Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Streiflicht:
Mitreißend und spannend
Nell Sweeney und die Spur des Todes von P. B. Ryan
Schon auf den ersten Seiten war ich Nell verfallen. Ich mochte sie sofort und es war wunderbar, all diese Abenteuer mit ihr zu bestehen. Nun freue ich mich sehr, dass es bereits schon einen zweiten und dritten Teil gibt, die ich beide durchfressen kann!
Das Buch liest sich herrlich flüssig und gut und ist wirklich unterhaltsam.
Die Seiten fliegen nur so dahin und man hofft die ganze Zeit auf ein gutes Ende. Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Tatsache, dass der Roman sehr gut recherchiert zu sein scheint. Die Kleidung und die Bauten, die Gewohnheiten der Menschen und die Umgebung werden sehr detailreich und anschaulich beschrieben, sodass man sich sehr gut vorstellen kann, was gerade passiert oder was wie aussieht. Das mag ich sehr. Wenn der Text die Fantasie anregt, ist das immer herrlich. Hier ist das perfekt gelungen, finde ich.
Gleichzeitig ist der Roman eine gute Mischung aus Krimi, Spannung, Abenteuer und einem Schuss Romantik, aber auch Liebe und der historische Hintergrund kommen nicht zu kurz.
Ich freue mich schon jetzt auf die beiden Nachfolger und hoffe, noch viele Abenteuer mit Nell erleben zu können.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Ausgeliefert
Nell Sweeney und die Spur des Todes von P. B. Ryan
Eine ausweglose Situation: nach einem Unfall liegt ein Mann bewegungsunfähig im Bett, in jeder Hinsicht seiner Umwelt ausgeliefert.
Innerlich aber ist er hellwach und erlebt, wie sein Dasein immer weiter eingeschränkt wird, während er gleichzeitig auf sein Leben zurückblickt- ein Zustand in der Schwebe, bis er buchstäblich in ein tiefes Loch fällt.
Er selbst scheint seine Situation mit neugieriger Distanz, manchmal sogar mit Ironie, zu betrachten, das macht die Geschichte für mich spannend.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein gutes Debüt
Hurentochter - Die Distel von Glasgow von Tabea Koenig
Bei diesem Buch handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie, der im 19. Jahrhundert in Schottland spielt.
Die 17-jährige Emily, ist just in jenem Bordell geboren und aufgewachsen in dem Bordell, in dem ihre Mutter Ines seit 17 Jahren arbeitet. Dort lebt sie, den Umständen entsprechend ein behütetes Leben, weiß aber mit Bestimmtheit, den Beruf ihrer Mutter niemals ergreifen ergreifen zu wollen.
Doch die neuen Bordellbesitzer sehen das ein wenig anders.
Noch bevor es dazu kommt, werden Ines und ihre Kolleginnen ermordet und das Puff geht in Flammen auf. Emiliy und Liam, ebenfalls ein Kind einer Hure und hier aufgewachsen, fliehen gemeinsam und wollen abseits der käuflichen Liebe ein neues Leben aufbauen. Das ist jetzt nicht ganz so einfach, sind doch beide beinahe mittellos, nur eine alte Uhr und ein Medaillon sind Emily von ihrer Mutter geblieben. Gerade dieses Medaillon birgt das Geheimnis um Ines‘ Herkunft.
Emily ist wild entschlossen, dieses und andere Geheimnisse zu lüften.
Meine Meinung:
Dieser historische Roman ist das Debüt von Tabea Koenig und reiht sich nahtlos in den Bereich ähnlicher Romane ein. Der Schreibstil passt zum Genre. Mir persönlich sind es ein paar Zufälle und Verstrickungen zu viel. Die Basisgeschichte ist vielschichtig angelegt, verzweigt sich aber mehrmals und bleibt dennoch spannend, auch wenn der geneigte Leser ähnlicher Bücher den Ausgang der Geschichte recht bald erahnen kann.
