Kunden em pfehlungen
Rezensionen von rewa:
Wenn die Freiheit zu schwer für das Leben wird
Der Autor Florian Burkhardt nimmt in seinem autobiografischen Roman ,,Das Gewicht der Freiheit´´ den Leser wieder einmal mit auf eine abenteuerliche und sehr emotionale Reise. Konnte man im ersten Roman ,, Das Kind meiner Mutter´´ seine tragische Kindheit und Jugendzeit mit erleben, so wird man im zweiten Buch fassungsloser und stummer Zeuge, vom Aufstieg und Fall eines Mannes, der ruhelos immer auf der Suche nach Freiheit war.
Mit 21 Jahren erfolgt erstmalig eine Reise nach Amerika, wo er hofft seinen großen Traum leben zu können. Er fühlt sich als Schauspieler, auf den alle nur gewartet haben. Selbst wenn alles nicht gleich klappt, lässt er den Kopf nicht hängen und schon bald beginnt für ihn eine Modelkarriere, die ihn in viele bedeutende Metropole der Welt bringen wird. Endlich braucht er sich auch nicht mehr ob seiner Homosexualität zu verstecken und er fliegt förmlich von Erfolg zu Erfolg. Bis nach einigen Jahren, wo Florian, nie wirklich zur Ruhe gekommen ist, sich plötzlich Panikattacken einstellen und er es nicht einmal mehr schafft, seine Wohnung zu verlassen. Eine Selbsteinweisung in eine psychiatrische Klinik ist ein wichtiger Schritt für sein zukünftiges Leben.
Der Autor Florian Burkhardt zeigt in seinem Roman ein schonungsloses Bild von sich selbst. Sein Leben als Erwachsener ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. In einer bildgewaltigen Sprache, die manchmal poetisch, dann wieder aggressiv gegen sich und andere ist, fühlt man sich als Leser mittendrin in der Geschichte.
Sein Hang zur Selbstzerstörung wird Schritt für Schritt erzählt. Die Handlung ist manchmal so rasant beschrieben, so wie sein Leben als Model, als Lehrer oder als Internetpionier. Sein Ausbruch aus einer überbehüteten Kindheit hat ihn eine Freiheit suchen lassen, die viele Gefahren in sich barg. Der Autor beschreibt sich selbst, als Außerirdischen, als Außerwählten, dem die ganze Welt zu Füßen lag.
Seite 161 ,,Ich war ein Kind, das aus der Gefangenschaft in die Freiheit entlassen worden und in der Freiheit verloren gegangen war.´´
Als Leser spürt man immer wieder die innere Zerrissenheit in seinem Leben. Er beschreibt sich oft selbst als zornig, unverwundbar, aber auch als verletzlich, hilflos und einsam.
Seite 97:,,Mein Ego wurde von allen Seiten aufgepumpt, bis ich den Kontakt zum Boden verlor und abhob.´´
Es ist ein sehr berührender Roman, der auch mutig geschrieben ist da er mit seiner Homosexualität oder seinen psychischen Problemen offen umgeht. Weitere interessante Hintergrundinformationen bietet die preisgekrönte Kinodokumentation »Electroboy«.
Rezensionen von yellowdog:
Violet and Aiden
Close to you erzählt die Geschichte von Violet und Aiden. Sie Studenten in Maine, die sich zufällig treffen.
Beide Protagonisten haben es nicht einfach. Aiden hat Probleme mit seiner Familie und ein schnell aufbrausendes Temperament. Violet hat Angstattacken, weil sie lange gestalkt wurde. Sie ist deshalb schließlich von Miami nach Maine gezogen, um dort im College Literatur zu studieren, aber auch um der bedrohlichen Situation zu entgehen.
Die College-Passagen sind ganz interessant. Manche Szenen sind sogar in den Vorlesungen angesiedelt. Witzige Stellen und Dialoge gibt es, als Violet diie abgedrehte Mitstudentin Chloe kennenlernt. Sie werden schnell gute Freundinnen. Für die zurückhaltende Violet ein Segen.
