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Rezensionen von Furbaby_Mom:

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Unterhaltsamer Wohlfühlroman mit überraschend viel Tiefgang

Das kleine Theater am Meer von Rosanna Ley

Rosanna Leys Werk wartet mit vielen Überraschungen auf! Wer sich aufgrund des Titels einen seichten Roman, eine vorhersehbare Liebelei unter mediterraner Sonne erwartet, hat sich geirrt, denn diese vielseitige Geschichte bezaubert mit so viel mehr als "nur" einer Sommerromanze.

Nach abgeschlossenem Studium steht Faye vor der großen Frage: Was nun? Jahrelang hatte sie – entgegen aller Widrigkeiten – auf dieses Ziel hingearbeitet; es war schon immer ihr Traum gewesen, einen anerkannten Abschluss in der Designbranche zu erlangen.

Ihr Umfeld hatte damals eher verhalten reagiert, als sie ihren sicheren und gut bezahlten Job an den Nagel gehängt und sich im Alter von Anfang 30 für einen beruflichen Neubeginn entschieden hatte; auch die Beziehung zu ihrem Freund ist darüber in die Brüche gegangen. Ehe Faye jedoch in Selbstmitleid versinken kann, nimmt sie dankbar die Einladung ihrer besten Freundin Charlotte an, diese ein paar Wochen auf Sardinien besuchen zu kommen; nach all dem Prüfungsstress kommt ihr ein Urlaub schließlich gerade recht. Zudem planen Freunde von Charlotte, das alte Theater im idyllischen Inselörtchen Deriu zu renovieren und würden sich sehr über Fayes professionelle Meinung als frischgebackene diplomierte Innenarchitektin freuen. Freudig sagt Faye ihre Unterstützung zu – ohne zu ahnen, dass sie sich bald zwischen den Fronten eines jahrelang schwelenden Konflikts, der die Bewohner Derius in zwei feindliche Lager gespalten hat, wiederfinden wird. Und dann ist da auch noch der unverschämt gutaussehende Alessandro, der Faye mit seiner unnahbaren, mysteriösen Art zwar fasziniert, sich jedoch höchst widersprüchlich verhält und voller Geheimnisse zu stecken scheint. Kann sie ihm trauen? Fest steht: nichts in diesem malerischen Inselstädtchen ist so, wie es scheint…

Neben der Story um die weibliche Hauptfigur Faye, die sehr realistisch dargestellt und in ihren Handlungen und Überlegungen durchaus nachvollziehbar gezeichnet worden ist, zieht vor allem die Nebenhandlung um Fayes Eltern (Molly und Ade) den Leser in den Bann. Man könnte sogar meinen, sie läuft der Hauptstory den Rang ab, weil beide Nebencharaktere so liebevoll und authentisch ausgearbeitet worden sind, dass sie für mich die stillen Helden dieses Werkes sind. Es werden ernste Themen angesprochen, allerdings überwiegen immer ein Gefühl der Leichtigkeit und die Hoffnung darauf, dass sich letztendlich - vielleicht, mit etwas Glück - doch noch alles zum Guten fügen wird. Manchmal ist ein Gewitter nötig, in dem es ordentlich blitzt und donnert, damit man danach den Sonnenschein umso mehr genießen kann. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, somit lernt man als Leser nicht nur Faye, sondern eine Vielzahl von Personen besser kennen, was der Geschichte eine interessante Dynamik verleiht. Es wird nie langweilig, im Gegenteil! Die Spannung wird kontinuierlich gesteigert und man kann nicht umhin, der Auflösung der Ereignisse entgegenzufiebern.

Nicht nur die Figuren sind voller Tiefgang, auch die bildhaften, detaillierten (Landschafts-)Beschreibungen von Fayes Heimat sowie von Sardinien haben mich restlos begeistert. Leuchtende Farben der Natur, betörende Gerüche, kulinarische Köstlichkeiten, das glitzernde Meer…all das wird so mühelos in die Handlung miteingebunden, dass man meint, den Wind auf der Haut spüren zu können, während man mit Faye die Altstadt des verträumten sardischen Ortes erkundet. Gleich im Anschluss an das Werk hat es mich in den Fingern gejuckt, eine Dokumentation über Sardinien anzuschauen, so reizvoll hat die Autorin die Schönheit der Insel beschrieben. Überhaupt ist der flüssige Erzählstil wohl am besten mit dem Wort "einladend" zu charakterisieren.

