Kunden em pfehlungen
Rezensionen von TheUjulala:
Brisantes gesellschaftlichen Thema in dystopischer Vision
This New World von Laura Newman
Die Autorin Laura Newman war mir noch nicht bekannt. Aber ihr Buch "This New World" ging vor einiger Zeit in den sozialen Kanälen der Buchblogger um. Viele begeisterte Stimmen haben mich darauf aufmerksam gemacht, und so habe ich es kurzerhand mit in meinen Urlaub genommen. Dieses Buch wird bestimmt nicht das einzige von dieser Autorin bleiben.
Coverbild
Ehrlich gesagt, hat mich in den sozialen Kanälen vor allem das Cover neugierig gemacht. Ich finde es unheimlich gelungen. Man spürt förmlich die Kraft, die hinter diesem Faustschlag steckt. Die Schrift ist perfekt in das Composing gesetzt und harmonisiert gekonnt mit den Rauchkringeln. Erst jetzt für die Rezension habe ich festgestellt, dass Laura Newman das Cover selber entworfen und umgesetzt hat. Das Cover begeistert mich total und hat mich auch auf die Designerin Laura Newman aufmerksam gemacht. Ihre Homepage ist für jeden Grafikbegeisterten ein absolut lohnenswerter Besuch.
Handlung
Die beliebte Cheerleaderin Zoe Travis ist in der Highschool mit dem begehrtesten Jungen und Footballspieler Coben MacAllister liiert, und sie sind das it-Pärchen an der gesamten Schule, welches auch schon für den Abschlussball als Ballkönig und Ballkönigin gesetzt ist. Gemeinsam mit der Clique wird über die Aussenseiter, so wie zum Beispiel über den merkwürdigen Josh Tisson, hergezogen und gelästert. Doch im letzten Highschool-Jahr passieren plötzlich merkwürdige Dinge. Nicht nur, dass Zoe sich immer weiter von der überheblichen Denkweise ihrer Freunde distanziert und merkt, dass Josh gar nicht so komisch ist, verhalten sich auf einmal die Nachbarn immer seltsamer. In den Nachrichten tauchen vermehrt Meldungen über phänomenale Begabungen und Anomalien von Menschen auf der ganzen Welt auf. Irgendwas geht vor sich, unerklärliches und macht aber vor Keinem halt, nicht einmal vor Zoes Familie. Die Welt verändert sich und gerät aus ihren Fugen. Bald wird klar, dass ein Meteorit auf die Erde eingeschlagen ist und die Menschen beeinflusst, sie mit Begabungen ("Skills") vergiftet.
Buchlayout / eBook
Hier merkt man auch wieder, dass das Buch von einer Grafikerin umgesetzt wurde. Jedes Kapitel wird mit einer wunderschönen und individuellen Zeichnung eingeführt, die sich an dem Stil der Rauchkringel vom Cover orientiert. Die 28 Kapitel selber sind in teilen das Buch mit seiner Seitenzahl von nicht ganz 400 Seiten in angenehme Leseabschnitte.
Idee / Plot
Anfangs ein typisches Highschool-Szenario, entwickelt sich diese Geschichte doch in eine andere Richtung. Hier geht es vor allem um das "Anderssein" und auch das Akzeptieren von Menschen, die sich nicht dem Mainstream anpassen wollen oder können. Was ist, wenn plötzlich alle in Deiner Nachbarschaft verrückt spielen und Dinge tun und können, die eigentlich nicht normal sind? Die Gesellschaft muss und wird sich auch daran gewöhnen. Und was erst mal gemobbt und abfällig behandelt wird, ist plötzlich total cool.
Zunächst ist Josh der Außenseiter, weil er sich anders verhält als die angesehene Football-Clique. Plötzlich dreht sich aber der Spieß. Wird über die ersten Leute mit ungewöhnlichen Skills noch argwöhnisch hinter vorgehaltener Hand gelästert, spielen dann alle verrückt und das Besitzen von Skills wird als völlig gesellschaftskonform angesehen. Aber Josh ist wieder der Aussenseiter, weil er der Einzige ist, der keinen Skill erhalten hat. Ich finde, dass die Autorin hier ein hochbrisantes und gesellschaftskritisches Thema in einen sehr gelungenen Jugendroman gepackt hat.
"»Ich dachte, wenn sich die Lage weiter zuspitzt, dann könnten irgendwann gewisse Regeln außer Kraft gesetzt werden. Es wäre schließlich nicht das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass sich eine überlegene Gruppe das Recht herausnimmt, andere, in ihren Augen vielleicht weniger wertvolle Menschen, zu richten.«"
Laura Newman "This New World", Pos. 3109 (eBook kindle Edition, © 2017 Laura Newman)
Emotionen / Protagonisten
Sehr gut gefallen hat mir die Entwicklung der Protagonistin. Anfangs gefällt sie sich noch in der Rolle als it-girl. Wird aber zunehmends nachdenklicher und begreift, dass man Menschen nicht nach Äußerlichkeiten verurteilen sollte. Sie beginnt sich von ihren Freunden zu distanzieren und fängt an sich für das Leben und den Menschen hinter der Fassade zu interessieren. Sie ist reflektiert und macht selber eine innere Wandlung durch - abgesehen von ihrem Skill.
Coben ist mir von Anfang an unsympathisch. Genauso wie Zoes beste Freundin Dilan. Beide sehr auf Äußerlichkeiten bedacht, dulden sie in ihrer Gegenwart kein Anderssein. Alles muss nach ihrer Nase laufen. Sie sind affektiert und oberflächlich und beginnen im Laufe der Geschichte eine Richtung einzuschlagen, die Zoe zu Recht infrage stellt.
