Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Biest:
Geniale Ermittler, spannende Story
Mexikoring - Kriminalroman (Chastity-Riley-Serie 8) von Simone Buchholz
Burn Baby Burn
Inhalt:
In Hamburg brennen die Autos. Jede Nacht, wahllos angezündet. Aber in dieser einen Nacht am Mexikoring, einem Bürohochhäuserghetto im Norden der Stadt, sitzt noch jemand in seinem Fiat, als der anfängt zu brennen: Nouri Saroukhan, der verlorene Sohn eines Clans aus Bremen.
War er es leid, vor seiner Familie davonzulaufen? Hat die ihn in Brand setzen lassen? Und was ist da los, wenn die Gangsterkinder von der Weser neuerdings an der Alster sterben?
Bei den Ermittlungen um den Tod von Nouri Saroukhan taucht Staatsanwältin Chastity Riley tief ein in die Welt der Clan-Familien. Nach und nach erschließen sich ihr die weitverzweigten kriminellen Strukturen, die sich durch ganz Deutschland ziehen. Nouri Saroukhans Geschichte ist die Geschichte eines Ausbruchs zu einem hohen Preis. Und die Geschichte einer Liebe: von Nouri und Aliza, die nicht zusammenkommen durften und in ein anderes Leben türmten, das aber kein besseres war. Weiß Aliza, was mit Nouri am Mexikoring passiert ist?
Meine Meinung:
Simone Buchholz ist hier eine tolle Story gelungen, mit außergewöhnlichen und interessanten Charakteren.
Wenn ich lese, dass eine Staatsanwältin in die Ermittlungen involviert ist, gehe ich eigentlich davon aus, dass es ziemlich gesittet und gesetzeskonform abläuft. Weit gefehlt. Riley ist echt der Wahnsinn. Selten habe ich mich so amüsiert. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, teilt ihre Gedanken unzensiert dem Leser mit. Sie wirkt locker, intelligent und ein wenig chaotisch. Ich hab sie Dank ihrer direkten Art sofort ins Herz geschlossen.
Auch Nouri und Aliza waren zwei interessante Charaktere. Immer wieder gibt es kurze Sequenzen aus der Vergangenheit, in denen sich die beiden treffen und reden. Als Leser weiß man von Anfang an, dass die beiden keine Zukunft haben werden, denn Nouri ist tot, dass fand ich doch sehr bedrückend beim Lesen.
Die Story war super, interessant und beängstigend realistisch. Schon ziemlich krank, was sich innerhalb solcher Clans abspielt. Das hat die Autorin hier sehr authentisch beschrieben. Von Polizei halten diese Menschen nicht viel, was die Ermittler auch deutlich zu spüren bekommen, es wird alles intern mit roher Gewalt geregelt.
Ich fand das Buch wirklich klasse. Es herrschte von Anfang an eine gewisse Spannung, die sich stetig erhöhte.
Das Ende war überraschend, hat mir aber auch sehr gut gefallen. Es war realistisch.
Der Schreibstil war toll, modern und Dank der taffen Staatsanwältin gabs auch einiges zum schmunzeln. Ich bin nur so durchs Buch geflogen.
Das Cover gefällt mir. Es erinnert mich an meine Jugend, damals gabs die gelben Kabinen noch an jeder Ecke.
Fazit:
Wer auf Ermittler der besonderen und anderen Art steht, der sollte dieses Buch unbedingt lesen. Alleine Riley ist eine Reise nach Bremen und Hamburg wert.
Rezensionen von Biest:
Wie ein Märchen
Königskinder von Alex Capus
Inhalt:
Max und Tina bleiben auf einem verschneiten Alpenpass stecken und müssen die Nacht im Auto verbringen. Um das Warten in der kalten, langen Nacht zu überbrücken, erzählt Max eine Geschichte, die genau dort in den Bergen ihren Anfang nimmt und Jahrhunderte zurückliegt.
Es ist die Zeit der Französischen Revolution, eine Zeit des Aufbruchs und Umbruchs in Europa.
