Kunden em pfehlungen
Rezensionen von spozal89:
Sei du selbst - egal wie du aussiehst
DUMPLIN' von Julie Murphy
Dumplin - Knödel wird die 16 jährige Willowdean gerne von ihrer Mutter genannt. Immer an ihrer Seite ihre beste Freundin Ellen, die die klassische Schönheit ist. Doch obwohl Will im Gegensatz zu anderen, eher eine rundlichere Figur hat, fühlt sie sich in ihrem Körper sehr wohl. Bis sie auf den sportlichen Frauenmagnet Bo trifft.
Auf den ersten Blick ist sie hin und weg und auch Bo scheint Will gerne zu haben. Wie lässt es sich sonst erklären, dass er sie hinter dem Müllcontainer während der Arbeit heimlich küsst? Doch meint er es überhaupt ernst? So jemand wie Bo kann doch nicht in jemanden wie Will verliebt sein - denkt sie sich ständig. Als sich der jährliche Miss Teen Blue Bennet Schönheitswettbewerb nähert, fasst Will einen Entschluss. Sie will daran teilnehmen und allen zeigen, dass man auch mit mehreren Kilos an solch einem Wettbewerb teilnehmen kann.
Auf "Dumplin" wurde ich durch die vielen Aktionen im Social Media aufmerksam. Das Cover ist schlicht und zeigt aber direkt um was es in dem Buch geht. Eine Frau, mit rundlichen Kurven, die im Mittelpunkt steht. Der Klappentext verspricht eine, in meinen Augen typische amerikanische, Jugendgeschichte. Ich war also gespannt, da das Buch ja doch sehr hoch gelobt wurde.
Leider kann ich mich den vielen positiven Meinungen nicht ganz anschließen. Ich habe das besondere in dem Buch leider nicht gefunden. Will war mir die meiste Zeit eher unsympatisch und viel zu Ich-bezogen. In ihren Augen waren immer die anderen die schlechten und alle meinten es schlecht mit ihr, was oftmals aber gar nicht der fall war. Klar könnte man hier sagen: Typisch Teenager, und das wäre auch Ok, wenn es nicht bis fast zum Schluss so gewesen wäre. Das Ende konnte es dann leider auch nicht mehr so recht rumreißen, sodass Will definitiv keine Pluspunkte mehr bei mir gesammelt hat.
Der Schreibstil war recht locker und leicht und ich mochte die Geschichte rund um den Schönheitswettbewerb und der Idee, die hinter Wills Entscheidung steckte. Auch die Nebencharaktere wie Hannah, Amanda, Bo und vorallem Millie fand ich interessant und mochte ich viel lieber als Will. Die Message "Du bist schön so wie du bist, egal wie du aussiehst" kam bei mir auf jedenfall an, auch wenn ich mir manchmal eine etwas andere Umsetzung gewünscht hätte.
Ich kann nicht sagen, dass mir das Buch gar nicht gefallen hat, es hat mich aber auch nicht direkt vom Hocker gehauen. Daher vergebe ich drei Sterne. Ob ich mir den Film dazu ansehen werden oder noch weitere Bücher der Autorin lesen werde - glaube ich aber eher nicht.
Rezensionen von rewa:
Meister´s erster Fall
K.O. durch Meister von Susanne Grulich
Eigentlich steckt der Kölner Musiker Magnus Meister mitten in den Proben mit seiner Band, die bei einer Hochzeit auftreten soll. Aber als ihn sein Freund Benno, der eine kleine Privatdetektei betreibt, für Sabotagefälle, die die Baustellen der Bestkauf GmbH betreffen, engagiert, sagt er nicht nein, denn Geld, kann er immer brauchen.
