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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von StefanieFreigericht:

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Schnodderig, schräg, schnell, schnurrig, Schüler-(Wahn-)Witz

„Heute war der beste erste Schultag ever. Weil ich nämlich nicht in der Schule war. Statt im Unterricht zu sitzen, bin ich Ballon gefahren. Hundert Prozent legal sogar.“ S. 5
Keppler-Gymnasium, Weiden. Ich-Erzähler Benedikt „Dschägga“ Jäger und seine Kumpel wurschteln sich so durch 10. Klasse und das Leben.

Dabei gibt es Highlights wie die Ballonfahrt oben, als Belohnung für ein Tennisturnier, aber auch etliche Tiefschläge. Denn dass er nicht in der Schule war, ist so selten nicht. Hundert Prozent legal, schon.

Ich hatte eine etwas andere Vorstellung davon, um was es in diesem Roman geht, auch nach der Leseprobe noch: irgendwie erwartete ich etwas Spektakuläreres, das hießt, irgendetwas richtig Übles (zwischendurch irgendetwas mit dem Bauprojekt des Dealers). Wobei, Spektakulär wird es schon, aber nur in der Wirkung der Aktion zum Ende bei Sargnagel äh Scharnagl, die Ursache dafür ist jedoch ziemlich banal. Das ganze Buch ist lustig, überraschend, schnell. Wer es liest, sollte sich einfach darauf einlassen. Ich habe in dem Alter zwar eines der vermutlich langweiligsten Schülerleben geführt, fühlte mich aber dennoch durch den Text ins Damals versetzt: die Langeweile, das Gefühl des Ausgeliefertseins, seltsame Paarungsrituale, Erwartungen der Eltern, das Gefühl, irgendwie dazwischen zu stehen und recht oft neben sich.

Von den gefälschten sozialen Aktivitäten der Mutter über das angebliche Arbeitszimmer des Vaters, von dem Bauprojekt des Drogendealers über das Aufpolieren der Schuler als Hochleistungs-Schmiede bis hin zu den Küssen rein für Mariettas Image-Kampagne – ich möchte dazu die Prinzen abspielen, „Alles nur geklaut“ äh, erstunken und erlogen. Schön, dass Benedikt da Panik hat. Manche der anderen anscheinend weniger. Ich habe das Buch mit einem breiten Grinsen gelesen. Die Sprache wirkt auf mich nicht aufgesetzt, vermutlich dann aber doch für heutige Schüler. Und in zehn Jahren wird man wohl nur die Hälfte verstehen, von MINT-Initiative an bis zum Slang. Wobei, Knorke versteht man in den Kästner-Büchern immer noch. Und ein bisschen mogelt ja fast jeder von uns…

4 Sterne und ein breites Grinsen.

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Rezensionen von Jassi Etter:

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Wenn Gegenwart und Vergangenheit aufeinanderprallen

Die Handlung des Buches ist kurz erzählt. Abby Williams – aufgewachsen in einer Kleinstadt – lebt nun in Chicago und ist Umwelt-Rechtsanwältin. Als sie einen Fall übernimmt, der eine Firma in ihrer Heimatstadt betrifft, wird schnell klar, dass Abby von ihrer Vergangenheit wieder eingeholt wird.

Und so ist es auch…vor Ort überschlagen sich die Ereignisse.

Die Handlung ist für meinen Geschmack sehr vorhersehbar, aber das hat mich nicht gestört, weil ich es viel spannender fand, den Charakter von Abby genauer kennenzulernen. Wer war sie früher und wer ist sie jetzt? Wie bewältigt sie ihre Probleme und wie kommt sie damit klar, wieder in der Kleinstadt zu sein, in der ihr als Jugendliche das Leben zur Hölle gemacht wurde?

Die Autorin, Krysten Ritter, ist normalerweise Schauspielerin und versucht sich hier an ihrem ersten Roman. Sprachlich ist sie hervorragend, die Geschichte ist auch spannend, leider finde ich die anderen Charaktere nicht besonders gut ausgearbeitet und es wäre erzählerisch sicher noch mehr möglich gewesen. Trotzdem hat mich das Buch überzeugt und ich hoffe, sie bleibt dran und wir lesen wieder von ihr.

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Rezensionen von Vicky:

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Kann-nicht liegt im Grabe, Will-nicht steht daneben

Das Buchcover ist sehr schön gestaltet, es gefällt mir ausgesprochen gut und passt auch phantastisch zur damaligen Zeit. Die Farbgebung ist sehr schön und harmonisch – im Gegensatz zum Inhalt des Buches.