Jakob ist ein Hirte aus dem Greyerzerland und verliebt sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern. Der Vater will den Jungen loswerden und tut alles was in seiner Macht steht, um Jakob von Marie fernzuhalten. Er schickt ihn erst in den Kriegsdienst und dann an den Hof Ludwigs XVI, wo auch dessen Schwester Elisabeth lebt. Diese hat sich dort einen Traum erfüllt und spannt Jakob voll mit ein. Doch nach einiger Zeit, merkt neben den Dienstmädchen auch die Prinzessin, dass Jakob alles andere als glücklich ist. Sie sucht nach einer Lösung, denn ihren Kuhhirten will sie auf keinen Fall ziehen lassen.
Meine Meinung:
In diesem Buch bettet der Autor eine Liebesgeschichte in eine Liebesgeschichte ein.
Nachdem Max und Tina gezwungen sind, eine Nacht in ihrem eingeschneiten Auto zu verbringen, beginnt Max eine Geschichte zu erzählen. Die beginnt und endet wie ein Märchen.
Capus erzählt mit einer solchen Detailverliebtheit, dass man um sich herum beim Lesen fast alles vergisst. Dies ist gewiss kein Werk, durch welches man eben mal so durchfliegt. Man muss es langsam und bewusst lesen, um auch wirklich alles zu verstehen. Er vermittelt den Lesern zudem einiges an Wissen über die damalige Zeit. So z.B. die Erfindung des Heißluftballons, der Ausbruch des Vulkans Laki und die daraus resultierenden Folgen, der Sturm auf die Bastille etc.
Die Charaktere waren schön gezeichnet und sehr fassettenreich. Tina und Max eher modern, liebenswert und ein bisschen streitlustig. Bei Jakob und Marie spürt man deutlich, dass sie aus einer anderen Zeit stammen, ihre Liebe gleicht einem zarten Pflänzchen und sie passen sich sehr den damaligen Gepflogenheiten an.
Wobei Prinzessin Elisabeth für die damalige Zeit ein ziemlicher Wildfang gewesen sein muss. Mit ihr ist dem Autor ein interessanter und abwechslungsreicher Charakter gelungen.
Der Schreibstil war super angenehm und ließ sich flüssig lesen.
Der Aufbau der Geschichte hat mir gut gefallen. Zwischendurch gibt es immer wieder Sequenzen, in denen Tina Max etwas fragt oder ihn auf Etwas aufmerksam machen will.
Das Cover gefällt mir. Es ist schlicht und doch sehr aussagekräftig. Im Nachhinein macht für mich auch der Titel Sinn, anfänglich konnte ich damit nicht wirklich viel anfangen.
Fazit:
Eine tolle Geschichte, super erzählt, ein bildhafter und fesselnder Schreibstil. Auch wenn das Buch nicht sehr dick ist, so kann man sich doch eine geraume Zeit damit beschäftigen und auch nach dem Lesen hallt es noch nach. Eine klare Leseempfehlung.
Rezensionen von Biest:
Ein genialer erster Fall für die alt Huberin
Walter muss weg von Alex Capus
Auf dem Land kommen die Leichen wenigstens an die frische Luft!
Frau Huber ermittelt – Der erste Fall
Inhalt:
Glaubenthal. Eine abgelegene Postkartenidylle. Sanfte Hügel, dichte Wälder, anständige Bürger, Frischluft sowieso. Hannelore Huber aber weiß es besser, schließlich lebt sie am Rande dieses Dorfes, und so manches stinkt hier gewaltig zum Himmel.
Ganz besonders die Leichen in diversen Kellern. Und eine davon steht im Mittelpunkt von Thomas Raabs furiosem neuen Kriminalroman: Hannis Ehemann. Unter äußerst mysteriösen Umständen kam er ums Leben. Aber wozu hinterfragen! Hauptsache tot. Die beiden haben zwar beinah das ganze Leben miteinander verbracht, den größten Teil allerdings aneinander vorbei. Und zwar konsequent. Folglich freut sich die alte Huber nun auf ihren wohlverdienten Ruhestand – doch sie freut sich zu früh. Vof den Augen der versammelten Trauergemeinde fällt der Sarg in die Grube, springt auf und offenbart einen falschen Leichnam. Da stellt sich natürlich nicht nur die Frage, wer diesen Toten auf dem Gewissen hat oder was in Glaubenthal sonst noch alles in den Gräbern herumliegt, sondern vor allem: Wo ist ist der verstorbene Ehegatte?