Das traumhaft anmutende Cover, das mit seinen Pastellfarben und hübschen Ornament-Verzierungen bereits vor dem Lesen zum Träumen einlädt, ist sehr treffend gewählt worden, da die pittoreske Kulisse des kleinen Hafenstädtchens den Zauber des Urlaubsortes perfekt einzufangen weiß. Auch der Buchtitel ist sehr gut durchdacht, da "das kleine Theater am Meer" nicht nur auf das tatsächliche Gebäude in Deriu, sondern auch auf ('renovierungsbedürftige') Beziehungen anspielt.

Fazit: Ein sehr angenehmes Leseerlebnis – inklusive einem Hauch Romantik und jede Menge Urlaubsfeeling! Unbedingte Leseempfehlung für alle Fans von spannenden (Frauen-)Romanen mit Tiefgang.

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Unterhaltsamer Wohlfühlroman mit überraschend viel Tiefgang

Rezensionen von heinoko:

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Keine Ahnung, wozu dieses Buch gut sein soll

Ein wirklich erstaunliches Ding von Hank Green


Tja, was soll ich zu diesem Buch sagen? Dass ich nicht weiß, wozu man es lesen sollte? Dass ich es nach anfänglichen ernsthaften Versuchen des Lesens nur mehr quergelesen habe? Dass ich es schließlich ratlos weggelegt habe?
Der Einfachheit nutze ich als Einführung den Klappentext: „Ein paar Klicks, ein kurzer Film, eine spontane nächtliche Aktion – und Aprils Leben steht auf dem Kopf.

Eigentlich hatte sie nur eine mysteriöse, aber beeindruckende Roboter-Skulptur gefilmt und ins Netz gestellt und ihr aus Spaß den Namen CARL gegeben – nichts Besonderes eigentlich, doch als sie am nächsten Morgen aufwacht, ist sie berühmt. Überall auf der Welt sind Carls aufgetaucht, niemand weiß, woher sie kommen, niemand weiß, wofür sie gut sind. April wird zur Carl-Expertin, die Medien stürzen sich auf sie, ihre Videos verbreiten sich millionenfach. Doch im Zentrum der weltweiten Hysterie erntet sie nicht nur Likes...“
Kurzweilig ist es geschrieben, das muss man sagen. Leicht lesbar ist es auch. Nicht schön ist die Sprache, oftmals eher ordinär oder primitiv, immer eher Umgangssprache. Das mag ich nicht. Und unverständliche Wörter, die vielleicht manche Jugendliche kennen oder Nerds, mag ich auch nicht. Vielleicht könnte man das Buch auch streckenweise als witzig und schräg bezeichnen, mag sein. Aber letztlich bleibt die ratlose Frage übrig: Wozu soll man es lesen? Dass es möglich ist, das fiktive Leben in der Social-Media-Welt als (Pseudo-)Realität zu erleben? Dass es möglich ist, finanziellen und persönlichen Wert aus der Zahl der Likes und Followers zu ziehen. Wissen wir. Ja, und? Also: Warum überhaupt dieses Buch? Ich habe absolut keine Ahnung.

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Keine Ahnung, wozu dieses Buch gut sein soll

Rezensionen von nil_liest:

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Der menschliche Abgrund – eine moralische Zerreißprobe

Stella von Würger Takis

Die Fakten über den Holocaust und den zweiten Weltkrieg sind schnell erzählt und aufgezählt. Aber die Bedeutung, das Ausmaß an Leid und die gesellschaftliche Tragödie die sich abspielte, ist ohne eine Auseinandersetzung mit Einzelschicksalen kaum greifbar.
Erst beim Lesen von Zeugenberichten, von historischen Aufarbeitungen und eben von Romanen, die teils fiktiv und auch Lebensschicksale erzählen, kann man das grausamste Stück Geschichte überhaupt ansatzweise begreifen.