Geschickt ist die Distel, die als Teil des schottischen Wappen gilt in die Geschichte eingeflochten. Das ist eine nette Idee.
Ein bisschen Kritik muss ich am Piper-Verlag üben: Die Anzahl der Tippfehler geht über das sonst übliche Ausmaß hinaus. Das bin ich von Piper so gar nicht gewöhnt. An einigen Stellen hätte der Geschichte ein wenig Hilfe durch das Lektorat gut getan.
Im Nachwort sind die historisch belegten Ereignisse angeführt, so dass sich geschichtlich interessierte Leser gut zurecht finden.
Fazit:
Ein Debüt-Roman, der durch aufwändige Recherche und Detailtreue ein genaues Bild dieser Zeit erstehen lässt. Gerne geb ich hier 3 Sterne (der nicht vergebene 4. geht zu Lasten des Verlags).
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Derb, düster, gewalttätig - London im 19.Jh.
Arrowood - Die Mördergrube von Mick Finlay
Dies ist der zweite Fall für Privatschnüffler William Arrowood und seinem Assistenten Barnett im Viktorianischem London.
Nach wie vor hadert Arrowood damit, dass Sherlock Holmes seine Fälle aufklärt und diese spektakulär in Szene setzt. Die Gazetten sind voll des Lobes und er, Arrowood hat gerade so sein Auskommen.
Diesmal soll er dem Verbleib einer jungen Frau nachgehen, die nach ihrer Verheiratung jeglichen Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen hat. Dies scheint ein einfacher Fall zu sein, denn die Adresse und der Name des Ehemanns sind bekannt.
Doch es wäre nicht Mick Finlay, würde sich dieser Auftrag als simpel entpuppen.
Arrowood und Barnett stoßen auf einige Ungereimtheiten sowohl bei den Auftraggebern als auch auf der Farm. Bei näherer Betrachtung der Umstände, stechen sie in ein Wespennest von Korruption und Betrug rund um eine Nervenheilanstalt.
Die Hartnäckigkeit, mit der Arrowood seinen Ermittlungen nachgeht führt letztlich zum Erfolg, wenn auch ein wenig anders als erwartet.
Meine Meinung:
Das Thema hat mir, obwohl gruselig sehr gut gefallen. Im 19. Jahrhundert ist der Umgang mit behinderten oder in ihrer Entwicklung retardierten Menschen grausam. Man sperrt sie weg oder verwendet sie als Arbeitssklaven und nimmt ihren frühen Tod durch Mangelernährung und Überarbeitung billigend in Kauf.
Nicht so gut hat mir die Entwicklung, William Arrowood seit dem ersten Fall nimmt, gefallen. Er entpuppt sich als grantiger Mann, der auch vor Tätlichkeiten nicht zurückschreckt. Selbst Assistent Barnett (der Ich-Erzähler) ist davor nicht gefeit. Auch Arrowoods Konsum von Schnaps, Laudanum und in Wein aufgelöstem Kokain ist überdurchschnittlich. Seine Kopfschmerzen am Tag danach auch.
Arrowood kann es weder verwinden, dass Sherlock Holmes eine gute Presse erhält, noch, dass ihm seine Frau davongelaufen ist. Also mich wundert das nicht - siehe vorhin.
Schaurig, aber durchaus authentisch sind die Lebensumstände der Menschen, wenn sie nicht gerade der Upper Class angehören, beschrieben. Diesmal ist fast alles schmutzig, derb, depressiv und gewalttätig. Wenig Aussicht auf Hoffnung und Verbesserung.
Fazit:
Ein düsteres Kapitel der englischen Geschichte. Gerne gebe ich hier 4 Sterne und hoffe auf eine Verbesserung von Arrowoods Lebenssituation.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Vielschichtig und hintergründig
Die Frau im roten Mantel von Günter Neuwirth
In diesem vierten Krimi rund um den Wiener Polizisten bekommen wir es mit einem sehr komplexen Kriminalfall zu tun. Mehrere Erzählstränge werden zu einem dicken Zopf verknüpft.