Thomas Raab erzählt mit großartigem schwarzem Humor, wie sich die grantige Huberin inmitten eines zwielichtigen Dorfkosmos auf die Suche begibt und zu ermitteln beginnt. Unterstützung erhält sie dabei ungebeten von einer fremden rotzfrechen Göre, die zumindest einen vielversprechenden Nachnamen trägt: Glück.
Meine Meinung:
Einfach genial. Der schwarze Humor ist köstlich und die absolut gelungenen Wortspiele lassen kein Auge trocken. Auf dieses gelungene Werk muss ich nun ein ernstes Buch lesen, damit sich meine Lachmuskeln wieder entspannen könnnen.
Die alte Huber, die grantiger gar nicht sein könnte, habe ich trotzdem sofort ins Herz geschlossen. Sie sagt was sie denkt, steckt ihre Nase gerne in Angelegenheiten anderer Leute und Vorwitz ist ihr zweiter Vorname.
Vorschreiben lässt sie sich gar nichts, tut was sie für richtig hält. Eine resolute alte Dame, die sich so auf ihren Ruhestand gefreut hat, wenn da nicht die verschwundene Leiche wäre. Die lässt ihr nämlich keine Ruhe und somit fängt die Arbeit für sie nun erst richtig an.
Die Charaktere waren alle sehr authentisch und nicht zu übertrieben dargestellt. Ich komme selbst vom Land und weiß wovon ich rede. Seltsame Vögel gibts überall, aber auf Dörfern summiert sich das irgendwie. Vom Bürgermeister, der zugleich der Dok im Dorf ist, wie praktisch, über den Bestatter, den Pfarrer, jede Menge Bauern und bis hin zu ganz frisch Zugezogene, ist alles dabei was das Herz begehrt. Jeder kann irgendwen nicht leiden, da ist Krawall vorprogrammiert.
Die Story wird rasant erzählt, gemeine Cliffhanger an den Enden der knackig, kurzen Kapiteln sorgen dafür, dass man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Mit jeder Seite kommt man gemeinsam mit der alten Huberin, die einem immer einen Schritt voraus zu sein scheint, dem Geheimnis ein Stück näher.
Das Ende hält dann nochmal die ein oder andere Überraschung bereit. Hier hat wirklich alles gepasst.
Der Schreibstil war super, modern und ließ sich flüssig lesen.
Das Cover ist absolut gelungen und ein echter Hingucker. Es passt wie Faust aufs Auge.
Fazit:
Wer auf außergewöhnliche Ermittler, in diesem Fall eine grantige aber doch irgendwie liebevolle alte Damen steht, der sollte dieses Buch unbedingt lesen. Es trieft nur so vor schwarzem Humor und gelungenen Wortspielen. Ich habe mich köstlich amüsiert. Unbedingt lesen!
Rezensionen von Biest:
Düster, spannend und unvorhersehbar
Das andere Haus von Fleet Rebecca
Willkommen in meinem Haus. Ich verspreche dir – dein Aufenthalt wird unvergesslich sein…
Inhalt:
Als Caroline und ihr Mann Francis die Gelegenheit zu einem Haustausch in der Nähe von London bekommen, zögern sie nicht lange. Doch schon bei ihrer Ankunft fühlt Caroline sich unwohl in den spärlich eingerichteten Räumen, die eine düstere Atmosphäre ausstrahlen.
