Kunden em pfehlungen
Rezensionen von LEXI:
Ein Vorgeschmack auf den Himmel
Savannah - Kleine Auszeit von Tamera Alexander
„Wenn du noch nie gesehen hast, wie die Sonne über den Hügeln von Tennessee aufgeht, mit der Stadt im Osten, während der Nebel noch in den Bäumen hängt und die Luft so rein ist, als käme sie direkt aus dem Himmel, dann hast du noch nie einen richtigen Sonnenaufgang erlebt. Ein Stück vom Haus entfernt liegt eine Wiese.
Dort sieht man, wie schön die Welt ist. Die Bäume, der Bach, das Sonnenlicht, das auf das Land fällt. Alles ist so friedlich. Manchmal kehre ich in Gedanken dorthin zurück."
Als Aidan Gunning Bedford in einer Kampfpause auf dem Schlachtfeld einen jungen Mann aus Nashville kennenlernt, entsteht innerhalb weniger Stunden eine tiefe Verbindung zwischen den beiden. Die Schilderungen dieses Mannes, der im Grunde sein Feind war, wecken in Aidan eine Sehnsucht nach alledem, wovon „Nashville“ ihm erzählt. Als er Jahre später bei einer Versteigerung auf ein Grundstück trifft, meint er, jenes Stück Himmel darin wiederzuerkennen, welches der Soldat ihm in seinen Schilderungen bildhaft vor Augen führte. Aidan kauft das Grundstück und seiner Verlobten Priscilla Sinclair zuliebe wird eine Näherin aus Miss Hatties Bekleidungs- und Vorhanggeschäft mit den geplanten Veränderungen beauftragt. Dass es sich bei diesem Anwesen jedoch um das Elternhaus besagter Näherin namens Savannah Darby handelt, verschweigt die junge Frau aus ganz bestimmten Gründen. Sie möchte ungehindert nach einer im Haus versteckten Schatulle suchen, von der in alten Briefen ihrer Familie die Rede ist. Savannah ist hin- und hergerissen zwischen wehmütigen Erinnerungen, nostalgischen Gefühlen und die Stimme der Vernunft, die ihr dazu rät, mit ihrem alten Zuhause abzuschließen und in die Zukunft zu blicken.
Diese Neuerscheinung aus der Feder Tamera Alexanders versetzt den Leser ins Nashville des Jahres 1870. In gewohnt einnehmendem Schreibstil und mit hervorragend charakterisierten Figuren zog die bekannte Autorin historischer Romane und Trägerin des Christy Awards mich bereits von der ersten Seite an in ihren Bann. Sowohl Handlung, als auch die Interaktionen zwischen den Figuren dieses Buches besitzen große Überzeugungskraft, die beinahe märchenhaft anmutenden Beschreibungen des ehemaligen Anwesens der Familie Darby erzeugten prachtvolle Bilder in meinem Kopf.
Tamera Alexanders romantische Liebesgeschichte zwischen einem klugen und aufmerksamen Anwalt aus Boston und einer jungen Frau, die nach dem tragischen Tod ihrer Familie bereits sehr früh die Mutterrolle für ihre beiden kleinen Geschwister übernehmen muss, wird durch die Einbindung des christlichen Glaubens zusätzlich aufgewertet.
Fazit: Das Buch „Savannah“, das als „Kleine-Auszeit-Roman“ erschienen ist, hat mir ein wunderschönes Leseerlebnis beschert und mir ausgezeichnet gefallen. Ich möchte es jedem Fan historischer Romane mit christlichem Bezug ans Herz legen und empfehle es uneingeschränkt weiter!
Rezensionen von LEXI:
Die 100-Geschichten-Kinderbibel
Die 100-Geschichten-Kinderbibel von B. A. Jones
Dieses wunderschöne und großformatige Buch in hochwertiger Ausführung ist ein beeindruckender Einstieg für Kinder ab dem Alter von sechs Jahren in biblische Geschichten. Ausgewählte Geschichten aus dem Alten und auch aus dem Neuen Testament werden in großer, lesefreundlicher Schrift und kindgerechter Sprache dargebracht.
Die zahlreichen farbenfrohen Illustrationen von Gill Guile stellen darüber hinaus einen richtigen Blickfang dar, sie haben mir sehr gut gefallen.