Obwohl Aiden sich anfangs so abweisend und mürrisch verhält, bleibt Violet von ihm fasziniert und mehrfach hilft er ihr sogar. Aber es ist eine schwierige Beziehung. Für den Leser deswegen umso spannender.
Bemerkenswert, wie einfühlsam und behutsam die Autorin mit ihrern zerbrechlichen Figuren umgeht.
Isabell May verzichtet daher auch auf explizite Szenen.
Ein Roman, der geeignet ist, darin zu versinken.
Rezensionen von LadyIceTea:
Toller Auftakt einer neuen Pferdereihe
Nordlicht - Im Land der wilden Pferde.Müller:Nordlicht.1.Im Land d.wild.Pf. von Karin Müller
Elin ist genervt, denn ihre Mutter hat einen Kurztrip nach Island gebucht. Doch mit Elfen, Trollen und Pferden hat Elin schon lange nichts mehr zu tun. Dafür ist sie langsam wirklich zu alt. Ihre Mutter hat sich aber einen Reitausflug in den Kopfgesetzt und Elin entdeckt eine alte Verbindung wieder, die sie schon längst verloren glaubte.
Denn eine kleine Stute braucht Elins Hilfe, doch Elin muss dafür ihr Herz öffnen und das bereitet ihr mehr Angst als alles andere.
Ich habe die Bücher von Karin Müller schon als Kind gerne gelesen bin, jetzt als Erwachsene, von diesem Buch nicht weniger begeistert.
Der Schreibstil ist einfach gut. Er ist Jugendlich, ohne zu sehr ins kindliche oder erwachsene abzudriften. Die ganze Geschichte lässt sich flüssig lesen und ist dazu noch toll gestaltet. Genauso wie das wirklich wunderschöne Buchcover, welches genau den Kern der Story wiederspiegelt.
Die Figuren passen alle sehr gut in die Geschichte. Und auch wenn Elin manchmal ein kleines Pubertier ist, ist sie trotzdem eine sympathische Hauptfigur. Ebenso wie Kari, über den ich am liebsten noch viel mehr erfahren hätte.
Die ganze Geschichte verwebt unsere Welt mit der des unsichtbaren Volkes. Dadurch ist es dauerhaft spannend, denn man will immer mehr über die Welten erfahren und warum Kari und Elin aufeinandertreffen. Mir hat es gut gefallen, dass es richtige Spannungsmomente gab, ohne zu sehr in Klischees oder Dramen abzurutschen.
Für meinen Geschmack hätte die Geschichte noch viel länger gehen können.
Wirklich ein toller erster Band, der sehr viel Lust auf den zweiten Teil macht!
Rezensionen von Rebecca1493:
Nach verhaltenem Start zu Highlight gemausert
Save Me von Mona Kasten
Zunächst ein zwei Worte zum Cover des Buches: es ist durch seine Farbgebung ein richtiger Hingucker: Gold passt einfach bestens zu Maxton Hall und seiner privilegierten Schülerschaft. Aber auch Reichtum und Macht haben ihre Schattenseiten wie man bereits nach wenigen Seiten erkennen kann.
Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich für diesen Roman nicht wegen seines Inhalts oder seiner Covergestaltung bei der Plattform „lesejury“ beworben, sondern weil mich die bisher erschienen Werke der Autorin Mona Kasten bis dato immer überzeugen konnten.
Umso größer war die Freude, dass ich als eine der ersten den Auftakt zu ihrer neuen Reihe rund um James und Ruby mein Eigen nennen darf und mir schon einige Wochen vor dem eigentlichen Erscheinungstermin einen Einblick in die Geschichte verschaffen konnte. Wenn ich sage, dass ich immens hohe Erwartungen an die Geschichte habe, übertreibe ich kein bisschen. Die Inhaltsangabe war doch recht wage gehalten, sodass ich nicht wirklich einschätzen konnte, welche Richtung die Erzählung nehmen würde.