Und dann geschehen Dinge, die sie zutiefst verstören - denn es scheint jemanden zu geben, der es darauf abgesehen hat, sie zu terrorisieren. Jemanden, den sie für immer vergessen wollte. Und der ihr in dem fremden Haus das Leben zur Hölle macht…
Meine Meinung:
Rebecca Fleet versteht es, ihre Leser zu fesseln. Ich habe dieses Buch verschlungen.
Der Aufbau der Geschichte war super. Ein Teil spielt im Jahre 2015, der andere 2012/2013. In den beiden Zeitabschnitten wechseln sich Caroline und Francis ab, sie teilen ihre Gefühle, ihr Leid und ihre Ängste mit dem Leser. Zwischendurch meldet sich dann auch immer wieder die Person zu Wort, die mit den Beiden das Haus getauscht hat. Die meisten Kapitel enden mit richtig fiesen Cliffhangern, so das man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann.
Die Charakter waren toll dargestellt, sie hatten Tiefe und waren sehr interessant und charakterstark.
Als Leser erfährt man unheimlich viel über die handelnden Personen. Die Autorin geht auf jede detailliert ein, beschreibt die jeweilige Stimmung und teilt sie ganz offen mit dem Leser.
Caroline und Francis führen eine Ehe mit vielen Problemen, auch diese nehmen einen großen Teil der Story ein.
Amber blieb für mich ein bisschen blass. Sie konnte man weniger gut einschätzen. Auch Carl war nicht immer leicht zu durchschauen, aber dennoch ein sehr interessanter und vielschichtiger Charakter.
Die Beschreibungen vom Haus und der Umgebung fand ich sehr gelungen. Bildhaft und detailliert. Ich hatte keinerlei Schwierigkeiten mir das Haus vorzustellen, man fühlt die Leere und düstere Atmosphäre regelrecht und beim Lesen läuft einem des Öfteren ein Schauer über den Rücken. Mag daran liegen, dass man sich in Caroline super hineinversetzen konnte.
Das Ende kam leider viel zu schnell, hielt noch ein paar unglaubliche Überraschungen bereit, war unvorhersehbar, aber absolut stimmig. Mir hats gefallen.
Der Schreibstil war sehr fesselnd, locker und ließ sich super lesen. Gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass sich die Fehler im Text gehäuft haben.
Das Cover gefällt mir richtig gut. Es passt zur Geschichte und hat durch die rote Farbe und die Fetzen, die aussehen als hätte jemand ein Bild zerrissen und versucht es wieder zusammenzusetzen, irgendwie etwas bedrohliches.
Fazit:
Ein gut durchdachtes, undurchschaubares und düsteres Psychothriller-Debüt. Diese Buch ist auf jeden Fall eine gedankliche Reise nach England wert. Unbedingt lesen!
Rezensionen von LadyIceTea:
Cinder und Ella – Aschenputtel in einer wundervollen modernen Adaption
Cinder & Ella von Kelly Oram
Ella war glücklich mit ihrer Mom, ihren Büchern, ihrem Blog und ihrem Chatfreund Cinder, ihre heimliche Liebe. Doch dann gerät sie in einen schlimmen Autounfall, bei dem ihre Mutter stirbt und Ella mit schweren Verbrennungen und bleibenden Verletzungen acht Monate im Krankenhaus bleiben muss. Nichts ist mehr so wie es war, als sie zu ihrem Vater und seiner neuen Familie ziehen muss.
Ella will nur ihr altes Leben wieder und beschließt, ihrem Chatfreund Cinder nach all der Zeit zu schreiben. Was sie nicht weiß ist, dass Cinder ebenfalls Gefühle für Ella hat und dass er Hollywoods angesagtester Schauspieler ist.
Schon in der Leseprobe war ich völlig hin und weg von dieser Geschichte. Endlich mal etwas ohne perfekte Hauptfigur und mit einer etwas neuen Idee dahinter. Dazu liebe ich Märchenadaptionen.