Auf den ersten Buchseiten werden die entsprechenden Überschriften inklusive der exakten Bibelstellen angeführt. Die einzelnen Geschichten sind nicht allzu lang, und durch die vielen farbenfrohen Abbildungen auch sehr abwechslungsreich gestaltet. Jedes Kapitel beginnt mit einer großen Überschrift, darunter wird die entsprechende Bibelstelle angeführt. Die Buchseiten sind durch ihre robuste Ausführung sehr gut für Kinderhände geeignet, das starke Lesebändchen stellt ein zusätzliches Highlight dar.
Auch die optische Gestaltung des Buchumschlags empfand ich als gelungen. Eine Abbildung von Jesu Einzug in Jerusalem, reitend auf einem Esel, wurde als Coverfoto gewählt. Die Rückseite ziert ein Thema aus dem Buch der Könige, und darunter ein Bild von Jona, der sich dem Auftrag Gottes verweigert hatte und nun vom großen Wal verschlungen wird.
Es ist eine richtige Freude, sich mit diesen auf beeindruckende Art und Weise dargebrachten Inhalten zu beschäftigen, die aus meiner Sicht einen perfekten Einstieg für die Lektüre der Heiligen Schrift darstellen. Durch die stete Angabe der entsprechenden Bibelstellen werden etwas ältere Kinder dazu animiert, diese auch in der „echten Bibel“ nachzuschlagen und sich in den Originaltext zu vertiefen.
Fazit: „Die 100-Geschichten-Kinderbibel“ ist ein aus meiner Sicht sehr kindgerechter und hochwertig gestalteter Einstieg in die Welt der Bibel. Sie hat mir ausgezeichnet gefallen und ich empfehle sie uneingeschränkt weiter.
Rezensionen von LEXI:
Gott ist immer für mich da
Du, wo wohnt eigentlich Gott? von Bärbel Löffel-Schröder
„Gott hat dich schon gesehen, bevor du noch geboren wurdest. Er hat dich gemacht. Dich und alle Menschen. Er hat die Menschen geschaffen, weil er sie lieb hat.“
In diesem kleinen gebundenen Büchlein in quadratischem Format erzählt die Pädagogin und Kinderbuchautorin Bärbel Löffel-Schröder neun Geschichten über Enttäuschung, Traurigkeit, Gottes unsichtbare Anwesenheit in unserem Leben, über das Beten als Zwiesprache mit Gott, die Ausgrenzung anderer, Schuld und Vergebung, Versöhnung und Nächstenliebe, die Güte Gottes und das Angenommensein als sein geliebtes Kind.
Diese Geschichten sind zum Vorlesen gedacht und vermitteln der jungen Zielgruppe ab dem Alter von vier Jahren in prägnanten und klaren Worten und in kindgerechter Sprache Glaubensinhalte. Bärbel Löffel-Schröder bringt darin wunderschön zum Ausdruck, dass jeder Mensch auf dieser Welt wertvoll und von Gott geliebt ist. Viele gefällige und farbenfrohe Illustrationen von Sven Gerhardt lockern die einzelnen Textpassagen auf.
Fazit: „Du, wo wohnt eigentlich Gott?“ ist ein Buch, das Kindern durch Geschichten, die direkt aus dem Leben gegriffen sind, christliche Werte nahebringt. Sehr empfehlenswert und bestens zum Vorlesen geeignet bietet es zugleich auch einen Einstieg für Gespräche über den Glauben.
Rezensionen von jiskett:
Ein spannendes Abenteuer
Roman Quest - Flucht aus Rom von Lawrence Caroline
In "Roman Quest: Flucht aus Rom" geht es um Juba und seine Geschwister, die aus Rom fliehen müssen, nachdem ihre Familie des Hochverrats bezichtigt wird. Ihr weit entfernt lebender Onkel soll ihnen Zuflucht bieten, doch die Reise dorthin ist für die vier Kinder alles andere als gefahrlos.
Auf ihrer Flucht werden sie von Soldaten des Kaisers verfolgt, die Überfahrt nach Britannien ist nicht leicht und selbst vor Ort sind die Protagonisten noch nicht in Sicherheit, da sie sich völlig allein in einer für sie fremden Welt zurechtfinden müssen.