In 'Über dieses Buch' kann man sich bereits einen kurzen Vorgeschmack auf das Berlin des Jahres 1912 und die Geschwister Felice, Willi und Ille holen.

Der Roman der Autorin Michaela Saalfeld umfasst insgesamt vierzig Kapitel aus Sicht von verschiedenen Personen. Die Geschichte teilt sich auf einen Vorspann, drei Teile betitelt mit Ille, Willie und Felice sowie einen Abspann auf.

Der Vorspann hat mir gut gefallen, der Anfang von Ille war hingegen schwer, langatmig und eher mühsam zu lesen - da musste ich mich durchquälen bis ich dann endlich zu einem spannenderen Abschnitt kam. So richtig konnte mich das Buch allerdings erst ab zirka der Hälfte begeistern. Auch Willis Teil war mir persönlich zu langweilig, vor allem jene wo er nicht vorkam. Stellenweise hat es sich so dahin gezogen dass mir fast der Spaß am Buch vergangen wäre. Deshalb ziehe ich einen Stern ab.

Auch finde ich es sehr eigenartig und mitunter auch etwas störend das sich die Geschichte hauptsächlich um Felice oder jemanden ganz anderen als die drei Geschwister dreht obwohl die ersten beiden Teile mit Ille bzw. Willi betitelt sind. Warum macht man dass wenn man dann erst nicht durch bzw. von dieser Person schreibt sondern von anderen?! Hätte man das weggelassen und stattdessen verschiedenste Personen berichten lassen würde es mich nicht stören und fände es auch sehr interessant (tatsächlich habe ich mir mehr von und durch die Geschwister in den jeweiligen Teilen gewünscht), so aber muss ich einen Stern dafür abziehen da ich diese Erzählweise als sehr störend empfand.

Der Teil, welcher mit Felice betitelt ist, konnte mich dann aber wieder gnädiger stimmen. Die Briefe am Anfang gefielen mir gut und auch so kam mehr Schwung in die Geschichte. Ich finde dieser war der interessantere und spannendere Teil, wo dann auch endlich etwas Emotionen zutage kamen denn der Felice-Abschnitt ist nicht nur spannend sondern auch traurig und emotional – all das, was der Vorspann versprochen hat wurde hier endlich gehalten!

Aus dem Abspann muss ich einen Satz, der mir sehr gut gefallen und mich zugleich auch berührt hat, zitieren: 'Kriege enden nicht, solange niemand, der einen Befehl erhält, den Mut hat, Nein zu sagen.' Auch das Ende fand ich gut und macht Lust auf weitere Geschichten aus dieser Zeit.

Fazit: Trotz anfänglicher Schwierigkeiten und einer langen 'Anfreundungsphase' mit dem Erzählstil (der Schreibstil hingegen hat mir gut gefallen) habe ich mich zum Ende hin in die Figuren, allen voran Felice, verliebt. Ich sehe bei der Autorin Michela Saalfeld großes Potenzial, sie kann dieses in weiteren Bänden bestimmt noch besser ausschöpfen. Ich bin bereits gespannt wie es mit den zu Niedens, speziell Felice, weitergeht und werde einen weiteren Teil bestimmt eine Chance geben und die Autorin im Auge behalten.

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Rezensionen von dorli:

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Unter dem Abendstern

Unter dem Abendstern

Grundschullehrerin Katja Berger wird von ihrer Freundin Carola eingeladen, die Weihnachtsfeiertage mit ihr und ein paar Kollegen in einem Ferienhaus in Dänemark zu verbringen. Katja sagt spontan zu und freut sich über die Möglichkeit, die Feiertage fernab von ihrem Elternhaus verbringen zu können und so weiteren Vorhaltungen bezüglich ihrer Berufswahl zu entgehen.

Im Ferienhaus angekommen, erlebt Katja eine Überraschung - Nickolas Risch, ein ehemaliger Schulkamerad, für den Katja damals heimlich geschwärmt hat, ist ebenfalls mit von der Partie…

„Unter dem Abendstern“ ist der vierte und letzte Teil von Elisabeth Büchles Winter-Roman-Reihe, die Geschichte in diesem Buch ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich.