Josh hingegen ist in den Augen der Clique ein durchgeknallter Typ und wird deswegen ziemlich verächtlich behandelt. Er lässt sich davon aber nicht beirren, lebt aber sehr zurückgezogen. Er betrachtet und empfindet seine Umgebung mit offenen und interessierten Augen. Seine Eltern hat er verloren und versucht sein Leben mit einem kreativen aber ganz persönlichen Kunstwerk zu verarbeiten. Das macht ihn mir von Anfang an sehr authentisch und liebenswert und diese Linie behält er auch die ganze Zeit bei.
"Wie erträgt man es, in der Schule von allen geärgert und missachtet zu werden, wenn man so einen Hintergrund hat? Wie konnte Josh so »gut« bleiben? So frei von Verbitterung und Hass?"
Laura Newman "This New World", Pos. 3145 (eBook kindle Edition, © 2017 Laura Newman)
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Der Spannungsbogen wird stetig aufgebaut, gipfelt in spannenden Szenen und endet noch mal sehr dramatisch. Zwischenzeitlich gibt es einen Zeitsprung von 7 Monaten, der etwas schade ist. Aber der Autorin ging es wahrscheinlich eher um die Fortschreitung der Vergiftung und die Tatsache, wie die Menschheit sich mit den dystopischen Umständen arrangieren muss. Manchmal hatte man aber das Gefühl, dass sie in ihrer Erzählung weiterkommen wollte und dafür den Verlauf etwas gerafft hat. Trotzdem gibt es viele berührende Momente, in denen ich Zoe und Josh sehr gut mitfühlen konnte. Die eigentliche Bedrohung ist nicht bekämpft, aber die Handlung ist in diesem Buch für mich soweit abgeschlossen. Da dieses Buch auch der Auftakt einer Reihe sein soll, finde ich das ganz passend und stört mich nicht.
Szenerie / Setting
Ein bisschen schade finde ich es, dass es sich um ein typischen Highschool-Setting handelt, welches man in diesem Genre ja leider schon viel zu oft zu lesen bekommt. Andersrum ist es ein Jugendbuch und Jugendliche müssen nun mal zur Schule. Und gerade dort ist Mobbing ein sehr ernst zu nehmendes gesellschaftliches Thema. Wahrscheinlich hätte die Geschichte anders nicht funktioniert.
Sprache / Schreibstil
Laura Newman hat für mich einen tollen und eingängigen Sprachstil. Mir hat er gut gefallen und ich konnte das Buch flüssig lesen und mir alles auch schön bildlich vorstellen, ohne mir meine eigene Phanatasie zu nehmen. Sie beschreibt die Umgebung liebevoll, und ich kann mich ebenfalls mit Zoe und Josh für die angehaltene Welt begeistern. Die Ich-Perspektive im Präsens ist für mich gut umgesetzt und passt sehr gut zum Szenario. Vor allem in den sehr dystopisch-dramatischen Stellen kommt das sehr gut zur Geltung.
FAZIT
Eine sehr gute Mischung aus krasser dystopischer Vision und gefühlsvoller Liebesgeschichte. Erfrischende Sprache und überzeugende Protagonisten. Auf das Folgeband freue ich mich schon.
Rezensionen von TheUjulala:
Voller Offenbarungen, Wendungen und Gefühle, großartig!
This New World von Laura Newman
Da ich die ganze FederLeicht Saga überaus liebe und die Entwicklung unglaublich toll finde, war es für mich eine große Besonderheit, dieses Buch schon vorab als Testbuch lesen zu dürfen. Ich bedanke mich bei Marah Woolf sehr für diese außerordentliche Gelegenheit! Und vor allem danke ich auch den Mädels, wie immer ist eine Leserunde mit Euch einfach der Hammer! Dennoch möchte ich betonen, dass ich versuche dieses Buch ganz objektiv zu bewerten - obwohl ich gestehen muss, dass es mir schwer fallen wird, hier nicht ein bisschen voreingenommen zu sein.
Coverbild
Wie alle bisherigen Bände reiht sich auch dieses Cover nahtlos in die Saga ein. Diesmal ist es in Rot-Orange gehalten und der Ring in der Mitte hervorgehoben. Wie gewohnt sind die Arbeiten von Carolin Liepins grafisch hervorragend ausgearbeitet und gefallen mir persönlich immer sehr gut.
Handlung
Nachdem nun Eliza und ihre Freunde Cassian, Sky und Frazer aus der magischen Welt verbannt wurden, finden sie sich in Sterling kurz nach dem Samhainfest wieder. Eliza trägt immer noch die Bürde des Siegels, welches sie vor Damian verstecken muss. Nun muss ein anderer Weg gefunden werden, die Magische Welt vor der Machtgier des Damian de Winter zu retten. Da ihre Freunde schon viel Leid erfahren haben und die Ereignisse erst mal verarbeiten müssen, möchte Eliza sie mit ihren Problemen nicht mehr belasten. Sie ist auf sich alleine gestellt, bekommt aber Hilfe von unerwarteter Seite. Wäre da nicht der bockige Elf Cassian, der sich nun endlich zu ihr bekennt aber Eliza immer noch beschützen will und am liebsten abhauen würde. Als hätte Eliza nicht schon genug belastende Verantwortung, sieht sie sich auch noch einem gewaschenen Beziehungskonflikt gegenüber.
Buchlayout / eBook
Die ca. 290 Seiten sind durch die 16 Kapitel in angenehme Längen eingeteilt. Jedes Kapitel wird mit einer sich abwechselnden hübschen und filigranen Ornament-Zeichnung und der Kapitelnummer eingeleitet.