Carola Wolf, die Leiterin der Bauabteilung ist ihre Auftraggeberin, die mit vielen Vorurteilen, vor allem, der männlichen Mitarbeiter zu kämpfen hat. Es dauert nicht lange und zu den Sabotagen kommt auch noch ein Toter dazu. Der unbeliebte Projektleiter Axel Hammer, stirbt bei einem seltsamen Autounfall. Magnus hat zwar viele Verdächtige, aber wichtige Hinweise findet er dabei nicht. Es passt ihm zwar nicht, dass Nadja, Bennos Mitarbeiterin ihn bei seinen Ermittlungen unterstützen soll, aber er merkt bald, dass sie sehr wohl dabei wichtige Dinge ans Tageslicht bringt. Langsam setzen sich die fehlenden Puzzleteile zusammen. Dass sich Meister dabei ein blaues Auge einhandelt und er beinahe selbst Opfer eines Mordanschlages wird, lassen erahnen, dass er auf der richtigen Spur ist.
Die Autorin Susanne Grulich hat mit ihrem Debüt Krimi ,, K.O. durch Meister´´ einen liebenswerten und menschlichen Ermittler auferstehen lassen. Er hat seine Schwächen, die er immer wieder gerne erwähnt, sein Aussehen ist das eines Rockers und seine Beziehung zu seiner Lebensgefährtin Eliza wird auch immer wieder auf die Probe gestellt.
Susanne Grulich entführt den Leser mit viel Lokalkolorit nach Köln, wo man Zeuge wird von den manchmal unkonventionellen Ermittlungsmethoden ihres Protagonisten. Ein angenehmer und flotter Schreibstil zieht sich durch das ganze Buch.
Schön eingeteilt sind auch die Kapitel, die mit Tag und Datum versehen sind und man so als Leser mit verfolgen kann, was am jeweiligen Tag passiert.
Zu Beginn fällt es ein wenig schwer die vielen Namen auseinander zu halten und zuzuordnen. Es gibt viele Spuren und bis zum Schluss kommt man nicht drauf, wer der Mörder ist. Schön bei dem Krimi ist auch, dass die Polizei mit Magnus zusammen arbeitet und sie so gemeinsam ihre Ergebnisse teilen. Die Protagonisten im Umfeld von Magnus bilden schöne Nebencharaktere. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Autorin noch weitere Romane mit Magnus Meister schreiben wird.
Rezensionen von marianna_thielsch@gmx.de:
Sprachlich besonders, inhaltlich zu kompakt
K.O. durch Meister von Susanne Grulich
Caroline Sesta schreibt in ihrem neuen Roman „Sofian, der Sarazene“ von einer magischen Liebesgeschichte im Norden Italiens.
Im Jahr 2012 bemerkt die junge Federica einen Mann mit einem Turban, der im Winter an einem Fluss angelt. Er scheint nicht in die Gegend und die Zeit zu passen. Schnell entwickeln sich unerklärliche Ängste und sich wiederholende Albträume.
Diese Träume spielen sich in der tiefsten Vergangenheit ab.
Im Jahr 911 ziehen die Sarazenen brutal mordend und zerstörend durch Italien, um die Andersgläubigen zu bekehren. In ihren Träumen erlebt Federica einen solchen Sarazenenüberfall, bei dem eine junge Frau als Einzige überlebt, weil sie von Sofian, einem jungen Sarazenen, versteckt wird. Sofian merkt, dass er ein anderes Leben führen möchte und wendet sich von seinem Stamm ab. Er flieht mit ihr.
Zurück im Jahr 2012 bleiben Federica diese Erlebnisse und die mysteriöse Verbindung zwischen ihr und dem Sarazenen unverständlich. Die Suche nach einer Erklärung beginnt.
Der Erzählung vorangestellt ist eine sachliche Information zu den Überfällen durch die Sarazenen in Italien. Dies dient dem Verständnis für die Hintergründe des Romans und ordnet die Entwicklungen in größere, geschichtliche Zusammenhänge ein.
Dann beginnt die eigentliche Geschichte, die sachlich und wenig stimmungsvoll wirkt. Dies entsteht womöglich durch die spezielle Ausdrucksweise, die detaillierten Beschreibungen und die vorangestellte sachliche Einführung.
Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen (911 und 2012) erzählt. Die Entwicklungen bekommen dadurch etwas mysteriöses. Durch die wechselnde Erzählung von Federica und Sofian, entsteht ein umfassendes Bild von der Situation.