Eigentlich bin ich kein großer Fan von Romanen, die sich des Tempus Präsens bedienen. Irgendwie scheint mein Gehirn durch die vielen im Imperfekt verfassten Geschichten, die ich bisher gelesen habe, auf diese Erzählform getrimmt zu sein, sodass es mir zu Beginn immer schwer fällt mich schnell in mit der Geschichte wohl zu fühlen. Das war leider auch bei „Save Me“ der Fall. Dazu kam, dass sich mich die Handlung innerhalb der ersten 100 Seiten nicht völlig in ihren Bann ziehen konnte, weshalb ich zwischenzeitlich wirklich Bedenken hatte, ob Mona mich mit dieser Buchreihe noch würde packen können. Aber nach und nach bekam Frau Kasten die Kurve, was vor allem an den gefühlvollen Beschreibungen des Innenlebens beider Protagonisten lag. Ich habe selten so mit einer männlichen Hauptperson gelitten wie mit Womanizer James. Seine Verzweiflung war teilweise wirklich mit Händen zu greifen und konnte mich berühren.
Gefallen hat mir auch, dass einer Sportart Platz eingeräumt wird, die nicht oft im Fokus steht. Die Rede ist von Lacrosse, das mich wirklich fasziniert. Zwar hätten die Regeln noch wenig mehr erklärt werden können, aber darauf lag ja nicht das Hauptaugenmerk der Geschichte.
Die Erzählung hebt sich klar von der bisher von Mona Kasten erschienen „Again“ Reihe ab, denn das Buch bietet vielmehr Fläche für dunkle Geheimnisse der mitwirkenden Personen, aber auch Macht, Reichtum und der Wunsch sich aus den Fängen seiner Familie zu befreien spielen eine große Rolle und den Roman zu einer fesselnden Angelegenheit. Umso schwerer fällt es mir jetzt mich bis Ende Mai zu gedulden.
Fazit: Nach einem eher verhaltenen Start hat sich der Auftakt rund um die Geschichte von Ruby und James zu einem Highlight entwickelt!
Rezensionen von Rebecca1493:
Gefühlvoller New-Adult-Roman
Save Me von Mona Kasten
Ein Träumchen – anders kann ich meine Begeisterung über das Cover nicht in Worte fassen. Es passt einfach zum Genre und zum Inhalt der Geschichte. Titelbildliebe auf den ersten Blick könnte man sagen, daran führt in der Buchhandlung kein Weg vorbei!
Durch ihren ersten Roman, der allerdings in einem ganz anderen Bereich (nämlich der romantischen Fantasy) beheimatet ist, wurde ich auf die Autorin Isabell May aufmerksam.
Dadurch fiel mir beim Durchstöbern des neuen Bastei Lübbe Programms für das Jahr 2018 ihr Name direkt ins Auge und nach einem kurzen Überfliegen der Inhaltsangabe war für mich klar, dass ich die Geschichte unbedingt würde lesen müssen. New-Adult-Romane sind einfach mein Ding.
Was den Schreibstil anbelangt konnte mich Isabell von ihrem Talent durchaus überzeugen. Die Dialoge wirkten stimmig auf mich und ich kam auch sonst nie durch umständliche Formulierungen ins Stolpern. Dadurch wurde mir der Einstieg in das Buch sehr erleichtert. Gut gefallen hat mir auch, dass man zu Beginn nicht durch eine Flut von Namen überfordert wurde, wie das bei vielen Geschichten diesen Genres der Fall ist, sondern schrittweise die für die weitere Handlung wichtigen Personen eingeführt wurden.
Interessant fand ich auch die Wahl der im Mittelpunkt stehenden Themen, die den beiden Hauptprotagonisten Violet und Aiden beträchtliche Probleme bereitet haben, aber an dieser Stelle natürlich nicht verraten möchte. Allerdings muss ich sagen, dass ich den Umgang mit ihren Sorgen und Nöten nicht immer nachvollziehen konnte und es mir stellenweise einfach zu viel Drama um „Nichts“ war, aber jeder geht ja mit seinen Problemen anders um. Vermutlich war das aber auch der Grund, warum ich einige sehr abrupte Stimmungsschwankungen sowohl auf Aidens als auch Violets Seite nicht verstehen konnte.