Idee / Plot
Was passiert nun mit Eliza und ihren Freunden in der Verbannung? Wie geht es ihnen, nachdem Sie Victor verloren haben, der sie zwar in allen Belangen getäuscht und betrogen hat, aber trotzdem ein Freund für sie war? Und wie ergeht es einem Elfen, der seiner Welt beraubt wurde? Der Weg in die magische Welt ist ihnen verwehrt, der heilige Baum friert ein und stirbt, und Damian de Winter greift immer mehr nach der Macht. Wie soll nun Eliza die Siegel zerstören?
In diesem Band geht es nicht so sehr um „action“, sondern vielmehr um das Verarbeiten der Geschehnisse und der Suche nach einem neuen Weg, die Siegel zu zerstören. Es geht auch um die Klärung von Beziehungen und wie es Personen ergeht, die entweder ihre Heimat oder einen lieb gewonnen Mitmenschen verloren haben. Auch dieses Band ist mal wieder ganz anders, als man es nach dem Band V erwarten würde. Das ist auch das, was mich an dieser Saga immer so sehr begeistert. Kein Buch ist nach Schema F, sondern jedes für sich einzigartig und was besonderes. Dieses hier ist etwas sanfter, nicht so aufregend und geheimnisvoll aber dennoch voller Wendungen und geballter Ladung unerwarteter Gefühle und Entscheidungen.
Emotionen / Protagonisten
Endlich können Cassian und Eliza sich zu ihrer Liebe bekennen und sich ihr hingeben. Aber Cassian würde seinem Ruf als bockigster Elf nicht gerecht werden, wenn er nicht versuchen würde Eliza zu bevormunden. Aber hier bleibt Eliza stark und erkennt, dass es um das Große und Ganze geht, und kann nicht nach Cassians Willen handeln. Denn Sie muss die magische Welt retten, damit ihre Beziehung überhaupt eine Zukunft hat. Sie erkennt, dass sie beide ein Kommunikationsproblem haben, aber sie weiß, was sie wirklich tun muss. Und wenn das auch bedeutet, Cassian zurückzuweisen. Mir gefällt es ausgesprochen gut, dass in dieser Beziehung nun, obwohl sie endlich zueinander gefunden haben, nicht gleich alles Friede Freude Eierkuchen ist - und sie gemeinsam gestärkt gegen das Böse ankämpfen - wie man es nun erwarten würde. Nein, denn jede Beziehung, so sehr man sich auch liebt, ist trotzdem immer ein zerbrechliches Konstrukt, welche gepflegt und immer neu ausgewertet werden muss. Das kommt hier großartig raus und ich finde, hier hat Marah Woolf wirklich Fingerspitzengefühl bewiesen.
Cassian ist verbohrt und bockig wie eh und jeh. Ein bisschen zu viel finde ich und auf eine andere Art und Weise, als in den ersten 5 Bänden. Aber was soll man machen, wenn man seiner magischen Heimat beraubt wird? Und die Liebe des Lebens lieber die Welt retten möchte, als sich mit ihm in einen Kokon zu verkriechen? Ja, am Schluss hätte mir Cassian doch etwas mehr „Weitsicht" haben können.
Sky und Frazer sind von den Erlebnissen auf Avallach und im Haus der Wünsche so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass sie sich zurückziehen. Sky muss den Verlust von Viktor verarbeiten, was ihr sichtlich schwer fällt. Und Frazer kümmert sich zwar sehr fürsorglich um sie, kommt aber in so eine Art Co-Abhängigkeit.
Viel Raum erhält anfänglich auch die Beziehung zwischen Fynn und Grace, die ja im Haus der Wünsche ums Leben gekommen ist und am Ende des Band V wieder auftaucht. Die „Beziehung“, wenn man es denn so nennen möchte, zwischen den beiden ist enorm gestört, denn Fynn ist tierisch sauer auf Grace, weil sie ihm angeblich fremd gegangen sei, und verhält sich teilweise richtig fies zu ihr. Grace selber macht aber im Laufe des Buches eine tolle Wendung mit, obwohl ich an ihrer Stelle wohl nicht so lange ausgehalten hätte.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Nach dem sehr aufregenden Band V wirkt dieser viel ruhiger und will gar nicht so sehr „noch mehr drauflegen“, sondern hier geht es wirklich mehr um das Zwischenmenschliche (Zwischenelfliche?). Der Spannungsbogen wird demnach auch sehr sanft aufgebaut, am Anfang ist die Handlung vielleicht etwas schleppend. Trotzdem nimmt die Spannung immer mehr zu, es kommt zwar auch zu aufregenden Kampfszenen, die hier aber nicht so im Vordergrund stehen. Ich bin vielmehr von den vielen feinen und gefühlvollen Momenten sehr begeistert. Einige kleinere und eine sehr unerwartete Wendung lassen alle bisherigen Bände in einem ganz anderen Licht erscheinen, was für mich im Nachhinein absolut stimmig ist. Das Buch endet auch wieder in einem großartig aufregenden Finale, auf das Eliza und ihre Verbündeten hingearbeitet haben - und das zwar ein irgendwie erwartetes Ende nimmt - uns aber dennoch mit einem fiesen Cliffhanger zurück lässt.