Durch die verschiedenen Hindernisse, die sich den Charakteren in den Weg stellen, war die Geschichte durchgehend fesselnd und auch wendungsreich. Es gab ein paar vorhersehbare Entwicklungen und Zufälle sowie ein paar recht bequeme Fügungen, doch da es sich um ein Kinderbuch handelt, hat mich dies nicht wirklich gestört. Alles in allem ist die Handlung interessant und die Autorin hat es sehr gut geschafft, die brenzligen Situationen altersgerecht und zugleich spannend darzustellen. Auch das Setting wurde toll ausgearbeitet und ich kann mir vorstellen, dass die lebendige Schilderung junge Leser neugierig darauf macht, mehr über die damalige Zeit zu erfahren. Schön fand ich, dass lateinische Worte in die Handlung eingegliedert und die wichtigsten Begriffe in einem Glossar am Ende erklärt wurden. Die Karte vorne im Buch ist ebenfalls hilfreich, weil man auf ihr die Reise der Protagonisten verfolgen kann.
Die Geschwister selbst sind recht gut ausgearbeitete Charaktere, die alle ihre eigenen Stärken, Schwächen und Besonderheiten haben. In diesem Band steht Juba im Mittelpunkt, sodass man viel über ihn erfährt. Er muss einige Entscheidungen treffen, die alles andere als leicht sind und denen er sich nicht gewachsen fühlt, doch mir hat gefallen, wie er sich der Lage gestellt hat und dass er fest entschlossen war, seine Familie zu beschützen. Die anderen kommen aber ebenfalls zu Wort und sie sind mir alle schnell ans Herz gewachsen. Zudem gab es noch Figuren, deren Handeln fragwürdig war und ich fand die daraus hervorgehenden Situationen interessant. Die Konfrontation am Ende wurde jedoch meiner Meinung nach zu schnell aufgelöst, wobei natürlich möglich ist, dass der zweite Band sie wieder aufgreifen wird.
"Flucht aus Rom" bekommt von mir 4 Sterne. Ich fand das Buch sehr fesselnd und wollte es kaum aus der Hand legen, die Protagonisten sind sympathisch und handeln weitgehend altersgerecht und ich mochte, wie das historische Setting benutzt wurde. Die Entwicklungen in den letzten Kapiteln machen außerdem neugierig darauf, wie es weiter gehen wird, da die Geschichte sich nun in eine neue Richtung zu bewegen scheint.
Rezensionen von liesmal:
Zwischen Traum und Wirklichkeit
Valerie und die Woche der Wunder von Vítezslav Nezval
Neugierig gemacht auf Valeries Geschichte hat mich der Hinweis darauf, dass es ein „Poetistischer Schauerroman“ aus der Tschechoslowakei ist. Geschrieben von Vítězslav Nezval 1935, hat Ondřej Cikán den Roman übersetzt. Erschienen ist er im Verlag Kētos, der sich auf poetische Abenteuerromane spezialisiert.
Meine Neugier für ein mir unbekanntes Genre wurde belohnt mit einer Geschichte, deren Schreibstil schaurig-schön, unheimlich, gruselig, liebevoll und dabei immer poetisch ist. Eine faszinierende Mischung, die es sich lohnt kennenzulernen!
Jeden Tag der Woche erlebt Valerie ein Wunder, lernt dabei den gleichaltrigen Orlik kennen, der ganz besondere Gefühle in ihr weckt, und sie erkennt völlig neue Seiten an ihrer Großmutter. Ein ungeheuerlicher Missionar begegnet ihr – und wer oder was verbirgt sich eigentlich hinter dem „Ratz“? Bis zum Ende hin bleibt die Geschichte spannend. Das letzte Kapitel ist märchenhaft und es schließt ab mit einem zauberhaften Gedicht.
Ebenso mysteriös und wie verschleiert wirken die Illustrationen, die die Fantasie beflügeln und zum Träumen anregen!
Einige Begriffe werden in der Originalsprache belassen und durch Fußnoten gut erklärt.