Die Hauptfiguren bleiben in ihrer Charakterisierung eher wage und dadurch den Lesenden fern. Auf ihre Vergangenheit sowie auf das innere Leben wird anfänglich nur oberflächlich eingegangen. Erst auf dem Höhepunkt der Liebesgeschichte werden beide greifbarer. Sofian wird nachsichtig, liebevoll und sehnsüchtig beschrieben wird, Federika weckt eher einen nüchternen und abwehrenden Eindruck. Die Charaktere wirken dadurch ungleich sympathisch.
Bemerkenswert ist die Sprache, die sehr ausgewählt und bildreich ist, stellenweise fast schon ins poetische geht. „Sie kroch nur noch ins Bett. Seelenschwer. Gedankenleer. Federica wollte einschlafen. Und nie wieder aufwachen.“ (S. 43) Die Autorin nutzt häufig Verstärkungen, wie es beispielsweise in diesem Zitat deutlich wird. „In seligem Vertrauen, dass das glockenklare Plätschern des Wassers ihren Seelenschmerz mütterlich hinwegstreicheln würde.“ (S. 121) Der Umgebung kommt in diesem Roman ein großer Stellenwert zu – diese wird umfassend und detailliert beschreiben. Demzufolge braucht es viel Aufmerksamkeit, um den Inhalt zu verstehen und emotional bei der Geschichte zu bleiben.
Es entsteht nur zeitweise Spannung, weil der Inhalt verkürzt und unzusammenhängend wirkt. Inhaltlich fehlt es an einigen Stellen an Übergängen, um das Geschehen besser nachvollziehen und einordnen zu können. Entwicklungen, Zusammenhänge und Reaktionen der Protagonisten bleiben dadurch lange verwirrend. So wirkt Federica in ihrer übermäßigen Angst dem Angler gegenüber und ihren plötzlichen Weinkrämpfen überspannt und unpassend.
Die große Stärke dieses Romans ist die bemerkenswerte Sprache. Die Idee einer Liebesgeschichte zu Zeiten der Sarazenenüberfälle ist interessant. Insbesondere der Spannungsaufbau und die Ausgestaltung der Charaktere ist jedoch mangelhaft. Der Roman ist insgesamt zu kompakt, könnte mehr Seiten vertragen.
Rezensionen von kalligrafiemonk:
wöll toll völl Mythos Ötztal - ein Fanal für das Ötztal
K.O. durch Meister von Susanne Grulich
Stecher prägt mit seinem Werk eine authentische Identität der Ötztaler und entlarvt dabei politischen und touristischen Schwachsinn.
Es gibt mehr auf das die Ötztaler stolz sein können, als nur den boomenden Tourismus!
Rezensionen von heinoko:
Heiß, explosiv, berauschend
K.O. durch Meister von Susanne Grulich
Ich gebe zu, das Cover hätte mich nicht dazu animiert, das Buch in die Hand zu nehmen. Doch nach wenigen gelesenen Sätzen taucht man bereits tief ein in die Welt von New Orleans um 1920, in die Welt des Jazz, der Prohibition, des Gangstertums, eine Welt, in der Misstrauen herrscht, in der eine explosive Mischung an Einwanderern und die nicht minder explosive rassistische Gesinnung der Einwohner als ständige Gefahrenquelle lauert.
Die Mafia und Louis Armstrong, Tarotkarten und der quasi unsichtbare Mörder – 500 Seiten, die man wie im Rausch liest…
Das Buch erzählt die (wahre) Geschichte des Serienkillers Axeman, der New Orleans in Angst und Schrecken versetzt. Und es erzählt von drei höchst unterschiedlichen Ermittlern, die Jagd auf den Killer machen. Der mysteriöse Mörder tötet mit der Axt und hinterlässt, sozusagen als Markenzeichen, bei seinen Opfern jeweils eine Tarotkarte. Immer schneller und schneller schlägt er zu… Die gelungene Mischung aus Fakten und Fiktion macht das Buch besonders intensiv und überaus spannend. Das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches ist, zumindest anfänglich, sehr hilfreich. Der Autor schafft es, so atmosphärisch dicht zu schildern, so dass man als Leser das Gefühl hat, man sei selbst mitten in die rauschhafte Zeit gefallen und erlebe den Schmelztiegel an Korruption, Voodoo, Rassismus und Angst hautnah mit.
