Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gaby 2707:
Humorig-kriminell-gut
Ihr Lebensabschnittsgefährte Patrick ist weg und Loretta ist sich sicher: Sie braucht einen Neuanfang mit neuer Wohnung, neuer Umgebung, aber mit ihren alten Freunden. Und vor allem ohne Tote und Verbrechen.
Schneller als geglaubt findet sie eine schnuckelige 3 Zimmerwohnung mit Balkon für sich unter Kater Baghira.
Die Nachbarn scheinen auch nett zu sein. Aber schon nach einer Woche liegt der junge Mann aus dem Erdgeschoss, der doch bald umziehen wollte, tot im Garten. Und wer übernimmt den Fall: natürlich Kommissarin Astrid Küpper, das Patenkind von Lorettas Freund Erwin. Aber so sehr sich Loretta auch sträubt, sie kann sich aus den Ermittlungen nicht raushalten. Erst recht nicht, nachdem Harmony, die kleine Nachbarin von oben, Andeutungen zum Freund ihrer Mutter gemacht hat, die so gar nicht sein dürfen.
Und schon geht das Gerangel zwischen der Kommissarin, Loretta und Erwin wieder los.
Dies ist nun schon der 10. kriminellkomödiantische Fall, den ich zusammen mit Loretta Luchs lösen darf. Und ich bin wieder ganz begeistert. Es ist wie zurück zu Freunden kommen, wenn ich von Frank Kropka mit seiner Klümpchenbude, seiner Bärbel,
Ex-Polizist Erwin, seiner Doris, Diana und Okko von der Nordseeküste und von Jupp Zwo, Locke und Steiger, dem geriatrisch-infernalische Rentner-Trio lese. Alle habe ich seit vielen Büchern ins Herz geschlossen. Vor allem Frank mit seinem Ruhrpottdialekt bringt mich immer wieder zum Grinsen. Und bei dem Buffet, dass Doris auf die Beine stellt, läuft mir wieder das Wasser im Mund zusammen.
Aber ich lerne auch wieder neue Menschen kennen. Die neuen Nachbarn von Loretta: Harmony, von allen liebevoll Hammenie genannt, und ihre Mutter Jeanette Zwickel; ihren Freund und Arnold „Arnie“ Reitmüller, der als Lehrer an eine Grundschule versetzt wurde;
Horst und Mitzi Kabolek, die aus dem vorletzten Jahrhundert herausgefallen zu sein scheinen; die beiden Studentinnen aus dem Dachgeschoss Kerstin Dankow und Filiz Öztürk, IT-Spezialist Marcel Lembeck und Hermine Schiller, die ihre Rente mit Bio-Eier-Bekleben aufbessert. Auch ein Taubenvatter ist mit von der Partie. Von ihm habe ich einiges über die Taubenzucht gelernt.
Alle sind so farbig und ausdrucksstark gezeichnet, dass ich sofort einen bleibenden Eindruck von ihnen hatte.
Der Fall gestaltet sich sehr schwierig, weshalb Loretta auch fast nichts anderes übrig bleibt, als mal wieder einzugreifen. Ich hatte zwar bald einen Verdacht. Aber es hat dann doch bis kurz vor Schluss gedauert, bis er sich auch bestätigt hat. Ich fand diesen Fall mit allem, was damit zusammenhängt, einfach nur schlimm.
Für mich hat sich wieder mal bestätigt: In einer Ruhrpott-Krimödie ist Loretta die Allerbeste Ermittlerin, die ich mir denken kann.
Ein spannender, interessanter Fall, ausdrucksstarke Protagonisten und eine Prise Humor = allerbeste Unterhaltung. So macht Lesen Spaß.
Auch dieser Fall mit Loretta Luchs bekommt von mir die volle Punktzahl: 5 Sterne.
Rezensionen von kkarin:
Sich in einem Buch verlieren, um sich zu finden
Heute schon für morgen träumen von Lori Nelson Spielman
„Sich zu verlieren ist etwas Schönes. Man kann sich in einem Buch verlieren. In den Augen eines anderen. In einer Symphonie, die einen zum Weinen bringt. In einer wunderschönen Stadt unterm Sternenhimmel. Das ist doch magisch, nicht wahr? Wenn einen die Wirklichkeit dann wieder einholt, ist das die wahre Enttäuschung.