Im Anschluss gibt es auf etwa 30 Seiten viele Informationen nicht nur über Poetismus und Surrealismus, sondern auch Biografisches über den Autor und Hinweise auf weitere seiner Werke, Erklärungen zu vielen Passagen des Romans und Vieles mehr.
Wer sich einlassen mag auf Neues, wird Wunder erleben!
Rezensionen von Ele:
Es ist kalt auf der Mauer
Die Mauer von John Lanchester
Die Mauer, Dystopie von John Lanchester, 320 Seiten, erschienen bei Klett – Cotta.
Ein sehr aktueller Zukunftsroman von John Lanchester über Klimawandel, Migration, Zukunftsangst.
Dieser Roman schildert was passieren könnte, wenn wir unser Umweltbewusstsein nicht ändern. Und wie unsere Kinder und Enkel einst die Folgen dafür zu tragen haben.
Nach dem „Wandel“ ist der Meeresspiegel soweit angestiegen, dass Großbritannien, bzw. was davon noch zu sehen ist, mit einer riesigen Mauer umgeben werden muss. Zum Schutz vor dem Wasser aber hauptsächlich vor den „Anderen“. In dieser Zeit scheint Britannien der einzige Ort zu sein, an dem es sich noch einigermaßen gut leben lässt. John Kavanagh beginnt, wie alle jungen Briten seinen Dienst an der Mauer. D. H. sein Land gegen eindringende Flüchtlinge zu verteidigen. Für jeden Anderen, der es über die Mauer schafft, muss ein Verteidiger hinaus aufs Meer. Was John auf der Mauer erlebt und was er dort findet und verliert, ist in dieser Dystopie formidabel beschrieben.
Die 320 Seiten des Romans sind in drei Teile gegliedert, Die Mauer, Die Anderen und Das Meer. Diese teilen sich in 25 Kapitel auf. Die einzelnen Kapitel sind mit einer Kapitelzahl versehen und in einer leserfreundlichen angenehmen Länge. Oft endet ein einzelnes Kapitel , besonders die im 2. Und 3. Teil so spannend, dass ich das Buch nur schwer zur Seite legen konnte. Das sorgt für ein hohes Lesetempo. Die 2.Hälfte habe ich in einem Rutsch ausgelesen, weil ich wissen wollte wie die Geschichte zu Ende geht. Der Autor erzählt in einer ausdrucksstarken, bildmalerischen Sprache aus der Sicht des Protagonisten John Kavanagh. Jederzeit ist der Leser somit ganz nahe am Geschehen. Schon zu Beginn war ich gefangen genommen, z.B. von der Beschreibung, wie der Protagonist an der Mauer ankommt und sie betritt, jede einzelne Stufe bin ich mit ihm emporgestiegen. Immer wieder schaffte es Lanchester mich mit den Augen des Hauptcharakters „sehen und fühlen“ zu lassen, das ist ihm wirklich hervorragend gelungen. Der Protagonist hat in diesem Roman eine beachtliche Wandlung gemacht. Seine anfängliche Einstellung den Eltern gegenüber finde ich schäbig, nicht sie allein und nicht ihre Generation allein ist für den Wandel verantwortlich. Doch im Verlauf der Geschichte wurde er immer sympathischer, da durch den Dienst, die Kameradschaft und spätere Notlage sein Charakter sich positiv veränderte. Die Beschreibung seiner Gefühle in Extremsituationen war einfach nur genial. Den Wind und die Kälte auf der Mauer habe ich beim Lesen gespürt, den ersten Energieriegel, den John auf der Mauer aß, habe ich selbst geschmeckt, unglaublich stark erzählt. Einige Sätze haben mich zum Nachdenken gebracht, z.B. auf S.46 „Wir haben die Welt zerstört und haben kein Recht mehr sie noch weiterhin zu bevölkern“. Oder auf S. 257 „Wenn ich ein Anderer war und sie Andere waren, dann war vielleicht keiner von uns mehr ein Anderer, sondern wir waren stattdessen einfach nur ein neues Wir“. In der ersten Hälfte des Buches geschieht nichts Aufregendes, aber das Unaufgeregte ist so genial beschrieben, dass es überhaupt nicht langweilig wird. Als später im Buch eine effektvoll inszenierte Wende eintritt, stieg die Spannung enorm. Die Charaktere sind gut gelungen, die Handlung ist nachvollziehbar. Diese Geschichte hat mich berührt, mich nachdenklich gemacht und wird wohl noch einige Zeit nachwirken. Das Buch beginnt mit demselben Satz, mit dem es auch endet: Es ist kalt auf der Mauer. Von mir einen absolute Leseempfehlung und wohlverdiente 5 Sterne – volle Punktzahl.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Anspruchsvoller Roman über die Bedeutung von Heimat und Vergangenheitsbewältigung
Was uns erinnern lässt von Kati Naumann
Kati Naumann hat ein wichtiges Kapitel deutsch-deutscher Geschichte aufgegriffen, indem sie mit dem Schicksal der (fiktiven) Familie Dressel nicht nur das alltägliche Leben im Grenzgebiet des geteilten Deutschland, sondern auch das Thema Zwangsumsiedlung zu elementaren Komponenten ihres Werkes gemacht hat.