Ein berauschendes Lesevergnügen, und das über 500 Seiten!
Rezensionen von Sheena01:
Mystery-Thriller mit brisantem Inhalt
K.O. durch Meister von Susanne Grulich
Inhalt:
Der Hirnforscher Tom Jennings hat in seiner jahrelangen Arbeit ein Verfahren entwickelt, bei der er unterschiedlichen Aktivitätsmustern im Gehirn Bildern zuordnet und auf diese Weise (sogar vererbte) Erinnerungen für Außenstehende sichtbar machen kann. Ein ehemaliger Studienkollege beansprucht den Erfolg jedoch ebenfalls für sich, woraus ein erbitterter Streit um das Patent für dieses Verfahren entbrennt, was dazu führt, dass man Jennings die für ihn vorgesehenen Forschungsgelder streicht.
Durch Kontakte seiner Exfrau bekommt Jennings jedoch auch Gelegenheit, seine Forschungsarbeit in einer Fernsehshow der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Handlung:
Als eine direkte Nachfahrin von Pontius Pilatus ausfindig gemacht wird, stellt sich die Frage, inwieweit sich vererbte Erinnerungen über so viele Generationen reproduzieren lassen, und ob es durch sie tatsächlich gelingt, die Existenz von Jesus Christus nachweisen zu können.
Schreibstil:
Bernd Roßbach schreibt sehr flüssig, durch die Vielzahl an unterschiedlichen Personen, verliert man aber ein wenig den Überblick. Die Geschichte selbst wird bis zur Hälfte ein wenig langatmig erzählt, gewinnt allerdings danach sehr rasch an Tempo und wird zunehmend fesselnder.
Charaktere:
Protagonist Tom Jennings, seines Zeichens genialer Forscher auf dem Gebiet der Hirnforschung, wirkt im alltäglichen Leben zum Teil ein wenig zu naiv und gutgläubig, wodurch ich wirklich Probleme habe, mich mit diesem Charakter zu identifizieren.
Cover:
Das Cover ist in schlichten Grautönen gehalten, von dem sich der rote Schriftzug des Titels markant abhebt. Sehr gelungen finde ich auch die Dornenkrone, die sich um diese Lettern herumdrapiert. Das macht das Cover sehr einzigartig und zudem sehr auffallend.
Autor:
Bernd Roßbach wuchs in Sankt Augustin im Rheinland auf. Er ist seit über 25 Jahren in der Sicherheitsindustrie tätig und hat diverse Fachliteratur veröffentlicht. Inspiriert durch zahlreiche USA-Aufenthalte widmet er sich halbdokumentarischen Plots mit gut recherchiertem Hintergrund. (Quelle: http://www.feuerwerkeverlag.de)
Meinung:
Der Klappentext verspricht „eine Treibjagd durch Rom“, in welcher die „älteste Macht der Welt“ mitmischt, mag sein, dass ich aufgrund dessen eher einen Thriller wie Dan Browns „Sakrileg“ erwartet hatte, und von völlig falschen Voraussetzungen ausgegangen bin, da besagte „Treibjagd“ eher als Handlungsstrang am Rande anzusehen war. Vielmehr wurde im Buch eher auf die geschichtliche Aufarbeitung der Materie Wert gelegt bzw. auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Dies belegen auch unzählige Quellenangaben im Anhang des Buches, welche zwar mit Sicherheit die akribische Recherche-Arbeit des Autors belegen. Letztendlich wurde für mich das Buch phasenweise auch ein wenig langatmig, auch wenn ich die Thematik an sich als ungemein spannend und interessant ansehe.