Besonders Violet hat es mir angetan, da ich viele ihrer Charaktereigenschaften auch an mir selbst wiederentdecken konnte. Vor allem ihre Backleidenschaft um sich zu entspannen konnte ich sehr gut nachempfinden, auch wenn ich nur halb so viel Glitzer und Einhorndekoration verwende. Ebenso ist mir der Nebencharakter Dorian (sehr schöner Name wie ich finde) im Verlauf der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen – sein Lieblingswort „Hühnchen“ wird mich ab jetzt immer an dieses Buch erinnern. Hühnchen werdet ihr euch fragen. Um zu verstehen, was es damit auf sich hat, müsst ihr wohl dieses gefühlvolle New-Adult-Debüt der lieben Isabell lesen.
Fazit: Trotz nicht immer nachvollziehbarer Stimmungsschwankungen der Protagonisten, kann ich dieses Buch jedem New-Adult-Roman-Liebhaber nur wärmstens ans Herz legen.
Rezensionen von Pink Anemone:
Gelungene Fortsetzung der viktorianischen Krimi-Reihe. Rationale Ermittlerarbeit trifft auf Mystik - witzig, spannend u. temporeich.
Der Fluch von Pendle Hill von Oscar de Muriel
Dies ist der 2. Teil der viktorianischen Krimi-Reihe "Frey & McGray" und man kann diesen Teil durchaus auch unabhängig vom 1. Teil "Die Schatten von Edinburgh" lesen. Um die ganzen Zusammenhänge verstehen und so mancher Handlung folgen zu können, ist es jedoch durchaus von Vorteil zuvor den ersten Teil zu lesen.
Neujahr 1889. In Edinburghs berüchtigter Irrenanstalt ermordet ein gefährlicher Psychopath eine Krankenschwester. Kurz bevor ihm die Flucht gelingt, unterhält er sich mit einer jungen Patientin, die seit Jahren kein Wort gesprochen hat. Wieso hat sie ihr Schweigen gebrochen? Sind die Gerüchte von schwarzer Magie wahr, die in den Fluren der Anstalt kursieren? Inspector McGray geht der Fall sehr nahe, denn die junge Frau ist seine Schwester. Zusammen mit seinem Partner Ian Frey verfolgt er den Mörder durch das ganze Königreich – bis zum Pendle Hill, Sitz der gefürchteten Hexen von Lancashire, wo die beiden genialen Ermittler einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur kommen …(Klappentext)
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"1624 - 31. Okober / >>Zieh die Vorhänge auf<<, befahl Lord Ambrose, nach Luft ringend vor Anstrengung. >>Ich muss sehen, wie sie sterben.<< (Seite 9 - Anfang)
Und in diesem Jahr begann die verhängnisvolle Geschichte der Familie Ardglass, welche im Jahre 1889 ihren grausamen Höhepunkt erreichte.
Der Sohn von Lady Ardglass, Lord Joel Ardglass, ist dem Wahnsinn verfallen und fristet sein Dasein in der Irrenanstalt in Edinburgh.
Eines Nachts ermordet er auf bestialische Weise eine Krankenschwester und flüchtet. Zuvor wurde er beobachtet, als er mit einer Mitpatientin ein Gespräch führte.
Das Unglaubliche daran - diese sprach seit Jahren kein Wort mehr.
Das Schicksalhafte - sie ist die Schwester von Inspector McGray.
Der wahnsinnige Lord scheint auf einer Mission zu sein und hinterlässt auf seiner Flucht eine Spur der Verwüstung, die bis nach Lancashire führt. Immer knapp auf seinen Fersen das Ermittler-Duo Inspector McGray und Inspector Frey, denen bei der Verfolgung immerzu der Glaube an Hexen und schwarze Magie unterkommen.