Takis Würger greift mit seinem Roman ‚Stella‘ die Geschichte einer Berliner Jüdin auf, die es wirklich gab, natürlich fiktiv verarbeitet. Es ist eine polarisierende Geschichte. Unfassbar, aus meiner Sicht erzählenswert, auch wenn es abstoßend ist. Eine moralische Zerreißprobe.
Interessant an diesem Roman ist, dass es die Hauptperson, Stella, so wenig greifbar ist. Einiges bleibt wage und nur manches löst sich zum Schluss auf.
Den Roman habe ich in kürzester Zeit verschlungen. Das lag sicherlich an dem unfassbaren Inhalt, aber auch am Schreibstil, den ich persönlich sehr mag. Takis Würger schafft es distanziert, fast emotionslos, unglaubliche Szenen zu Papier zu bringen, die der Wahrheit sicherlich recht nahe kommen.
Zum Beginn eines jeden Kapitels erfahren wir Fakten des jeweiligen Monats und tauchen dann wieder in die eigentliche Geschichte ein. Somit entsteht ein historisches Setting.
Mich hat ‚Stella‘ überzeugt, auch wenn sehr viele Personen die hier beschrieben werden abgrundtief unsympathisch sind.

Fazit: Interessant, schockierend, wichtig! Man kann gar nicht oft genug das historische Rad drehen und aufzeigen was passiert, wenn die falschen Kräfte im Land wirken und hier besonders die moralische Zerreißprobe!

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Der menschliche Abgrund – eine moralische Zerreißprobe

Rezensionen von hamue:

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Der kleine Einheimische für Innsbruck

Der kleine Einheimische für Innsbruck von Nadine Schaber

Sehr nett gestaltet - jedoch nach 2 Seiten = 5 durchschnittliche Buchzeilen, schmerzen die Augen. Ist die Druckerschwärze ausgegangen?

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Der kleine Einheimische für Innsbruck

Rezensionen von Sikal:

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Spannendes Szenario

Bluthaus von Fölck Romy



Frida Paulsen hat ihren letzten Fall psychisch noch immer nicht verarbeitet und hofft auf dem Obsthof ihrer Eltern den nötigen Abstand gewinnen zu können. Oder sollte sie doch wieder zurück zur Polizei?

Es gibt aber Dinge im Leben, über die kann man nicht selbst entscheiden und somit sind ohne Fridas Wissen die Weichen in ihre Zukunft bereits gestellt, als ihre Freundin und ehemalige Zimmerkollegin plötzlich auftaucht.

Die seltsamen Fragen und das darauffolgende Verschwinden der Freundin lassen der jungen Polizistin keine Wahl. Als dann noch ihr ehemaliger Kollege Bjarne Haverkorn in der Nähe ihres Obsthofes zu einem Mord ermittelt, kommt sie nicht umhin ihm beizustehen.

Romy Fölck gelingt es – wie bereits in ihrem ersten Roman – ihre Leserschaft bereits auf den ersten Seiten in ihren Bann zu ziehen. Fridas Ängste und Sorgen sind leicht nachzuvollziehen und die Furcht um ihre Freundin überträgt sich leicht auf den Leser.

Dass der Hergang der Tat und die laufenden Ermittlungen für den Leser relativ schnell einen Tatverdächtigen bieten, tut der Spannung allerdings keinen Abbruch. Der Weg, diesen zu überführen, ist ein langer und die eine oder andere Wendung lassen dann doch wieder Zweifel aufkommen, ob man jetzt wirklich richtig liegt mit seinem Verdacht.

Zwei scheinbar unabhängige Taten laufen unaufhaltsam auf eine Geschichte zusammen und steuern auf ihr Finale in einem Haus zu, das unter den Bewohnern nur als das Bluthaus bekannt ist. Keiner der Anrainer spricht darüber und nur der anfangs nicht wirklich vertrauenserweckende Campingplatzbesitzer spricht offen über die alte Geschichte. Ob er Frida und Bjarne allerdings die richtigen Hinweise liefern kann?