Da haben wir einmal Wolfgang Hoffmann, der nach Krebsoperation und Chemo noch nicht wieder im Dienst ist. Doch die Weisheit „einmal Kieberer immer Kieberer“ ist ihm auf den Leib geschrieben.
So fällt ihm bei einer abendlichen Straßenbahnfahrt eine Frau im roten Mantel mit Sonnenbrille auf, die augenscheinlich von einem Jugendlichen verfolgt wird. Er heftet sich auf die Spuren der beiden und flugs befinden sie sich am Ufer der Donaukanals. Plötzlich hält die Frau eine Waffe in der Hand. Noch bevor sie schießen oder die Waffe ins Wasser werfen kann, entwindet ihr Hoffmann die Pistole. Der Junge verschwindet und auf Grund ihres psychisch labilen Zustandes, liefert Hoffmann die Frau in der psychiatrischen Abteilung des Wilhelminenspitals ab.
Diese geheimnisvolle Frau ist Alice Berg und wenig später steht sie mit einem Koffer vor Hoffmanns Türe und bittet um Hilfe, denn ihr Ehemann Jürgen sowie die Kinder Corinne und Oscar seien spurlos verschwunden. Hoffmann ist von der seltsamen Frau fasziniert und beginnt auf eigene Faust Erkundigungen einzuziehen.
Ein weiterer Erzählstrang beschäftigt sich mit Lukas, dem Jugendlichen aus der Straßenbahn, der sich Sorgen um die verschwundene Corinne Berg macht.
Als dann eine Leiche mit Kopfschuss und abgetrennten Händen aufgefunden wird, schwenkt die Handlung zu Hoffmanns ehemaligen Kollegen und mühsame Polizei.
Noch laufen die Handlungsstränge teilweise parallel, doch nähern sie sich asymptotisch aneinander. Den Durchbruch gibt es, als die Leiche als ehemaliger Mitarbeiter von Jürgen Berg und Geliebter von Alice identifiziert wird. Das ist auch der Moment, in der Hoffmann wieder in den Kriminaldienst zurückkehrt.
Er will wissen, welches Geheimnis die Familie Berg verbirgt.
Meine Meinung:
Hier haben wir es mit einem eher unkonventionellen Krimi zu tun. Kaum hat der Leser (und Wolfgang Hoffmann) eine Idee, was hinter dem seltsamen Verhalten von Alice stecken könnte, ist die auch schon wieder abgetaucht. Nicht verschwunden hingegen ist ihre bettlägerige Schwiegermutter, die Hoffmann dehydriert und verwahrlost in ihrer Villa findet. Doch auch die überrascht den Polizisten als sie nach kurzer Zeit forschen Schrittes aus dem Krankenhaus verschwindet.
Günter Neuwirth führt, neben den bislang bekannten Charakteren ein neue Figur ein: Lukas, jenen Jugendlichen, der auf der Straße bzw. in der Autonomen Szene lebt, durchaus „lebensklug“ erscheint und nach anfänglichem Misstrauen, dem Kieberer sein Herz ausschüttet. Ich hoffe, der Autor findet ein Plätzchen in einem der nächsten Krimis für diesen emphatischen Burschen, dem das Leben bisher nur übel mitgespielt hat.
Erst als Hoffmann mit seinen quasi privaten Ermittlungen nicht mehr weiterkommt, es fehlt ihm natürlich der Polizei-Apparat, sucht er seine ehemaligen Kollegen auf und - ist gleich wieder mitten drin.
Die Auflösung schockiert, denn damit war nicht wirklich zu rechnen. Trotzdem ist sie schlüssig. Man muss beinahe den Atem anhalten, so fesselnd sind die letzten Seiten. Auch gutbürgerliche Kreise haben ihre bröckelnden Fassaden.