Persönliche Kritikpunkte:
Abgesehen von obig bereits angesprochenen sehr exzessiv betriebenen Ausführungen, finde ich, dass das Buch in zu vielen Handlungssträngen verläuft, welche für mich ein wenig übertrieben und unglaubwürdig erscheinen. Auf der anderen Seite werden einige Handlungsstränge zwar aufgenommen, sie verlaufen in weiterer Folge allerdings im Nichts, und lassen den Leser ein wenig ratlos und unbefriedigt zurück.
Fazit:
Ein sehr gut recherchierter Mystery-Thriller, der ein unglaublich interessantes Thema aufgreift und auch zum Nachdenken darüber anregt, was in der Forschung ethisch noch erlaubt sein sollte und was nicht.
Rezensionen von csac:
Bildband mit anregenden Texten zum Brenner, einem Ort zwischen den Welten
Brenner.o von Othmar Kopp
Viele kennen den Brenner nur als Durchzugsort, als einen der bedeutendsten Routen des Alpentransits, als meist befahrensten Pass (den Straßenverkehr betreffend) der Alpen. Vielen ist auch seine Bedeutung als Tor zum Süden, als Verbindung zwischen Österreich und Italien, zwischen Nord- und Südtirol ein Begriff.
So mancher assoziiert mit dem Brenner auch lange LKW-Kolonnen, Staus an der Grenze, Zollbeamte, den Brennermarkt und - aktueller - einem steten Strom an Flüchtlingen, die versuchen, über den Brenner nach Deutschland und Österreich zu gelangen, sehr oft ohne Erfolg.
Alls dies und noch viel mehr ist der Brenner. Ein Ort "der Trennung und des Übergangs, des Wartens, der Hoffnung". Diesen politischen, historischen und emotionalen Ort hat der Innsbrucker Fotograf Othmar Kopp wirkungsvoll in Szene gesetzt. In anrührenden Bildern zeigt er alte und ganz neue Aspekte eines Ortes, der so gern recht grau daher kommt. Vieles erkennt der Leser dabei wieder, anderes lässt ihn den Brenner in völlig neuem Licht erscheinen. Es sind keine bunten, grellen Töne, die Othmar Kopp dabei zum Ausdruck bringt, sondern leise, nachdenkliche, nostalgische und wehmütige Betrachtungen.
Ergänzt wird diese "Grenzbetrachtung in Bildern" von ebenso nachdenklich stimmenden Texten. Dem Südtiroler Kurt Lanthaler ist es dabei gelungen, einen gar nicht grauen Essay über das "Wesen" des Brenners zu schreiben, der sich so gar nicht fassen lassen möchte. Bereichernd sind auch die 27 Geschichten von Menschen, die auf irgendeine Art und Weise mit dem Brenner verbunden sind: Zollbeamte, Reisende, Fernfahrer, Anwohner, Geschäftsleute, Demonstranten und mehr. Gemein ist ihnen alle die Erinnerung, die Zärtlichkeit und die Hoffnung in Bezug auf einen Ort, der viel mehr ist, als nur ein Punkt auf der Landkarte.
Ich kann dieses Buch all jenen empfehlen, die einen vermeintlich alt vertrauten Ort neu entdecken und erleben und die sich vielleicht bei einem nächsten "Grenzgang" die Zeit nehmen möchten, selbst auf Spurensuche zu gehen.
Absolute Kaufempfehlung!
Rezensionen von csac:
102 jahresspezifische Wanderungen in Tirol
Das Tiroler Vier-Jahreszeiten-Wanderbuch. 102 Wandertipps für Frühling, Sommer, Herbst und Winter von Hubert Gogl
Wer sich wie wir gerne in der freien Natur bewegt und diese Aktivitäten nicht nur auf die wärmere Jahreszeit beschränken möchte, ist mit diesem Buch von Hubert Gogl gut beraten.
In 102 Wandertipps gibt er auf anregende und sehr detaillierte Art und Weise Auskunft zu unterschiedlichen Touren in ganz Tirol.