Behutsam und mit sehr persönlichem Bezug bringt die Autorin den Lesern Hintergrundinformationen näher, die auch Jahre nach der Wiedervereinigung einem Großteil der Bevölkerung sicherlich nicht bekannt sind oder deren Ausmaß vielen Menschen nicht bewusst ist. Dieses bewegende Werk zeichnet sich nicht nur durch ein unglaubliches Maß an Authentizität (– sowohl in Ausarbeitung der Figuren, Glaubwürdigkeit der Dialoge als auch des Lokalkolorits –) aus, sondern besticht zudem durch die unheimlich intensive Recherche, die der Story zugrunde liegt. Private Erinnerungen der Autorin sind ebenso in die fiktive Handlung eingewoben worden wie die Erlebnisse von Zeitzeugen. Bereits im vorangestellten Autoreninterview wird deutlich, wieviel Herzblut in die Aufarbeitung dieses Themas, das lange Zeit als Tabu galt, geflossen ist. – Menschen, die im Sperrgebiet lebten wurden besonders stark von der DDR-Regierung überwacht: viele von ihnen haben nicht nur jahrelang unter Schikanen gelitten, sie haben auch unverschuldet ihr Zuhause verloren, wurden zwangsumgesiedelt.
Hinsichtlich der Handlung spricht die Inhaltsangabe des Verlags für sich. Ich möchte nur so viel ergänzen: In diesem Roman, der zeitweise an Spannung jedem Krimi Konkurrenz machen könnte, steckt weitaus mehr als die Begegnung zweier Frauen (Milla und Christine), die sich gemeinsam daran machen, ein altes Familienrätsel aufzuklären, langersehnte Antworten zu finden, ein Unrecht anzuprangern und Frieden zu schließen – sei es mit der Vergangenheit oder ihren aktuellen Lebensumständen. Wir lesen von starken Frauen, Selbstfindung, der Sehnsucht nach Heimat, dem Wunsch nach Verbundenheit, der Wichtigkeit von Familie…zu einem Großteil vor dem Setting des Rennsteigs im Thüringer Wald, wo einst das mondäne Hotel Waldeshöh der ganze Stolz der Familie Dressel war. Auch die Frage nach dem Einfluss von Social Media auf unsere Selbstwahrnehmung wird angerissen. Erleben wir nur noch, um online darüber zu berichten? Definieren wir uns darüber, wie andere Menschen – Fremde? – uns wahrnehmen?
Erzählt wird aus mehreren Perspektiven und in verschiedenen Zeitebenen, die vom Jahr 1945 bis zur Gegenwart reichen. Ein großes Lob möchte ich der Autorin dafür aussprechen, wie es ihr gelungen ist, derlei unterschiedliche Handlungsstränge gekonnt abwechselnd aneinanderzureihen, dass sie nicht nur ein stimmiges Gesamtbild ergeben und einen tiefen Einblick in den Charakter der Figuren ermöglichen, sondern auch die Spannung konstant aufrechterhalten. Alle Kapitel bauen logisch aufeinander auf und die Handlung ist zu jeder Zeit verständlich; saubere Cuts zwischen den Handlungssträngen &/oder Erzählperspektiven verhindern jegliche Gefahr, den Überblick zu verlieren. Ich habe besonders die optimistische, durch und durch sympathische Figur Johanna als Inspiration empfunden und bewundere die Intensität, mit der die Autorin auch die Nebenfiguren so lebensnah beschrieben hat, dass man als Leser/in meint, Teil der betreffenden Familie zu sein. Der flüssige, mitreißende Schreibstil tut sein Übriges dazu, dass man das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte.