Die Erzählstränge der Autorin sind für den Leser sehr leicht nachzuvollziehen und die Orte der Handlung werden so gut beschrieben, dass man sich teilweise sogar ans Meer versetzt fühlt. Leider ist das Verschwinden der Freundin zwar nachvollziehbar aber bis zum Schluss nicht ganz logisch. Auch am Ende bleibt für den Leser durch die Handlungen der Freundin ein etwas lauer Geschmack.

Der Täter jedoch ist dann doch noch eine Überraschung und dass Frida sich bei ihrem Kollegen für ihre Lebensrettung der letzten Geschichte revanchieren kann, ist bei Romy Fölck selbstverständlich.

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Spannendes Szenario

Rezensionen von Sikal:

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21 Lektionen für das 21. Jahrhundert von Yuval Noah Harari

Man darf hinterfragen und nachdenken …

„In einer Welt, die überflutet wird von bedeutungslosen Informationen ist Klarheit Macht“ [Seite 11]

Mit diesen Worten beginnt Harari seine Lektionen für das 21. Jahrhundert. Der Autor, bereits bekannt durch die beiden Vorgängerbücher „Homo Deus“ und „Eine kurze Geschichte der Menschheit“, entführt in diesem Buch seine Leser in eine nicht allzu weit entfernte Zukunft.

Das Buch gliedert sich in fünf Teile und beschäftigt sich darin mit den Herausforderungen auf technischem und politischem Gebiet sowie der Hoffnung, der Wahrheit und nicht zuletzt der Resilienz.

Die Themengebiete sind breit gestreut und widersprechen scheinbar dem oben angeführten Einleitungssatz des Autors – scheinbar, denn wer über die Informationskultur berichtet, kommt nicht darüber hinweg, auch die Auswirkungen auf den Menschen zu erläutern. Und diese Auswirkungen sind unbestritten vielfältig.

„Wenn du dich durch die Weltlage […] irritiert fühlst, dann liegst du damit ganz richtig. Globale Prozesse sind so kompliziert geworden, dass ein Einzelner sie nicht mehr versteht.“ Schreibt der Autor in der Überschrift zum Thema Wahrheit. Wie aber kann der Einzelne seine Wahrheit finden? Bestimmt nicht, indem er die Topresultate auf Google als diese ansieht.

Der Autor regt in seinem Buch vielmehr dazu an, seinem eigenen Denken zu vertrauen, sich auf ein Thema einzulassen, zu hinterfragen und sich so seine Meinung zu bilden. Klingt so geschrieben ganz einfach, geht es aber nach dem Autor, ist das Anstrengung und diese gilt es auf sich zu nehmen, um nicht von einem System überrannt zu werden, welches nicht dem eigenen Denken entspricht.

Als für jede und jeden gültiges Nachschlagewerk darf das Buch jedoch nicht gesehen werden. Der Autor selbst gesteht ja bereits auf den ersten Seiten, ebenso in diesem System mit zu schwimmen und somit ebenfalls gewissen Mechanismen der Steuerung ausgesetzt zu sein. Beim Lesen selbst hat man allerdings nicht den Eindruck, dass der Autor manipulativ auf den Leser einwirkt. Eher will er provozieren und genau dadurch den „Nachdenkprozess“ in Gang setzen.

In allen Kapiteln finden sich somit immer wieder die Hinweise auf die Selbstbestimmung des Einzelnen und dessen Fähigkeit, sich selbst seine Meinung zu bilden. Was aber ein wenig untergeht, ist wie ich mich dem Rad der Manipulation entziehen kann während ich versuche mir eine eigene Meinung zu bilden.
Wohl findet sich im letzten Kapitel die Art und Weise wie es der Autor selbst immer wieder schafft vorgefertigten Meinungen zu entgehen (mittels Meditation), es stellt sich jedoch schlussendlich die Frage, ob diese Methode für die Allgemeinheit Gültigkeit hat oder jeder für sich einen Weg finden kann bzw. muss.