Fazit:
Günter Neuwirth ist hier ein Krimi der Spitzenklasse gelungen. Vielschichtig und hintergründig stellt er die sogenannte „bessere Gesellschaft“ Außenseitern gegenüber. Dabei haben eher die Erstgenannten die Leichen im sprichwörtlichen Keller. Gerne gebe ich hier wohlverdiente 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Der bislang persönlichste Fall für Wolfgang Hoffmann
Hoffmanns Erwachen von Günter Neuwirth
Im dritten Band dieser Krimi-Reihe halten Autor und Leben besondere Herausforderungen für den Ermittler des Wiener Drogenreferates bereit.
Auf der einen Seite bescheren verunreinigte Drogen der Polizei jede Menge Arbeit, da es mehrere Tote gibt. Auf der anderen Seite wird bei dem passionierten Raucher Wolfgang Hoffmann, kurz bevor er nach längerer Zeit wieder eine Beziehung mit einer Frau eingehen kann, Lungenkrebs diagnostiziert.
Doch der Reihe nach: Helmut Seifried, ein Eventveranstalter im Haupt- und Drogengroßhändler im Nebenberuf (oder ist es doch umgekehrt?) Überschüttet, ohne es zu wissen, die Szene mit Waschmittel gestreckten Drogen.
Um weitere Tote zu verhindern, bedient sich Wolfgang Hoffmann eines alten Gegners, um die Wiener Drogenszene vor der verschmutzten Ware zu warnen.
Wird es Hoffmann gelingen, die Machenschaften von Seifried und seinen Kumpanen aufzudecken? Denn, Seifried ist nicht nur in Drogengeschäfte verwickelt, sondern unterhält Klubs, in denen Neonazis ihren abscheulichen Neigungen auf Kosten von jungen, meist afrikanischen Prostituierten frönen.
Meine Meinung:
Mir gefällt diese Reihe vor allem deshalb, weil sie das Wien fernab von Manner-Schnitten, Stephansdom und Sisi-Kitsch zeigt. Kaum eine Szene spielt in der Innenstadt, sondern in den ehemaligen Arbeiterbezirken. Das Kommissariat ist in Ottakring angesiedelt und Hoffmann wohnt in der Brigittenau, dem 20. Wiener Gemeindebezirk, gleich neben dem Augarten, jener barocken Gartenanlage, die neben der berühmten Porzellanmanufaktur auch Heimat der Wiener Sängerknaben ist. Das war’s aber schon mit herrschaftlichen Ansprüchen. Die meisten Bewohner dieser Gegend sind alte Menschen und/oder Zuwanderer, die in den 1970er Jahren nach Wien gekommen sind.
Dieser Band ist der bislang persönlichste mit Wolfgang Hoffmann. Er zeigt den verletzlichen Mann, der es mit der Krankheit aufnimmt. Als Mann von klaren Worten, dem das Herumeiern auf die Nerven geht, verlangt Hoffmann auch von seinen Ärzten, Klartext zu reden. Da der Ausgang von Chemo und Operation nicht klar sind, bricht er das zart aufkeimende Pflänzchen einer Beziehung zu Kollegin Sigrid Körner gleich einmal wieder ab. Immer wieder reflektiert er seine gescheiterte Ehe und stellt fest, dass Ermittler und Ehefrau nicht gut zusammenpassen. Doch im Stillen sehnt er sich nach einer Gefährtin und der Gedanke an Kinder spukt immer wieder in seinem Kopf herum. Vor allem, wenn er Kollegen wie Assmann oder Windisch neben sich sieht, die über ein Familienleben verfügen.
Günter Neuwirths Schreibstil ist locker und flüssig. Die Querelen in der Dienststelle sind nicht so überzeichnet wie in manch anderen Krimis. Klar, will der Staatsanwalt hieb- und stichfeste Beweise, bevor er einen Durchsuchungsbefehl bzw. Haftbefehl ausstellt. Das ist sein Job und er ist den Gesetzen verpflichtet. Und dass man nicht jeden Kollegen gleich gut mögen muss, ist zutiefst menschlich. Hoffmann selbst ist über sein Team hinaus, geachtet und auch beliebt.