Elisabeth Büchle erzählt hier eine sehr tiefgründige Geschichte, in der es um Selbstzweifel, Freundschaft und Toleranz geht. Es gelingt der Autorin ganz ausgezeichnet, dem Geschehen trotz der gewichtigen Themen durch viele frische, wortwitzige Dialoge eine wunderbare Leichtigkeit zu geben.

Sehr gut gefallen hat mir, dass im Verlauf der Handlung die Perspektive mehrfach zwischen Katja und Nick hin und her wechselt, so dass man als Leser Einblick in die Gedanken und Empfindungen beider Akteure bekommt.
Sowohl Katja wie auch Nick tragen eine Menge Ballast aus früheren Zeiten mit sich herum, der beide davon abhält, ihre Gefühle zu offenbaren und ihrer Liebe eine Chance zu geben. Während Katja sich von den negativen Erfahrungen aus ihrer Kindheit bereits weitestgehend befreit hat und ihr Leben nicht mehr von der Vergangenheit bestimmen lässt, steckt Nick voller Zweifel. Er liebt Katja, fragt sich aber immer wieder, ob er der Mann sein kann, den sie verdient.

Neben den beiden Hauptprotagonisten spielt auch Nicks bester Freund Jeffrey eine wichtige Rolle in dieser Geschichte. Der IT-Experte erweist sich als wahrer Freund und hat mich damit, wie er die Dinge sieht und wie er sich auf seine ganz eigene Art in das Geschehen einmischt, immer wieder begeistert.

Herrliche Landschaftsbeschreibungen runden die Handlung perfekt ab. Man fühlt sich an die winterliche Nordseeküste Dänemarks versetzt, hat Wellen und Dünen vor Augen und kann die frostige Meeresluft fast spüren.

„Unter dem Abendstern“ hat mir sehr gut gefallen – eine kurzweilige, gefühlvoll erzählte Weihnachtsgeschichte, in der es darum geht, sich von den Dämonen der Vergangenheit zu befreien, damit man unbeschwert in die Zukunft blicken kann.

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Unter dem Abendstern

Rezensionen von mamaofhannah07:

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Krimi trifft Familiengeheimnis

Fischland-Angst von Corinna Kastner

Fischland-Angst ein Küsten-Krimi von Corinna Kastner aus dem Emons Verlag
In ihrem neuesten Regionalkrimi entführt uns Corinna Kastner auf das malerische Fischland in die Boddenregion rund um Barnsdorf und Wustrow. Doch die Idylle wird jä durchbrochen, als Greta, die Frau des fast blinden Fischländer Künstlers Matthias Röwer spurlos verschwindet.

Auch nach der Lösegeldforderung, der Matthias ohne Beteiligung der Polizei nachkommt, wird Greta nicht freigelassen. Weitere Forderungen folgen und Matthias zieht seine Nachbarn und Freunde, Kassandra Voß, Paul Freese und Heinz ins Vertrauen. Diese ermitteln mit Unterstützung des Polizisten Kay hinter vorgehaltener Hand. Wer hat Interesse an den Röwers und im Speziellen an Greta? Ist sie ernsthaft in Gefahr? Für Matthias wird das Warten und Bangen zur Zerreißprobe und den Ermittlern läuft langsam die Zeit davon... .
Geschickt konstruiert Corinna Kastner einen spannenden Fall und verbindet ihre vorangegangenen Romane aus der Fischland-Reihe rund um Kassandra, Paul und Heinz mit dem Vorgänger-Band um Greta und Matthias Geschichte aus Bodden-Tod. Ein Geniestreich, der es ihr ermöglicht neben der Entführung weitere Familiengeheimnisse hinter tragischen Konflikten um die Röwers aufzudecken. Geschickt spinnt sie das Netz weiter und taucht tief in die Vergangenheit der Fischländer-Familie ein. Eingebettet in einem klaren naturnahen Schreibstil und intelligente Dialoge mit der richtigen Fragestellung gelingt es ihr, die Protagonisten mit glaughaften Emotionen auszustatten. Gefangen im Geschehen verfolgt man den Fortgang der Geschichte. Die 411 Seiten fliegen dahin und man kommt zusammen mit den sympathischen und neugierigen Figuren der Wahrheit auf die Spur. Gerade Greta hat es mir besonders angetan. In Bodden-Tod hat sie viele Facetten ihres liebenswerten Charakters gezeigt und beweist auch hier, ihre Fähigkeit Brücken zu bauen sowie schlichtend, beruhigend einzugreifen. Dennoch bleiben Fragen offen und längst nicht alle familiären Ungereimtheiten und emotionalen Verzwickungen sind geklärt. Dies spart sich die Autorin für neuen Lesestoff auf, wenn sich Greta und Co. erneut ihrer Vergangenheit stellen.
Fazit: In jeder Zeile spürt man die Liebe der Autorin zur einzigartigen Fischland-Region. Hierbei kann man verborgene Schönheiten, faszinierende Stille und liebenswerte Menschen entdecken und kennenlernen. Unkompliziert und leicht und doch tiefgründig und emotional, mit allen Sinnen dabei, eine Hommage an den Norden. Gepaart mit Wirrungen, Charme und kriminellen Verwicklungen überzeugt dieser lesenswerte Roman, gern im Anschluß an Bodden-Tod und Kassandras Vorgängerfälle.