Können die beiden den Wahnsinnigen stoppen und was verbirgt sich wirklich hinter dieser schwarzen Magie, die nun sie zu verfolgen scheint? (persönliche Inhaltsangabe)
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Mit Inspector Frey und Inspector McGray begleitet der Leser ein sehr ungleiches Ermittlerpaar, die mich irgendwie an Bud Spencer und Terence Hill erinnern, jedoch ohne dem ganzen "Haudrauf".
Inspector Ian Frey - höflich, kultiviert, ehemaliger Oxfordstudent, durch ein großzügiges Erbe finanziell unabhängig und ein britischer Gentleman durch und durch. Frey wurde vor einem Jahr nach Edinburgh versetzt, "Edin-Blöd-Burgh" wie er es nennt, und muss sich mit dem weniger kultivierten Schotten Inspector McGray als Partner rumschlagen.
Inspector Adolphus McGray - ursprünglich ebenfalls aus gutem Hause, jedoch inklusive Familientragödie und alles andere als kultiviert und feinzüngig. Ein typischer Schotte eben - direkt, laut und ungehobelt. Außerdem ist er dem Mystischem sehr angetan und hat die "Kommission zur Aufklärung ungelöster Fälle mit mutmaßlichen Bezug zu Sonderbarem und Geisterhaftem" gegründet.
Für ihn ist dieser Fall daher mehr als nur interessant und im Verlauf legt er eine wahre Besessenheit an den Tag, als wäre er selbst verhext worden. Zudem ist dies für ihn ein sehr persönlicher Fall, da er der Meinung ist, durch dessen Aufklärung findet er einen Zugang zu seiner Schwester.
Dass er dabei mit dem "Londoner Mädchen" Frey zusammenarbeiten muss, der ihn immerzu ins Gewissen redet und jedes Mal bei unangenehmen Gerüchen droht in Ohnmacht zu fallen, begeistert ihn auch nicht wirklich.
Diese beiden können irgendwie nicht mit, aber auch nicht ohne einander und liefern sich immer wieder heftige Wortgefechte, die einen schmunzeln und manchmal gar laut auflachen lassen. Also trockener und derber britischer Humor inklusive.
">>Och, hören Sie doch auf! Sie hören sich ja an wie ein Pfau, dem die Eier gequetscht werden.<<
>>Wenn Sie dies mit solcher Überzeugung behaupten, müssen Sie schon eine Menge Vogelhoden in der Hand gehabt haben!<< (Seite 97)
Wie auch schon im 1. Teil trifft hier rationale Ermittlerarbeit auf Mystik und gibt dem Ganzen einen ganz speziellen Touch, der sich von anderen historischen Krimis abhebt.
Der Schreibstil ist flüssig und die Wortwahl etwas der damaligen Zeit angepasst, ohne jedoch altbacken zu wirken, sondern dem Krimi Authentizität verleiht. Zudem ist dieser 2. Teil wesentlich temporeicher und beinhaltet eine Wendung nach der anderen. Als Leser hat man das Gefühl, als wäre man selbst an dieser Jagd nach Lord Ardglass und den Hexen beteiligt. Es bleibt kaum Zeit zu verschnaufen.
Hier läuft es einem außerdem nicht nur einmal kalt über den Rücken, was vor allem der bildhaften Sprache geschuldet ist.
"Das sie auf dem Rücken gelegen hätte, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Zwar lag sie mit dem Gesicht nach oben, doch war ihre Wirbelsäule grausam deformiert und schauerreich gewölbt - ihre Brust schwebte in der Luft, während ihr Gewicht auf ihren Hüften und Schultern ruhte. Kein menschlicher Rücken konnte sich so verbiegen, ohne dass Wirbel dabei gebrochen wären." (Seite 43)
Manchmal war es, bezüglich der Jagd, jedoch zu viel des Guten. Diese scheint irgendwie so gar kein Ende nehmen zu wollen und ich ertappte mich dabei, bei einer neuerlichen Wendung mit den Augen zu rollen und zu denken: "Jetzt ist aber auch mal gut mit dem Hin- und Her-Gerenne."