Und dennoch ist das Zeitparadoxon und Graces Rückkehr immer noch schwer zu verstehen, obwohl sich Marah wirklich darum bemüht das dem Leser verständlich zu machen. Man muss es einfach akzeptieren, dass es funktioniert. Macht man sich viel zu viele Gedanken über den „Realismus", zerstört man sich einfach die Magie dieses großartigen Buches. Es ist eine Fantasy-Story, und da funktioniert sowas eben. Wir haben in unserer Testeleser-Gruppe lange darüber diskutiert. Das Problem liegt einfach darin, dass die bisherigen 5 Bücher nach und nach entstanden sind. Marah hat so eine unglaubliche Fantasie und sprüht nur so vor Ideen. Dass sich dann mal ein paar Kleinigkeiten im Laufe der Bücher im Wege stehen können, bleibt wohl nicht aus.
Szenerie / Setting
Da wir uns vorrangig in bekannten Umgebungen befinden, braucht die Autorin hier nicht in ausführliche Beschreibungen ausschweifen. Dennoch schafft Sie es immer wieder die Umgebung und Stimmung bildhaft und greifbar zu beschreiben.
Sprache / Schreibstil
Was soll ich zu Marahs Sprachstil noch sagen. Ich kann mich da einfach nur wiederholen, sie schreibt so flüssig und eingängig. Die Ich-Perspektive in Präteritum kommt ohne große Kapriolen oder komplizierte Beschreibungen aus, was für manche zwar nicht außergewöhnlich erscheinen mag, ich aber sehr angenehm zum Lesen empfinde. Ich fliege durch die Seiten und kann mich in die Protagonistin Eliza unheimlich gut einfühlen. Vor allem aber die Gefühle bringt mir Marah unglaublich ausdrucksvoll nahe, dass ich oft intensiv mitgefühlt und auch geweint habe. Teilweise hat es ich sehr ergriffen.
FAZIT
Wieder ein Buch von Marah Woolf, das mich total überrascht hat. Das Band voller Offenbarungen und Wendungen, Gefühl und Entscheidungen. Die perfekte Vorbereitung auf das große Finalband VII. Ich bin begeistert und mächtig gespannt!
Rezensionen von manu63:
Gibt es Gerechtigkeit?
Im Auftrag des Stadtvogts von Wolfgang Kemmer
Im Auftrag des Stadtvogts ist ein historischer Roman aus der Feder des Autors Wolfgang Kemmer. Der Autor nimmt die Leser mit in das Jahr 1548, es ist Reichstag in Augsburg. Hierhin kommt auch der Bärenführer Barnabas auf der Suche nach den Mördern seiner Familie. Eingewoben im historischen Ambiente erlebt der Leser die Suche von Barnabas hautnah mit und sieht durch die Augen des Bärenführers und weiterer Protagonisten in eine Welt in der Gerechtigkeit nicht selbstverständlich war.
Die Geschichte wird spannend erzählt und durch die Gedankengänge der verschiedenen Charaktere bekommt man als Leser einen guten Einblick in die Motivation des Einzelnen. Die Charaktere sind detailreich gezeichnet und auch das historische Umfeld kommt gut zur Geltung. Der Schreibstil ist flüssig und ohne überflüssige Schnörkel, die Handlung wird gut vorangebracht. Insgesamt hat mir das Buch und die Geschichte gut gefallen und das Glossar am Ende des Buches erklärte einige historische Begriffe sehr gut. Die Zeittafel ergibt einen guten Überblick über die damaligen Verhältnisse und sollte von einem Leser der sich in der Historie nicht so gut auskennt erst mal gelesen werden, ehe mit dem eigentlichen Buch begonnen wird.
Rezensionen von TheUjulala:
Packende Spannung und dramatische Wendungen, perfekte Fortsetzung der Saga
Im Auftrag des Stadtvogts von Wolfgang Kemmer
Coverbild
In einem mausigen Nebelgrau erscheint nun das 5. Band der FederLeichtSaga. Verteilt auf dem Cover sieht man die verschiedenen Aureolen, wobei hier die Feder im unteren Drittel hervorgehoben ist. Sie wird in diesem Buch auch eine wichtige Rolle spielen.
Handlung
Zurück aus dem Haus der Wünsche dürfen die Freunde Eliza, Sky und Frazer auf Avallach bleiben, müssen sich aber am Unterricht beteiligen.
Cassians Hochzeit mit Opal steht kurz bevor, und sein Wunsch, endlich das Augenlicht wieder zu erlangen wird immer greifbarer. Eliza trägt die Bürde des 3. Siegels und will es noch nicht zerstören, denn sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben Grace aus dem Siegel retten zu können. Doch die Magier werden immer mächtiger und es passieren schreckliche Dinge auf Avallach. Eliza muss endlich handeln, aber wem kann sie noch vertrauen?
Buchlayout (eBook)
Kleine verschnörkelte Illustrationen zieren jedes Kapitel unterhalb der Nummer. Die einzelnen Kapitel sind in einer angenehmen Länge, nicht zu kurz und nicht zu lang. Das gefällt mir richtig gut und passt zur gesamten Reihe.