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Krimi trifft Familiengeheimnis

Rezensionen von KimVi:

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Grandiose Fortsetzung!

Die Frauen vom Löwenhof - Mathildas Geheimnis von Corina Bomann

Schweden, 1931: Nach dem Tod ihrer Mutter wird die siebzehnjährige Mathilda zur Waise. Der letzte Wille ihrer Mutter bestimmt, dass Mathilda bis zu ihrer Volljährigkeit mit 21 Jahren unter die Vormundschaft von Agneta Lejongård , der Herrin vom Löwenhof, gestellt wird. Mathildas ganzes Leben ändert sich dadurch, denn sie muss ihre Heimatstadt und ihren Freund Paul, mit dem sie ihre Zukunft bereits geplant hat, verlassen und auf dem Löwenhof Fuß fassen.

Agneta nimmt Mathilda herzlich auf, doch einer ihrer Söhne macht Mathilda das Leben schwer....

Nach "Agnetas Erbe" ist "Mathildas Geheimnis" der zweite Band der Schweden-Saga von Corina Bomann. In dieser Saga steht die Familie Lejongård , die auf dem Löwenhof, einem prächtigen und hochangesehenen Gestüt, beheimatet ist, im Mittelpunkt. Im ersten Band stand Agneta im Zentrum der Handlung und in dieser Fortsetzung geht es um ihre Nichte Mathilda. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, ist es nicht zwingend erforderlich, den ersten Teil zu kennen. Denn die Autorin streut alle wichtigen Hintergrundinformationen in die Erzählung ein. Es lohnt sich aber dennoch, die Bände in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen, da man so auf alte Bekannte aus dem ersten Teil trifft und erfährt, wie sich ihr Leben weiterentwickelt hat.

Mathildas Geschichte wird in der Ich-Form, aus ihrer Sicht, erzählt. Da sie eine sehr sympathische Hautprotagonistin ist, die äußerst lebendig wirkt, kann man mühelos in die Handlung eintauchen. Corina Bomann schafft es wieder hervorragend, den damaligen Zeitgeist einzufangen und zu vermitteln. Die Atmosphäre, die zwischen den Zeilen schwebt, ist einzigartig und macht Mathildas Erlebnisse zu einem wahren Lesegenuss. Protagonisten und Handlungsorte werden eindrucksvoll beschrieben, sodass man sie beim Lesen spontan vor Augen hat. Der Schreibstil ist außerdem sehr flüssig und äußerst angenehm lesbar. Dadurch fliegt man förmlich durch die Seiten und mag sich kaum von der Handlung lösen. Obwohl das Buch ziemlich umfangreich ist, liest es sich quasi wie von selbst.

Mathildas Schicksal fesselt, denn sie hat einige Höhen und Tiefen zu durchleben. Auch wenn einiges, zugegebenermaßen, etwas vorhersehbar wirkt, kann man beim wunderbaren Erzähltalent der Autorin, großzügig darüber hinwegsehen und die Handlung einfach genießen und dem Alltag entfliehen. Auch dieser Band hat ein abgeschlossenes, schlüssiges Ende. Dennoch weckt der Titel des nächsten Teils die Neugier auf die Fortsetzung.

Ich habe bereits den ersten Teil der Saga mit großer Begeisterung gelesen und konnte mich auch von dieser Fortsetzung kaum lösen. Denn einmal angefangen, mochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, da der intensive und fesselnde Schreibstil der Autorin mich sofort in den Sog der Ereignisse gerissen hat. Ich vergebe deshalb alle fünf Bewertungssternchen und freue mich bereits jetzt auf die Fortsetzung.