Die Zeilen machen aber nichtsdestotrotz Mut, positiv in die Zukunft der Menschheit zu blicken und aktiv mitzuwirken eine lebenswerte Welt zu erhalten.

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Rezensionen von Sikal:

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Kurze Antworten auf große Fragen von Stephen Hawking

„Denkt also daran, zu den Sternen zu schauen und nicht auf eure Füße. Versucht zu verstehen was ihr seht, …“ [Seite 235]

Wer sich mit Stephen Hawking beschäftigt hat, kennt diese Worte – gleich nach seinem Tod im Internet verbreitet, wurden sie bekannt als seine letzte Botschaft an die Menschheit.

Diese letzte Botschaft hat er auch in seinem letzten Buch an seine Anhänger gerichtet. Aber dieses Buch ist mehr als nur eine Botschaft an seine Fans oder eine wissenschaftliche Abhandlung – das letzte Werk Stephen Hawkins ist eine Hommage an die Naturwissenschaften.

Jeder Mensch, der sich für Naturwissenschaften interessiert hat dieses Interesse von einem Lehrer mitgegeben bekommen aber in einer Zeit überspannter Budgets und Staatskrisen ist eine gute (Grund)Bildung eher eine aussterbende Spezies – wie die Dinosaurier vor Jahrmillionen.

Wenn aber das Interesse an den Naturwissenschaften mit den letzten Lehrern die es verstehen hierfür eine Begeisterung zu wecken ausstirbt, so ist der Mensch auf der Erde ein Gefangener seiner selbst und seiner Spezies. Über kurz oder lang wird die Erde nicht mehr bewohnbar sein – ökonomische und ökologische Katastrophen werden den Menschen kein weiteres Überleben auf der Erde ermöglichen. Hier setzt Stephen Hawking fast alle seiner Antworten auf die Großen Fragen an.

Der Mensch muss sich der Naturwissenschaft stellen um zu überleben, sei es auf unserem Heimatplaneten, auf dessen Trabanten dem Mond oder auch einem – vielleicht bis dato noch unbekannten – Exoplaneten.

Wie bereits in seinen anderen Büchern, gelingt es Stephen Hawking auch hier, dem Leser eine Grundidee über die großen Geheimnisse der Naturwissenschaft zu vermitteln. Spricht er in einer der Antworten davon, dass es selbst für (ihn als) Wissenschaftler nicht leicht ist die Ideen einer Raumzeit, oder das Nichts vor dem Urknall zu verstehen, stellt er sich dabei auf eine Stufe mit seinen Lesern.

Vielleicht gelingt es dem Autor gerade durch diesen Kunstgriff, seine Arbeit auch für Laien ansatzweise verständlich zu umschreiben und dem Leser einen Einblick in die Welt der Astronomie oder der auch der Teilchenphysik zu gewähren.

Mit den gestellten zehn Fragen sind sicherlich nicht die wichtigsten Fragen der menschlichen Spezies gestellt, wohl aber die wichtigsten der Naturwissenschaften. So etwa werden sowohl Gott als auch intelligentes außerirdisches Leben hinterfragt, wie sieht es in einem schwarzen Loch aus oder sind Zeitreisen möglich.

Zu jeder Frage finden sich im Buch Erklärungsansätze und bisher gewonnene Erkenntnisse. Nach diesen Seiten dann die Frage - kurz und prägnant beantwortet.

Wenngleich dieses Buch sich mit den großen Fragen der Naturwissenschaft auseinandersetzt, ist es aber in erster Linie eines – ein Buch, das die Frage des Überlebens der Menschheit und deren Zukunft aufwirft. Die Zukunft, so der Autor, lässt sich aber nicht nur durch eine Flut an Information und Wissen gestalten, sondern nur durch intelligenten und kreativen Umgang mit diesen neuen Bodenschätzen.

„Nachdem wir das Feuer erfunden hatten, haben wir uns ein paarmal dumm angestellt. Und dann den Feuerlöscher erfunden. Bei mächtigeren Technologien wie Nuklearwaffen, […] hoch entwickelter Künstlichen Intelligenz […] sollten wir uns große Mühe geben alles beim ersten Mal richtig zu machen.“ [Seite 221].