Ella ist wirklich nicht perfekt und doch nahe dran. Sie wird durch die Narben nicht als wunderschön angesehen und beweist durch ihren Charakter und ihren Mut jedem etwas anderes. Es hat mir viel Freude bereitet, Ellas schweren Weg zu verfolgen. Sie kämpft zuhause und in der Schule und nicht nur ihr Umfeld muss Eingeständnisse machen, auch Ella muss viele Schritte auf die anderen zugehen. Das hat mir so gut gefallen. Ella macht nämlich auch einen Fehler nach dem anderen. Dazu ist sie frech und überhaupt nicht auf den Mund gefallen.
Ebenso wie Brian, der eben nur bei Ella so sein kann wie er ist. Er ist auch kein Ritter ohne Tadel und doch hat er sich einen Ruhmestitel verdient. Warum will ich hier gar nicht näher beschreiben, denn dann würde ich vermutlich zu viel verraten. Aber ich liebe ihn.
Auch die anderen Figuren sind der Autorin wirklich gelungen. Sie hat sich eine Handvoll Persönlichkeiten ausgesucht und diese im Buch weiterentwickelt. Sie hat plausible Verhaltensweisen und Schritte geschrieben, die in Romanen dieser Art sonst nicht so anzufinden sind. Dazu hat mir die ganze Geschichte und ihr Werdegang einfach wirklich gut gefallen.
Für mich ist dieses Buch in allen Belangen ein Highlight und kommt zu meinen Favoriten. Ich kann es nur wärmstens empfehlen.
Rezensionen von Biest:
Vorhersehbar und nicht sehr spannend
Ein Teil von ihr von Karin Slaughter
Inhalt:
Wir alle kennen unsere Mütter.
Oder etwa nicht?
Wieder und wieder sieht Andrea Oliver das Gesicht ihrer Mutter Laura vor sich: gelöst, gutmütig, beherrscht – während sie einem Menschen das Leben nimmt. Nur knapp konnten sie beide einer grauenvollen Schießerei entkommen. Andrea will Antworten, doch stattdessen zwingt ihre Mutter sie in eine riskante Flucht.
Weil sie verfolgt wird. Weil sie ein dunkles Geheimnis hat. Andrea folgt dem Befehl ihrer Mutter. Doch je weiter sich ihr die wahre Identität dieser Frau enthüllt, desto mehr entpuppt sich ihr Leben als eine Lüge. Wer ist ihre Mutter wirklich?
Meine Meinung:
Leider hatte ich mir viel mehr von diesem Buch versprochen. Die Inhaltsangabe verspricht mehr, als die Geschichte halten kann.
Auf mich wirkte das alles irgendwie konstruiert, war vorhersehbar und strotzte deshalb auch nicht wirklich vor Spannung.
Der Aufbau war interessant, man erfährt immer Stück für Stück, was damals 1986 passiert ist und dazwischen immer wieder Sequenzen aus der Gegenwart.
Andrea wirkte auf mich wie ein verängstigter Teenager, dabei ist sie schon 31 Jahre alt. Ihr Verfolgungswahn und die immer gleichen Fragen die sie sich stellt, gehen einem nach einer Weile schon ein bisschen auf die Nerven. Ihre Figur blieb mir bis zum Ende ziemlich fremd.
Bei ihrer Mutter Laura war es da schon ein bisschen besser. Man erfährt was sie bewegt, was sie fühlt.
Die Nebendarsteller waren teils besser ausgearbeitet als die Protagonisten. Was ich sehr schade fand.
Ein Thriller war dieses Buch für mich nicht wirklich, ich würde es eher als Spannungsroman bezeichnen. Da alles ziemlich vorhersehbar war, kam beim Lesen auch nicht wirklich Spannung auf. Nur wenn man sich etwas mehr und eingehender mit dem Inhalt beschäftigt, unabhängig vom Buch, kann man sich ein bisschen gruseln. Wenn man darüber nachdenkt, dass man über dreißig Jahre mit einer Person verbracht hat und sich dann herausstellt, dass alles gelogen war.
Der Schreibstil war ok, er ließ sich flott lesen.
Das Cover ist wunderschön. Es kommt im Metallic-Look daher und der Schmetterling wirkt fast wie ein echter, je nach dem wie man das Buch ins Licht hält.