Fazit:
Der bislang persönlichste der Krimis rund um den Wiener Drogenermittler Wolfgang Hoffmann. Gerne gebe ich wieder 5 Sterne.
Rezensionen von BarbaraM:
Lebendig, lustig, lesenswert
Das Springende Haus. Einmal Hollywood und zurück von Marikka Pfeiffer
Lonni ist mit ihren Eltern aufs Land gezogen und hier ist es ihr ein bisschen langweilig, deshalb beschließt sie, auf Entdeckungstour zu gehen. Und so weit muss sie überhaupt nicht gehen, denn das Abenteuer wartet gleich nebenan. Dort wohnt nämlich Familie Wendelin samt ihren Tieren in einem springenden Haus.
Was das genau ist, ein „springendes Haus“, erfährt Lonni bald am eigenen Leib. Gemeinsam erleben sie viele spannende Dinge und auch einem Rätsel von den verschwundenen Großeltern der Wendelins kommt Lonni auf die Spur.
Von Langeweile ist ab sofort keine Rede mehr.
Im springenden Haus ist einfach immer etwas los und als Leser ist man mittendrin!
Mit ihrem Band „Einmal Hollywood und zurück“ aus der Reihe „Das springende Haus“ ist Marikka Pfeiffer ein ganz tolles Leseabenteuer gelungen, das 2019 im Rowohlt Taschenbuch Verlag erschienen ist und 123 Seiten umfasst.
Das Buch ist in 18 Kapitel gegliedert und in einfach gehaltener Sprache zu lesen. Also absolut für Kinder geeignet.
Die Handlung ist in sich stimmig und lädt zum Mitfreuen und -fiebern ein.
Wir haben die einzelnen Charaktere sofort ins Herz geschlossen: Lonni und ihre Eltern und natürlich Familie Wendelin mit all den Tieren. Ebenso ist Frau Kiesewetter mit von der Partie, auch wenn sie eher zu den nervigen und unglaublich neugierigen Charakteren in diesem Buch gehört.
Wir freuen uns schon sehr auf die nächsten Bände und wollen das Rätsel um die Oktogone unbedingt lösen.
Passend zur Geschichte sind immer wieder wunderschöne Zeichnungen von Cathy Ionescu zu finden.
Fazit: Wir sprechen eine absolute Leseempfehlung aus für Jungen und Mädchen ab 8 Jahren, die ein turbulentes, phantasievolles, spannendes und lustiges Abenteuer mit dem springenden Haus erleben wollen. Es lässt sich auch prima vorlesen. Man merkt der Geschichte an, dass sie mit ganz viel Herzblut geschrieben wurde.
Rezensionen von LadyIceTea:
Wenn die Toten ihre Geschichte erzählen
Unbarmherzig von Inge Löhnig
Gina Angelucci, Spezialistin für Cold Cases bei der Münchner Kripo, ist aus der Elternzeit in den Dienst zurückgekehrt. Ihr Ehemann und Kollege Tino Dühnfort betreut die kleine Tochter. Als in dem idyllischen Dorf Altbruck zwei Leichen gefunden werden, die mehrere Jahrzehnte verscharrt gewesen waren, übernimmt Gina die Ermittlungen.
Die Identität der Toten nach so langer Zeit zu klären, erscheint zunächst als unlösbare Aufgabe. Dann wird klar, dass das weibliche Opfer aus dem Baltikum stammt. War sie eine Zwangsarbeiterin? Während Gina einen Mörder sucht, der vielleicht selbst nicht mehr am Leben ist, bemerken sie und Tino nicht, dass ihnen jemand ihr privates Glück missgönnt und es zerstören will.
Dies war mein erstes Buch von Inge Löhnig und sie hat mich damit direkt als Fan gewonnen.