“ (O-Zitat von Tante Poppy zu Emilia, S.179).
Zum Inhalt:
Die 29jährige Emilia lebt beschaulich als Zweitgeborene einer italienischen Einwandererfamilie der dritten Generation in Little Italy, einem Stadtteil New Yorks, wo sie im Familienbetrieb Lucchesi unter den wachsamen Augen ihrer Nonna Rosa als Zuckerbäckerin tätig ist.
Eines Tages flattert ein Brief ihrer – seitens Nonna Rosa wenig geschätzten – Tante Poppy ins Haus, die Emilie zu einer gemeinsamen Italien-Reise einlädt, weil sie unbedingt an ihrem 80. Geburtstag am Fuße der Treppe der Kathedrale in Ravello stehen möchte.
Sowohl Nonna Rosa als auch Emilias Schwester Daria wollen aus unterschiedlichen Gründen, dass ihre verlässliche Emilie nicht mitfährt.
Doch die bunte, lebenslustige, manchmal sogar ein wenig schrille überzeugungsstarke Tankte Poppy kann Emilia aus ihrem Schneckenhaus locken und lädt auch gleich noch deren zweitgeborene Cousine Lucy mit nach Italien ein.
Allen dreien ist ihr Rang als Zeitgeborene gleich, der einem alten Familienfluch gemäß bedeutet, dass sie unverheiratet und kinderlos bleiben werden. Einem Schicksal, mit dem sich nicht jede abfinden möchte …
Für Emilia und Lucy wird die Italien-Reise nicht nur ein Kennenlernen ihrer italienischen Wurzeln, sie werden auch in den Bann der wunderbaren, schicksalhaften und wechselvollen Lebensgeschichte Poppys gezogen und sind gleichzeitig gefragt, ihr bisheriges eigenes Leben zu hinterfragen und auszuloten, ob sie nicht neue Wege ihrem Lebensglück näherbringen würden.
Meine Meinung:
Es war mein 1. Buch von Lori Nelson Spielman, aber definitiv nicht mein letztes!
Selten war ich so schnell in einem Buch „drinnen“. Der lebendige lebensnahe Schreibstil, der alle Sinne anzusprechen vermag, die vielen gängigen italienischen Begriffe und eingestreuten, von sicherlich einer Vielzahl der LeserInnen bekannten Persönlichkeiten/Musikstücke/etc. ließen mich schnell denken, beobachtendes Mitglied dieser italienischen Großfamilie zu sein.
Die vielen Charaktere waren sehr gut beschrieben und großteils sympathisch, wenngleich die ein oder andere Eigenschaft nur eingeschränkt nachvollziehbar war (zB dass sich Emilia dermaßen von Nonna Rosa und Daria – übrigens: die beiden weniger sympathischen Protagonistinnen – unterbuttern läßt).
Besonders gelungen ist L.N.Spielman die Figur der Tante Poppy, die trotz ihrer 79. Lebensjahre mit sprühender Lebensfreude und vor allem Lebensweisheit besticht.
Obwohl der Roman leichtfüßig und spritzig „daherkommt“, hat er eine nachhaltige Tiefe aufgrund der Vielzahl an Sinnsprüchen und Lebensweisheiten (zB „So bist du geworden. Aber, meine Liebe, so musst du nicht sterben.“ S.191) sowie der Dramatik der Lebensgeschichte Tante Poppys.
L.N.Spielman gelingt es auf beeindruckende und emotionale Weise, die trotz Schicksalsschlägen lebensbejahende Geschichte einer 80jährigen zu erzählen, von deren Lebenseinstellung sich viele Jüngere eine Scheibe abschneiden können.
Welch positive Auswirkungen ein derartiges „role model“ haben kann, zeigt auch die Entwicklung von Emilia und Lucy (und so manch anderem Familienmitglied …).