Fazit:
Wer auf spannende und gut durchdachte Thriller steht, dem würde ich dieses Werk von Karin Slaughter nicht empfehlen.
Rezensionen von Biest:
Lustig, realistisch, einfach genial
Die Elternsprecherin von Gelman Laurie
Aus dem geheimen Leben einer Elternsprecherin
Inhalt:
Mein Sohn reagiert HOCHGRADIG allergisch auf Erdnüsse, Milchprodukte, Weizen, Gräser, Weizengräser, Schokolade und Staub in der Luft. Bitte sorgen Sie dafür, dass keins dieser Dinge im Klassenraum auftaucht.
Als Elternsprecherin hat man es alles andere als leicht, das weiß Jennifer allzu gut.
Deshalb ist sie auch nur widerwillig wieder im Amt. Aber dieses Jahr hat sie einen Plan: Allergiker-Mom, Spießer-Dad und alle anderen sollen sich mal locker machen. Mit ihren E-Mails gewinnt Jennifer auch einige neue Freunde, aber dann proben die Helikopter-Eltern den Aufstand...
Meine Meinung:
Selten habe ich mich so köstlich amüsiert. Dabei ist die ganze Story nicht mal so abwegig, wie manch einer vielleicht glauben mag. Sie wirkt wie mitten aus dem wahren Leben gegriffen.
Als Dreifachmutter weiß ich, dass es immer schwieriger wird, ein Kind normal einzuschulen. Es fängt im Kindergarten bereits an, geht mit der Vorschule weiter und endet nicht selten im Chaos.
Dies spiegelt sich auch sehr schön in diesem Buch wieder. Von aufgebrachten Eltern, über rüpelhafte Kinder bis hin zu ratlosen Vatern.
Sehr originell fand ich die E-Mails, die Jen immer mal wieder an die anderen Eltern schickt. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund. Sie triefen vor Sarkasmus und Ironie. Einfach genial. Ich finde ja immer das E-Mails und Nachrichten so ein Buch auflockern, aber hier wäre es gar nicht nötig gewesen. Ich bin nur so durchs Buch geflogen. Einmal angefangen kann man es kaum noch aus der Hand legen. Die Lachmuskeln werden hier ordentlich trainiert.
Neben dem Amt der Elternsprecherin ist Jen aber auch noch dreifache Mutter, hat einen Ehemann, Freunde und Familie. Dies alles immer unter einen Hut zu bringen und alle gerecht zu werden ist nicht einfach. Aber sie macht das Beste daraus. In sie kann man sich super hineinversetzten. Toll fand ich auch, dass sie ihre Gedanken mit den Lesern teilt.
Die Charaktere waren alle sehr menschlich und realistisch gezeichnet. Nicht zu übertrieben und sehr glaubwürdig. Sehr gut haben mir die Helikopter-Eltern gefallen. Über sie zu lesen ist einfacher, als sie hautnah zu ertragen.
Die Story hat mir gut gefallen, war realistisch und nicht überzogen. Ein kleiner Einblick in den Alltag einer Eltersprecherin und Mutter.
Der Schreibstil war super, modern und ließ sich flott lesen. Das Cover gefällt mir auch sehr gut. Es passt zum Thema und zieht ganz sicher einige Blicke auf sich.
Fazit:
Ein tolles modernes Buch, was nur so vor Humor strotzt. Ich habe mich köstlich amüsiert, auf jeder Seite. Eine ganz klare Leseempfehlung!
Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:
Powerfrau schuf lebenspralles Buch
Tel Aviv by Neni. Food. People. Stories. von Haya Molcho
Haben in jüngster Zeit schon einige Kochbücher für kleinere Sensationen gesorgt, so erst recht "Tel Aviv by NENI" von Haya Molcho. Hier fliessen orientalische Rezepte samt näheren Erläuterungen mit Erinnerungen und anderen Geschichten zu einem Werk in bunter Vielfalt zusammen. Die engagierte Powerfrau leiht auch Einheimischen das Wort, was eine unterhaltsame Komponente ergibt.