Löhing hat mit Gina Angelucci eine sympathische und resolute Hauptfigur geschaffen. Gina ist nicht zu stark oder zu sehr Superheld. Sie macht auf mich einen cleveren aber normalen Eindruck und z.B. zu erfahren, dass sie sich die gleichen Sorgen macht, wie die meisten arbeitenden Mütter, hat den positiven Eindruck verstärkt. Mir hat es gefallen, mit welcher Empathie Gina an den Fall herangegangen ist und dass sie nichts mehr wollte, als den Fall aufzuklären.
Ihr Partner Holger ist dabei ein netter Sidekick, der zwar nicht viel im Vordergrund steht aber trotzdem wichtig für den Fall ist.
Obwohl ich den Vorgängerband nicht kenne, hatte ich auch bezüglich der Ehe mit Tino nicht das Gefühl, dass mir Informationen fehlen. Die wichtigsten Dinge wurden nebenbei noch mal wiederholt, so dass ich immer auf dem richtigen Stand war.
Der Fall ist gut recherchiert und neben vergangenen Themen, wie der Zwangsarbeit im zweiten Weltkrieg, geht es auch viel um aktuelle Themen, wie den Rechtsruck der in einigen Teilen Deutschlands passiert. Man merkt dabei deutlich, welche Stellung die Autorin bezieht, dies bindet sie jedoch so geschickt in die Story ein, dass in keiner Weise wie etwas wirklich Politisches daherkommt.
Die gesamten Ermittlungen waren für mich sehr spannend. Ich habe mitgerätselt und auf jeden weiteren Hinweis gewartet. Jedes Puzzleteil was sich hinzufügte, hat alles noch interessanter gemacht. Die Spannungskurve ist konstant hoch geblieben.
Neben dem eigentlichen Fall taucht dann auch noch eine Stalkerin auf, um die sich Gina und Tino kümmern müssen, was eine weitere Spannungsebene bedeutete. Das hat mir gefallen, denn so kam nicht dieser eingekapselte Eindruck auf, als würden die Ermittler immer nur für den einen Fall exisiteren.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich werde die anderen Bücher auf jeden Fall noch lesen.
Rezensionen von Gaby 2707:
Kein Buch nur so mal für zwischendurch
All die unbewohnten Zimmer von Friedrich Ani
Aus einem Fenster in einem Haus am Weißenburger Platz in München wird eine Frau erschossen. Ein Polizist wird durch eine weitere Kugel verletzt. Kriminaloberkommissarin Fariza-Marie Nasri hat im Nachbarhaus einen Bekannten besucht und ist als erste am Tatort. Ermittelt ist der Schütze schnell, nur finden kann man ihn nicht.
Bei ihren Recherchen stößt Fariza auf einen ungeklärten Polizistenmord, der das K111 vor eine wie es scheint unlösbare Aufgabe stellt.
Bereits in der dritten Zeile, bei der Begegnung von Tabor Süden und Fariza Nasri, fühle ich als Münchnerin mich durch den Lauf über den Marienplatz mitten in die Geschichte hineingezogen.
Über jedem Kapitel steht ein kleiner Satz, den man dann während des Lesens in den Abschnitt zuordnen kann. Eine gute Idee, die die komplexe Story etwas auflockert.
Zu Beginn eines jeden der fünf Teile bleibt es noch im Dunkeln, wer hier die Hauptperson ist. Das ergibt sich erst während des Lesens. Ich lerne nicht nur die vier Ermittler kennen: den ehemaligen katholischen Mönch Polonius Nikolai Maria Fischer, Jakob Franck, den „Verschwundenensucher“ Tabor Süden und
Kriminaloberkommissarin im K11 Fariza-Marie Nasri, sondern auch die einzigartigen Ermittlungsmethoden eines Jeden.