Ein Buch, nicht für Wissenschaftler geschrieben – ein Buch, für Menschen geschrieben, denen die Zukunft der eigenen Spezies und aller Lebewesen der Erde am Herzen liegt.

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Rezensionen von dorli:

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Ich gab ihm mein Wort

Ich gab ihm mein Wort von Tamera Alexander

Franklin, Tennessee. Die 28-jährige Elizabeth „Lizzie“ Clouston ist Hauslehrerin bei der Familie McGavock auf der Carnton Plantage.

Am 30. November 1864 steht der seit mehreren Jahren tobende Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten vor den Toren Carntons und lässt den Alltag der Bewohner aus den Fugen geraten - eine verheerende Schlacht unweit der Plantage fordert tausende Opfer.

Das Haus der McGavocks wird als provisorisches Feldkrankenhaus vereinnahmt. Lizzie unterstützt Ärzte und Sanitäter bei der Versorgung der Verwundeten und assistiert sogar bei den Operationen und Amputationen.

Nicht nur die dramatischen Ereignisse erschüttern Lizzie, auch die Begegnung mit dem schwer verletzten Hauptmann Roland Jones stürzt die junge Frau in ein Gefühlschaos. Sie fühlt sich zu Roland hingezogen und ist sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie ihren Jugendfreund und Verlobten Towny noch heiraten möchte.

Neben Lizzies Bindung an Towny macht auch ihre unterschiedliche Einstellung zur Sklavenfrage eine Beziehung zwischen Lizzies und Roland unwahrscheinlich. Während Lizzie die Sklaverei ablehnt und ihre Überzeugung gegenüber Roland auch deutlich macht, hält Roland an seinen Ansichten über die Sklavenhaltung fest, da er sich als Plantagenbesitzer aus wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage sieht, auf den Einsatz von Sklaven zu verzichten. Rolands schwere Verwundung und die damit einhergehende Bettlägerigkeit lassen ihn erkennen, was es heißt, in seiner Freiheit eingeschränkt zu sein. Er wird zugänglicher für Lizzies Argumente und beginnt, über das Gesellschaftssystem der Südstaaten nachzudenken…

Tamera Alexander nimmt den Leser in diesem auf wahren Begebenheiten beruhenden Roman mit auf eine fesselnde Zeitreise. Die Autorin schildert die Schlacht von Franklin und die darauf folgenden Ereignisse sehr intensiv. Sowohl das Grauen auf dem Schlachtfeld wie auch die aus heutiger Sicht absolut haarsträubende medizinische Versorgung der Verwundeten werden anschaulich beschrieben, so dass man eine recht genaue Vorstellung davon bekommt, was die Menschen damals alles durchgemacht haben.

Die beeindruckende Fähigkeit der Autorin, Situationen und Emotionen zu beschreiben, erlebt man auch im weiteren Verlauf der Handlung. Besonders Lizzies und Rolands Diskussionen über die Sklavenhaltung sowie Rolands ausgiebiges Ringen mit dem Thema werden von Tamera Alexander sehr eindringlich geschildert.

Die Akteure, die bis auf wenige Ausnahmen alle wirklich gelebt haben, werden von der Autorin ausdrucksstark dargestellt. Ich habe mit den Menschen auf der Carnton Plantage gelebt und gelitten, habe mit ihnen gebangt und gehofft und habe Kummer und Furcht genauso mit ihnen geteilt, wie die kleinen Glücksmomente.

„Ich gab ihm mein Wort“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite fest im Griff gehabt. Die mitreißend erzählte Geschichte hat mir nicht nur spannende Lesestunden beschert, sondern mich auch realitätsnah an einem Stückchen amerikanischer Geschichte teilhaben lassen. Absolute Leseempfehlung!

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Ich gab ihm mein Wort

Rezensionen von liesmal:

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Ehre, wem Ehre gebührt!