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Grandiose Fortsetzung!

Rezensionen von StefanieFreigericht:

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Von Widerständen, beständiger Liebe, Standesunterschieden und dem Stand der Dinge

Königskinder von Alex Capus

„Tina und Max waren ein Paar, das sich in den großen Dingen des Lebens immer einig war. Über die kleinen Dinge zankten sie sich unablässig, aber in den großen Dingen verstanden sie sich blind.“ S. 8f. Als sie wider besseren Wissens eine Passstraße befahren, werden sie eingeschneit und müssen im Auto die Nacht verbringen.

Max erzählt zur Ablenkung Tina eine wirklich wahre Geschichte: Vom Kuhhirten Jakob Boschung und von Marie, der Tochter des reichsten Bauern, die sich gegen den erbitterten Widerstand von Maries Vater verlieben.

Das ist so ein kleines Büchlein, das gleitet locker und sanft über den Leser wie eine Feder. Es streichelt mit Sätzen wie „…und dann nimmt er sich vor, ihr ab sofort jeden Wunsch zu erfüllen, bevor sie ihn haben muss.“ S. 164; es kitzelt mit Anmerkungen wie „Das gefällt den Mädchen. Sie finden, dass man mit einem, der so wenig spricht, gut reden kann.“ S. 45, es hält warm S. 150 „Mag ja sein, dass es dieses Glück geben kann, den richtigen, einzigen Menschen gefunden zu haben, den rätselhafterweise nicht austauschbaren und nicht zu ersetzenden, die andere Hälfte“. Ich habe den Text langsam gelesen, weil er ein angenehmes Gefühl vermittelt, das ich noch ein wenig verlängern wollte. Nein, es ist vermutlich sonst nichts Besonderes. Es ist „nur“ schön, ein Buch für den Nachttisch oder als Geschenk für Verliebte, mit den markierten Stellen von oben.

Die eingangs genannten Zankereien sind köstlich - so beim Festfahren des Autos, Alex Capus arbeitet da mit Wiederholungen:
"So etwas Saublödes machen nur Touristen."
"Nur die arrogantesten Blödiane unter den Touristen." S. 14
Oder
"Ein bisschen gefährlich ist das schon."
"Verdammt gefährlich" S. 15 Es ist ein wenig wie bei Loriot…
Auch die Diskussionen sind herrlich: Max erzählt lange, eine Geschichte, wie Marie und Jakob den ganzen Winter in den Bergen verbringen, sich lieben, essen, sich wieder lieben, jagen, er ihr vorsingt.
„Das ist schön“, sagte Tina. „Was meinst du, ob das Mädchen schwanger ist?“
„Nicht dass ich wüsste.“
„Seltsam….
Und Tina diskutiert und diskutiert, gynäkologische Probleme oder urologische. Wenn es nicht der Geschichte dient, da ist Max stur. S. 96. Ein bisschen wie daheim...

Ob die Geschichte wirklich wahr ist? Nun ja
https://de.wikipedia.org/wiki/Élisabeth_Philippine_Marie_Hélène_de_Bourbon
Doch das, was ich gesehen habe, die Parallelität der Amour fou, bei Tina und Max in der Eisdiele und bei Jakob und Marie beim Heimbringen der Kinder, ist vielleicht nur ein Ansatz. Autor Capus
https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/koenigskinder/978-3-446-26009-2/ nennt andere, siehe die 5 Fragen, der Button unter dem Link. Ich zitiere „Die meisten Menschen ahnen heute, glaube ich, dass wir in einer Epoche der Zeitenwende leben. Große Veränderungen stehen uns bevor, das fühlen wir ganz sicher, aber wir wissen nicht, wie die Welt morgen aussehen wird. Ebenso ging es den Menschen am Vorabend der Französischen Revolution.“ Das ist jetzt eine Deutung, auf die ich nicht selbst gekommen wäre, auch wenn es in Max‘ Beschreibung der Geschehnisse um Jakob und Marie einige im Kontrast deutlich wirkende Begriffe eingeschoben gibt, „bedingungsloses Grundeinkommen“ beispielsweise, am Hof. Was wäre es dann? Habt Vertrauen, auch in den Umwälzungen, Digitalisierung oder Flüchtlingswelle, hilft Beständigkeit und Vertrauen? Ich mag da nicht so ganz folgen, aber es ist ein hübscher Ansatz.