Ich liebe die bunte, facettenreiche, ruhige, blumige Sprache mit der Friedrich Ani mir seine Protagonisten und die Geschichte näher bringt. Obwohl die Spannung hier nur unterschwellig immer da ist, hat sie mich gefesselt. Man muss sehr viel mitdenken und vor allem aufmerksam lesen, damit man auch die kleinsten Feinheiten mitbekommt.
Vier Wochen bin ich mit den Ermittlern unterwegs, lerne sie und die verschiedensten Menschen kennen und bekomme einen tiefen Einblick in ihr Innerstes. Manches hat mich schockiert, anderes hat mich berührt. Alles zusammen ergibt einen Sinn und zeigt einfach, wie breit gefächert die menschlichen Eigenschaften und Abgründe sind.
Ich habe diese Geschichte, die mir Friedrich Ani hier vorlegt, wie ein Puzzle betrachtet. Immer neue Erkenntnisse füllen nach und nach die noch offenen Stellen. Bis sich schließlich ein klares, verständliches Bild vor meinen Augen präsentiert.
Der Autor legt mir hier aber nicht nur einen spannenden und interessanten Fall vor. Er beleuchtet auch den gegenwärtigen Stand in Deutschland. Friedrich Ani nimmt die derzeit herrschenden politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse auseinander und hält mir einen Spiegel vor. Unfähige Polizei, Fremdenhass, Vorurteile, verschwundene Kinder, Altersarmut, der immer breiter werdende Graben zwischen Ost und West, zwischen arm und reich, ergeben einen spannenden Krimi und einen interessanten Gesellschaftsroman.
Kein Buch zum schnell mal weglesen, sondern eine besondere Lektüre zum Genießen und zun Nachdenken.
Rezensionen von Petra Sch.:
Ein phantasievolles Abenteuer auf dem Wilden Hügel!
Die wilde Baumhausschule: Raubtierzähmen für Anfänger von Allert Judith
Kurz zum Inhalt:
Greta ist mit ihren Eltern auf den Wilden Hügel gezogen. Ihre Eltern sollen sich dort um die wilden Tiere von Frau Spitzgiebel kümmern und einen Zoo daraus zu machen.
Gretas erster Schultag in der neuen Klasse verläuft dann aber ganz anders als erwartet: Ihr Elefant Zachi bringt die Wände der Schule zum Einsturz - doch Greta hat die gute Idee, den Unterricht auf den Wilden Hügel zu verlegen.
Doch dort passieren einige seltsame Dinge: die Krokodile büxen aus, statt Tierfutter werden Socken geliefert usw. Will jemand verhindern, dass aus dem Wilden Hügel ein Zoo wird?
Meine Meinung:
Die Geschichte kombiniert viel Phantasie (Greta reitet auf dem Elefanten Zacharias und kann mit ihrem Wasserschwein Wusel kommunizieren) mit Realität. Typische Probleme von Kindern werden somit zwanglos aufgearbeitet: die Themen Freundschaft, Streit und Mobbing in der Schule werden auf diese Weise den Kindern spielerisch nähergebracht.
Man trifft auf viele verschiedene (wilde) Tierarten und lernt auch einiges darüber.
Außerdem ist es auch ein Detektiv-Abenteuer, denn man rätselt natürlich mit den Kindern mit, wer es wohl sein kann, der anscheinend verhindern will, dass aus dem Wilden Hügel ein Zoo wird...
Die recht kurzen Kapitel sind perfekt zum Vorlesen geeignet, aber auch für geübtere Leser zum selber-Lesen.
Detailreiche schwarz-weiß Illustrationen untermalen das Gelesene.
Uns hat es Wusel besonders angetan, er ist sooo ein süßer Kerl :)
Das Cover ist auch toll - ganz bunt, mit dem Löwen und den Kindern und dem Chaos darauf, macht es Lust, das Buch sofort in die Hand zu nehmen und zu lesen.
Fazit:
Tierisch buntes Abenteuer mit wilden Tieren, das auch erste Themen spielerisch behandelt und Lust macht, mal wieder in den Zoo zu gehen.