Idee / Plot
Die Magische Welt steht vor einer großen Herausforderung. Damian de Winter drängt darauf, dass das Volk der Magier wieder die gleichen Rechte wie alle Völker erhaltet. Aber es wird schnell klar, dass er auch mit aller macht das Siegel möchte, und dazu ist ihm jedes Mittel recht. Es ist eine verzwickte Situation. Ausgestossene möchten wieder in die Gemeinschaft aufgenommen werden, stehen aber einer feindseligen Gesellschaft gegenüber. Das sind brisante Themen, die wir tagtäglich erleben: Fremdenhass und Integration. Aber wie integriert man ein jahrhundertelang verhasstes Volk? Denn nicht alle Magier sind so böse wie Damian de Winter. Das wäre ja fast so, als würde man Syrien in die G8 aufnehmen und die Anwesenheit von Assad dafür hinnehmen. In dieser Zwickmühle befindet sich auch Eliza, denn in dieser brisanten Situation muss Eliza das Siegel zerstören, denn es darf keinem der Völker in die Hände fallen, sonst würde derjenige die Macht missbrauchen.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Von Kapitel zu Kapitel passieren immer mehr merkwürdigere und auch grausame Dinge. Victor und Rubin, die zunächst erst die einzigen Magier auf Avallach sind, und geraten als Täter immer mehr ins Visier. Auch der Hass der anderen Völker gegenüber den Magiern wird immer spürbarer. Die Bedrohung wird immer größer und die Last auf Elizas Schulter durch das Siegel wird immer spürbarer. Dabei steht Eliza dann auch noch der bockige Elf Cassian und seine Verlobte Opal im Weg. Die Spannung ist hier wunderbar aufgebaut und gewürzt wird das Ganze auch noch mit einigen Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte und ich auch manchmal weinen musste. Und endet dann in einem großen Showdown, schließt aber die in diesem Buch aufgebaute Handlung nicht wirklich ab.
Szenerie / Setting
Man muss nicht die MondLichtSaga kennen, um den Zauber von Avallach und der magischen Welt zu spüren. Marah Woolf hat es verstanden das Schloß wieder in meinem Kopf aufleben zu lassen. Kurze Rückblicke erklären auch gut die Zusammenhänge ohne langatmig zu wirken. Mich haben sie überhaupt nicht gestört, ich fand sie absolut passend.
Emotionen / Protagonisten
Eliza wirkt für mich in diesem Buch viel erwachsener und reifer als in den Teilen davor. Sie hat begriffen, dass Cassians Herzenswunsch nur mit der Vermählung mit Opal zu erfüllen ist. Sie lässt sich auch auf das „Wir sind nur Freunde“ ein, denn die Emotionsachterbahn würde sie auch nur von ihrer Mission ablenken.
Cassian hält stringent an seinem Vorhaben fest und will Opal ehelichen. Das ist seine Chance sein Augenlicht wieder zu erlangen, und dafür muss er das Opfer erbringen und auf Eliza verzichten.
Auf Frazer, Sky und Jade kann ich an dieser Stelle nicht eingehen, das würde sonst den Rahmen der Rezension sprengen. Es ist nur zu erwähnen, dass sie für Eliza alle wichtig sind und an sie glauben. Vor allem Rubin und Victor. Beide sind Magier und haben keinen einfachen Stand in Avallach.
Sprache / Schreibstil
Sprachlich ist es mal wieder für mich absolut top und mitreissend. Das gesamte Buch lässt sich durchweg flüssig lesen und kann durch Elizas Gedanken in ihrer authentischer Sprache wirklich gut mit mitfühlen.
Meine Meinung
Ich weiß nicht, wie laut ich in diesem Buch „Aaaarghhhhh“ gerufen habe. Zwar nicht so oft, wie in den letzten Bänden, dafür um so lauter. Marah hat es mal wieder geschafft mich zu überraschen und mein armes kleines Herz ganz schön auf die Probe gestellt. Nicht nur die vielen Wendungen und Überraschungen, sondern auch die Entwicklung der Protagonisten. Eine Wendung hat mich sogar sehr tief berührt und mich wirklich heftig erschüttert.
Mir gefällt es, dass Eliza nicht (mehr) das gehirnlose, liebeskranke Girly ist, sondern viel vernünftiger rüber kommt. Obwohl es ihr das Herz bricht und ich mit ihr am liebsten Opals Augen ausgekratzt und Cassian mal ein paar saftige Watschen verpasst hätte, konzentriert sie sich auf ihre Bürde, will sich nicht von Cassian und dem Gefühlschaos, welches trotzdem in ihr wütet, ablenken lassen.
"Dieser Mann war dauerschlechtgelaunt. Ich sollte froh sein, ihn los zu sein. Stattdessen wäre ich ihm am liebsten hinterhergerannt, um mich auf ihn zu stürzen und ihm seine Klamotten vom Leib zu reißen. Also wenigstens sein nasses Hemd."
Marah Woolf: „FederLeicht 5“, Pos. 468, eBook
Cassian hat sich vom bockig-sein etwas abgewendet. Ich habe ihn lange Zeit als eiskalten Kotzbrocken empfunden. Ganz am Anfang fällt er erst mal über Eliza her (also das Küssen hat er jetzt wohl drauf), aber dann ist er von der Hochzeit nicht mehr abzubringen.
"»Das möchte ich nicht, Eliza. Das mit uns beiden ist jetzt und hier vorbei. Endgültig. Deswegen bin ich gekommen. Um es dir zu sagen.«“
Marah Woolf: „FederLeicht 5“, Pos. 894, eBook
Und trotzdem ist er ständig in Elizas Nähe und kann irgendwie auch nicht die Finger von ihr lassen. Es ist aber nicht mehr so das schnelle Gefühls-Ping-Pong wie aus den vorherigen Bänden, eher ein Emotions-Tennis. Der Ball ist ganz lange bei Cassian, ob er ihn auch irgendwann mal zurückspielt und endlich mal die richtigen Prioritäten setzt?
Kleinere Nebengeschichten, die aber sich gut einfügen, bereichern die Geschichte. Es gab auch viele lustige Momente, bei denen ich laut aufgelacht habe!
"»Wie schaffen die Menschen es bloß, solche Kämpferinnen heranzuziehen?« »In meinem Fall war es viel Biokost und eine Großmutter, die mir gesagt hat, dass ich mir nehmen soll, was ich haben möchte«, antwortete ich."