Fazit:
„Heute schon für morgen träumen“ ist ein Geschenk … und gleichzeitig ein Appell, angstfrei sein Leben in die Hand zu nehmen und das (Liebes-)Glück zu packen, wo immer es sich ergibt.
Also rein in die nächste Buchhandlung (oder in den Onlineshop), um sich dieses Geschenk auch zu gönnen oder andere damit zu beschenken!
PS: Bis zum hoffentlich nächsten Werk von Lori Nelson Spielman verkürze ich mir die Zeit mit ihren Vorgängerbüchern!
Rezensionen von heinoko:
Überbordende Bilderwelt
Heilige und andere Tote von Kidd Jess
Die Autorin war mir bislang unbekannt. Umso überraschter war ich bereits nach den ersten Seiten von der immensen Kraft ihres Schreibstils, ihrer Beschreibungen, von den eindringlichen Wortbildern, die sich im Kopf auftun wie eine Dia-Show: Klick, klick, klick – Bild für Bild entstand vor meinem inneren Auge.
Immer mehr Bilder. Immer mehr. Und noch mehr. Nach einer Weile musste ich aufpassen, die Aufmerksamkeit nicht zu verlieren. Schnell-Lesen wäre eine Beleidigung für dieses Buch!
Der Verlag beschreibt den Inhalt so perfekt, wie ich es gar nicht könnte: „Seit dem Tod seiner Frau und den ewigen Streitereien mit seinem Sohn vertreibt Cathal Flood jeden, der sich ihm nähern will. Einst Antiquitäten- und Kuriositätenhändler ist er längst zum Messie verkommen. Sein Sohn hofft, ihn auf Dauer in ein Altenheim verfrachten zu können. Die Neueste in der Riege erfolgloser und unterbezahlter Sozialbetreuer, die Cathal zur Räson bringen soll, ist Maud Drennan. Unter den wüsten Beschimpfungen des Alten zieht sie beherzt gegen Dreck und Müll zu Felde. Doch trotz aller Unerschrockenheit ist ihr Bridlemere unheimlich. Überall im Haus scheinen verschlüsselte Botschaften zu warten. Wie das Foto von zwei Kindern, auf dem das Gesicht des Mädchens ausgebrannt ist. Hat Flood eine Tochter? Wieso weiß niemand von ihr? Und warum hasst er seinen Sohn so sehr? Auch der Tod seiner Frau löst Fragen über Fragen aus. Maud würde am liebsten alle erdrückenden Hinweise ignorieren. Doch ihre leicht bizarre Vermieterin Renata, die für ihr Leben gern Detektiv spielt, und eine Horde marodierender Heiliger, die nur Maud sehen kann, wittern längst ein Verbrechen.“
In der schier grenzenlosen Fülle an Ideen und Bildern war mir die Sozialarbeiterin Maud Drennan in ihrer zupackenden Art eine gute Leitfigur. Immer wenn ich mich in den Skurrilitäten verlor, konnte ich mich neu an Maud orientieren, kehrte mit ihrer Hilfe zur Handlung zurück, bis ich mich wieder neu in den Rausch der Bilder verlor, verführt von einer grandiosen Autorin, die eine Horde seltsamer Heiliger in die Handlung einschleppt, die nur von Maud gesehen werden, oftmals arg schlecht gelaunt sind, aber letztlich doch hilfreich wirken. Aber ganz ehrlich: Die Handlung war mir nicht wichtig. Ich habe mich durcheinander wirbeln lassen von der grenzenlosen Fantasie der Autorin, die vor nichts halt macht, die mit Grausigem genauso spielt wie mit Mystischem, mit Kuriosem ebenso wie mit poetischen Momenten, mit Metaphern und feinsinnigem Humor. Während ich das Buch las, fühlte ich mich wie unter Wasser, von Satz zu Satz mich treiben lassend, schwerelos… Anrührend, komisch, wunderschön!
Rezensionen von begine:
Ein modernes Märchen
Elfenbeinsonne von Valentina May
Valentina Mays Roman „Elfenbeinsonne, Das Geheimnis der Güldensteins“ ist der Band 1 einer fantasievolle Familiensaga.