Das ist jedoch Meckern auf hohem Niveau, denn das Ende enthält eine überraschende Auflösung und alles Gerenne und Jagen hatte durchaus Sinn - meistens zumindest.
Das Interessante an diesem Krimi ist jedoch, dass die Hexenprozesse von Pendle Hill tatsächlich stattgefunden haben und der Autor den Krimi darauf aufgebaut hat.
Ebenso die sich um Hexen rankenden Sagen und Legenden der englischen Hexen wurden darin aufgenommen.
Im Nachwort erhält man weitere Informationen zur Entstehung dieses Krimis. Bei Oscar de Muriel lohnt es sich also auch die Anmerkungen des Autors zu lesen.
Fazit:
Auch der 2. Teil der "Frey & McGray"-Reihe konnte mich gut unterhalten.
Ich schmunzelte, lachte, kaute vor Spannung den ein oder anderen Nagel ab und musste bei der Jagd mehrmals selbst erst zu Atem kommen. Ein viktorianischer Krimi, der einem also regelrecht mitreißt.
Daher gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung und ich hoffe, dass es noch viele weitere Teile geben wird.
© Pink Anemone
Rezensionen von yellowdog:
Kriegsgefangen in den USA
Der Fluch von Pendle Hill von Oscar de Muriel
Es ist offensichtlich, dass der deutsche Autor Hannes Köhler für seinen Roman “Ein mögliches Leben” intensiv recherchiert hat und dadurch einen Roman zu dem Thema Deutsche Kriegsgefangene in den USA vorlegen kann. Ich habe bisher noch kein Buch mit dem Thema deutsche Kriegsgefangene 1944 gelesen, das in Texas angesiedelt ist.
Es funktioniert gut, das Thema exemplarisch an einer Person abzuhandeln. Franz Schneider war ein ca. 20jähriger Soldat, als er in Kriegsgefangenschaft nach Texas kommt.
Erzählt wird in verschiedenen Zeitabschnitten, die manchmal rasch und überraschend wechseln.
In Camp Hearne lernt Franz Paul kennen, der in Deutschland geboren, aber in den USA aufgewachsen ist und mit dem ihm bald eine tiefe Freundschaft verbindet, und dann Wilma, Pauls Schwester. Gefährlich wird es für Paul und Franz, als es im Camp Auseinandersetzungen zwischen den Gefangenen kommt. Schließlich wird Franz in ein anderes Lager nach Utah verlegt. Hier ändert sich für Paul alles.
Mich irritierte, dass der im Klappentext erwähnte Enkel Martin selbst eigentlich keine besonders wichtige Rolle in der Handlung einnimmt. Da weist der Verlag den Leser in eine falsche Richtung. Doch immerhin begleitet Martin seinen Großvater in der Jetztzeit in die USA zu den Schauplätzen, zuerst dem Camp Hearne. Somit nimmt Martin Teil der Position des Lesers ein, der mehr erfahren möchte über die Vergangenheit. Darüber hinaus dient er als Gesprächspartner für Franz, dem es dadurch gelingt, noch besser seine Erinnerungen zu reflektieren.
Mehr und mehr erfährt man so von Franz und den prägenden Erfahrungen, die er machte.
Das dem Buch vorangestellte Zitat von Ernest Hemingway passt.
“I suppose if a man has something once, always something of it remains.”
Rezensionen von yellowdog:
Notizen
Süden und Westen von Joan Didion
Joan Didion gilt zu Recht als eine bedeutende US-amerikanische Autorin, da ihre Reportagen wirklich ein Stück Amerika zeigen. Dazu gehören diese Notizen auch, die aus den siebziger Jahren stammen und bisher unveröffentlicht waren.
Ein (kurzer) Teil sind Kalifornische Notizen). Doch zunächst gibt es Reisenotizen.