Ergänzt durch persönliche Tipps und appetitliche Bilder, hält man ein Buch in Händen, das den sprichwörtlichen Speichel im Mund aktiviert. Aber noch ein zweiter Effekt entsteht: Man möchte selbst nach Tel Aviv reisen, um mit allen Sinnen das Lebensgefühl dieser Stadt zu spüren - und vielleicht auch einem der vorgestellten Menschen zu begegnen, wer weiss.
Die Rezepte lassen sich natürlich nicht in jedem Fall umsetzen, denn man benötigt Gewürze und Lebensmittel, die es teilweise nur in Geschäften mit Waren der Levante gibt. Immerhin hilft die genaue Beschreibung der benötigten Zutaten, sie durch andere, ähnliche zu ersetzen. Doch ist der Inhalt gut durchstrukturiert und übersichtlich. Die Fotos wurden grösstenteils vom ältesten Sohn Nuriel beigetragen.
Ich selbst habe wiederholt in NENI-Restaurants gegessen. Den Erfolg von Haya Molcho und ihrer Familie machen bestimmt nicht nur die delikaten Gerichte auf ihrer Speisekarte aus, sondern nicht zuletzt auch die Weltoffenheit und allumfassende Gastfreundschaft der Familie. Religionen und Nationen spielen absolut keine Rolle, denn die vermischen sich in Tel Aviv ohnehin. Man kann es auch gelebte Toleranz nennen.
Der Name Haya bedeutet "Leben", und das strömt aus jeder Seite dieses reichhaltigen Buches, das sich sehr gut auch als Geschenk eignet. Und wenn man Speisen wie etwa Shakshuka vor dem eigenen Kochversuch zuerst kosten will, braucht man sie nur in den NENI-Restaurants zu bestellen. Die gibt es nämlich inzwischen auch in Berlin, Paris, Wien, Mallorca, Amsterdam, Zürich, Hamburg und München.
Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:
Dramatisches Geschehen, leichtfüssig erzählt
Königskinder von Alex Capus
Ein Paar in mittleren Jahren bleibt auf einem Gebirgspass mit seinem Auto im Schnee stecken und vertreibt sich die Zeit, indem der Ehemann zu erzählen beginnt, nämlich den Verlauf der Liebe von Jakob und Marie. Seine etwas zickige Frau unterbricht den Erzählfluss immer wieder, doch es schält sich eine Liebesgeschichte heraus, so simpel und berührend wie die meisten dieser Art, und doch steht sie für einen ganz persönlichen Urknall der Liebe.
Capus wählt zu Beginn eine bäuerliche Szenerie in den Schweizer Alpen, die aber bald ins Frankreich Ludwigs XVI. weiterleitet. Vorerst aus Kriegsgründen getrennt, dürfen sich die Liebenden auf abenteuerlichen Wegen und dank ihrer unerschütterlichen Beharrlichkeit nach Jahren aber trotzdem wiederfinden. Dabei schildert der Autor die hygienischen Zustände auf den Verkehrswegen und das groteske Leben am royalen Hof kurz vor Ausbruch der französischen Revolution so anschaulich, dass man sich beim Lesen am liebsten die Nase zuhalten möchte.
Capus erzählt in gewohnter Virtuosität, Plastizität und Leichtigkeit. Zuvor muss er gründlich recherchiert haben, denn die historischen Hintergründe stimmen. Auch die Daten von Jakob und Marie sind in den Greyerzer Kirchenbüchern immer noch nachzulesen.
Einen reizvollen Kontrast bildet der Bilderbuch-Bauernhof von Ludwigs Schwester Elisabeth zur rustikalen alltäglichen Wirklichkeit. Quasi als Zusatz werden zwei Paare einander gegenübergestellt, und einige Parallelen scheinen auf. Es stellt sich dem eingeschneiten Paar auch die Frage, wie sich ihre Beziehung hat entwickeln können.
Ein schlankes Bändchen, das nun wirklich den Wunsch nach Mehr weckt.