Die Güldensteins sind eine Schmuckdynastie.
In der Familie gab es schon einige mysteriöse Todesfälle, man spricht von einem Fluch. Der Vater hinterläßt seinen Söhnen und der Tochter eine insolvente Firma.
Mir gefällt die Tochter Mathilde oder Tilde, wie sie von Freunden genannt wird und ihre Freundin Amelie. In Amelies Kunstfertigkeit als Goldschmiedin kann ich mich hinein versetzen. Ihre Schmuckstücke sehe ich bildhaft vor mir. Sie ist natürlich, die Güldensteins sind mir etwas suspekt.
Die Autorin erzählt die Geschichte märchenhaft und spannend. Man kann träumen, eine leichte Unterhaltung, ein Roman zum Entspannen.
Rezensionen von csac:
Ein herrlich leichtes Jugendbuch zu einem gar nicht leichten Thema: Psychische Erkrankungen in der Familie
Der Goldfisch ist unschuldig von Tanja Fabsits
Zum Inhalt:
„Sofa mit Vater abzugeben. Sofa fast neu, Vater gebraucht“. Eine solche Anzeige überlegt Henri zu schalten, um seinen Vater zu verkaufen, der nur auf der Couch liegt und Löcher in die Decke und ins Goldfischglas starrt. Monatelang.
Manchmal denkt Henri, dass er etwas falsch gemacht hat, dass er Schuld ist und sein Papa deswegen nicht mehr redet.
Und er fragt sich, wie er seinem Vater dabei helfen könnte, damit es ihm wieder besser geht. Dabei kommt ihm eine wahnwitzige Idee, für die er nur ein Handy und alle Banknoten aus der Geldtasche der Eltern benötigt:
Tatkräftig unterstützt vom Hausmeister Montesantos Lebensweisheiten versucht Henri, Papa das allerbeste Weihnachtsfest aller Zeiten zu bescheren. Denn dann wird endlich alles wieder gut.
Doch Henri hat einen Gegenspieler, den gemeinen Maximilian aus seiner Klasse, der diese Weihnachtsüberraschung mit aller Gewalt zu verhindern sucht.
In Briefen an seinen Vater berichtet Henri dabei regelmäßig über die Fortschritte seiner Anstrengungen, erzählt aber auch über den Schulalltag und über seine Gefühle, die von Wut über den schweigenden Vater bis hin zu Traurigkeit, Verwirrtheit und Ohnmacht reichen: „Lieber Papa, ich habe nachgedacht. Du hast nur einen Sohn, aber wenn du willst, kannst du irgendwann noch mehr Kinder haben. Ich werde immer nur einen Papa haben. Und wenn du nichts mehr von mir wissen willst, dann ist das wie auf dem Fußballplatz bei Regen: Der Boden rutscht einem unter den Füßen weg und man muss trotzdem immer weiterlaufen“.
Insgesamt ist die Geschichte trotz ihrer Problematik zu keiner Zeit zu tief und zu schwer, sondern bietet auch viel Raum für Verrücktheiten, Leichtigkeit, Lachen und Lebensweisheiten, die dem Ich-Erzähler letztendlich auch helfen, einen kreativen Umgang mit der Erkrankung seines Vaters zu finden.
Fazit:
Ein Buch zum Schmunzeln und Lachen, das sich auf eher unaufgeregte Art und Weise mit der Problematik eines psychisch kranken Elternteils und dessen Auswirkungen auf die Kinder auseinandersetzt. Empfehlen kann ich es für Kinder ab neun Jahren, für ganze Klassen als Schullektüre und Einstieg in Diskussionen zum Thema „Psychische Erkrankungen in der Familie“, aber auch speziell für junge Leser, die selbst von einem ähnlichen Schicksal betroffen sind wie Henri und sich womöglich in einigen Passagen wiedererkennen. Hier könnte das Buch auch Trost spenden in der Gewissheit: Ich bin nicht alleine, anderen geht es ähnlich.