Das in kühlen Grautönen gehaltene Cover wirkt sehr nostalgisch und erinnert durch die geringe Farbintensität an eine ausgeblichene Fotografie, an eine Erinnerung (was gestalterisch sehr treffend in Bezug auf den Buchtitel ist). Die junge Frau in der Abbildung sieht nachdenklich aus; sie ist umgeben von Natur, scheint jedoch trotz der sie umgebenden Schönheit des Waldes bedrückt. Woran mag sie wohl denken?
Fazit: Dieser anspruchsvolle, emotionale Roman wirkt lange nach und sollte Pflichtlektüre für jeden Geschichtsunterricht mit DDR-Thematik werden. Ich habe mich nicht nur sehr gut unterhalten gefühlt, sondern auch etwas dazugelernt. Verdiente 5 Sterne, Bravo!
Rezensionen von BarbaraM:
Ein tolles Jugendbuch: humorvoll, mitreißend und voller magischer Ideen
Die Hexen von Fairhollow High - Plötzlich magisch von Chambers Ariana
„Die Hexen von Fairhollow High – Plötzlich magisch“ von Ariana Chambers ist 2019 im Verlag ars Edition erschienen und umfasst 208 Seiten. Es bildet den Auftakt einer Reihe und der zweite Band wird im Sommer 2019 erscheinen.
Es ist geeignet für Teenies mit 11-12 Jahren, spricht sicherlich auf den ersten Blick Mädchen an, ist aber bestimmt auch für Jungs lesenswert.
Um was geht es:
Nessa muss aufgrund einer plötzlichen beruflichen Veränderung ihres Vaters zu ihrer Tante Clara in die Kleinstadt Fairhollow ziehen und natürlich dann auch dort die Schule besuchen. Sie freundet sich schnell mit der ruhigen Vielleserin Holly an.
Tante Clara ist diese Freundschaft allerdings ein Dorn im Auge und sie versucht die Mädchen wieder auseinander zu bringen. Seltsam!
Und überhaupt passieren nicht andauernd immer wieder merkwürdige Dinge in Fairhollow? Auch Nessa kommt es so vor, als hätte sich seit ihrer Ankunft in der Stadt in ihr selbst etwas verändert. Was steckt nur alles hinter diesen Merkwürdigkeiten?
Ariana Chambers gelingt es in einer absolut jugendgerechten, klar verständlichen und modernen Sprache ihre Geschichte zu schreiben. Besonders gut hat uns der Humor der Autorin gefallen, der immer wieder im Buch aufblitzt. So macht das Lesen Spaß und Freude!
Prima gefallen hat uns vor allem die Protagonistin Nessa. Sie ist sehr selbstständig, selbstbewusst, lässt sich nicht so leicht unterkriegen, hat ihre Meinung und steht dazu und hält an ihren Freundschaften fest. Aber auch die anderen im Buch vorkommenden Charaktere, wie zum Beispiel Holly und Izzy, sind toll beschreiben und fügen sich in die Geschichte sehr stimmig ein.
Die Themen „Freundschaft“, „Vorurteile“ und auch „Mobbing“ werden in dem Buch gekonnt aufgegriffen. Das hat meiner Tochter sehr gut gefallen.
Das Cover des Buches ist absolut passend zur Geschichte: spritzig, jung und die eindeutige Aufteilung in Gut und Böse ist bereits auf dem Cover zu entdecken. Meine Tochter und mich hat es total angesprochen.
Und da uns nun so alles gefällt: die Geschichte insgesamt, die verschiedenen Charaktere, das junge Cover und der frische Schreibstil von Ariana Chambers, vergeben wir glatte 5 von 5 Punkten und wir freuen uns schon darauf, in weiteren Büchern noch mehr von Nessa und den ganzen Hexen von Fairhollow High zu erfahren.