Marah Woolf: „FederLeicht 5“, Pos. 3822, eBook
Auf Avallach lernt Eliza auch Moira kennen, die sie in Wahrsagen unterrichtet. Sie gibt Eliza Halt und ist einen Zufluchtsort vor dem ganzen Gefühlschaos. Moira ist gruselig, aber ich habe sie schnell in mein Herz geschlossen. Ihre Geschichte und Schicksal hat mich sehr berührt.
Was mich aber wahnsinnig frustriert hat, dass keiner Eliza wirklich helfen kann und will, weder Elisien noch Merlin. Eliza muss alles alleine machen und ist nur noch auf ihre Freunde angewiesen.
Einige Fragen haben sich geklärt, aber neue haben sich aufgetan, auf die wir wohl in den nächsten Bänden eine Antwort erhalten werden. Es ist auch das erste mal, dass Marah Woolf einen Handlungsstrang nicht komplett abschließt, sondern uns mit weiteren Rätseln zurücklässt, obwohl das Buch in sich schlüssig zu Ende gebracht ist.
FAZIT
Das Buch hat mich mitgerissen und am Ende noch mal richtig gepackt. Da wird es echt noch mal richtig aufregend und aufwühlend mit einem absolut packenden Showdown! Ein absolutes Muss für alle Marah und FederLeicht Fans! Hätte ich nicht Familie und Beruf, hätte ich das Buch in einer Nacht durchgesuchtet.
Rezensionen von Gaby 2707:
Eine wunderbar einfühlasame Geschichte
Im Auftrag des Stadtvogts von Wolfgang Kemmer
Es gehört zu ihrem Job, Dinge zu tun, mit denen sie sich nicht auskannten, die unmöglich schienen. Und es gehörte ab und zu zu ihrem Job nicht die ganze Wahrheit zu sagen zu Menschen, die wussten, dass ihnen nicht mehr viel Zeit blieb. Die aber alle noch einen sehnlichen letzten Wunsch hatten.
Ingeborg Wehser, ehemalige OP-Schwester, betreibt in Berlin-Friedrichshain in einem kleinen Hinterhof in einem kleinen Raum ihr Institut der letzten Wünsche.
Schwerstkranke Menschen, deren Angehörige ihnen gegen gute Bezahlung ihren letzten Wunsch erfüllen wollen, gehören zu ihren Kunden. Mathilda Nielsen, die Medizin studieren wollte, aber dann abgebrochen hat, ist hier angestellt und schlägt sich mit Wünschen herum, die nicht immer ganz leicht zu erfüllen sind:
Frau Schmitz, die sich wünscht noch einmal in einem weißen Kleid auf einem schwarzen Pferd durch den Frühling zu reiten; Maik Wagner, der im Rollstuhl sitzt und im April noch einmal in der eiskalten Havel baden will; Birger Raavenstein, ehem. Anwalt in London sucht seine große Liebe Dooren Taubenfänger und ihren/seinen Sohn.
Jakob Mirusch, der sich noch einmal einen Spieleabend wünscht, wie er sie in seiner Studentenzeit erlebt hat, und Ewa Kovalska, die sich wünscht, Maria Callas noch einmal auf der Bühne sehen zu dürfen, haben zwar auch letzte Wünsche, sind aber noch so rüstig, dass sie im Institut aushelfen, so gut es eben noch geht.
Was nie hätte passieren dürfen, ist nun doch eingetreten: Mathilda verliebt sich in einen Klienten – Birger Raavenstein – versucht, seine ehemalige Freundin mit ihrem Sohn zu finden und geht mit ihm zsammen seine letzten Wege. Immer in der Hoffnung, ihn zu einer Operation überreden zu können, die eine geringe Aussicht auf Erfolg hat.
Eine wunderbar einfühlsame, manchmal sehr emotionale Geschichte, bei der ich hier und da ein paar Tränchen verdrückt habe. Aber es gibt auch Szenen, bei denen sich meine Wundwinkel breit nach oben gezogen haben.
Wir alle gehen irgendwann einmal diesen letzten Weg. Ich fand es schön darüber zu lesen, dass man sich vorher noch einen sehnlichen Wunsch erfüllen lassen kann.
Rezensionen von S.:
So sollte das icht enden....
The Woman in Cabin 10 von Ruth Ware
Lo, eigentlich Laura Blacklock, erhält die Chance, sich auf einer Fjordkreuzfahrt als ernsthafte Journalistin zu etablieren. Zugleich ist die Fahrt auf dem luxuriösen Schiff eine Flucht vor ihrem Freund, der sie zu einer Entscheidung drängen will und vor der Einsamkeit in ihrer Wohnung, in der sie überfallen wurde.
Die Aurora erweist sich als wirklich exquisit ausgestattet, bietet Platz für 10 Passagierkabinen, weitere excellente Räumlichkeiten und verfügt über handverlesenes Personal. Lord Bullmer, der Eigentümer, residiert mit seiner reichen, aber schwerkranken Frau an Bord. Welches Ziel hat diese Kreuzfahrt? Ebenfalls auf dem Schiff: ein bekannter Abenteurer, andere Reporter, auch ein ehemaliger Kollege, Ben Howard. Der ist immer noch an Lo interessiert.