Dabei schätzen wir die sehr genauen Informationen, die eine Tourplanung erfordern, wie etwa Kartenausschnitte, Ausgangspunkt und Endpunkt der Wanderung, Angaben zu einer Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, exakte Beschreibungen des Wegverlaufs und generellen Charakters der Tour sowie zur Weglänge, zu Höhenmetern und Dauer. Auskünfte zu den Öffnungszeiten der Hütten fehlen in diesem Buch ebenso wenig wie Tipps zu aktuellen Sperren (etwa aufgrund von Felsstürzen) und alternativen Aufstiegsrouten. Darüber hinaus gibt es Touren für ambitionierte Wanderer, aber auch für Familien mit Kindern.
Was diesen Wanderführer auszeichnet, ist seine nach den Jahreszeiten ausgerichtete Tourenauswahl. Gegliedert in Frühling, Sommmer, Herbst und Winter, macht der Autor Vorschläge zu für die jeweilige Jahreszeit besonders günstige Touren.
Diese ermöglichen, Wanderungen ganz speziell auf die Tageslänge, die Kraft der Sonne, länger werdende Schatten oder herbstliche Nebelschwaden abzustimmen:
So ist es mithilfe dieses Buches möglich, Winterwanderungen zu unternehmen, ohne allzu schnell auf der Schattenseite zu landen, Angaben zu Wegen zu finden, die selbst in den kalten Monaten die Sonne noch einfangen bzw. zu Aussichtspunkten, die man auch an den kürzeren Tagen noch besteigen kann. Die Mitnahme von Schneeschuhen oder Rodel sind dabei kein Muss, oft aber eine Empfehlung.
Anregend gestalten sich auch die Tipps zu Frühlingstouren, bei welchen uns der Autor mitnimmt an Plätze, die den Zauber des Blühens besonders gut zur Geltung bringen. Im Sommer entführt er uns wiederum in die Höhen, speziell dorthin, wo der Wanderer Abkühlung erfährt oder Bergseen zum Erfrischen einladen.
Im Herbst lässt er uns die rauschende Farbenwelt der Natur erleben und empfiehlt uns Wanderungen an beschauliche und leiser werdende Orte, wie etwa den Möserer See, wobei die in diesem Abschnitt dargestellten Touren das kälter werdende Klima berücksichtigen.
Fazit: Ein Buch, das in jeden Rucksack passt und ideal erscheint, um das ganze Jahr hindurch Wandertouren im Raum Tirol zu planen.
Als Leser ist spürbar, dass der Autor seine Auswahl mit viel Überlegung und Erfahrung getroffen hat, seine Liebe zur Natur sowie zu seiner Heimat Tirol sind in jeder Beschreibung spürbar. Ein anregender und praktischer Wanderführer! Absolute Kaufempfehlung.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein wundervolles Debüt, das noch lange nachwirkt
Summ, wenn du das Lied nicht kennst von Hubert Gogl
Der 15. Juni 1976 verändert für Robin Conrad alles. Sie lebt wohlbehütet mit ihren Eltern, ihrer imaginären Zwillingsschwester Cat und der Maid Mabel in Witpack, einem ausschließlich von Weißen bewohnten Vorort von Boksburg, in der Nähe von Johannesburg. Sie ist noch nicht mal 10 Jahre alt, als sie ihre Eltern Jolene und Keith bei Rassenunruhen in Johannesburg verliert.
Mabel wird verhaftet und Robin kommt zu ihrer Tante Edith, einer Flugbegleiterin, die allerdings mit der neuen Aufgabe und der Trauer um ihre Schwester nicht klar kommt.
Die 49-jährige Beauty Mbali verlässt ihre Heimat die Transkei, lässt ihre Söhne Luxolo, 15, und Khwei, 13, zurück und reist auf einer beschwerlichen Strecke nach Soweto, wo ihre Tochter Nomsa bei Beautys Bruder lebt und dort zur Schule geht. Nach einer Demonstration gegen die Einführung von Afrikaans als Unterrichtssprache ist Nomsa, die die Demo mit anführte, verschwunden.
Auf Umwegen kommt Beauty in den Haushalt von Edith und so lernen sich Robin und Beauty ganz langsam kennen.