Für ein rundum hübsches Werk 5 Sterne

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Von Widerständen, beständiger Liebe, Standesunterschieden und dem Stand der Dinge

Rezensionen von yellowdog:

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hypersensibel

Hysteria von Eckhart Nickel

Hysteria ist einer der Romane, die auf der Longlist zum deutschen Buchpreis 2018 stehen. Den Anfang kennt man auch schon durch den Auszug den Eckhart Nickel beim Bachmann-Wettbewerb 2017 in Klagenfurt las und mit dem er sogar den Kelag-Preis gewann.

Ich mag Romane gerne, in denen die Figuren ungewöhnliche Menschen sind.

Richtige Typen oder auch Unglücksvögel, den meist ist es interessant zu erfahren, wie sie dazu wurden und es macht Spaß, ihren skurrilen Gedanken zu folgen.
Der Protagonist Bergheim gehört aufgrund seiner Nervösität und Hypersensibilität dazu. Sein Blick auf die Umgebung nimmt er erschreckend war. Aber wenn wirklich genau hinsieht, schaut manches alltägliches bedrohlicher aus als man erwarten würde.Manches zu ausführlich für meinen Geschmack.

Bergheim trauert auch noch seiner großen Liebe Charlotte nach, obwohl die ihn schon vor vielen Jahren verlassen hat und sie trifft er jetzt wieder.
Eckhart Nickel schreibt genau und präzise, sprachlich wirklich ein Fest. Er ist offenbar einen weiten Weg gegangen seit er in seinen Anfängen der Popliteratur zugeordnet wurde. Die positiven Aspekte dieses Genres hat er behalten, sich aber literarisch weiterentwickelt. Obwohl es kein explizit spannendes Buch ist, findet man einige originelle Passagen.

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hypersensibel

Rezensionen von jiskett:

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Unterhaltsam, fesselnd und zauberhaft

Die Magischen Sechs - Mr Vernons Zauberladen von Neil P. Harris

"Mr Vernons Zauberladen" ist eine im wahrsten Sinne des Wortes zauberhafte Geschichte. Im Mittelpunkt steht Carter, der nach dem Verschwinden seiner Eltern von einem Onkel, der Menschen betrügt, austrickst und bestiehlt, aufgezogen wurde. Deshalb ist der Protagonist sehr skeptisch, wenn es um Zauberei geht - obwohl er selbst eine Begabung dafür hat und fest entschlossen ist, sie niemals zu missbrauchen.

Doch dann reißt er eines Tages aus und trifft auf Mr. Vernon, dessen Tochter und vier weitere neue Freunde, die auch zaubern können und deren Tricks niemandem zu schaden scheinen...

Carter ist auf jeden Fall ein sympathischer Protagonist und es war leicht, mit ihm zu fühlen. Ich mochte sehr, dass das harte Leben, das er dank seines Onkels geführt hat, Konsequenzen und Auswirkungen auf sein Verhalten hatte - es wäre nicht realistisch gewesen, wenn er alles einfach abgestreift und problemlos hinter sich gelassen hätte. Gleichzeitig war es dadurch aber besonders toll zu sehen, wie er langsam begonnen hat, seinen neuen Freunden zu vertrauen und sich in seiner Haut wohler zu fühlen; seine Entwicklung hat mir gut gefallen. Die anderen Charaktere kann man auch alle schnell ins Herz schließen, obwohl sie ein wenig schwarz/weiß gezeichnet sind, und ihre Freundschaft war sehr schön dargestellt. Davon abgesehen liegt der Charme des Buches klar in der großen Rolle, die die Zauberei spielt.

Im Laufe der Handlung passiert so einiges und das Abenteuer, das die Magischen Sechs erleben, ist unterhaltsam, spannend und interessant geschrieben. Zwar ist viel vorhersehbar, aber das hat mich hier nicht gestört und ist bei einem Buch für Kinder zu entschuldigen, vor allem, da der Erzähler die Ereignisse so lebendig wiedergegeben hat. Er hat eine ganz eigene Persönlichkeit und da er den Leser gelegentlich direkt anspricht, kann man das Gefühl bekommen, selbst in die Geschehnisse involviert zu sein, sodass "Mr Vernons Zauberladen" mich von Anfang an gefesselt und unterhalten hat. Die Gestaltung ist ebenfalls positiv zu erwähnen. Die Illustrationen sind sehr schön und unterstreichen die Handlung perfekt, doch zudem gibt es noch Anleitungen, wie man selbst Zaubertricks lernen kann, und in der Geschichte versteckte Rätsel, die zu lösen mir Spaß gemacht hat.
4,5/5 Sternen