Am Anreisetag ist Lo übermüdet, traumatisiert, angeheitert. In der Nacht hört sie in der Nachbarkabine, wie ein schwerer Gegenstand (ein Körper?) ins Wasser fällt. Seitdem ist die junge Frau aus Kabine 10 verschwunden. Lo fürchtet, dass der mutmaßliche Mörder es jetzt auch auf sie als Zeugin abgesehen haben könnte. Sie macht sich auf die Suche nach der verschwundenen Frau. Aber Niemand glaubt ihr. Sie spricht mit allen Personen an Bord, jedoch hat Keiner die Vermisste je gesehen. Es wird immer unheimlicher, die Route wird geändert, der Funkverkehr ist gestört, Fotoapparate werden unbrauchbar... Lo findet sich eingesperrt in einer winzigen Kabine unter Deck wieder. Einblendungen von Freunden und Familienmitgliedern, die verzweifelt auf ein Lebenszeichen von ihr hoffen, lassen Schlimmes ahnen. Dann wird eine unbekannte Frauenleiche gefunden.
Als Leser ist man hin- und hergerissen. Wie glaubwürdig ist Lo? Überraschende Wendungen halten die Spannung aufrecht. Auf eine positive Begebenheit kommt eine Wende zum Schlechten. Wie wird das enden? Sehr spannend, sehr packend geschrieben.
Rezensionen von gmarx:
Faszinierende Heimat
The Woman in Cabin 10 von Ruth Ware
Faszinierende Literatur über die Schätze in der Kärntner Erde von Hobbyarchäologen und Metalldetektoristen. Klare Leseempfehlung!
im Shop ansehen weitere Rezensionen von gmarxRezensionen von heinoko:
Vielfalt in Buchform
Die flinken Füchse. Unser Bandenbuch mit vielen Geheimtipps von Schindler Anna
Was für eine Fülle zwischen zwei Buchdeckeln!
Es geht um eine Mädchenbande mit ganz klaren Bandenregeln und einem ganz geheimen Bandenquartier. Die Mitglieder sind 6 Mädchen, mit ganz unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Dazugehörig außerdem ein süßes Katzenkind namens Igor. Die Flinken Füchse, wie sie sich nennen, erleben so allerlei, bis hin zu einer sehr spannenden, aufregenden Suche nach drei plötzlich verschwundenen Kindern.
Doch das ist bei Weitem nicht alles! Das überaus liebevoll und aufwändig gestaltete Buch mit einer Fülle von herrlichen mehrfarbigen Zeichnungen bietet noch viel, viel mehr, nämlich Anregungen und Beschäftigung für viele Stunden. Da gibt es zum Beispiel ein Rezept zum Backen von Flinke-Füchse-Muffins. Oder die einfache Anleitung zum Stricken eines Fuchsschals. Oder ein Alphabet zum Erlernen einer Geheimschrift. Und ein Flinke-Füchse-Hit, in Noten gesetzt. Sachliche Erklärungen sind ebenso zu finden wie Witze. Neben dem reichen Inhalt besticht die Darstellung der einzelnen Bandenmitglieder. Ihre Stärken und Schwächen, aber auch ihr unterschiedlicher Familienhintergrund wird mit großer Toleranz erzählt. Unbedingter Zusammenhalt ist eine der nicht zu brechenden Bandenregeln, und so gelingt es auch, Meinungsverschiedenheiten in konstruktiver Weise zu lösen.
Fazit: Rundum empfehlenswert!
Rezensionen von Caroline :
Ein Kurzurlaub in der Toscana
Aprikosenküsse von Claudia Winter
Urlaub kennt Hanna Philipp nur vom Hören sagen, deshalb ist es nichts Außergewöhnliches, dass sie während ihrer freien Tage in Italien Restaurantkritiken schreibt, wie am Laufband.
Ein Besuch im Tre Camini hat es ihr ganz besonders angetan. Sämtliche Gänge waren einfach grauenhaft und genauso ist auch ihre Kritik ausgefallen.
Sie lässt kein gutes Haar an der Trattoria und dem Koch.
Sie konnte auch nicht ahnen, dass die Besitzerin des Tre Camini Giuseppa Camini zur Untersuchung nach Deutschland fliegt und sie zufällig den Artikel von ihrem Enkel Fabrizio vorgelesen bekommt. Das hat schwerwiegende Folgen, die alte Dame erleidet einen Herzinfarkt. Ihre sterblichen Überreste in einer Urne möchte ihr Enkel nach Hause bringen, doch im Flughafenrestaurant sitzt nicht nur Fabrizio sondern auch Hanna und Hanna ist im Stress, sie reagiert seltsam auf Druck und so findet sie sich bald darauf in ihrer Wohnung mit der Asche von Giuseppa Camini.
Um ihren Job zu retten, muss Hanna zurück nach Italien. Nicht nur um die Urne zurückzubringen, sondern auch um eine Klage der Familie abzuwenden. Fabrizio ist nicht nur wütend sondern will unbedingt auch den Ruf seiner Trattoria retten. Deshalb greift er auf ungewöhnliche Mittel zurück, um Hanna zu überzeugen, dass seine italienische Küche großartig und ausgezeichnet ist. Dabei hat Giuseppa immer noch ihre Finger im Spiel, vor allem wenn es um die Liebe geht.
Wie hat es mir gefallen?
Es wurde endlich Zeit, dass dieses Buch von meinem SuB befreit wurde. Schon letztes Jahr auf der Lit.Love in München fand ich die Autorin sehr sympathisch, aber ihr wisst ja wie das Leben so spielt, es hat nun doch länger gedauert als gedacht. Weil mir der Titel von ihrem neuen Buch „Die Wolkenfischerin“ so gut gefällt, habe ich mir vorgenommen davor „Aprikosenküsse“ zu lesen.