Wallace von Anselm Oelze

„Wallace“ ist der Debütroman von Anselm Oelze. Er hat sich mit dem Leben und Wirken des Naturforschers Wallace beschäftigt, der vor mehr als 150 Jahren herausgefunden hat, weshalb die Dinge so sind, wie sie sind; Wallace hat beobachtet, wie Arten sich entwickeln und er war maßgeblich an der Evolutionstheorie beteiligt, ohne dass er mit seinem Wissen die Berühmtheit Darwins erlangt hätte, der zu gleicher Zeit wie Wallace mit denselben Forschungen beschäftigt war und sich den Ruhm dafür gesichert hat.

Der Autor ist der Frage nachgegangen, ob die Dinge – auch wenn sie so sind, wie sie sind – nicht auch ganz anders hätten sein können. Daraus ist dieser Roman entstanden.

Auf der einen Seite entführt Oelze den Leser in die Welt und in das Leben Wallace‘, zunächst in den Regenwald Brasiliens. Der Schreibstil ist der damaligen Zeit angepasst. Oft sind es lange Schachtelsätze, die erst gewöhnungsbedürftig, dann allerdings flüssig zu lesen sind. Durch blumig ausgeschmückte Sätze mit wunderbaren Worten, die es „in der richtigen Welt“ vielleicht gar nicht gibt, werden Komik und Tragik seiner Unternehmungen durchaus spürbar übermittelt und lassen mich gleichermaßen mitlachen, aber auch mitleiden. Ungewöhnlich ist, dass Wallace nicht mit seinem Namen genannt wird, sondern dass nur von „dem jungen Bärtigen“ und später von „dem Bärtigen“ die Rede ist. Das kam mir zu Beginn etwas merkwürdig vor, doch bald hatte ich mich nicht nur daran gewöhnt, sondern auch Gefallen daran gefunden, weil seine Besonderheit dadurch gut zum Ausdruck kam.

Die andere Seite führt in die Gegenwart. Hier ist es der Eigenbrödler Alfred Bromberg, ein sehr gewissenhafter, pünktlicher und ordnungsliebender Nachtwächter des Museums für Natur- und Menschheitsgeschichte. Es ist nur ein „Stolperer“ Brombergs, der ihn zufällig auf ein Foto blicken lässt, das ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Dieses Foto entdeckt er im Schaufenster des Antiquariats seines Freundes Schulzen. Schulzen hat so manche Eigenarten, ist aber durch seine eigene Art sehr liebenswert. Er weiß, dass das Foto Wallace zeigt, und versorgt Bromberg sogleich mit passenden Informationen und einem Buch. Nun ist es nur noch ein Katzensprung dahin, dass Bromberg für sich erkennt, dass es eine große Ungerechtigkeit ist, dass Wallace so gar nichts vom Ruhm seiner Forschungen abbekommen hat, und dass er, Bromberg, etwas unternehmen muss, um das richtigzustellen. Eine Idee, wie das funktionieren könnte, ist bald gefunden. Ehre, wem Ehre gebührt!

Gern empfehle ich dieses Buch. Es enthält eine wunderbare Geschichte, die für mich Realität und Fiktion – unterhaltsam und mit Wissenswertem gespickt – miteinander verbindet. Oelze selbst sagt: „Selbstverständlich ist dies eine wahre Geschichte“.

Das Buch, veröffentlicht von Schöffling & Co., ist auf edlem Papier gedruckt. Das Cover zeigt einen stark vergrößerten Käfer in schillernden Farben, der das Thema der Geschichte gut vertritt. Der Einband in der blauen Farbe, die sich auch in den Farben des Käfers wiederfindet, und ein Lesebändchen machen das edle Buch komplett.

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Ehre, wem Ehre gebührt!

Rezensionen von Laszlo Zoltan:

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Zu viel von allem

Am Beispiel des Affen von Kumar Amitava

Von allem ein wenig ergibt nicht zwingend ein geglücktes Ganzes. Dieses Konglomerat aus Tagebucheintragungen, Arbeitsheftnotizen, Erinnerungen an Sex und der unbefriedigten Sehnsucht nach Liebe, sowie das für Kenner interessante, historische Ambiente des 20. Jahrhunderts von Indien und Amerika, lässt eines vermissen: einen zielführenden Inhalt.

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Zu viel von allem