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Unterhaltsam, fesselnd und zauberhaft

Rezensionen von niknak:

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Tod am Berg

Die Magischen Sechs - Mr Vernons Zauberladen von Neil P. Harris

Inhalt:
Constable Evan Evans lebt im beschaulichen Llanfair und hat eigentlich nicht viel mehr zu tun, als sich um Banalitäten zu kümmern. Doch dann werden drei Touristen ermordet und er macht sich auf die Suche nach dem Täter. Doch gehören alle drei Morde zusammen oder sind mehrere Mörder gleichzeitig unterwegs und was hat es mit den Tomaten der Pfarrersfrau auf sich? Wer zerstört diese und stiehlt ihren Apfelkuchen?

Mein Kommentar:
Dies ist der Auftakt zu einer neuen Reihe rund um Constable Evan Evans und ich finde, dass er sehr gut gelungen ist.

Die Autorin hat einen lockeren und humorvollen Schreibstil und man liest die Geschichte richtig gern. Man kann sich einfach zurücklehnen und das Dorf mit seinen Bewohnern genießen.

Die Landschaft sowie die Personen sind sehr genau und detailliert beschrieben und man kann sich alles sehr gut vorstellen. Manchmal waren mir diese Beschreibungen fast ein wenig zu genau und man hätte sie meiner Meinung nach ruhig etwas kürzer fassen können, vor allem im Bezug auf die Berge und die Gegend, ohne dass der Leser dabei etwas verpasst. Dennoch konnte ich mir alles gut vorstellen und hatte ein klares Bild im Kopf.

Die Protagonisten waren auch sehr detailliert geschildert und sind mir alle ans Herz gewachsen. Evan Evans hat eine sehr eigene Art zu ermitteln und auch wenn viele Dinge nicht in seinen Tätigkeitsbereich fallen, überlegt er selbst, welche Konsequenz es hätte, wenn er weitermacht. Da er davon überzeugt ist, den Mörder zu finden, schreckt er auch nicht vor ungewöhnlichen Methoden zurück. Dies macht ihn richtig sympathisch und man macht sich gerne mit ihm gemeinsam auf die Suche nach dem Mörder.
Bei dieser Suche baut die Autorin Rhys Bowen immer wieder Wendungen und Überraschungen ein, sodass man als Leser auch nie weiß, wie sich die Geschichte weiter entwickelt. Dadurch ergibt sich ein guter Spannungsbogen, der bis zum Schluss anhält.

Am besten haben mir allerdings die vielen Nebencharakteren gefallen, die mich auch immer wieder zum Schmunzeln brachten. So gab es da Evans Vermieterin, die immer darauf bedacht ist, dass er ja genug isst und ihm seine Mahlzeiten bereitet. Aber auch sonst hat sie ein wachsames Auge auf ihn. Als er einmal durchnässt nach Hause kommt, richtet sie ihm ein warmes Bad her und achtet darauf, dass er sich so wieder erwärmt. Ihre Fürsorge fand ich richtig süß und brachte mich zum Lachen.
Aber da gab es auch noch die Bedienung im Pub, die in Evans verknallt ist und immer sexy angezogen daherkommt, um ihn auf sich aufmerksam zu machen. Doch Evans will nichts mit ihr anfangen, da er auch die Lehrerin sehr interessant findet. Auch durch diese Konstellation ergeben sich ungeplante Situationen, die für den Leser teilweise sehr überraschend und lustig enden.
Besonders gelungen fand ich die Frau des Pfarrers, die Evan wegen ihrer zerstörten Zuchttomaten und einem gestohlenen Apfelkuchen holte und diese Aufklärung wichtiger fand, als den Mordfall zu klären. Dabei wurde Evan teilweise an den Rand seiner Geduld gebracht.

Mein Fazit:
Ein unterhaltsames Buch mit skurrilen Charakteren, die aber alle liebenswert sind und dem Leser unterhaltsame und spannende Stunden bescheren.
Ich freue mich schon auf den nächsten Fall, um mehr von Evan und den anderen Dorfbewohnern zu erfahren.

Ganz liebe Grüße,
Niknak

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Unterhaltsam, fesselnd und zauberhaft