Didion beschreibt ihre Reise in den amerikanischen Süden im Jahr 1970. Ihre Route führt sie durch Louisiana, Mississippi, Alabama. Als Frau aus Kalifornien erlebt sie den Süden als konservativ, eigenwillig und ihr fremd. Das besondere an diesen Notizen ist, dass Joan Didion genau beobachtet. Sie sieht auch das nicht offensichtliche und aus ihren Gesprächen mit den Menschen der Umgebung kann man viel schließen. Erwähnenswert ist, dass sie nicht direkt urteilt, außer in ihren lakonischen Bemerkungen natürlich. Die Lakonie kennzeichnet ihren Stil und übt auch heute noch einen Lese-Reiz aus.
Nicht unerwähnt bleiben soll das interessante und erhellende Nachwort.
Rezensionen von begine:
Nostalgie
Die Gewitterschwimmerin von Franziska Hauser
In dem Roman „Die Gewitterschwimmerin“ schildert die Autorin Franziska Hauser, die letzten hundert Jahre der Familie Hirsch.
Die eigensinnige Tamara Hirsch erzählt von ihrer Familie. Eine Familie die durch die deutsche Politik geprägt ist. Da gibt es Künstler und Untergrundkämpfer und noch einige mehr.
Sie sind alle ziemlich unkonventionell und exzentrisch.
Friedrich Hirsch ist ihr Großvater, er hat den ersten Weltkrieg mitgemacht, er ist Jude, Sozialist und Professor, und er wird in der DDR 100 Jahre alt.
Tamara selber hat zwei Kinder und ist etwas chaotisch. Und sie ist es, die bei Gewitter schwimmen geht, sollte man nicht nachmachen.
Die Erzählungen fliegen zwischen den Zeiten und Personen immer wieder hin und her, da heißt es aufpassen. Meist haben die Kapitel Das Datum als Überschrift.
Am Anfang bereitete mir die Erzählweise, ein paar Probleme, aber schnell ändert sich das und ich konnte dem Verlauf dann doch gut folgen und ich habe interessiert weiter gelesen.
Der Roman ist vielseitig mit viele Themen und einigen Abgründen.
Eine Familie, mit Höhen und Tiefen, die in der DDR und teilweise für die DDR lebte.
Rezensionen von begine:
Tulpenwährung
Tulpengold von Eva Völler
Tulpengold ist ein prima historischer Roman von Eva Völler. Von ihr habe ich schon einige nette Romane gelesen.
Unter ihrem Pseudonym Charlotte Thomas habe ich alle 8 Roman, die alle in Italien spielten, gerne gelesen und stehen in meinem Regal. Als ich diesen Titel von Eva Völler sah, musste ich gleich zugreifen.
Tulpengold ist in Amsterdam 1636 angelegt und beschreibt die Zeit als Tulpenzwiebeln als Zahlmittel galten, so ähnlich wie Aktien.
Ein Mitwirkender ist Rembrandt. Der Maler wird streitbar und exzentrisch geschildert, was seine Kunst nicht schmälert. Sein neuer Lehrling Pieter ist der Hauptprotagonist, ein talentierter 17jährige Junge und auch noch klug. Sonst ist er ein Sonderling,der sich mit mathematischen Formeln beschäftigt. Die Figur Pieter ist mir sympathisch, wenn er mir ab und an auch etwas zu naiv vorkommt.
Interessant ist die allgemeine Lage der Lehrlinge geschildert. Da gibt es leicht Kopfnüsse und auch öfter mal die Prügelstrafe.
Die Autorin lässt noch ein paar Morde geschehen, es wird aufregend. Rembrandt ist verdächtig und Pieter will den Mörder finden. Das ist besonders, wie er mit mathematischen Formeln die Mörder ermitteln will.
Dieser Roman ist fesselnd und packend. Der Stil ist locker und besticht durch viel Potential. Eva Völler hat mich wieder überzeugt, ich werde weitere historische Kriminalromane von ihr lesen
Das Nachwort der Autorin war wunderbar informativ und beendete den Roman noch richtig.