Rezensionen von Lotta:
magischer Ausflug mit tollen Abenteuern
Sturmwächter 1. Das Geheimnis von Arranmore von Catherine Doyle
Fionn Boyle begleitet diesen Sommer seine Schwester mit auf die Insel Arranmore. Sie verbringen die Zeit auf der Insel, auf der sie geboren sind, bei ihrem Großvater. Dieser ist ein wenig eigenartig, wer sammelt schon Kerzen und gibt ihnen noch dazu auch noch Namen?
Der Schreibstil führt den Leser schnell in die Geschichte und auf eine wundervoll bildlich dargestellte Insel.
Sehr realistisch beschrieben wird dabei das Ankommen von Fionn und seiner anfänglichen Skepsis der Insel gegenüber. Denn die Insel verbirgt, wie auch die Kerzen und sein Großvater ein Geheimnis.
Im Vordergrund stehen zwischen den Abenteuern der Geschwister immer wieder die Banden, die eine Familie ausmachen. Dabei gilt es gerade für Geschwister so manch eine zusätzliche Hürde zu nehmen. So kann es durchaus vorkommen, dass der Leser sich (wenn er Geschwister hat) an seine eigene Familie erinnert fühlt.
Insgesamt ein magischer Ausflug mit tollen Abenteuern. So bewerte ich mit 4,5 von 5 Sternen.
Rezensionen von Lotta:
Viele ungenutzte Chancen, definitiv keine wirkliche Dystopie und ein unverständlicher Hype
Davor und Danach von Singer Nicky
Mhairi ist unterwegs zu ihrer Großmutter, zu Fuß, denn die Grenzen sind geschlossen. Sie hat kein Geld mehr, jedoch noch ihre Papiere. Volljährig ist sie mit ihren 14 Jahren auch noch nicht, sie muss es unbedingt zu ihrer Großmutter schaffen. Doch dann trifft sie kurz vor der schottischen Grenze auf einen kleinen Jungen, den sie nicht einfach sich selbst überlassen kann.
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Versprochen wurden aktuelle Themen wie Flucht und Klimawandel. Da die Flucht von Mhairi im Vordergrund steht, dabei das Grauen von Auffanglagern, die Willkürlichkeit von Mensch und Gesetz erwähnt werden, kann eine gewisse Aktualität nicht abgesprochen werden. Doch eine Flucht durch den Klimawandel, naja, es wurde kurz erwähnt, aber das war es auch.
Auch am Ende des Buches ist noch nicht wirklich klar, warum Mhairi zu Anfang noch mit ihren Eltern aus dem Sudan geflohen ist.
Eine Dystopie liegt leider zudem auch nicht vor, denn das Buch spielt zwar in der Zukunft und das beschriebene kann wirklich passieren. Doch Mhairi steht mit ihrer Ich-Perspektive so im Vordergrund, dass nichts anderes durch kommt. Die Welt um sie herum wird nur unzureichend beschrieben, so tauchen zwar hier und da ein paar technische Spielereien auf, die jedoch nie erklärt werden und das war es auch schon vom Danach. Das Davor kennen wir alle, es ist die aktuelle Welt.
Mhairi berichtet in der bereits angesprochenen Ich-Perspektive in kurzen abgehakten Sätzen, vergisst dabei immer wieder den Leser auf ihrer Reise durch beschreibende Elemente wirklich mit zu nehmen. Etwas, was wirklich deutlich wird, sind die Probleme, vor allem psychischer Natur, die ein Mensch auf der Flucht ertragen muss. So versucht sie sich all dem durch eine selbst geschaffene Festung zu entziehen und das erlebte Grauen wegzuschließen.
Insgesamt war die Chance da, eine Dystopie zu kreieren, die zum Nachdenken anregt und das Ändern der eigenen Verhaltensweisen zu ermöglichen. Das Buch ist jedoch auf voller Linie gescheitert. Ich weiß auch Stunden nach Beenden des Buches nicht wirklich, was es mir sagen will, sodass mir der Hype, um dieses Buch vollkommen unverständlich ist. Einzig positiv ist, dass die kurzen Sätze einen das Buch in sehr schneller Geschwindigkeit lesen lassen. So bewerte ich mit 2 von 5 Sternen.