Rezensionen von csac:
Jugendbuch über das Erwachsenwerden und die manchmal schwere Suche nach der eigenen Identität
Nach vorn von Elisabeth Etz
Früher ging Helena zusammen mit ihren Freundinnen Ronja und Alina durchs Leben: Ronjalina-lena nannten sie sich da. Doch dann hatte Lena Blut im Harn, da waren´s nur noch zwei.
In solchen und ähnlichen Rückblenden erzählt die17-jährige Helena von ihrer Zeit zuvor, als sie an Nierentumor erkrankte.
Von damals, als die Chemotherapie zweimal fehl schlug. Von Wegbegleiterinnen und Menschen, die ihr während dieser Erkrankung abhanden kamen. Von der Furcht vor dem Sterben, von Wut und Traurigkeit, aber auch vom Wiederaufstehen und Weitermachen, ganz einfach deswegen, weil die Alternative den Tod bedeutet hätte.
Inzwischen gilt Helena als geheilt, der Port ist heraußen, der Krebs besiegt. Und Helene oder Lena gibt es nicht mehr. Stattdessen gibt es Hel. Hel wie Hölle.
In berührender, aber auch trotzig-direkter Sprache schildert die Ich-Erzählerin ihr Leben nach der Heilung. Alles ist nun neu: Schulklasse statt Krankenhaus, Bloody Mary anstelle von Medikamentencocktail, Freundinnen und ein funkelnagelneuer Freund anstatt Ärzten und Pflegern. In all diesem Neuen versucht Hel ihren Platz zu finden. Das ist nicht immer leicht. Denn der Krebs hat Spuren hinterlassen. Nicht nur äußerlich, auch innerlich hat er Hel verändert. Fremd fühlt sie sich nun an und anders. Und so macht sich Hel auf den Weg, auf der Suche nach ihrem neuen Ich, nach dem, was sie zufrieden macht und weich und rund. Sie macht sich Fremdes vertraut, entdeckt Altes neu, erkennt den Schein in so manch glitzernden Beziehung und die Stabilität im scheinbar Unattraktiven. Vieles bleibt am Ende offen, doch vielleicht ist auch das nur eine der vielen Botschaften des Buches: Das ist der Anfang, nicht das Ende.
Fazit: Ein tiefgründiges Buch, das mich sehr angesprochen hat in seiner ganzen Widersprüchlichkeit. Zartheit und doch auch wieder Grobheit, Sanftmut und Trotz, nachvollziehbare Schritte und impulsives Handeln wechseln sich darin ab und spiegeln damit auf recht eindrucksvolle Weise die Mühen des Erwachsenwerdens wider.
„Nach vorn“ ist für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen geeignet. Absolute Kaufempfehlung!
Rezensionen von simone.h1:
zerrissene Kindheit
Arminuta von Donatella Di Pietrantonio
Die namenlose Protagonistin, die von allen nur "Arminuta" genannt wird, wird mit 13 Jahren aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten entfernte Verwandte ihrer leiblichen Eltern für sie gesorgt und waren für sie Mama und Papa. Doch eines Tages beschließen diese ohne nähere Begründung die Jugendliche zu ihrer leiblichen Familie zurückzubringen.
Für das wohl behütete Mädchen aus der Stadt ist die Rückkehr in den ärmlichen, brutalen und einfachen Alltag im Dorf eine Katastrophe...
Die Geschichte wird rein aus der Sicht der Protagonistin erzählt und die Sprache ist gut zu lesen und eindringlich. Ich hatte zu den Ausführungen sofort konkrete Bilder im Kopf, was von Erzählkunst zeugt.
Das Erzählte selbst ist wirklich hart und kann man vieles einfach nicht nachvollziehen. Ich habe zwischen Wut und Unverständnis geschwankt, was die Entscheidungen der Erwachsenen betrifft und doch bewundert, wie Arminuta ihren Weg geht.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und vergebe ich daher 4 Sterne.