Die Toscana steht nicht nur für gute italienische Küche sondern auch für das Dolce Vita, wundervolle Natur und freundliche Menschen, wie ich heuer im Mai wieder feststellen durfte.
Einen Abend in der Trattoria zu verbringen, sich verwöhnen zu lassen und diese traumhafte Küche zu genießen, gehört mit zu den schönsten Erinnerungen meines Urlaubs.
Mit dieser Geschichte hatte ich öfter das Gefühl wieder mitten in einem Weizenfeld zu stehen. Mein Blick schweift über die Hügel. Eine kleine Allee führt zu einem Steinhaus, das zwischen Olivenbäumen und Obstbäumen steht. Genauso stelle ich mir das „Tre Camini“ vor. Ein Ort, den ich gerne besuchen würde.
Hanna findet sich dort wieder, um Buße zu tun. Sie passt anfangs dorthin wie ein Kreis ins Quadratland. Ihre spröde Art wirkt abweisend und sehr unterkühlt.
Der Erbe des Gutes soll Fabrizio sein, dem nichts so sehr am Herzen liegt, wie die Aprikosenbäume und die Landwirtschaft. Darüber vergiss er oft, dass es nicht nur um die Arbeit geht, sondern auch um die Menschen, die mit ihm Leben.
Davon gibt es einige, denn das ganze Dorf ist voll mit skurrilen und ungewöhnlichen Menschen. Egal ob es der Postbote, der Bankdirektor oder der Bürgermeister ist. Nicht zu vergessen der Barbesitzer und natürlich die Familie Camini. Neben Lucia, die ein so reines und gütiges Herz hat, spielt auch noch Giuseppa eine große Rolle. Ihr Geist schwebt über der Vergangenheit, der Gegenwart und auch der Zukunft.
Besonders gefallen hat mir die Entwicklung, die sowohl Hanna und auch Fabrizio durchmachen. Anfangs beide recht unnahbar und sehr nüchtern, verändern sie sich stetig.
Einen weiteren Pluspunkt vergebe ich für die bildlichen Darstellungen der Kunst des Kochens. Ich liebe es Köchen über die Schulter zu schauen. (Mein Mann ist auch gelernter Koch.) Die Liebe zu den örtlichen Produkten ist förmlich zu spüren und wenn Lucia im Kräutergarten auf die Suche nach den besten Blättern geht, rieche ich Basilikum, Thymian und andere Zutaten.
Die Lektüre war wie ein Kurzurlaub in der Toscana, der mich in diese traumhafte Landschaft entführt hat. Die leckeren Rezepte am Ende des Buches haben mich gleich mal dazu verführt, die Kochtöpfe zu schwingen und eines davon zu versuchen. Es hat sogar recht gut geklappt – nach Aussage meines Mannes.
Ich freue mich jetzt schon auf „Die Wolkenfischerin“. Das Buch spielt in der Bretagne, die nächstes Jahr auf unserem Urlaubsplan steht.
www.mariessalondulivre.at
Rezensionen von Rebecca1493:
Überzeugender historischer Roman mit kleinen Schwächen
Die Küsse des Marquis von Christi Caldwell
Naja, das Titelbild ist leider nicht unbedingt das ansprechendste, das ich bei Büchern dieses Genres schon gesehen habe. Allerdings finde ich es erfrischend, dass auf zwei sich innig umarmende, in Frack und aufreizendem Kleid gewandete Personen verzichtet worden ist, wie es leider häufig der Fall ist.
Das hätte überhaupt nicht zum Inhalt des Buches gepasst, der sich eher mit ernsten Themen auseinandersetzt.
Die Inhaltsabgabe hingegen konnte mich durchaus für sich gewinnen, auch wenn das Thema der Geschichte kein komplett neues ist. Einmal mit dem Buch begonnen, konnte mich die Ernsthaftigkeit mit der Autorin Cristi Caldwell die damalige Welt, die eine extreme Kluft zwischen armer und reicher Bevölkerung aufwies, direkt von sich überzeugen. Die schonungslose Beschreibungen der Zustände, die die weniger gut betuchte Gesellschaft zu erleiden hat, konnte mich nachdenklich stimmen, denn auch heute noch sind die Zustände durchaus verbesserungswürdig und die Unterschiede zwischen den Schichten der westlichen Bevölkerung immer noch immens.
Über weite Strecken gefiel mir auch der Schreibstil der Autorin, allerdings wurden gewisse Charaktereigenschaften und Vorlieben zum Teil etwas zu häufig wiederholt. Dass die Protagonistin Helena beispielsweise eine besondere Vorliebe für Zahlen hat, wurde auf gefühlt jeder Seite auf ein neues angesprochen. In diesem Falle wäre wohl weniger manchmal mehr. Andererseits gefiel es mir, dass nicht nur Helenas Sicht der Dinge, sondern die des Marquis Robert Beachtung geschenkt wurde, indem immer wieder ein Wechsel zwischen den Perspektiven der beiden Hauptpersonen stattfand.
Vor allem zum Ende hin konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen, da die Geschichte noch einmal an Spannung zulegen konnte und ich gewisse Wendungen nicht vorausahnen konnte. Helena und Robert sind mir außerdem mit jeder Seite mehr ans Herz gewachsen, sodass ich mich nur ungern von ihnen getrennt habe. Allerdings habe ich beim Stübern entdeckt, dass es schon bald eine Fortsetzung der Reihe geben wird. Bin schon gespannt, wer dann in den Mittelpunkt des Geschehens rücken wird.
Fazit: Ein wunderschöner historischer Roman, der mich durch seine Botschaft nie aufzugeben, überzeugen konnte.