Selten hat mich ein Debüt so fesseln und berühren können, wie dieses Erstlingswerk von Bianca Marais. Zum einen weiß die Autorin wovon sie schreibt, da sie selbst als Weiße in Südafrika aufgewachsen ist. Zum anderen kann sich die fiktive Geschichte aber genau so in dem von Apatheit gebeutelten Land abgespielt haben. Ich finde es z.B. so schlimm, wenn sich eine schwarze Frau im Krankenhaus fragt, ob der Eid, den die weißen Ärzte geschworen haben, stärker ist als ihre Vorurteile Schwarzen gegenüber.
Robin und Beauty erzählen ihre Geschichten aus ihrer Sicht in der Ich-Form. Dadurch fühle ich mich ihnen noch näher und bin auch in ihren Gedanken immer bei ihnen. Es ist für mich sehr interessant, verschiedene Situationen aus der Sicht beider Protagonistinnen zu erleben, die dann doch recht unterschiedlich sind. Es ist wunderschön zu lesen, wie sich die Beiden ganz langsam immer näher kommen und eine liebevolle Innigkeit entsteht.
Obwohl die Geschichte viele tragische und auch grausame Momente beinhaltet, schafft es die Autorin, den Schreib- und Erzählstil immer gleichbleibend leicht, unterhaltend und angenehm zu lesen zu halten. Immer wieder dringt trotz der teilweisen Beklemmung eine Prise Humor mit ein. Bianca Marais fängt das Leben von Robin und Beauty mit all seinen unterschiedlichen Facetten sehr gut ein. Die beschriebenen Eindrücke von Demütigung und Hass, aber auch von Hoffnung, Mut und Freundschaft werden mich bestrimmt noch eine Weile verfolgen.
Dass immer mal wieder Wort, ganze Sätze oder Redewendungen in der typisch afrikanischen Landessprache einfließen, gefällt mir sehr gut. Erläutert werden sie im anhängenden Glossar, das aber für das Verständnis selbst nicht norwendig gewesen wäre.
"Summ, wenn Du das Lied nicht kennst" ist soviel mehr als ein Roman über Apartheit. Er vermittelt die Trauer, die Zerrissenheit, die Missstände, aber auch die Hoffnung und den Mut Vieler hier einiges zu ändern in einer Leseform, die mich stark beeindruckt hat.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Über das Anhalten der Zeit
Herr Jakob träumt von A.S. Dowidat
Hr. Jakob ist ein Mann Mitte 50, von Beruf Bibliothekar ohne große Karriereambitionen, geschieden, mit seltenen, aber konfliktreichen Kontakten zu Exfrau und Töchtern. Er ist von der Schnelllebigkeit und dem Alltagsstress restlos überfordert und genervt. Folglich zieht er sich immer mehr zurück bis seine andauernde Müdigkeit zu einem Winterschlaf wird.
Die reale Welt und die Traumwelt des Hr. Jakob verschmelzen im Laufe der Geschichte immer mehr und sind manchmal nur schwer zu unterscheiden. Man muss sich auf diesen ständigen Wechsel einlassen können – auf philosophische Hühner, seltsame Privatdetektive und schrecklich schnelle Putzfrauen.
Die Autorin A.S. Dowidat versteht es, durch ihre ruhigen, unaufdringliche und leicht distanzierte Art, Hr. Jakobs Geschichte zu erzählen, eine tiefe Sehnsucht nach Langsamkeit und Achtsamkeit zu vermitteln. Kann sich nicht jeder in gewisser Weise mit Hr. Jakob identifizieren?
„Hr. Jakobs träumt“ ist eine märchenhafte Darstellung des Bedürfnisses nach dem „Anhalten“ einer viel zu schnellen und hektischen Welt. Das Lesen war ein bemerkenswertes Erlebnis für mich: ich vermute, dass ich noch nie ein Buch so langsam gelesen habe. Schon das Lesen wirkte entschleunigend und damit hat dieses kluge Buch einen fixen Platz in meiner Bücherapotheke bekommen! Also Vorsorge für stressigere Zeiten!







