkeiten im Lesefluss nicht als störend zu empfinden. Die Darstellung der Avatare und 'roboter-artigen Wesen', die im Roman eigenständige Protagonisten darstellen, war manches Mal nicht auf Anhieb verständlich für mich und ich fand auch die vorkommenden ?Chat-Nicknames? nicht immer gut nachhaltbar. Virtuelles vermischt sich immerzu mit der Realität und man muss wohl ein wenig darauf achten, hier inhaltlich nicht den Überblick zu verlieren. Letztlich war ich erst nach einigen Kapiteln ?drin? im Verlauf, konnte dann aber den verschiedenen Erzählsträngen auch bis zum Schluss gut folgen. Und hat man sich erst einmal an den Schreibstil gewöhnt, ist der Plot wirklich durchgängig spannend und rasant! Zu den Figuren kann man nur sagen, dass sie bis zuletzt undurchsichtig bleiben und man über ihre Identitäten und Intentionen rätseln darf! Insgesamt hält der Thriller wirklich viele unerwartete Wendungen und Überraschungen parat und man zittert dadurch auch förmlich bis zur letzten Seite mit. Und das Ende bietet einen wahren Paukenschlag...
Mein Fazit: Trotz vieler Handlungsorte, Figuren und Erzählstränge, sowie einiger persönlicher Anfangsschwierigkeiten mit dem Schreibstil, ist ?Hagerstown? ein wirklich spannender Thriller, der für einiges Kribbeln sorgt und durchaus lesenswert ist! 4 Sterne.