Rezensionen von yellowdog:
Der junge Bolitho
Bruderschaft der See von Alexander Kent
Jetzt ist doch noch das E-Book Bruderschaft der See erschienen (beim Refinery-Verlag), dass die frühe Zeit um Richard Bolitho gehört und seine Anfänge als Midshipman zeigen. Mit seinem guten Freund Martyn Dancer beginnt Richard auf einen neuen Schiff, wieder eine Chance, sich zu beweisen und die Karriere voranzutreiben.
Leider ist es der letzte Roman mit Martyn Dancer, den ich aufgrund seiner lockeren Art sehr mochte. Das Element fehlt in späteren Romanen der Reihe. Martyn scheidet relativ nebenläufig aus, Richard nimmt das fast fatalistisch auf.
Alexander Kents Stil ist in diesem Teil trocken und sachlich, der Plot ein wenig langweilig. es gibt zwar so einige Details rund um die Seefahrerschaft, aber das meiste bleibt unspektakulär.
Der Roman schließt die Nahtstellen zu den vorherigen und folgenden Teilen, deswegen bin ich froh ihn gelesen zu haben, aber Lesern, die die anderen frühen Teile um Richards Anfänge nicht kennen, kann ich dieses Buch nicht empfehlen. Es ist thematisch wie literarisch Durchschnittskost.
Rezensionen von blackdeathconny@gmx.de:
Abenteuer in und um einen Zug
Der Welten-Express von Sturm Anca
„Der Weltenexpress“ von Anca Sturm ist der Auftakt einer Reihe und erzählt den Lesern die Abenteuer in und um einen Zug.
Flinn Nachtigall wohnt in einem kleinen Ort in Deutschland und ist auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder Jonte. Wie fast jede Nacht landet sie auch an diesem schicksalhaften Tag an dem Bahnsteig, an dem Jonte vor zwei Jahren verschwunden ist.
Da sieht sie plötzlich eine weiße, geisterhafte Gestalt vor ihr und ein Zug fährt vor. Bevor Flinn zu lange überlegen kann, springt sie auf diesen Zug auf und ahnt noch nicht, welche Abenteuer sie hier im Weltenexpress erwarten.
Man könnte den Weltenexpress auch als fahrendes Internat bezeichnen. Dort werden die Schüler, die auch Pfauen genannt werden, unterrichtet. Nicht nur in Kommunikation, sondern auch in Magietechnologie, wie z. B. Universalübersetzer.
Schon bald findet Flinn heraus, dass Jonte tatsächlich in diesem Zug war, bevor er verschwunden ist. Wie kann das sein, dass ein Kind in einem Zug verschwindet und es keinem auffällt? Kann Flinn Hilfe von den Lehrern erwarten? Der Schulleiter Daniel scheint vertrauenswürdig zu sein, obwohl er Flinn um jeden Preis beschäftigen möchte. Will er ihre Suche vereiteln? Madame Florett ist definitiv nicht die richtige Person, der Flinn von Jonte erzählen möchte. Sie scheint Flinn zu hassen. Nur weil sie als blinder Passagier an Bord gekommen ist? Oder steckt noch mehr dahinter?
Flinn gefällt es sehr im Weltenexpress. Sie hat Freunde gefunden. Peg und Kasim gehören zu den Pfauen und unterstützen das Mädchen auf ihrer Suche. Fedor, der Kohlenjunge, versucht sie öfters davon abzuhalten, da er es für gefährlich hält.
Wird Flinn dem Verschwinden ihres Bruders auf die Spur kommen? Und hat sie eine Chance vom blinden Passagier zu einem Pfau zu werden?
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Sie ist abenteuerlich und schön geschildert. Die vorkommenden Charaktere werden gut beschrieben. Das Cover ist toll gestaltet. Das empfohlene Lesealter wird mit „ab 11 Jahren“ angegeben, was ich auch passend finde.
Rezensionen von Pink Anemone:
Hier erwarten einen nicht nur Rezepte, sondern allgm. interessante Einblicke in die traditionelle Highlander Küche.
Der Welten-Express von Sturm Anca
Das Highlander Kochbuch bietet einen faszinierenden Einblick in die traditionelle Küche der schottischen Highlander und ihrer gälischen Kultur.
Schottland, auf drei Seiten umgeben vom Atlantischen Ozean und der Nordsee, war und ist bis heute reich an hoch geschätzten Spezialitäten. In diesem Buch finden Sie sowohl eine Auswahl an ursprünglichen und rustikalen Rezepten von den Feuerstellen der Schäfer, Fischer und Kleinbauern als auch von den weltbürgerlichen Tafeln der Clanchefs.
Darüber hinaus bietet dieses Buch interessante Einblicke in die damaligen Tisch- und Tafelsitten und viele Informationen rund um die historischen Küchen und Utensilien....(Klappentext)
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"Das unwirtliche Land, die stürmischen Meere und das harte Klima bedeuteten,
dass die meisten Highlander ein unerbittliches Leben führten.
Dem zum Trotz hatten sie zu jeder Jahreszeit ein Essen, das nahrhaft war:
eine herzhafte Brühe, ohne die keine Highland-Küche vorstellbar wäre."
(S. 8)
Mit diesem Buch erhält man nicht nur traditionelle schottische Rezepte, sondern auch interessante Informationen über die Geschichte der Highlands - Infos über das tägliche Leben der Highlander, die Wohnstätte und somit auch über die Küche, vor allem welchen Stellenwert bestimmte Lebensmittel hatten und wie diese den Weg in die schottische Küche fanden. Angefangen von Fleisch und Geflügel, über Kräuter und Gewürze, bis hin zu Honig und Zucker.
Diesen Teil des Buches habe ich ebenso mit Genuß gelesen, wie auch die darauf folgenden Rezepte, da dies einen kleinen unverklärten Einblick in die Küchen-Geschichte Schottlands gewährt.
Die Rezepte sind zwar sehr fleisch- und fischhaltig und werden von Suppen und Eintöpfen dominiert, sind jedoch trotzdem äußerst vielfältig.
Zudem sind einige Rezepte zum Haltbarmachen von Fleisch und Fisch enthalten. Auch das traditionelle Haggis-Rezept ist vorhanden und ebenso ein Ersatzrezept, wofür man keine vorgekochten Innereien benötigt. Auch ein Rezept für Bere Bannocks (flaches Brot), welches zu fast jeder Suppe und jedem Eintopf gereicht wird, für schottisches Shortbread, Getränke und Saucen findet man hier.
"Die Highlander würzten ihre Gerichte nicht sehr stark, da der Gebrauch von Gewürzen ein Luxus war.
Die wenigen Gewürze, die sie hatten, lieferten deshalb eine feine Verbesserung der Gerichte
ohne den eigentlichen Geschmack zu verändern oder die Hauptzutaten zu überdecken."
(S. 26)
Dies ist der Grund (siehe obiges Zitat), weshalb die Gerichte für unseren verwöhnten Gaumen doch sehr fad schmecken. Ich habe bereits ein paar Gerichte nachgekocht und musste mit diversen Gewürzen ordentlich nachhelfen. Ansonsten sind die Gerichte einfach und traditionell. Manche Zutaten, vor allem was Fisch betrifft, jedoch nicht immer leicht aufzutreiben. Wenn man aber begeisterter Hobbykoch ist, weiß man diese gut zu ersetzen.
Aufgrund dieser beiden Gründe ist dieses Buch eher nicht für Kochanfänger geeignet.
Der Schreibstil ist einfach und flüssig und somit sind auch die Rezepte leicht verständlich und ebenso leicht nachzukochen. Die meisten Rezepte werden von Bildern begleitet, wobei diese doch etwas düster ausfallen und nicht immer meinen Geschmack treffen.
Fazit:
Wenn ich auch alle ausprobierten Gerichte kräftig nachwürzen musste und die Bilder nicht immer meinen Geschmack trafen, so bin ich doch von diesem Kochbuch begeistert. Die Rezepte sind wirklich traditionell und lassen den Leser dadurch nicht nur mittels interessanter Informationen in die Küchengeschichte der Highlander eintauchen.
© Pink Anemone (inkl. Bilder und 2 ausprobierten Rezepten)









